Akademie Management und Politik Newsletter 1/ 2012 Schwerpunkt: Kulturelle Vielfalt in Non-Profit-Organisationen MuP aktuell Erste MuP-AbsolventInnen „Freiwilligen-Management“ Seit 2011 bieten wir den modular aufgebauten Ausbildungsgang „Freiwilligen-Management“ an, mit dem wir NPOs dabei unterstützen, den veränderten Motiven der Freiwilligen in ihrem Engagement zu begegnen. Die ersten beiden Teilnehmenden haben den Ausbildungsgang im letzten Jahr bereits abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch liebe AbsolventInnen! MuP-Seminare aktuell In diesen Seminaren gibt es noch freie Plätze: Freiwilligen-Management 25.-27.5.2012 in Berlin In diesem MuP-Seminar erfahren Sie wie Ihre Organisation auf die veränderten Anforderungen von Freiwilligen eingehen kann und wie Sie das Freiwilligen-Management professionell und nachhaltig gestalten können. Seminarbeschreibung Partizipationsverfahren 1.-3.6.2012 in Würzburg Wie Sie Bürgerinnen und Bürger mit interaktiven Methoden zu mehr Beteiligung motivieren können, lernen Sie in diesem MuP-Seminar. Anhand Ihrer Themen erproben Sie dabei die Methoden Zukunftskonferenz, World Cafés und Open Space. Seminarbeschreibung Professionell entscheiden 15-17.6.2012 in Würzburg Anhand von Übungen und Fallbeispielen erlernen Sie den konstruktiven Umgang mit Fehlern und die Gestaltung effektiver Entscheidungsprozesse. Seminarbeschreibung Weitere MuP-Seminare finden Sie in unserem Seminarprogramm 2012. Quelle: knipseline/ pixelio.de Die kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft stellt sowohl Chance als auch Herausforderung für Organisationen, Unternehmen und Individuen dar. So müssen sich nicht zuletzt politische Verbände und Non-Profit-Organisationen der Frage stellen, wie sie sich für MigrantInnen öffnen können bzw. wie ein konstruktiver Umgang mit der Vielfalt der eigenen Mitglieder aussehen kann. Öffnungsstrategien wie Diversity Management oder Interkulturelle Öffnung werden in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiert. Doch was versteht man darunter und wie lassen sich diese Konzepte auf die eigene Organisation anwenden? Die diesjährige Fachtagung sowie der aktuelle MuP-Themenschwerpunkt setzen sich mit diesen Fragen auseinander. In diesem Newsletter und auf unserer Website finden Sie daher zahlreiche Materialien, Link- und Lesetipps zum Thema„Kulturelle Vielfalt in NPOs“. MuP-Arbeitshilfe Die MuP-Arbeitshilfe„Interkulturelle Öffnung von NPOs konkret: Entwicklung eines Leitbilds“ verdeutlicht, welche Rolle das Leitbild einer Organisation für deren Interkulturelle Öffnung spielt und erklärt anschaulich wie Sie in einer partizipativen Konferenz ein Leitbild für Ihre Organisation entwickeln können. Arbeitshilfe – Leitbildentw. für Interkulturelle Öffnung MuP-Interview Mehr zum Thema Dr. Hubertus Schröer ist Geschäftsführer des Instituts für Interkulturelle Qualitätsentwicklung München(IQM), das Trainings und Beratungen zu Fragen interkultureller Verständigung bereitstellt. Der studierte Rechts- und Politikwissenschaftler kann dabei auf umfangreiche Praxiserfahrungen zurückblicken, u.a. als langjähriger Leiter des Stadtjugendamtes München. Als ausgewiesener Experte zu diesem Thema wird Dr. Schröer die diesjährige Fachtagung eröffnen. Herr Dr. Schröer, was verstehen Sie unter dem Begriff „Interkulturelle Öffnung“? Ich unterscheide zwischen Interkultureller Orientierung und Öffnung: Interkulturelle Orientierung geht der Interkulturellen Öffnung voraus [ ... ] und bedeutet eine grundsätzliche Haltung der Anerkennung und Wertschätzung gegenüber den vielfältigen Formen gesellschaftlichen Lebens. Interkulturelle Öffnung ist die Umsetzung der Interkulturellen Orientierung. Denn