Internationaler Bund der Privatangestellten Geschäfts- und Kassenbericht für die Zeit vom 1. Juli 1949 bis 31. Mai 1952. Mai 1952 Vondelstraat 61 Amsterdam- W. DG Archiv Exemplar АИР- 412 Bunde INTERNATIONALER BUND DER PRIVATANGESTELLTEN GESCHÄFTS- und KASSENBERICHT für die Zeit vom 1. Juli 1949- 31. Mai 1952. Vondelstraat 61 AMSTERDAM- West. - 2- INHALTSVERZEICHNIS IN MEMORIAM EINLEITUNG 1. ANGESCHLOSSENE ORGANISATIONEN A) Mitgliedschaft. B) Neuanschlüsse. C) Austritte. D) Teilnahme an Kongressen. E) Beziehungen zwischen angeschlossenen Organisationen. 2. VERWALTUNG UND INTERNE ORGANISATION A) Kongress. B) Vorstand. c) Rechnungsprüfungskommission. D) Büro und Personal. 3. DIE FACHGRUPPEN 4. DIE MITTEILUNGEN UND SONSTIGE VERÖFFENTLICHUNGEN A) Die Mitteilungen. B) Die Propagandabroschüre. C) Erhebungen. D) Dokumentation. 5. INTERNATIONALE JUGENDARBEIT Seite 6-9 10-16 17- 26 27- 29 29- 30 6. BEZIEHUNGEN ZU NICHT- ANGESCHLOSSENEN ORGANISATIONEN 31- 32 A) Europa. B) Aussereuropäische Länder. 7. INTERNATIONALE GEWERKSCHAFTSBEZIEHUNGEN 33-37 A) Der I.B.F. G. B) Die Zusammenarbeit zwischen den I. B. S. 8. DAS INTERNATIONALE ARBEITSAMT 38-43 A) Allgemeines. B) Der Beratende Ausschuss für Angestellte und geistige Arbeiter. C) Die Industrie- Ausschüsse des IAA. =====KASSENBERICHT I N 11 - 3- 11 11 MEMORIAM KARL LEHRER Berlin GEORGES THOMSON 000 D London HERBERT ELVIN London 27. Juni 1949 0 0 7. Juli 1949 im November 1949 FLORIAN BERGMANN- Liberec Liberec... 22. September 1950 12. Juli 1951 ORESTE CAPOCCI Paris 29. Oktober 1950 HANS BÖCKLER Düsseldorf ww 16. Februar 1951 ERICH GIERKE- Berlin Obwohl wir in der Berichtsperiode das Andenken dieser Kollegen bei ihrem Hinscheiden geehrt haben, ist es selbstverständlich, dass wir ihrer in unserm Dreijahresbericht noch einmal gedenken. Sie haben in ihrem Lande unter oft ausserordentlich schwierigen Verhältnissen ihren Organisationen und der nationalen Gewerkschaftsbewegung ihre besten Kräfte gegeben. Neben ihrer vielumfassenden Tätigkeit auf nationalem Gebiet haben sie sich auch in der internationalen Gewerkschaftsbewegung als tüchtige, standhafte, hingebungsvolle Kampfer bewährt. Ihre Kenntnis der Gewerkschaftsverhältnisse, ihre Erfahrungen auf nationalem und internationalem Gebiet und vor allem auch ihr Idealismus sind für unsere Internationale von unschätzbarem Wert gewesen. Ohne die grossen Verdienste der andern verstorbenen Kollegen schmälern zu wollen, glauben wir doch für zwei Freunde einen besonderen Platz in unserem Nachruf einräumen zu müssen, und zwar für Georges Thomson und Oreste Capocci. Wir wollen an dieser Stelle nicht auf ihre grossen Verdienste für unsere Internationale vor und nach dem zweiten Weltkrieg eingehen; das haben wir nach ihrem Hinscheiden in unseren Mitteilungen getan. Georges Thomson und Oreste Capocci werden in unser aller Erinnerung fortleben, weil sie ihre Aufgabe als Vorstandsmitglieder-- Oreste Capocci von 1947 bis zum Wiener Kongress im Jahre 1949 als Vorsitzender-- auf hervorragende Weise erfüllt haben. Von allen Kollegen, deren wir hier gedenken, können wir bezeugen, dass sie Internationalisten im besten Sinne des Wortes waren. Ihr Tod war für den Internationalen Bund der Privatangestellten ein grosser Verlust. Und wir haben in ihnen nicht nur tüchtige Mitarbeiter sondern auch treue Kameraden verloren. W. Spiekman. -4EINLEITUNG Die regelmässige Lektüre der offiziellen Organe der angeschlossenen Organisationen, der vielen befreundeten Verbände von Handels- und Büroangestellten und Technikern in Europa und in andern Erdteilen, des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften und zahlreicher Gewerkschaftszentralen, gibt ein deutliches Bild von den wirtschaftlichen und sozialen Problemen, an deren Lösung die Gewerkschaftsbewegung sowohl national wie international mitarbeitet. Dabei fallt nicht nur die Zahl, sondern vor allem auch die Mannigfaltigkeit der Probleme auf. Aus verschiedenen Gründen müssen wir davon absehen, in dieser Einleitung zu unserm Bericht über die Periode 1. Juli 1949 bis 31. Mai 1952 auf diese Probleme näher einzugehen. Die Frage der Löhne und Preise forderte auch in den letzten drei Jahren die andauernde Aufmerksamkeit unserer angeschlossenen Organisationen. Über den Verlauf und die Ergebnisse der in den verschiedenen Ländern geführten Gehaltsaktionen haben wir regelmässig in unsern" Mitteilungen" berichtet. Ausser den Problemen, die die Interessen aller Arbeitnehmer und damit auch der in unserer Internationale organisierten Gruppen berühren,( u.a. die Frage der Mitbestimmung), gibt es in vielen Ländern Probleme, die die besondere Aufmerksamkeit unserer Verbande erfordern, wie z. B. die Frage der Beschäftigung der älteren Angestellten. Erwähnung verdient auch die Aktion, die in verschiedenen Ländern zur Durchführung des Grundsatzes: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, geführt wird. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an die von der 34. Internationalen Arbeitskonferenz( Juni 1951) angenommene Konvention über die gleiche Entlohnung für Männer und Frauen. Die Frage des Ladenschlusses hat in der Berichtsperiode zahlreiche angeschlossene Angestelltenorganisationen beschäftigt. Unsere Veröffentlichung über den Stand des Ladenschlusses in den verschiedenen Landern fand bei unsern Verbanden grosse Anerkennung. Bekanntlich wurde im September 1951 auf Initiative des französischen Bundes der leitenden Angestellten( Confederation Generale des Cadres, CGC) in Rom der Internationale Bund der leitenden Angestellten( Confederation Internationale des Cadres errichtet. Der Vorstand unserer Internationale hat das Problem der Stellung der leitenden Angestellten in der Gewerkschaftsbewegung für so wichtig gehalten, dass er beschlossen hat, es als besonderen Punkt auf die Tagesordnung des Osloer Kongresses zu setzen. Für unsere Internationale von kaum zu unterschätzender Bedeutung ist die Frage der Organisationsform. In zahlreichen Ländern innerhalb und ausserhalb Europas gibt es starke und aktive Berufsverbande, aber es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, dass die Industrie gewerkschaften, sowohl in diesem Erdteil als auch in überseeischen Ländern, gegenwartig eine wichtigere Rolle spielen, als es vor dem zweiten Weltkrieg der Fall war. Es ist selbstverständlich, dass die für einen Anschluss an unsere Internationale in Frage kommenden Arbeitnehmerkategorien in ihrem Land selbst zu entscheiden haben, welche Organisationsform ihnen für ihren Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen am zweckmassigsten erscheint. Dass unser schriftlicher Bericht über die Tätigkeit des Internationalen Sekretariats in Oslo inbezug auf zahlreiche Punkte mündlich erläutert und er ganzt werden wird, ist wohl selbstverständlich. Die Mitteilung vom Anschluss des Landesverbandes der Angestellten in Belanganj, Agra( India) erreichte uns zu spät, als dass wir sie noch in den Bericht hätten aufnehmen können. Wir halten es jedoch für richtig, diese Tatsache in unserer Einleitung besonders zu erwähnen. Wir hoffen, dass der Anschluss dieser Organisation für viele Verbände in überseeischen Ländern ein Ans porn sein wird, sich ebenfalls unserer Internationale anzuschliessen. -5Wir danken den Vorständen aller angeschlossenen Organisationen für ihre Mitarbeit in der Berichtsperiode und wir haben das feste Vertrauen, dass sie auch in den kommenden Jahren der weiteren Stärkung unseres Berufssekretariates ihre besten Kräfte widmen werden. Wenn der Internationale Bund der Privatangestellten im Jahre 1954 sein 50- jähriges Jubiläum feiern wird, dann können wir uns für diese Gelegenheit keine besseres Geschenk denken, als dass wir ihn zu einer Weltorganisation machen. Amsterdam, den 30. April 1952. W. SPIEKMAN, Sekretar. -6I ANGESCHLOSSENE ORGANISATIONEN Sowohl der schriftliche wie der persönliche Verkehr mit den angeschlossenen Organisationen war in der Berichtsperiode sehr lebhaft. Sie wurden über die Tätigkeit des Sekretariats regelmässig durch die monatlich erscheinenden" Mitteilungen" sowie durch Rundschreiben unterrichtet. Im allgemeinen haben die angeschlossenen Verbände unsere Bitten um statistische Angaben und Auskünfte in befriedigender Weise erfüllt. Freilich hat es auch bedauerliche Ausnahmen gegeben, wo wir erst nach Zusendung eines oder mehrerer Mahnschreiben die erbetene Antwort erhielten, wodurch zusätzliche Arbeit verursacht und die Tätigkeit des Sekretariats behindert wurde. A) Mitgliedschaft Am 1. Januar 1952 waren nachstehende Organisationen unserer Internationale angeschlossen: Land: Name und Adresse des Verbandes Mitgliederzahl p. 1. Jan. 52 BELGIEN 1) Syndicat des Employés, Techniciens et Cadres de Belgique, 42, rue Haute, BRÜSSEL DÄNEMARK 2) Dansk Handels- og Kontormedhjaelperforbund, Vestre Boulevard, KOPENHAGEN V 37.434 54.115 DEUTSCHLAND- 3) Deutscher Gewerkschaftsbund, Stromstrasse 8, DÜSSELDORF 408.258 4) Deutsche Angestellten- Gewerkschaft, Holstenwall 3/5, HAMBURG 36 249.672 FINNLAND 5) Suomen Liiketyöntekijäin Liitto R.Y., Unionsgatan 45 H, HELSINGFORS 13.218 FRANKREICH 6) Fédération des Employés et Cadres, 27, rue du Mont Thabor, PARIS I 42.000 GROSSBRITANNIEN 7) Union of Shop, Distributive and Allied Workers, " Oakley", 188 Wilmslow Road, Fallowfield, MANCHESTER 14 8) Association of Engineering and Shipbuilding Draughtsmen, 96 St. George's Square, LONDON, S.W. 1 9) Clerical and Administrative Workers' Union, 70 St. George's Square, LONDON, S.W. 1 260.000 46.927 39.930 10) Transport and General Workers' Union, Transport House, Smith Square, LONDON, S.W. 1 10.000 11) Association of Supervisory Staffs, Executives and Technicians, 110 Park Street, LONDON, W. 1 8.000 1.169.554 GROSSBRIANNIEN HOLLAND - 7- -- 12) National Union of Commercial Travellers, 103 Southwark Street, LONDON, S.E. 1 13) Alg. Nederl. Bond van Handels- en Kantoor bedienden en Handelsreizigers" Mercurius", P. Potterstraat 9, AMSTERDAM- Zuid 1.169.554 416 20.207 14) Alg. Ned. Metaalbedrijfs bond, Andries Bickerweg 6; HAAG 5.760 15) Alg. Bond van Arbeiders en Arbeidsters in de Textiel- en Kledingbedrijven" De Eendracht", Vondelstraat 48, AMSTERDAM- West 1.309 ISRAEL 16) Union of Jewish Clerks and Office Employees, P.O. Box 2155, TEL AVIV 40.000 NORWEGEN 17) Norges Handels- og Kontorfunksjonaerers Forbund, Storgata 12, OSLO 29.613 18) Norsk Forbund for Arbeidsledere og Tekniske Funksjonaerer, Storgt. 23, IV., vaerelse 405, OSLO 1.960 ÖSTERREICH- 19) Gewerkschaft der Angestellten in der Privatwirtschaft, Deutschmeisterplatz 2, WIEN I SCHWE DEN 20) Svenska Handelsarbetareförbundet, Pilgarden, MALMÖ SCHWEIZ 117.219 21) Verband der Handels-, Transport- und Lebensmittelarbeiter der o Schweiz, Postfach 304, ZÜRICH 26 73.565 8.756 1.468.359 B) Neuanschlüsse In der Berichtsperiode traten nachstehende Organisationen dem I. B. P. bei: DEUTSCHLAND:.. Deutscher Gewerkschaftsbund, Düsseldorf 0 Deutsche Angestellten- Gewerkschaft, Hamburg Gewerkschaft der kaufmännischen, Büro- und Verwaltungsangestellten, Berlin Gewerkschaft der Techniker und Werkmeister Bemerkung: 1. Juli 1949 1. Juli 1949 1. Juli 1949 1. Juli 1949 Seit dem 1. Juli 1950 sind die Berliner Gewerkschaften( 1. Gewerkschaft der kaufmännischen, Büro- und Verwaltungsangestellten; 2. Gewerkschaft der Techniker und Werkmeister), unter dem Namen" Landesverband Berlin der DAG", der Deutschen Angestellten- Gewerkschaft angeschlossen. HOLLAND:..... Alg. Nederlandse Metaalbedrijfsbond, Haag NORWEGEN: 0000 Alg. Nederl. Bond van Arbeiders en Arbeidsters in de Textiel- en Kleding bedrijven" De Eendracht", Amsterdam- Norsk Forbund for Arbeidsledere og Tekniske Funksjonaerer, Oslo 1. Jan. 1951 1. Jan. 1951 1. Jan. 1951 - 8- GROSSBRITANNIEN: Association of Supervisory Staffs, Executives and Technicians, London -880ле 1. Januar 1952 C) Austritte aus: Nachstehende Organisationen traten in der Berichtsperiode aus der Internationale SÜDAFRIKA: GROSSBRITANNIEN: National Union of Commercial Travellers, Johannesburg- September 1949 Association of Supervisory Staffs, Executives and Technicians, London 1. Januar 1950 HOLLAND: SÜDAFRIKA:..... Bond van Werkmeesters, Technici en Opzichthoudend Personeel,( BWTO), Amsterdam Bemerkung: Im Zusammenhang mit der Durchführung der Organisierung nach dem Industrie- Prinzip beschloss die BWTO im Dezember 1950 die Auflösung zum 1. Januar 1951. 1. Januar 1951 National Union of Distributive Workers, Johannesburg- 1. Januar 1951 D) Teilnahme an Kongressen Soweit wie möglich entsandten wir Vertreter zu Kongressen angeschlossener Verbände, zu denen wir eingeladen worden waren. Dies geschah in folgenden Fällen: Vertreter: Syndicat des Employés, Techniciens et Cadres de Belgique Brussel 19.- 20. November 1949 W. Spiekman. Union of Shop, Distributive and Allied Workers Bridlington 9.- 11. April 1950 W. Spiekman. Bond van Werkmeesters, Technici en Opzichthoudend Personeel( BWTO) Amsterdam 2.- 3. Juni 1950 W. Spiekman. Alg. Ned. Bond van Handels- en Kantoor bedienden" Mercurius" Amsterdam 16.- 17. Juni 1950 J. Young, W. Spiekman. Finlands Affärsarbetareförbundet Helsingfors 27.- 28. Aug. 1950 J. Young. Alg. Nederl. Bond van Handels- en Kantoor bedienden" Mercurius' Amsterdam 14. Oktober 1950 W. Spiekman. " Fédération des Employes et Cadres Paris 20.- 22. Oktober 1950 C.W. Jacobsen. Gewerkschaft der Angestellten in der Privatwirtschaft Wien 17.- 19. November 1950 C.W. Jacobsen, W. Spiekman. Kongress: Bond van Werkmeesters, Technici en Opzichthoudend Personeel( BWTO). Svenska Handelsarbetareförbundet Verband der Handels-, Transportu. Lebensmittelarbeiter d. Schweiz Deutsche Angestellten- Gewerkschaft - 9- Amsterdam 16. Dezember 1950 Vertreter: W. Spiekman. Malmo 21.- 26. Mai 1951 J. Young, W. Spiekman. Born 26.- 28. Mai 1951. Ch. Everling. Berlin 19.- 22. September 1951 C.W. Jacobsen, H. Fetterlein, J. Young. Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen( DGB) Köln 22.- 25. September 1951 J. Young, W. Spiekman. Association of Engineering and Edinburgh 13.- 14. April 1952 W. Spiekman. Shipbuilding Draughtsmen Deutscher Gewerkschaftsbund: Stuttgart 25.- 27. April 1952 W. Spiekman. Angestellten- Bundestag Jubiläumkongress, Syndicat des Employes, Techniciens et Cadres de Belgique Brussel 22.- 25. Mai 1952 J. Young. E) Beziehungen zwischen angeschlossenen Organisationen Holland- Belgien. In der Berichtsperiode hat nur eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft Holland- Belgien stattgefunden und zwar am 6. und 7. Oktober 1949 in Amsterdam. Kollege W. Spiekman, Sekretar, vertrat auf dieser Tagung unsere Internationale. Die Konferenz wählte H. Emmering vom" Algemene Nederl. Bond van Handels- en Kantoorbedienden" Mercurius" zum Sekretär der Arbeitsgemeinschaft. Skandinavische Arbeitsgemeinschaft für Handels- und Büroangestellte. Auch in dieser Berichtsperiode arbeiteten die vier angeschlossenen skandinavischen Verbände eng zusammen. Vorsitzender dieser Arbeitsgemeinschaft ist S.A. Johansson( Malmö). Die übrigen Vorstandsmitglieder sind H. Heie, Kopenhagen( Sekretär) und H. Fetterlein, Kopenhagen( Kassierer). Gelegentlich des Verbandstages unserer finnischen Organisation im August 1950 wohnte der Vorsitzende unserer Internationale, Koll. J. Young, der in Aulanko abgehaltenen Tagung der Skandinavischen Arbeitsgemeinschaft bei. - 10- II VERWALTUNG UND INTERNE ORGANISATION A) Kongress In der Zeit vom 18. bis 20. Juli 1949 tagte in Wien der 9. Ordentliche Kongress des IBP. An dem Kongress nahmen 58 Delegierte, bezw. Gastdelegierte aus 11 Ländern teil, die insgesamt 13 angeschlossene Gewerkschaften vertraten. Nicht angeschlossene Gewerkschaften aus Deutschland waren: Die Deutsche Angestellten- Gewerkschaft- Hamburg; die Gewerkschaft der kaufmännischen, Büro- und Verwaltungsangestellten- Berlin und die Gewerkschaft der Techniker und Werkmeister- Berlin. Die Delegierten des Deutschen Gewerkschaftsbundes( DGB), Düsseldorf, konnten wegen Visaschwierigkeiten nicht auf dem Kongress anwesend sein. Das Internationale Arbeitsamt in Genf hatte als Beobachter Herrn Dr. Karl St. Grünberg zum Kongress entsendet; ausserdem hatte die Internationale der P.T. T. Betriebe den Kollegen Gmür aus der Schweiz und die Internationale Föderation der öffentlichen Angestellten den Kollegen Rudolf Stonner( Österreich) zum Kongress delegiert. Die nachfolgenden Gaste wohnten der Eröffnungssitzung am 18. Juli bei: Der Bundeskanzler, Dr. Ing. Figl; Minister Helmer, Minister Sagmeister, Minister Übeleis, Bürgermeister Dr. H. C. Körner, Nationalr. J. Böhm( Präsident des ÖGB), Staatssekretar Mantler und der 1. Sekretär der Arbeiterkammer, Weigel. Im Nachstehenden folgen die auf dem Kongress gefassten Beschlüsse: 1) Die Statutenänderungen wurden genehmigt. 2) Der Bericht des internationalen Sekretärs wurde einstimmig angenommen. 