Internationaler Bund der Privatangestellten GESCHÄFTS- und KASSENBERICHT für die Zeit vom 1. MAI 1934 BIS 30. APRIL 1938 JUNI 1938 Paulus Potterstraat 9 AMSTERDAM- Z. DGB Archiv Exemplar orstand Endesvors 17140-15345 INTERNATIONALER BUND DER PRIVATANGESTELLTEN GESCHÄFTS- UN D KASSEN BERICHT für die Zeit vom ÷÷ 1. MAI 1 9 3 4 BIS 30. APRIL 1938 JUNI 1938 Paulus Potterstraat 9 AMSTERDAM- Z INHALTSVERZEICHNIS Seite UNSERE TOTEN EINLEITUNG DIE BESCHLÜSSE DES INTERNATIONALEN KONGRESSES( 1934) DER VORSTAND VORSTANDSSITZUNGEN DAS INTERNATIONALE SEKRETARIAT ALLGEMEINE TÄTIGKEIT Anschlusse 0000 Abgange ° . °°°° a°° 10 10 0 ° Mitgliederbewegung Angeschlossene Verbände Nicht- angeschlossene Verbände Veröffentlichungen Erhebungen Auskunfterteilung Jugendfragen Hilf saktionen DIE FACHGRUPPEN ° 0 ° 0 6 0 ° ° 900 ° ° °• °° o о ° ° 0° °° O ° 9 a°° 0° DIE ARBEITSGEMEINSCHAFT IM RAHMEN DES IBP DIE LAGE DER ANGESTELLTEN IN DEN FASCHISTISCHEN LÄNDERN INTERNATIONALER GEWERKSCHAFTSBUND INTERNATIONALES ARBEITSAMT Allgemeines Internationale Arbeitskonferenzen Der Beratende Angestelltenausschuss BEILAGEN A. Gewinn- und Verlustrechnung 1934 B. Gewinn- und Verlustrechnung 1935 C. Gewinn- und Verlustrechnung 1936. °° DO 1 3 29 40 41 ONUNNO 2 3 4 5 6 8 9 13 14 14 14 15 15 ° 18 23 26 27 27 28 44 9 0 48 48 0 o 49 51 59 60 61 62 D. Gewinn- und Verlustrechnung 1937 E. Namen und Mitglieder zahlen der angeschlossenen Verbände 63 oooo a ed - 1- UNSERE TOTEN Seit dem letzten Internationalen Kongress in BRÜSSEL im Juli 1934 hat der Tod manche schmerzliche Lücke in die Reihen der internationalen Angestelltenbewegung gerissen. Zu Jenen, die dem ewigen natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehens folgend, aus unserer Mitte schieden, gesellten sich in den verflossenen vier Jahren zahlreiche Andere, die, weil ihre Ueberzeugung und ihre Ideale ihnen höher standen als das Leben, dieses in die Schanze schlugen um die Freiheit zu verteidigen. Als unbekannte Soldaten der Bewegung, aber als Blutzeugen einer unsterblichen Idee, warfen sie sich dem über Europa rasenden Faschismus entgegen, und sie bezahlten, in Deutschland, in Oesterreich und in Spanien, auf dem Schaf ott, in den Kerkern und auf den Schlachtfeldern des Bürgerkrieges, Gesinnung streue und Freiheitsliebe mit dem eigenen Leben. Unter den Dahingeschiedenen befanden sich manche Kollegen, die in früheren Jahren oder bis zu ihrem Tode an führender Stelle in einem unserer angeschlossenen Verbände oder im IBP tätig waren. Von ihnen nennen wir: John TURNER von 1903 bis 1912 Propaganda- Sekretar, von 1912 bis 1924 Generalsekretar des britischen Verbandes der Ladenange stellten( National Amalgamated Union of Shop Assistants, Warehousemen and Clerks). Gest. im August 1934. James ADAMSON, ehemaliger Präsident des britischen Verbandes der Maschinen- und Schiffsbauzeichner( Association of Engineering and Shipbuilding Draughtsmen). Gest. im Dezember 1934. Arthur PETCH, Bürochef und Finanzverwalter des britischen Verbandes der Angestellten in der Warenverteilung( National Union of Distributive and Allied Workers). Gest. im August 1935. Luis SANTAMARINA, Generalsekretär des spanischen Handels angestelltenverbandes( Sindicato español de Trabajadores de Comercio), Vorstandsmitglied des IBP und Vorsitzender der Internationalen Fachgruppe der Handelsangestellten. Gest. im Juli 1936. Joseph JACQUEMOTTE 9 erster besoldeter Sekretär( von 1920 bis 1924) des belgischen Angestelltenverbandes( Syndicat General des Employes, Techniciens et Voyageurs de Commerce). Gest. im November 1936. - 2- Florent BOCLINVILLE, erster ständiger Sekretär der früheren Landesföderation der belgischen Angestellten, der Vorläuferin des jetzigen belgischen Angestelltenverbandes( Syndicat Général des Employes, Techniciens et Voyageurs de Commerce). Gest. im Dezember 1936. Georges TRIGAUX, seit 1920 Vor standsmitglied des belgischen Angestelltenverbandes( Syndicat Général des Employes, Techniciens et Voyageurs de Commerce). Gest. im April 1937. Knud LUNDGREN, seit 1936 Hauptkassierer des schwedischen Handelsangestelltenverbandes( Svenska Handelsarbetare förbundet). Ge st. im Mai 1937. Fritz SCHRÖDER, von 1918 bis 1933 Vorstandsmitglied des deutschen Zentralverbandes der Angestellten. Sozialpolitiker von internationalem Ruf. Gest. im August 1937. Max JOSEPHSOHN. von 1897 bis 1912 Vorsitzender des deutschen Zentralverbandes der Handlungsgehilfen- und Gehilfinnen, dann bis 1933 Geschäftsführer der Gross einkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine in Hamburg. Von 1904 bis 1910 Sekretär der INTERNATIONALEN AUSKUNFTSTELLE FÜR HANDLUNGSGEHILFEN, aus welcher sich später der heutige IBP entwickelte. Gest. im Februar 1938. Wir neigen uns im Geiste an den Gräbern aller dieser Toten, der aus ihrer früheren gewerkschaftlichen Tätigkeit bekannten und der vielen unbekannten Mitstreiter, deren Namen wir hier nicht vermelden konnten. Ihnen allen wird die Bewegung, für die sie im Leben kampf ten und litten, eir ehrendes Andenken bewahren. -0-0-0-0-0-0 - 3- EINLEITUNG " Schwere Zeiten liegen hinter uns, noch schwererén gehen wir entgegen. Ueber Europa und Asien ballen sich dunkle Kriegswolken zusammen. 11 Diese am Schluss unseres letzten, dem Internationalen Kongress 1934 vorgelegten Geschäftsberichts gestellte Perspektive hat sich in den inzwischen verflossenen vier Jahren in einem Umfang bestätigt, wie ihn selbst der schwärzeste Pessimismus nicht hätte voraus sehen können. Der in seinem Inneren unheilbar kranke Organismus der menschlichen Gesellschaft, fortschreitend zerrüttet durch das sich je länger je unsinniger erweisende privatkapitalistische Wirtschaftssystem, windet sich in Fieberschauern von zunehmender Heftigkeit, die jeden Augenblick in einen Zustand völliger Raserei und sinnloser blutiger Selbstzerfleischung umschlagen können. Die politischen Spannungen in der ganzen Welt haben einen ungeahnten Höhepunkt erreicht, und mehr als einmal in den letzten Jahren hielt die Menschheit zitternd den Atem an, weil der Ausbruch eines neuen allgemeinen Völkermordens unmittelbar be vorzustehen schien. Der italienische Raubkrieg in Abessyinien, das blutige Wüten der vom deutschen und italienischen Faschismus unterstützten aufständischen Gere ralsclique in Spanien, der Raubzug des japanischen Imperialismus in China und in den letzten Monaten die" unblutige" Eroberung Oesterreichs durch den deutschen National sozialismus sowie die dadurch geschaffene ernste Lage in Mitteleuropa, sie kennzeichnen die ungeheure Gefahr des gegenwärtigen Zustandes mit erschreckender Deutlichkeit. Betrachtet man das politische Weltbild der Gegenwart aus der Erkenntnis heraus, dass es in letzter Linie die ökonomischen Verhältnisse sind, die den politischen Ueberbau der menschlichen Gesellschaft bestimmen und sich in ihm widerspiegeln, und es will uns scheinen, als hätte noch nie eine frühere Periode so deutlich die Richtigkeit dieser Auffassung bewiesen als gerade die gegenwärtige, mag auch häufig das Interesse für die sich überstürzenden politischen Tagesereignisse das klare Erkennen der wirtschaftlichen Hintergründe beeinträchtigen, so gewinnt man in der Tat einen sehr deutlichen Masstab dafür, bis zu welchem Grade die wirtschaftliche Zerrüttung der Welt fortgeschritten ist. Im Rahmen dieser Ausführungen fehlt uns begreiflicherweise der Raum für eine tieferge hende Analyse der heutigen Weltwirtschaftslage, wir beschränken uns daher darauf, einige besonders beachtenswerte Tendenzen der gegenwärtigen Entwicklungsphase kurz anzudeuten. Der in allen Ländern seit langem ersehnte und von Männern der Wirtschaftswissenschaft wiederholt als nahe bevorstehend vorausgesagte Wiederaufstieg der Weltkonjunktur schien sich in den ersten Jahren unserer Berichtsperiode tatsächlich zu vollziehen. Die ansteigenden Zahlen der Weltproduktion und des Welthandels gaben dieser Auffassung scheinbar Recht; auch der, in seinem Ausmass zwar nicht einheitliche, in seiner Tendenz jedoch unverkennbare und teilweise sogar bedeutende Rückgang der Arbeitslosigkeit wies in die gleiche Richtung. Der weitere Verlauf lehrt aber deutlich, welche Schranken gerade der Lösung dieses Problems, der Dauerarbeit slosigkeit, innerhalb der privatkapitalistischen Produktionsweise gezogen sind, Wenngleich die Produktions- und Handelsziffern einen starken Vorausgang zeigten, wobei noch zu beachten ist, dass es sich hierbei zum nicht geringen Teil um eine künstliche, durch den allgemeinen Aufrüstungswettlauf bedingte Konjunktur handelt, so sank gleichwohl die Gesamtzahl der Arbeitslosen bei weitem nicht in demselben Masse. In fast allen Ländern der Welt blieben trotz Besserung der Konjunktur mehr oder weniger grosse Massen von Arbeitern und Angestellten aus dem Produktionsprozess ausgeschaltet und ehe noch die Auswirkungen der letzten Krisenperiode überwunden werden konnten, macht sich vielerorts bereits ein neuer Rückgang des Beschäftigungsgrades bemerkbar. Die in manchen Staaten unternommenen Versuche, durch wirtschafts-, sozial- und währungspolitische Massnahmen zu einer Beständigung der Konjunktur zu gelangen, wie z. B. die New- Deal- Politik in den Vereinigten Staaten und die Aufgabe des Goldstandards in verschiedenen Ländern, um nur einige dieser Massnahmen zu nennen, haben ebenfalls, unbeschadet gewisser, zeitlich begrenzter günstiger Auswirkungen, nicht zu -4einer dauernden Stabilisierung des Wirtschaftslebens und vor allem nicht zur radikalen Verminderung der Arbeitslosigkeit geführt. In einem der letzten der sogenannten Goldblockländer, in Holland, das erst 1936 die Goldwährung preisgab, brachte dieser Schritt zwar verschiedenen Branchen, so beispielsweise der Schiffbauindustrio, eine beachtenswerte Besserung des Beschäftigungsgrades, die Gesamtzahl der Arbeitslosen ging jedoch nur langsam zurück und ist selbst seit einiger Zeit wieder im Steigen begriffen. Die Wirtschaftspolitik der faschistischen Länder, am ausgeprägtesten in Deutschland zu beobachten, kennzeichnet sich durch Autarkiebestrebungen aller Art, schärfste Devisenkontrolle, eine bis ins Groteske getriebene staatliche RohstoffZwangswirtschaft( Einsammlung von Lumpen, Knochen und Altmetallen durch die offiziellen Organe der herrschenden Partei, Zwang zur weitgehenden Verarbeitung von Ersatzstoffen usw.) und durch eine Militarisierung des gesamten Volkes als Vorbereitung für den kommenden Krieg. Die Ausrichtung der Gesamtwirtschaft auf dieses Ziel hat den faschistischen Diktatoren den Ruhm eingebracht, die Arbeitslosigkeit in ihren Ländern grösstenteils beseitigt zu haben. Was hiervon nach Abstrich der üblichen Uebertreibungen und Fälschungen übrig bleibt, wurde jedoch erkauft durch eine Staatsschuldenwirtschaft so raffinierter Art, dass ihr wirkliches Ausmass wahrscheinlich selbst den faschistischen Finanzpolitikern nicht einmal mehr bekannt sein dürfte. Als Ganzes gesehen bietet die Wirtschaft der Welt gerade in dem heutigen Zustande, wo die einander vielfach überschneidenden Entwicklungstendenzen sowohl den Ablauf einer kurzen Konjunkturperiode als auch den Beginn eines neuen Niedergangsabschnittes von unbekannter Dauer erkennen lassen, ein treffendes Bild des fehlerhaften Kreislaufes der bürgerlichen Ökonomie, und eine erneute Bestätigung unserer freigewerkschaftlichen Auffassung über das Wesen und die Gesetze der privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung. In dem Anfang Januar 1938 veröffentlichten Manifest " An die Angestellten aller Lander" dessen Wortlaut an anderer Stelle dieses Berichts zu finden ist, hat der IBP mit aller Deutlichkeit seinen Standpunkt und seine Schlussfolgerungen hinsichtlich der heutigen Weltwirtschaftslage präzisiert. St Die vorstehend kurz umrissene Entwicklung der letzten Jahre hat auch der Tätigkeit der internationalen Angestelltenbewegung ihren Stempel aufgedrückt. In fast allen Verbänden unseres Bundes wurde eine besonders intensive Aufklärung sarbeit geleistet. Zu ihren Erfolgen hat nicht zuletzt der Umstand beigetragen, dass der Werberuf der freigewerkschaftlichen Angestelltenorganisationen nicht einer weltfremden Theorie entsprang, sondern durch die Vorgänge auf sozial- und wirtschaftspolitischem Gebiet täglich in fast allen Ländern der Erde eine eindrucksvolle Illustration erfuhr. Die von den Auswirkungen der vor aufgegangenen Krisenperiode aufs schwerste getroffenen Angestellten lernen immer mehr die wahren Ursachen ihrer traurigen Lage erkennen und finden in immer grösser er Zahl den Weg zur gewerkschaftlichen Organisation. So wurde es möglich, dass der IBP beim Abschluss dieser Berichtsperiode eine Mitgliedschaft von 876 737 freigewerkschaftlich organisierten Angestellten mustern konnte und damit den Stand vom 1. Januar 1932 fast wieder erreicht hat, während seine Mitgliederzahl 1934 nach dem Verlust der deutschen und österreichischen Verbände um mehr als die Hälfte, nämlich auf 426 654, zurückgegangen war. Bemerkenswert ist hierbei noch, dass der Zuwachs zum grössten Teil auf einer Erstarkung der bereits am Schluss der vorigen Berichtsperiode angeschlossenen Verbände beruht. Auch der verheissungsvolle organisatorische und ideologische Vorausgang der Angestelltonbewegung in verschiedenen über seeischen Ländern, vor allem in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, beweist, wie schliesslich die bittere Notwendigkeit, sich im täglich härter werdenden Daseinskampfe zu behaupten, stärker ist als Traditionen und Vorurteile, und die zum Selbstbewusstsein erwachenden Angestellten zu gewerkschaftlichem Denken und Handeln führt. -5Aus den Tätigkeitsberichten der angeschlossenen Verbände ist deutlich erkennbar, in welch segensreicher Weise sich die zunehmende organisatorische Stärke beim täglichen Kampfe um die Verbesserung der Gehalts- und Arbeitsbedingungen ausgewirkt hat. Auf dem Gebiet des gesetzlichen Schutzes konnten in manchen Ländern bedeutsame Verbesserungen durch Ausbau bestehender und Schaffung neuer Gesetze erzielt werden. Ferner zeigt sich ganz allgemein eine erhebliche Ausdehnung des Kollektivvertragswesens, sowohl hinsichtlich der Anzahl der Verträge und der davon erfassten Angestellten als auch im Hinblick auf die erreichten Verbesserungen der Gehälter, der Urlaubsbestimmungen, der Kündigungsfristen usw. Verhältnismässig bedeutend war auch die Zahl der Streikbewegungen, wobei besonders die grossen Angestelltenstreiks des Jahres 1936 in Frankreich und Belgien Erwähnung verdienen. Sie beeinflussten in beiden Ländern in nicht geringem Masse die weitere Entwicklung der Sozialpolitik und des Kollektivvertragswesens. Zusammenfassend glauben wir sagen zu dürfen, dass die internationale freigewerkschaftliche Angestelltenbewegung in den so ausserordentlich bewegten vier Jahren, die hinter uns liegen, erneut ihre Daseinsberechtigung und ihre Unentbehrlichkeit für die in der Fronarbeit der privatkapitalistischen Profitwirtschaft um eine menschenwürdige Existenz/ kämpfende Angestelltenschaft erwiesen hat. Durch ihren schnellen organisatorischen Wie der aufstieg nach den voraufgegangenen schmerzlichen Verlusten hat sie darüber hinaus einen deutlichen Beweis ihrer unge schwächten Lebenskraft und ihres entschlossenen Willens zur Selbstbehauptung erbracht. Auch ihre praktische Tagesarbeit war stets orientiert auf das Endziel, dass sie sich in den Statuten unseres IBP selbst gesteckt hat: die Herbeiführung eines Wirtschaftssystems, das nicht dem privaten Profit sondern dem allgemeinen Wohle dient. Dadurch konnte sie Hunderttausenden neuer Mitstreiter die Erkenntnis vermitteln, dass sie ihr Schicksal selbst in Händen halten und dass sie durch ihre eigene Kraft, vereinigt in starken freigewerkschaftlichen Organisationen und in standiger enger Zusammenarbeit mit den Verbanden der Handarbeiterschaft, Tempo und Ausmass ihres wirtschaftlichen und kulturellen Aufstiegs in entscheidender Weise beeinflussen können. Der nachstehende Bericht gibt eine detaillierte Uebersicht über die Tätigkeit unseres IBP seit dem Brüsseler Kongress des Jahres 1934. Aufgabe der am 2. und 3. Juli dieses Jahres in Bern zusammentretenden Delegierten unserer angeschlossenen Verbände wird es nun sein, die gesammelten Erfahrungen zu überprüfen und daraus die Richtlinien für unsere künftige Tätigkeit zu bestimmen. ના - 6. DIE BESCHLÜSSE DES INTERNATIONALEN KONGRESSES IN BRUSSEL( Juli 1934). Der am 12. und 13. Juli 1934 in Brüssel tagende Internationale Kongress des I.B.P. fasste folgende Beschlüsse: VORSITZ. Auf Antrag des Kollegen N. Kertesz( Ungarn), wurde Kollege J. Hallsworth ( Grossbritannien), einstimmig zum Präsidenten gewählt. VORSTAND. Zu Vorstand smitgliedern wurden einstimmig gewählt: Als Ländervertreter J. Hallsworth- Grossbritannien R. Klein- Tschechoslowakei C.W. Jacobs en- Holland 0. Capocci- Belgien/ Frankreich N. Kertesz- Ungarn/ Südosteuropa J. Hansen- Skandinavien SEKRETARIAT. Als Fachgruppenvertreter Geo W. Thomson- Techniker und Werkmeister K. Pacovsky- Geschäftsreisende und Vertreter L. Santamarina- Handelsange stellte J.A. Lundgren- Bank-, Versicherungs- und Büroangestellte a) Internationaler Sekretär. Gemäss Antrag des Vorstandes wurde der Kollege W. G. Spiekman, Amsterdam, mit 31 gegen 2 Stimmen zum Internationalen Sekretär gewählt. Auf Antrag der belgischen Delegation wurde ferner mit 16 gegen 13 Stimmen beschlossen, dem Internationalen Sekretär Stimmrecht zu verleihen. b) Sitz des Internationalen Sekretariats. Dem Kongress lag ein Antrag der vier skandinavischen Verbände vor, den Sitz des I.B.P. nach Kopenhagen zu verlegen. Nachdem dieser Antrag im Verlauf des Kongresses zurückgezogen wurde, beschloss der Kongress einstimmig, den Sitz in Amsterdam zu belassen. BEITRAG. Der Algemeene Bond van Technisch en Opzichthoudend Personeel( Holland), hatte eine Erhöhung des Beitrages um 25% beantragt. Dieser Antrag wurde später zurückgezogen, worauf der Kongress einstimmig beschloss, den Jahresbeitrag auf 45 holländische Gulden pro 1000 Mitglieder zu belassen. STATUTENAENDERUNG. Artikel 1 erhielt hinter"( Holland)" den Zusatz:" oder in irgend einem anderen vom Vorstand festgesetzten Ort, wenn dringende Umstände dies erfordern." In Artikel 15 erhielten der erste und zweite Absatzfolgenden Wortlaut: " Die allgemeine Leitung während der Periode zwischen den zwei Internationalen Kongressen obliegt dem Vor stand, der während dieser Zeit alle Befugnisse des Handelns geniesst. Er setzt sich zusammen aus sechs Mitgliedern aus sechs verschiedenen Ländern oder Länder gruppen, welche Vorstandsmitglieder vom Kongress gewählt werden, und den Vorsitzenden der Gruppen. Ausser den vom Kongress gewählten Vorstandsmitgliedern wählt der Kongress noch den Internationalen Sekretär. Der Sekretär ist berechtigt, an allen Verhandlungen mit beratender und beschliessender Stimme teilzunehmen, sowohl in den Vorstandssitzungen als auch auf Kongressen; or ist den Anordnungen des Vorstandes unterstellt und wird mit der Führung der Geschäfte des Internationalen Bundes betraut." Artikel 16 wurde im ersten und zweiten Absatz wie folgt geändert: " Es werden Gruppen gebildet. Der Internationale Kongress beschliesst, welche Gruppen' bis zum nächsten Kongress funktionieren. Zunächst werden vier Fachgruppen bestehen, und zwar eine für die Techniker und Werkmeister, eine für die Handels angestellten, eine für die Bank-, Versicherungs- und Büro angestellten, eine für die Geschäftsreisenden. 11 dosad -7VERHAELTNIS DER INTERNATIONALEN BERUF SSEKRETARIATE ZUM I.G.B. Der Kongress stimmte der prinzipiellen Erklärung des Vorsitzonden zu, wonach aus Gründen der Aktivierung und sparsamsten Verwaltung der gesamten internationalen Gewerkschaftsarbeit eine Gesamtreorganisation notwendig sei. Im Rahmen einer einheitlichen Organisation müsse den Angestellten zur Regelung und Besprechung ihrer besonderen Angelegenheiten ausreichende Autonomie gegeben werden. ORT DES NAECHS TEN KONGRESSES. Einstimmig wurde beschlossen, die Bestimmung des Ortes für den nächsten Kongress dem Vorstand zu überlassen. ANTRAG DES KOLLEGEN L. SANTAMARINA( Spanien). Auf Antrag des Kollegen L. Santamarina, Spanien, nahm der Kongress einstimmig nachstehende Resolution an: " Der Kongress spricht sich mit aller Schärfe gegen den Krieg aus und macht die Angestellten und Arbeiter Europas auf die Gefahren aufmerksam, die aus dem ständig anwachsenden Nationalismus und der Wieder aufrüstung der europäischen Nationen entstehen. Der Kongress spricht sein Bedauern über das katastrophale. Versagen der Regierungen aus, denen es nicht gelingt, die Differenzen zu schlichten und das Misstrauen unter den Völkern zu beseitigen. Er fordert alle Organisationen der Arbeiterklasse auf, das gegenwärtige Treiben zu einem neuen Kriege mit aller Macht zu bekämpfen." - 8- DER VORSTAND. Der Internationale Kongress in Brüssel( Juli 1934) beschloss, dass sich der Vorstand aus sechs Vertretern verschiedener Lander oder Ländergruppen, den Vorsitzenden der vier Fachgruppen und dom Intornationalon Sekretär als stimmberechtigtem Mitglied zusammensetzen solle. Domgemäss wurde der Vorstand aus folgendon Kollegen gobildot: J. Hallsworth, Manchestor, Präsident, R. Kloin, Prag, C.W. Jacobson, Amsterdam, 0. Capocci, Paris, N. Kertesz, Budapest, Ländervertrotor für Grossbritannien Tschechoslowakoi J. Hanson, Kopenhagen, Goo W. Thomson, London, K. Pacovsky, Prag, L. Santamarina, Madrid, J.A. Lundgren, Malmö, W. G. Spickman, Amsterdam, Holland Belgion/ Frankreich Ungarn/ Südostouropa Skandinavien Vorsitzender der Fachgruppe Technikor und Workmoistor Goschaftsroisondo Handels angestellto Bank-, Versicherungs- und Büro angestellte Intornationalor Sokrotar Der Kollege L. Santamarina, Madrid, verstarb im Juli1936. Er hatte sich in der nur kurzen Zeit seiner Mitgliedschaft im Vorstand die Liebe und Achtung aller Vorstand smitglieder orworben, die ihm ein ehrendes And on ken bewahren werden. Da er Vorsitzender der Fachgruppe Handels angestellte war und eine Neubesetzung dieses Postens statutengemäss erst auf der nächsten Fachgruppen- Konferenz erfolgen kann, blieb sein Mandat im Vorstand des I.B.P. für den Rest der Berichtsperiode unbosetzt. 1230 63 VORSTANDS SITZUNGEN. Gemäss Artikel 15 der Statuten tritt der Vorstand des IBP mindestens einmal im Jahre zu einer Sitzung zusammen. Vor jeder Sitzung untorbreitet der Internationale Sekretär den Vorstandsmitgliedern einen eingehenden schriftlichon Tätigkeits- und Finanzbericht. Ueber jede Vorstandssitzung wird in den" Mitteilungen" des IBP ausführlich berichtet, so dass sich die nachstehenden Darlegungen auf eine kurze Wiedergabe der wesentlichsten Beratungsgegenstände und der gefassten Beschlüsse beschränken können. In der Berichtsperiode fanden vier Vorstandssitzungen statt. BRÜSSEL, 11. Juli 1934.(" Mitteilungen" Nr. 163 A): Sämtliche Vorstandsmitglieder waren anwesend. Als Nachfolger des verstorbenen Kollegen G.J.A. Smit Jr., in dessen Eigenschaft als Vorstandsmitglied für Holland, nahm erstmalig Kollege C.W. Jacobsen, Amsterdam, an den Beratungen des Vorstandes teil. In dem Bericht des Internationalen Sekretärs wurde u. a. mitgeteilt, dass seit der letzten Vorstandssitzung die britische" Mental Hospital and Institutional Workers' Union" ihren Austritt aus dem IBP erklärt habe. Ferner wurde berichtet, dass die durch den Tod des Kollegen G.J.A. Smit Jr. freigewordenen Mandate im Beratenden Angestelltenausschuss für Frauenarbeit beim Internationalon Arbeitsamt auf Grund eines Antrages an den Verwaltungsrat des IAA nunmehr dem Kollegen W.G. Spiekman übertragen seien. Im Zusammenhang hiermit beauftragte der Vorstand das Sekretariat, beim IAA die baldige Einberufung des Beratenden Angestelltenausschusses zu beantragen. Der Vorstand bestätigte einstimmig seinen in der Pariser Vorstandssitzung im März 1934 gefassten Beschluss bezüglich des Verhältnisses zwischen dem Internationalen Gewerkschaftsbunde und den Internationalen Berufs sekretariaten.