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Welche Strategie braucht die Exzellenz?
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FES impuls Angela Borgwardt Welche Strategie braucht die Exzellenz? Eine Stunde für die Wissenschaft Paper No. 4 AUF EINEN BLICK Ziel der Exzellenzstrategie ist es, den Wissen­schaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stär­ken und seine internationale Wettbewerbs­fähigkeit über die Förderung von universitärer Spitzenforschung zu verbessern. Die Exzellenz­strategie wird 2026 in die zweite Förderrunde gehen, die Veröffentlichung der Förderbekannt­machung für die nächste Phase wird bereits für 2022 erwartet. Um notwendige Anpassungen im Förderprogramm vornehmen zu können, muss deshalb frühzeitig über die Weiterent­wicklung diskutiert werden. Das vorliegende Papier skizziert die wich­tigsten Ergebnisse einer Online-Diskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung über folgende Fragen: Hat die Exzellenzstrategie ihre Ziele bisher er­reicht? Welche Aspekte sollten in der nächsten Förderphase berücksichtigt werden und wel­che Strategie sollte die Exzellenz verfolgen? VON DER EXZELLENZINITIATIVE ZUR EXZELLENZSTRATEGIE Die Exzellenzstrategie ist aus der Exzellenzinitiative des Bun­des und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und For­schung an deutschen Hochschulen hervorgegangen einem Förderprogramm, das 2005 von der damaligen Bundesminis­terin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, ins Le­ben gerufen worden war. Ziel war es, die deutschen Universi­täten zu stärken, indem wissenschaftliche Spitzenleistungen, Profilbildung und Kooperationen im Wissenschaftssystem gefördert werden. Das Förderprogramm umfasste drei Säulen: 1.) Zukunftskonzepte, in denen Universitäten als gesamte In­stitution ihre Entwicklungsperspektive beschrieben und bei positiver Bewertung zuExzellenzuniversitäten gekürt wur­den; 2.) Exzellenzcluster, in denen Spitzenforschung in Fä­chern oder Fächerverbünden auch in Kooperation mit ande­ren Wissenschaftsakteuren gefördert wurde; 3.) Graduier­tenschulen, die der Förderung exzellenter junger Forscher_in­nen dienen sollten. Neu war, dass mit diesem Programm ein Wettbewerb zwi­schen Universitäten etabliert wurde, der eine große Dynamik ins Wissenschaftssystem brachte. Über zwei Förderrunden hinweg(2006–2011, 2012–2017) erhielten 37 Universitäten Exzellenzmittel. Festzustellen waren dabei regionale Verdich­tungen . Überdurchschnittlich stark profitierten Universitäten in Süddeutschland, während Universitäten in Ostdeutschland kaum partizipierten. Auch große Universitäten sowie natur-, technik- und lebenswissenschaftliche Fächer erhielten im Vergleich zu kleineren Universitäten und geistes- und sozial­wissenschaftlichen Fächern deutlich mehr Exzellenzförderung. Im Gutachten zur Evaluierung durch die Imboden-Kom­mission 1 wurde die Exzellenzinitiative als insgesamt erfolg­reich gekennzeichnet, auch wenn einzelne Veränderungen an­geraten wurden. 2 Es gilt als wissenschaftspolitischer Erfolg, dass sich Bund und Länder auf eine Weiterführung des För­derprogramms in modifizierter Form einigen konnten: 2018 startete das Nachfolgeprogramm Exzellenzstrategie , das in einem wissenschaftsgeleiteten Wettbewerbsverfahren in zwei Förderlinien von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Wissenschaftsrat durchgeführt wird. 3 Exzellenzstrategie 1 Vgl. Internationale Expertenkommission zur Evaluation der Exzellenzini­tiative. Endbericht, Januar 2016, https://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Re­daktion/Dokumente/Papers/Imboden-Bericht-2016.pdf(Abruf: 14.11.2021) 2 Vgl. Angela Borgwardt: Exzellenzinitiative evaluiert Empfehlungen zur Zukunft des Wissenschaftssystems. Ergebnisse einer Fachkonferenz des Netzwerk Exzellenz an deutschen Hochschulen, Friedrich-Ebert-Stiftung Ber­lin, 15.2.1016, http://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/12386.pdf (Abruf: 14.11.2021). 3 Die FörderlinieGraduiertenschule ist in der Exzellenzstrategie weg­gefallen. Welche Strategie braucht die Exzellenz? Eine Stunde für die Wissenschaft Paper No. 4 FES impuls 1