3) Der Kongress wählte die nachfolgenden Vorstandsmitglieder, welche verschiedene Länder oder Gruppen von Ländern vertreten: J. D. Hiscock( Grossbritannien); S.A. Johansson( Skandinavien); C.W. Jacobsen( Holland); 0. Capocci( Frankreich); Nationalr. Fr. Hillegeist( Österreich). Es wurde für Deutschland ein Mandat offengehalten, über dessen Besetzung nicht entschieden werden konnte, da die Delegation des DGB nicht am Kongress teilnehmen konnte. Als Vorsitzende der neu aufgestellten Fachgruppen wurden die nachfolgenden Kollegen gewählt: A. Sidro( Frankreich) H. Fetterlein( Dänemark) Ch. Everling( Belgien) J. Young( Grossbritannien) - Handels- und Büroangestellte in Handel und Industrie; Geschäftsreisende und Vertreter; Bank-, Versicherungs- und SozialversicherungsangestellTechniker und Werkmeister. te. J. Young, Generalsekretär der" Association of Engineering and Shipbuilding Draughts( London) wurde zum Präsidenten gewählt. men W.G. Spiekman wurde zum internationalen Sekretär wiedergewählt. 4) Die Beiträge wurden von 45 Gulden pro 1000 Mitglieder auf 60 Gulden pro 1000 Mitglieder erhöht. 5) Der von der" Union of Shop, Distributive and Allied Workers"( Grossbritannien) eingebrachte Antrag, um zu einer regelmässigeren Sammlung und Verteilung von Informationen über die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Angestellten in den verschiedenen Landern zu kommen, wurde einstimmig angenommen. - 11- 6). Anlässlich eines Antrages der" National Union of Distributive Workers"( Johannesburg, Südafrika), hat der Kongress nochmals einstimmig die Notwendigkeit der Durchführung der 5- Tagewoche( 40 Stunden) betont. Die nachfolgenden Referate wurden gehalten: ( 1) Die Lage der Kopfarbeiter in Grossbritannien- James Young. ( 2) Die Internationale Einheit der Angestellten- C. W. Jacobsen. ( 3) Angestelltenprobleme und des Internationale Arbeitsamt- S.A. Johansson. B) Vorstand Sitzungen. In der Berichtsperiode fanden 7 Vorstandssitzungen statt und zwar: 1) am 18. und 19. Januar 1950 in Kopenhagen; 2) 18. und 19. Juni 1950 in Amsterdam; 11 " 11 17., 18. und 19. Januar 1951 in Brussel; 17. April 1951 in Brüssel; 11 5) 17. und 18. Mai 1951 in Kopenhagen; 11 6) 29. bis 31. Oktober 1951 in Nizza; !! 7) 13. und 14. Februar 1y52 in Genf. Nachstehend folgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, die behandelt wurden. Zudem veröffentlichen wir die wichtigsten in den einzelnen Vorstandssitzungen gefassten Beschlüsse. Kopenhagen, 18. und 19. Januar 1950. Inbezug auf den Punkt" Ausübung des Deutschland zugewiesenen Mandates im Vorstand" konnte man über die Frage ob neben dem deutschen ordentlichen Vorstandsmitglied auch ein Stellvertreter ohne Stimmrecht zu allen Vorstandssitzungen zugelassen werden konnte, keine Einigung erzielen. Es wurde daher beschlossen, diese Frage einer am 3. März 1950 in Hamburg einzuberufenen Kommission, welche sich aus den Kollegen J. Young, H. Fetterlein, Fr. Hillegeist, Ch. Everling und W. Spiekman zusammensetzen wurde, vorzulegen. Von deutscher Seite wurden die nachfolgenden Kollegen an den Beratungen teilnehmen: H. vom Hoff Deutscher Gewerkschaftsbund( Düsseldorf); Deutsche Angestellten- Gewerkschaft( Hamburg); Fr. Rettig E. Gierke G. Lehmann Gewerkschaft der kaufmännischen, Büro- und Verwaltungsangestellten ,. Gewerkschaft der Techniker und Werkmeister( Berlin). Berlin; Der Vorstand beschloss die internationalen Fachgruppen- Konferenzen vom 23.- 30. Oktober 1950 in Hamburg abzuhalten. Amsterdam, 18. und 19. Juni 1950. Die von der Hamburger Konferenz am 3. März vorgeschlagene Lösung inbezug auf das deutsche Mandat im Vorstande in dem Sinne, dass die Kollegen Hans vom Hoff( DGB- Düsseldorf) und Fritz Rettig( DAG- Hamburg) sich künftighin and den Vorstandssitzungen wechselweise als vollberechtigtes Mitglied und als Beobachter beteiligen werden, würde einstimmig genehmigt. Der Sekretär teilte mit, dass der ausserordentliche Verbandstag der Gewerkschaft der Techniker und Werkmeister und der Gewerkschaft der kaufmännischen, Büro- und Verwaltungsangestellten, Berlin, am 29. und 30. April 1950 ihre Vereinigung mit der D.A. G. beschlossen hatten. Diese Vereinigung sollte am 1. Juli 1950 vollzogen werden. - 12- Im Zusammenhang mit den Bemühungen des Sekretars Neuanschlüsse zu bewerkstelligen, wurde die etwaige Unterstützung des IBFG bei der Propagandaarbeit der IBS diskutiert. Die Haltung des IBFG wurde kritisiert und der Sekretär wurde beauftragt, sich in dieser Frage an den Kollegen M. C. Bolle, Sekretär des Koordinationsausschusses der IBS zu wenden. Inbezug auf die etwaige Festsetzung eines niedrigeren Beitragssatzes für sympathisierende Angestellten- Verbände, wurde der internationale Sekretär beauftragt, eine Untersuchung nach der Regelung dieser Frage bei den übrigen IBS anzustellen. Die Frage, ob es notwendig wäre, das Koordinationskomitee der IBS aufrecht zu erhalten, wurde ausführlich diskutiert und es wurde beschlossen, in jeder Vorstandssitzung die Tätigkeit des Koordinationskomitees zu prüfen. Es wurde ferner beschlossen, die Beiträge an das Komitee bis zum 1. April 1951 zu zahlen. Es wurde fernerhin beschlossen, dass der Sekretär den am 28. August 1950 abzuhaltenden Sitzung des IBFG zwecks Gründung einer Kommission, deren Aufgabe es sein wird, Bericht zu erstatten über die Weise in der Angestellte, Techniker, usw. am besten international vertreten werden können, beiwohnen würde. Brüssel, 17., 18. und 19. Januar 1951. Vor dem Beginn der Beratungen gedachte der Vorsitzende Kollege J. Young des VizePräsidenten Oreste Capocci und hiess den Kollegen Lucien Gyesse, der von dem französischen Verbande als Nachfolger O. Cappocis zum Vertreter Frankreichs bestimmt wurde, herzlich willkommen. Der Vorstand befasste sich in eingehenden Beratungen mit den Versuchen des Sekretars, Neuanschlüsse in und ausserhalb Europa zustande zu bringen. Was die internationale Zusammenarbeit der Angestelltenjugend betrifft, ist man sich darüber einig, dass diese Arbeit den einzelnen Verbanden zu überlassen ist. Der Vorstand befasste sich mit Fragen, die mit den leitenden Angestellten in den verschiedenen Ländern, mit der CGC in Frankreich und mit der Gründung der Internationale der leitenden Angestellten( Confédération Internationale des Cadres) im Zusammenhang stehen. позаблени Ferner wurde beschlossen, die Auslandskonten des IBP zu liquidieren, wo das möglich ist. Auf Vorschlag des Kollegen Jacobsen wurde beschlossen, dem Ersuchen des israelischen Verbandes Folge zu leisten, um solange es nötig sein sollte, nur 50% der Beiträge, zahlen zu dürfen. Der Vorstand beschloss zu einem einmaligen Beitrag von£ 1.- pro 1.000 Mitglieder für die regionale Arbeit des IBFG im fernen Osten. Inbezug auf den vom 18. bis 21. April 1951 in Brüssel einberufenen Weltkongress der Angestellten in Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, wurde beschlossen, den ganzen Vorstand zu delegieren. Der Vorstand erklärte sich mit den von den Fachgruppen- Konferenzen im Oktober 1950 gefassten Beschlüssen einverstanden. Auf Ersuchen der DAG wurde beschlossen, den Kollegen O. Ehlers in den Vorstand der Fachgruppe der Geschäftsreisenden hinzuzuwählen. Brüssel, 17. April 1951. Auf dieser ausserordentlichen Vorstandssitzung befassten sich samtliche Vorstandsmitglieder in der Hauptsache mit Fragen, die mit dem vom 18. bis 21. April in Brüssel abzuhaltenden Weltkongress der Angestellten in Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft im Zusammenhang stehen. Kopenhagen, 17. und 18. Mai 1951. Der Antrag des Sekretärs, gelegentlich des 2. Weltkongresses des IBFG in Mailand ( 4.- 12. Juli 1951) Fühlung mit den italienischen Verbänden der Handels- und Bankangestellten zu nehmen, wurde einstimmig angenommen. Der Vorstand befasste sich eingehend mit dem Punkt" Der Beratende Ausschuss für An - 13- gestellte und geistige Arbeiter bei dem I.A.A. In einer einstimmig angnommenen Resolution wurde den Generaldirektor des IAA und den Vorsitzenden des Verwaltungsrates ersucht, in der nachsten Sitzung des Verwaltungsrates die Behandlung der Frage einer Erweiterung des Beratenden Ausschusses für Angestellte und geistige Arbeiter zu veranlassen. Ferner wurde die Notwendigkeit der Schaffung eines selbständigen Ausschusses für Angestellte und besoldete geistige Arbeiter und die Bildung von zwei Unterausschüssen hervorgehoben. Auf Vorschlag des Kollegen Hillegeist wurde beschlossen, dass der Sekretär einen ü- bersichtlichen Bericht über die seit Oktober 1950 in den einzelnen Ländern gemachten Errungenschaften zusammenstellen würde. Der Sekretär wird diese Antworten vergleichen mit den von den einzelnen Fachgruppen- Konferenzen angenommenen Resolutionen und wird auf diese Weise feststellen, welche Fortschritte in den einzelnen Landern seit Oktober 1950 gemacht wurden. Sobald die Übersicht vorliegt, werden sich die Vorsitzenden mit dem Sekretar darüber beraten, ob eine Tagung der Fachgruppen- Vorstände erwünscht ware. Es wurde beschlossen, auf die Tagesordnung der am 29. und 30. Oktober 1951 in Nizza abzuhaltenden Vorstandssitzung den Punkt" Die Zahl und die Struktur der Fachgruppen" zu setzen. Dem Antrag des DGB( Düsseldorf), in den Fachgruppenvorstand der Fachgruppe der Handels- und Büroangestellten in Handel und Industrie neben dem Kollegen Ismar Wachsner( AG) den Kollegen Arthur Killat, Sachberater für Angestelltenfragen im Angestellten- Sekretariat des DGB, hinzuzuwählen, wurde entsprochen. Der Vorstand befasste sich mit Fragen über die internationale Jugendarbeit und man beschloss, der am 29.- 31. Oktober in Nizza abzuhaltenden Vorstandssitzung einen von den Kollegen Jacobsen, Rettig und Hillegeist abzufassenden Bericht über die mit der internationalen Jugendarbeit verbundenen Kosten vorzulegen. In einer längeren Beratung befasste sich der Vorstand eingehend mit dem zwischen der " Deutschen Angestellten- Gewerkschaft" und der französischen" Confédération Générale des Cadres" abgeschlossenen Abkommen. Nizza, 29. 31. Oktober 1951. Der Vorstand befasste sich mit der Frage, ob im Zusammenhang mit der finanziellen ungünstigen Lage des IBP eine Beitragserhöhung notwendig ware. Es wurde beschlossen, dass der Sekretär, der Kassierer und die beiden Rechnungsprüfer J. Rubinga und O. Leclercq, der nachsten Sitzung des Vorstandes einen Voranschlag für das Jahr 1952 unterbreiten würden. Ferner fasste man den Beschluss, dass das Sekretariat dem Vorstand einen Bericht über die Beitragsregelung bei den anderen IBS vorlegen würde. Zu der Frage der Struktur der Fachgruppen wurde beschlossen, diese Frage zumindesters bis zum Kongress in Oslo zu verschieben. Der Vorstand erklärte sich gegen Wiederaufnahme der CGC( Paris) in den Beratenden Ausschuss für Angestellte in Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft( IBFG). Die von der am 25. und 26. Oktober 1951 in Rotterdam abgehaltenen allgemeinen Konferenz der IBS gefassten Beschlüsse betreffend die Abhaltung einer Sitzung im Juni 1952 aller IBS unter den Auspizien des IBFG, die Regelung der Beziehungen zwischen den IBS und dem Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinigten Nationen durch das dem IBFG zuge billigte Konsultativ status, usw., wurden einstimmig genehmigt. Auf Vorschlag des Sekretars wurde beschlossen, die Kollegen J. Young, Ch. Everling und W. Spiekman und einen noch zu bestimmenden Kollegen aus Deutschland, als Beobachter zu der 2. Tagung des Beratenden Ausschusses zu entsenden. Es wurde ferner beschlossen, vor der 2. Tagung des Beratenden Ausschusses in Genf, eine Vorstandssitzung abzuhalten und zwar am 13. und 14. Februar. Genf, 13. und 14. Februar 1952. Im Zusammenhang mit einem bereits in der vom 29.- 31. Oktober in Nizza abgehaltenen Vorstandssitzung gefassten Beschluss, dass sich der Sekretär mit der" Vereinigung Schweiz. Angestellten- Verbande" in Verbindung setzen würde, um die Frage des Anschlusses an den IBP zu besprechen, schlägt der Sekretär vor, mit dem Kollegen Marty, Generalsekretar der VSA, Fühlung zu nehmen und zwar gelegentlich seines Aufenthaltes in der.% - 14- Schweiz vom 13. Februar- 1. Marz. Nach einer Darstellung des Kollegen Jacobsen über die Reorganisierung der Angestellten in Holland nach dem Prinzip der Industrie- Organisation, erklärt sich der Vorstand mit seinem Vorschlag einverstanden, um den Anschluss der Angestellten in den Industrieverbänden in Holland, durch ein zu errichtendes Sekretariat erfolgen zu lassen. Der Vorstand befasste sich in einer längeren Aussprache mit der finanziellen Lage des IBP. Der Vorstand erklärte sich in dieser Sitzung gegen eine Erhöhung; es wurde jedoch beschlossen, dass auf dem bevorstehenden Kongress in Oslo die Delegierten von ihren Verbänden zu beauftrag n sind, dem Vorstand die Ermächtigung zu erteilen, eventuell höhere Beitrage zu erheben, wenn solches im Zusammenhang mit weiteren Preissteigerungen notwendig sein sollte. In Bezug auf die Delegationen im Jahre 1952 beschloss man den Präsidenten, Koll. J. Young, zu dem am 22.- 25. Mai in Brüssel abzuhaltenden Jubiläumkongress des belgischen Verbandes zu entsenden. Sein Stellvertreter ist der Kollege Spiekman. An den vom 1.- 5. Juli anberaumten Tagungen des Generalrats des IBFG,( einschliesslich der allgemeinen Konferenz der IBS), werden sich die Kollegen Fr. Rettig und der Sekretär, W. Spiekman, beteiligen. Am zweiten Verhandlungstag befasste man sich ausschliesslich mit Fragen, die sich auf die von dem IAA abzuhaltenden Zweiten Tagung des Beratenden Ausschusses für Angestellte und geistige Arbeiter( 18. Februar 1. März) beziehen. Zu der Frage der Struktur wurde beschlossen, einen Brief an den Direktor der IAO zu schicken, in dem die Zweiteilung gefordert wird und zugleicherzeit diese Frage in der Zweiten Tagung des Beratenden Angestellten- Ausschusses aufzunehmen. Kopenhagen Anwesenheitsliste der Vorstandssitzungen Brussel Brüssel ☑ I' Mitglieder Jan. 1950 Juni 1950 Jan. 1951 Apr. 1951 Mai 1951 Ordentl. Kopenhagen Amsterdam J. YOUNG ☑ 0. CAPOCCI A I X Nizza Okt. 1951 Genf, Feb. 1952 ☑ K x х x ☑ ☑ M I I x x x К ☑ .☑ ㄨ ˋ B B B C A F. HILLEGEIST C.W. JACOBSEN Ch. EVERLING H. FETTERLEIN L. GYESSE J.D. HISCOCK H. vom HOFF S.A. JOHANSSON Fr. RETTIG A. SIDRO W. SPIEKMAN ☑ X. A X. K B ☑ ☑ X. } x B A x ☑ x M M ㄨ ˋ ㄠ ˋ ☑ ४ * x ㄅ ㄨ ˋ X х X A) Verhindert durch Krankheit. B) Verhindert durch anderweitige Beschäftigung. C) Stellvertreter( Algot Jönsson). x B К ㄅ ㄨ ˋ X 0 x ☑ X I x К A - 15- Änderungen im Vorstand Wahl eines Zweiten Vorsitzenden. In seiner im Januar 1950 in Kopenhagen abgehaltenen Sitzung wählte der Vorstand des IBP, auf Vorschlag des Kollegen C.W. Jacobsen, einstimmig den Kollegen Oreste Capocci, Generalsekretar der französischen angeschlossenen Organisation, zum Zweiten Vorsitzenden der Internationale. Nach dem Tode des Kollegen Capocci wurde dem Vorstand in der in Brüssel( Januar 1951) abgehaltenen Vorstandssitzung mitgeteilt, dass die französische Organisation schriftlich vorgeschlagen habe, Koll. Ch. Everling( Brüssel) zum Zweiten Vorsitzenden zu wählen. Koll. Jacobsen schlug den Kollegen Hillegeist( Wien) vor, worauf Koll. Everling nicht als Kandidat auftreten wollte und sich zugunsten des Kollegen Hillegeist zurückzog. Darauf wurde Koll. Hillegeist einstimmig zum Zweiten Vorsitzenden des IBP gewahlt. Wahl des Kassierers. In der Sitzung im Januar 1950 stimmten alle Mitglieder des Vorstandes dem Vorschlag des Vorsitzenden zu, den Kollegen C.W. Jacobsen zum Kassierer der Internationale zu wahlen. Vertreter für Frankreich. Die französische angeschlossene Organisation ernannte Koll. Lucien Gyesse, Bundessekretär der Organisation, als Vertreter Frankreichs im Vorstand der Internationale anstelle des verstorbenen Kollegen O. Capocci. Vertreter für Deutschland. Der Vorstand beschloss angesichts der schwierigen Situation in Deutschland dass sowohl Koll. Fr. Rettig( DAG- Hamburg) wie Koll. H. vom Hoff( DGB- Düsseldorf) an den Vorstandssitzungen teilnehmen dürften und zwar abwechselnd als offizieller Vertreter oder als Beobachter. J. YOUNG Der Vorstand setzt sich( am 1. April 1952) wie folgt zusammen: Fr. HILLEGEIST 0 0000 Prasident des I. B.P. Präsident der Fachgruppe der Techniker und Werkmeister Vize- Prasident o e o cao London, C.W. JACOBSEN 0000 Kassierer Ch. EVERLING H. FETTERLEIN A. SIDRO eoe o L. GYESSE oooo ooo O 0000000 Präsident der Fachgruppe der Bank-, Versicherungs- und Sozialversicherungsangestellten Präsident der Fachgruppe der Geschäftsreisenden. Präsident der Fachgruppe der Handels- und Büroangestellten in Handel und Industrie J.D. HISCOCK S.A. JOHANSSON H. VOM HOFF) Fr. RETTIG) W. SPIEKMAN ( Abwechselnd) Intern. Sekretar 0 o Wien, Amsterdam, Brüssel, Kopenhagen, Paris, Paris, Manchester, Malmo, Düsseldorf, Hamburg. Amsterdam. - 16- C) Rechnungsprüfungskommission Auf dem vom 18.- 20. Juli 1949 in Wien abgehaltenen Kongress des IBP wurden nachfolgende Kollegen als Rechnungsprüfer wiedergewählt: 0. Leclercq J. Rubinga --Sekretär des" Syndicat des Employés, Techniciens et Cadres de Belgique", Brussel, Sekretar des B.W T.O.