( Siehe" Mitteilungen" Nr. 159 A). Anträge, Anregungen und Geschäftsordnung für den am nächsten und übernächsten Tage stattfindenden Internationalen Kongress wurden ausführlich behandelt. In längeren Beratungen beschäftigte sich der Vorstand mit der Lage der Angestellten in Deutschland, Oesterreich und dem Saargebiet. Für die Ende August 1934 in Weymouth( Grossbritannien) stattfindenden Konferenzen des IGB( Ausschuss und IBS) benannte der Vorstand als Vertreter des IBP die Kollegen J. Hallsworth, Manchester, Präsident und W. G. Spiekman, Amsterdam, Internationaler Sekretar. Die Vertretung des IBP bei dem Mitte August 1934 in Helsingfors tagenden Kongress des angeschlossenen finnischen Angestelltenverbandes wurde dem Kollegen J. Hansen, Kopenhagen, übertragen. X I GENF, 31. März und 1. April 1935.(" Mitteilungen" Nr. 171 B) Bis auf den durch dringende Angelegenheiten verhinderten Kollegen R. Klein, Prag, waren sämtliche Vorstandsmitglieder anwesend. Der Vorstand chrte das Andenken des im Dezember 1934 verstorbenen ehemaligen Präsidenten des angeschlossenen britischen Zeichnerverbandes, Kollegen J. Adamson, London. In der mündlichen Ergänzung zum schriftlich vorliegenden Bericht des Internationalen Sekretärs wurde bemerkt, dass der britische Verband der Geschäftsreisenden seinen Austritt erklärt habe. Dagegen vollzog der britische Verband der Genossenschaftsangestellten seinen Beitritt zum IBP. 1). Der Verband ist im März 1938 wieder beigetreten. - 10- Einstimmig vorurteilte der Vorstand das Vorgehen dos ungarischen Bankangestelltenverbandes, der für Ende Mai 1935 cine internationale Konferenz der Bankangestellten nach Budapest oinberufen hatte. Unter Hinweis auf die Statuten des IBP, wonach für die Einberufung internationaler Tagungen allein das Internationale Sekretariat zuständig ist, wurde beschlossen, den angeschlossenen Verbänden von einer Teilnahme an dieser Veranstaltung abzuraten und bei der ungarischen Landeszentrale Einspruch gegen das Vorgehen des genannten Verbandes zu erheben. An der Berichterstattung aus den einzelnen Ländern nahm auf einstimmigen Beschluss des Vorstandes der Sekretär der Arbeitsgemeinschaft der freion Ange stolltengeworkschaften Mitteleuropas, Sitz Prag, Kollege S. Aufhäuser, toil. Auf Anregung des Kollegen Spiekman wurde beschlossen, in den Tagen vom 15. bis einschliesslich 18. Oktober 1935 in Paris Internationale Fachgruppenkonferenzen allor vier Fachgruppen zu veranstalten. Die Beschlussfassung über die Abhaltung einer Internationalen Jugendkonferenz blieb der nächsten Vorstandssitzung vorbehalten. Weiter erörterte der Vorstand die anlässlich der Tagungen des IGB in Weymouth ( August 1934) erfolgte Bildung des Koordinationskomitoes für die Zusammenarbeit zwischen dem IGB und den IBS, in welches als Vertreter der IBS auch Kollege Spickman benannt worden war. Als Delegierte des IBP für die Tagungen des IGB im Mai 1935 in Kopenhagen wurden die Kollogen J. Hallsworth, Manchester, Präsident, J. Hansen, Kopenhagen, J. A. Lundgren, Malmö und W. G. Spickman, Amsterdam, Internationaler Sekretär, bestimmt. Eingehend beschäftigte sich der Vorstand mit der bevorstehenden dritten Sitzung des Beratenden Angestelltenausschusses beim IAA am 3. und 4. April 1935. Kollege R. Klein, Prag, wurde durch einstimmigen Beschluss des Vorstandes zum Vize- Präsidenten des IBP ernannt. Datum und Ort der nächsten Vorstandssitzung blieben schriftlicher Festsetzung vorbehalten. ZÜRICH, 26. und 27. April 1936.(" Mitteilungen" Nr. 182). Mit Ausnahme der durch dringende Aufgaben in ihren Ländern verhinderten Kollegen R. Klein, Prag, Vize- Präsident und L. Santamarina, Madrid, waren samtliche Vorstandsmitglieder erschienen. Die Anwesenden gedachten des im August 1935 verschiedenen Kollegen Arthur Petch, Manchester, Finanzsekretär des britischen Verbandes der Angestellten in der Warenvorteilung und verwandten Berufen. Der schriftlich vorliegende Bericht des Internationalen Sekretärs und die dazu gegebenen mündlichen Ergänzungen bildeten den Gegenstand einer längeren Aussprache. Der Vorstand nahm Kenntnis von dem Ausscheiden des polnischen Bankangestelltenverbandos ( August 1935) und von dem am 1. Januar 1936 erfolgten Beitritt der Angestelltensektion des schweizerischen Verbandes der Handels-, Transport- und Lebensmittelarbeiter. Der Präsident dieses Verbandes, Kollege J. Schifferstein, Zürich, gleichzeitig Generalsekretar der Internationale der Lebens und Genus smittelarbeiter, wohnte der Sitzung einige Zeit bei und richtete an den Vorstand herzliche Begrüssung sworte. Kollege Spickman berichtete weiter über den Verlauf der vom 15. bis 18. Oktober 1935 in Paris abgehaltenen Konferenzen der vier Fachgruppen und über die in der Berichtsperiode stattgefundenen Sitzungen des IGB- Ausschusses und des Koordinations komitees, sowie über die Zusammenarbeit mit dem IAA und dessen Beratenden Angestelltenausschuss. Durch das Sekretariat wurden die notwendigen Massnahmen getroffen, um die Benennung des Kollegen J.A. Lundgren, Malmö, zum Mitglied dieses Ausschusses. zu erreichen. 200 201 11- Ueber nachstehende Probleme leitete das Sekretariat in der Berichtsperiode Erhebungen ein: Zahl der freige werkschaftlich orfasston Genossenschaftsangestellten. Gleiche Bezahlung für gleicho Arbeit. Schein- bezw. Ucbungsfirmon. Einheitspreisgeschäfte. Bezahlter Urlaub. Für verschiedene bevorstehende Tagungen benannte der Vorstand folgende Kollegen als Delegierte: Kongress des IGB, Ausschussitzung, Konferenz der IBS, 6.- 12. Juli 1936 in London, Kongress des Einheitsverbandes, Prag, 30. Juni11 18 1. Juli dänischen Verbandes, 16.- 19. August schwedischen 11 11 II 11 norwegischen و 13.- 18. Juli 2. August, Gjövik J. Hallsworth, Präsident W. G. Spickman, Sokretär C.W. Jacobsen, ) Geo. W. Thomson, W.G. Spiekman, W.G. Spiekman, W.G. Spickman, J. Hansen Schliesslich wurde beschlossen, die nächste Vorstandssitzung am 26. und 27. Juli 1937, den nächsten Internationalen Kongress vom 28. bis 30. Juli 1937, und zwar beide in Stockholm, abzuhalten. PRAG, 20. und 21. April 1937.(" Mitteilungen" Nr. 194). An der Sitzung nahmen mit Ausnahme des Kollegen J.A. Lundgren, Malmö, sämtliche Vorstandsmitglieder teil. Der Präsident, Kollege J. Hallsworth, Manchester, widmote dem im Juli 1936 verstorbenen Kollegen L. Santamarina, Madrid, cinen ehrenden Nachruf. In den Erläuterungen zum schriftlich vorliegenden Geschäftsbericht erinnerte der Internationale Sekretär, Kollege W. G. Spiekman, daran, dass der statutengemäss im Jahre 1937 fällige Internationale Kongress auf Empfehlung des Vorstandes bis 1938 verschoben sei. Er gab ferner Konntnis von dem seit der letzten Vorstandssitzung erfolgten Beitritt des französischen Verbandes der Geschäftsreisenden und Vertreter und behandelte ausführlich die Beziehungen zu den angeschlossenen und nicht angeschlossenen Verbänden, wobei er auf den durch den Bürgerkrieg herbeigeführton Abbruch der Verbindungen mit den spanischen Verbänden verwies. Weiter berichtete er über die in der Berichtsperiode abgehaltenen Vorstandssitzungen der vier Fachgruppen und stellte in Aussicht, dass auf Grund der von den angeschlos senen Verbänden ge äusserten Wünsche und Anregungen dem Internationalen Kongress im Jahre 1938 ein ausführlicher Bericht über Zahl und Struktur der Fachgruppen und diesbezügliche Statutenänderungen vorliegen werde. Auf Anregung des Kollegen R. Klein, Prag, wurde das Sekretariat beauftragt, bei den angeschlossenen Verbänden eine Erhebung über die Organisierung der angestellten Musiker vorzunehmen. Einstimmig beschloss der Vorstand, auf die Tagesordnung des nächsten Internationalen Kongressos ein Referat über die Organisiorung der Jugendlichen zu setzen; zur Erstattung dieses Referats erklärte sich Kollege C.W. Jacobsen, Amsterdam, bereit. Einem Vorschlag der Revisoren und des Internationalen Sekretärs, die Bücher und Belege des Sekretariats, statt wie bisher alle drei Jahre, in Zukunft alljährlich zu revidieren, schloss sich der Vorstand an. 12- Der Sekretär wurde ermächtigt, für das Sekretariat einen zweiten Angestellten einzustellen. Im Hinblick auf das Ausscheiden des Kollegen J.A. Lundgren, Malmö, aus dem aktiven Dienst beschloss der Vorstand, dem I anheimzustellen, an seiner Stelle den Kollegen O. Capocci, Paris, als Mitglied des Beratenden Angestelltenausschusses anzuweisen. Nach eingehender Erörterung darüber, ob das Programm von Montreux überprüft oder erweitert werden müsse, erhielt das Sekretariat den Auftrag, die angeschlossenen Verbände um Vorschläge hinsichtlich der im Beratenden Angestelltenausschuss zu behandelnden Punkte zu ersuchen. Der Vorstand delegierte für den Kongress des Algemeene Nederlandsche Bond van Handels- en Kantoor bedienden( Amsterdam, 29. und 30. Mai 1937), den Kollegen W.G. Spiekman, für die Ausschussitzung des IGB und die Konferenz des IGB- Vorstandes mit den IBS( Warschau, 30. Juni bis 3. Juli 1937), die Kollegen N. Kertesz und W.G. Spiekman, für den Internationalen Kongress der Tarifeure( 13.- 18. Mai 1937 in Prag), den Kollegen K. Pacovský als Beobachter. Ferner wurde einstimmig beschlossen, den Internationalen Kongress für den 29. und 30. Mai 1938 nach Genf einzuberufen und vor demselben am 26. und 27. Mai Konferenzen der vier Fachgruppen, sowie am 28. Mai eine Vorstandssitzung abzuhalten. Ein vom Einheitsverband der Privatangestellten in der CSR ausgearbeiteter Entwurf eines Manifestes über Wirtschaftsfragen wurde eingehend erörtert. Präsident, Vize- Präsident und Sekretär wurden beauftragt, den Entwurf zusammen mit den dazu eingehenden Aeusserungen der Vorstandsmitglieder zu überprüfen und über die eventuelle Veröffentlichung zu entscheiden. R Anlässlich seines Aufenthaltes in Prag wurde der Vorstand am 22. April durch den Bürgermeister der Stadt und am 24. April durch den Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Herrn Benes, empfangen. Ferner nahmen die Vorstandsmitglieder am 25. April an einer Jubiläums kundgebung zur Feier des 30jährigen Bestehons der " Union der Geschäftsreisenden und Vertreter" im Einheitsverband der Privatangestellten in der CSR teil. Die anwesenden Mitglieder des Vorstandes, sowie der Kollege H. Heie, Kopenhagen, Vorstandsmitglied der Fachgruppe der Geschäftsreisenden, führten hierbei das Wort. - 13- DAS INTERNATIONALE SEKRETARIAT Das Amt des Generalsekretärs des IBP wurde durch Beschluss des Internationalen Kongresses in Brüssel,( 12. und 13. Juli 1934), dem Kollegen W. G. Spiekman, Amsterdam, übertragen. Als Hilfssekretärin amtierte in der Berichtsperiode wie bisher die Kollegin A. E. Flissebaalje- Oetzmann. Sie erfüllte ihre Aufgaben wie immer mit der ihr eigenen Pflichttreue und Arbeitsfreudigkeit. Infolge der ständig zunehmenden Sekretariatsgeschäfte ermächtigte der Vorstand in seiner am 20. und 21. April 1937 in Prag abgehaltenen Sitzung den Generalsekretär, sobald es ihm nützlich erscheine eine zweite Kraft anzustellen. Die Wahl fiel auf den Kollegen Eric Descoe udres aus Biel,( Schweiz). Kollege Descoeudres trat seine Stellung im Sekretariat am 1. November 1937 an. Der Schriftwechsel des Sekretariats gestaltete sich, ausser den Mitteilungen, Drucksachen und Berichten, wie folgt: Eingegangene Briefe: 1934 950 1935 886 Versandte Briefe: 1934 697 1935 884 1936 935 1937 1005 1936 1115 1937 1062 Der Sitz des Sekretariats verblieb wie bisher im Verwaltungsgebäude des" Algemeene Nederlandsche Bond van Handels- en Kantoor bedienden", Amsterdam- Z, Paulus Potterstraat 9. Anschlüsse. - 14ALLGEMEINE TÄTIGKEIT. In der Berichtsperiode sind dem Internationalen Bunde der Privatangestellten fünf neue Landesorganisationen beigetreten und zwar: Frankreich: Fédération des Syndicats de Voyageurs, Représentants et Placiers de Finance et des Colonies, Paris. Fédération des Techniciens, Dessinateurs et Assimilés de l'Industrie et des Arts appliques, Paris. Grossbritannien: National Union of Cooperative Officials, Manchester. National Union of Commercial Travellers, London. Schweiz: Angestellten sektion des Verbandes der Handels-, Transport- und Lebensmittelarbeiter der Schweiz, Zürich. Abgange. Die" National Union of Commercial Travellers", London, trat im Februar 1935 aus dem IBP. Unsere Versuche, um diesen Verband, der dem britischen Gewerkschaftsbunde( TUC) angehört, zum Wiedereintritt in unsere Internationale zu bewegen, waren von Erfolg gekrönt. Im Januar 1938 schloss er sich erneut dem IBP an. Im August 1935 erklärte der Polnische Verband der Bankangestellten( Zwiazek Zawadowy Pracownikow Bankowych Rzeczypospolitej Polskiej), Warschau, seinen Austritt aus dem IBP. Auf eine diesbezügliche Anfrage wurde uns mitgeteilt, dass der Austritt die direkte Folge des Anschlusses an die polnische Zentrale der Geiste sarbeiter sei. Deren Statuten untersagten es, dass die angeschlossenen Verbände einer internationalen Organisation als Mitglied angehörten. Die Verbindungen mit diesem Verbande sind damit jedoch noch keineswegs abgebrochen; sowohl von Seiten unseres Sekretariats als auch durch die Arbeitsgemeinschaft der freien Angestelltengewerkschaften Mitteleuropas( Sitz Prag), wird der Kontakt aufrechterhalten. Auf Grund der Verhältnisse in Griechenland hörten unsere Verbindungen zu der " Federation des Employés Privés de Grèce", Athen, auf. Die Mitgliedschaft dieses Verbandes muss als erloschen betrachtet werden.( Siehe auch" Angeschlossene Verbände".) Der katalonische Angestelltenverband( Federacio d'Empleats i Tecnics de Catalunya), Barcelona, erklärte im Mai 1936 seinen Austritt wegen Reorganisation der katalonischen Gewerkschafts bewegung. Er stellte gleichzeitig in Aussicht, nach Durchführung der Reorganisation wieder beizutreten.( Siehe auch Angeschlossene Verbände".) zob sur la - 15- Mitgliederbewegung. Der Mitgliederstand unseres Berufssekretariats gestaltete sich in den vergangenen vier Jahren wie folgt: 1. Januar 1935 432 423 Mitglieder 33 Verbände in 17 Ländern 1. Januar 1936 454 570 1. Januar 1937 607 718 1. Januar 1938 876 737 18 33 35 SP ==12 18 12 18 11 17 11 Angeschlossene Verbände. Sowohl der schriftliche Kontakt als auch die persönliche Fühlungnahme mit den angeschlossenen Verbänden waren in der Berichtsperiode ausserordentlich lebendig. A. Schriftlicher Kontakt. Mit den Organisationen in Finnland, Griechenland, Irland, Jugoslawien, Palästina, Rumänien und Spanien stand das Internationale Sekretariat wahrend der Berichtsperiode ausschliesslich in schriftlichem Kontakt, doch nahmen an den Kongressen der Verbände in Finnland und Rumänien sowie an dem Verbandstag des" Savez Privatnih Namjestenika Jugoslavije in Jugoslawien Vertreter des IBP als Delegierte teil. Nach den bekannten Ereignissen, die sich seit 1936 in Griechenland abgespielt haben, hatten unsere Bemühungen, die Verbindung mit dem griechischen Verbande( Fédération des Employes Prives de Grèce) in Athen aufrechtzuerhalten, insoweit Erfolg, dass der Schriftwechsel mit dem früheren Generalsekretar des Verbandes, Koll. C. Marangakis, Athen, noch kurze Zeit weitergeführt werden konnte. In unserem Bestreben, die Verbindungen mit den Verbänden in den Balkanländern möglichst nutzbringend zu gestalten, wurden wir in der Berichtsperiode tatkraftig unterstützt durch die" Arbeitsgemeinschaft der freien Angestelltengewerkschaften Mitteleuropas", Sitz Prag. Dank den Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft konnten wir in den" Mitteilungen" regelmässig über die Lage der Angestellten in diesen Ländern berichten. Der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft, Kollege S. Aufhäuser, Prag, besuchte im März 1937 Palästina und benutzte diese Gelegenheit, um auch mit dem Vorstande des uns angeschlossenen dortigen Verbandes der Büro angestellten in Verbindung zu treten. Ein Artikel des Kollegen Aufhäuser über die Lage in Palastina unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse der Angestellten erschien in unseren" Mitteilungen" Nr. 193. Was Irland anbetrifft, so haben sowohl die Kollegen J. Hallsworth und Geo. W. Thomson als auch der Internationale Sekretär, Kollege W. Spiekman, zahlreiche Versuche unternommer, um die Verbindung mit dem dortigen Verband, der - - 16- " Irish Union of Distributive Workers and Clerks", Dublin, wieder normal zu gestalten. Anlässlich des Londoner Kongresses des IGB im Juli 1936 und bei den Internationalen Arbeit skonferenzen bot sich wiederholt Gelegenheit, mit Vertretern der irischen Gewerkschaften persönlich Rücksprache zu nehmen; diese Kollegen haben sich nach ihrer Rückkehr in Dublin auch tatsächlich bemüht, den Verband zur Wiederherstellung geregelter Beziehungen zu unserem Internationalen Sekretariat zu veranlassen. Samtliche in dieser Richtung unternommenen direkten und indirekten Versuche sind jedoch leider erfolglos geblieben. Gleichwohl geben wir die Hoffnung nicht auf, dass der irische Verband zu der Einsicht kommen wird, dass seine Kraft auf die Dauer nicht in der Isolierung liegen kann und es seine Arbeit nur fördern wird, mit unserem IBP und mit den Bruderverbanden innerhalb und ausserhalb Europas in möglichst enger Verbindung zu bleiben. Wir würden es lebhaft begrüssen, wenn wir die unserem Bunde bereits seit 1927 angeschlossene" Irish Union of Distributive Workers and Clerks" wieder zu den von unserem Standpunkt aus betrachtet- aktiven Mitgliedsverbänden des IBP rechnen könnten, wie dieses bis Ende 1933 der Fall war. Es bedarf wohl keiner besonderen Betonung, dass wir in der Berichtsperiode alles darangesetzt haben, die Verbindung mit den drei angeschlossenen Verbanden in Spanien aufrechtzu erhalten. Der Verband in Katalonien( Federacio d'Empleats i Tecnics de Catalunya), trat im Mai 1936 aus unserer Internationale aus. Er begründete diesen Entschluss mit der im Zuge befindlichen Reorganisation der katalonischen Gewerkschaftsbewegung und stellte gleichzeitig in Aussicht, dass nach Durchführung derselben der Wiederanschluss an den IBP erwogen werden würde. Mit dem ehemaligen Sekretar des Verbandes, dem Kollegen Ramon Rafols Cami, zur Zeit Sekretär einer genossenschaftlichen Gros seinkaufsgesellschaft mit dem Sitz in Barcelona, stehen wir seither in ununterbrochener Verbindung. Die früher in Madrid ansässigen Verbände der Handels angestellten( Jetziger Name:" Federacion Nacional de Trabajadores de Comercio") und der Büro angestellten( Federación Empleados de Oficinas de Espana), haben sich veranlasst gesehen, eine Sitzverlegung vorzunehmen. Der erstgenannte Verband übersiedelte nach Barcelona, der Verband der Büro angestellten nach Valencia. Mit bewunderenswürdigem Mut und beispielloser Ausdauer haben sich unsere Freunde auf der iberischen Halbinsel ungeachtet der Schrecknisse des Bürgerkrieges bemüht und mit Erfolg bemüht, ihre Organisation intakt zu erhalten. Wir sind überzeugt, im Namen aller angeschlossenen Verbände zu sprechen, wenn wir an dieser Stelle den spanischen Kameraden für ihre heroische Arbeit, die unter so tief tragischen Umständen geleistet werden musste, unsere Bewunderung und unverbrüchliche Solidarität zum Ausdruck bringen. B. Persönliche Fühlungnahme. Wie der schriftliche Verkehr, so war auch die persönliche Verbindung mit den angeschlossenen Verbanden in der Berichtsperiode sehr rege. Soweit es die Finanzlage unseres Bundes erlaubte, haben wir Einladungen von angeschlossenen Verbänden zur Teilnahme an ihren Kongressen gern Folge geleistet. In diesem Zusammenhang wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass die Verbande in Danemark, Schweden und Norwegen, welche im Sommer 1936 ihre Verbandstage abhielten, auf Grund der damaligen Finanzlage unseres Bundes in grosszügiger Weise die Reise- und Aufenthalts .17- kosten des Internationalen Sekretärs Koll. W. Spiekman, der durch Beschluss der Züricher Vorstandssitzung mit der Vertretung des IBP auf den in Kopenhagen, Malmö und Gjövik stattfindenden Kongressen beauftragt worden war, übernommen haben. Vertretungen auf Kongressen von angeschlossenen Verbänden: Kongress Suomen Liiket jöntekijäin Liitto RY Zeit und Ort Vertreter des IBP Federatia Sindicatelor de Functionari Particulari din Romania Zwiazek Zawadowy Agentów i Wojazerów Rz Polskiej August 1934 Helsingfors Oktober 1934 Bukarest Oktober 1934 Warschau Savez Privatnih Namjestenika Jugoslavije J. Hansen N. Kertész K. Pacovský Juni Zagreb 1935 N. Kertész Algemeene Nederlandsche Bond van Handels- en Kantoorbedienden Magyarországi Magantisztviselők Szövetsege Syndicat Général des Employés, Techniciens et Voyageurs de Commerce Einheitsverband der Privatangestellten in der tschechoslowakischen Republik Mai 1935 Amsterdam W. Spiekman November 1935 Budapest W. Spiekman Januar 1936 Brüssel W. Spiekman Juni 1936 Prag W. Spiekman X. Svenska Handelsarbetareförbundet Juni 1936 W. Spiekman Juli 1936 Malmo W. Spiekman Norges Handels- og Kontorfunksjonaerers- August 1936 forbund Gjovik W. Spiekman Dansk Handels- og Kontormedhjaelperforbund August 1936 Kopenhagen W. Spiekman Algemeene Nederlandsche Bond van Handels- en Kantoorbedienden Mai 1937 Amsterdam W. Spiekman Federatia Sindicatelor de Functionari Particulari din România Juni 1937 Bukarest N. Kertész Fédération des Syndicats de Voyageurs, Representants et Placiers de France et des Colonies Syndicat général des Employés, Techniciens et Voyageurs de Commerce, Fachgruppe Bankange stellte Fédération des Techniciens, Dessinateurs et Assimiles de l'Industrie et des Arts appliques Juli 1937 Paris September 1937. Brüssel C.W. Jacobsen W. Spiekman Oktober 1937... Paris W. Schevenels . 18- Algemeene Nederlandsche Bond van Handels- en Kantoorbedienden, Fachgruppe Bankangestellte Syndicat Général des Employés, Techniciens et Voyageurs de Commerce Fédération Nationale des Syndicats d'Employes Oktober 1937 Amsterdam W. Spiekman November 1937 W. Spiekman Brüssel April 1938 Clermont- Ferrand W. Spiekman Der persönliche Kontakt zwischen den Geschäftsführern und Vorstandsmitgliedern der angeschlossenen Verbände und dem Internationalen Sekretär, Koll. W. Spiekman, beschränkte sich nicht nur auf Besprechungen anlässlich der Verbandstage. Daneben boten die Tagungen des IGB( Kongress, Ausschuss- Sitzungen, Konferenzen der IBS) und die Internationalen Arbeitskonferenzen häufig Gelegenheit zu mündlichem Gedankenaustausch mit führenden Kollegen unserer Bewegung in verschiedenen Ländern. Aus der allgemeinen Bundesarbeit ergab sich für den Internationalen Sekretär ebenfalls wiederholt die Notwendigkeit von Auslandreisen, um mit dem Präsidenten oder anderen Vorstandsmitgliedern Fragen zu behandeln, deren Charakter eine persönliche Erörterung erforderte. Alle derartigen Fälle an dieser Stelle einzeln aufzuzählen würde zu weit führen; wir beschränken uns daher auf den Hinweis, dass solche Besprechungen unter anderem in London, Paris, Prag, Zürich, Kopenhagen und Malmö stattfanden. Sie waren stets, neben ihrem eigentlichen Zweck, ein willkommener Anlass zu regem persönlichem Meinungsaustausch mit den Geschäftsführern und leitenden Körperschaften der dortigen angeschlossenen Verbände. Unsere Erfahrung, dass auch bei der internationalen Gewerkschaftsarbeit die direkte persönliche Fühlungnahme sich in manchen Fällen für alle Beteiligten nutzbringender erweist als der Schriftverkehr, hat sich in der Berichtsperiode vielfach bestätigt. Darum glauben wir uns zu der Hoffnung berechtigt, dass, je länger und planmassiger wir in dieser Weise arbeiten, umsomehr sich alle Organisationen unseres Bundes als lebendige Glieder eines Ganzen, als die wahre internationale Schicksalsgemeinschaft der Angestellten fühlen werden. Nicht angeschlossene Verbände. In Ausführung der jeweils vom Internationalen Vorstand, von den Vorständen der Fachgruppen und von den im Oktober 1935 in Paris abgehaltenen Fachgruppen- Konferenzen gefassten Beschlüsse hat sich das Internationale Sekretariat in don vier Jahren, die dieser Bericht umfasst, unter Ausnutzung aller gegebenen Möglichkeiten einer systematischen Propaganda zu Gunsten des Anschlusses von uns noch fernstehenden bona fide Angestelltengewerkschaften gewidmet. Bei dieser Aufgabe war es unerlässlich, den organisatorischen Verhältnissen in den einzelnen Ländern weitgehend Rechnung zu tragen. Unsere Massnahmen, deren Beratung und Durchführung stets im engsten Einvernehmen mit den Vorstandsmitgliedern und den Vorständen der angeschlossenen Verbände in den in Frage kommenden Ländern erfolgte, waren in erster Linie darauf gerichtet, durch Anbahnung von Schriftverkehr und die Aufnahme persönlicher Verbindungen einen engeren, unmittelbaren Kontakt zu nicht- angeschlossenen Angestelltenverbänden in den verschiedenen Gebietsteilen Europas herzustellen und sie dadurch an unserem IBP und seinen Bestrebungen näher zu interessieren. Sie wurden von den Vorstandsmitgliedern und allen führenden Kollegen unseres Bundes tatkräftig unterstützt. Ebenso fanden wir dabei, wo erforderlich, die loyale und bereitwillige Unterstützung des IGB und seiner angeschlossenen Landeszentralen. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Kategorien von Privatangestellten, wie sie in den vier Fachgruppen unseres Bundes zusammengefasst sind, führen wir nachstehend diejenigen Verbände namentlich auf, zu denen seit unserem Brüsseler Kongress vom Jahre 1934 auf dem Wege des Zeitungsaustausches, des Schriftwechsels und der persönlichen Fühlungnahme mit den leitenden Persönlichkeiten neue Verbindungen hergestellt 19- oder bestehende Verbindungen weiter ausgebaut werden konnten. A. Europa. Danemark. Gemäss einem vom Internationalen Vorstand im April 1937 in Prag gefassten Beschlusse unternahm der Kollege Geo. W. Thomson, London, Mitglied des Vorstandes und Vorsitzender der Fachgruppe der Techniker und Werkmeister, im Sommer 1937 eine Reise nach den skandinavischen Ländern, um mit den dortigen Verbänden der Techniker und Werkmeister, von denen bisher noch keiner dem IBP angehört, in persönliche Verbindung zu treten und ihr Interesse auf die Vorteile eines Anschlusses an die internationale freigewerkschaftliche Angestelltenbewegung zu lenken. Durch Vermittlung der Kollegen J. Hansen, Kopenhagen, und O. Friman, Malmö, fand er Gelegenheit, mit den Vorsitzenden und Vorstandsmitgliedern folgender Verbände Besprechungen zu führen: Dansk Formandsforening Dansk Textilindustris Mesterforening Foreningen af Arbejdsledare i Danmark Foreningen af Vaerkstedsfunktionaerer indenfor Jerinindustrien i Danmark Maskinmesternes Forening Tilskaererforeningen af 1888 Teknisk Landsforbund Svenska Industritjänstemannaförbundet Kopenhagen Lyngby Kopenhagen 1? SP $ 1 17 Stockholm Im Verlauf dieser Besprechungen konnte Kollege Thomson den Vertretern der genannten Verbände ausführlich Wesen, Ziele, Arbeitsweise und die wichtigsten Bestimmungen aus den Statuten des IBP darlegen. Wenngleich auch diese erste direkte Fühlungnahme noch keine unmittelbaren Resultate zeitigte, wobei die besonderen organisatorischen Verhältnisse der hier in Frage kommenden Länder zu berücksichtigen sind, so darf doch angenommen werden, dass damit für eine ständige Verbindung der Weg geebnet ist und die Techniker und Werkmeister in Dänemark und Schwedon schliesslich die Notwendigkeit erkennen werden, ihre Kräfte mit denen der im IBP zusammengeschlossenen Bruderverbande zu vereinigen. Frankreich. Wir standen in schriftlichem und persönlichem Kontakt mit folgenden Verbänden: Fédération des Syndicats de Voyageurs, Représentants et Placiers de France et des Colonies, PARIS. Fédération des Techniciens, Dessinateurs et Assmilés de l'Industrie et des Arts appliques, PARIS. Fédération Nationale des Syndicats de Préparateurs et Employés de Pharmacie et de Droguerie de France et des Colonies, Grossbritannien. PARIS. Mit nachstehenden Organisationen wurden schriftliche und persönliche Verbindungen neu angeknüpft oder, soweit bereits bestehend, fortgesetzt: National Union of Cooperative Officials, MANCHESTER. National Union of Commercial Travellers, LONDON, Bank Officers' Guild, LONDON. Scottish Bankers' Association, GLASGOW. Guild of Insurance Officials, LONDON. 1) National Amalgamated Union of Life Ass. Workers, MANCHESTER. 1) In der Berichtsperiode dem IBP beigetreten. - 20- National Federation of Insurance Workers, LONDON. Retail Book, Stationery and Allied Trades Employees' Association, LONDON. Electrical Power Engineers' Association, LONDON. Association of Architects, Surveyors and Technical Assistants, LONDON. Association of Supervising Electrical Engineers, LONDON. The National Foremen's Association, LONDON. Die Herstellung des Kontaktes mit den vorstehend genannten Verbänden der technischen Angestellten wurde durch persönliche Bemühungen des Kollegen Geo. W. Thomson in wirksamer Weise gefördert. Irland. Island. Irish Bank Officials' Association, DUBLIN. Verzlunarmannafélagi, REYKJAVIK. Luxemburg. Fédération des Employés Privés, LUXEMBURG. Niederlande. Polen. Algemeene Nederlandsche Bond van Verzekeringsagenten, AMSTERDAM. Centrale Bond van Werkmeesters en ander Opzichthoudend Personeel, UTRECHT. Nederlandsche Bond van Opzichthouders in het Transportbedrijf, ROTTERDAM. Zwiazek Zawodowy Pracownikow Bankowych, WARSCHAU. Komisja Porozumiewasza Zwiazkow Pracownikow Państwowych Samorzadowych i Prywatnych, WARSCHAU, und die ihr angeschlossene Unia Zwiazkow Zawodowych Pracownikow Umyslowych, WARSCHAU. Schweden. Forsäkringsfunktionaerernas Forbund, STOCKHOLM. De Anställdas Centralorganisation, STOCKHOLM, und die ihr angeschlossenen Organisationen: Svenska Arbetsledareförbundet, STOCKHOLM. Svenska Bankmannaforeningen, STOCKHOLM. Svenska Industritjänstemannaförbundet, STOCKHOLM. Schweiz. Vereinigung Schweizerischer Angestelltenverbände und die ihr angeschlossenen Organisationen: Schweizerischer kaufmännischer Verein, ZÜRICH. Schweizerischer Werkmeisterverband, ZÜRICH. Union Helvetia, LUZERN. Schweizerischer Bankpersonal- Verband, BERN. Schweizerischer Polierverband, ZÜRICH. Schweizerische Vereinigung der Handelsrei senden" Hermes", ZÜRICH. Schweizerischer Musikerverband, BASEL. Verband schweizerischer Vermessungstechniker, BERN. Spanien. UdSSR. Federación de Agentes de Comercio( Viajantes y Comisionistas), BARCELONA. Verband der Angestellten der Handels- und Sowjetunternehmungen in der UdSSR., MOSKAU. Zentralbüro der Ingenieur- und Techniker- Sektionen beim Allrussischen Gewerkschaftsrat, MOSKAU. 2008 A zabb - 21- B. Ausser europäische Länder. zu Recht Die internationale Angestelltenbewegung kann, wenn sie ihren Namen tragen und die Aufgaben, die sie sich selbst gestellt hat, erfüllen will, nicht an den Grenzen unseres kleinen Europas Halt machen. Sie muss vielmehr Mittel und Wege suchen, um ihren Wirkungsbereich immer mehr auch auf jene grossen überseeischen Gebiete auszudehnen, in denen auf Grund der ökonomischen Entwicklung und des Vorhandenseins gewerkschaftlicher Angestelltenorganisationen die objektiven Voraussetzungen für einen internationalen Zusammenschluss gegeben sind. Hierfür kommen in erster Linie das typische Land des Hochkapitalismus ausserhalb Europas, die Vereinigten Staaten, sowie ferner Mittel- und Südamerika und die britischen Dominions in Betracht. Dort stehen, genau wie in Europa, Millionen von Angestellten im Wirtschaftsprozess, leben und schaffen unter Arbeitsbedingungen, die sich von denen ihrer europäischen Kollegen grundsätzlich kaum unterscheiden. Auch dort gibt es, meistens nach Borufszweigen gegliedert, zahlreiche Angestelltenorganisationon, darunter selbst, soweit sich das von hier aus beurteilen lässt, ausserordentlich rührige, doch schien es bis vor einigen Jahren nicht möglich, sie an der gewerkschaftlichen Angestelltenbewegung Europas in nennenswerter Weise zu interessieren. In der Erkenntnis, dass hier für unsern Bund noch ein grosses, zukunftreiches Arbeitsgebiet und zugleich ein gewaltiges Kräftereservoir der Erschliessung harren, hat das Internationale Sekretariat seit Jahren unermüdlich daran gearbeitet, neue Verbindungen mit überseeischen Angestelltenverbänden anzuknüpfen. Das ist, wie mit Befriedigung festgestellt werden kann, nicht nur bei einer noch ständig wachsenden Anzahl von Organisationen gelungen, sondern es zeigt sich auch, wie aus dem geführten Schriftwechsel häufig hervorgeht, ganz allgemein in Uebersee ein zunehmendes Interesse für die Arbeiten unseres IBP und seine Veröffentlichungen über die Vorgänge in der europäischen Angestelltenbewegung. Vereinigte Staaten von Nordamerika. Im Dezember 1936 erhielt das Sekretariat durch freundliche Vermittlung des Kollegen W. Green, Präsident des amerikanischen Gewerkschaftsbundes( American Federation of Labor), die Adressen von 53 der A.F.o. L. angeschlossenen Verbänden von Handelsund Büro angestellten. Der Versuch, auf schriftlichem Wege Verbindungen mit diesen Verbänden anzubahnen, führte nach längeren Bemühungen in einigen Fällen zum Erfolg. Zu berücksichtigen ist, dass es sich bei den uns zuge gangenen Adressen ausschliesslich um lokale Organisationen handelte. Erst im Oktober 1937 ist innerhalb der A.F.o. L. die Zusammenfassung der lokalen Verbände der Büro angestellten zu einer zentralen Landesorganisation, der" American Federation of Office Workers' International Council" erfolgt, wodurch, wie wir hoffen, für eine regere Verbindung dieser Kollegen mit unserem Internationalen Sekretariat günstigere Möglichkeiten geschaffen worden sind. Ausserdem stehen wir in schriftlichem Verkehr und regelmässigem Materialaustausch mit nachstehenden Organisationen, von denen einige der A.F.o.L., andere dem unter Führung von John L. Lewis stehenden Komitee für Industrie organisation( C.I.O.) angehören: United Office and Professional Workers of America, NEW YORK. United Retail and Wholesale Employees of America, NEW YORK. International Association of Retail Clerks, LAFAYETTE. Federation of Architects, Engineers, Chemists and Technicians, NEW YORK. Federation of Architects, Engineers and Chemists, NEW YORK. International Federation of Technical Engineers, Architects and Draftsmen, WASHINGTON. American Federation of State, County, and Municipal Employees, MADISON, Wisc. United Commercial Travellers.. of America, COLUMBUS, Ohio. ( Siehe auch unseren Artikel uber die amerikanisché Angestelltenbewegung in Nr. 200 der" Mitteilungen".) fooz Beat 20. E - 22- Wir sehen voraus, dass einmal der Zeitpunkt kommen wird, wo es erfolgversprechend erscheint, mit den für den Anschluss an unseren IBP in Betracht kommenden Verbänden der Vereinigten Staaten auch persönlich in Verbindung zu treten. In der Vorstandssitzung des IGB, die am 17. November 1937 in Paris stattfand, standen die Verhältnisse in der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung zur Debatte. Kollege W. Spiekman wies dabei besonders darauf hin, dass, wenn demnächst einmal die Entsendung einer Delegation des IGB nach Amerika beschlossen werden sollte, dann in jedem Falle die interessierten IBS, worunter auch der IBP, daran beteiligt werden müssten. Diese Angelegenheit ist im Augenblick noch nicht spruchreif; wir werden sie weiter mit grösster Aufmerksamkeit verfolgen. Nicht unerwähnt bleibe noch, dass auch die Regierung der Vereinigten Staaten der Tätigkeit unseres IBP Interesse entgegenbringt. Im Mai 1936 besuchten zwei Beauftragte des Arbeitsministeriums in Washington, die Herren W. Ricc und Chalmers, unser Internationales Sekrotariat, um sich über Struktur, Aufgabenstellung und Arbeitsweise unserer Internationale näher zu informieren. Kanada. Store Employees' Union, MONTREAL. Association of Technical Employees, MONTREAL. Mittel- und Südamerika. Aus Mexiko erhielten wir durch die dem IGB angeschlossene Landeszentrale die Adressen von 102 lokalen Angestelltenverbanden. Ebenso gelang es uns, mit durch Unterstützung des Vorsitzenden des Niederländischen Gewerkschaftsbundes, Kollege E. Kupers, der im Januar 1936 an der in Santiago de Chile abgehaltenen Internationalen Arbeitskonferenz teilnahm, die Namen und Anschriften von insgesamt 22 Angestelltenorganisationen in Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Kuba, San Domingo, Guatemala, Paraguay und Uruguay zu erfahren. Es wird mit zu unseren nachsten Aufgaben gehoren, auch in diesen Landern direkte Verbindungen anzubahnen. Dabei würde es unsere Arbeit wesentlich erleichtern, wenn das Sekretariat die Möglichkeit hätte, den erforderlichen Schriftwechsel laufend in der in den meisten Ländern Lateinamerikas vorherrschenden spanischen Sprache zu führen. Südafrika. South African Society of Bank Officials, JOHANNESBURG. National Union of Distributive Workers, JOHANNESBURG. South African Insurance Employees' Association, JOHANNESBURG. National Union of Commercial Travellers, KAPSTADT. South African Commercial Travellers' Association, KAPSTADT. Britisch- Indien. Imperial Bank of India Staff Association, KALKUTTA. Australien. United Bank Officers' Association, SYDNEY. United Bank Officers' Association of Queensland, BRISBANE. Bank Officials' Association of Western Australia, PERTH. Bank Officials' Association of South Australia, ADELAIDE. Bank Officials' Association, MELBOURNE. Commercial Travellers' Guild, SYDNEY. Commercial Travellers' Guild, VICTORIA. Commercial Travellers' Association, ADELAIDE. Commercial Travellers' Association, PERTH. Commercial Travellers' Association, LAUCESTON, Tasmania. Commercial Travellers' Association, MELBOURNE. Commercial Travellers' Association, BRISBANE. stiro 7 - 23- Neuseeland. New Zealand Bank Officers' Guild, WELLINGTON. United Commercial Travellers' and Warehousemen's Association of New Zealand, CHRISTCHURCH. Wir möchten nicht unterlassen, allen, die uns durch Informationen, Beschaffung von Adressen und persönlichen Einfluss bei unserer Propagandatätigkeit unterstützt haben, den Vorstandsmitgliedern des IBP und der angeschlossenen Verbände, dem IGB, verschiedenen seiner Landeszentralen und deren führenden Funktionären, unseren aufrichtigen Dank auszusprechen. Zweifellos haben die in der ganzen Welt herrschenden politischen und sozialen Spannungen, die ständige Verschärfung der Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit, mit dazu beigetragen, auch die Angestelltenschaft in den uns noch fernstehenden Organisationen empfänglicher für den Gedanken des internationalen Zusammenschlusses zu machen. Uns obliegt es nun, die beginnende Erkenntnis zu vertiefen, das Interesse an einer systematischen internationalen Gewerkschaftsarbeit anzuspornen und unsere Ideen überall dorthin zu tragen, wo gewerkschaftlich organisierte Angestellte um die Verbesserung ihrer Daseinsbedingungen ringen. Wenn es in der Berichtsperiode gelungen ist, mit zahlreichen Verbänden in Europa und in Uebersee neue Verbindungen herzustellen und so bei ihnen die ersten Voraussetzungen für, wie wir hoffen, künftige organisatorische Zusammenarbeit innerhalb unseres IBP zu schaffen, so sei zum Schluss noch der Hinweis gestattet, dass selbst diese ersten, noch so geringfügig erscheinenden Ergebnisse nur erzielt werden konnten durch eine planmässige, trotz anfänglicher Erfolglosigkeit konsequent durchgeführte Werbe- und Propagandatätigkeit, die einen erheblichen Teil der Arbeiten des Sekretariats in Anspruch nahm. Die standige Ausbreitung des Leserkreises unserer" Mitteilungen", die regelmässige Lieferung derselben an eine noch fortgesetzt zunehmende Zahl von nicht angeschlossenen Verbänden, und, wie aus uns zugegangenen Antwortschreiben zu entnehmen ist, last not least die Fülle der darin laufend veröffentlichten Berichte über alle Gebiete der Gewerkschaftsbewegung der Angestellten haben wirksam dazu beigetragen, manche noch nicht international zusammengeschlossenen Ange stelltenverbände an unserer Arbeit zu interessieren. Hoffen wir, sie in nicht zu ferner Zeit als Mitglieder des Internationalen Bundes der Privatange stellten und aktive Mitstreiter in unseren Reihen begrüssen zu können. VERÖFFENTLICHUNGEN. Die" Mitteilungen" des IBP erschienen in der Berichtsperiode allmonatlich in deutscher, englischer und französischer Sprache. Ihr Verbreitungsgebiet hat sich in den letzten Jahren erheblich erweitert. Ausser den angeschlossenen Verbänden, die je nach ihren Wünschen eine bestimmte Anzahl erhalten, werden sie zahlreichen nichtangeschlossenen Verbänden geliefert. Sie gehen ferner an viele Organisationen: IBS, Landeszentralen und Einzelverbände, an die Gewerkschafts- und sozialdemokratische Presse der meisten Länder und an eine Anzahl Tageszeitungen. Dadurch ist es möglich, die breiteste öffentlichkeit über das Wirken unserer Internationale, die Forderungen der organisierten Angestelltenschaft, die Tätigkeit und Entwicklung der angeschlossenen Verbände, den Stand der die Angestellten betreffenden Sozialgesetzgebung in den verschiedenen Ländern und sonstige gewerkschaftliche Fragen zu informieren. Auf die Ausgestaltung des Inhalts wurde besondere Sorgfalt verwendet. Erfreulicherweise haben manche angeschlossene Verbände durch Berichte über ihre eigene Tätigkeit und die Lage der Angestellten in ihren Ländern tatkräftig daran mitgearbeitet, unsere" Mitteilungen" zu einem reichhaltigen, für alle an der internationalen Angestelltenbewegung interessierten Organisationen und sonstigen Stellen unentbehrlichen Informations organ auszubauen. Wertvolle und aufschlussreiche Beiträge verdanken wir auch den Arbeitsgemeinschaften der angeschlossenen Verbände in Mitteleuropa( Sitz Prag), und in Skandinavien( Sitz Kopenhagen). sb 24- Gleichwohl sind wir uns bewusst, dass die" Mitteilungen" in ihrer heutigen Form ihre Aufgaben nur zum Teil erfüllen, da das überaus umfangreiche Material, das uns regelmässig aus allen Teilen der Welt über die Lage der Angestellten und ihre gewerkschaftlichen Bestrebungen zugeht, bei der gegenwärtigen Besetzung des Sekretariats bei weitem nicht in so ausführlicher Weise verarbeitet werden kann, wie es im Interesse einer allseitigen Unterrichtung unserer angeschlossenen Verbände und des gesamten Leserkreises dringend erwünscht wäre. Weiter war es uns möglich, in kurzen Zwischenräumen ausführliche Originalberichte über die Lage der Angestellten und die sozialen Zustände in den Diktaturländern zu veröffentlichen. Es wäre sehr zu begrüssen, wenn alle angeschlossenen Verbände sich dazu entschliessen würden, die" Mitteilungen" nicht nur in einigen, für die Mitglieder der Vorstände bestimmten Exemplaren zu beziehen, sondern sie auch einem möglichst grossen Kreise ihrer Mitarbeiter in den bezirklichen und örtlichen Gliederungen zuganglich zu machen. Die erforderliche Anzahl stellt das Sekretariat gern zur Verfügung. Der Bericht über den Internationalen Kongress in Brüssel am 12. und 13. Juli 1934 erschien im September 1934. Im Januar 1938 veröffentlichte das Sekretariat eine in erster Linie für die Propaganda bestimmte Broschüre unter dem Titel" Struktur und Tätigkeit des Internationalen Bundes der Privatangestellten", die in gedrängter Kürze eine Uebersicht über Entstehung, Entwicklung, Aufgabenstellung und heutigen Stand unseres IBP gibt. Erschienen ist bisher die englische Ausgabe, während die französische und deutsche sich in Vorbereitung befinden. Soweit sich bisher feststellen liess, hat die Broschüre in den englisch sprechenden Ländern eine sehr gute Aufnahme gefunden. Ebenfalls im Januar 1938 wandte sich der Internationale Vorstand mit folgendem Manifest an die Angestellten aller Länder, um sie auf die der Weltwirtschaft drohenden Gefahren hinzuweisen und zur gemeinsamen Abwehr derselben aufzurufen: AN DIE ANGESTELLTEN ALLER LÄNDER. Ein ständiger Wechsel steigender und fallender Konjunktur beherrscht die Jahrzehnte kapitalistischer Wirtschaftsordnung. Für dieses ständige Auf und Nieder ist einerseits das kapitalistische Weltwirtschaftssystem sowie andererseits die völlig unzulängliche Organisation der Weltwirtschaft verantwortlich. Periodisch geraten Produktion und Verbrauch in ein Missverhältnis. Noch steht in unser aller Erinnerung die letzte schwere Wirtschaftskrise. Das Heer der Arbeitslosen schwoll an, auch Millionen Angestellte lagen Jahre hindurch auf der Strasse. Die Krise der nationalen Wirtschaft wurde durch die Wahrung skrise verschärft und erst allmählich hat der Konjunkturaufschwung die letzten noch stagnierenden Länder erfasst. Doch schon tauchen neue Sturmzeichen am wirtschaftlichen Horizont auf. Wenn zum Schluss des Jahres 1937 sichtbare Rückschläge zu beobachten sind, so dürfte es sich dabei nicht um einen Zusammenbruch der Konjunktur, sondern um einen vorübergehenden Zustand der Ermüdung handeln, ähnlich einem bei Krankheiten eintretenden Rezidive nach dem erfahrungsgemäss wieder eine weitere Gesundung folgt. Der" Internationale Bund der Privatangestellten", Sitz Amsterdam, der mehr als 800,000 Angestellte in 19 Ländern der Welt vereinigt, fühlt sich verpflichtet, die Aufmerksamkeit aller Arbeitenden und besonders der Angestellten auf die der Weltwirtschaft erneut drohenden Gefahren zu lenken und die Angestellten zur tatkräftigen Mitarbeit aufzurufen. In der Hierarchie des modernen kapitalistischen Grossbetriebes sind die früheren biow ab - 25- persönlichen Funktionen des Unternehmers weitgehend auf die leitenden Angestellten übertragen worden. Wenn also die Angestellten vielfach beruflich gezwungen sind, als Vorgesetzte im Betriebe" Unternehmertatigkeit" auszuüben, so hat sich damit doch, sozial gesehen, an ihrer Arbeitnehmereigenschaft nichts geändert. Die Angestellten, die das Steuer der Wirtschaftsmaschine hantieren, die die Produktion und die Verteilung leiten, können durchweg nur den Willen ihrer gewinnhungrigen Auftraggeber ausführen. Sie müssen zur Sicherung der Gewinnchancen ihrer Brotherren am Ausbau monopolkapitalistischer Profit- Planwirtschaft arbeiten und dadurch die Entwicklung gesamtwirtschaftlicher Bedarfsdeckungs- Planwirtschaft hemmen helfen. Aber ohne Zurückdrängen dieser Profit- Planwirtschaft mächtiger Interessengruppen, ohne planmassige Regelung des Wirtschaftsprozesses im Interesse aller Arbeitenden, drohen neue Wirtschaftskatastrophen, droht Millionen Angestellten in allen Ländern erneut Vernichtung ihrer Existenz. Der Internationale Bund der Privatangestellten ruft die Angestellten zum Kampf gegen die drohende Gefahr auf. Von der Wirtschaftsanarchie zu einer Planwirtschaft! Das ist die Parole, unter der dieser Kampf zu führen ist. Der Internationale Bund der Privatangestellten weiss, dass eine wirkliche Gesundung der Weltwirtschaft nur durch eine internationale Regelung der Handelspolitik erreicht werden kann, an der alle Nationen der Welt beteiligt sind. Die demokratischen Staaten mussen deshalb den Autarkie bestrebungen der Diktatur staaten, die den Weltfrieden und die Konsolidierung der Weltwirtschaft gefährden, entgegentreten. Die Bestrebungen des Völkerbundes, die Weltwirtschaft unter Teilnahme aller Staaten kollektiv zu organisieren, müssen deshalb in allen Landern energisch unterstützt werden. Als einen ersten Schritt auf diesem Wege begrüsst der Internationale Bund der Privatangestellten die erfolgreichen Bestrebungen der Arbeitsgemeinschaft der freien Ange-- stelltengewerkschaften Mittel- Europas", Sitz Prag, die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Donauländer zu organisieren. 