Neben diesen Bedingungen ist es wichtig, dass demokratische Wahlen periodisch erfolgen. Jeder weißt Bescheid, wann die nächste Wahl stattfindet, um sich darauf rechtzeitig vorbereiten zu können. Es wird somit sichergestellt, dass es sich immer um eine "Herrschaft" auf Zeit handelt und die Bevölkerung die Möglichkeit hat, eine Regierung abzuwählen. Die Wählerschaft sollte die gesamte Bevölkerung repräsentieren, das heißt, außer den Minderjährigen sollten keine Gruppen ausgeschlossen sein. Schließlich sollten die Stimmen der Wählerschaft definitiv sein. Wir verstehen darunter, dass die Ergebnisse der Wahlen auch tatsächlich umgesetzt werden. Das setzt voraus, dass die Wahlergebnisse von allen als legitim akzeptiert werden. Für die Durchführung von Wahlen gibt es im Wesentlichen zwei verschiedene Systeme: die Mehrheitswahl und die Verhältniswahl. Ihnen kommt eine wichtige Bedeutung zu. Sie beeinflussen einerseits die politische Struktur und andererseits den Prozess der politischen Willensbildung. Bei der Bestimmung des Wahlsystems müssen politische Traditionen, historische Situationen und gesellschaftliche Bedingungen berücksichtigt werden, da sie eventuell nur eine der beiden Möglichkeiten zulassen. Sowohl die innerparteiliche Ordnung als auch das Verhältnis der politischen Parteien zueinander und die Beziehung von Regierung und Parlament variieren, je nach Umsetzung der Mehrheitswahl oder Verhältniswahl. Wird eine Wahl über das Wahlsystem manipuliert, verliert sie ihre Hauptfunktion. Die„gewählten“ Organe besitzen keine Legitimität. Beim Mehrheitswahlsystem wird das Wahlgebiet in so viele Wahlkreise eingeteilt, wie es Sitze(zum Beispiel im Parlament) gibt. Jene Kandidaten oder Kandidatenlisten, welche im Wahlkreis die meisten Stimmen auf sich vereinigen können, erhalten die zur Verfügung stehenden Sitze. Dieses Wahlsystem bringt mehrere Vorteile mit sich: ¾ Die Kandidaten sprechen mit ihrem Programm eine breite Masse an, um die Mehrheit zu bekommen. Dementsprechend sind die Inhalte in der Regel gemäßigt, extreme Ansichten werden vermieden. ¾ Es entstehen in der Regel klare Mehrheitsverhältnisse. ¾ Wegen einer klaren Mehrheit stellt meistens eine politische Partei die Regierung. Der Einfluss der Wähler auf die Regierungsbildung ist in diesem System groß. Eine Mehrheitswahl finden wir oft bei einem Zweiparteiensystem. ¾ Im Fall eines kandidaten- und nicht listenbezogenen Votums existiert eine enge Bindung zwischen Parlament und Wahlkreis. Die Distanz der Wähler zu ihren Repräsentanten wird gering gehalten. Aus der Mehrheitswahl ergeben sich jedoch auch einige Schwierigkeiten: ¾ Es gelingt in der Regel nur den Angehörigen einer großen politischen Partei, die Mehrheit der Stimmen in einem Wahlkreis auf sich zu vereinigen. ¾ Durch das Mehrheitsprinzip werden Minderheiten oftmals nicht im zu wählenden Organ(im Parlament zum Beispiel) vertreten. Außerdem werden Wählergruppen, die eigentlich groß sind, aber in ihrem Wahlkreis nur an zweiter Stelle stehen, nicht repräsentiert, da immer nur ein Kandidat in jedem Wahlkreis gewinnen kann. 7
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