( Amsterdam); heute Sekretar des" Alg. Ned. Metaalbedrijfsbond" Haag. D) Büro und Personal Das Internationale Sekretariat hatte sein Büro vom 2. Mai 1947 bis zum 3. Mai 1951 in dem Gebäude des Niederländischen Gewerkschaftsbundes( N.V.V.) in der P.C. Hooftstraat 176 in Amsterdam. Die uns dort zur Verfügung stehenden Raume waren jedoch nicht ausreichend und deshalb war die Verlegung des Sekretariats am letztgenannten Datum nach der Vondelstraat 61- Amsterdam- West, wo wir zwei grosse und ein kleines Zimmer, sowie genügend Raum für unser Archiv bekamen, eine willkommene Verbesserung. In der Berichtsperiode war Frl. V. Bonettemaker auch weiterhin als Hilfssekretärin tatig. Ihre Haupttatigkeit besteht in der Zusammenstellung der monatlich erscheinenden " Mitteilungen, wofür die Lektüre aller Zeitungen und Zeitschriften angeschlossener und nicht angeschlossener Verbande und von Zeitschriften allgemein gewerkschaftlicher Art notwendig ist, sowie in der Abfassung von Berichten über die Vorstandssitzungen und in buchhalterischer Arbeit. Sie versorgt die deutsche Ausgabe der" Mitteilungen" und sie führt die ihr vom Koll. C.W. Jacobsen aufgetragene Korrespondenz über finanzielle Angelegenheiten. Am 17. Oktober 1949 trat Herr W. Vos in den Dienst unseres Sekretariats. Er ist mit Vervielfältigungsarbeiten, mit Expeditions-, Archiv- und Schreibmaschinenarbeit, sowie mit allen anderen vorkommenden Büroarbeiten betraut. - 77- III DIE FACHGRUPPEN Die internationalen Fachgruppenkonferenzen sind eines der geeignetsten Mittel, um den persönlichen Kontakt zwischen den leitenden Funktionären und den Mitgliedern herzustellen und aufrechtzuerhalten. Sie bieten den Teilnehmern Gelegenheit, ihre Gedanken über die Arbeitsbedingungen in den einzelnen Ländern und über die gewerkschaftliche Arbeit auszutauschen. Eine der wesentlichsten Aufgaben internationaler Gewerkschaftsorganisationen ist es ja gerade, den angeschlossenen Verbänden die Möglichkeit zu geben, Gedanken und Erfahrungen international auszutauschen. Funktionäre und Mitglieder sind sich dessen bewusst, dass sie einander helfen und viel voneinander lernen können. Was die Gewerkschaft eines Landes erreicht hat, kann oft dazu führen, dass in einem andern Lande eine ähnliche Aktion durchgeführt wird. In der Berichtsperiode wurden folgende Fachgruppenkonferenzen abgehalten: 1. Konferenz der Handels- und Büroangestellten in Handel und Industrie Hamburg, 23. und 24. Oktober 1950. Es wurden folgende Fragen behandelt: Die kollektivvertragliche Regelung der Gehälter; Die Fünftagewoche mit zwei aufeinanderfolgenden Ruhetagen und der Ladenschluss im Kleinhandel. Berichterstatter war Koll. J.D. Hiscock, zweiter Generalsekretär der" Union of Shop, Distributive and Allied Workers", Manchester. An dieser Konferenz nahmen 56 Delegierte teil, die 13 Organisationen in 9 Ländern. vertraten. 2. Fachgruppenkonferenz der Geschäftsreisenden Hamburg, 25. und 26. Oktober 1950. Es wurden folgende Fragen behandelt: Das Organisations problem der Geschäftsreisenden vom internationalen Standpunkt betrachtet. Berichterstatter: C.W. Jacobsen, 2. Vorsitzender" Alg. Ned. Bond van Handels- en Kantoor bedienden en Handelsreizigers" Mercurius" Die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Geschäftsreisenden. Amsterdam. Berichterstatter: C.W. Jacobsen, Amsterdam. Die Rechtsstellung der Geschäftsreisenden, welche von einem Geschäft unter Dienstvertrag angestellt worden sind, gegenüber der Rechtsstellung der Geschäftsreisenden, welche als Agenten für ein Geschäft oder für mehrere Geschäfte arbeiten. Berichterstatter: Nationalrat Fr. Hillegeist, Vorsitzender der Gewerkschaft der Angestellten in der Privatwirtschaft- Wien. An dieser Konferenz nahmen 35 Delegierte teil, die 12 Organisationen in 8 Ländern vertraten. 3. Bank-, Versicherungs- und Sozialversicherungsangestellte Hamburg, 27. und 28. Oktober 1950 Es wurden folgende Fragen behandelt: Die Kollektivverträge unter Berücksichtigung der für diese Gruppe geltenden Dienst- und Pensionsrechtlichen Sonder bestimmungen; - 18- Die Grundsätze, welche in den kollektivvertraglichen Bestimmungen der Gehälter festzulegen sind; Die Fünftagewoche mit zwei aufeinanderfolgenden Ruhetagen. Berichterstatter war Koll. G. Schneider, Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Angestellten- Gewerkschaft, Hamburg. An dieser Konferenz nahmen 41 Delegierte teil, die 12 Organisationen in 8 Ländern vertraten. 4. Fachgruppenkonferenz der Techniker und Werkmeister Hamburg, 29. und 30. Oktober 1950. Es wurden folgende Fragen behandelt: In welchem Verhältnis stehen die Gehälter der Werkmeister( Vorarbeiter) und Aufseher zu den Höchstgehältern der Arbeiter die sie beaufsichtigen, und Anerkennung der Werkmeister und Aufseher als Angestellte und Zahlung eines MonatsgehalBerichterstatter: H. Buschmann, Mitglied des Hauptvorstandes der I. G. Metall( DGB)-Düsseltes. ser. dorf. Gehälter und Beschäftigungsbedingungen, Berufsausbildung und Qualifizierung und Schutz der Berufsbezeichnung der Zeichner, Zeichner für grössere Arbeiten, Ingenieure und PauBerichterstatter: J. Young, Generalsekretär der" Association of Engineering and Shipbuilding Draughtsmen" London. Schutz des Angestellten- Erfinders und internationale Patentgesetzgebung. Berichterstatter: W. Kenyon, Mitglied des Hauptvorstandes der" Association of Engineering and Shipbuilding Draughtsmen" London. An dieser Konferenz nahmen 61 Delegierte teil, die 10 Organisationen in 6 Ländern vertraten. Der IBFG in Brüssel hatte schriftlich die besten Wünsche für das Gelingen der Konferenzen übermittelt. Als Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes in Genf wohnte Dr. K.St. Grünberg den Konferenzen bei. Die Gastfreundschaft, mit der die beiden deutschen Organisationen, die" Deutsche Angestellten- Gewerkschaft" und der" Deutscher Gewerkschaftsbund", die Konferenzen aufnahmen, war vorbildlich. Die vier Konferenzen, auf deren Vorbereitung viel Mühe und Sorgfalt verwendet worden war, waren ein voller Erfolg. Sie lieferten erneut den Beweis, dass die Mitglieder der angeschlossenen Organisationen das Bedürfnis haben, mit Berufskollegen aus andern Landern zusammenzukommen, um die gemeinschaftlichen Probleme zu besprechen. Wir mussen uns darüber klar sein, dass die auf Fachgruppenkonferenzen gefassten Beschlüsse weder national noch international ohne weiteres durchgeführt werden können. Selbst wenn auf einer solchen Konferenz eine Entschliessung, die die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bezweckt, angenommen worden ist, so ist es sehr wohl möglich, dass die in dieser Entschliessung niedergelegten Auffassungen und Forderungen nur in einer beschrankten Anzahl Lander von praktischem Wert sind, während man in andern Ländern entweder der Meinung ist, dass die in dem betreffenden Land herrschenden Verhaltnisse eine sofortige Durchführung der Entschliessung nicht zulassen oder dass die in der Entschliessung niedergelegten Wünsche oder Forderungen. hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in dem Lande bereits verwirklicht sind. Aber dies andert nichts an der Tatsache, dass die auf internationalen Fachgruppenkonferenzen geführten Diskussionen und der persönlichen Kontakt zwischen den Delegierten in hohem Masse zur Erweiterung und Vertiefung der internationalen Verbundenheit beitragen. Die von den vier Fachgruppenkonferenzen in Hamburg angenommenen. Entschliessungen - 19- sind Anfang November 1950 dem IBFG und dem IAA zur Kenntnis gebracht worden. Die Fachgruppenvorstände setzen sich wie folgt zusammen: Handels- und Büroangestellte in Handel und Industrie A. Sidro H. Emmering Präsident A. Gottlieb A. Nilsen Frankreich, Holland, Österreich, Norwegen, J. Wauters Fr. Woods ab-( A. Killat wechselnd( I. Wachsner Belgien, Grossbritannien, Deutschland( DGB), Deutschland( DAG). Geschaftsreisende H. Fetterlein, Präsident, Danemark, J.F. Denning A. Gottlieb C.W. Jacobsen Grossbritannien, Österreich, Holland, H. Moring Belgien, . ab-( 0. Ehlers wechselnd( W. Pawlik Deutschland( DAG), Deutschland( DGB). Bank-, Versicherungs- und Sozialversicherungsangestellte Ch. Everling, Präsident, Belgien, G. Charreron A. Happonen A. Vaselli Frankreich, Finnland, Österreich, H. Visser Fr. Woods ab-( Dr. R. Beume wechselnd( E. Niedorff Holland, Grössbritannien, Deutschland( DGB), Deutschland( DAG). Techniker und Werkmeister J. Young, Präsident, Grossbritannien, E. Hofecker M. Massay Österreich, Belgien, J. Rubinga ab-( H. Buschmann wechselnd( A. Queisser Holland, Deutschland( DGB), Deutschland( DAG). Am 21. März 1951 haben wir uns mit nachstehendem Rundschreiben an die Mitglieder der Fachgruppenvorstande gewandt: Betr. Die Entschliessungen der Hamburger Fachgruppen- Konferenzen. Am 25. Januar 1951 haben wir uns mit einem Rundschreiben an die Vorstände der angeschlossene Verbände gewandt mit dem Ersuchen uns mitzuteilen: a) welche Massnahmen bis Ende Januar getroffen wurden zugunsten der Durchführung der in den Hamburger Entschliessungen enthaltenen Forderungen; b) welche Schritte die Vorstände der Verbände zu unternehmen beabsichtigen vorausgesetzt, dass dies bis Ende Januar unterblieben ist zugunsten der Verwirklichung der Hamburger Forderungen; c) welche Massnahmen die Landes zentrale in den angeschlossenen Ländern bis Ende Januar zur Unterstützung der in Hamburg aufgestellten Forderungen getroffen haben. Nach Eingang der Antworten wollen wir uns mit den Vorsitzenden der Fachgruppen in Verbindung setzen um die Frage zu erwägen, ob Fachgruppen- Vorstandssitzungen einberufen werden sollen. Die Fachgruppen- Vorstandsmitglieder der angeschlossenen Verbände, welche bis jetzt noch nicht geantwortet haben auf unser Rundschreiben vom 25. Januar d.J. werden hierdurch. freundlich jedoch dringend gebeten, den Vorstand ihrer Organisation nunmehr zur - 20- recht baldigen Beantwortung des betreffenden Zirkulars- am 12. Februar und am 2. März sandten wir Rappelle- zu veranlassen. Spätestens gelegentlich der Kopenhagener Vorstandssitzung( 17. und 18. Mai 1951) möchte ich mich mit den Kollegen Sidro, Fetterlein, Everling und Young darüber beraten, ob und falls ja wo und wann Fachgruppen- Vorstandssitzungen abgehalten werden sollen. - Unsere Fachgruppen können lebendigere Körperschaften in unserer Internationale werden. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass auch die in Hamburg gewählten Vorstandsmitglieder ihre aktive Mitarbeit zwecks Erfüllung der den Fachgruppen gestellten Aufgaben geben. 91 Ich benutze diese Gelegenheit, die Fachgruppen- Vorstandsmitglieder zu ersuchen, dem Intern. Sekretariat zwecks Veröffentlichung in unseren monatlichen" Mitteilungen' einen Artikel über den augenblicklichen Stand der für ihre Angestellten- Kategorie aktuellen Probleme in Ihrem Lande zukommen zu lassen. Ihrer Rückausserung mit Interesse entgegensehend, Mit kollegialen Grussen, gez. W. SPIEKMANSekretär. Die mit grosser Verzögerung eingelaufenen Antworten der angeschlossenen Verbände auf das in dem obenerwähnten Rundschreiben genannte Zirkular vom 25. Januar 1951, über die Durchführung der Hamburger Beschlüsse, gaben den Vorsitzenden und dem Sekretar der Fachgruppen keinen Anlass, eine Sitzung der Fachgruppenvorstände einzuberufen. Im Dezember 1951 erhielten wir von den Kollegen A. Queisser( DAG- Hamburg) und H. Buschmann( DGB- Düsseldorf) einige konkrete Vorschläge zur Behandlung in einer Vorstandssitzung der Fachgruppe Techniker und Werkmeister. Auch Kollege E. Hofecker, Leitender Sekretär der Sektion Industrie des österreichischen Verbandes, machte einige Vorschläge. Auf Grund der vom Vorstand der Internationale im Januar 1951 in Kopenhagen getroffenen Regelung, beschlossen Koll. J. Young, Vorsitzender der Fachgruppe Techniker und Werkmeister, und der Internationale Sekretär, eine Fachgruppenvorstandssitzung für den 26. und 27. März 1952 nach London einzuberufen. London musste deshalb als Versammlungsort gewählt werden, weil Koll.J. Young u.a. wegen äusserst dringender Arbeiten im Zusammenhang mit dem Verbandstag seiner Organisation nicht nach dem Kontinent kommen konnte. Struktur und Anzahl der Fachgruppen im I.B.P. Im Nachstehenden bringen wir die Stellungnahme der einzelnen Vorstandsmitglieder zu diesem Problem zum Abdruck:( wie diese auf der Vorstandssitzung in Nizza, im Oktober 1951, zum Ausdruck gebracht worden ist). J. YOUNG: Ich möchte eine Zahl von 6 Fachgruppen befürworten und eine Trennung von zwei bestehenden Fachgruppen vornehmen. Bank-, Versicherungs- und Sozialversicherungsangestellte. Nach meiner Meinung ware eine Trennung vorzunehmen. Die Schaffung einer Gruppe für die Bankangestellten und einer zweiten Gruppe für die Versicherungs- und Sozialversicherungsangestellten ware notwendig. Techniker und Werkmeister. Auch die heutige Fachgruppe der Techniker und Werkmeister soll gespaltet werden. - 21- ie Schaffung einer Gruppe von Technikern und einer zweiten Gruppe von Werkmeistern und Aufsehern ware notwendig Begrundung: Die Gründe weshalb ich diese Änderung vorschlage ist, dass ich der Ansicht bin, dass, es sei denn, dass die Internationale zwei nicht angeschlossenen Verbände klar machen könnte, dass wir besondre Gruppen haben, die sich mit ihren spezifischen Problemen befassen könnten, wir diese nicht angeschlossenen Verbanden nicht in unsere internationale Arbeit mit hineinbeziehen können. Ich habe diese Angelegenheit mit Kollegen Hiscock besprochen und er hat diese Angelegenheit mit dem Kollegen Woods erörtert. Der Kollege Woods trägt Beschwerden dagegen, die Büroangestellten von den heutigen Fachgruppen zu lösen. Der Kollege Hiscock ist mit meinen obenangedeuteten Ansichten einverstanden. ===Fr. HILLEGEIST: Zunächst muss festgestellt werden, dass die in unserer Internationale bestehenden Fachgruppen nur zum Teil wirkliche Fachgruppen, zum Teil aber reine Berufsgruppen darstellen. Dies trifft für die Gruppe der Techniker und Werkmeister, sowie für die Gruppe der Reisenden und Vertreter voll zu. Nur die anderen Gruppen sind wirkliche Fachgruppen. Der Vorstand unserer Internationale müsste sich daher zunächst entscheiden, ob er für die Schaffung von Untergruppen das Berufsgruppen- oder das Fachgruppen- Prinzip zu Grunde legen will. Unsere Gewerkschaft sieht das Berufsgruppen- Prinzip in den Gewerkschaften als überwunden an. Die Zusammenfassung nach Berufsgruppen war die ursprünglichste Form der gewerkschaftlichen Organisation und hat sich am Beginn der gewerkschaftlichen Entwicklung sicher bewährt. In diesem Stadium war es sogar die einzige wirksame Möglichkeit der gewerkschaftlichen Erfassung von Arbeitem und Angestellten. Die Entwicklung ist aber zweifellos darüber hinaus gewachsen und geht in die Richtung der Industrie- Gruppen- Organisation. Heute ist der Gedanke der berufsgruppenweisen Erfassung der Mitgliedschaft in den meisten Ländern vollständig überwunden. In Österreich ist das Industrie- Gruppen- Prinzip bis zu einem hohen Grade verwirklicht. Es besteht jedoch noch der Grundsatz der getrennten Organisation für Angestellte und Arbeiter: Ein Betrieb eine Gewerkschaft der Angestellten und eine Gewerkschaft der Arbeiter. Die Zusammenfassung in der Angestelltengewerkschaft erfolgt ohne Rücksicht darauf, ob es sich um technische, um kaufmännische oder administrative Angestellte handelt. Die besonderen Berufsinteressen der einzelnen Gruppen stehen gegenüber den gemeinsamen Interessen aller Angestellten weit im Hintergrund; zu ihrer wirksamen Vertretung bedarf es keiner eigenen Gewerkschaften; diese Sonderinteressen lassen sich im Rahmen der grossen gemeinsamen Gewerkschaft aller Angestellten wirksam vertreten. Auch eine Unterteilung nach Berufsgruppen wird aus der praktischen Erfahrung heraus als unzweckmässig empfunden. Sie ist nur geeignet, den besonderen Berufsegoismus der einzelnen Gruppen zu verstärken und das Verständnis für die gemeinsamen Fragen zu schwachen. Die zwecks besserer Erfassung der Mitgliedschaft und ihrer wirksamen Betreuung unbedingt notwendige Unterteilung erfolgt daher in unserer Gewerkschaft folgerichtig nach Branchen( Wirtschaftszweig). Es bestehen daher innerhalb unserer Gewerkschaft folgende 6 Sektionen: Industrie, Handel, Privatversicherung, Sozialversicherung, Geld- und Kreditwesen( Banken und Sparkassen), Land- und Forstwirtschaft. Da jede dieser Gruppen ihre eigene Kollektivvertrags- und Lohnpolitik betreibt, mit oft sehr unterschiedlichen Grundsätzen, hatten wir natürlich ein Interesse daran, den Aufbau der Untergruppen in unserer Internationale auch nach den gleichen grundsatzlichen Gesichtspunkten zu gestalten, um dadurch einerseits leichtere Vergleichsmoglichkeiten mit den analogen Verhaltnissen in den anderen Landern zu gewinnen, anderseits eine internationale Organisationsform für die Durchführung gemeinsamer Aktionen zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu schaffen. M 22- Eine solche Unterteilung würde zweifellos auch dem Bedürfnis anderer angeschlossener Gewerkschaften entsprechen und ird daher wohl nicht zu umgehen sein. Ich schlage daher konkret die Bildung nachstehender 5 Fachgruppen vor: Fachgruppe Industrie, Fachgruppe Handel, Fachgruppe Banken und Sparkassen, Fachgruppe Frrivatversicherung, Fachgruppe Sozialversicherung. Die angeschlossenen englischen Verbände legen, wie allgemein bekannt ist, auf die Aufrechterhaltung der Berufsgruppen innerhalb unserer Internationale grössten Wert. Wollte man die Berufsgruppen auf lassen, so würde für diese Verbände nach ihren wiederholten Darlegungen ein wichtiger Grund für ihre Zugehörigkeit zu unserer Internationale wegfallen. Natürlich besteht auch hinsichtlich der verschiedenen Berufe ein sachliches Interesse an einer internationalen Vergleichsmöglichkeit und der Aufstellung eines gemeinsamen Aktionsprogramms. Wenn wir diesem Interesse Rechnung tragen wollen-- zweifellos besteht es auch für die nach anderen Gesichtspunkten aufgebauten Gewerkschaften-- dann sollte man neben den Fachgruppen die Schaffung von wirklichen Berufsgruppen ins Auge fassen. Hierfür kamen theoretisch in Betracht: Berufsgruppe der Ingenieure und Techniker, " It Werkmeister und Vorarbeiter, !! 