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Flucht und Migration : Debattenbeiträge aus den Ländern des Westbalkans
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Flucht und Migration Debattenbeiträge aus den Ländern des Westbalkans FELIX HENKEL/ BERT HOPPE(HG.) September 2015 n Die aktuelle Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten stellt Europa vor große Probleme, und so wird in Politik und Öffentlichkeit gefordert, wenigstens die Haltung gegenüber der zweiten großen Gruppe von Asylbewerbern zu verschärfen den sogenannten Armutsflüchtlingen vom Westbalkan. n Es sind jedoch keineswegs bloß Armut und wirtschaftliche Stagnation, die die Men­schen ins Ausland treiben: Insbesondere die Roma im Alltag werden immer noch massiv diskriminiert und sehen für sich daher keinerlei Perspektive, viele Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie dort die Hoffnung auf funktionierende staatliche Ins­titutionen verloren haben und angesichts der allgegenwärtigen Korruption resignieren. n Eine Politik, die allein auf die stärkere Sicherung der EU-Außengrenzen setzt, greift zu kurz: Wenn in den Staaten Südosteuropas eine größere Anzahl an Kriegsflüchtlingen stranden sollten und gleichzeitig verstärkt»Armutsmigranten« dorthin abgeschoben werden, wird dies zu erheblichen Spannungen führen. Auch bislang»sichere Herkunftsländer« könnten so erneut instabil werden. n Um die möglichen Folgen der europäischen Politik besser abschätzen zu können, ist es wichtig, sich intensiver mit den Ursachen der Migration vom Westbalkan zu beschäfti­gen. In sechs Beiträgen schildern Auslandsmitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung und einheimische Experten die Hintergründe der Migrationsbewegung vom Westbalkan und geben Anregungen für innovative Lösungsansätze.