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Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
Entstehung
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17 tungsstark, flexibel", die die Öffentlichkeit im Allgemeinen mit den amerikani­schen Universitäten verbindet, keineswegs auf alle dortigen Universitäten zu­treffen. Zum einen gebe es innerhalb des Hochschulsystems der USA ein au­ßerordentlich großes Leistungsgefälle, zum zweiten finde sich dies selbst in­nerhalb einiger der weltweit angesehensten amerikanischen Elitehochschulen. Ebenfalls weist er darauf hin, dass die deutschen Nobelpreisträger- im Ge­gensatz zu den USA- entweder im Ausland forschen oder sie Direktoren an Max-Planck-Instituten sind. Und nicht zuletzt schöpfe die USA einen erhebli­chen Teil ihrer Wissenschaft mit internationaler Reputation aus Personen, die zumindest zeitweise Zuwanderer vor allem auch aus Deutschland seien. Auch der Vertreter eines deutschen Großunternehmens beurteilt die US­amerikanischen Forschungsmöglichkeiten differenziert: Während er in Bezug auf Freiheit und Effizienz der Forschung deutliche Vorteile sieht, hält er andere Bewertungen für individuelle, nicht übertragbare Einschätzungen. Ein US-amerikanischer Referent bestätigt, dass es eine vorgefasste Meinung über die Wissenschaft in Deutschland in den USA gebe und dass Vorurteile verbreitet seien, die man nicht so einfach ausräumen könne. Um diese Stereo­type aufzubrechen, sei es so wichtig, den Austausch zu fördern zum Beispiel mittels Fellowships, Stipendien sowie der Einrichtung verfügbarer Stellen für ausländische Wissenschafter. Auf der anderen Seite gilt es jedoch auch, Schwachstellen in der deutschen Hochschullandschaft zu erkennen und Optimierungspotenziale zu nutzen. Hierzu werden in den Vorträgen und der Diskussion verschiedene Aspekte genannt: Stärkung der universitären Forschung Ein Diskussionsteilnehmer hält es für einen Kardinalfehler in Deutschland, dass die Universitäten lange Jahre in erster Linie als Produzenten von Studier­ten betrachtet worden seien. Innovative Forschungsprojekte seien häufig an Großforschungseinrichtungen gegeben worden, was dazu geführt habe, dass in den Universitäten häufig nur mittelmäßige Forschung betrieben werde. Ge­länge es, diese innovative Forschung wieder stärker in den Universitäten zu verankern und geeignete Institute mit Großforschungsinstituten zusammenzu­führen, dann würden auch die deutschen Universitäten wieder attraktiver für Nachwuchsforscher und etablierte Forscher aus den USA.