17 Der Internationale Bund der Privatangestellten erinnert an die Beschlüsse, die der Londoner Internationale Gewerkschaftskongress im Juli 1936 zur Frage der Planwirtschaft fasste. Er wird die besonderen Aufgaben und Möglichkeiten der Angestellten auf seinem Internationalen Kongress im Juli 1938 in Bern herausstellen. Die Gewerkschaften haben sich wiederholt bereit erklärt, an der Durchführung planwirtschaftlicher Massnahmen verantwortlich mit zuarbeiten. Diese Bereitschaft ist auch heute noch vorhanden, In den Kreisen der" Wirtschaftskapitäne" aber ist eine Neigung zu planwirtschaftlichen Massnahmen immer nur bei sinkender Konjunktur festzustellen, und meist wünschen sie nur eine" Sozialisierung der Verluste". Ist der Krisentiefpunkt überschritten, dann erheben sie rücksichtslos die Forderung des Rechtes" des freien Spiels der Kräfte", des Rechtes der Kartelle und Monopole, die Preise zu diktieren, und ihre gemeinschädliche Gewinnwirtschaft den Massen auf zuzwingen. Dieses brutale Gewinnstreben gefährdet die Entwicklung der Wirtschaft, es bedroht die Existenz aller Arbeitenden. Die gegenwärtige Situation, in der die aufsteigende Konjunktur bereits wieder neue Hemmungen erfährt, macht es den Regierungen zur Pflicht, Massnahmen zu treffen, um das Hereinbrechen einer neuen Krise zu verhindern. Eine staatliche Konjunkturpolitik ist geboten, um der privaten Willkür in der Produktionsgestaltung zu begegnen. Die Hemmnisse für die volle Wiederherstellung des Welthandels sind nur zu überwinden, wenn sich die demokratischen Länder vereinigen, um die Beschränkungen der Devisenwirtschaft, der Kontingentierung und der Zölle abzubauen. Es ist die Aufgabe der Anhänger einer rationellen Weltwirtschaft, durch ihre Allianz den Widerstand der autarkischen Staaten zu brechen. Weltproduktion und Weltkonsum müssen in Einklang gebracht werden. Dem Export sind alle möglichen Erleichterungen zu gewähren. Der - 26- Warenaustausch in der Welt wird aber um so stärker gefördert, je mehr auch in den einzelnen Ländern die Binnenwirtschaft und der Inlandskonsum eine Aktivierung erfahren. Die Kaufkraft der Massen muss daher durch Steigerung der Nominal- und Reallöhne angestrebt werden. Die öffentliche Arbeitsbeschaffung, wie sie durch staatliche Investitionen möglich ist, bleibt im wohlverstandenen Interesse der Erhaltung der gegenwärtigen Konjunktur nach wie vor ein Gebot der Stunde. Der Internationale Bund der Privatangestellten macht auf diese erneuten Gefahren aufmerksam. Er fordert, dass die Wirtschaft nicht nach den Interessen kleiner gewinnhungriger Gruppen, sondern nach den Lebensinteressen der Arbeitenden gelenkt wird. Die Angestellten müssen sich für dieses Ziel einsetzen. Doch sie sind nur dann eine Macht, wenn sie geschlossen zusammenstehen, wenn eine Organisation sie einigt. Deshalb ruft der Internationale Bund der Privatange stellten die Angestellten aller Länder auf, sich freigewerkschaftlich zu organisieren, die freien Gewerkschaften zu starken. Nur durch zielbewussten Einsatz im Rahmen der freien Gewerkschaften kann die wirtschaftliche Lage und die soziale Position der Angestellten entscheidend verbessert werden. Nur durch zielbewussten Einsatz im Rahmen der freien Gewerkschaften wird den starken Kräften, die heute in allen Ländern auf gesamtwirtschaftliche Planung drängen, gegen alle eigensüchtigen Interessen zum Durchbruch verholfen, damit der Gefahr neuer Wirtschaftskatastrophen begegnet und die Voraussetzung zur Existenzsicherung auch der Angestellten geschaffen. Es geht um die Zukunft jedes Einzelnen, um die Zukunft der Angestellten aller Länder. Kein Angestellter darf in diesem Kampf untätig beiseite stehen! Im Namen des Vorstandes des INTERNATIONALEN BUNDES DER PRIVATANGESTELLTEN: J. Hallsworth, Präsident. R. Klein, Vizepräsident. W. Spiekman, Generalsekretär. Das Manifest wurde in den Zeitungen der meisten angeschlossenen Verbände, in zahlreichen anderen Organen der internationalen Gewerkschaftsbewegung und in einer Reihe von Tageszeitungen verschiedener Länder im Wortlaut oder auszugsweise abgedruckt. ERHEBUNGEN. Ueber folgende organisatorische, lohnpolitische und arbeitsrechtliche Fragen führte das Internationale Sekretariat Erhebungen durch: Zahl der freigewerkschaftlich erfassten Genossenschaftsange stellten. Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Schein beziehungsweise Uebungsfirmen. Einheitspreisgeschäfte. Bezahlter Urlaub. Rechtslage der Reisenden und Vertreter. Arbeitsbedingungen der leitenden Genossenschaftsangestellten. Arbeitsbedingungen und Organisationsverhältnisse der angestellten Musiker. Die Beantwortung der zu diesem Zweck ausgegebenen Fragebogen erfolgte durch die meisten angeschlossenen Verbände in gewünschter Form und angemessener Frist. In einigen Fällen war es notwendig, an die Erledigung zu erinnern. Vereinzelt kam es selbst vor, dass trotz wiederholter Erinnerungen keine Antwort erfolgte. - 27- Das zu den genannten Problemen gesammelte Material wurde, soweit geeignet, im Sekretariat in zweckmässiger Weise verarbeitet und den angeschlossenen Verbänden zur Verwendung bei der gewerkschaftlichen Tage sarbeit zur Verfügung gestellt. AUS KUNF TERTEILUNG. In umfangreicher Weise wurde das Sekretariat in der Berichtsperiode durch die angeschlossenen Verbände zur Erteilung von Informationen über arbeitsrechtliche und lohnpolitische Verhältnisse in bestimmten Branchen oder bei einzelnen Firmen, Arbeits- und Fortbildungsmöglichkeiten in anderen Ländern und ähnliche Fragen in Anspruch genommen. Alle Anfragen wurden, soweit die gewünschten Auskünfte beschafft werden konnten, schnellstens und so ausführlich wie möglich erledigt, wodurch den anfragenden Verbänden manche für ihre gewerkschaftliche Praxis wissenswerten Tatsachen zur Kenntnis gebracht werden konnten. JUGENDFRAGEN. An der gewerkschaftlichen Erfassung der jugendlichen Angestellten und ihrer Heranziehung zur Teilnahme am Organisationsleben wird in den meisten angeschlossenen Verbänden eifrig gearbeitet. Die unterschiedliche Zusammensetzung der Mitgliedschaft bedingt es, dass nicht in jedem Verband die Voraussetzungen für die Bildung von Jugendgruppen oder die Errichtung eines besonderen Jugend sekretariats gegeben sind; gleichwohl lassen die uns vorliegen den Tätigkeitsberichte erkennen, dass die Zahl derjenigen Verbände, die der jungen Mitgliedschaft in der einen oder anderen Form die Möglichkeit eigener organisatorischer Betätigung im Rahmen der Gesamtorganisation bieten, im Zunehmen begriffen ist. Durch die regelmässige Veröffentlichung der Berichte in den" Mitteilungen" bot das Sekretariat allen interessierten Verbänden die Möglichkeit, sich über die in den Bruderverbänden gemachten Erfahrungen zu informieren und daraus Nutzen für die eigene Jugendarbeit zu ziehen. Mehrfach ergab sich auch die Gelegenheit, die Anknüpfung von Korrespondenz zwischen Jugendmitgliedern verschiedener Länder oder den Austausch von Filmen für besondere Jugendveranstaltungen zu vermitteln. Die auf Anregung des Internationalen Sekretariats im Januar 1938 konstituierte Arbeitsgemeinschaft Belgien- Hollands fasste in ihrer letzten Sitzung den Beschluss, dass der belgische Verband und der holländische Verband der Handels- und Büro angestellten gegenseitig Jugendmitglieder zu den von beiden Verbänden für die kommenden Sommermonate geplanten Ferienlagorn entsenden werden. Vom Allgemeinen Angestelltenverband Reichenberg wurde vorgeschlagen, im Sommer 1938 ein Internationales Zeltlager für die Angestellten jugend durchzuführen. Dieses Projekt musste jedoch im Hinblick auf die im Juni/ Juli dieses Jahres in Bern stattfindenden internationalen Tagungen des IBP, die eine längere intensive Vorbereitung und umfangreiche Verwaltungsarbeiten erfordern, einstweilen zurückgestellt werden. Der Internationale Vorstand wird in seiner bevorstehenden Sitzung am 1. Juli in Bern prüfen, ob seine Durchführung für den Sommer 1939 in Aussicht genommen werden kann. Die Vielfältigkeit der mit der Organisierung der jugendlichen Angestellten zusammenhängenden Fragen, wie: zweckmässigste Form der organisatorischen Erfassung und Beteiligung am Verbandsleben, Schaffung eigener und Beteiligung an anderweitigen Einrichtungen zur beruflichen Weiterbildung, Errichtung von Jugendheimen, Durchführung von Ferienlagern usw., sowie nicht zuletzt das so ausserordentlich bedeutsame Gebiet des sozialpolitischen Jugendschutzes liess es notwendig erscheinen, eine Auswertung der in den letzten Jahren durch die angeschlossenen Verbände bei der Jugendarbeit gesammelten Erfahrungen im internationalen Masstabe vorzunehmen. Der Internationale Vorstand beschloss daher in seiner Sitzung in Zürich im April 1936, auf die Tagesordnung des nächsten Internationalen Kongresses ein besonderes Referat über Jugendprobleme zu setzen. Kollege C.W. Jacobsen, Amsterdam, erklärte sich bereit, dieses Referat zu erstatten. mov 28- S HILFSAKTIONEN. An der im Jahre 1933 durch den IGB eingeleiteten und seither fortgesetzten Unterstützungsaktion für die Opfer des faschistischen Terrors in Deutschland, die, nachdem 1934 auch Oesterreichs Gewerkschaftsbewegung dem vordringenden Faschismus erlegen war, auch auf die österreichischen Kollegen ausgedehnt werden musste, haben sich, gemäss den vom Internationalen Vorstand dazu formulierten und vom Internationalen Kongress in Brüssel 1934 bestätigten Richtlinien, die angeschlossenen Verbände, soweit es ihre finanzielle Lage ermöglichte, in vorbildlicher Weise beteiligt. Die aufgebrachten Beträge wurden über die Landeszentralen dem internationalen Hilfsfonds( IGB) zugeführt, wie dieses durch den Internationalen Vorstand und den Brüsseler Kongress empfohlen war. Die nach den Ereignissen von 1933 selbständig gebliebene freigewerkschaftliche Angestelltenbewegung des Saargebiets kampfte unter beispiellos schwierigen Verhältnissen, dem hemmungslosen Terror der Parteigänger des Dritten Reiches ausgesetzt, bis zur Abstimmung im Januar 1935 mutig weiter, um wenn möglich den Kollegen an der Saar die gewerkschaftliche Freiheit zu erhalten. Ein Aufruf des IBP, die Fortsetzung des Kampfes durch finanzielle Unterstützung zu ermöglichen, setzte ihn in den Stand, den Saarkollegen mit einem Betrage von rund Hfl.2 500.- zu Hilfe zu kommen. Die angeschlossenen Verbände in der Tschechoslowakei haben seit 1933, mit auf Grund der geographischen Lage ihres Landes, grosse finanzielle Opfer auf sich genommen, um den freigewerkschaftlichen Angestellten, die wegen ihrer Ueberzeugung in Deutschland verfolgt wurden und von denen daher viele nach der Tschechoslowakei emigrierten, zu Hilfe zu kommen. Sie brachten und bringen hierfür noch stets erhebliche Beträge auf und geben damit ein schönes Beispiel praktischer Solidarität. Die Lage der meisten unserer emigrierten deutschen Kollegen ist aus ser ordentlich schwierig. Um ihnen wenigstens zum Weihnachtsfeste eine kleine materielle Erleichterung verschaffen zu können, wandte sich das Internationale Sekretariat im Herbst 1937 mit einem Aufruf an die angeschlossenen Verbände. Als Ergebnis unseres Appells konnten wir dem Kollegen R. Klein, Prag, Generalsekretär des Einheitsverbandes der Privatangestellten in der Tschechoslowakischen Republik, die Summe von Hfl. 650.- zur Gewahrung einer Weihnachtsgabe an die dort im Exil lebenden deutschen Kollegen zur Verfügung stellen. ned Cded ab seb Той покой - 29- DIE FACHGRUPPEN A. A 11 gemeines Der letzte Internationale Kongress des Internationalen Bundes der Privatangestellten in Brüssel am 12. und 13. Juli 1934 sah sich vor die Notwendigkeit gestellt, eingreifende Aenderungen in der Zusammensetzung der Fachgruppen zu beschliessen. Bis zu diesem Zeitpunkt zählte der I.B.P. sieben Fachgruppen, und zwar je eine für Bankangestellte, Versicherungsangestellte, Handelsangestellte, Geschäftsreisende, Techniker, Werkmeister, Kaufmännisches und Büropersonal in der Industrie. Durch die Vernichtung der freien Gewerkschaften in Deutschland und Oesterreich gingen auch die zahlenmässig starken und gewerkschaftlich sehr regsamen Angestelltenverbände dieser Länder für den internationalen Zusammenschluss verloren. Für einzelne der oben genannten Fachgruppen bedeutete das gleichzeitig den Verlust eines grossen Teiles der Mitgliedschaft. Auf dem Brüsseler Kongress bestand Einmütigkeit darüber, dass sich die Einteilung in Fachgruppen im Prinzip als ausserordentlich nutzbringend für die Arbeiten des I.B.P. erwiesen habe und daher beibehalten werden müsse. Unter Berücksichtigung der derzeitigen Lage beschloss der Kongress, eine Neueinteilung der Mitgliedschaft in folgende vier Fachgruppen vorzunehmen: 1. Bank-, Versicherungs- und Büro angestellte im allgemeinen, 2. Geschäftsreisende und Vertreter, 3. Handelsangestellte, 4. Techniker und Werkmeister. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass, wie bisher, jede Fachgruppe auch in Zukunft durch ihren Vorsitzenden im Internationalen Vorstand vertreten sein sollte. Hierfür benannte der Kongress die Kollegen: J.A. Lundgren, Malmö, für die Bank-, Versicherungs- und BüroL.Santamarina, Madrid, angestellten, Geschäftsreisenden und Vertreter, Handelsangestellten, 11 K. Pacovsky, Prag, ') It 11 11 G.W. Thomson, London, Techniker und Werkmeister. Die Geschäfte der Fachgruppen führt gemäss Artikel 17 der Statuten der Kollege W.G.Spiekman, Amsterdam, in seiner Eigenschaft als Internationaler Sekretar. Gemäss dieser Einteilung hat sich seither die Arbeit in den Fachgruppen vollzogen, und es darf bei einem Rückblick auf die verflossenen vier Jahre wohl gesagt werden, dass die vom Brüsseler Kongress getroffene Entscheidung sich in der Praxis als die der gegenwärtigen Struktur des I.B.P. am meisten angepasste erwiesen hat. Eine Einschränkung ist hierbei hinsichtlich der Fachgruppe Bank-, Versicherungs- und Büroangestellte zu machen, deren Zusammensetzung als eine durch die Situation von 1934 gebotene Notlösung akzeptiert werden musste und mit deren Reorganisation sich voraussichtlich der bevorstehen de Internationale Kongress beschäftigen wird. 1) Im Juli 1936 verstorben. 25 es dongb ED ath esame - 30- B. Die Arbeit in den Fachgruppen. 1. Bank-, Versicherungs- und Büroangestellte. Nach der 1934 vom Internationalen Kongress in Brüssel beschlossenen Reorganisation fand erstmalig am 15.Oktober 1935 in Paris eine FachgruppenKonferenz statt. Der Internationale Sekretär, Kollege W.G. Spiekman, Amsterdam, erstattete einen ausführlichen Geschäftsbericht, in welchem die durch den Verlust der deutschen und österreichischen Verbände entstandene Situation, der derzeitige Stand der Fachgruppe sowie die Verbindungen und Propagandamoglichkeiten hinsichtlich der dem I.B.P. noch nicht angeschlossenen europäischen und aussereuropäischen Verbände eingehend erörtert wurden. Kollege J.A. Lundgren, Malmö, behandelte in einem längeren Referat die" Gegenwartsprobleme der Bank-, Versicherungs- und Büroangestellten", dem sich Berichte der einzelnen Delegierten über die besondere Lage in ihren Ländern anschlossen. Der Vorstand der Fachgruppe wurde in folgender Zusammensetzung gewählt: J.A. Lundgren, Malmö, Th. Van de Plas, Brüssel, G. Meller, Prag, Vorsitzender, A. Short, M. P., London. An der Konferenz, an der ausser den Delegierten der angeschlossenen Verbände auch verschiedene Vertreter nicht angeschlossener Verbände als Gäste erschienen waren, nahmen ferner als Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes in Genf Herr R. Boisnier, Leiter des Angestelltendienstes beim IAA, für den Internationalen Gewerkschaftsbund Kollege G. Stolz und für den französischen Gewerkschaftsbund( Confédération Générale du Travail) Kollege G. Buisson, ehemaliger Vizepräsident des I.B.P., teil. Ueber die Beratungen der Konferenz wurde ein ausführlicher Sonderbericht veröffentlicht. Eine Vorstandssitzung der Fachgruppe wurde am 22. und 23. Mai 1937 in Amsterdam unter Vorsitz des Kollegen G. Hallsworth, Manchester, Präsident des I.B.P., abgehalten. Sie beschäftigte sich nach einem Bericht des Internationalen Sekretärs mit der Lage der Fachkollegen in den europäischen und aussereuropäischen Ländern, erörterte die Möglichkeiten der Propaganda unter den noch nicht angeschlossenen Verbänden und beriet das Aktionsprogramm für die Fachgruppe unter besonderer Berücksichtigung der Tätigkeit im Beratenden Angestelltenausschuss des Internationalen Arbeitsamtes in Genf. Einen weiteren Beratungsgegenstand bildete die eventuelle Rekonstruierung der Fachgruppe. Hierzu wurde beschlossen, die beteiligten Verbände um Stellungnahme zu ersuchen und dem nächsten Internationalen Kongress einen Bericht darüber zu unterbreiten. C In dem Bericht des Sekretärs wurde zur Frage der Propaganda besonders hervorgehoben, dass das Sekretariat in ständiger Fühlungnahme mit den angeschlossenen Verbänden der in Frage kommenden Länder unablässig daran arbeitet, die dem I.B.P. noch nicht angehörenden Verbände des europäischen Kontinents, die Bank-, Versicherungs- und Büro angestellte organisieren, für den Anschluss zu gewinnen. Ferner gelang es in der Berichtsperiode, bestehende Verbindungen zu einigen aus sereuropäischen Verbänden enger zu gestalten und mit einer Anzahl weiterer überseeischer Verbände neue Verbindungen anzuknüpfen, die zu mehrfachem Schriftwechsel und regelmässigem Materialaustausch führten. Es handelt sich dabei um Büroangestelltenverbände in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, sowie um Verbände der Bankangestellten in Sudafrika, id - 31- in verschiedenen Gebietsteilen Australiens und in Neuseeland, die neuerdings den Verhältnissen der Fachkollegen in Europa lebhaftes Interesse entgegenbringen. Der Vorstand beschäftigte sich ferner mit der im Sommer 1938 anlässlich des Internationalen Kongresses des I.B.P. abzuhaltenden Fachgruppenkonferenz. Ueber die Vorstandssitzung wurde in den" Mitteilungen", Nr.195 vom 15. Juni 1937 ausführlich berichtet. 2. Geschäftsreisende und Vertreter. Im Zusammenhang mit dem am 12. und 13.Juli 1934 in Brüssel abgehaltenen Internationalen Kongress des I.B.P. fand am 10.Juli 1934, ebenfalls in Brüssel, eine Internationale Konferenz der Geschäftsreisenden statt. Nach einem einleitenden Bericht des Koll. W.G. Spiekman, Amsterdam, ( damals auf Grund des Hinscheidens des Koll.G.J.A. Smit Jr. noch stellvertretender Sekretär des I.B.P.), erstattete Koll. C.W. Jacobsen, Amsterdam, ein ausführliches Referat über" Die gewerkschaftliche Organisierung der Geschäftsreisenden in den angeschlossenen Ländern". Er untersuchte eingehend die Frage, welches die beste gewerkschaftliche Organisationsform für diese Kollegen sei. Die Antwort musste nach seiner Ueberzeugung lauten, dass die Organisierung der Geschäftsreisenden und Vertreter in den allgemeinen Angestelltenverbänden anzustreben sei, da durch diese der gewerkschaftliche Kampf erfolgreicher geführt werden könne als durch zahlenmässig schwache Sonderverbände. Ferner sei die Bildung von Fachgruppen für die Reisenden und Vertreter innerhalb der allgemeinen Verbände sehr zu empfehlen. Diese Auffassung wurde auch in der Diskussion mehrfach unterstrichen, do ch machten verschiedene Redner gleichzeitig darauf aufmerksam, dass in denjenigen Ländern, in denen Tradition und Entwicklung zur Bildung von Sonderverbänden geführt hätten oder noch führen würden, dieser Sachlage Verstandnis entgegengebracht und alles daran gesetzt werden müsse, um auch diese Organisationen national und international an der gemeinsamen gewerkschaftlichen Arbeit zu beteiligen. Der Vorsitzende der Fachgruppe, Koll. K. Pacovsky, Prag, referierte sodann über" Die rechtliche Lage der Provisionsvertreter und die sozialpolitische Gesetzgebung in den einzelnen Ländern". Auf Grund umfangreichen Materials aus zahlreichen europäischen Ländern über die rechtliche oder, besser ausgedrückt, rechtlose Lage der Provisionsvertreter formulierte der Referent nachstehende Forderungen: 1. hinsichtlich der Bezahlung: Minimalgehälter neben Provision, Spesenleistungen durch Sondervereinbarungen, unabänderlicher Rayonschutz, Kundenkategorie schutz, die vereinbarte Provision von allen direkten und indirekten Geschäften aus dem dem Provisionsvertreter zugewiesenen Rayon( Kundenkategorie); Recht auf die vereinbarte Provision, sobald der Vertreter bei einem solventen Kunden einen Auftrag gemäss der ihm vom Unternehmer mitgegebenen Verkaufsbedingungen abgeschlossen hat. Bei abweichenden Kaufbedingungen auch dann, wenn der Unternehmer nicht in den Umständen entsprechend kurzer Zeit erklärt, dass er das Geschäft aus wichtigen Gründen ablehnt; Anspruch auf die Provision sofort nach Abschluss des Geschäftes; Bezahlung derselben am Schluss eines jeden Monats, Recht auf Vorschussleistungen, Unzulässigkeit aller Abzüge von der Provision, wie z.B. Skonti, Porti, Preisnachlässe und Bonifikationen. Ersatz des zu erwartenden Verdienstes, falls durch das Verhalten des Unternehmers, aus welchen dad us fed - 32- Gründen immer( auch Force majeure), ein Provisionsvertreter daran gehindert wurde, jenen Umsatz zu erzielen, den er erwartete oder der ihm vom Unternehmer vorgetäuscht wurde. Abschaffung des Delkredere. Bei Lösung des Dienstverhältnisses nach einer längeren Dienstdauer Recht auf die vereinbarte Provision durch eine bestimmte Zeit hindurch von allen Kunden, die der Provisionsvertreter dem Unternehmer selbst zugeführt hat.. 2. hinsichtlich der Rechtsstellung: Unterstellung der Provisionsvertreter unter die gesamte Angestelltenschutzgesetzgebung, und zwar auch dann, wenn sie dauernd und im Namen und auf Rechnung eines oder mehrerer Unternehmer arbeiten. Nachdem zahlreiche Delegierte über die Zustände und die in ihren Ländern gemachten Erfahrungen berichtet hatten, äusserte sich zu dem Referat des Koll. Pacovsky auch der Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes in Genf, Herr R. Boisnier, Leiter des Angestelltendienstes beim IAA, der als Gast der Konferenz beiwohnte. Er hob hervor, dass auch das Internationale Arbeitsamt dem hier behandelten Problem grösstes Interesse entgegenbringe und dass daher die Frage der rechtlichen Lage der Geschäftsreisenden auf die Tagesordnung der nächsten, Anfang 1935 stattfindenden Sitzung des Beratenden Angestelltenausschusses gesetzt werde. Ein drittes Referat über" Internationale Wirtschaft und Geschäftsreisende" wurde ebenfalls durch den Fachgruppenvorsitzenden, Koll.K. Pacovsky, Prag, erstattet. Im Interesse der Wiederbelebung des Welthandels forderte der Referent Aufhebung der den zwischenstaatlichen Warenverkehr immer mehr einsohnürenden autarkischen Einrichtungen, wie Einfuhr- und Ausfuhrverbote, Devisenvor schriften, Kontingentierungen usw. Ferner müssten in allen Ländern die in internationalen Wirtschaftsfragen entscheidenden Instanzen der staatlichen Verwaltung nicht mit Bürokraten, sondern mit ausgesuchten Männern der Praxis, darunter auch mit erfahrenen Geschäftsreisenden, besetzt werden. Aufgabe der freigewerkschaftlichen Angestelltenverbände sei es, auch in der heute noch bestehenden privatkapitalistischen Form bereits Einfluss auf die Gestaltung der Wirtschaft auszuüben. Die Konferenz benannte am Schluss an Stelle des Koll.H. Schutjes, Amsterdam, der sich wegen anderweitiger Arbeitsverteilung im Vorstand des holländischen Verbandes der Handels- und Büro angestellten aus dem Vorstand der Fachgruppe zurückzuziehen wünschte, auf Vorschlag des holländischen Verbandes den Koll.C.W. Jacobsen, Amsterdam, zum Mitglied des Fachgruppenvorstandes. Die Kollegen J. Hallsworth( Präsident des