PERSPEKTIVE Die neue Kommission – alles auf eine Karte ALEXANDER SCHELLINGER Januar 2015 Der neuen EU-Kommission ist es gelungen,»Investitionen« in den Mittelpunkt der Debatte zu rücken. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen wirtschaftspolitischen Paradigmenwechsel, sondern lediglich um eine»Flexibilisierung« des bisherigen Kurses im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspakts. Der Fokus auf»Investitionen« erfordert einen hohen Preis. Den Ursachen und Folgen der Eurokrise wird nicht ausreichend Rechnung getragen. Der ungenügend regulierte Bankensektor, das institutionelle Versagen der Wirtschafts- und Währungsunion und die im Zuge der Krise entstandenen sozialen Verwerfungen nehmen bisher eine Nebenrolle im Arbeitsprogramm der EU-Kommission ein. Die EU-Kommission sucht(noch) den Schulterschluss mit Rat und Europaparlament. Die»Investitionsoffensive« vermag es vielleicht, dringend benötigte wirtschaftliche Impulse zu setzen – und stärkt nebenbei die Position der EU-Kommission; mittelfristig wird die EU-Kommission jedoch nicht um kontroverse Themen herumkommen.
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