schen Standortbedingungen als auch auf der Seite der Kapitalmarktbedingungen wären hier dringend geboten. Es reicht ebenfalls nicht aus, die Förderung allgemein auf eine Verstärkung der Innovationsaktivitäten und auf Cluster auszurichten. Staatliche Eingriffe und Unterstützungen sind nur dann gerechtfertigt, wenn neue und zusätzliche Impulse zu erwarten sind. Das Erkennen dieser Potenziale setzt voraus, dass die staatlichen Entscheidungsträger zeitnah über Marktentwicklungen und-erfordernisse informiert sind. Das können sie angesichts von Informationsdefiziten in der Regel nicht aus eigener Kraft leisten, sondern sie sind auf den engen Austausch mit der Industrie angewiesen. Der Anlass für staatliche Unterstützung kann nicht allgemein darin liegen, das„innovativ sein von Unternehmen“(finanziell) zu honorieren. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sollte die Verstärkung der finanziellen Prioritäten auf Hightechentwicklung und-kommerzialisierung liegen. Im Ergebnis müssen wettbewerbsfähige neue Produkte entstehen. Dies ist nicht eine Frage der sektoralen Zugehörigkeit, sondern der Marktnachfrage. Staatliche Förderung kann jedoch langfristige kulturell bestimmte Verhaltensweisen nicht ersetzen. So sind die Gründungsaktivitäten für neue Unternehmen in Deutschland nach Analysen des DIW etwa im Mittelfeld der untersuchten Länder angesiedelt. In Spanien, Kanada und in den USA sind die Gründungsaktivitäten deutlich höher. In den USA sind rund 8% der befragten Personen an Gründungsaktivitäten beteiligt – in Deutschland 3,5%. Einstellungsunterschiede werden daran deutlich, dass in den USA z.B. 55% der Befragten der Meinung waren, sie seien geeignet, ein Unternehmen zu gründen, während die Quote in Deutschland deutlich unter einem Drittel blieb. Umgekehrt würde fast die Hälfte der Befragten in Deutschland aus Sorge über ein Scheitern von einer Unternehmensgründung Abstand nehmen, während es in den USA weniger als 20% sind. Solche Unterschiede lassen sich durch politische Maßnahmen kurzfristig nicht beseitigen. Sie resultieren aus dem unterschiedlichen Selbstverständnis der Bürger eines Landes über ihre wirtschaftliche Rolle und über die typischen Lebenspläne, die durch Erziehung in Schule und Elternhaus, aber auch durch die öffentliche Diskussion geprägt sind. Schließlich braucht es mehr Mut, globale Unternehmensnetzwerke zu fördern. Der Erfolg einer staatlichen Intervention ist es nicht, kurzfristig abzählbar Arbeitsplätze zu erhalten, sondern die Internationalisierung, Innovationstätigkeit und das Wachstum der Unternehmen dort zu unterstützen, wo Marktunzulänglichkeiten begründbar sind. 5. Globalisierung fördert mehr Gleichheit zwischen beteiligten Regionen der Weltwirtschaft und mehr personelle Ungleichheit in den beteiligten Ländern Die Globalisierung führt zu einem raschen Wachstum der Durchschnittseinkommen in den einbezogenen Ländern. Die hohen Zuwachsraten der Durchschnittseinkommen in Indien, China, Brasilien oder - 27-
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Internationaler Standortwettbewerb : wie kann Deutschland Globalisierungsgewinner bleiben?
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