I.B.P.) und K. Pacovsky widmeten dem Koll. Schutjes herzliche Worte des Dankes für seine langjährige Mitarbeit in der Fachgruppe. Eine weitere Fachgruppen- Konferenz der gemäss Beschluss des Internationalen Kongresses in Brüssel 1934 neu konstituierten Fachgruppe wurde am 17.Oktober 1935 in Paris abgehalten. Es war dieses die vierte Konferenz der Fachgruppe seit der Wieder aufrichtung der Angestellten- Internationale im Jahre 1921. Im Bericht des Internationalen Sekretärs, Koll.W.G. Spiekman, Amsterdam, wurden die organisatorischen Verhältnisse der Fachgruppe und die Entwicklung seit der letzten, 1934 in Brüssel stattgefundenen Konferenz sowie die Zusammenarbeit mit den angeschlossenen und die Verbindungen zu verschiedenen nicht angeschlossenen Verbänden ausführlich erörtert. Ueber" Gegenwartsprobleme der Geschäftsreisenden und Vertreter" referierte Koll.K. Pacovsky, Prag. Er behandelte eingehend das gesamte Gebiet der Rechtsverhältnisse der Fachkollegen in den einzelnen Ländern sowie die in dieser Hinsicht unternommenen Bemühungen des Beratenden Angestelltenaus -33schusses beim Internationalen Arbeitsamt zur Schaffung einer eindeutigen Rechtsstellung der Geschäftsreisenden und Vertreter. Alle Vorteile der Angestelltenschutzgesetzgebung müssten diesen Kollegen, entweder im Rahmen der allgemeinen Schutzgesetze oder, wo das nicht zu erreichen sei, durch geeignete Sondergesetze zugänglich gemacht werden. Die Ausführungen des Referenten wurden in der Aussprache von zahlreichen Delegierten durch Berichte über den Stand der Dinge in ihren Ländern ergänzt. In den Vorstand der Fachgruppe wurden folgende Kollegen gewählt: Vorsitzender, K. Pacovsky, Prag, C.W.Jacobsen, Amsterdam, H. Heie, Kopenhagen, P. Dailleux, Lille. Ueber die Verhandlungen der Konferenz veröffentlichte das Sekretariat einen ausführlichen Sonderbericht. Am 22. April 1937 fand in Prag aus Anlass des 30jährigen Jubiläums der" Union der Geschäftsreisenden und Vertreter" im Einheitsverband der Privatangestellten in der C.S.R. eine Vorstandssitzung der Fachgruppe statt. In seinem Bericht erinnerte der Internationale Sekretär, Koll. W.G. Spiekman, Amsterdam, an die erste, im Jahre 1926 ebenfalls in Prag abgehaltene Fachgruppen- Konferenz, an deren Arbeiten damals noch die Kollegen aus Deutschland, Oesterreich und Spanien lebhaften Anteil nahmen. Seit der letzten Konferenz in Paris 1935 konnte in verschiedenen Ländern eine verhältnismässig günstige Entwicklung der freigewerkschaftlichen Organisationen der Geschäftsreisenden und Vertreter festgestellt werden. Der britische Geschäftsreisenden- Verband( National Union of Commercial Travellers), der ca. 700 Mitglieder zählt, zog sich leider nach nur kurzer Zugehörigkeit wieder aus dem I.B.P. zurück, steht jedoch mit dem Internationalen Sekretariat noch in schriftlicher Verbindung.') Einen erfreulichen Zuwachs erfuhr die Fachgruppe dagegen durch den Beitritt der im Oktober 1936 gegründeten französischen freigewerkschaftlichen Geschäftsreisenden- Organisation( Fédération des Syndicats de Voyageurs, Représentants et Démarcheurs de France et des Colonies), Sitz Paris. Dieser Verband schloss sich im März 1937 mit einer Mitgliederzahl von rund 7.000 dem I.B.P. an. Nach ergänzenden Berichten der Vorstandsmitglieder wurde beschlossen, an alle angeschlossenen Verbände die Aufforderung zu richten, sich stärker als bisher um die freigewerkschaftliche Organisierung der Geschäftsreisenden zu bemühen, wobei der Vorstand besonders der Hoffnung Ausdruck gab, dass es in absehbarer Zeit gelingen möge, vor allem in den skandinavischen Ländern in dieser Hinsicht grössere Erfolge als bisher zu erzielen. Durch das Sekretariat war eine Umfrage über die" Rechtslage der Geschäftsreisenden und Vertreter" veranstaltet worden. Koll.C.W. Jacobsen, Amsterdam, der die eingegangenen Antworten bearbeitet hatte, berichtete hierzu, dass das vorliegende Material noch nicht umfangreich genug sei, um bestimmte Schlussfolgerungen zu ermöglichen. Er erwähnte ferner den im Jahre 1935 vom Internationalen Arbeitsamt veröffentlichten Bericht über" Die Rechtslage der Geschäftsreisenden und Vertreter" und verwies darauf, dass das vor mehr als 10 Jahren durch die Fachgruppe aufgestellte Mindestprogramm durch die seitherige Entwicklung überholt sei. 1) Im März 1938 hat der Verband seinen Wiederanschluss an den I.B.P. vollzogen. - 34- Nach eingehender Debatte beschloss der Fachgruppenvorstand daraufhin, Koll. Jacobsen zu ersuchen, das ganze Problem einer näheren Prüfung zu unterziehen und auf der im Jahre 1938 abzuhaltenden Fachgruppen- Konferenz darüber Bericht zu erstatten. Dabei könnte dann das Mindestprogramm revidiert und den neuzeitlichen Anforderungen angepasst werden. Bezüglich der Tätigkeit im Beratenden Angestelltenausschuss des IAA wurde beschlossen, das IAA um Auskunft zu ersuchen, was aus den Empfehlungen geworden sei, die der Beratende Angestelltenausschuss hinsichtlich der Fragen der Konkurrenzklausel und der Rechtsstellung der Geschäftsreisenden und Vertreter( Tagungen April 1931 und April 1935) angenommen hatte. An den mit Entschuldigung abwesenden Koll.P. Dailloux, Lyon, der sein Mandat im Fachgruppen- Vorstand zur Verfügung gestellt hatte, richtete der Vorstand das Ersuchen, das Mandat bis zur nächsten Fachgruppen- Konferenz im Jahre 1938 weiter auszuüben. Ferner wurde in Uebereinstimmung mit der durch den Vorstand des I.B.P. getroffenen Entscheidung beschlossen, die nächste Fachgruppen- Konferenz im Zusammenhang mit dem 1938 stattfindenden Internationalen Kongress abzuhalten. Die" Union der Geschäftsreisenden und Vertreter", Sitz Prag, hatte aus Anlass ihres 30jährigen Bestehens am 24. April 1937 eine angemessene Feier und am nächsten Tage, Sonntag den 25. April, eine grosse Jubiläumskund gebung organisiert, woran auch die Mitglieder des Fachgruppen- Vorstandes und die Vorstand smitglieder des I.B.P. teilnahmen. Die Kollegen J. Hallsworth, Manchester, Geo W. Thomson, London, O. Capocci, Paris, H. Heie, Kopenhagen, N. Kertesz, Budapest, und W. Jacobsen, Amsterdam, richteten dabei Ansprachen an die versammelten tschechoslowakischen Kollegen, wodurch die Veranstaltung im stärksten Masse den Charakter eines Bekenntnisses zu der die Teilnehmer verbindenden internationalen Solidarität und einer Demonstration für die gewerkschaftliche Freiheit erhielt. In Nr.199 der" Mitteilungen" von Oktober 1937 erschien über diese Vorstandssitzung der Fachgruppe ein ausführlicher Bericht. 3. Handelsangestellte. Am 16.Oktober 1935 tagte in Paris eine Fachgruppen- Konferenz der Handelsangestellten. Dem Vorsitzenden der Fachgruppe, Koll.L. Santamarina, Madrid, war es auf Grund der derzeitigen Verhältnisse in Spanien nicht möglich, an der Konferenz teilzunehmen, daher führte Koll.J. Hallsworth, Manchester( Präsident des I.B.P.), den Vorsitz. Der Internationale Sekretär, Koll.W.G. Spiekman, Amsterdam, verwies in seinem Bericht auf das durch die innerpolitischen Verhältnisse ihrer Länder bedingte Ausscheiden der Handelsangestellten- Verbände Deutschlands, Oesterreichs und Lettlands. Als erfreuliche Tatsache verzeichnete er demgegenüber die Anwesenheit der Kollegen G.S. Lawrance und R. Simpson, Manchester, als Vertreter des britischen Genossenschaftsangestellten- Verbandes( National Union of Cooperative Officials), welcher sich erst nach dem Brüsseler Kongress von 1934 mit ca. 5.500 Mitgliedern dem I.B.P. anschloss. Ferner konnte berichtet werden, dass die Angestelltensektion des Verbandes der Handels-, Transportund Lebensmittelarbeiter der Schweiz, Zürich, beschlossen habe, sich zum 1. Januar 1936 dem I.B.P. anzuschliessen. Die durch die Oktoberereignisse 1934 in Spanien unterbrochenen Verbindungen mit den beiden angeschlossenen Verbänden in Madrid und dem ebenfalls angeschlossenen Verband in Barcelona konnten inzwischen schriftlich wieder aufgenommen werden. Durch das Sekretariat wurden Schritte unternommen, um die Verbindung zu dem amerikanischen Verband der Einzelhandel sangestellten( Retail Clerks International Association) in Lafayette, U.S.A., enger als bisher zu gestalten. Apsed sind aus eto tello di ectes o ab donub af g doe 10 als Hoxed welosed. ab AAI deas at dabo let * ed seach ass bug I nodon Lowe.so sob get. A a) ode aab a fixed rates mi solw of ibed gebr mob her big t id. ale ose 1.A.670 - 35- Seit der Wiener Tagung im Jahre 1930 veröffentlichte das Sekretariat verschiedene die Handelsangestellten betreffenden Berichte, so z.B. über die wöchentliche Ruhezeit; ferner erschien das dem Amsterdamer Kongress des I.B.P. im Jahre 1931 unterbreitete Memorandum des Koll.J. Hallsworth, Manchester, über die Arbeitszeit. Durch den Koll.0. Capocci, Paris, wurde sodann ein ausführliches Referat über" Gegenwartsprobleme der Handelsangestellten" erstattet, in welchem der Redner besonders die Fragen des wöchentlichen Ruhetages, des bezahlten Urlaubs und, im Zusammenhang mit der Schrumpfung des Welthandels, der Arbeitslosigkeit unter den Handels angestellten behandelte. Seine Ausführungen wurden durch Berichte der Delegierten aus Holland, der Tschechoslowakei, England und Dänemark über die Verhältnisse der Fachkollegen in ihren Landern ergänzt. Der britische Verband der Laden angestellten( National Amalgamated Union of Shop Assistants, Warehousemen and Clerks) sandte hierzu einen längeren schriftlichen Bericht über die Lage seiner Mitglieder. Der als Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes in Genf anwesende Herr R. Boisnier, Leiter des Dienstes für Angestellte beim IAA, lenkte die Aufmerksamkeit der Konferenzteilnehmer darauf, dass sich das IAA in den letzten Jahren, besonders seit der 1930 erfolgten Bildung des Beratenden Angestell tenausschusses, eingehender als früher mit Angestelltenfragen beschäftige. Er nannte verschiedene solcher Fragen und hob dabei nachdrücklichst das Problem des bezahlten Urlaubs hervor. Speziell dieser Frage werde auch im IAA grosse Bedeutung beigemessen, sie werde daher auf der Internationalen Arbeitskonferenz des Jahres 1936 erneut zur Beratung stehen. Als weitere, gerade für die Handelaangestellten bedeutsamen Fragen erwähnte er den wöchentlichen Ruhetag, die Sonntagsruhe und den Ladens chluss. Er verwies ferner auf das vom Koll. J. Hallsworth, Präsident des I.B.P., bearbeitete, 1935 erschienene Werk über die Schutzgesetzgebung für Handels- und Büroangestellte in Gross- Britannien. Die dem I.B.P. nicht angeschlossene" Vereinigung Schweizerischer Angestelltenverbände"( V.S.A.) hatte den Kollegen B. Marty, Zürich, als Gast au der Konferenz entsandt. Dieser verwies in seiner Begrüssungsansprache auf die besonderen Organisationsverhältnisse in der Schweiz. Es bestehe eine gewisse Zusammenarbeit zwischen der V.S.A. und dem Schweizerischen Gewerkschafts. bunde, die den Interessen der Angestellten sehr förderlich sei. gewählt: In den Fachgruppen- Vorstand wurden einstimmig folgende Kollegen L.Santamarina, Madrid, Fr. Kirchhof, R. Bertrand, Vorsitzender, Reichenberg, Perigeux, R. Simpson, Manchester. Ueber die Verhandlungen der Konferenz wurde ein ausführlicher Sonderbericht veröffentlicht. Der neugewählte Fachgruppen- Vorstand hielt am 20. und 21.Februar 1937 in Amsterdam eine Vorstandssitzung unter Vorsitz des Koll.J. Hallsworth, Manchester, Prasident des I.B.P. ab. Dieser gedachte in ehrenden Worten des im Juli 1936 verstorbenen bisherigen Fachgruppen- Vorsitzenden, Koll.L. Santamarina, Madrid. Aus dem Bericht des Internationalen Sekretärs, Koll.W.G. Spiekman, Amsterdam, ging hervor, dass die meisten angeschlossenen Verbande seit der letzten Fachgruppen- Konferenz im Oktober 1935 eine bemerkenswerte Zunahme der Zahl der Handelsangestellten zu verzeichnen hatten und dass in verschiedenen Ländern wesentliche Verbesserungen auf lohn- und sozialpolitischem Gebiet erzielt werden konnten. - 36- Die Sektion der Handels angestellten im Verband der Handels-, Transport- und Lebensmittelarbeiter der Schweiz mit über 1.700 Mitgliedern vollzog am 1.Januar 1936 ihren Anschluss an den I.B.P. Die Verbindung mit den drei spanischen Verbänden wurde durch den Bürgerkrieg gewaltsam unterbrochen. Die freigewerkschaftliche Angestelltenbewegung Ungarns hatte auf Grund der innerpolitischen Entwicklung dieses Landes mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es gelang dem Sekretariat in der Berichtsperiode, mit dem amerikanischen Handels angestelltenverband" Retail Clerks International Association in Lafayette, U.S.A., zu einem geregelten Materialaustausch zu kommen. Weiter wurde versucht, neue Verbindungen zu zahlreichen anderen amerikanischen Verbänden herzustellen, deren Adressen durch freundliche Vermittlung des amerikanischen Gewerkschaftsbundes( A.F.O.L.) beschafft werden konnten. Auch mit dem kanadischen Verband der Warenhaus angestellten in Montreal wurde neuerdings Fühlung genommen. Ferner berichtete Koll. Spiekman über die nach der Pariser Konferenz eingeleitete Erhebung betr." Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit" und betr. die Einheitspreisgeschäfte. Das eingegangene Material ergab ein aufschlussreiches Bild der in allen Ländern bestehenden Minderbezahlung der weiblichen Angestellten. Die Frage der Einheitspreisgeschäfte näher behandelnd, verwies er unter anderem auf die gesetzliche Neuregelung in der Tschecheslowakei, durch welche die Erweiterung und Neueröffnung solcher Geschäfte untersagt wurde. Die Mitglieder des Vorstandes berichteten ausführlich über die Lage in ihren Ländern. Lebhaftes Interesse fanden hierbei besonders die Darlegungen des französischen Kollegen R. Bertrand über die Arbeitskämpfe der Ange= stellten in Frankreich. Im Verlauf der grossen Streikbewegung des Sommers 1936 führten auch die Pariser Warenhaus angestellten einen langen Streik durch, der ihnen wesentliche Aufbesserungen ihrer bis dahin sehr niedrigen Gehälter brachte und ihnen die Anwendung der inzwischen durch die neue Sozialgesetzgebung vorgesehenen Verbesserungen durch den Abschluss eines Kollektivvertrages rechtlich sicherte. Wichtig waren darin vor allem die Bestimmungen über Gehaltszahlung bei Krankheit und Schwangerschaft, Kündigungsfrist, Entlassungsentschadigung, wochentlichen Ruhetag, Arbeitsruhe an offentlichen Feiertagen sowie Anerkennung von Angestelltenvertretungen in Betrieben mit mehr als 10 Angestellten. Das Interesse der Angestellten für gewerkschaftliche Fragen wurde durch diese Vorgänge enorm gesteigert. Die Mitgliederzahl des französischen Verbandes stieg von etwa 15.000 vor der Streikbewegung auf ca. 230.000, wovon allein rund 100.000 auf Paris entfallen. Auch in der englischen Sozialgesetzgebung konnten, wie Koll. J. Hallsworth, Manchester, berichtete, für die Handelsangestellten bedeutsame Verbesserungen erzielt werden. Auf Antrag des Koll.R. Simpson, Manchester, vom britischen Verband der Genossenschaftsangestellten( National Union of Cooperative Officials) beauftragte der Vorstand das Sekretariat, unter Verwendung eines von dem Koll. R. Simpson ausgearbeiteten Fragebogens eine Erhebung über die Gehälter der leitenden Genossenschaftsangestellten durchzuführen. Dann berichtete Koll.J. Hallsworth über die letzte Tagung des Beratenden Angestelltenausschusses beim IAA. Der Vorstand nahm mit Bedauern davon Kenntnis, dass der Verwaltungsrat des IAA sich genötigt gesehen habe, die Frage der wochentlichen Arbeitsruhe in den Handels unternehmungen von der Tagesordnung der Internationalen Arbeitskonferenz 1938 abzusetzen. Das Sekretariat wurde beauftragt, das IAA zu ersuchen, an Hand des ihm vorliegenden Materials einen informatorischen Bericht über den gegenwärtigen Stand dieser Angelegenheit herauszugeben. I ed - 37- Ferner beschloss der Fachgruppen- Vorstand, dem Koll.J. Hallsworth, Manchester, bis zur nächsten Fachgruppen- Konferenz den durch den Tod des bisherigen Vorsitzenden, Koll. L. Santamarina, freigewordenen Vorsitz der Fachgruppe zu übertragen. Die nächste Fachgruppen- Konferenz wurde für den Sommer 1938, in Verbindung mit dem dann stattfindenden Internationalen Kongress, in Aussicht genommen. Ein Bericht über die Vorstandssitzung erschien in Nr.191 der" Mitteilungen von Februar/ April 1937. 4. Techniker und Werkmeister. Der 1934 in Brüssel abgehaltene Kongress des I.B.P. hatte die Zusammenfassung der beiden bis dahin bestehenden Fachgruppen der Techniker und der Werkmeister zu einer Fachgruppe beschlossen. Diese trat am 18. Oktober 1935 in Paris zu einer Fachgruppen- Konferenz zusammen. In Abwesenheit des durch Krankheit verhinderten Fachgruppen- Vorsitzenden, Koll. Geo W. Thomson, London, übernahm auf Vorschlag des Koll. J. Hallsworth, Manchester( Präsident des 1.B.P.), Koll. Fl. Bergmann, Reichenberg, den Vorsitz. Er gedachte zu Beginn des Hinscheidens des Koll. Ingenieur 0. Schweitzer, Berlin, der als Vorsitzender der früheren Fachgruppe der Techniker jahrelang tatkräftig an der Arbeit des I.B.P. teilgenommen habe. Sein Tod und das Ausscheiden der starken deutschen und österreichischen Verbände der Techniker und Werkmeister bedeuteten für die internationale Angestelltenbewegung einen schmerzlichen Verlust. Der Internationale Sekretär, Koll.W.G. Spiekman, Amsterdam, kennzeichnete in seinem Bericht die Entwicklung der Fachgruppe seit der 1929 in Berlin abgehaltenen gemeinsamen Konferenz der Techniker, Werkmeister und des kaufmänischen und Büropersonals in der Industrie. Durch die politischen Ereignisse in Deutschland und Oesterreich verlor der I.B.P. einen grossen Teil seiner technischen Mitgliedschaft. Der im Jahre 1931 erfolgte Beitritt des britischen Verbandes der Zeichner in der Maschinen- und Schiffsbauindustrie ( Association of Engineering and Shipbuilding Draughtsmen) mit 11.000 Mitgliedern brachte der Fachgruppe einen erfreulichen Zuwachs. In der Person des Vertreters dieses Verbandes und jetzigen Fachgruppen- Vorsitzenden, Koll. Geo W. Thomson, London, gewann der I.B.P. einen wertvollen und äusserst aktiven Mitarbeiter. Mit den Verbänden der technischen Angestellten in den skandinavischen Ländern konnten bisher noch keine direkten Verbindungen erreicht werden. Der Schweizerische Werkmeisterverband, Sitz Zürich, war erfreulicherweise auf der Konferenz durch einen Gastdelegierten, Koll.B. Marty, vertreten. Das Sekretariat veranstaltete im November 1934 bei den angeschlossenen und einigen nicht angeschlossenen Verbänden eine Erhebung über die Frage des angestellten Erfinders. Das hierauf eingegangene Material war jedoch für die Zusammenstellung eines internationalen Berichts noch nicht ausreichend. Mit Befriedigung stellte der Redner fest, dass auch seitens des Internationalen Arbeitsamtes in Genf die besonderen Berufsprobleme der Techniker und Werkmeister( Schutz des angestellten Erfinders, Konkurrenzklausel usw.) mit grosser Aufmerksamkeit bearbeitet würden. Ueber das Thema" Gegenwartsprobleme der Techniker und Werkmeister" hatte der Fachgruppen- Vorsitzende, Koll.Geo W. Thomson, London, ein ausführliches Referat ausgearbeitet, das durch den Koll. S. Thorn verlesen wurde. Es behandelte in grundlegender Weise die Periode der Rationalisierung in der doabog 160 and boy bot Sodoer doadwell 03. te bou montá bhoo 38- Industrie, die Intensivierung der Betriebsarbeit, die gewerkschaftliche Organisation der technischen Angestellten, Lohnpolitik, Berufsausbildung, Schutz von Patenten und Erfindungen usw. Dem Referat folgten eingehende Berichte der Delegierten aus der Tschechoslowakei, Holland und Belgien über die Lage der technischen Angestellten in ihren Landern. Der Vertreter des Schweizerischen Werkmeisterverbandes, Koll.B. Marty, Zürich, gab eine interessante Darstellung der Zustände in der schweizerischen Industrie und der organisatorischen Verhältnisse der dortigen Angestelltenbewegung. Durch den dem I.B.P. nicht angeschlossenen britischen Verband der Techniker in der Elektrizitätsindustrie( Electrical Power Engineers' Association) wurde dem Sekretariat ein längerer Bericht über die Situation der technischen Angestellten die ser Branche eingesandt. In den Vorstand der Fachgruppe wählte die Konferenz die Kollegen: Geo W. Thomson, London, Vorsitzender, E. Heymann, Verriers, A. Duisterhof. Amsterdam, Fl. Bergmann, Reichenberg. Am 31. Oktober und 1.November 1936 fand in Amsterdam eine VorstandsSitzung der Fachgruppe statt. Der Internationale Sekretar, Koll.W. G. Spielman, Amsterdam, berichtete über die organisatorische Entwicklung der Fachgruppe. Er hob hervor, dass, während hinsichtlich der technischen Angestelltenverbände in Gross Britannien, den skandinavischen Ländern und der Schweiz seit der Pariser Konferenz von 1935 keine Aenderungen eingetreten seien, begründete Hoffnung bestehe, in absehbarer Zeit den in guter Vorwärtsentwicklung befindlichen französischen freigewerkschaftlichen Technikerverband für den Anschluss an den I.B. P. zu gewinnen. Mit einem amerikanischen Technikerverband mit dem Sitz in Washington konnte ein regelmässiger Materialaustausch hergestellt werden. Ferner sei vorgesehen, bei den angeschlossenen technischen Verbänden eine Erhebung über die Organisierung der Apothekergehilfen durchzuführen. Die Mitglieder des Fachgruppen- Vorstandes berichteten ausführlich über die Lage der technischen Angestellten ihrer Länder, die Organisationsverhältnisse, den Beschäftigungsgrad, die Lohnpolitik und die Entwicklung der sozialpolitischen Gesetzgebung. Auf letzterem Gebiet arbeiteten die angeschlossenen Verbände ausnahmslos sehr aktiv an der Verbesserung der derzeitigen Gesetze; allgemein war dabei ein zunehmender Widerstand der Unternehmerkreise festzustellen. In diesem Zusammenhang beschäftigte sich der Vorstand eingehend mit der bevorstehenden Tagung des Beratenden Angestelltenausschusses beim Internationalen Arbeitsamt. Die seitherige Tätigkeit dieses Ausschusses fand allgemeine Anerkennung. Langere Beratungen widmete der Vorstand ferner der künftigen Propaganda unter den dem I.B. P. noch fernstehenden Verbänden. Die Durchführung der bereits erwähnten Erhebung über die Organisierung der Apothekergehilfen wurde beschlossen. Die Frage der Einberufung der nächsten Fachgruppen- Konferenz blieb näheren Ueberlegungen zwischen dem Vorsitzenden und dem Sekretariat überlassen. Ueber die Beratungen des Vorstandes erschien in Nr.188 A der" Mitteilungen von Dezember 1936 ein ausführlicher Bericht. ff 930 ubat arcie meb - 39- In der Sitzung des Internationalen Vorstandes am 20. und 21. April 1937 in Prag wurde beschlossen, in Verbindung mit dem im Sommer 1938 stattfindenden Internationalen Kongress des I.B.P. auch eine Fachgruppen- Konferenz der Techniker und Werkmeister abzuhalten. Der französische Technikerverband - Fédération des Techniciens, Dessinateurs et Assimilés de l'Industrie et des Arts Appliques schloss sich am 16.Oktober 1937 mit 80.000 Mitgliedern dem I.B.P. an. A E H -40ARBEITSGEMEINSCHAFTEN IM RAHMEN DES I B P. Der Vorstand des IBP hatte sich bereits in seiner Sitzung in Genf am 17. und 18. Juni 1933 für die Bildung von Arbeitsgemeinschafton zwischen unserem Bund angeschlossenen Verbänden benachbarter Länder ausgesprochen. Der Internationale Kongress in Brüssel 1934 trat nach einem Referat des Kollogen R. Klein, Prag, dieser Auffassung vollinhaltlich bei. Massgebend hierfür waren in erster Linie die ausserordentlich günstigen Ergebnisse der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit der angeschlossenen Verbände in den skandinavischen Ländern, die dort das" Nordische Komitee für die Zusammenarbeit der freigewerkschaftlichen Angestelltenverbände", Sitz Kopenhagen, bilden. Die 1933 erfolgte Gründung der" Arbeitsgemeinschaft der freien Angestelltengewerkschaften Mitteleuropas", Sitz