11 11 11 11 12 It 1? Reisenden und Platzvertreter, Ladenangestellten( Verkaufspersonal), sonstigen kaufmännischen Angestellten. Welche dieser Berufsgruppen wirklich zu errichten waren, kommt auf die praktischen Bedürfnisse an. Ich halte es für möglich, mit nachstehenden Berufsgruppen das Auslangen zu finden: Berufsgruppe der Ingenieure, Techniker, Werkmeister und Vorarbeiter, It 11 11 Reisenden und Platzvertreter, 11 11 11 Ladenangestellten( Verkaufspersonal).. Im übrigen legt unsere Gewerkschaft im Interesse der Erhaltung und des weiteren Ausbaues unserer Internationale Wert darauf, dass die Lösung dieser Frage nur im Einvernehmen mit allen angeschlossenen Verbänden erfolgt und nicht durch einen Mehrheitsbeschluss zustande kommt. C.W. JACOBSEN: Die Struktur unseres internationalen Bundes zeigt ein chaotisches Bild. Es gibt Gruppierungen nach dem Beruf( Geschäftsreisende und Techniker) und nach den Betriebszweigen( Banken und Versicherungen und Handels- und Büroangestellte im allgemeinen). Nun braucht das nicht etwas gegen die Struktur an sich zu haben. Es ist gar nicht fraglich, ob nach einem bestimmten Prinzip eingeteilt werden soll, aber wohl, welche Gruppierungen innerhalb des I. B. P. geschaffen werden müssen, um eine möglichst gute Funktionierung zu gewährleisten. Es wird sich in der Praxis unzwe ideutig herausstellen, dass in einem Falle die Gruppierung nach dem Berufe, im andern Falle die Gruppierung nach dem Betriebszweig der Vorzug hat. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass es im Interesse der Arbeit ist, wenn innerhalb bestimmter Gruppierungen nach Betriebszweigen, gewisse Berufsgruppierungen geschaffen würden: Wenn wir dies in Betracht ziehen, wäre die Schaffung nachfolgender Gruppen empfehlenswert: 1) Handel( ohne Geschäftsreisende); 2) Banken( Versicherungsgesellschaften, Büros der freien Berufe und Sozialvers.); 3) Industrie angestellte( Büro-, technisches- und aufsichtsführendes Personal); 4) Geschäftsreisende und Agenten. - 23- Ch. EVERLING: Die Fachgruppen können für den Austausch von Material und Informationen für die verschiedenen Gruppen von in unserer Internationale organisierten Angestellten und Technikern gebraucht werden. Diese Arbeit liegt nach wie vor auf dem Gebiete des internationalen Sekretariats. Dieses Material soll m. E. koordiniert werden, denn die meisten Probleme sind für alle Büro- und Ladenangestellten gleichartig. Wenn es nur berufliche Unterschiede gibt, wie z. B. für die Geschäftsreisenden sind besondre Informationen notwendig. Was die Lebenshaltungskosten der Bank-, Handels- und Industrieangestellten anbelangt, gibt es keine Unterschiede und genügt eine allgemeine Dokumentation. Inbezug auf die Entlohnung ist eine allgemeine Grundlage für alle Sektoren notwendig. Die Unterschiede die est gibt. sind durch die gewerkschaftliche Schwache oder Starke bedingt. Es ist notwendig auf diesem Gebiete gewisse Feststellungen zu machen. Was die Fachgruppe der Techniker anbelangt, wiederholen wir unser Ersuchen mit Unterstützung aller Hamburger Delegierten, die Techniker, Werkmeister und Industrieangestellte in eine Gruppe zusammen zu fassen. Nach meiner Meinung braucht man eine Gruppe von in der Industrie beschaftigten Angestellten. Wir wiederholen unsere Begründung. In unserem Lande, und das Gleiche trifft ungefähr in andern Ländern zu, bildet die Entlohnung der verschiedenen Gruppen in einer Industriegruppe ein Ganzes. Die Grundlage ist der Angestellte von 21 Jahren, der Techniker von 21 Jahren, der technische Angestellte von 21 Jahren. Die Bestimmungen inbezug auf das Alter und die beruflichen Qualifikationen sind in Übereinstimmung mit diesen Grundgehältern festgelegt worden. Die Entlohnung der geschulten Büroangestellten, der jüngeren Zeichner, der Lehrling- Zeichner, der Büro- Chefs und der Werkmeister werden in Übereinstimmung mit der beruflichen Wertbemessung festgelegt. Was die übrigen beruflichen Forderungen anbelangt, Arbeitszeit, Urlaub, Vergünstigungen, sind diese für die gesamten Angestellten festgelegt und verwirklicht worden. Es gibt keine Unterschiede für die verschiedenen Gruppen; die Interessenbindung zwischen dem Techniker, Werkmeister, Büroangestellten und technischen Angestellten ist sehr stark. Wir glauben, dass es falsch wäre eine Trennung dieser Gruppen vorzunehmen. In unserer Organisation sind sie vereinigt; in zahlreichen andern Ländern sind sie vereinigt. Wir sind der Auffassung dass, wenn es Ausnahmen gibt, es notwendig ist, die Gruppen zu vereinigen, sogar auf internationalem Gebiete. ===J.D. HISCOCK: 1. Handels- und Büroangestellte in Handel und Industrie. Ich möchte keine Änderung in der Struktur dieser Fachgruppe befürworten. Auf den Hamburger Konferenzen wurde die Anregung gemacht, die Büroangestellten aus dieser Gruppe herauszunehmen. Ich bin aber der Meinung, dass dies sehr unbefriedigend sein würde. Was Grossbritannien anbelangt,( und ich glaube, dass dies auch für die angeschlossenen Verbände in andern Ländern zutrifft), stehen die Gehälter und Bedingungen und die allgemeinen Interessen der Büroangestellten in den einzelnen Betriebs zweigen mit den Arbeitsbedingungen andrer Gruppen von Arbeitnehmern in diesen Betriebs zweigen im Zusammenhang. Unter diesen Umständen wäre es falsch, die Büro angestellten von einer Fachgruppe zu trennen, welche sich mit den Problemen der übrigen Arbeitnehmer in dem selben Betriebszweig oder der selben Industrie befasst und mit welchen Problemen die Interessen dieser Büroangestellten in engem Zusammenhang stehen. 2. Geschäftsreisende. Ich bin der Meinung, dass die separate Gruppe in ihrer jetzigen Struktur aufrechterhalten bleiben soll. In Anbetracht der zahlenmässige Stärke der organisierten Geschäftsreisenden könnte man behaupten, dass keine Gründe zur Aufrechterhaltung einer speziellen Fachgruppe vorhanden seien. Nach meiner Meinung wäre das nicht das richtige Vorgehen. Die Geschäftsreisonden haben besondre Probleme, wie sich aus den Diskussionen auf der Hamburger Konferenz, Oktober 1950, herausgestellt hat. 24Was Grossbritannien anbelangt, wird die Aufrechterhaltung einer besondern Fachgruppe, in der die Probleme dieser Gruppe gesondert behandelt werden, besondern Wert beigelegt. Diese Arbeitnehmer haben bis jetzt eine besondre Fachgruppe gehabt und meines Erachtens wurde es die organisatorische Anziehungskraft schwachen, wenn wir von der bis jetzt befolgten Richtlinie abweichen und die Fachgruppe wie sie bis jetzt besteht, beseitigen wurden. 3. Bank-, Versicherungs- und Sozialversicherungsangestellte. Ich bin der Meinung, dass Gründe vorhanden sind, die Trennung der Bankangestellten von den Versicherungs- und Sozialversicherungsangestellten vorzunehmen. Ich glaube, dass der Vorstand die Möglichkeit der Schaffung von zwei separaten Fachgruppen auf dieser Basis mit Erfolg in Erwägung ziehen könnte. 4. Techniker und Werkmeister. Inbezug auf die Techniker und Werkmeister sind auch Gründe vorhanden, diese zwei Kategorien zu trennen und zwei Fachgruppen zu schaffen und zwar eine für Werkmeister und Aufseher und eine zweite für Techniker. Man hat diese Frage in der Diskussion in Hamburg besonders betont und eine starke Tendenz zur Schaffung einer besondern Fachgruppe der Techniker und Werkmeister ist vorhanden, um auf diese Weise die Anziehungskraft der Internationale im Zusammenhang mit den besondern Problemen dieser Gruppe von Angestellten zu starken. H. VOM HOFF: Bekanntlich hat der Deutsche Gewerkschaftsbund bereits in der Fachgruppenkonferenz der kaufmannischen und Büroangestellten in Handel und Industrie im Oktober 1950 in Hamburg den Antrag gestellt, die Fachgruppe" Kaufmännische und Büroangestellte der Industrie", wie sie bis 1934 bestanden hat, neu zu bilden. Nach Überprüfung der Anzahl und Struktur der bestehenden Fachgruppen halten wir die Bildung und Gliederung der Fachgruppen in nachstehender Weise am zweckmässigsten: Fachgruppe der 1) kaufmännischen und Büroangestellten der Industrie; Begründung: 2) Handelsangestellten einschl. Speditionsangestellten und Geschaftsreisenden; 3) Bank- und Versicherungsangestellten; 4) Büroangestellten in privaten Betrieben ausserhalb der Industrie, des Handels und des öffentlichen Dienstes%; B 5) Techniker und Werkmeister. Zu 1) Die Aufgaben und die Interessen der kaufmännischen und Büroangestellten in der Industrie sind gänzlich anders gelagert als die der im Einzel- und Grosshandel sowie im Speditionswesen Beschäftigten. Dieses zeigte sich auch eindeutig bei der Durchführung der entsprechenden Fachgruppenkonferenz im Oktober vorigen Jahres in Hamburg. Zu 2) gilt das gleiche wie unter 1) gesagt. Zu 3) Bank- und Versicherungsangestellte sind in Betrieben tätig, die branchenmässig ein in sich völlig abgeschlossener homogener Körper sind. Die Arbeitsverhältnisse wie auch die tarifliche Entwicklung einschliesslich der beruflichen Bildungsmassnahmen decken sich aber in hoho m Grade in beiden Wirtschaftszweigen. Die Sozialversicherungsangestellten gehören in Deutschland überhaupt nicht in diese Kategorie, da sie zu den Angestellten des öffentlichen Dienstes rechnen und auch nach deren Tarifbedingungen abgefunden werden. Soweit private Krankenversicherungen in Frage kommen, würden sie mit unter den Begriff der Versicherungsangestellten fallen, was auch noch für die Angestellten der Ersatzkrankenkassen gilt. Man sollte deshalb die, Sozialversicherungsangestellnicht besonders nennen, sondern unter dem Begriff der Versicherungsangestellten mit erfassen. ten GA 25- Zu 4) Neben den kaufmännischen und Büroangestellten in Handel und Industrie gibt es eine Vielzahl von Angestellten, die ähnliche Tätigkeiten verrichten, die aber anders geartet sind als die der Angestellten in den unter 1- 3 aufgegliederten Fachgruppen. Deshalb sollte nach unserer Auffassung eine besondere Gruppe" Büroangestellte in privaten Betrieben" gebildet werden, wie sie auch in unserer Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen als Fachgruppe besteht. Es wurden nach unserer Meinung darunter fallen: Angestellte in konfessionellen, wirtschaftlichen und sonstigen Organisationen und Verbänden, sowie Angestellte in Auskunfteien, Reise- und Werbebüros, Totund Buchmachergesellschaften, Rechtsanwalts- und Notariatsbüros, Wirtschaftsprüfer- und Treuhand gesellschaften, Wohnungsbaugesellschaften, u.a. Die Zahl der dort Beschäftigten, wie auch die Anzahl der verschiedensten Betriebsarten, ist äusserst gross, und es wäre sehr zweckmässig, durch Bildung einer besonderen Fachgruppe diesen Angestellten allmählich eine bestimmte Betreuung und Vertretung ihrer Interessen zu sichern. Zu 5) Wenn auch die Unterschiede zwischen den Gruppen der Werkmeister und Techniker im nationalen Bereich erkennbar sein mögen, wird es international wohl kaum Probleme geben, die eine unterschiedliche Behandlung erforderlich machen. Im Gegenteil dürfte eine Zusammenfassung dieser beiden Gruppen eine wertvolle Erganzung in ihrer beruflichen Arbeit wie Interessenvertretung mit sich bringen. Diese Fachgruppenaufgliederung würde nach unserer Auffassung den deutschen Verhältnissen am besten entsprechen und wir würden es begrüssen, wenn man sich zu einer Regelung in der von uns vorgeschlagenen Weise entschliessen könnte. ===Fr. RETTIG: Koll. Rettig tritt dafür ein, dass es bei der bisherigen Gestaltung der Fachgruppen verbleibt. Auch die bisherige Anzahl der Fachgruppen kann seines Erachtens unverandert bleiben. Von der von verschiedenen Seiten angestrebten Reform erwartet er keine Steigerung der Ergebnisse. Nur in einem Falle könnte abweichend verfahren werden, indem für die Sozialversicherungsangestellten eine Untergliederung innerhalb der vorgesehenen Fachgruppe Banken und Versicherungen erfolgt. ===A. SIDRO und L. GYESSE: Wir glauben nicht, dass es erwünscht wäre, die Fachgruppen zu beseitigen oder die Zahl derer zu beschränken. Im Gegenteil, wir sind der Meinung, dass man den bestehenden Fachgruppen grössere Arbeitsmöglichkeiten geben müsste und die Schaffung einer neuen Kommission fur die richterlichen Berufe und die soziale Sicherheit in Betracht ziehen sollte. Dieser Gedanke ist bereits auf dem Wiener Kongress aufgeworfen worden und wir wurden es begrüssen, wenn man der Frage in der nächsten Sitzung in Nizza genau prüfen würde. Nach unserer Meinung wäre es gleichfalls empfehlenswert, die Arbeitsmöglichkeiten der Fachgruppen durch Propaganda und Tagungen, welche zur Prüfung der einzelnen Fragen notwendig sind, zu vergrössern. Es handelt sich in dieser Hinsicht selbstverständlich um eine finanzielle Frage, welche sich nicht vernachlässigen lässt und mit der sich diejenigen, die im IBP dafür verantwortlich sind, zu befassen haben. Zweifelsohne wahre es klug unsere Arbeit auf beruflichem Gebiete fortzusetzen und zu intensivieren. Dies wäre besser als unsere Kräfte zu zersplittern, indem wir unsere Aufmerksamkeit zwar sehr interessanten, jedoch ausserhalb des Berufes liegenden Problemen widmen. === - 26- S.A. JOHANSSON und H. FETTERLEIN: Die Frage betr. Anzahl und Struktur der Fachgruppen war Gegenstand der Beratung bei der Sitzung des Nordischen Zusammenarbeitskomitees am 30. und 31. August in Silkeborg in Danemark. Das Komitee sprach sich dahin aus, dass man mit der gegenwärtigen Anzahl und Einteilung der Fachgruppen zufrieden sein kann, dass man sich aber nicht gegen eventuelle Wünsche stellen will, die bei Beurteilung der Frage von anderen Ausgangspunkten zum Vorschein kommen können. Das Komitee war der Auffassung, dass es dem Unterzeichneten( S.A. Johansson) und dem Kollegen H. Fetterlein, Kopenhagen, die beide Mitglieder des internationalen Vorstandes sind, überlassen werden soll, die Frage bei der in der Vorstandssitzung in Nizza abzuführenden Diskussion zu beurteilen. Das Nordische Komitee hat davon Abstand genommen, in dieser Frage eine bestimmte. Stellung einzunehmen. Es ist der Meinung, dass die Frage in der Vorstandssitzung geprüft und beurteilt werden soll. ==Die Meinungen über diese Frage die auf dem Osloer Kongress entschieden werden gehen, wie aus Obigem hervorgeht, im Vorstand der Internationale ziemlich stark auseinander. - 27- IV DIE MITTEILUNGEN UND SONSTIGE VERÖFFENTLICHUNGEN A) Die" Mitteilungen" Die" Mitteilungen" des IBP sind seit dem Wiener Kongress regelmässig jeden Monat in deutscher, englischer und französischer Sprache erschienen. Anlasslich besondrer Gelegenheiten, z. B. des IBFG- Weltkongresses der Angestellten in Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft sind zudem Sonderausgaben veröffentlicht worden. Inbezug auf den Inhalt haben wir besondre Sorgfalt verwendet und ist versucht worden, möglichst aktuelle Nachrichten über die Ereignisse in der Angestelltenbewegung der verschiedenen Länder, über die Entwicklung des Kollektivvertragwesens und über die Sozialgesetzgebung für die Angestellten zu geben. Ein Beweis für die Aktualität der Berichterstattung ist, dass in dieser Berichtsperiode mehrere Verbandsorgane Berichte oder Artikel unseren" Mitteilungen" entnommen und veröffentlicht haben. Es ist sehr erfreulich, dass viele angeschlossene Verbande durch Berichte über ihre Tätigkeit und die Lage der Angestellten in ihren Ländern daran mitgearbeitet haben, die " Mitteilungen" möglichst aktuell zu gestalten. Wir möchten diesen Verbänden an dieser Stelle für ihre Mitarbeit danken und betonen, dass wir auch in Zukunft der Berichterstattung über die Aktivität der Verbande grössten Wert beimessen werden. Auch der Aufmachung und Gestaltung unseres Organs ist besondre Aufmerksamkeit gewidmet worden. Seit April 1951 erscheint in einem gedruckten Umschlag. es Das Verbreitungsgebiet der" Mitteilungen" hat sich in den letzten Jahren sehr erweitert. Ausser den angeschlossenen Verbänden, die je nach ihren Wünschen eine bestimmte Anzahl erhalten, wird auch an die zahlreichen nicht angeschlossenen, sympathisierenden Verbande, and die IBS, die Landeszentralen, den IBFG und das IAA geliefert. Der ständig wachsende Leserkreis der" Mitteilungen" der sich über die ganze Welt erstreckt, ist der beste Beweis für die Tatsache, dass das Organ des IBP sich unter den internationalen Veröffentlichungen einen hervorragenden Platz erobert hat. Wir werden auch in Zukunft