In den einzelnen Gemeinden des Enzkreises ist die Differenz zwischen kurz- und langfristiger Prognose unterschiedlich, in absoluten Zahlen aber zumeist gering. Dies kann als Beleg für die künftigen demographischen Verhältnisse vor Ort verstanden werden, auch wenn regionale und kommunale Entwicklungen nicht immer gleichsinnig verlaufen. So ist in drei Gemeinden, entgegen des allgemeinen Trends, kein weiterer Rückgang beim Schülerpotential für die Sekundarstufe nach 2015 zu erwarten. Vielmehr reichen die Zahlen in den positiven Bereich(wie in Ispringen, Kämpfelbach und Königsbach-Stein). In sieben weiteren Gemeinden ist der Rückgang höchsten Minus-3 und damit vernachlässigbar gering. Allerdings haben fünf Gemeinden dann nach 2015 eine stärkere Abnahme(in absoluten Zahlen) zu verzeichnen: Eisingen, Maulbronn, Mühlacker, Remchingen und Neulingen(zwischen-11 und-38). Für die vorausschauende Schulentwicklung, für die Fortschreibung wie für alternative Modelle des Schulangebotes, wird die langfristige Prognose für den Zeitraum 2020-2025 benutzt, weil die dauerhafte Tragfähigkeit der Schulen im Mittelpunkt steht. Für den Enzkreis geht diese langfristige Prognose von insgesamt 1.505 Schüler/innen im Jahrgang aus, welche als Potential für die Sekundarschulen der Klassenstufen 5 bis 10 in den Jahren ab 2020 zu erwarten sind. Aus dem Vergleich der Prognosewerte für 2015 und für 2020/25 wird ersichtlich, dass die weitere Verringerung nicht mehr erheblich ist. Insofern ist für die Gemeinden im Kreis der Sockel des demographischen Potentials zumeist ab 2015 erreicht. Für die Stadt Pforzheim trifft diese Stabilität der demographischen Größenordnungen in den Altersgruppen ab 2015 noch deutlicher zu. In der langfristigen Prognose wird die erwartbare Jahrgangsstärke für die Sekundarstufe mit 1.042 Schüler/innen in der Stadt Pforzheim angesetzt. 4 Übergangsverhalten und Schulwahlen Das Übergangsverhalten auf die Schulen der Sekundarstufe ist in den letzten zehn Jahren durch einen tief greifenden Wandel bestimmt. Die Hauptschulen werden kontinuierlich weniger besucht. Die Übergänge an Realschulen und Gymnasien steigen. Das Niveau der Übergänge und die Stärke der Entwicklung sind freilich von Kreis zu Kreis unterschiedlich. Selbst zwischen dem Enzkreis und der Stadt Pforzheim bestehen bemerkenswerte Unterschiede, trotz der engen Verflochtenheit. 4.1 Entwicklung der Übergänge und Schulwahlen im Kreis In einigen Kreisen des Landes haben die Realschulen, in anderen Kreisen die Gymnasien überproportional dazu gewonnen. Bei den Realschulen sind es die sechs Kreise Esslingen, Karlsruhe, Enzkreis, Reutlingen, Biberach und Ravensburg mit einem Zugewinn von über 100 bis zu 184 Schüler/innen beim Zugang zu den Realschulen. Die Gymnasien haben in den drei Kreisen Stuttgart, Esslingen und Rhein-Neckar einen außerordentlich großen Zugewinn von mehr als 300 Schüler/innen. Übergänge im Enzkreis: Seit 2000 ist im Enzkreis der Besuch der Hauptschule absolut wie anteilsmäßig stark zurück gegangen. Die Hauptschulen konnte noch zwischen 2000/01 und 2002/03 nahezu ein Drittel der Schüler/innen im Landkreis gewinnen(damals zwischen 33,9 und 32,0%). Danach fiel die Besuchsquote kontinuierlich und unterschritt mit 29,9% im Jahr 2003/04 erstmals die 30%-Marke. Zum Schuljahr 2008/09 betrug der Übergang auf die Hauptschule nur noch 23,1% – der Tiefststand in der Zeitreihe; aber zum Schuljahr 2009/10 ist ein knapper Wiederanstieg auf 23,8% eingetreten, der allerdings unter dem Landesmittel von 25% bleibt. Im Saldo bedeutet dies 20
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Dossier zur Schulentwicklungsplanung: Enzkreis und Stadt Pforzheim : Tragfähigkeit und Versorgungsleistung der Schulen 2010-2020/25
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