Prag, bedeutete einen weiteren Schritt in dieser Richtung. In beiden Arbeitsgemeinschaften ist auch in der Berichtsperiode wertvolle Arbeit für die internationale Angestelltenbewegung geleistet worden. Sie haben im hohen Masse dazu beigetragen, das Vorgehen der beteiligten Verbände in Fragen der Sozial- und Wirtschaftspolitik möglichst einheitlich zu gestalten. Durch den ständigen unmittelbaren Gedankenaustausch wurde auch die praktische Tage sarbeit in den Einzelverbänden sehr gunstig beeinflusst, Die mitteleuropäische Arbeitsgemeinschaft wandte ihr Interesse besonders den Fragen der Wirtschaftsgestaltung innerhalb und zwischen den einzelnen Ländern des Donaugebiets zu. In ihren Veröffentlichungen wurde immer wieder die Notwendigkeit betont, und auf Grund umfassender praktischer Vorschläge die Möglichkeit nachgewiesen, durch zweckmässige zwischenstaatliche Vereinbarungen die Gesamtwirtschaft dieses politisch so vielgegliederten Gebietes ciner dauernden Gesundung entgegenzuführen. Im Hinblick auf die politische Entwicklung der letzten Monate haben die Probleme, für deren Lösung unsere dortigen Kollegen kämpfen, noch eine weit stärkere Bedeutung als bisher erhalten. Veranlasst durch die günstigen Ergebnisse der beiden vorstehend genannten Arbeitsgemeinschaften ergriff das Internationale Sekretariat im Herbst 1937 die Initiative, um auch zwischen den angeschlossenen Verbänden in Belgien und Holland eine engere und regelmässige Zusammenarbeit anzubahnen. Auf seine Anregung fand am 29. Januar 1938 in Brüssel im Verwaltungsgebäude des belgischen Verbandes die Konstituierung der" Arbeitsgemeinschaft der dom IBP angeschlossenen Verbände in Belgien und Holland" statt. Ihr gehören die Verbände Hollands( 2) und Belgions( 1) an. Der Sitz befindet sich vorläufig in Amsterdam beim Sekretariat des IBP. In der noch kurzen Zeit ihres Bestehens hat auch diese Arbeitsgemeinschaft bereits ihren Nutzen für die Tätigkeit der ihr angehörenden Verbände erwiesen. dweg redfod) ted Bat zeb not adsted -41DIE LAGE DER ANGESTELLTEN IN DEN FAS CHISTISCHEN LÄNDER N. Mit der Zerstörung der deutschen und österreichischen Gewerkschaften in den Jahren 1933 und 1934( siehe Geschäftsbericht 1931 bis 1934, Seite 6/10), begann für die Angestellten dieser Länder eine Periode absoluter Rechtlosigkeit und beispielloser Unterdrückung. Der Faschismus, der zur Befestigung seiner Macht das gesamte Leben und jede Lebens äusserung der von ihm geknechteten Völker in die Zwangsjacke staatlicher Reglementierung pressen muss, hat mit rücksichtloser Konsequenz alle Organisatiorsformen vernichtet, in denen sich der Arbeitnehmerschaft auch nur die kleinste Möglichkeit eigener organisatorischer Betätigung geboten hätte. Diesem Schicksal sind auch die nicht freigewerkschaftlichen Angestelltenorganisationen, bis 1933 vor allem in Deutschland verhältnismässig stark, nicht entgangen. Es traf den Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verband, von jeher erbitterter Gegner der freien Gewerkschaften und durch seinen rüden Radau- Antisemitismus Wegbereiter der Nazi- Ideologie bei einem Teil der deutschen Angestelltenschaft, in gleicher Weise wie die sogenannten neutralen Angestelltenverbände. In erster Linie richtete sich jedoch der Hass des Faschismus gegen die Funktionäre der früheren freien Angestelltenverbände. Viele von ihnen büssten und büssen z.T. noch heute für ihre freige werkschaftliche Gesinnungstreue mit langjährigen Freiheitsstrafen, verschiedene wurden gefoltert und ermordet. Andere zogen es vor, in die Emigration zu gehen, weil sie sich dem verhassten faschistischen Regime nicht beugen wollten. 11 Die mit tönonden Phrasen und unter heuchlerischer Verwendung scheingewerkschaftlicher Terminologie ins Leben gerufenen Zwangs organisationen, mögen sie nun, wie in Deutschland" Deutsche Arbeitsfront", wie im Oesterreich der Dollfuss- und Schuschnigg- ära" Staatliche Einheitsgewerkschaft" oder wie in Italien" Korporationen" genannt werden, sind nichts anderes, und können in keinem" autoritär" oder " totalitar" regiertem Lande etwas anderes sein, als Organe des staatlichen Machtapparates, dazu bestimmt, den Gutgläubigen eine Art Gewerkschafts- Ersatz vorzugaukeln, den ihrer Ueberzeugung treugebliebenen alten Gewerkschaftsmitgliedern und den allmählich zur Ernüchterung kommenden früheren Mitläufern jegliche Kritik und Opposition unmöglich zu machen. Mögen die Methoden, je nachdem, ob sie der nordischen" Blut und Boden"-Theorie, dem Gedanken des" Quadragesimo Anno" oder einem anderen mystischen Motto dienen, in ihren Einzelheiten und auch selbst hinsichtlich des Grades ihrer Verwerflichkeit und Niedertracht sich hier und da von einander unterscheiden, mag im einen Falle die grausame Unterdrückung jeglicher oppositioneller Regung, im anderen die schleichende Heuchelei und Scheinheiligkeit ihr hervorstechend stes Merkmal sein, im Wesen und im Endergebnis ist in allen faschistischen Ländern die Lage der Angestellten durch folgende Tatsachen gekennzeichnet: Es besteht keinerlei legale Möglichkeit eigener organisatorischer Betätigung zwecks Einflussnahme auf die Gehalts- und Arbeitsbedingungen unter selbstgewahlter Leitung; in den faschistischen Zwangsorganisationen werden gemäss dem" Führer prinzip" alle Funktionäre" ernannt". Ob sie geeignet sind und den Willen haben, die Interessen der Mitglieder wahrzunehmen, ob sie deren Vertrauen besitzen, das alles ist bedeutungslos; in jedem Falle aber müssen sie willfährige Kreaturen des herrschenden Regimes sein, mit dem üblichen nationalistischen Phrasenschwall die Angestellten über ihre wirkliche Lage hinweg zutauschen versuchen und über alle Anzeichen sich regender Unzufriedenheit an ihre vorgeordneten Stellen berichten, also Spitzelarbeit erbärmlichster Art leisten. Die Verwendung der den Mitgliedern der Zwangsorganisationen abgepressten Beiträge, die vielfach durch den Arbeitgeber direkt vom Gehalt abgezogen werden, erfolgt ausserhalb jeglicher Kontrolle der Mitgliedschaft. Zusammen mit den geraubten Vermögensbeständen der früheren Gewerkschaften dienen sie dazu, einen ins Riesenhafte aufgeblähten Verwaltungsapparat zu unterhalten, in welchem Kriechertum und Korruption üppig wuchern. Masslose Verschwendung für prunkvolle Bauten und Einrichtungen oder zum Vorteil leitender Personen herrscht überall. Veruntreuungen tad Pades - 42- vervon Seiten Jener, die da behaupteten," der Misswirtschaft der marxistischen Gowerkschaftsbonzen ein Ende gemacht zu haben um die Rechte und Unterstützung sansprüche der Mitglieder sicherzustellen", sind keine Seltenheit, obgleich natürlich nur die krassesten Fälle bekannt werden. Auf Höhe und Dauer der erheblich schlechterten Unterstützungsleistungen haben die Mitglieder in keiner Weise Einfluss, dagegen werden sie z. B. in Deutschland neben der eigentlichen Beitragszahlung noch fortwährend durch sogenannte" freiwillige Spenden" gebrand schatzt. Wer sich weigert," freiwillig" etwas zu spenden, läuft Gefahr, seine Stellung zu verlieren. Gerichtsurteile, die uns im Wortlaut vorliegen, weisen aus, dass die deutschen Gerichte eine solche Weigerung selbst als Grund für eine fristlose Entlassung anerkennen. Für eine wie immer gearte te Einflussnahme der Angestellton auf die Regelung ihrer Gehalts- und Arbeitsbedingungen ist in der" Volksgemeinschaft" dor Diktaturländer ebensowenig Raun wie für eine Beeinflussung der sozialpolitischen Gesetzgebung. Im Betriebe herrscht der Unternehmer unumschränkt. Jeglicher Versuch, ein gemeinsames Vorgehen mit andoren Betriebskollegen zur Erreichung kleiner Verbesserungen oder Beseitigung bestehender Misstande zustande zu bringen, gilt als ' Staatsfeindliche Betätigung" und wird mit schwersten Strafen bedroht. Die Massenprozesse der letzten Jahre in Deutschland, bei denen mehrfach auch frühere freigewerkschaftliche Angestellte betroffen waren, reden eine furchtbare Sprache. Die früheren Tarifverträge sind, soweit sie dem Namen nach noch bestehen, vielfach durch einseitig von den Unternehmern oder den sogenannten" Treuhändern der Arbeit" dekretierte Abänderungen wirkungslos gemacht worden. Durch das Fehlen einer gewerkschaftlichen Kontrolle ist der Willkür Tür und Tor geöffnet. Die staatlichen Aufsichtsorgane versagen entweder völlig oder ihre Tätigkeit wird, wo sie einmal gegen renitente Unternehmer aufzutreten versuchen, durch die Instanzen der pseudo- gewerkschaftlichen Zwangsorganisationen sabotiert. Die in Deutschland in Nachaffung des früheren Betriebsrätegesetzes aufgezogene Einrichtung der Vertrauensräte ist, ebenso wie die" Deutsche Arbeitsfront", grösstenteils ein Tummelplatz willfähriger Unternehmerkreaturen. Da aber bei den sogenannten Wahlen dieser Vertrauensräte trotz scharfstem Terror immerhin vielfach noch starko antifaschistische Tendenzen in den Betriebsbelegschaften zum Ausdruck kamen, haben seit Jahren bereits keine Wahlen mehr stattgefunden. Die Amtsperiode der Vertrauensräte wurde einfach verlängert und es hat einstweilen nicht den Anschein, als ob es jemals wieder zu Neuwahlen kommen würde. Das Gesamtbild, welches die Lage der Angestellten in den faschistischen Ländern bietet, ist, ebenso wie das Los der übrigen Arbeitnehmerschaft und eines Teiles der anderen Bevölkerungsgruppen, von einer fast unbeschreiblichen Tragik. Es ist aber zugleich für die Angestelltenschaft und für die gesamte Arbeiterklasse aller Länder eine tiefernste Mahnung, rechtzeitig alle Kräfte zu molisieren, um die faschistische Tyrannei von ihren Landesgrenzen fernzuhalten. Der Kampf gegen den Faschismus aller Schattierungen ist die gemeinsame Aufgabe der gesamten internationalen Gewerkschaftsbewegung. In klarer Erkenntnis die. ser Tatsache haben der IBP und seine angeschlossenen Verbände in diesem Kampfe stets mit in der vordersten Linie gestanden In vielen Publikationen in den" Mitteilungen", sowie in zahlreichen Sonderberichten aus Betrieben und Branchen in den faschistischen Ländern ist die Oeffentlichkeit von der wahren Lage der Angestellten in den Diktatur staaten unterrichtet worden. Bereitwillig haben manche Verbände erhebliche Opfer auf sich genommen, um die Durchführung des Kampfes zu ermöglichen und den Schlachtopfern des faschistischen Terrors neben der moralischen Unterstützung auch materielle Hilfe zu teil werden zu lassen, Mag auch der machttrunkene deutsche Faschismus sich mit der Eroberung Oesterreichs wiederum ein Stück von Europa unterworfen haben und damit über die schon so schwer geprüfte tapfere Arbeitnehmerschaft dieses Landes eine neue Periode unabsehbaren Elends hereingebrochen sein, die internationale freigeworkschaftliche Angestelltenbewegung darf und wird dadurch auch nicht einen Augenblick in ihrem Willen and to cov ale -43zur Selbstbehauptung erlahmen, weil sie sich bewusst ist, dass sie mit ihrem Kampfe der Freiheit und dem Fortschritt der Menschheit dient. Möge sich darum bei uns allen mit einem wehmütigen Gedenken der für ihre Ueberzeugung gefallenen oder in den Kerkern schmachtenden Opfer der faschistischen Gewaltherrschaft das heilige Gelöbnis verbinden, nun erst recht den Streit fortzusetzen, weil er fortgesetzt werden muss, wenn nicht die Arbeitnehmerschaft für unabsehbare Zeit in die Rechtlosigkeit und Abhängigkeit früherer Jahrzehnte zurückgeworfen werden. soll. homebo ath to bioder ob osan IIs any tod estifed anb doel ob di IIoa add bu -44INTERNATIONALER GEWERK SCHAFTS BUND Zwischen dem Internationalen Gewerkschaftsbunde und unserem IBP bestand in den verflossenen vier Jahren ein gutes Einvernehmen und eine kamer adschaftliche Zusammenarbeit. Wiederholt bot sich Gelegenheit, bei den propagandistischen Massnahmen des Internationalen Sekretariats die Unterstützung des Generalsekretärs des IGB, Kollege W. Schevenels, in Anspruch zu nehmen, die stets bereitwillig gewährt wurde, und wo- für ihm auch an dieser Stelle ein Wort aufrichtigen Dankes gebührt. Vor stand des I.G.B. Wie bereits in früheren Geschäftsberichten erwähnt, hat der Generalsekretär des IBP laut Beschluss der im September 1928 in Amsterdam stattgefundenen AusschussSitzung des IGB das Recht, an denjenigen Vorstandssitzungen des IGB, in denen die Angestellten besonders interessierende Fragen behandelt werden, mit beratender Stimme teilzunehmen. Demzufolge wurde das Internationale Sekretariat auch in der Berichtsperiode jeweils rechtzeitig über die anberaumten Vorstandssitzungen des IGB und die dort zur Beratung stehenden Punkte informiert. Nach sorgfältiger Ueberprüfung der Tagesordnungen ergab sich gleichwohl im Hinblick auf die Beratungsgegenstände bei keiner Sitzung für den IBP die Notwendigkeit, von dem oben umschriebenen Recht Gebrauch zu machen. Ordentliche Sitzungen. Ausschuss des I.G.B. An den ordentlichen Sitzungen des Ausschusses des IGB nahmen als Vertreter des IBP folgende Kollegen teil: 1934, 27.- 29. August in Weymouth,( Gross- Britannien): J. Hallsworth, Manchester, W. Spiekman, Amsterdam. 1935, 21.- 24. Mai in Kopenhagen: J. Hallsworth, Manchester, J. Hansen, Kopenhagen, J. A. Lundgren, Malmo, W. Spiekman, Amsterdam. 1936, 6. Juli in London: J. Hallsworth, Manchester, Geo W. Thomson, London, 0. Capocci, Paris, C.W. Jacobsen, Amsterdam, W. Spiekman, Amsterdam. 1937, 30. Juni- 3. Juli in Warschau: N. Kertesz, Budapest, W. Spiekman, Amsterdam. b) Ausserordentliche Sitzungen. Bei den ausserordentlichen Ausschuss- Sitzungen, die gemeinsam mit der Sozialistischen Arbeiter- Internationale abgehalten wurden, war der I.B.P. wie folgt vertreten: de edeme Imobil fed fed TS JERS ST -45- GENF, 6. September 1935: W. Spiekman, Amsterdam, BRÜSSEL, 12. Oktober 1935: W. Spiekman, Amsterdam, LONDON, 19. und 20. März 1936: J. Hallsworth, Manchester, Geo. W. Thomson, London, W. Spiekman, Amsterdam. PARIS, 28. September 1936: J. Hallsworth, Manchester. W. Spielman, Amsterdam. PARIS, 4. und 5. Dezember 1936: W. Spiekman, Amsterdam. LONDON, 10. und 11. März 1937: J. Hallsworth, Manchester, Geo. W. Thomson, London, W. Spiekman, Amsterdam. PARIS, 15. und 16. März 1938: Beratungen über: Abessinien, Sanktionen 17 St Rheinlandbesetzung Spanien 11 ११ Oesterreich, Lage in Mitteleuropa W. Spiekman, Amsterdam. VII. Internationaler Gewerkschaftskongress. Vom 8. bis einschliesslich 11. Juli 1936 fand in London der siebente ordentliche Kongress des IGB statt. Als Vertretung des IBP nahm daran folgende Delegation teil: J. Hallsworth, Manchester, Präsident, Geo. W. Thomson, London, 0. Capocci, Paris, C. W. Jacobsen, Amsterdam, W. Spiekman, Amsterdam, Generalsekretär. Verschiedene Länder hatten Kollegen aus dem IBP angeschlossenen Verbänden als Delegierte ihrer Landeszentralen entsandt, wodurch die enge Zusammenarbeit zwischen Angestellten- und Arbeiterverbänden dieser Länder in erfreulicher Weise zum Ausdruck kam. Ueber den Verlauf, die Beratungsgegenstände und die gefassten Beschlüsse aller vorstehend aufgeführten Tagungen ist jeweils in den Veröffentlichungen des IGB sowie in der gesamten internationalen Gewerkschaftspresse ausführlich berichtet worden, sodass an dieser Stelle von einer mehr ins Einzelne gehenden Aufzählung und Erörterung Abstand genommen werden kann. Reorganisation der internationalen Gewerkschaftsbewegung. Mit dem durch die Ereignisse des Jahres 1933 bedingten Ausscheiden der deutschen Gewerkschaften aus allen internationalen Verbindungen wurde das Problem einer Reorganisation der gesamten internationalen Gewerkschaftsbewegung und einer organisatorischen Eingliederung der Internationalen Berufssekretariate in den Internationalen Gewerkschaftsbund in den Mittelpunkt der Erörterungen gerückt. Der Internationale fortbow 01 HOCCI - 46Gewerkschaftskongress des Jahres 1933 in Brüssel nahm einen Vorschlag des IGB- Vorstandes an, wonach Letzterer beauftragt wurde, einen Entwurf für einen vollständigen Umbau des IGB auszuarbeiten und nach seiner Fertigstellung den Ausschuss des IGB und die Konferenz der IBS zwecks Stellungnahme einzuberufen. Gleichzeitig wurde der Ausschuss bevollmächtigt, im Falle der Annahme des Entwurfs die zur sofortigen Durchführung der Reorganisation erforderlichen Statutenänderungen vorzunehmen. Nachdem das Problem in einer Unterkommission, der die Kollegen W. Citrine, L. Jouhaux und W. Schevenels angehörten, eingehend geprüft worden war, und der IGBVorstand sich im Herbst 1933 wiederholt mit dem Ergebnis dieser Prüfung beschäftigt hatte, wurde den IBS und den Landeszentralen ein Vorentwurf zur Stellungnahme unter- breitet, der eine stufenweise Reorganisation und als erste Etappe dazu die Teilnahme der IBS an der Leitung und an der Aufbringung der Finanzmittel des IGB vorsah. Im Falle einer günstigen Aufnahme dieses Vorentwurfs sollte alsbald eine ausserordentliche Sitzung des IGB- Ausschusses und der IBS einberufen werden. Da jedoch aus den Kreisen der beteiligten Organisationen Bedenken gegen die Vorschläge des IGB- Vorstandes geäussert wurden, blieb die Angelegenheit bis zu der im August 1934 in Weymouth( Grossbritannien) abgehaltenen Ausschuss- Sitzung des IGB in der Schwebe. Der Internationale Bund der Privatangestellten hat sich nie der Erkenntnis verschlossen, dass auf Grund der gegebenen Verhältnisse eine allgemeine Reorganisation der internationalen Gewerkschafts bewegung und eino organisatorische Verbindung der IBS mit dem IGB wünschenswert und notwendig erscheint. Er hat sich von Anfang an diesem Problem gegenüber durchaus positiv eingestellt und versucht, durch eigene. schläge an einer befriedigenden Lösung praktisch mitzuarbeiten. Bereits in seiner vom 21. bis 23. März 1934 in Paris abgehaltenen Vorstandssitzung fanden darüber eingehende Beratungen statt, bei denen auch der oben erwähnte Vorentwurf des IGB- Vorstandes ausführlich erörtert wurde. Dieser Entwurf fand keine Zustimmung; der Vorstand bekundete vielmehr als seine Auffassung, dass das Problem nur in befriedigender Weise gelöst werden könne, wenn eine völlige Reorganisation des IGB auf der Grundlage des Anschlusses der Landeszentralen mit nach Handels-, Dienst- oder Berufszweigen gegliederten Abteilungen erfolge. Diesen Abteilungen müsse auf dem Gebiet der Verwaltung, der Vertretung in Kommissionen und der Einberufung von Konferenzen ausreichende Selbständigkeit gewährt werden.( Siche" Mitteilungen" Nr. 159 A und Geschäftsbericht über 1931 bis 1934, Seite 27.). Auf dem Internationalen Kongress des IBP am 12. und 13. Juli 1934 in Brüssel legte der Präsident, Kollege J. Hallsworth, diese Auffassung des Vorstandes ausführlich dar. Solle es zu einer Reorganisation, wie sie der Vorstand des IBP für notwendig erachte, kommen, dann müsse dabei der Gruppe der Angestellten auf Grund ihrer Bedeutung und zahlenmässigen Stärke eine selbständige Abteilung zuerkannt werden. Der Kongress erklärte sich mit der Stellungnahme des Vorstandes einverstanden und beauftragte die Delegierten zu der bevorstehenden Sitzung des IGB- Ausschusses mit den IBS in Weymouth, die Kollegen J. Hallsworth und W. Spiekman, diese Auffassung des IBP dort zu vertreten.( Siehe Kongressbericht 1934, Seite 16/17.) Damit ging der IBP noch über den Rahmen der im Vorentwurf des IGB- Vorstandes gemachten Vorschläge hinaus, was auch vom IGB in seinen schriftlichen Erläuterungen zu den Antworten der IBS ausdrücklich betont wurde. In der Ausschuss- Sitzung des IGB in Weymouth am 27. und 28. August 1934 wurde der Reorganisationsplan eingehend beraten, wobei sich die Vertreter der IBS für eine grundsätzliche Aufrechterhaltung der Berufssekretariate und ihrer Selbständigkeit, aber auch für eine ongere: Zusammenarbeit aussprachen. Auf Beschluss des Ausschusses wurde der vom IGB- Vorstand den Landeszentralen und IBS unterbreitete Vorentwurf zurückgezogen; ferner wurde beschlossen, eine Kommission aus Vertretern des IGB- Vorstandes und der IBS zu ernennen, die dio Lösung des Problems in Angriff nehmen solle. Für diese als" Koordinationskomitee" bezeichnete Kommission wurden folgende Vertreter benannt: Für den IGB die Kollegen W. Citrine, L. Jouhaux und W. Schevenels. Für die IBS die Kollegen E. Fimmen( Transportarbeiter), W. Spiekman( Privatange-, stellte), K. de Jonge( Fabrikarbeiter), T. van der Heeg( Bekleidungsarbeiter) und Tom Shaw( Textilarbeiter). b) Radgol of Iden me -47Das Koordinationskomitee hielt in der Folgezeit nachstehende Sitzungen ab: am 3.10.1934 in Paris, " 27.3.1935 London, 11 17 17 15. 3.1935 97 17 11 Paris, it 17 it " 4.7.1935 29.11.1935 if if 77 it 17 29. 5.1936 Brüssel, 17 30. 5.1936 Holland, 7.7.1936 London, 77 19. 2.1937 Paris. In sämtlichen Sitzungen beschäftigte sich das Komitee mit der Situation in den faschistischen Ländern und den sich darauf für die internationale Gewerkschaftsbewegung und ihre einzelnen Gliederungen ergebenden Aufgaben, Aus der Mitte des Komitees wurde dabei auch die Frage aufgeworfen, ob die Zusammenarbeit in dieser Form als zweckdienlich angesehen werden könne. Die Meinung hierüber war bei den einzelnen IBS nicht einheitlich; immerhin wurde in der Sitzung in London gelegentlich des IGB- Kongresses im Juli 1936 beschlossen, das Komitee weiter bestehen zu lassen, um eine Beurteilung seiner Nützlichkeit und der Ergebnisse seiner Arbeiten zu ermöglichen. In Verbindung mit der Ausschuss- Sitzung des IGB in Warschau fand am 1. Juli 1937 eine Konferenz des IGB- Vorstandes mit den IBS statt, in welcher die Frage " Beziehungen zwischen dem IGB und den IBS" erneut zur Beratung stand. Die Mehrheit der Konferenzteilnehmer vertrat die Auffassung, dass unter den derzeitigen Umständen die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung des Komitees nicht gegeben seien. Demgegenüber sprachen sich die Delegierten des IBP, die Kollegen W. Spiekman, Amsterdam und N. Kertész, Budapest, ausdrücklich für das Weiterbestehen des Koordinationskomitees aus. Sie waren der Meinung, dass das Komitee als ein Schritt zu einer direkten organisatorischen Verbindung zwischen dem IGB und den IBS gewertet werden müsse und sehr wohl den Ausgangspunkt für eine spätere weitergehende Reorganisation bilden könne. Bei der Abstimmung wurde jedoch mit allen gegen 3 Stimmen ( die Stimmen der Delegierten des IBP sowie der Berufs sekretariate der Bekleidungsarbeiter und der Maler), die Auflösung des Komitees beschlossen. Damit ist zunächst die Frage der Reorganisation der internationalen Gewerkschaftsbewegung vertagt worden. Mit Sicherheit kann jedoch erwartet werden, dass sie früher oder später erneut zur Debatte stehen wird. Es ist zu hoffen, dass es dann gelingt, sie in einer für alle Beteiligten befriedigenden Weise zu lösen. als met ee ted te tarios HIYS 48 INTERNATIONALES ARBEITS AT. " Soziale Gerechtigkeit ist nur zu verwirklichen, wenn die schaffenden Kräfte der Nation in den Dienst des Friedens gestellt werden, ohne den ein allgemeiner Aufstieg der Menschheit undenkbar ist. Diejenigen, die der Internationalen Arbeitsorganisation bei der Verwirklichung ihrer Ideale ihre Unterstützung leihen, sind die erklärten Diener des Friedens. Die kollektive Sicherheit ist nicht nur ein politischer Begriff, sondern setzt zu ihrer Verwirklichung eine nationale und internationale Wirtschaftsordnung voraus, die sich auf sozialer Gerechtigkeit aufbaut." ( Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Herr Harold Butler, in seinem Bericht an die Internationale Arbeitskonferenz 1937.) 