eine neue Orientierung allein reicht nicht. Entscheidend für den Erfolg unseres Handelns sind die Strukturen, in denen wir arbeiten. Interkulturelle Öffnung(IKÖ) bedeutet eine kritische Analyse der bestehenden Strukturen mit ihren Zugangsbarrieren und einen Entwicklungsprozess, der diese Strukturen verändert. IKÖ betrifft demnach alle Bereiche einer Organisation im Sinne einer Organisations-, Personal- und Qualitätsentwicklung. Warum ist das Thema IKÖ Ihrer Meinung nach wichtig? Was war Ihr persönlicher Zugang dazu? Meine Biografie war seit den 1970er Jahren politisch wie beruflich immer wieder von Fragen der Migration, Integration und interkulturellen Arbeit geprägt. Als ich von 1991 bis 2006 Leiter eines der größten deutschen Jugendämter gewesen bin, war es Chance und Herausforderung, die Interkulturelle Öffnung einer großen Organisation und die interkulturelle Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mal praktisch zu erproben. Für eine Stadt wie München stellt sich die Frage, ob und wie man mehr als 35% der Bevölkerung, die Migrationshintergrund haben, mit seinen Dienstleistungen erreicht. Es ist also eine elementare Forderung der sozialen Gerechtigkeit und der Gleichbehandlung, alle Einwohnerinnen und Einwohner einer Kommune entsprechend ihren Bedarfen zu versorgen. Dr. Uwe Hunger und Menderes Candan untersuchten im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge(BAMF) die„Politische Partizipation von Migranten in der Bundesrepublik und über die deutschen Grenzen hinweg“ (2009). Dabei kamen sie u.a. zu dem Ergebnis, dass MigranteInnen sich bislang unzureichend am politischen Diskurs beteiligen(können). Zusammenfassung BAMFExpertise Sangeeta Fager(Diakonie Hamburg) und Deniz Güvenc(Diakonie BerlinBrandenburg) fassen in der Broschüre„Interkulturelle Öffnung: Was ist das? Wem bringt es was? Wie geht das?“(2007) die Ergebnisse eines dreijährigen Projektes zur Interkulturellen Öffnung in der Diakonie zusammen. Dabei geben sie einen anschaulichen Einstieg in das Thema selbst und bieten praktische Tipps, wie ein solcher Prozess angestoßen werden kann. IKÖ-Broschüre Diakonie Das Projekt„Engagement Brücken“ der Kölner Freiwilligen Agentur e.V. präsentiert in ihrer Broschüre„Interkulturelle Freiwilligenarbeit“ Ergebnisse einer Umfrage bei Organisationen und Freiwilligen mit Migrationshintergrund und gibt praktische Handlungsempfehlungen wie interkulturelles Bürgerengagement gelingen kann. Broschüre Freiwilligen Agentur Wie bewerten Sie die Relevanz von IKÖ im Non-Profit-Bereich? IKÖ im Non-Profit-Bereich bekommt zunehmende Bedeutung. Viele Vereine haben verstanden, dass ihre Existenz mittelfristig davon abhängt, ob sie sich jenen Bevölkerungsgruppen öffnen, die sie bisher noch nicht oder nicht zufrieden stellend erreichen. Erfolgreiche Projekte z.B. mit Sportvereinen zeigen, dass gezielte Öffnungsprozess sehr erfolgreich sein können. Diese Beispiele belegen auch, dass man die Situation von Ehrenamtlichen berücksichtigen muss, bspw. in der Wahl der Methoden, in der Form der Ansprache und vor allem bei der zeitlichen Planung, etwa in der Freizeit. Übrigens: Es geht auch um die Öffnung und Qualifizierung von Migrantenorganisationen, wo viel Engagement stattfindet, zum Teil noch gar nicht von der Mehrheitsgesellschaft erkannt geschweige denn gewürdigt. Hier bedarf es aber auch besonderer Förderung in Form von Professionalisierung und Öffnung. In ihrer„Diversity-Infothek“ stellt die internationale gesellschaft für diversity management(idm) verschiedene Beiträge und Analysen zum Thema Diversity Management zur Verfügung. idm-Diversity-Infothek Weitere Link- und Lesetipps: www.fes-mup.de Das komplette Interview finden Sie auf