unausgesetzt an die Vervollkommung unseres Organs wirken! B) Die Propagandabroschüre Die englische Ausgabe unserer Propagandabroschüre" Die Internationale Angestelltenbewegung" ist sofort nach Erscheinen( Juni 19-0) allen angeschlossenen und nicht- ange- schlossenen Verbanden in England, sowie allen mit uns sympathisierenden Organisationen in Amerika, Kanada, Südafrika, Indien, Australien und Neuseeland zugesandt. In der Berichtszeit erschien ebenfalls sowohl eine deutsche( Mai 1951) als auch eine spanische Ausgabe( Juni 1951) dieser Broschüre. c) Erhebungen Das Internationale Sekretariat hat den angeschlossenen Verbänden Berichte zugehen lassen über: ( a) Die Arbeitsbedingungen der Zeichner in der Maschinen- und Schiffs bauindustrie ( März 1950); ( b) Die Bildungsarbeit der angeschlossenen Verbanden( Dezember 1950). Eine Ergänzung zu diesem Bericht wurde im Februar 1951 herausgegeben. ( c) Die gewerkschaftliche Organisierung der Angestellten( Dezember 1950); ( d) Den Stand des Ladenschlusses in den verschiedenen Ländern( Januar 1952). - 28- ( e) Wie bekannt, ist die Organisation der Nicht- Handarbeiter in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ziemlich schwach. Bei der" American Federation of Labor" sind Organisationen von Handels- und Büroangestellten angeschlossen, mit denen wir schon viele Jahre lang in Verbindung stehen. Sie sind über die Tätigkeit und die Bestrebungen unserer Internationale vollkommen unterrichtet, dennoch ist es uns bisher nicht gelungen, sie zum Anschluss an unser Berufssekretariat zu bewegen. Im Dezember 1951 wandten wir uns an verschiedene der AFOL und dem CIO angeschlossene Industriegewerkschaften mit der Bitte um Auskunft über die Organisation der Büroangestellten, Techniker, Werkmeister, Aufseher, usw. in den betreffenden Industrien. Bis Mitte Marz hatten wir von nachstehenden Organisationen Antwort erhalten: United Steelworkers of America( CIO), Pittsburgh; Detroit; United Automobile, Aircraft& Agricultural Implement Workers of America( CIO), Oil Workers' International. Union( CIO), Denver; Communications Workers of America( CIO), Washington; Intern. Union of United Brewery, Flour, Cereal, Soft Drink and Distillery Workers of America( CIO), Cincinnati; United Gas, Coke and Chemical Workers of America( CIO), Washington; Intern. Ladies' Garment Workers' Union( AFOL), New York; Amalgamated Clothing Workers of America( CIO), New York; United Paperworkers of America( CIO), Washington; Textile Workers' Union of America( CIO), New York. Sobald die Antworten von einigen sehr bedeutenden Industrieverbänden in unserm Besitz sind, werden wir für unsere angeschlossenen Organisationen einen Bericht über die Verhältnisse in den Vereinigten Staaten zusammenstellen. D) Dokumentation Dem Verband der jüdischen Büroangestellten( Union of Jewish Clerks and Office Employees) in Tel- Aviv, wurde Material über die Arbeitsbedingungen der Bank- und Versicherungsangestellten zugeschickt. Der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen( DGB) mit dem Sitz in Essen, schickten wir Material über die Arbeitsbedingungen der im Versicherungsaussendienst Beschäftigten. Im Oktober 1951 wandten wir uns. an eine grosse Zahl dem IBFG angeschlossene Gewerkschaftszentralen mit der Bitte um Zusendung von Namen und Adressen der bei ihnen angeschlossenen ( a) Organisationen von Handels- und Büroangestellten, Technikern, Werkmoistern und Geschaftsreisenden; ( b) Industriegewerkschaften, die ausser den Handarbeitern auch die in unserer Internationale organisierten Arbeitnehmer gruppen umfassen. Von folgenden Verbänden sind Antworten eingelaufen: 1. The Malayan Trade Union Council; 2. The All- Japan Non- Life Insurance Workers' Union; 3. The Likomba Plantation Workers' Union( Britisch Kameron); 4. National Labor Union( Manila); 5. Confederaçao Nacional dos Trabalhadores na Industria( Rio de Janeiro). - 29- V INTERNATIONALE JUGENDARBEIT Die ersten Anfänge der internationalen Zusammenarbeit innerhalb der Angestelltenjugend reichen bis in das Jahr 1949 zurück. Im Oktober 1949 waren erstmalig Jugend- Vertreter aus Österreich und W. Spiekman vom IBP einer Einladung zur Jugend- Konferenz der Deutschen Angestellten- Gewerkschaft gefolgt. Im Laufe des Jahres 1950 wurde nach verschiedenen Absprachen erstmalig zwischen der Angestellten jugend Hollands, Österreichs und Deutschlands ein internationaler Jugendaustausch im bescheidenen Rahmen durchgeführt. Aus diesem Austausch ergab sich der Wunsch nach einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit. Im Oktober 1950 fanden erneut Besprechungen zwischen führenden Jugendfunktionären der Angestelltenverbände Hollands, Österreichs und Deutschlands statt. Als Ergebnis wurde dem Vorstand des IBP ein Antrag auf Einrichtung einer Jugendabteilung im Rahmen des IBP vorgelegt. Gleichzeitig wurde beschlossen, im Frühjahr des Jahres 1951 einen internationalen Jugendleiterkursus in Deutschland abzuhalten. Als Veranstalter trat die DAG( Hamburg) auf. An diesem Kursus nahmen Jugendvertreter aus Holland, England, Österreich, Schweden und Deutschland teil. Das Ergebnis dieses Lehrgangs war ein Überblick über die soziale und wirtschaftliche Lage der Angestelltenjugend in den einzelnen Ländern und der bestimmte Wunsch der versammelten Jugendlichen, zur Grundung eines internationalen Jugendaustausches der Angestelltenjugend zu schreiten. Es wurde festgelegt, dass im Herbst 1951 die Jugendvertreter aus Holland, Österreich und Deutschland zu einer weiteren Besprechung zusammentreten sollten. Im Laufe des Sommers 1951 wurde der internationale Jugendaustausch zwischen Holland, Österreich und Deutschland weiter ausgebaut. Der Kollege Fr. Rettig( Hamburg) hat dem Vorstande des I.B.P. in einer am 29., 30. und 31. Oktober 1951 in Nizza abgehaltenen Sitzung untenstehenden Vorschlag für den weiteren Ausbau der internationalen Zusammenarbeit innerhalb der Angestelltenjugend unterbreitet: 1) Gründung eines internationalen Jugendausschusses im Rahmen oder mit Unterstützung des IBP. In diesem Ausschuss sollten alle Jugendabteilungen der AngestelltenGewerkschaften vertreten sein. Er könnte folgende Aufgaben übernehmen: a) Austausch von Informationen auf dem Gebiet der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Angestelltenjugend in den einzelnen Ländern. b) Austausch von Informationen auf dem Gebiet des Jugendarbeitsschutzes und der Berufsausbildung. c) Vermittlung von Anregungen für das gesamt Gebiet der Berufsfortbildung. d) Vermittlung eines internationalen Austausches von Jugendlichen zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses. e) Durchführung von internationalen Jugend konferenzen zur Behandlung gemeinsamer Aufgaben, insbesondere auf den Gebieten des Berufsausbildungswesens und der Jugendförderung. f) Pflege der Zusammenarbeit mit bereits bestehenden internationalen Vereinigungen der demokratischen Jugend. 2) Einberufung einer Jugendkonferenz der dem IBP angeschlossenen Verbände. Aufgabe dieser Konferenz, auf der führende junge Kollegen aus den einzelnen Mitgliedsverbänden vertreten sein sollten, wird es sein, die Richtlinien für eine gemeinsame weitere Arbeit festzulegen. Sollte der IBFG in seinem Rahmen ebenfalls ähnliche Einrichtungen schaffen, so könnte der Jugendausschuss der Angestelltenjugend einen Unterausschuss im Rahmen des gesamten Gewerkschaftsausschusses bilden. Dieser Vorschlag deckt sich mit dem Ergebnis der am 26. Oktober 1950 in Hamburg abgehaltenen Besprechung über die zukünftige internationale Zusammenarbeit der Angestelltenjugend im Rahmen des IBP. An dieser Besprechung haben teilgenommen: W. Brando( DAG- Hamburg), H. Visser(" Mercurius" Amsterdam) und A. Gottlieb( Gewerkschaft der Angestellten in der Privatwirtschaft- Wien). - 30Mit Schreiben vom 14. September 191 gab Koll. Rettig den Kollegen C.W. Jacobsen, Amsterdam, und Fr. Hillegeist, Wien, Kenntnis von einem Vorschlag der Kollegen Dallinger( Wien), Visser( Holland) und Brando( Deutschland, DAG): " Ausgehend von dem Gedanken, dass der IBP der Gründung eines internationalen Ausschusses der Angestellten- Jugend im Rahmen seiner Organisation zustimmt, wird folgender Vorschlag gemacht: 1) Der Jugendausschuss besteht aus je 2 Vertretern der beteiligten Länder. 2) Die Sekretariatsgeschäfte werden zunächst von dem Jugendleiter eines Landes erledigt. 3) Der mit den Sekretariatsgeschäften beauftragte Jugendleiter wird zu den Vorstandssitzungen des IBP mit beratender Stimme hinzugezogen. Laut Beschluss der Kopenhagener Vorstandssitzung( Mai 1951) sollten die Kollegen Fr. Hillegeist, Fr. Rettig und C.W. Jacobsen der Herbsttagung des Vorstandes( Nizza, Oktober 1951) einen Bericht über die internationale Jugendarbeit unterbreiten, der auch Anregungen, bezw. Vorschläge enthalten soll betr. die mit der internationalen Angestellten- Jugendarbeit verbundenen Kosten. In seinem Schreiben vom 19. September 1951 an Koll. Fr. Rettig, Han burg, ausserte sich Koll. C.W. Jacobsen, Amsterdam, wie folgt: " Ich bin damit einverstanden, dass ein Internationaler Jugendausschuss im Rahmen des IBP gegründet wird. Die nachstehenden Fragen sind aber bei mir aufgetaucht: 1. Wer bezahlt die Spesen der Vertreter der einzelnen Länder? Wenn der IBP bezahlen muss, soll ein bestimmter Betrag diesem Ausschuss zur Verfügung gestellt werden. 2. Ist es nicht wünschenswert, auch einen Vertreter unseres Vorstandes in diesen Jugendausschuss aufzunehmen?" Es ist die Aufgabe des Osloer Kongresses zu dem Problem der Angestellten- Jugendarbeit im Rahmen des IBP Stellung zu nehmen. - 31- VI BEZIEHUNGEN ZU NICHT- ANGESCHLOSSENEN ORGANISATIONEN Auch in dieser Berichtsperiode hat das Internationale Sekretariat sowohl schriftlich wie durch persönlichen Kontakt versucht, die ziemlich zahlreichen noch ausserhalb unserer Reihen stehenden Gewerkschaften von Handels- und Büroangestellten und Technikern zum Anschluss an unsere Internationale zu bewegen. A) Europa In Grossbritannien, Frankreich, Italien und Schweden gibt es eine Reihe von Organisationen, die zwar den dem IBFG angeschlossenen Gewerkschaftszentralen angehören, die sich jedoch aus verschiedenen Gründen nicht bei unserm Berufssekretariat anschliessen wollen. In Italien und Frankreich sind es unserer Meinung nach in der Hauptsache finanzielle Gründe, die die betreffenden Organisationen von dem Anschluss an unsere Internationale abhalten. In Grossbritannien haben die Kollegen J. Young und J.D. Hiscock sowohl schriftlich wie mündlich versucht, eine Reihe von dem" T.U.C." angehörenden Organisationen zum Anschluss an unsere Internationale zu bringen. Bei einer dieser Organisationen, der" Association of Supervisory Staffs, Executives and Technicians", London, haben die Bemühungen unseres Vorsitzenden, Koll. J. Young, den gewünschten Erfolg gehabt. Diese Organisation beschloss, unserer Internationale per 1. Januar 1952 wieder beizutreten. Wir danken den Kollegen J. Young und J. D. Hiscock für die Zeit und Mühe, die sie trotz der vielen Arbeit, mit der sie überhäuft sind, zur Stärkung unserer Internationale aufgewendet haben. Wir sind davon überzeugt, dass sie auch in Zukunft alles tun werden, um die dafür in Frage kommenden britischen Organisationen für den Anschluss an unser Berufssekretariat zu gewinnen. Gelegentlich der Zweiten Tagung des Beratenden Ausschusses für Angestellte und geistige Arbeiter( Genf, 18. Februar bis 1. März 1952), haben wir auf Grund eines diesbezüglichen Beschlusses des Internationalen Vorstandes( Genf, 13. und 14. Februar 1952) Verbindung aufgenommen mit Koll. B. Marty, Mitglied des Hauptvorstandes der" Vereinigung Schweizerischer Angestelltenverbande"( V.S.A.), der gleichzeitig Zentralsekretar des" Schweizerischen Werkmeisterverbandes" in Zürich ist. In einer in Bern geführten Besprechung, in der noch einmal mit Nachdruck auf den Beitritt der zur V.S.A. gehörigen Organisationen von Handels- und Büroangestellten, Technikern und Werkmeistern gedrungen wurde, gab Koll. Marty die Zusicherung, die Frage des Anschlusses sowohl im Vorstand der V.S.A. als auch im Vorstand des Schweizerischen Werkmeisterverbandes behandeln zu lassen. B) Aussereuropaische Lander Zu unserm grossen Bedauern ist es uns auch in dieser Berichtsperiode nicht gelungen, Organisationen von Handels- und Büroangestellten und Technikern ausserhalb Europas zum Anschluss an unser Berufssekretariat zu bewegen. Die" Union of Jewish Clerks and Office Employees" in Tel- Aviv( Israel) blieb in der Berichtsperiode das einzige nichteuropäische Mitglied unserer Internationale. Es mangelt uns keineswegs an Adressen von bona fide Gewerkschaften von Handelsund Büroangestellten und Technikern in den verschiedenen Erdteilen. Wir erhielten diese Adressen, soweit wir sie nicht schon besassen, vom IBFG, von den Arbeitnehmerdelegierten auf den Internationalen Arbeitskonferenzen, von der" American Federation of Labor" und von zahlreichen andern Delegierten aussereuroäischer Landeszentralen auf dem Mailänder Kongress des IBFG( Juli 1951), mit denen unsere Delegierten( J. Young, Fr. Rettig und W. Spiekman) Unterredungen hatten über den Anschluss der in ihren Ländern bestehenden Gewerkschaften von Angestellten und Technikern. Durch Zusendung unserer" Mitteilungen", unserer Propaganda- Broschüre( in englischer und spanischer Sprache) haben wir versucht, bei den betreffenden Organisationen in den Vereinigten Staaten, Mittel- und Südamerika, in Japan, Südafrika, Australien, - 32- Neuseeland, in Malakka, in Indien, Interesse für unsere Internationale zu wecken. Besonders was Nordamerika betrifft, haben wir nicht versäumt, die Kollegen J. Young, Ch. Everling, A. Sidro und H. Fetterlein rechtzeitig vor ihrer Abreise für einen mehrwochigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten mit den nötigen Adressen zu versehen und sie haben auch, soweit es ihre Zeit zuliess, mit Vorstandsmitgliedern von bei der AFOL und dem CIO angeschlossenen Organisationen von Angestellten und Technikern Besprechungen geführt. Im allgemeinen sind die nicht- Handarbeiter in Amerika schlecht organisiert. Zu dieser Schlussfolgerung sind auch die vier obengenannten Vorstandsmitglieder unserer Internationale auf Grund ihrer Beobachtungen in den wichtigsten Handels- und Industriezentren der V.S. gekommen. Eine ebenso erfreuliche wie ermutigende Tatsache ist es, dass auch in anderen Teilen der Welt Einfluss und Bedeutung grosser Gruppen sog. nicht- Handarbeiter( Ingenieure, Aufseher, leitende Angestellte, usw.) vor allem im Produktionsprozess zunehmen. Auf diese Tatsache, sowie auf die wachsende Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung der nicht- Handarbeiter in nahezu allen Ländern ausserhalb Europas, wird in der letzten Zeit in den Veröffentlichungen des IAA wiederholt die Aufmerksamkeit gelenkt. Wir werden auch in Zukunft einer möglichst wirksamen Propaganda in den aussereuropaischen Landern unsere besten Kräfte widmen und wir lassen die Hoffnung nicht fahren, dass in nicht allzu ferner Zeit der IBP zu der verhältnismässig kleinen Zahl von Internationalen Berufs sekretariaten gerechnent werden kann, denen es gelungen ist, in Nordund Sudamerika sowie in andern Teilen der Welt festen Fuss zu fassen. - 33- VII INTERNATIONALE GEWERKSCHAFTSBEZIEHUNGEN A) Der I. B.F. G. Nach dem Austritt des Britischen Gewerkschaftsbundes( TUC), des amerikanischen CIO und des holländischen Gewerkschafts bundes( N.V.V.) aus dem Weltgewerkschaftsbund im Januar 1949, folgten auch andere Landesgewerkschaftszentralen ihrem Beispiel. Besprechungen über die Bildung einer neuen Gewerkschafts- Internationale wurden aufgenommen, der nur Landeszentralen angehören, die nicht von den kommunistischen oder anderswie von aussen beherrscht werden. Am 25. und 26. Juni 1949 fand auf Einladung des britischen T.U.C. in Genf eine Internationale Gewerkschaftskonferenz statt, um die Gründung einer solchen Internationale vorzubereiten. An der Genfer Tagung nahmen die Kollegen M.C. Bolle, M. Hewitson und J. H. Oldenbroek als Delegierte des Koordinationsausschusses der Intern. Berufssekretariate teil. Ein von der Genfer Konferenz gewählter Ausschuss beschloss, vom 28. November bis 9. Dezember 1949 in London eine Freie Weltgewerkschafts- Konferenz und den Gründungskongress der neuen Internationale abzuhalten und die Berufs sekretariate einzuladen. Der Vorstand des IBP beschloss die Einladung anzunehmen. Die Kollegen J. Young und A. Sidro wurden zu Delegierten des IBP bestimmt. W. Spiekman, Sekretär, wohnte als Sekretar der Delegation den Londoner Tagungen bei. Seit der Gründung haben wir ununterbrochen in äusserst kameradschaftlicher Weise mit dem Internationalen Bund freier Gewerkschaften zusammengearbeitet. Der Konstituierende Kongress des IBFG nahm einstimmig die nachstehende Entschliessung an: " DIESER KONGRESS IN DEM GLAUBEN, dass der volle Erfolg des Internationalen Freien Gewerkschaftsbundes nur durch eine möglichst enge Beziehung zwischen allen freien Gewerkschaftsorganisationen erreicht werden kann, deren Ziele darauf gerichtet sind, für ihre Mitglieder Freiheit, soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit und allgemeinen Frieden zu erlangen, VERSICHERT ERNEUT den Wunsch, der von der Vorbereitenden Internationalen Gewerkschaftskonferenz in Genf nach einer möglichst engen Beratung und Zusammenarbeit zwischen dem Internationalen Freien Gewerkschaftsbund und den Internationalen Gewerks sekretariaten aus gedrückt war, und begrüsst die Gefühle, die in dieser Hinsicht von den Internationalen Gewerkssekretariaten auf ihrer Konferenz in Paris am 8. und 9. November ausgesprochen wurden, und AUTORISIERT den Ausführenden Rat, in eine frühe Beratung mit den Internationalen Gewerkssekretariaten einzutreten mit dem Ziel, solche Vereinbarungen zu treffen, welche die wirksamste Zusammenarbeit und wechselseitige Repräsentation auf einer beratenden Grundlage zwischen dem Internationalen Freien Gewerkschaftsbund und den Internationalen Gewerkssekretariaten sowie den Abschluss von Vereinbarungen zur wechselseitigen Hilfe auf dem Felde der Gewerkschaftsorganisation sichern werden." Wir lenken die Aufmerksamkeit besonders auf Artikel IX der Satzungen des IBFG, der die Zusammenarbeit zwischen dem IBFG und den IBS behandelt. Dieser Artikel lautet: " Vorkehrungen für die wirksamste Zusammenarbeit zwischen dem Internationalen Bund und den Internationalen Berufssekretariaten in der Ausübung ihrer Funktionen sind zu treffen. " Nach vorhergegangenen Beratungen mit fünf Vertretern der IBS wurden vom Vorstand des IBFG in seiner Sitzung vom 25. bis 27. Mai 1950 folgende Regelungen getroffen: 341. Der IBFG erkennt die Autonomie der IBS an%; die IBS und der IBFG werden in allen sie gemeinsam berührenden Fragen zusammenarbeiten. Für Gesamtvertretungen erkennt der IBFG den Koordinierungsausschuss der IBS an. Diese Anerkennung verbietet dem IBFG jedoch nicht, Beziehungen mit einzelnen IBS zu pflogen, gleichgültig, ob sie dem Koordinierungsausschuss angehören oder nicht. 