1. Allgemeines. Der alte Erfahrungsgrundsatz, dass die Ergebnisse aller gewerkschaftlichen Betätigung in erster und letzter Linie bedingt sind durch die Kraft und Stärke der gewerkschaftlichen Organisation( und zwar nicht nur durch ihre zahlenmässige, sondern auch durch ihre ideologische Stärke), findet seine Bestätigung auch auf dem Gebiet der internationalen Sozialpolitik. Die Bedeutung der Internationalen Arbeits- Organisation in Genf liegt nicht darin, ein beschliessendes Parlament für internationale Gesetze zu sein; selbst beim günstigsten und konkretesten Abschluss der Beratungen eines bestimmten Problems kommt erst eine Empfehlung an die Regierungen zustande, und es gibt leider mehr als ein Land, wo zwar auf dem Papier gute und fortschrittliche Sozialgesetze bestehen, wo jedoch ihre Anwendung und Durchführung vieles oder alles zu wünschen übrig lässt. Wesen und Wert des IAA bestimmen sich vielmehr durch seine Funktion als internationales Forum, vor dem die Sozialpolitik und die zu ihrer Verbesserung erhobenen Forderungen der Arbeitnehmerschaft erörtert werden, der jeweilige Stand der Sozialgesetzgebung der einzelnen Länder stets erneut überprüft wird und durch das gesammelte Dokumentationsmaterial allen am Ausbau der Arbeitsschutzgesetzgebung interessierten Kreisen wertvolle Anregungen für ihre Tätigkeit auf dem Gebiet der Gesetzgebung ihres Landes vermittelt werden. Imie weit es dann gelingt, innerhalb des einzelnen Landes die Voraussetzungen für eine Nutzbarmachung der in Genf geführten Beratungen, der dort gewonnenen Erfahrungen und der gefassten Beschlüsse zu schaffen, das hängt im hohen Masse davon ab, welche Kräfte die gewerkschaftlichen Organisationen für den Ausbau ihrer nationalen Sozialgesetzgebung zu mobilisieren verstehen. Unter diesem Gesichtspunkt haben der IBP und seine angeschlossenen Verbände stets das IAA und die Mitarbeit in seinen Körperschaften betrachtet, und sie haben bei ihrem Bestreben, die sich aus der besonderen Berufstätigkeit und Rechtsstellung ergebenden sozialpolitischen Forderungen der Angestellten im Rahmen der Gesamttätigkeit des IAA in ausreichender Weise zur Geltung zu bringen, auch in den verflossenen vier Jahren bei allen beteiligten Stellen des Amtes, insbesondere bei seinem Direktor, dem Herrn Harold Butler, und bei dem Leiter des Dienstes für Angestelltenfragen, Herrn Robert Boisnier, weitgehendes Verständnis und bereitwillige Unterstützung gefunden. Aus der allgemeinen Tätigkeit des IAA und den Beratungen der Internationalen Arbeitskonferenzen der Jahre 1934, 1935, 1936 und 1937 seien nachstehend diejenigen wesentlichsten Punkte genannt, die auch die Angestellten betreffen. Ueber die in der Berichtsperiode abgehaltenen Tag ungen des Beratenden Angestelltenausschusses wird in einem besonderen Abschnitt ausführlich berichtet werden. - 49- 2. Die Internationalen Arbeitskonferenzen. Ratifikationen. Der im Jahre 1930 angenommene Entwurf eines Uebereinkommens über die Regelung der Arbeitszeit im Handel und in den Büros ist bisher von folgenden acht Staaten ratifiziert worden: Bulgarien, Chile, Finnland, Kuba, Mexiko, Nikaragua, Spanien und Uruguay. In Oesterreich wurde er bedingt ratifiziert; in verschiedenen anderen Ländern, so in Luxemburg, Polen und Rumänien wurde die Ratifikation empfohlen oder gebilligt. In Frankreich wurden im Rahmen der neuen Sozialgesetzgebung auch Bestimmungen zur Durchführung des Uebereinkommens angenommen. In dieselbe Richtung weisen gesetzgeberische Massnahmen in einigen weiteren Ländern, so z. B. die im Jahre 1937 erfolgte Regelung der in Ungarn seitens der Regierung dem Parlament vorgelegte Gesetzentwurf über die Begrenzung der Arbeitszeit, sowie Gesetzentwürfe und parlamentarische Beratungen in Portugal, der Schweiz und der Tschechoslowakei. b) Die Vierzigstundenwoche. Es erscheint angebracht, hierüber eine zusammenfassende Darstellung zu geben, denn die Frage der Vierzigstundenwoche, die bereits seit 1933 verschiedene Körperschaften des IAA beschäftigt hat( siehe Geschäftsbericht des IBP für 1931 bis 1934, s. 28/29 und 33), stand seither auf der Tagesordnung jeder der alljährlich stattfindenden IAK, ohne dass es bisher gelungen wäre, ein allgemeines, alle Industrie- und Gewerbe zweige( und mithin auch die darin tätigen Angestellton) umfassenden Uebereinkommen zu erzielen. Nicht zum wenigsten dürfte dieser Misserfolg darauf zurückzuführen sein, dass die auf den verschiedenen IAK geführten Beratungen sich auf Projekte für ein allgemeines Abkommen und auf solche für Sonderabkommen für einzelne Industriezweige zersplitterten. So ist zwar auf der IAK dos Jahres 1936 der Entwurf eines Uebereinkommens über die Verkürzung der Arbeitszeit bei den öffentlichen Arbeiten angenommen worden, welches naturgemass auch auf die Angestellten bei öffentlichen Arbeiten Anwendung finden würde, doch steht dieses Teilergebnis in keinem Verhältnis zu den durch den unmittelbaren gewerkschaftlichen Kampf und die direkte Einflussnahme der Arbeitnehmer auf die Sozialgesetzgebung in verschiedenen Ländern in den letzten Jahren bereits erzielten Fortschritte. Soweit die Beratungen im IAA in Betracht kommen, steht die Angelegenheit zur Zeit so, dass in der IAK 1937 mit 66 gegen 39 Stimmen eine von den Kollegen Jouhaux, ( Frankreich), und Mertens,( Belgien), eingebrachte Entschliessung angenommen wurde, die verlangte, dass die Frage der internationalen Einführung der Vierzigstundenwoche in allen bisher noch nicht durch Sonderübereinkommen erfassten Industrien oder Beschaftigungen auf die Tagesordnung der nachsten IAK( 1938) gesetzt werde. Der Verwaltungsrat des IAA beschloss daraufhin in seiner Sitzung im Oktober 1937 in Prag, diesem Ersuchen zu entsprechen. Es ist dringend zu wünschen, dass die bevorstehenden Beratungen nun endlich zu einem positiven Ergebnis führen. c) Sonstige Beschlüsse der Internationalen Arbeitskonferenzen. In der IAK des Jahres 1934 wurde zur Frage der Arbeitslosenversicherung gegen 6 Arbeitgeber stimmen und die Stimme des jugoslawischen Regierungsvertreters der Entwurf eines Uebereinkommens angenommen, in welchem sich die Signatarmachte verpflichteten, ein System zu schaffen, durch welches den unfreiwillig Arbeitslosen Hilfe oder Unterstützung garantiert wird. Ein Zusatzantrag der Arbeitgeber, durch welchen die Regierungen aufgefordert werden sollten, die Einrichtung von paritätischen Betriebs- Arbeitslosenkassen zu fördern, konnte durch die Arbeitergruppe abgewehrt werden. Das im Jahre 1919 angenommene Uebereinkommen über die Nachtarbeit der Frauen erfuhr in dieser Konferenz eine teilweise Revision. Verschiedene Ausnahmen wurden genauer umschrieben. _ der Arbeitszeit für die Bank-, Versicherungs- und Büro angestellten in Holland und - 50- Forner behandelte die Konforonz in erster Lesung die Aufrechterhaltung der in der Sozialvorsicherung erworbenen Ansprüche der Wanderarbeiter. Eine durch den Kollegen Jouhaux eingebrachte Entschliessung bezüglich Verminderung der Arbeitslosigkeit durch öffentliche Arbeiten wurde angenommen. Besondere Bedeutung erhielt diese Konferenz dadurch, dass in der Sitzung vom 22. Juni 1934 die Vereinigten Staaten von Nordamerika offiziell Mitglied des Internationalen Arbeitsamtes wurden. Im Jahro 1935 nahm die IAK in zwoiter Lesung einstimmig den Entwurf eines Abkommens über die Aufrechterhaltung der in der Invaliden-, Alters- und Hinterbliebenenversichor ung erworbenen Anspruche der Wanderarbeitor an. Die Konferenz beschäftigte sich weiter mit der Frage der Arbeitslosigkeit der Jugendlichen. Stärksten Eindruck erweckte hierbei die aus Anlass der Konferenz abgehaltene internationale Jugenddemonstation unter Führung der Organisationen des IGB und der Sozialistischen Jugendinternationale. Eine Abordnung der Demonstranten wurde von der IAK empfangen. Die von ihren Sprechern gegebene tiefernste Schilderung der Not der arbeitslosen Jugend fand bei den Konferenzteilnehmern weitgehendes Verständnis. Unter dem Eindruck dieser Darlegungen nahm die Konferenz nach einmaliger Beratung, ohne die zeitraubende Prozedur einer zweiten Lesung, eine Entschliessung an, in welcher eine Anzahl Massnahmen gegen die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen empfohlen wurden. In einer weiteren, mit 61 gegen 18 Stimmen angenommenen Entschliessung ersuchte die Konferenz das IAA, die Möglichkeit einer Revision des 1932 angenommenen Uebereinkommens über das Mindestalter für die Zulassung von Kindern zur Arbeit in nichtgewerblichen Berufen zu untersuchen. Mit 107 gegen 15 Stimmen wurde beschlossen, die Frage des bezahlten Urlaubs auf die Tagesordnung der IAK des Jahres 1936 zu setzen. Ferner erfolgte mit 72 gegen 18 Stimmen eine Revision des 1931 verabschiedeten Uebereinkommens über die Arbeitszeit im Kohlenbergbau. Eine von der Arbeitergruppe vorgelegte Entschliessung über das Recht der gewerkschaftlichen Organisation wurde in namentlicher Abstimmung mit 89 gegen 1 Stimme angenommen. Die IAK des Jahres 1936 nahm den Entwurf eines Uebereinkommens und eine Empfehlung hinsichtlich des bezahlten Urlaubs an. Ueber ihre Ergebnisse bezüglich der Vierzig stundenwoche wurde bereits weiter oben berichtet. Im Jahre 1937 nahm die IAK zu der Frage der Organisierung der öffentlichen Arbeiten unter Berücksichtigung des Beschäftigungsgrades den Entwurf einer Empfehlung und eine Entschliessung betreffend internationale Zusammenarbeit mit 108 Stimmen ohne Gegenstimmen an. Gleichfalls wurde, mit 110 Stimmen ohne Gegenstimmen, ein Empfehlungsentwurf und eine Entschliessung zur nationalen Zusammenarbeit angenommen. Das 1932 angenommeneUebe reinkommen über das Mindestalter für die Zulassung von Kindern zur Arbeit in nichtgewerblichen Berufen wurde mit 81 gegen 22 Stimmen dahin abgeandert, dass, statt wie bisher 14 Jahre, nunmehr ein Mindestalter von 15 Jahren vorgesehen ist. Ferner wurde der Entwurf eines Uebereinkommens betreffend die Verkürzung der Arbeitszeit in der Textilindustrie angenommen, welches sich auch auf die Angestellten die ser Industrie erstreckt. ST 615 100 2 de B doz - 51- Für die Tagesordnung der IAK des Jahres 1938 war ursprünglich die Frage der wochentlichen Arbeitsruhe in den Handelsunternehmungen als Beratungspunkt vorgesehen. Leider sah sich der Verwaltungsrat in seiner Sitzung im Februar 1937 veranlasst, diesen Punkt von der Tagesordnung abzusetzen. Vorläufig wurde die Beratung für die IAK 1940 in Aussicht genommen. Dagegen wird, wie schon weiter oben berichtet, die internationale Einführung der Vierzigstundenwoche in allen bisher noch nicht durch Einzelubereinkommen erfassten Industrien oder Beschäftigungen 1938 zur Beratung stehen. Das Internationale Sekretariat hat es sich stets besonders angelegen sein lassen, jeweils vor dem Stattfinden einer IAK durch rechtzeitige Fühlungnahme mit dem IGB und mit einzelnen Mitgliedern der Arbeitergruppe Einfluss auf die Beratungen derjenigen Fragen, welche auch die Angestellten betrafen, zu gewinnen. Es darf betont werden, dass die diesbezüglichen Wünsche und Anregungen beim IGB und seinen führenden Funktionären allgemein volles Verständnis und bereitwillige Unterstützung fanden. Ebenfalls wurden die angeschlossenen Verbände frühzeitig und ausführlich über die Tagungen und Beratungspunkte informiert und ihnen dadurch Gelegenheit gegeben, ihrerseits durch geeignete Vorschläge und Anregungen an die aus ihren Ländern an den Konferenzen teilnehmenden Kollegen auf einen gunstigen Verlauf der Beratungen hinzuwirken. Ferner sei noch besonders hervorgehoben, dass der Präsident des IBP, Kollege J. Hallsworth, Manchester, durch die IAK des Jahres 1937 zum Mitglied des Verwaltungsrates des IAA gewählt wurde. Kollege Hallsworth ist der erste und bisher der einzige Angestelltenvertreter in dieser Körperschaft. Seine Wahl ist im Interesse der gesamten internationalen Angestelltenbewegung auf das lebhafteste zu begrüssen. Sie eröffnet dem IBP für seine künftige Zusammenarbeit mit dem IAA neue, günstige Perspektiven. 3. Der Beratende Angestelltenausschuss. In seiner im März 1934 in Paris abgehaltenen Sitzung hatte der Vorstand des IBP be schlossen, das IAA zu ersuchen, die von dem Kollegen G.J. A. Smit Jr. bis zu seinem Tode bekleideten Mandate im Beratenden Angestelltenausschuss und in der Kommission für die Frauenarbeit seinem Nachfolger im Internationalen Sekretariat, dem Kollegen W. Spiekman, zu übertragen. Der Verwaltungsrat des IAA gab in seiner Sitzung im April 1934 diesem Ersuchen statt und benannte den Kollegen Spielman für beide Mandate. Diese Ernennung, die jeweils für drei Jahre gilt, wurde im Mai 1937 für weitere drei Jahre erneuert. Der Beratende Angestelltenausschuss hielt in der Berichtsperiode zwei Sitzungen in Genf ab, und zwar am 3. und 4. April 1935 sowie am 18. und 19. November 1936. Schon im September 1934 hatte das Internationale Sekretariat in Ausführung eines vom Vorstand des IBP im Juli desselben Jahres in Brüssel gefassten Beschlusses die baldige Einberufung des Ausschusses beantragt. Seit der voraufgegangenen Sitzung am 27. und 28. März 1933 waren bereits anderthalb Jahre vergangen und wichtige Angestelltenprobleme harrten der Beratung. Für die Tagesordnung wurde vom Sekretariat vorgeschlagen: " Der Schutz der jugendlichen Angestellten" und " Die Rechtsstellung der Geschäftsreisenden". Vom Direktor des IAA erging darauf die Mitteilung, dass aus finanziellen Gründen der Ausschuss im Jahre 1934 nicht mehr einberufen werden könne. Zuge sagt wurde jedoch, wenn möglich in den ersten Monaten von 1935 eine Sitzung abzuhalten und dabei die vom IBP vorgeschlagenen Punkte auf die Tagesordnung zu setzen. Demgemäss tagte der Ausschuss am 3. und 4. April 1935 mit folgender Tagesordnung: 1. Der Schutz der jugendlichen Angestellten( Berufsausbildung). 2. Die Zulassung ausländischer Angestellter( Vereinbarungen über den Austausch von Angestellten zwischen verschiedenen Staaten). 3. Die Rechtsstellung der Reisenden und Vertreter in Handel und Industrie. Die Arbeitsbedingungen der Bankangestellten. 52- Hierzu formulierte dor Ausschuss seine Wünsche an den Verwaltungsrat in nachstohonden Entschliessungon: 1. Schutz dor jugendlichen Angestellton( Berufsausbildung). Der Beratende Angestelltenausschuss überzeugt von der Notwendigkeit, dass die Angestellton aller Gruppon, sowohl in ihrem eigonen Interesse als auch im Interesse der Betriebe, die sie beschäftigen, sowie im Hinblick auf eine gute Organisation des gosamten Wirtschaftslebens, eine möglichst vollständige berufliche Ausbildung geniessen, empfiehlt, bei der Gestaltung und nötigenfalls bei der Regelung der beruflichen Ausbildung der Angestellton nach Möglichkeit die folgenden Grundsätze zu beachten: I. a) Dio Schulpflicht ist mindestens bis zum 15. Lebensjahr auszudohnen und jodo entgeltliche oder unentgeltliche berufliche Tätigkeit vor Erreichung dieser Altorsgrenze zu verbieten. b) Die für die erste Auslese unentbehrliche Berufsberatung ist so einzurichton, dass dadurch die berufliche Ausbildung der jugendlichen Angestellten erleichtert wird; sio könnte in gewissen Fallon durch eine berufliche Zulassungsprüfung ergänzt werden. c) Die berufliche Ausbildung der ingestellten muss auf der Grundlage einer ausreichenden Allgemeinbildung vonstatten gehon und neben dem unentbehrlichen Fachunterricht eine Einführung in die allgemeinon Problemo wirtschaftlicher und sozialer Natur umfassen. II. Die berufliche Ausbildung muss auf allen Stufen theoretisch und praktisch geartet sein. Die praktische Lehre ist durch obligatorische theoretische Lehrgänge zu ergänzen, die während des Arbeitstages unter der Leitung der mit der Ucberwachung des Unterrichtswo sons amtlich betrauten Behörden stattzufinden haben. Dom theoretischen Schulunterricht haben praktische Uebungen zur Seite zu treton, er soll durch eine Abgangsprüfung abgeschlossen werden. III. Für die Lehrzeit ist eine Regelung zu erlassen, durch die dem Lehrling die Gewähr geboten wird, dass or, dem Zweck der Lehre entsprechend, mit den Geschäften vertraut gemacht wird, während der Arbeitgeber anzuhalten ist, über das moralische und physische Wohlergehen des Lehrlings zu wachen. Im Gesetz und Vertrag über die Lehre sind besonders zu regeln: das Mindestalter, die Zahl der Lehrlinge, die Dauer der Lehrzeit, die vorzeitig ungerechtfertigte Lösung des Vertragsverhältnisses, das nach Ablauf der Lehrzeit auszustellende Zeugnis und die Bezahlung des Lehrlings. IV. Für die öffentliche und private theoretische Ausbildung in den Schulen und Lehrgangen der verschiedenen Grade sind Bestimmungen zu erlassen, hauptsächlich über die Lehrpläne und die berufliche Ausbildung des Lehrpersonals. Bei der Ausarbeitung dieser Regelung und der Ueberwachung der genannten Anstalten ist den Berufsvereinen der Angestellten ein Recht auf Mitwirkung einzuräumen. Es ist darauf zu achten, dass zu diesen Anstalten, besonders zu Privatschulen, nicht eine Ueberzahl junger Leute des einen oder des anderen Geschlechts, oder Personen von unzureichender Allgemeinbildung zugelassen werden. Die Diplome sind in möglichst einheitlicher Form abzufassen, damit sie einen hinlänglichen Beweis für die tatsächliche Ausbildung des Inhabers bieten. V. Die berufliche Ausbildung der Techniker, Zeichner usw. ist selbständig zu regeln, unter Borücksichtigung der besonderen Bedürfnisse dieser Berufe. VI. 1. Der beratende Angestelltenausschuss nimmt mit Genugtuung davon Kenntnis: dass der Entwurf einer Empfehlung über die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen, welcher der nächsten Tagung der Konferenz vorgelegt werden soll, dafür eintritt, dass" die oberste Grenze des schulpflichtigen Alters und das lindestalter für die Zulassung zur beruflichen Arbeit, solange die Umstände keine weitere Erhöhung zulassen, mindestens auf 15 Jahre festgesetzt wird"; fida bo 56 тост bob beoterlow 1 podobneliete toddol - 53- 2. dass ein weiterer Entwurf einer Entschliessung, der dieser Tagung vorgelegt worden soll, einerseits die Abänderung des Uebereinkommens über das Mindestalter für die Zulassung von Kindern zur nichtgewerblichen Arbeit ins Auge fasst, mit der Wirkung, dass dieses llindestalter von 14 auf 15 Jahre heraufgesetzt wird und 3. dass andererseits der selbe Entwurf die Aufnahme der Frage der Berufsberatung, des Lehrwesens und der technischen Ausbildung der jugendlichen Arbeitnehmer in die Tagesordnung der nächsten Tagung der Konferenz empfiehlt. Der Ausschuss spricht den Wunsch aus, dass bei dem Studium dieser Fragen der besonderen Lage der Angestellten gebührend Rechnung getragen wird. VII. Der beratende Angestelltenausschuss bittet ferner den Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes, die Regierungen darauf hinzuweisen, wie nötig es ist, den Schutz der jugendlichen Angestellten und deren theoretische und praktische Ausbildung gemäss den Grundsätzen der vorstehenden Entschliessung den Bedürfnissen des modernen Wirtschaftslebens anzupassen. 2. Die Zulassung ausländischer Angestellter( Austausch). Der Ausschuss bedauert feststellen zu müssen, dass die meisten Länder in der Zulassung ausländischer Arbeitnehmer fast unüberwindliche Barrieren haben oder noch errichten, eine Massnahme, die besonders für die Angestellten nachteilig ist, denen der Aufenthalt im Ausland oft unerlässliches Mittel zur Entfaltung ihrer beruflichen Fähigkeiten ist; Er nimmt mit Genugtuung Kenntnis von den Versuchen, durch zwischenstaatliche Uebereinkommen die Zulassung ausländischer Angestellter zu regeln, und erklärt:- A. Hinsichtlich des Ausbildungsaufenthaltes im Ausland hat der Ausschuss mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, dass der Entwurf einer Empfehlung über die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen, der der nächsten Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz unterbreitet wird, vorsicht, dass" die Regierungen Uebereinkommen abschlies sen sollen, um den internationalen Austausch der in der Berufsausbildung stehenden Arbeitnehmer zu erleichtern". Er ist der Meinung, dass diese Frage erneut und eingehend behandelt werden sollte, wenn die Konferenz die Fragen der Lehrend des Berufsunterrichts der jugendlichen Arbeitnehmer erörtert. Sie könnte zu diesem Zeitpunkt den Gegenstand des Entwurfs eines internationalen Uebereinkommens bilden, in dem die leitenden Grundsätze für die zwischenstaatlichen Verträge festzulegen wären, durch die die Staaten den Austausch von in der Berufsausbildung befindlichen Personen von einem Land zum anderen regeln sollten. B. Hinsichtlich der internationalen Wanderung der Angestellten fordert der Ausschuss, dass in dem allgemeinen Bericht über die Anstellung und Vermittlung von auswandernden Arbeitnehmern, welcher der Internationalen Arbeitskonferenz im Jahre 1936 vorgelegt werden soll, den Angestellten besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird, um dic Wanderung der Angestellten auf der Grundlage zwischenstaatlicher Uebereinkommen zu entwickeln. Die Angestellten- Geworkschaften sollen bei dem Abschluss dieser Uebereinkommen, ebenso wie bei ihrer Durchführung mitwirken, wobei besonders auf die Aufrechterhaltung der durch Tarifverträge oder auf ähnliche Art festgesetzten Gehaltsund Arbeitsbedingungen geachtet werden soll. 3. Die Rechtslage der Reisenden und Vertreter in Handel und Industrie. a) Der Beratende Angestelltenausschuss spricht die folgenden Wünsche aus:- In sämtlichen Staaten soll ein eigenes Recht der Reisenden und Vertreter geschaffen werden, das ihnen unter Berücksichtigung ihrer besonderen Arbeitsbedingungen die Vorteile der für die Angestellten geltenden Vorschriften über Arbeitsschutz, Versicherung und Fürsorge zugänglich zu machen hätte. - 54- b) Diosos Rocht soll alle Roisondon und Vortreter umfassen, auch wenn sie für mehrere Arbeitgeber gleichzeitig tätig sind und sogar wenn sie nur gegen Provision beschäftigt werden. Dabei soll nur die Voraussetzung gelten, dass sie keine Geschäfte für eigene Rechnung machen und dass in ihren Vorträgen mit der Firma oder den Firmen, die sie vertreten, die abzusetzende Ware, dor Tätigkeitsbereich sowie die Höhe der Vergütung oder Provision, die sic orhalton, genau angegeben sind. c) Insbesondere soll dieses Rocht vorsohon: i) die Vorschrift einos schriftlichen Vertrages; ii eine Kündigungsfrist von mindestons 3 onaton; iii) dass dio Zahlungsunfähigkeit dos Käufers koino swegs eine finanzielle Haftung des Roisondon odor Vertreters mit sich bringon kann; iv) die Anerkennung dos Anspruchs auf cinc bosondere Entschädigung, entsprechend dem persönlichen Anteil des Roisondon oder Vertreters am Ausbau der von ihm geworbenen und vormehrten Kundschaft nach Zahl und Güte. Der beratende Angestelltonausschuss spricht aus sordom den Wunsch aus, dass die Arbeitsbedingungen der Reisenden und Vortrotor im Rahmen der gesetzlichen Regelung durch Gesamt arbeitsvortrag fostgesetzt wordon sollon. 