Druckschrift 
Transatlantischer Dialog Ausbau der Forschungskooperation zwischen Deutschland/Europa und den USA : eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. Oktober 2000, Hannover
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

22 Ein deutscher Teilnehmer weist auf die Schwierigkeiten hin, die auftreten, wenn Forschungskooperation praktiziert und Forschungsförderung in An­spruch genommen wird. So sei es etwa problematisch, bestimmte regional­spezifische Förderbedingungen zu unterschreiben, wie die Beschäftigung ei­nes angemessenen Anteils farbiger oder hispanischer Arbeitnehmer an einer deutschen Universität als Voraussetzung für die Inanspruchnahme amerikani­scher Fördergelder. Er plädiert in diesem Sinne- wie auch ein US­amerikanischer Referent- für die Vereinfachung der Fördermodalitäten. Ein Professor der Universität Hannover betont nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Vita den Faktor Eigeninitiative, der gepaart mit institutioneller Förde­rung das beste Rezept für den Forschungsaustausch sei. Die institutionelle Förderung müsse allerdings noch flexibler werden, um auf die individuelle Si­tuation von Bewerbern besser einzugehen, statt diese in einen zu starren insti­tutionellen Rahmen zu zwängen. Der niedersächsische Staatssekretär stellt eine Aufstockung der Forschungs­förderung aus deutscher Sicht in Aussicht, denn aus den UMTS-Zinsgewinnen werde das BMBF die"Zukunftsinitiative Hochschule" finanzieren, die sicherlich wesentliche Impulse zur Förderung der transatlantischen Kooperation beinhal­te. 2.4 Die Bedeutung des persönlichen Faktors Im Verlauf der Tagung betonen einige Referenten und Teilnehmer, dass die Kooperationen zwischen deutschen und amerikanischen Forschern wie auch Unternehmen aus persönlichen Kontakten entstehen, die in der Regel bei frü­heren Austauschprogrammen gewachsen sind. Transatlantische Zusammen­arbeit in Forschung und Technologie braucht nicht nur gemeinsame Themen und harmonisierte Rahmenbedingungen, sondern muss letztlich getragen werden von Menschen. Der Vertreter des BMBF weist darauf hin, dass junge Deutsche und Europäer gerne in die USA gehen, denn Kultur, Sprache und wissenschaftliche Exzellenz und nicht zuletzt die guten beruflichen Perspekti­ven für USA-erfahrene Wissenschaftler in Deutschland bieten einen ausrei­chend großen Anreiz dafür. Demgegenüber wird kritisiert, dass es z.B. für ausländische Wissenschaftler in Deutschland immer noch schwerer sei, Fakultätspositionen zu erlangen als für ausländische Forscher in den USA. Die Erleichterung des Zugangs zu Fakul­tätspositionen, und parallel dazu auch die Ermöglichung der deutschen Staatsangehörigkeit, wird als wichtiger Schritt angesehen, um Deutschland als Forschungsstandort für amerikanische Wissenschaftler attraktiver zu machen und Humanressourcen in Deutschland zu binden.