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Was ist Demokratie?
Entstehung
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einem Staatsstreich oder einer zivilen Ungehorsam versuchen, ebenfalls diese Rechte einzufordern, muss er ihnen diese bereits im Vorfeld gewähren. Der Weg ist noch weit, dass alle Staaten dieser Erde demokratisch regiert werden und eben alleMacht vom Volke ausgeht. Viele Länder, darunter Madagaskar und andere afrikanische Staaten, haben Ende der 80er Jahre und Anfang der 90er Jahre eineTransition auf dem Wege der Demokratisierung durchgemacht. Die Ziele der Demokratisierung bestehen darin, - autoritäre Macht- und Herrschaftsstrukturen zu ersetzen, - neue Prozeduren, Mechanismen und Formen der Machtkontrolle und der gesellschaftlichen Partizipation aufzustellen, und nicht zuletzt - die für die gesellschaftliche Entwicklung notwendigen sozialpolitischen Bedingungen zu schaffen. Es darf nicht vergessen werden, dass die Demokratie einen Weg zur Entwicklung darstellt. Der Demokratisierungsprozess führt also zur Entwicklung über die Demokratie. Die neu geschaffenen Prozeduren, Mechanismen, Machtstrukturen und Entwicklungsbedingungen müssen hierfür selbstverständlich konsolidiert werden. Als Schlüsselbereiche gelten dabei - die Achtung und Förderung der Grundfreiheiten und –rechte, - die Demokratisierung der Wahlen, - die Förderung pluralistischer Medien sowie funktionierender Mehrparteiensysteme, - die Herausbildung politischer Kulturen und einer Regierungsführung, die auf demokratischen Werten basieren, - die Vertiefung der Dezentralisierung, und nicht zuletzt - die Förderung eines schnellen und dauerhaften Wirtschaftswachstums bei gleichzeitiger Berücksichtigung sozialer Interessenlagen in der Gesellschaft. Daher betrifft die Festigung der Demokratie alle Interessengruppen, alle Bevölkerungsteile, alle gesellschaftlichen Bereiche und Akteure. Demokratie fordert eine ständige Beteiligung der Bürger, denn sie ist im Unterschied zu autokratischen Staatsformen, welche die Unterwürfigkeit der Untertanen verlangen, nur durch ihre selbstbewussten Bürger stark. Untersuchungen haben ergeben, dass besonders Jugendlichen sich nicht von der Politik angesprochen füllen. Ein Grund dafür ist, dass Jugendliche unter 18 Jahren meistens kein Mitspracherecht haben. Offensichtlich sind sie für die politischen Akteureuninteressant, da diese von den Jugendlichen nicht gewählt werden können. Bei fehlendem Mitspracherecht fehlt oft auch die Motivation, sich überhaupt einzubringen. Genau dies ist aber wichtig, da gerade Jugendliche die Werte einer Gesellschaft mitprägen können. Es gibt ganz unterschiedliche Wege, sich einzubringen. Hast Du zum Beispiel schon einmal darüber nachgedacht einer Organisation beizutreten? Sich beteiligen bedeutet nicht unbedingt, dass man Politiker werden muss. Neben den staatlichen Institutionen braucht eine gesunde Demokratie einen Unterbau von 23