4. Die Arbeitsbedingungen der Bankangestellton. Die Rechte des Personals der Nationalbanken sind gewöhnlich durch satzungsmässige Bestimmungen über die Einstellung, Entlohnung, Beförderung und Arbeitszeit, den bezahlten Urlaub, die Bedingungen für Entlassung und Abfindung sowie über Massnahmen der sozialen Fürsorge geregelt. In den Privatbanken finden sich dagegen allgemeine Satzungen über die Rechte und Pflichton des Personals seltener. Unter Berücksichtigung der Regeln und Gebräuche bei den Nationalbanken spricht deshalb dor beratende Angestelltenaus schuss einstimmig die folgenden Wünsche aus: Die Arbeitsbedingungen der Bankangestellten sollen unter Berücksichtigung der günstigeron Satzungen der öffentlichen und anderen Anstalten durch Gesamt arbeitsvertrag und in Ermangelung durch Regelungen festgesetzt werden, welche die Leitung mit der freiwilligen Mitarbeit berufener Personalvertreter aufstellt; Die dem Personal zahlreicher offizieller Banken, insbesondere in bezug auf Stetigkeit der Beschäftigung, bezahlten Urlaub, Disziplinarräte, Aufrücken, Altersvorsorgung usw. eröffneten besonderen Vorteile sollen nicht nur beibehalten, sondern ausnahmslos auf alle Banken erstreckt werden; Bei der Gehaltsregelung soll nicht nur die dienstliche Verwendung, sondern auch das Dienstalter berücksichtigt werden; In bezug auf die Altersversorgung sollen durch die gesetzliche Regelung die insprüche des Angestellten während seiner ganzen Laufbahn, ungeachtet des Grundes für die Vertragsauflösung, gewährleistet werden. An den Fürsorgeeinrichtungen sollen Vortreter des Personals mitwirken. Die Mittel dieser Einrichtungen müsston pflichtgemäss durch gesonderte Vermögensverwaltung sichergestellt werden. Der Ausschuss glaubt, besonders auf die Tatsache hinweisen zu müssen, dass die Bewegung zur Zusammenlegung von Privatbanken und der Reorganisation des Kreditwosons auf Grund der wirtschaftlichen Krise die Möglichkeiten der Ausarbeitung einer einheitlichen Satzung erhöhen und gleichzeitig deren Wert deutlich erkennen lassen. Bei all diesen neuen Massnahmen werden alle durch die besondere Lage des Personals der beteiligten Banken gebotenen Vorkehrungen des sozialen Schutzes zu treffen sein. Sämtliche vier Entschliessungen wurden dem Verwaltungsrat unterbreitet. Dieser beschloss in seiner Sitzung vom 12. April 1935 mit 17 gegen 6 Stimmen, die Entschliessungen zu den Punkten 1, 3 und 4 den Regierungen unter Hinweis auf die vom Ausschuss darin festgehaltenen Grundsätze zu übermitteln. Die Entschliessung zu Punkt 2( Zulassung ausländischer Angestellter), wurde vom Verwaltungsrat zurückbehalten, um sie bei den Verhandlungen zum Boricht über die Frage der Anwerbung und Arbeitsvermittlung ausländischer Arbeitnehmer in der IAK des Jahres 1936 erneut zu prüfen. ed 921 ob bidoned to w otb( 1 ( 1 Zoe sob Lado ob 3 - 55- Eine weitere Tagung dos beratendon Angestelltenausschusses, die vierte seit soiner Bildung, fand am 18. und 19. November 1936 statt. Sie behandelte 1. Die Auflösung dos Arbeitsvortrages für Angestellte und Technikor( Kündigungsfrist und Entlassung sont schädigungon). 2. Statistik der Nichthandarbeiter in den verschiedenen Ländern. 3. Die Verwendung von Büromaschinen und ihre Wirkung auf die Arbeitsbedingungen des Personals. 4. Die Regelung der hygienischen Bedingungen in Büros, Läden und Lagerräumen. Dazu wurden die nachstehenden Entschliessungen angenommon: I. Die Kündigungsfrist. Da die Einhaltung einer Kündigungsfrist für die Arbeitgeber wie für die Angestollten stets eine wertvolle Sicherung gegen die Wirkungen eines unvermittelton Bruches des Arbeitsvertrages bietet, und da dieses Verfahren in Zeiten einer Wirtschaftskrise beträchtlich zur Linderung der Arbeitslosigkeit beizutragen vermag, indem die Entlassung einzelner Arboitnehmer oder ganzer Gruppen von Arbeitnehmern an eine Reihe von Voraussetzungen ge bunden wird, spricht der beratende Angestelltenausschuss nach Prüfung der in einer Reihe von Staaten geltenden Bestimmungen den Wunsch aus, dass in den Staaten, in denen noch keine förmliche Regelung besteht, eine solche durch Gesetzgebung oder Gesamt arbeitsverträge geschaffen werde, um die wünschenswerten Sicherungen zu gewährleisten, insbesondere in bezug auf Form der Kündigung, Ausgangspunkt und Dauer der Kündigungsfrist, Ausnahmen, Voraussetzungen für die Gewährung einer Abfindung, Schutz des Kündigungsrechtes für den Fall des Eigentümerwechsels des Unternehmens, der Betriebseinschränkung, des Bankrottes oder Ablebens. Um die Ausarbeitung solcher einzelstaatlicher Bestimmungen zu erleichtern, bittet der Ausschuss das Internationale Arbeitsamt, alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung der beteiligten Kreise zu halten. Ferner bittet er das Imt, die Entwicklung der Frage aufmerksam zu verfolgen, un, sobald als möglich, die Grundsätze ableiten zu können, auf denen sich eine internationale Regelung aufbauen liesse. Diese Regelung sollte folgendes vorsehen:- a) eine Mindest kündigungsfrist von einem Monat für den Arbeitgeber. Diese Frist wäre nach der Bedeutung der Aufgaben des Angestellten oder der Höhe seines Gehalts zu verlängern; b) die Kündigungsfrist für den Angestellten sollte stets kürzer sein als bei Kündigung durch den Arbeitgeber; c) die Auflösung des Arbeitsvertrages müsste schriftlich erfolgen; d) bei Kündigung durch den Arbeitgeber sollte der Angestellte eine nach der Bedeutung seiner Aufgaben und der Länge des Angestelltenverhältnisses bemessene Abfertigung erhalten. II. Statistik der Nichthandarbeiter. Der Beratende Angestelltenausschuss hat mit grösstem Interesse von der statistischen Studie des Internationalen Arbeitsamtes über die Nichthandarbeiter Kenntnis genommen. Da diese Studie den ersten internationalen Vergleich darstellt, der bis heute auf diesem Gebiet publiziert worden ist, ist sie für die Angestelltenorganisationen von grösster Bedeutung. Der Ausschuss nimmt von den allgemeinen Tendenzen, die aus dieser statistischen Uebersicht hervorgehen, Kenntnis und stellt fest, dass das Verhältnis der Angestellten zu den Arbeitern seit der Vorkriegszeit beträchtlich angestiegen ist und in modernen Industrie staaten 20-30% der wirtschaftlich abhängigen Bevölkerung darstellt, dass dieser Anteil in den stärker industrialisierten Ländern grösser ist als in wirtschaftlich weniger entwickel ten. Der verhältnismässige Anteil der Frauen an der sob au bi ob od 2018 + 8xedos - 56- Gesamtzahl der Angestellten hat seit der Vorkriegszeit gleichfalls beträchtlich zugenommen, auch wenn in den letzten Jahren diese Tendenz in einzelnen Ländern umgekehrt ist. Der Ausschuss sieht in diesen Tatsachen eine Bestätigung der wachsenden Bedeutung der Gruppe der Angestellten und ist der Meinung, dass sie in allenwirtschaftlichen und sozialen Massnahmen, die die Gruppe der Angestellten berühren, gebührend berücksichtigt wird. Der Ausschuss empfiehlt, dass das Internationale Arbeitsamt die Untersuchungen über die Lage der Angestellten in Zukunft weiterführt und Schritte unternimmt, um die Statistiken in Zusammenarbeit mit den interessierten Organisationen und nationalen statistischen Aemtern weiter zu entwickeln. Er hält es für wünschenswert, dass die Statistiken in den verschiedenen Ländern auf gleichen Methoden beruhen und gleiche Definitionen und Berufsgliederungen zugrunde legen, namentlich was Geschlecht, Alter und Beruf betrifft. Er hält es gleichfalls für wünschenswert, dass die Probleme, die die Angestelltenschaft besonders treffen, in der Sozialstatistik eine stärkere Berücksichtigung finden, beispielsweise was Haushaltsrechnungen, Kosten der Lebenshaltung, Bewegung des Beschäftigungsgrades und Entlohnung betrifft. III. Die Verwendung von Büromaschinen und ihre Wirkungen auf die Arbeitsbedingungen des Personals. Der Beratende Ausschuss für Angestelltenfragen hat die vom Internationalen Arbeitsamt vorgelegten Schriftstücke zur Kenntnis genommen und stellt fest, dass die zunehmende Verwendung von Büromaschinen die Arbeitsbedingungen der Ange stellten wesentlich verändert hat. Ohne die Vorteile des technischen Fortschrittes zu verkennen, erachtet es der Ausschuss für erforderlich, dass Massnahmen getroffen werden, um das berufliche Ansehen der Büro angestellten zu heben und sie gegen gewisse Auswirkungen der Mechanisierung der Arbeit zu schützen. Zu diesem Zweck ware insbesondere zu empfehlen: Eine Auslese der Ange stellten im Hinblick auf ihre Beschäftigung bei einer ihren Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit, Bemühungen um bessere Arbeitsverfahren, Abwechslung in der Beschäftigung für die an Maschinen arbeitenden Angestellten, Verwendung von Betriebskraft für die Mehrzahl der Apparate, Beseitigung von Geräuschen und störenden Erschütterungen, geeignete Mittel zur Verhütung von Ueber anstrengung, vornehmlich durch Herabsetzung und bessere Anordnung der Arbeitszeit. Der Ausschuss hält dafür, dass die Durchführung dieser Massnahmen durch gesetzliche Vorschriften oder durch eine allgemeine Ausdehnung des Grundsatzes der Gesamt arbeitsverträge auf die Angestellten erzielt werden sollte. IV. Regelung der hygienischen Bedingungen in Büros, Laden und Lagerräumen. Da die Arbeitsbedingungen des Personals in zahlreichen Ladengeschäften und Büros, einschliesslich der Lager- und Versandhäuser in bezug auf gesundheitliche Voraussetzungen, Bequemlichkeiten und Unfallschutz immer noch wenig befriedigen; da es überall sehr beachtlich wäre, die notwendigen Massnahmen zum Schutz aller Angestellten in Privattetrieben und bei öffentlichen Verwaltungen in be zug auf diese Fragen zu treffen; da solche Massnahmen dazu beitragen würden, ein besseres Arbeitsergebnis zu gewährleisten, und einen wichtigen Faktor sozialen Fortschrittes bilden würden, dankt der Berat ende Angestellten ausschuss dem IAA für den Hinweis auf die Verfahren, die zur Verwirklichung der notwendigen Verbesserungen an den bestehenden Arbeitsplätzen und zur Gewährleistung befriedigender Arbeitsbedingungen in neuen Gebäuden angewendet werden sollten. Der Ausschuss vertritt weiter die Auffassung, dass alle notwendigen Massnahmen zum Schutze des Personals in Verkaufsständen ausserhalb der Ladengeschäfte, Kiosken und ähnlichen Verkauf splätzen vorgeschlagen werden sollten. In Erwägung der Möglichkeit der Annahme einer internationalen Regelung bringt der Ausschuss den Wunsch zum Ausdruck, dass den Normen für die Arbeitshygiene in den beiden dem Ausschuss auf seiner vierten Tagung( 1936) unterbreiteten Berichten eine möglichst umfassende Verbreitung gesichert werden sollte, sobald sie die endgültige Zustimmung der zuständigen Stellen des Internationalen Arbeitsamtes erhalten haben werden. - 57- Schliesslich bringt der Ausschuss den dringenden Wunsch zum Ausdruck, dass in den einzelnen Staaten alle notwendigen Massnahmen retroffen werden sollen, um eine angemessene Durchführung der Schutzbestimmungon zu sichern und zu diesem Zwecke für ein nach Zahl und Befähigung angemessenes Aufsichtspersonal zu sorgen. Die Entschliessungen gingen an den Verwaltungsrat, der dazu in seiner Sitzung vom 5. Februar 1937 folgendes beschloss: Zu 1) Auflösung des Arbeitsvertrages: " Das IAA wird noch prüfen, ob diese Fragen bereits ausreichend geklärt sind, um auf die Tagesordnung einer IAK gesetzt zu werden. Die hierzu bereits gesammelten Dokumente hält das IAA zur Verfügung aller Interessenten; es bleibt weiter bemüht, diese Dokumentation auf dem Laufenden zu halten." Zu 2) Statistik der Nichthandarbeiter: " Entsprechend den vom Beratenden Angestelltenausschuss gegebenen Anregungen wird das IAA in Zusammenarbeit mit den interessierten Organisationen und den statistischen Aemtern der Länder seine Untersuchungen fortsetzen. Zu 3) Verwendung von Büromaschinen: " Diese Frage und die dazu vom Beratenden Angestelltenausschuss formulierten Wünsche werden dem Ausschuss für wissenschaftliche Arbeitsorganisation unterbreitet werden. Die auf diesem Gebiet bereits begonnenen Untersuchungen werden fortgesetzt werden um dem genannten Ausschuss möglichst umfassende Informationen zu liefern." Zu 4) Regelung der hygienischen Bedingungen..: 17 " Der Verwaltungsrat ermächtigt das IAA, den" Leitsätzen für Gesundheitsschutz' die auf die Laden Anwendung finden und in den vorliegenden Berichten und Dokumenten veröffentlicht wurden, weitgehende Publizität zu verleihen. Die Entschliessung über die" Leitsätze für Gesundheitsschutz in den Büros" wird zusammen mit den vom Beratenden Angestelltenausschuss hierzu für nötig erachteten Massnahmen dem Ausschuss für Gewerbehygiene zur Kenntnisnahme unterbreitet werden. $ 1 Bei Erörterung der vom Dienst für Angestelltenfragen seit 1931 unternommenen Erhebungen, um zu einer international anerkannten Bestimmung des Begriffs" Angestell9 ter" zu kommen diese Frage ist inzwischen auf die Tagesordnung für 1938 gesetzt worden- beschloss der Ausschuss auf Antrag des Kollegen W. Spiekman, beim Verwaltungsrat zu beantragen, dass im Hinblick auf die ausserordentliche Wichtigkeit gerade dieses Problems bei den weiteren Erhebungen auch die Angestelltenverbände Nord- und Südamerikas sowie die statistischen Aemter der dortigen Länder einbezogen würden. Dementsprechend ist seither seitens des Amtes verfahren worden. Inzwischen wurde die nächste Tagung des Ausschusses für den 22. und 23. April 1938 nach Genf einberufen. Die Tagesordnung sieht folgende Punkte vor: 1. Die Rechtsverhältnisse der Angestellten( Begriffsbestimmung). 2. Die berufliche Vertretung der Angestellten( Angestelltenkammern und paritätische Kommissionen). 3. Die Regelung der Arbeitsbedingungen und die Gewerkschaftsbewegung der Angestellten im Jahre 1937. Es gehört zur ständigen Praxis des Dienstes für Angestelltenfragen beim IAA, vor jeder Tagung des Beratenden Angestellten ausschusses den Ausschus smitgliedern ausführliche schriftliche Berichte über die jeweils zur Beratung stehenden Punkte zu übermitteln. Auch an dieser Stelle möge hervorgehoben werden, dass diese Berichte sowie 2 sov - - 58- auch die sonstigen Veröffentlichungen des Dienstes für Angestelltenfragen für die Ausschus smitglieder eine Informations quelle von grossem Wert bedeuten, wie überhaupt, was auch mehrfach in den Entschliessungen des Ausschusses zum Ausdruck gebracht wurde, die umfassende und vielseitige Tätigkeit des Dienstes für Angestelltenfragen und seines Leiters, des Herrn R. Boisnier, in ihrer Gesamtheit bei der internationalen Angestelltenbewegung allgemein aufrichtige Anerkennung findet. In der Berichtsperiode gehörten dem Ausschuss folgende freigeworkschaftliche Angestelltenvertreter an: J. Hallsworth, Manchester, W.G. Spickman, Amsterdam, Präsident des IBP Generalsekretär des IBP R. Klein, Prag, S. Aufhäuser, Prag, Vizepräsident des IBP Sekretär der Arbeitsgemeinschaft der freien Angestelltengewerkschaften Mitteleuropas. An die Stelle des Kollegen Aufhäuser trat im Jahre 1936 auf Grund eines Vorstandsbeschlusses des IBP, der Kollege J.A. Lundgren, Malmö. Kollege Lundgren schied Ende 1936 aus dem aktiven Dienst des Svenska Handelsarbetareförbundet aus. Auf Grund dieser Sachlage beschloss der Vorstand des IBP in seiner Sitzung in Prag am 20. und 21. April 1937, dem Verwaltungsrat des IAA, der offiziell die Ernennung der Ausschussmitglieder vorzunehmen hat, als Nachfolger des Kollegen Lundgren den Kollegen O. Capocci, Paris, vorzuschlägen. Kollege Lundgren hat erklärt, dass or nach Ablauf seines Mandates im Jahre 1939 von einer erneuten Kandidatur absehen wird. Bei der Bildung des Beratenden Angestelltenausschusses war für ihn folgende Zusammensetzung vorgesehen: 3 Vertreter des Verwaltungsrates.( 1 Arbeitnehmer-, 1 Arbeitgeber- und 1 Regierungsvertreter). 12 Angestelltenvertreter. Hiervon stellt der IBP 4, die Christliche Internationale 3, die Neutrale Internationale 2 Vortreter. Forner sind 3 Sitze Verbänden, die keiner Internationale angehören, vorbehalten. Einer dieser Sitze ist der Voreinigung Schweizerischer Angestelltenverbände zuerkannt worden, doren Sekretär, Kollege Fr. Horand, Zürich, seither in enger Fühlungnahme mit den Vertretern des IBP an den Ausschussarbeiten teilgenommen hat. 2 Arbeitgebervertreter. Die Arbeitgeber hatten verlangt, dass der Ausschuss paritatisch aus Angestellten- und Arbeitgebervertretern zusammengesetzt werde. Da sie mit dieser Forderung nicht durchdrangen, lehnten sie die Mitarbeit ab und benannten keine Vertreter. An diesem Standpunkt haben sie bisher hartnäckig festgehalten, dadurch ist der Beratende Angostelltenausschuss der einzige Ausschuss des IAA, in welchem die Arbeitgeber nicht vertreten sind. Zur Zeit besteht der Ausschuss aus folgenden Mitgliedern: Vertreter des Verwaltungsrates: Niilo A. Mannio, C. Mertens, Angestelltenvertreter: L. Christophe, J. Hallsworth, F. Horand R. Klein, G. Landi, J. Nauta J.A. Lundgren, J. Portalier. H. Raabe W.G. Spiekman, Bunji Suzuki G. Tossier Finnischer Regierungsvertreter, Helsingfors. Vizepräsident des Verwaltungsrates, Brüssel. Brüssel Manchester Zurich Prag Rom Malmö Amsterdam Paris Warschau Amsterdam Tokio Paris fel sob of t BEILAGE A. - 59- GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1934. Verluste Vorstandssitzungen( Paris& Genf) Kursverlust Beiträge besonderer Fonds Internationaler Kongress Delegationen Besuche in Amsterdam Büroutensilien und Gestetner Uebersetzungen Prämien Drucksachen °° Gehälter 80% ° ! Gewinne fl. ! fl. ! 758.96 Beiträge 1934 15.943.362.27! Zinsen 23.35 148.-! Verlust 343.55 1.875.17! 1.704.27! 125.80! 611.03! 243.-! 750.02! 106.70! a° D Porti und Telegramme Bankunkosten Begräbnis Smit Revisionskommission Unterstützung 0 ° 8.817.25! • 614.12 1 . .° B . ° 000 35.97! 50.26! o 29.40! Unterstützungsaktion Verviers ... 73.25! 4.43! fl. 16.309.90! BILANZ PER 1. 1. 1935 fl. 16.309.90 Kassa Twentsche Bank Gemeentegiro N.N. X Y ODO # 00 0 ° . o a 9 ° ° ° fl. 138.59 3.064.86 1 Depot Saargebiet Bes. Fonds 176.53! 100.30 ! 25.-! 112.45! Verlust Ausstehende Beitrage 1.593.69! fl. 5.211.12! Deleg. Intern. Konferenzen Vermogen 1.1.35 f.1.853.96 11 fl. 1.311.79 395.22 * 1.643.70 350.343.55 1.510.41 fl. 5.211.12 x) noch zu zahlen. BEILAGE B. - 60 60- GEWINN UND VERLUSTRECHNUNG 1935. Verluste fl. Gewinne fl. ! fl. Vorstandssitzungen Delegationskosten....... Fachgruppenkonf. Paris.. Gehalt Sekretar Pramien und Zulagen 2.851.82 1 Beiträge 1935 16.203.65 3.008.05! Zinsen.. 56.86 279.50! Kursgewinn. 311.92 3.699.96 1 Restitution Konto B. 486.68 Gehalt Hilfssekretarin.. 3.099.96! Verlust- Saldo 737.74 1.539.83 1 Büromiete....... Kosten Twentsche Bank 800.- 1 25.04! Porti, Telegr.u. Telef.. Gestetner.. Büro- Utensilien.... Besuche Amsterdam 552.77! 500.43! 101.38! 85.32! Uebersetzungskosten..... N.N 573.97! Donationen Intern. Kongress 1934 Verschiedenes 100.-! 50.- 1 70.10! 458.72 1 fl. 17.796.85 fl.17.796.85 BILANZ 1.1.1936. fl. Kassa 289.07 1 Bes. Fonds Twentsche Bank 79.11! Beiträge 1936 fl. 317.18 850.Gemeente giro 8.76 1 Vermögen... fl. 1.510.41 X °° Y 25.-! Verlust 11 737.74 772.67 112.45 Aussteh. Beiträge..... 1.425.46! fl. 1.939.85 fl. 1.939.85 tr BEILAGE C. Verluste Vorstand - 61- GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1936. Delegationskosten.. Drucksachen u. Büroutensilien Uebersetzungskosten......... Unkosten..... Gewinne flo 2.499.43 1.820.96 Beiträge 1936. Zinsen fl. 16.807.32 43.49 213.23! 547.25! 1.159.48! 3.700.-! 3.100.! 196.80! 1.188.91! Gehalt Sekretar Gehalt Hilfssekretärin....... Vergütung Hilß angestellter.. Pramien und Zulagen Besuche Amsterdam Abonnements Kursverlust... 0 0 0 0 0 Kosten Twents che Bank... Büro miete... Gestetner Abschreibung aussteh.Beitr. Gewinnsaldo 117.17! 25.80! 3.64! 58.56! 800.-! 584.75! 600.-! 234.83! fl. 16.850.81 fl. 16.850.81 BILANZ 1.1.1937. Kassa.... 160.32 Sonderfonds 135.15 Twentsche Bank.... 116.61 Vermögen 772.67 Gemeente giro 40.46 Gewinnsaldo...... 234.83 1.007.50 25.-! Y 112.45! Ausstehende Beiträge 687.81! fi. 1.142.65 fl. 1.142.65 ERKLAERUNG DER REVISOREN. Die Unterzeichneten, Th.Vande Plas und H.Schutjes, die während der Kongressperiode 1934 bis 1938 die Revisionskommission bildeten, haben die Bücher und Belege des Kassiers W.G.Spiekman geprüft. Sie erklären folgendes: Die Finanzberichte 1934, 1935 und 1936 sowie die jeweils am 1. Januar der darauffolgenden Jahre aufgestellten Bilanzen, wie sie in den Berichten No.170 A/ 1935, 181 A/ 1936 und 190 A/ 1937 veröffentlicht wurden, stimmen vollständig überein mit den offiziellen Büchern und Belegen. Die Bilanzen schlossen jeweils mit folgenden Betrag en: Hfl. ff 11 5.211.12 am 1.1.1935 1.939.85" 1.1.1936 1.142.65" 1.1.1937. Auf Grund der vorgenommenen Prüfung schlagen sie vor, den Kollegen Spiekman für die Berichtsperiode 1934-1935-1936 ohrenvoll zu entlasten. Amsterdam, den 24. März 1937. gezeichnet H.Schutjes- Th.Vande Plas. . Beilage D. - 62- GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1937. Vorstand 000000 Delegationskosten. Gehälter Drucksachen und Büroutens. Gestetner Uebersetzungskosten Unkosten Prämien und Zulagen £ 1.3.949.85! 17 0 0 0 0 0 9 O 1.573.80! Beiträge 1937........ fl. 24.985.20 Abonnement Mitteilungen 11 20.60 11 !! 7.330.-! Zinsen 45.47 114.46! 12 868.57! == 721.47! 1.640.27 1 11 0 0 0 0 2.288.29! 11 Miete 800.-! 0038 Mobiliar 80.69! อ Schreibmaschine 11 125.-! 1: Besuche Amsterdam 70.45! 11 Kosten Twentsche Bank 43.02! " Gewinnsaldo 5.445.40! 1 fl.25.051.27! fl. 25.051.27 Kassa Twentsche Bank Gem. Giro Ausstehende Beiträge Sonderfonds X 7. Y 000 BILANZ fl. ft 503.16 4.249.45 ! it 292.16! 11 == 439.25! 831.43! 25.-! 112.45! fl. 6.452.90! ! Vermögen 1.1.1937:... fl.1.007.50 Gewinnsaldo 5.445.40 f1.6.452.90 fl.6.452.90 Beilage E. Annexe E. Annex E. Mitglieder zahl am 1. Januar Effectifs Membership au ler janvier on 1st January Land Angeschlossene Verbände Pays Organisations affiliees : 1935 1936 1937 9 1938 Country Affiliated Organisations Belgique Danemark : Syndicat Gen. des Employes, Techn., Mag. et Voyageurs de Commerce: : Dansk Handels- og Kontorme dhjaelperforbund 15.200 : 23.550 17.754 25.112 : 20.970 21.756 27.156 29.353 Finlande France : Suomen Liike työntekijän Liitto r. y. 2.515 : : Federation Nationale des Syndicats d'Employes 15.000 3.007 18.500 : 3.528 205.000 : 4.100 205.000 : Feueration des Syndicats de Voyageurs, Repr. et Placiers : 7.000 : 9.000 : Federation des Techniciens 1.200 Grece Fédération des Employes Prives 5.000 5.000 Grande Bretagne : National Union of Distributive and Allied Workers : 92.298 101.425 : Adm., Clerical& Supervis. Group of the Transport& Gen. Work. Union: : Association of Women Clerks& Secretarios 6.000 : 6.000 108.353 6.000 : : 1.500 1.500 : 1.500 : National Union of Clerks& Administrative Workers 8.100 9.030 10.335 60.000 116.539 6.000 2.000 12.560 : National Amalg. Union of Shop Assist., Warehousemen and Clerks 43.776 49.992 61.545 76.348 Irlande Yougoslavie : Savez Privatnih Namjestenika Jugoslavije Pays- Bas Suede Suisse Espagne Tchecoslovaquie Norvège Palestine Pologne Roumanie : Association of Engineering Shipbuilding Draughtsmen : National Union of Commercial Travellers : National Union of Cooperative Officials : The Irish Union of Distributive Workers and Clerks : Savez Bankovnih, osig., trgovačkih i industrijskih ĉin. Jugoslavije: : Algemeene Nederl. Bond van Handels- en Kantoor bedienden : Algemeene Bond van Technisch en Opzichthoudend Personeel : Norges Handels- og Kontorfunksjonaerers Forbund : Union of Jewish Clerks and Office Employees : Powszechny Zwiazek Zawodowy Pracown. Handl. i Biurow. w/ Polsce : Fed. Sind. de Funcţionari Particulari din Romania : Svenska Handelsarbetareförbundet 11.000 11.000 13.950 15.400 609 571 521 522 5.378 5.475 5.612 5.782 6.013 6.013 8.287 8.287 3.057 3.095 3.240 3.172 3.284 3.011 3.539 : 5.150 : 18.542 18.146 18.017 : 17.822 1.970 1.971 2.010 : 2.175 7.783 9.566 12.571 15.905 2.990 5.040 6.000 : 6.150 6.502 8.278 : 12.150 : 12.514 1.680 4.000 3.500 : 24.346 26.301 28.461 5.000 32.078 : Angestellten sektion des Verb. der Handels-, Transp.- u. Lebensm. Ar b 1.723 1.754 2.050 Hongrie : Federacion Nacional de Trabajadores de Comercio : Federacion de Empleados de Oficina de Espana : Einheitsverband der Privatangestellten in der Čechosl. Republik : Zentralverband der Versicherungsangest. in der Čechosl. Republik : Verband der Bank-& Sparkassenbeamten in der Čechosl. Republik : Allgemeiner Angestellten- Verband : Magyarorszagi lagantisztviselők Szövetsége : Kereskedelmi Alkalmazottak Országos Szövetsége : Penzintezseti Tiszt. Orszagos Egyesülete : 10.000 11.100 22.000 50.108 7.860 4.906 15.472 39.917 : 50.667 58.819 64.711 71.787 2.995 3.132 : 3.288 5.262 5.283 5.353: 5.455 21.335 22.502 22.939 23.413 3.598 3.532 : 3.603 3.702 1.929 1.974 1.988 2.333 1.946 2.071 2.071 2.071 408.690 : 455.892 712.268 876.737