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Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
Entstehung
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18 Der Vertreter des BMBF betont, dass es unerlässlich sei, nach außen zu kommunizieren, welche Forschungseinrichtung wirklich gut sei und wo Kompetenzen gebündelt seien. Dies setzt voraus, dass eine Bewertung der Leistungen und Leistungsfähigkeit der Forschungseinrichtungen vorgenommen wird. Mehrere Referenten plädieren dementsprechend für die Einführung bzw. den Ausbau eines Ranking sowohl von Forschungsleistungen wie auch der Ausgestaltung der Lehre und der Qualität der Studentinnen und Studenten. Betreuung ausländischer Studierender Einen wichtigen Ansatzpunkt zur Optimierung der transatlantischen Koopera­tion, wenn nicht gar eine conditio sine qua non, stellt die intensive Betreuung ausländischer Studierender dar. Hier haben deutsche Universitäten einen Wettbewerbsnachteil, da sie bisher keinen finanziellen Anreiz haben, sich um ausländische Studierende zu kümmern. Insbesondere die Ausstattung mit Mitarbeitern für administrative Aufgaben wird bislang für nicht ausreichend gehalten, um diese Aufgabe zu bewältigen. Ein Vertreter des BMBF fordert, hier in der Zukunft kreativer zu werden. Dies könne bedeuten, dass Professoren in das Pflichtenheft ihrer Assistenten die Betreuung ausländischer Studierender hineinschreiben oder dass die Bürger einer Universitätsstadt zur Mitarbeit motiviert würden. Ebenfalls wird seitens des BMBF gefordert, bei der gerade bei den Ländern im Prozess befindlichen Umstellung der Hochschulfinanzierung internationale Ak­tivitäten und Leistungen stärker in die Kriterien der Finanzierung einfließen zu lassen. Die Attraktivität einer Universität für internationalen Austausch und in­ternationale Zusammenarbeit solle ein Kriterium sein. Vertreter von Universi­täten fordern ebenfalls die Bereitstellung von Mitteln bzw. Kräften, um den administrativen Aufgaben, die mit der Einführung eines internationalen Stu­dienganges anfallen, gerecht werden zu können, wobei die Einschätzung vor­herrscht, dass ohne diese Mittel die Einrichtung eines solchen Studienganges zumindest an einer kleinen Hochschule keinen Sinn mache. Schließlich for­dern die Vertreter der Hochschulen mehr Flexibilität durch die Öffnung des öf­fentlichen Dienstrechts.