unserer Internetseite: Link zum kompletten Interview MuP-Newsletter 1/ 2012 Seite 2 MuP-Fachtagung„Diversitätspolitik“ Exklusiv im FES-Campus Am 8. Mai 2012 findet unsere diesjährige Fachtagung zum Thema„Diversitätspolitik: Strategien für mehr kulturelle Vielfalt in politischen Mitgliederorganisationen“ in der Friedrich-EbertStiftung in Bonn statt. Die Fachtagung beschäftigt sich mit der Frage wie Menschen mit Migrationshintergrund eine gleichberechtigte Teilhabe in politischen Mitgliederorganisationen und damit an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Prozessen ermöglicht werden kann. Ziel der Fachtagung ist es dabei Strategien für politische Organisationen vorzustellen und zu entwickeln, die dabei helfen können die organisationseigene kulturelle Vielfalt zu fördern. In Vorträgen, Workshops und Diskussionen widmen wir uns den Bereichen kultursensible Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung, interkulturelle Sensibilisierungstrainings, positive Maßnahmen und Organisationskultur und stellen Konzepte wie„Interkulturelle Öffnung“ und„Diversity Management“ vor. Die TeilnehmerInnen haben dabei die Gelegenheit konkrete Anregungen und Handlungsmöglichkeiten für die eigene Organisation mitzunehmen. In diesem Rahmen freuen wir uns besonders über die Beteiligung zahlreicher ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis. Das Programm gestalten u.a. Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland Kenan Kolat, sowie Dr. Hubertus Schröer. Alle gesellschaftspolitisch engagierten MultiplikatorInnen, die daran interessiert sind Öffnungsprozesse in den eigenen Organisationen voranzutreiben, sind herzlich dazu eingeladen an der Fachtagung teilzunehmen. Folgende Artikel aus dem Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen stellen wir Ihnen im Campus exklusiv zum Download bereit: Dirk Halm analysiert in seinem Artikel „Bürgerschaftliches Engagement in der Einwanderungsgesellschaft: Bedeutung, Situation und Förderstrategien“ das bürgerschaftliche Engagement der türkeistämmigen MigrantInnen und erarbeitet auf dieser Grundlage ein Leitbild zur Unterstützung des Engagements von Einwanderern verbunden mit möglichen Praxisinterventionen. Der Artikel„Migrantenselbstorganisationen – Träger des Engagements von Migrantinnen und Migranten“ von Siglinde Naumann beleuchtet die zunehmende Professionalisierung von Migrantenselbstorganisationen und macht deutlich, warum diese Organisationen besonderer Förderstrukturen bedürfen. Ansgar Klein und Susanne Huth stellen in ihrem Artikel„Das Thema„Migration/Integration“ im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement“ Struktur und Arbeit der Arbeitsgruppe 5 „Migration/Integration“ innerhalb des BBE vor. Die AG dient verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter auch Migrantenselbstorganisationen des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates als Ort für Erfahrungsaustausch und fachliche Diskussionen aller Fragen des Engagements von Menschen mit Migrationshintergrund. Hier geht es zum Campus-Login: http://www.fes-campus.de Mit dem Besuch des ersten MuPSeminars erhalten Sie – wenn Sie es wünschen – den Zugang zu unserem passwort-geschützten Online-Bereich FES-Campus. Das komplette Programm finden Sie auf unserer Internetseite: Download Flyer Fachtagung Wir würden uns freuen viele von Ihnen bei unserer Fachtagung begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen viel Spaß mit unseren Angeboten! Impressum Friedrich-Ebert-Stiftung Akademie Management und Politik Godesberger Allee 149 53170 Bonn Anne Haller und das MuP-Team. Tel: 0228-883-7108 Email: redaktionmup@fes.de Internet: www.fes-mup.de MuP-Newsletter 1/ 2012 Seite 3