2. Der IBF G und die IBS erkennen an, dass sie in der Tat ein und dieselbe internationale Gewerkschaftsbewegung sind. Dies schliesst die Annahme der vom IBFG entwickelten allgemeinen Politik durch die IBS ein. 3. Um die IBS laufend über die allgemeine Politik des IBFG informiert zu halten und ihnen Gelegenheit zu geben, zu ihr Stellung zu nehmen und ferner alle gemeinsam berührenden Probleme zusammen zu besprechen, wird beschlossen, dass a) die IBS einen Vertreter mit beratender Eigenschaft zu den Sitzungen des Kleinen IBFG- Ausschusses entsenden dürfen, um an der Diskussion all der Fragen teilzunehmen, die die IBS direkt oder indirekt berühren könnten; b) zwei Vertreter unter denselben Bedingungen an den Sitzungen des Exekutiv- Ausschusses teilnehmen dürfen; c) fünf Mitglieder den Koordinierungsausschuss auf den Sitzungen des Generalrats vertreten dürfen, jedoch wird der IBFG jedes IBS gesondert einladen; d) Die IBS eingeladen werden, an den Kongressen des IBFG teilzunehmen; dabei wird die Stärke der Vertretungen vom IBFG festgelegt; B e) Zur Beratung bedeutender Angelegenheiten einschliesslich ernster Meinungsabweichungen in gemeinsam berührenden Fragen werden Vorkehrungen zur Aufstellung eines Verbindungsrates, bestehend aus einer Vertretung der IBS einerseits und einer Delegation des Exekutiv- Ausschusses des IBFG anderseits, getroffen. Dieser Verbindungsrat tritt auf Verlangen einer der beiden Seiten zusammen. f) Auf der anderen Seite wird der IBFG zur Teilnahme an Konferenzen der IBS und des Koordinierungsausschusses eingeladen werden, während von den einzelnen IBS erwartet wird, dass sie den IBFG zu ihren Konferenzen ebenfalls in beratender Eigenschaft einladen. In den verflossenen Jahren hat sich deutlich gezeigt, dass ein regelmässiger Kontakt mit dem IBFG für die IBS sehr wertvoll gewesen ist. Dieser Kontakt kann kurz folgendermassen charakterisiert werden: A. Der IBFG und die IBS halten sich über ihre Tätigkeit regelmässig auf dem Laufenden durch gegenseitige Vertretungen auf den Vorstandssitzungen und durch Austausch von schriftlichen Informationen. B. Die Errichtung neuer IBS wird vom IBFG. kräftig unterstützt. So wurde ein Internationales Berufssekretariat für Lehrer und eines für Variete künstler ins Leben gerufen. Ferner sind Bestrebungen im Gange, ein IBS für Journalisten zu errichten. C. Der IBFG schenkt der Organisation und den allgemeinen Interessen der nicht- Handarbeiter besondere Aufmerksamkeit. Ein Beratender Ausschuss für Angestellte in Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft wurde errichtet. Darin sind eine Reihe Internationale Berufssekretariate von Nicht- Handarbeitern sowie auch eine Anzahl Gewerkschaftszentralen vertreten. Unsere Internationale wird in diesem Ausschuss von Koll. W. Spiekman, Sekretär, vertreten, während Koll. Ch. Everling Delegierter des Belgischen Gewerkschaftsbundes ist. Sowohl Vom 18. bis 21. April 1951 wurde in Brüssel ein Weltkongress der Angestellten in Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft abgehalten, der sich mit den besonderen Problemen der verschiedenen Gruppen von nicht- Handarbeitern, im Hinblick auf ihre Arbeitsbedingungen wie auf ihre Organisation, beschäftigte. Als Vertreter unserer Internationale fungierte der gesamte Vorstand mit Ausnahme des Kollegen Hans vom Hoff, der durch dringende Arbeiten in seinem eigenen Land an der Teilnahme verhindert war. S.A. Johansson war ebenfalls verhindert; als sein Stellvertreter wohnte Algot Jönsson dem Kongress bei. -35Kollege J. Young, Vorsitzender unserer Internationale, hielt ein Referat über" die gegenwärtig charakteristischen Sonderprobleme, die gemeinsam für alle gegen Gehalt in leitenden Stellungen beschäftigten Angestellten und in freien Berufen gültig sind". Auf Empfehlung des Kongresses beschloss der Vorstand des IBFG, dass der Beratende Ausschuss seine Tätigkeit fortsetzen solle. In einer Reihe von Sitzungen behandelte der Ausschuss insbesondere die Frage, wie die Teilnahme der interessierten Gewerkschaften an der Tätigkeit des Beratenden Ausschusses für Angestellte und geistige Arbeiter beim IAA intensiver gestaltet werde könne. Es wurde darüber diskutiert, welche Probleme, die die Interessen der nicht- Handarbeiter berühren, dem Beratenden Ausschuss in Genf als dringend empfohlen werden sollten, entweder zur Behandlung in den kommenden Sitzungen des Ausschusses oder für die Ausarbeitung von" Studien" durch das IAA. D. Der IBFG unterstützt die IBS bei ihrer Arbeit für die Industriekommissionen des IAA. E. Bekanntlich hat der IBFG in verschiedenen Teilen der Welt regionale Organisationen geschaffen und er hat die IBS gebeten, sich an der regionalen Arbeit finanziell zu beteiligen. In zwei Generalversammlungen der IBS, denen der Generalsekretar des IBFG, J.H. Oldenbroek, beiwohnte,( Amsterdam, 14. und 15. Dezember 1950 und Rotterdam, 25. und 26. Oktober 1951), wurden Entschliessungen angenommen, in denen die IBS aufgefordert wurden, auch durch finanzielle Beitrage ihr Interesse an der regionalen Arbeit des IBFG zu bekunden. Unsere Internationale hat einen Betrag von gut 14.000 Gulden dem IBFG als Beitrag für die regionale Arbeit überwiesen. F. An der vom IBFG vom 30. Oktober bis 1. November 1950 in Brüssel abgehaltenen Europäischen Bildungskonferenz, der 49 Delegierte aus 15 Ländern beiwohnten, nahmen als Vertreter unserer Internationale die folgenden Kollegen teil: H. Emmering, Amsterdam- Generalsekretär des" Alg. Ned. Bond van Handels- en Kantoorbedienden en Handelsreizigers" Mercurius"; E. Dinesen, Kopenhagen C. Dee, London Vorsitzender des" Dansk Handels- og Kontormedhjaelperforbund; " Association of Engineering and Shipbuilding Draughtsmen". Zulassung individueller Organisationen zum I. B.F.G. Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Errichtung des I.B.F. G. im Dezember 1949 die Entwicklung der internationalen Gewerkschaftsbeweung stark stimuliert hat. Sie hat auch in hohem Masse zum Wachstum und zur weiteren Kräfte entfaltung der Internationalen Berufssekretariate beigetragen. Wenn wir uns auch darüber klar sind, dass es Aufgabe der Berufssekretariate und auch unserer Internationale- ist, neue Mitglieder unter den bisher noch nicht angeschlossenen Organisationen zu gewinnen, so sind wir doch der Meinung, dass der IBFG durch Vermittlung der ihm angeschlossenen Gewerkschaftszentralen zur Stärkung der IBS, vor allem in überseeischen Ländern, beitragen kann. Auf ein in diesem Sinn gehaltenes Schreiben unseres Sekretariats teilte uns Kollege J.H. Oldenbroek, Generalsekretär des IBFG, im Frühjahr 1950 u.a. mit, dass er" der Meinung sei, dass Verbande, welche es nicht für notwendig erachten, einem IBS beizutreten, dies auch nicht machen werden, wenn sie eine diesbezügliche Bitte von ihrer Landeszentrale erhalten". In der vom 26. bis 30. November 1951 in Brüssel abgehaltenen Sitzung des Vorstandes des IBFG wurden verschiedene individuelle Organisationen als Mitglieder zum IBFG zugelassen. Die beiden Vertreter der Berufssekretariate, O. Becu und M.C. Bolle, Vorsitzender bzw. Sekretar des Koordinationsausschusses der IBS, hoben hervor, dass individuelle Organisationen grundsätzlich dadurch Anschluss bekommen, dass sie dem für sie zuständigen IBS beitreten. Es leuchtet ein, dass die IBS an dieser Frage sehr interessiert sind, da der Anschluss eines individuellen Verbandes an den IBFG diesen Verband davon abhalten kann, sich aus finanziellen oder andern Gründen- dem zuständigen IBS anzuschliessen. Der Vorstand des IBFG war der Meinung, dass diese Frage Gegenstand weiterer Diskussionen zwischen dem IBFG, den regionalen Organisationen und den Internationalen Berufssekretariaten sein musse. . - 36- B) Die Zusammenarbeit zwischen den internationalen Berufssekretariaten Wir erinnern daran, dass auf der allgemeinen Konferenz der IBS, die am 8. und 9. Marz in Bournemouth stattfand, die nachstehende Entschliessung angenommen worden ist: 1949 " Die am 8. und 9. Marz in Bournemouth tagenden Internationalen Berufssekretariate beschliessen, die auf Grund eines Beschlusses der Pariser Konferenz vom 15. September 1948 in ihrem Nahmen geführte Tätigkeit for zusetzen und die Einsetzung eines Koordinationsausschusses zum Zwecke regelmässiger Besprechungen über Angelegenheiten gemeinsamen Interesses für die Internationalen Berufs sekretariate zu empfehlen. Die Internationalen Berufs sekretariate werden eingeladen, diese Empfehlung ihren leitenden Organen im frühest möglichen Zeitpunkt zur Genehmigung vorzulegen. Die Konferez beschliesst, einen neunköpfigen Ausschuss einzusetzen, der bis zur nächsten Konferenz im Amte bleibt. Die Konferenz beauftragt den Ausschuss, einen Finanzierungsplan auszuarbeiten. Mit Ausnahme der Metallarbeiter internationale beschlossen alle IBS, an der Arbeit des Koordinationsausschusses teilzunehmen. Unser Vorsitzender, Koll. J. Young, wurde als Vertreter unserer Internationale in diesen Ausschuss gewählt. Der Koordinationsausschuss hielt im ganzen 11 Sitzungen ab. Ferner fanden folgende 5 Allgemeine Konferenzen statt: Paris Den Haag 8. und 9. November 1949 www 27. und 28. April 1950 London --10. Oktober 1950 00000 Amsterdam 2. und 25. Dezember 1950 CO Rotterdam 25. und 26. Oktober 1951 COO Vertreter: A. Sidro, W. Spiekman. J. Young, W. Spiekman, C. Jacobsen. J. Young, W. Spiekman. J. Young, C. Jacobsen, W. Spiekman. J. Young, W. Spiekman. Die wichtigsten Gegenstände, die auf diesen Konferenzen behandelt wurden, waren: 1. Die Beziehungen zum I. B.F. G.; 2. Die Industriekommissionen des I.A.A. einschliesslich des Beratenden Ausschusses für Angestellte und geistige Arbeiter; 3. Stärkung der Internationalen Berufssekretariate vor allem durch Anschluss von Verbanden in überseeischen Ländern; 4. Die Vertretung der I.B. S. in den Vorstandsorganen des I. B. F. G.; 5. Die finanzielle Beteiligung der I. B. S. an der regionalen Tätigkeit des I.B.F. G.; 6. Die Beziehungen zu inter- gouvernementalen Organisationen wie z. B. dem Wirtschaftlichen und Sozialen Rat der Vereinten Nationen. Der IBFG war auf allen allgemeinen Konferenzen der IBS, sowie auf den Konferenzen des Koordinationsausschusses vertreten. Seit April 1950 besteht der Koordinationsausschuss aus folgenden Mitgliedern: O. Bécu M.C. Bolle -- Vorsitzender Sekretar Sir Richard Coppock J. Crawford Sir William Lawther --Transportarbeiter; öffentliche Angestellte%; B Bau- und Holzarbeiter%; B Schuh- und Lederarbeiter; Bergarbeiter% 3 - 37E. Poulsen L.M. van Waasdijk J. Young J. Greenhalgh Lebensmittelarbeiter; -- Fabrikarbeiter; Privatangestellte; Textilarbeiter. In der am 25, und 26. Oktober 1951 in Rotterdam abgehaltenen allgemeinen Konferenz der IBS wurde nach eingehender Diskussion beschlossen, den Koordinationsausschuss weiterbestehen zu lassen trotz der Tatsache, dass drei Berufssekretariate inzwischen erklärt hatten, nicht mehr an der Arbeit des Ausschusses teilnehmen zu wollen( Bergarbeiter, Bekleidungsarbeiter und Graphischer Bund). Unter Auspizien des IBFG soll am Vorabend des Sitzung des Generalrats des IBFG, ( Berlin, Juni- Juli 1952) eine allgemeine Konferenz der IBS abgehalten werden, auf der die Frage des Verhältnisses zum IBFG und die Beziehungen der IBS untereinander endgültig geregelt werden sollen. Die Schriftsätze, die als Grundlage für die Beratungen dienen sollen, werden gemeinsam von den Kollegen J.H. Oldenbroek, Generalsekretär des IBFG, und dem Vorsitzenden und dem Sekretär des Koordinationsausschusses, O. Becu und M.C. Bolle, abgefasst werden - 38- VIII DAS INTERNATIONALE ARBEITSAMT A) Allgemeines In der Berichtsperiode haben wir in ständigem engen Kontakt mit dem Internationalen Arbeitsamt gestanden, in erster Linie natürlich mit dem unter der Leitung des Herrn J. Schuil stehenden Verbindungsdienstes zwischen dem IAA und den Arbeitnehmerorganisationen und mit der Abteilung Industriekommissionen, an deren Spitze Herr John Price steht. In den Bereich dieser Abteilung fallen auch die vielumfassenden Aufgaben und Tatigkeiten Dr K. St. Grünbergs, der sich schon seit vielen Jahren mit Eifer und Hingabe mit den zahlreichen Problemen beschäftigt, die die Interessen der in unserer Internationale organisierten Arbeitnehmer. berühren. Der schriftliche sowohl als auch der persönliche Kontakt beschränkte sich nicht nur auf die obenerwähnten leitenden Funktionäre des IAA. Wir setzten uns auch mit den Arbeitnehmer- Mitgliedern des Verwaltungsrates in Verbindung und-- auf den jährlichen Internationalen Arbeitskonferenzen mit Arbeitnehmer delegierten aus nahezu allen Teilen der Welt. Bekanntlich sind weitaus die meisten Arbeitnehmerde legierten auf den Internationalen Arbeitskonferenzen Vertreter von Organisationen, die dem IBFG angehören. Während unseres mehrtägigen Aufenthalts in Genf gelegentlich der Arbeitskonferenzen traten wir hauptsachlich mit Arbeitnehmerde legierten aus andern Erdteilen in Verbindung. Bei den Gesprächen mit Delegierten aus Mittel- und Südamerika fanden sich stets einige spanisch sprechende Funktionare des IAA bereit, als Dolmetscher aufzutreten. Besondre Erwähnung verdient die Zulassung Deutschlands und Japans zur Internationalen Arbeitsorganisation. B) Der Beratende Ausschuss für Angestellte In der 43. Sitzung des Verwaltungsrates des IAA im März 1929 stellte der Vertreter der deutschen Regierung einen Antrag auf Errichtung eines beratenden Ausschusses für Angestellte im Rahmen der Internationalen Arbeitsorganisation; er hob dabei hervor, dass sich neben den Handarbeitern eine grosse Gruppe von Angestellten entwickelt habe, die noch ständig im Wachsen begriffen sei, und dass viele der diese Kategorie von Arbeitnehmern berührenden Probleme eine internationale Regelung erforderten. Der Verwaltungsrat behandelte den Antrag der deutschen Regierung in seiner 45. Sitzung im Mai 1929. Er erhielt ferner ein Schreiben vom Internationalen Bund der Privatangestellten, in dem ebenfalls um die Errichtung eines Ausschusses zum Studium der Probleme, die für die Angestellten von Belang sind, gebeten wurde. Gleich zu Beginn ergab sich jedoch eine praktische Schwierigkeit. Als der Verwaltungsrat die Frage behandelte, erwies es sich als unmöglich, dem zukünftigen Ausschuss den Charakter einer paritätischen Körperschaft zu geben, da es zu jener Zeit auf der Unternehmerseite keine spezielle Organisation gab, die den grossen internationalen Organisationen der Angestellten entsprach. Nachdem der Verwaltungsrat die möglichen Folgerungen dieses Problems erwogen hatte, beschloss er am 14. Juni 1929, einen Beratenden Ausschuss für Angestellte zu errichten, der aus je einem Vertreter der drei Gruppen im Verwaltungsrat, 2 Arbeitgebervertretern und 9 Vertretern der Angestellten bestehen sollte. Der Verwaltungsrat bestätigte in seiner 47. Sitzung im Februar 1930 den Beschluss hinsichtlich der Struktur des neuen Ausschusses, der im Juni 1929 gefasst worden war, erhöhte jedoch die Zahl der Angestelltenvertreter von neun auf zwölf. Es sei hier bemerkt, dass sich kein Arbeitgebervertreter und kein Mitglied der Arbeitgeber gruppe aus dem Verwaltungsrat jemals an der Arbeit des Ausschusses beteiligt