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Die Funktionen zivilgesellschaftlichen Engagements für die demokratische Transformation in Afrika - am Beispiel Sambias : Sachbericht
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Internationale Entwicklungszusammenarbeit Referat Afrika Sachbericht Die Funktionen zivilgesellschaftlichen Engagements für die demokratische Transformation in Afrika- am Beispiel Sambias Von Michael Schultheiß Lusaka, Juni 2004 Im größten Teil der Länder Afrikas südlich der Sahara gab es im letzten Jahrzehnt eine Entwicklung hin zur parlamentarischen Demokratie. Formal finden wir demokratische Verfassungen, deren Praxis aber weit von einer freiheitlichen politischen Kultur entfernt ist. Autoritärer Missbrauch von Staatsmacht, Korruption, Klientelismus und Misswirtschaft sind nur einige Stichworte. Positiv ausgedrückt, befinden sich die Staaten in einem Transformationsprozess hin zur Demokratie. Da die Transformation allerdings oft stagniert, wird ein Motor gesucht, der sie vorantreibt, und als solcher wird in den letzten Jahren zunehmend die Zivilgesellschaft identifiziert. Wenn die Checks and Balances der staatlichen Institutionen nicht funktionieren, sollen zivilgesellschaftliche Organisationen Missstände anprangern und Druck zur Abhilfe ausüben. Wenn Misswirtschaft und Unfähigkeit zu falschen politischen Entscheidungen führen, soll Sachverstand und organisiertes Interesse der Betroffenen diese zu korrigieren helfen. Wenn Machteliten sich ein undurchlässiges Kartell zur Verfügung über die Reichtümer des Landes geschaffen haben, sollen die Benachteiligten sich zusammenschließen und dieses durchbrechen. Entwicklungspolitik konzentriert sich also auf das"empowerment" der Organisationen der Zivilgesellschaft. Damit stellt sich die Frage, ob es die Bewegungen, auf die man aufbauen kann, in Afrika überhaupt gibt, oder ob man sie sich nach einem Wunschbild erschafft. Sambia ist ein kleines und in vieler Hinsicht typisches afrikanisches Land, hier soll untersucht werden, welche zivilgesellschaftlichen Kräfte das Land entwickelt, welche Einflüsse von außen auf sie wirken und welche Rolle für politische und wirtschaftliche Entwicklung sie spielen. Der Begriff der Zivilgesellschaft wird meist in einem sehr weiten Sinne gebraucht und umfasst alles zwischen staatlichen Institutionen(und die für ihr Funktionieren nötigen Organisationen wie politische Parteien) auf der einen und profitorientierten Unternehmen auf