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Politischer Wechsel in Chile : nach einem halben Jahrhundert gewinnt die Rechte demokratische Wahlen
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g~åì~ê=OMNM= Politischer Wechsel in Chile: Nach einem halben Jahrhundert gewinnt die Rechte demokratische Wahlen Yesko Quiroga, FES Chile Der konservative Unternehmer Sebastián Piñera hat den zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahl in Chile klar, aber nicht überragend für sich entscheiden können. Verkrustungserscheinungen und die Entscheidung für den Präsidentschaftskandi­daten Eduardo Frei haben der 20-jährige Regierungskoalition aus Christdemokra­ten und Sozialisten ein Ende gesetzt. Die von der`çåÅÉêí~Åáµå verfolgte Politik des Möglichen war, nachdem die Bin­dungskraft des Kampfes um die Demokratie nachgelassen hatte, nicht mehr hin­reichend mobilisierend. Dank der hohen Stabilität des politischen Systems Chiles wird sich vermutlich auch eine rechts-konservative Führung eher durch Kontinuität auszeichnen zu be­fürchten steht jedoch, dass die Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen der Diktatur , der Ausbau eines Sozialstaates sowie die aktive und vermittelnde außen­politische Rolle Chiles(bes. in der UNASUR) der Vergangenheit angehören dürfte. Der neue Präsident Chiles heißt Sebastián Piñera Echenique. Der Kandidat der von der konservativen oÉåçî~Åáµå= k~Åáçå~ä (RN) und der rechten, zum Teil noch in pinochetistischer Tradition stehenden råáµå= aÉãµÅê~í~= fåÇÉéÉåÇáÉåíÉ(UDI) gebildeten KoalitionAllianz für Chile, die sich für diese Wahlen inneue Mehrheit umbenannt hatte, erhielt bei der am 17.1. 2010 durchgeführten Stich­wahl 51,6% der Stimmen. Dem christdemokratischen Kandidaten der bisherigen Regierungskoalition`çåJ ÅÉêí~Åáµå, dem ehemaligen Präsidenten (1994- 2000) Eduardo Frei Ruiz-Tagle, war es im zweiten Wahlgang nur partiell gelungen, das Linksmitte Wahlspektrum zu mobilisieren. Viele der Wähler konn­ten nicht davon überzeugt werden, dass Frei in der Lage sein könnte, nach 20 Jahren Regierung eine notwendige Er­neuerung der Koalition einzuleiten. Trotzdem war das Wahlergebnis knapp. Zwischen Frei und Piñera lagen weniger Stimmen als die Summe der ungültig ab­gegebenen Stimmen; für viele Wähler war dies eine Form, ihre Unzufriedenheit mit dem Kandidaten der`çåÅÉêí~Åáµå auszudrücken. 17% der eingeschriebe­1