hat. Der Beratende Ausschuss für Angestellte trat fünfmal zusammen und zwar: 1931, 1933, 1935, 1936 und 1938. - 39- Der neue Beratende Ausschuss für Angestellte und intellektuelle Arbeiter Gleich nach Beendigung des Krieges wurden Eingaben an das Arbeitsamt gerichtet mit der Bitte, auf internationaler Ebene das Studium der Probleme bezüglich der Ange stellten und intellektuellen Arbeiter wieder aufzunehmen. Dem Verwaltungsrat lagen auf der 98. Sitzung im Mai 1946 verschiedene Schreiben vor, namentlich vom Internationalen Bund der Privatangestellten, vom Internationalen Bund Christlicher Angestelltenverbande, vom Bund Schweizerischer Angestelltenvereinigungen, und vom Bund der Angestelltenvereinigungen in Luxemburg. Die Ersuchten um Wiedererrichtung im Rahmen der IAO eines Ausschusses( in einer Form, wie sie der Verwaltungsrat am zweckmässigsten hielt), der sich insbesondere mit allen Fragen bezüglich der Angestellten beschäftigen sollte. Der Verwaltungsrat beschloss in seiner 110. Sitzung( März 1947) den gegenwärtigen Beratenden Ausschuss für Angestellte und intellektuelle Arbeiter zu errichten, der die Arbeit fortsetzen sollte, die vor dem Beratenden Ausschuss für intellektuelle Arbeiter im Jahre 1928 und vom Beratenden Ausschuss für Angestellte im Jahre 1931 begonnen worden war. Struktur und Mitgliedschaft des Ausschusses Der neue Ausschuss unterscheidet sich von seinen beiden Vorgängern in Struktur, Mitgliedschaft und Kompetenz und spiegelt dadurch die Entwicklung wider, die sich inbezug auf die Kopfarbeit vollzogen hat und die, wie sich gezeigt hat, seit dem Ende des Krieges noch deutlicher in Erscheinung getreten ist. Die Rolle, die die Kopfarbeit- direkt oder indirekt- im allgemeinen Wirtschaftsle ben spielt, dürfte ständig an Bedeutung zunehmen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, gab der Verwaltungsrat dem neuen Ausschuss eine Befugnis, die die beiden früheren Ausschüsse nicht besessen hatten, indem er ihn auf paritätischer Grundlage errichtete, d.h. aus Vertretern der Regierungen, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zusammensetzte. Die Wahl der Länder, die zur Teilnahme an der Arbeit des Ausschusses aufgefordert werden sollten, bereitete dem Verwaltungsrat gewisse Schwierigkeiten. Wie im Falle der Industriekommissionen wurde es für notwendig erachtet, die Zusammensetzung des Ausschusses auf eine verhaltnismässig kleine Zahl von Ländern zu beschränken, damit er. möglichst leistungsfähig sein sollte. Aber wenn es für eine Industriekommission ziemlich leicht sein mag, die Länder mit der grössten Bedeutung für die betreffende Industrie auszuwählen, für den vorliegenden Ausschuss trifft dies nicht zu, denn Anger stellte und intellektuelle Arbeiter gibt es in jedem Land. Um zu verhüten, dass der neue Ausschuss nur ein Abklatsch der allgemeinen Konferenz der Mitgliederstaaten werden würde, hat der Verwaltungsrat bei der Entscheidung über dessen Zusammensetzung eine Verteilung nach geographischen Gesichtspunkten vorgenommen. Eine solche Verteilung war nach Meinung des Verwaltungsrates die beste Gewähr dafür, dass die verschiedenen Arten der Bedingungen, unter denen die Angestellten und intellektuellen Arbeiter augenblicklich in allen Teilen der Welt ihre Arbeit verrichten, am lückenlosesten vertreten seien. Es wurde deshalb beschlossen, dass sich der Ausschuss aus Vertretern der folgenden Länder zusammensetzen sollte: Ägypten, Brasilien, China, Frankreich, Indien, Italien, Peru, Polen, Schweden, Tschechoslowakei, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten, Uruguay. Diese Zusammensetzung gibt dem Ausschuss einen wahrhaft universellen Charakter und ermöglicht ihm, bei der Untersuchung der in seinen Bereich fallenden Fragen die Erfahrungen der verschiedensten Art zu vergleichen und die gewissen Ländern und Gebieten eigenen Probleme gehörig zu berücksichtigen. Der Verwaltungsrat beschloss auch, eine aus Regierungs-, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammengesetzte Delegation in den Ausschuss zu entsenden. Analog der im Falle einiger Industriekommissionen befolgten Praxis beschloss der Verwaltungsrat ferner, dass es internationalen Arbeitgeber- und Arbeitnehmer organisationen gestattet sein sollte, sich durch Beobachter vertreten zu lassen. -40- Nach der letzten Tagung des Ausschusses hat das Arbeitsamt von verschiedenen Regierungen Gesuche um Zulassung zu der Arbeit des Ausschusses erhalten. Diese Gesuche liegen jetzt dem Verwaltungsrat vor, der, in dem Bewusstsein, dass durch eine Erweiterung der Mitgliedschaft des Ausschusses Probleme auftauchen, die einer sorgfältigen Untersuchung bedürfen, in seiner 115. Sitzung( Juni 1951) beschloss, die Behandlung dieser Angelegenheit bis nach der Zweiten Tagung des Ausschusses zu verschieben. Die erste Tagung des neuen Beratenden Ausschusses wurde vom 24. Bis 29. Oktober 1949 in Genf abgehalten. An dieser Tagung haben als Beobachter für unsere Internationale die Kollegen Ch. Everling( Brüssel) und W. Spiekman( Sekretär, Amsterdam) teilgenommen. A. Sidro( Paris) und S.A. Johansson( Malmö) gehörten zu den Arbeitnehmerdelegationen von Frankreich und Schweden. Diese erste Tagung, an deren Vorbereitung durch das IAA von verschiedener Seite Kritik geübt wurde, nahm Entschliessungen über die folgenden Fragen an: Die wöchentliche Ruhe im Handel und in den Büros; Die tägliche Ruhe im Handel und in den Büros; Das Recht des ausübenden Künstlers; Den Versand der Berichte für die künftigen Tagungen der Kommission; Eine Enquete über die Abkommen von 1932 und 1937 über das Mindestalter( für andere als industrielle Arbeit); Die Statistiken der Angestellten und geistigen Arbeiter; Die Erfinderrechte des Angestellten; Die vom Internationalen Arbeitsamt vorzunehmende Untersuchungen; Die Abkommen über den Mutterschutz( 1919); Die Arbeitslosigkeit geistiger Arbeiter; Die Wanderungen der Angestellten und geistigen Arbeiter. Die Zweite Tagung, auf deren Vorbereitung viel Sorgfalt verwendet worden war, fand gleichzeitig mit den Tagungen der Industriekommissionen des IAA statt. An dieser Tagung nahmen als Vertreter unserer Internationale teil: J. Young, Vorsitzender, London; Ch. Everling, Brüssel; Fr. Rettig, Hamburg- abwechselnd mit Hans Böhm, Düsseldorf; W. Spiekman, Sekretär, Amsterdam. H. Böhm war Stellvertreter für H. vom Hoff, Düsseldorf, der durch dringende Arbeiten in Deutschland an der Teilnahme verhindert war. A. Sidro( Paris) war der Delegierte der französischen Arbeitnehmer, während Algot Jönsson( Malmö) als technischer Berater der schwedischen Arbeitnehmerdelegation angehörte. Die Tagesordnung der Zweiten Tagung lautete: 1. Allgemeiner Bericht. a) Die in den einzelnen Ländern zwecks Durchführung der in der ersten Sitzung angenommenen Resolutionen getroffenen Massnahmen. b) Die vom IAA zur Durchführung der vom Ausschuss vorgeschlagenen Studien und Erhebungen getroffenen Massnahmen. c) Jüngste Ereignisse und Fortschritte, welche die: Angestellten und geistig Schaffenden Berühren. 2. Allgemeine Hygiene in Geschäftsbetrieben und in den Büros. 3. Das Recht der ausübenden Künstler beim Rundfunk, Fernsehen und bei der mechanischen Tonwiedergabe. Was den Verlauf und die Ergebnisse dieser Zweiten Tagung des Beratenden Ausschusses anbelangt, verweisen wir in erster Linie auf unsere" Mitteilungen" und auf das vom IAA in drei Sprachen( französisch, englisch und spanisch) herausgegebene Bulletin, das sehr interessantes Material über Fragen, die die Interessen der geistigen Arbeiter berühren, enthält. 20 Die Diskussionen sowohl in den Vollsitzungen wie in den Ausschusssitzungen standen auf einem hohen Niveau und die Zweite Tagung dieses Ausschusses kann denn auch unserer Meinung nach in jeder Hinsicht als ein Erfolg bezeichnet werden. - 41- Das Sekretariat des IAA verdient grosses Lob für die gediegene Vorbereitung der Tagung und insbesondere auch für die schriftlichen Berichte über die drei Tagesordnungspunkte. Die Struktur des Beratenden Ausschusses Praktisch seit der Einsetzung des Ausschusses im Jahre 1947 hat unsere Internationale darauf gedrungen a) die Struktur des Ausschusses zu ändern; b) Länder mit starken, einflussreichen Angestellten- Gewerkschaften aufzunehmen. Nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich haben wir wiederholt ersucht, den Ausschuss zu teilen, und zwar in einen Ausschuss für Angestellte und einen für kein festes Gehalt beziehende intellektuelle Arbeiter. Wenn sie auch nicht in die Berichtsperiode fällt, so möchte ich doch in diesem Zusammenhang an die Unterredung erinnern, die unser inzwischen verstorbener Freund Oreste Capocci und W. Spiekman, Sekretär, im Dezember 1948 in Genf mit Herrn David A. Morse, Generaldirektor des IAA, und mit einer Reihe von anderen leitenden Funktionaren dieses Amtes gehabt haben. Wir haben mit Nachdruck darauf hingewiesen, wie dringend erwünscht es sei, die erwähnte Teilung des Ausschusses vorzunehmen. Schriftlich wie mündlich haben wir seitdem zu wiederholten Malen nicht nur den zuständigen Funktionären des IAA sondern auch den Mitgliedern der Arbeitnehmer gruppe im Verwaltungsrat und einigen Regierungsvertretern unsere Wünsche inbezug auf die Struktur des Ausschusses zu erkennen gegeben. In unserer am 13. und 14. Februar 1952 in Genf abgehaltenen Sitzung des Vorstandes unserer Internationale wurde beschlossen, wiederum auf schriftlichem Wege Herrn David A. Morse unsere Wünsche inbezug auf die Struktur des Ausschusses zu übermitteln. Unser Schreiben, das am 20. Februar 1952 abgeschickt wurde, lautete wie folgt: Sehr geehrter Herr, Unser Bund hat sich wiederholt an die leitenden Funktionare des IAA gewandt, damit eine neue Struktur des Beratenden Ausschusses für Angestellte und geistige Arbeiter zustande kommt. Der Verwaltungsrat teilt unseren Standpunkt noch nicht. Er war der Meinung, dass die Verschmelzung der zwei vor dem Jahre 1940 für die geistigen Arbeiter bestehenden Ausschüsse notwendig sei. Die finanziellen Gründe haben über die praktischen Gründe, die unser Bund dargelegt hat, gesiegt. Die vom 18. Februar 1. März 1952 abzuhaltende Konferenz wird sich also aus Vertretern von Verbanden von im Lohndienste Stehenden und nicht im Lohndienste Stehenden zusammensetzen. Dies bedeutet eine ernste Lücke, welche die gute Funktionierung des Beratenden Ausschusses für geistige Arbeiter beeinträchtigen könnte. Tatsächlich sind die Grundsatze der dreigliedrigen Vertretung zunichte gemacht worden, weil sich die Regierungen, die Arbeitgeber, die Angestellten und eine vierte Kategorie, die unabhängigen geistigen Kopfarbeiter, welche oft Personal beschäftigen, werden vertreten lassen. Unser Bund möchte Ihre besondre Aufmerksamkeit auf diese ernsten Nachteil lenken, auf die Verletzung des Prinzips und auf die Schwierigkeiten, denen sich die im Lohndienste stehenden geistigen Arbeiter gegenüberstehen werden, wenn sie ihre Wünsche verwirklichen wollen. Schliesslich möchten wir Sie bitten, die Frage auf's neue zu prüfen, und wir hoffen, dass das Budget es dem IAA erlauben wird, zu der früheren Praxis zurück zu kehren. Indem wir Ihrer Antwort auf diese Frage mit Interesse entgegensehen zeichnen wir, mit vorzüglicher Hochachtung, gez.: W. Spiekman, Sekretär. Als Antwort darauf erhielten wir von Herrn John Price, Leiter der Abteilung Industriekommissionen folgenden, vom 19. Marz 1952 datierten Brief: Geehrter Herr Spiekman, Hiermit bestätige ich den Empfang Ihres Schreibens vom 20. Februar 1952, in dem - 42- Sie dem Generaldirektor den Standpunkt Ihrer Organisation in bezug auf die Struktur des Beratenden Ausschusses für Angestellte und intellektuelle Arbeiter mitteilten. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, hat der Beratende Ausschuss auf seiner Zweiten Tagung ein Memorandum über seine zukünftige Arbeit und Zusammensetzung angenommen, in welchem der Verwaltungsrat gebeten wird, Mittel und Wege zur Überwindung der bestehenden Schwierigkeiten ausfindig zu machen. Dieses Memorandum wird zusammen mit den bei den verschiedenen Gelegenheiten von Ihrem Bund und von anderen interessierten internationalen Organisationen geäusserten Ansichten dem Verwaltungsrat in seirer nächsten Sitzung vorgelegt werden. Hochachtungsvoll, gez. John Price, Leiter der Abteilung Industriekommissionen. Die Erweiterung des Ausschusses Bisher sind die von einigen Regierungen an den Verwaltungsrat es IAA gerichteten Gesuche um Aufnahme ihrer Lander in den Beratenden Ausschuss nicht bewilligt worden. Der Verwaltungsrat hatte es vorgezogen, erst den Verlauf und die Ergebnisse der vom 18. Februar bis 1. März 1952 abgehaltenen Zweiten Tagung des Ausschusses abzuwarten, ehe er eine Entscheidung über bereits eingereichte und eventuelle neue Gesuche um Aufnahme in den Ausschuss traf. Die Gewerkschaften der Handels- und Büroangestellten und Techniker in Ländern, die durch ihre Stärke und ihren Einfluss wesentlich zur Erfüllung der Aufgaben des Beratenden Ausschusses beitragen könnten--- wir denken dabei an Belgien, die Schweiz, Deutschland und Holland mussten, am besten unterstützt von ihren Gewerkschaftszentralen, ihren Einfluss auf die Regierungen geltend machen, damit so schnell wie möglich ein Gesuch um Aufnahme in den Beratenden Ausschuss beim IAA eingereicht werde. Die Aktion der Gewerkschaften in den interessierten Landern muss unsererseits durch Vermittlung bei den Arbeitnehmervertretern im Verwaltungsrat des IAA unterstützt werden. c) Die Industrieausschüsse des IAA In der am 8. und 9. November 1949 in Paris abgehaltenen Generalversammlung der IBS, an der für unsere Internationale die Kollegen A. Sidro( Paris) und W. Spiekman( Sekretär) teilhmen, hat letzterer die Frage über eine Teilnahme unserer Internationale an den Tagungen der Industriekommissionen des IAA aufgeworfen, insoweit auf diesen Tagungen Probleme behandelt werden, die nicht nur die Interessen der Handarbeiter, sondern auch die Interessen der in der betreffenden Industrie beschäftigten Kategorien von nichtHandarbeitern( Büroangestellte, Techniker, Zeichner, Werkmeister, Ingenieure, usw.) berühren. Herr P. Fano, Vertreter des IAA, erklärte nachdrücklich, dass in den Industriekommissionen die Interessen aller Kategorien Arbeitnehmer( Hand- und nicht- Handarbeiter) wahrgenommen werden. In der im Juni 1950 in Genf abgehaltenen 112. Sitzung des Verwaltungsrates des IAA wurde das von unserer Internationale eingereichte Gesuch, Beobachter zu den Tagungen der Industriekommissionen, auf denen die Interessen einer oder mehrerer Gruppen von in unserer Internationale organisierten Mitgliedern behandelt werden, entsenden zu dürfen, bewilligt. Chemische Industrie Kollege A. Hardcastle, Stockton- on- Tees, von der Association of Engineering and Shipbuilding Draughtsmen, wurde im Einverständnis mit dem Vorsitzenden, J. Young, als Beobachter zu der Mitte April 1950 in Genf abgehaltenen Tagung der Kommission fur die Chemische Industrie ernannt. Auf eine Teilnahme an dieser Tagung musste verzichtet werden, da unser diesbezügliches Gesuch den Verwaltungsrat des IAA zu spat erreicht hatte. Textilindustrie Für die Teilnahme an der vom 20. November bis 9. Dezember 1950 in Lyon abgehaltenen Tagung der Industriekommission Textil war E. Heyman, Verviers( Syndicat des Em -43ployes, Techniciens et Cadres de Belgique) als Beobachter unserer Internationale ernannt worden. Durch plötzliche Erkrankung war Kollege Heyman jedoch verhindert, an der Tagung teilzunehmen und es war zu spat, noch einen Stellvertreter zu ernennen. Kohlenkommission An der vom 7. bis 19. Mai 1951 in Genf abgehaltenen Tagung der Industriekommission für Kohle nahm Koll. Fred C. Woods, Generalsekretar der Clerical and Administrative Workers' Union( London) als Beobachter für unsere Internationale teil. Kommission für die Metallindustrie Kollege J. Young von der Association of Engineering and Shipbuilding Draughtsmen ( London) vertrat unsere Internationale auf der vom 21. April bis 3. Mai 1952 in Genf abgehaltenen Vierten Tagung der Kommission für die Metallindustrie. Eisen- und Stehlkommission Kollege W. Klempien, Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Angestellten- Gewerkschaft( Hamburg), nahm als Beobachter für die Internationale an der vom 5. bis 17. Mai 1952 in Genf abgehaltenen Vierten Tagung der Kommission für die Eisen- und Stahlindustrie teil. Am 12. und 13. März 1951 fand auf Initiative des Koordinationsausschusses der IBS in Genf eine Sitzung derjenigen IBS statt, die an der Arbeit der vom IAA eingesetzten Industriekommissionen interessiert sind. Der Beratende Ausschuss für die Angestellten und intellektuellen Arbeiter ist diesen Industriekommissionen gleichgestellt. Die Konferenz wurde vom Kollegen O. Bécu, dem Vorsitzenden des Koordinationsausschusses, geleitet. Als Vertreter der Internationale wohnte ihr bei: L. Gyesse( Paris); C.W. Jacobsen, Amsterdam; W. Spiekman, Sekretär, Amsterdam. Es wurde folgende Entschliessung angenommen: " Die Konferenz der an der Arbeit der industriellen Komitees der I.A.0. interessierten Internationalen Berufssekretariate, versammelt am 12. und 13. März 1951 in Genf, hat den Bericht der ihr von O. Becu, Generalsekretar der Internationalen Transportarbeiter- Föderation, vorgelegt wurde, zur Kenntnis genommen. Sie ANERKENNT den grossen Wert der industriellen Komitees der I.A.0. für das Studium industrieller Probleme auf internationaler Ebene, im Interesse der Wohlfahrt der Arbeiter in der ganzen Welt% 3 IN ERWAGUNG der Tatsache, dass die seit der Gründung der industriellen Komitees gemachten Erfahrungen gewisse Schwachen aufgezeigt haben, sowohl hinsichtlich der Methoden der Komitees als auch der Durchführung der von den Komitees gebilligten Resolutionen, IST SIE DER ANSICHT, dass die nachstehend angeführten, wirksameren Methoden hinsichtlich der Beschlüsse der industriellen Komitees angewendet werden sollten: a) In Fällen, wo eine von einem industriellen Komitee angenommene Resolution zum Zwecke einer Konvention der IAO verwertet werden könnte, sollte die Diskussion einer solchen Resolution durch ein industrielles Komitee als die erste der beiden Diskussionen anerkannt werden, die normalerweise für die Annahme einer Resolution durch die Internationale Arbeitskonferenz benötigt werden. b) Die industriellen Komitees sollten ermächtigt werden Beschlüsse zu fassen, die die gleiche Geltung haben wie von der Intern. Arbeitskonferenz angenommene Empfehlungen. c) Die Regierungen sollten ersucht werden, die Durchführung von Beschlüssen durch Schaffung einer geeigneten Maschinerie zu fördern, durch die Diskussionen auf Landese bene und auf dreigeteilter Basis im Hinblick auf die Verwirklichung solcher Beschlüsse ermöglicht würden; d) Die Errichtung von besonderen Sektionen des Intern. Arbeitsamtes, die sich den Problemen gewisser Industrien oder Gruppen von Industrien widmen würden, falls die Schaffung derartiger Sektionen sich als vorteilhaft erwiese. e) Zwischen den Sitzungen der Industriellen Komitees sollten nicht mehr als zwei Jahre verstreichen. KASSEN BERICHT 11 für die Jahre 1950 1951. - 1949 BILANZEN - 2- 31. Dez. 31. Dez. 31. Dez. 1949 1950 1951 Kasse Twentsche Bank N.V.- Amsterdam Gemeinde Giro Inventar Amsterdam 645,86 2.073.47 131,46 277,40 28.504.51 21.697,25 202,80 1,-- 1.900,-- Prive Spiekman 24,18 332,29 122,21 Arbeiter bank Wien 2.404: 05 3.596.33 Gewerksch. der Angestellten i.d. Privatwirtsch., Wien 4.124.30 492,06 64.55 Fédération des Employés et Cadres- Paris 976,84 2.865.39 D.A. G. Hamburg 5.420,19 D. G.B. Düsseldorf 7.500,-- Gewerksch. der Techniker und Werkmeister- Berlin 245,04 Gewerksch. der kaufmann. Angestellten Berlin Syndicat des Employés, Techniciens, etc., Brüssel 1.080,-- 291,44 U.S.D.A.W. - Manchester 322,77 1.200,69 Transport& General Workers' Union- London A. S. S. E.T.- London Briefmarken Papier und Zyklostil Ausstehend Propagandabroschüren 600,-- 480,-- 23.04 20,31 529,50 761,84 865.53 1.000,-- 22.901,66 40.110,80 27.763,84 -331. Dez. 31. Dez. 31. Dez. 1949 1950 1951 B.W.T.O.- Amsterdam 500,-- Syndicat des Employés, Techniciens, etc.- Ass. of Engineering& Shipb. Draughtsmen Brüssel 217,26 1.022,07 London 358,74 933,23 97.30 Svenska Handelsarbetareförbundet- Malmo 954.12 1.616,24 2.572.55 D.A. G. Hamburg 2.777,80 10.000,-- M.C. Bolle- London 639.90 Reserve Kongress 1952 Fédération des Employés et Cadres- Paris D. G. B. Düsseldorf Dansk Handels- og Kontormedhjaelperforbund- Kopenhagen O Vermogen 5.000,-- 10.000,-- 1.184,43 413.91 939,45 20.871.54 29.143.63 1.534.13 22.901,66 40.110,80 27.763,84 11 11 11 AUSGABEN Inventar- Abschreibung Gehalter Sozialabgaben Pensionsversicherung Sekretariatskosten Porti Bankkosten Bürobedarf Vorstandssitzungen Rechnungsprüfungskommission Reprasentationskosten Vertretungen Übersetzungen Propagandabroschüren Umzugskosten Kursdifferenzen Unvorhergesehene Ausgaben I.B.F.G. Regionalarbeit Kongress Wien Reserve Kongress Oslo 000 Fachgruppen- Konferenzen, Hamburg, 1950 Koordinationskommission I. B. S. Gewinn- Saldo -41949: 1950: 1951: 1.324,68 2.337,46 1.984,-- 13.443.24 18.408,40 14.315.63 3.977.71 1.540,08 7.974.78 8.778.79 4.306.45 5.957,45 2.581,25) 652,31 966,10 511,20) 315,04 1.320,51 2.569.23 10.271.32 21.392,-- 363,28 233.25 060 12.988,84 480,20 733.56 6.999.20 15.296.67 5.461,08 3.080,86 4.572,07 477.-1.054,41 822,30 2.802,92 823.75 32,39 1.553.86 204,05 14.073.89 11.028,25 1.948,28 5.000,-- 5.000,-- 6.887,0 1.281,95 750,49 948,50 3.127,74 8.272,09 54.892,08 81.117,84 105.215,63 9 EINNAHMEN Beiträge Zinsen Verlust Saldo - 5- 1949: 1950: 1951: 54.892,08 81.006,20 77.441,64 111,64 164,49 27.609.50 54.892,08 81.117,84 105.215.63 BEITRÄGE - 6- 1949: 1950: 1951: Gewerkschaft der Angestellten Wien Syndicat des Employes, etc.- Brüssel 5.040,-- 8.426.53 6.753.72 1.956,-- 2.043,06 2.062,74 Dansk Handels- og Kontorfunksjon. Frb. Kopenhagen - • 2.907.90 Suomen Liiketyöntekijäin Liitto, R.Y.- Helsingfors. Fédération des Employes et Cadres- Paris D.A. G. 967.80 1.180,71 698,04 3.012.37 2.400,-- 3.002,34 3.107.94 766,62 5.121,15 10.258,08 12.282,96 Hamburg D. G. B. Düsseldorf Gew. der kaufm./Büro-/Verwaltungsangest.- Berlin °° 7.500,- 24.431,82 20.192,94 1.080,-- Gew. der Techniker und Werkmeister- Berlin · 245,04 U.S.D. A.W.- Manchester 15.600,-- 15.600,-- 15.600,-- Ass. of Engineering and Shipb. Draughtsmen- London. 2.702,25 2.706,18 2.702,34 Clerical and Administrative Wo. Union London 2.303,43 2.100,-- 1.989.-Transport& General Wo. Union- London 598,70 600,-- 600,-- A. S.S.E.T.- London Nat. Union of Commercial Travellers Union of Jewish Clerks, etc.- Tel Aviv 478,80 480,-- 52,06 60,-- 60,-- 900,-- Alg. Ned. Bond" Mercurius' 11 Amsterdam 1.148,16 1.212.60 1.303,62 B.W.T.O.- Amsterdam 420,-- 420,-- Alg. Ned. Metaalbedrijfsbond Haag 240,-- Alg. Ned. Bond" De Eendracht"- Amsterdam 44.52 Norges Handels- og Kontorfunksj. Frb.- Oslo 1.592,66 1.690.98 1.746.72 Norsk Forbund for Arbeidsledere, etc.- Oslo 120,-- Nat. Union of Distributive Workers- Johannesburg 89.50 120,-- Svenska Handelsarbetareförbundet- Malmo 3.720,-- 3.838,20 4.016,52 V.H.T.L. Zürich 187.92 426,-- 432,-- 54.892,08 81.006,20 77.441,64 - 7- ERLÄUTERUNGEN ZU DEM KASSENBERICHT ÜBER DIE JAHRE 1949-1950-1951 Der Unterzeichnete wurde ab 1. Januar 1950 zum Kassierer ernannt. Es ist jetzt das erste Mal, dass er einen Kassenbericht erstattet und zwar über einen Zeitraum von drei Jahren, in dem grosse Veranderungen auf finanziellem Gebiet in unserm IBP eingetreten sind. Es wird sich empfehlen, einige Erläuterungen zu den Aufstellungen zu geben, die dem Kongress hiermit vorgelegt werden. In Abweichung von der Methode seines Vorgangers hat der Unterzeichnete die Posten mehr spezifiziert, um eine bessere Beurteilung zu ermöglichen. Die allgemeine finanzielle Lage in den drei Berichtsjahren muss als ausgesprochen ungünstig bezeichnet werden. Dabei spielen verschiedene Ursachen eine Rolle. Gegenüber den Überschüssen in den Jahren 1949 und 1950, nämlich Fl. 3.127.74 bzw. Fl. 8.272,09, insgesamt Fl. 11.399,83, steht ein Verlustsaldo von Fl. 27.609,50 am Ende des Jahres 1951, das heisst, das Vermogen ist wahrend der Berichtsperiode von F1. 17.743,80 um F1. 16.209,67 auf F1. 1.534,13 gesunken. Die wichtigste Ursache dafür ist wohl der Beitrag in Höhe von Fl. 14.073,89 für die regionalen Büros, die der I.B.F. G. in verschiedenen Teilen der Welt errichtet hat bzw. errichten wird. Es handelt sich hier um einen Beitrag, der nur einmal gezahlt worden ist. Ferner sind in der Berichtsperiode die Preise für allerlei Artikel, Dienstleistungen, usw., wie Papier, Wachsplatten, Reise- und Hotelkosten, betrachtlich gestiegen. Schliesslich hörte der für uns sehr vorteilhafte Zustand inbezug auf unsere Büroräume auf, als der Niederländische Gewerkschaftsbund( NVV) uns nötigte, ein anderes Büro zu suchen, weil er selbst die von uns benutzten Räume brauchte. Der Gewerkschaftsbund hatte uns geraume Zeit zwei Zimmer, anfangs kostenlos, später zu einem sehr niedrigen Mietpreis überlassen, bei dem selbst keine Kosten für Heizung, Licht, Reinigung und normale Telefonbenutzung berechnet waren. Wir haben bei der Suche nach einem andern Unterkommen noch Glück gehabt, als der B.W. T.O. liquidiert wurde und das ursprünglich der ITF gehörige Haus von der Niederländischen Vereinigung für Transportarbeiter erworben wurde. Wir hatten ungefähr das Doppelte an Miete zahlen müssen, wenn wir unsere Büroräume von Privaten hätten mieten mussen. Die einzelnen Posten auf der Bilanz bedürfen nur einer kurzen Erläuterung. Wir stehen mit einigen Organisationen in laufender Rechnung aus dem Grunde, weil sie für unsere Rechnung die Kosten für die von ihnen delegierten Vorstandsmitglieder bezahlen. Jedes Jahr wird der Saldo mit dem für das betreffende Jahr verschuldeten Beitrag verrechnet. In den Beitragszahlungen besteht kein Rückstand. Die D.A. G.( Hamburg) hat noch vor Ablauf des Jahres 1951 einen Betrag in Hohe von Fl. 10.000,-- gezahlt. Dieser Betrag wird von den Beiträgen über das Jahr 1952 in Abzug gebracht. Der Umzug brachte viele Unkosten, auch für die Anschaffung von neuen Möbeln und Büromaterialien mit sich. Wir haben die Ausgaben über zwei Jahre verteilt, daher ein Bilanzposten von Fl. 1.900,-- für Inventar, den wir 1952, wenn auch nicht ganz, so doch zum grössten Teil hoffen abschreiben zu können. Das Konto beim Gemeinde giro hat für unsern Bund keine Bedeutung, da alle Zahlungen über die Twentsche Bank laufen können. Es war uns sehr angenehm, dass das Guthaben bei der Arbeiter bank in Wien im Jahre 1951 auf unser Konto in Amsterdam überwiesen werden konnte. Der Betrag in österreichischen Schilling devaluierte fortwährend, wodurch wir viel Geld verloren haben. Unser Papiervorrat ist ziemlich gross; wir haben seinerzeit im Hinblick auf die zu erwartenden Preissteigungen einen ziemlich grossen Posten Papier eingekauft, vor allem für unsere monatlichen Mitteilungen. - 8- Der Posten" Ausstehend" besteht in der Hauptsache aus einer Forderung an die Gesellschaft" Humanitas" in Höhe von Fl. 860,--; es handelt sich hier um Kosten für den Teil des Inventars des B. W. T.O., den wir nicht nötig hatten und den wir deshalb an die" Humanitas", die ebenfalls in unserm Hause wohnt, weiterverkauften. Die Hälfte dieses Betrages ist bereits im Jahre 1952 bezahlt worden. Für den Osloer Kongress haben wir Fl. 10.000,-- reserviert. Wenn wir jedoch berücksichtigen, dass der Kongress in Wien Fl. 12.976,53 gekostet hat, dann sind wir überzeugt, dass Oslo uns angesichts der gestiegenen Hotel- und Reisekosten mindestens Fl. 15.000,-- kosten wird. Im übrigen ist das Kapital, unsere notwendige Reserve, auf einen wohl sehr niedrigen Betrag eingezehrt, so niedrig, dass der Vorstand verschiedene Massnahmen getroffen hat, um ein weiteres Einzehren des Vermögens zu verhindern. Wenn die Preissteigung anhält, dann wird eine Erhöhung des Beitrags, der jetzt Fl. 60,-- pro 1.000 Mitglieder beträgt, unvermeidlich sein, es sei denn, dass die Preissteigung durch das höhere Beitragsaufkommen, das durch das Wachsen der Mitgliederzahl bedingt ist, ausgeglichen wird. Wir haben die angeschlossenen Organisationen bereits im Rundschreiben vom 21. März 1952 von dieser Sachlage in Kenntnis gesetzt. Die Ausgaben sind in den letzten Jahren gewaltig gestiegen. Unser Büro wurde verlegt und erweitert. Die Erhöhung des Betrages für Gehälter ist jedoch nicht nur auf die Anstellung einer zweiten Kraft zurückzuführen, sondern auch die Gehaltssätze sind auf Grund der Preissteigungen in den Niederlanden und der durch die Regierung bewilligten Lohnausgleiche, die auf unsere Mitarbeiter volle Anwendung fanden, erhöht worden. Die Jahres gehälter für unsere Mitarbeiter betragen jetzt( 1952): Für den Sekretär W. G. Spiekman Fl. 7.476,--, für Frl. V. Bonettemaker Fl. 5.200,-- und für W. Vos Fl. 3.528,-. Dazu kommt noch ein Urlaubs zuschlag in Höhe von ungefähr 6, 6 und 4% des Gehalts. Der Posten Sozialabgaben war 1950 viel höher als 1951, da ein Zahlungsrückstand vorhanden war, der 1950 völlig ausgeglichen worden ist. Der Posten" Pensionsversicherung" ist sehr hoch. Das hat folgende Ursache: Auf Grund der Anstellungsbedingungen, die bei uns nach den bei" Mercurius" geltenden geregelt sind, haben die Mitarbeiter Anspruch auf eine Pension in Höhe von 70% des Jahres gehalts vom 60. Lebensjahr ab. Darüber hinaus haben unsere verheirateten männlichen Mitarbeiter Anspruch auf eine Versicherung für Witwen- und Waisenpension. Der Sekretär, Spiekman, hatte bei Ausbruch des Krieges eine Versicherungspolice, für die schon jahrelang Prämien gezahlt worden waren. Während des Krieges, als Spiekman in Holland von allen Verbindungen getrennt war und als" Untergetauchter"- denn er wurde von der Gestapo gesucht keine Gelegenheit hatte, genügend Geld zu verdienen, war er gezwungen, diese Police zu versilbern, um Mittel für seinen Lebensunterhalt zu erlangen. Dadurch ist seine alte Versicherung verfallen. Nach dem Kriege wurde diese Angelegenheit nicht sogleich wieder geregelt, doch nachdem der Unterzeichnete seine Funktion übernommen hatte, ist sofort wieder eine Versicherung abgeschlossen worden, die unsere Risikos deckt. Es liegt nicht in der Art unserer Internationale diese ungedeckt zu lassen. Angesichts jedoch der grossen Anzahl Dienstjahre auch noch aus der Vorkriegszeit- und des Alters des Sekretars kostet diese Versicherung viel Geld. In den ersten 8 Jahren werden für diesen Zweck noch die ansehnlichen Betrage gezahlt werden müssen, die bereits für die Jahre 1950 und 1951 gebucht sind. Die höhere Miete und die anderen Unkosten für das Büro kommen in dem Betrag von Fl. 5.957,45 nur teilweise zum Ausdruck, da wir erst seit dem 1. Mai 1951 dort wohnen. Die Höhe des Postens" Vorstandssitzungen" ist durch die Tatsache bedingt, dass 1951 vier Sitzungen stattgefunden haben, wovon zwei in ziemlich weitab gelegenen Orten( Kopenhagen und Nizza). Der Vorstand hat beschlossen, die Zahl der Sitzungen möglichst auf drei pro Jahr zu beschränken und sie in Orten abzuhalten, die inbezug auf den Wohnsitz der Teilnehmer möglichst günstig gelegen sind, d.h. in Testeuropa in oder nicht weitab von den Beneluxlandern. Der Posten" Vertretungen" kommt ebenfalls für eine Verminderung in Betracht. 1951 wurden, wir oft zur Teilnahme an Kongressen eingeladen; wir werden in Zukunft über -9legen müssen, ob wir derartige Einladungen noch annehmen können und wenn ja, ob wir die Delegationen nicht so klein wie möglich zusammensetzen sollen. In diesem Zusammenhang werden wir auch der Frage näher treten müssen, ob es für uns wohl Zweck hat, Gastdelegierte in die Industriekommissionen des I.A.A. zu entsenden. Die damit verbundenen Kosten sind, angesichts der langen Dauer der Tagungen, ziemlich hoch und es ist zweifelhaft, ob der Vorteil, den wir von der Teilnahme an den Tagungen haben, die hohen Ausgaben rechtfertigt. Die Belange der Angestellten kommen dort nicht zur Sprache; dafür ist der Beratende Ausschuss für Angestellte und intellektuelle Arbeiter die angewiesene Körperschaft, auf dessen Tagungen wir in ausreichendem Masse vertreten. sind. Die Propaganda broschüren wurden zuerst in englischer Sprache und danach in deutscher und in spanischer Sprache herausgegeben. Die Kosten dafür betrugen bzw. F1. 477,--; Fl. 1.263,15 und Fl. 791, 26. Der noch vorhandene Vorrat ist mit Fl. 1.000,- in die Bilanz aufgenommen. 1950 wurde eine Besprechung in Hamburg( am 3. März) abgehalten, um die Frage der Vertretung der deutschen Organisationen in unserm Vorstand zu entscheiden. Die Kosten für die fünf Delegierten in Höhe von Fl. 1.552,86 sind unter" Unvorhergesehene Ausgaben" gebucht. Obwohl der IBP von den Fachgruppenkonferenzen nur die allgemeinen Unkosten zu tragen hat, betragen diese für die im Oktober 1950 in Hamburg abgehaltenen Konferenzen immerhin noch Fl. 8.168,99. Darin sind einbegriffen die Ausgaben für den Sekretar und seinen Stab, für die Dolmetscher, die Saalmiete mit den täglichen Unkosten, das vorbereitende schriftliche Material, den Bericht und verschiedene Druckschriften. Der Koordinationsausschuss der I.B. S. ist zwar noch nicht aufgehoben, aber doch auf einfachere Proportionen zurückgeführt worden, wodurch die Kosten in Zukunft wesentlich geringer sein werden. Was die Einnahmen betrifft, kann mitgeteilt werden, dass 1950 noch ziemlich viel rückstandige Beiträge empfangen wurden und dass am 31. Dezember 1951 keine Beitragsrückstände mehr vorhanden waren. Die israelische Organisation hat 50% Beitragsermässigung bewilligt erhalten. Es ist zu erwägen, ob wir nicht unter anderen nichteuropäischen Organisationen eine erfolgreiche Propaganda führen könnten mit einem Beitrag, der ansehnlich niedriger ist als der augenblickliche. Der Anschluss ist für derartige Verbände von geringerer Bedeutung als für die bereits angeschlossenen, denn sie sind nicht oder kaum imstande, an unserer Arbeit teilzunehmen. Für sie ist hauptsächlich das Material von Belang. Die Zinsen sind von dem Bankguthaben aufgelaufen; sie reichen jedoch nicht aus, den hohen Betrag an Banks pesen für die Verrechnungen mit ausländischer Valuta zu decken. Der Kassierer, C.W. JACOBSEN.