Pressespiegel Juni 2012 1. „ Verrat “ durch desertierten Piloten und der Abschuss eines türkischen Flugzeugs Am 21.Juni desertierte erstmals ein Soldat der syrischen Luftwaffe mit seiner Maschine. Das syrische Kampfflugzeug vom Typ MiG-21 war auf einer jordanischen Militärbasis gelandet, der Pilot hat in Jordanien politisches Asyl erhalten. Die Luftwaffe gilt eigentlich als besonders treu gegenüber dem Regime von Bashar al-Assad, so dass der Zwischenfall international Aufsehen erregte. Wir ziehen die Linien des kommenden Siegs „Mit dem verräterischen Akt des ‚desertierten‘ Pilotenoffiziers, einem Akt, der die Syrer verärgert hat, wird klarer, dass wir das Klima der Heuchelei, das zu Beginn der Krise geschaffen wurde, überwunden haben, und es mit einem Stellvertreterkrieg mit lokalen, arabischen und regionalen Werkzeugen zu tun haben. Was viele jedoch gerne vergessen, ist, dass Verrat, in und durch sich selbst, hilft, zusätzliche Spieler zu entlarven und so dazu beiträgt, die Verschwörungsstränge leichter zu entwirren. Außerdem trägt Verrat auf allen seinen Ebenen dazu bei, sein Schema und seine Werkzeuge aufzudecken und lässt die Syrer noch entschlossener werden, sich der Konfrontation entgegenzustellen und die Feinde Syriens und der Nation zu besiegen. Zu Beginn der Krise gab es Forderungen, hinter denen sich alle Söldner, Verräter und Eindringlinge versteckten. Aber jetzt, nachdem die Familien al- Sa’ud, al-Thani und andere, die sich als Araber verkleidet haben, wie auch Erdogan ihre Rollen schamlos offengelegt haben, gibt es keinen Grund mehr, die Heuchelei aufrecht zu erhalten und auf die Straße zu gehen, wenn jeder Syrer mit bloßem Auge den Terrorismus und die Sabotage sehen kann, die die bewaffneten terroristischen Gruppen praktizieren, die kein Element der syrischen Gesellschaft und keinen wirtschaftlichen oder dienstleistenden Sektor im Land aussparen. Tatsächlich verlangt die nationale Pflicht von jenen, die rechtmäßige Forderungen haben, an die Nation zu denken und diese Forderungen einzustellen, da sie auf die essespiegel Mai 2009 hässlichste Weise ausgenutzt werden, um Syrien anzugreifen. Sie verlangt auch, dass diese Menschen die Akteure betrParcehstseens,pdieigeedl iMe aFio2r0d0e9rungen ausnutzen und die Eignung dieser Akteure in Frage stellen. Kann irgendein vernünftiger Mensch glauben, dass die USA und Israel, die historischen Feinde der arabischen Nation, an Freiheit und Wohlstand in Syrien interessiert sind? Kann irgendeesisnesvpeiergneülnMftiagie2r00M9 ensch glauben, dass alSa’ud und al-Thani nationale Angelegenheiten und Demokratie fördern, während sie die rückständigsten und despotischsten Regime repräsentieren und die schlimmsten Verräter an Palästina, Libanon und den Angelegenheiten der arabischen Nation sind? Ich glaube nicht, dass irgendjemand auf der Welt den Julikrieg gegen Libanon und die Operation ‚Cast Lead‘ gegen Gaza sowie die Positionen der Wüstenaraber dazu vergessen hat!‚ Ali Nasrallah, al-Thawra 23.06.2012 Der Absch pi u eg s e s l M d a e i s 20 t 0 ü 9 rkischen Flugzeuges – Bedeutung und Folgen Pressespiegel Mai 2009 „Zweifellos hat der Abschuss des türkischen Flugzeuges, das den syrischen Luftraum verletzt hat, die Tür zu einer neuen Phase des Weltkrieges geöffnet, der in der syrischen Arena stattfindet.(…) Die erfolgreiche Verteidigungsoperation der syrischen Luftabwehr fand essespiegel Mai 2009 nach einer Reihe westlicher Aggressionen statt, deren letzte der Aufruf Frankreichs und der USA war, die syrische Armee solle gegen ihre Führung rebellieren und dem Beispiel des Pilotenoffiziers folgen, der sein Land verraten hat und mit seiner MiG21 geflohen ist, um ein Söldneragent des britischen Geheimdienstes zu werden, der die OpeersasteiosnpievgoerlbMeraeiit2e0t 0u9nd ihn auf jordanischen Territorium empfangen hat, sobald er gelandet war.(…) Jetzt haben wPriresdsenspuiengveelrMscahiä2m0t0e9n Aufruf der USA und Frankreichs an die syrische Armee, sich gegen ihre Befehlshaber zu stellen, und ihre Andeutungen, sie seien bereit, die Rebellion durch eine Flugschutzzone zu schützen, die die türkische Luftwaffe garantieren werde, die, so scheienstseessp,ieihgreel MFlauig2z0e0u9ge ausgeschickt hat, um den Puls der Syrischen Arabischen Armee zu fühlen. 2 Pressespiegel Juni 2012 essespiegel Mai 2009 Der Abschuss des Flugzeuges hat diese Pläne jedoch vereitelt und Folgendes klargestellt: 1. Syrien meint es ernst damit, sich und seine Souveränität mit allem, was es aufzubieten hat, zu verteidigen, und wird sich davon nicht durch Übertreibungen und Erpressungen abbringen lass en.(…) 2. Die Syrische Arabische Armee ist stabil, professionell und auf Ideologie gegründet. Sie ist wachsam, effizient und wird durch den Verrat eines Schwächlings nicht beeinträchtigt. Die Armee wird sich keinen Verräter zum Vorbild nehmen.(…) Deshalb war die Antwort auf den Aufruf der NATO zur Rebellion angemessen und mit dem Abschuss des NATOFlugzeuges über syrischem Wasserterritorium deutlich ausgedrückt. Dieser Akt hat die Moral der Syrer gehoben und ihr Vertrauen in ihre Armee bestätigt. 3. Der Traum mancher, eine Flugverbotszone über Syrien einzurichten, wie es die USA 1991 im Irak getan haben, oder die Idee sicherer Korridore, die von der Luftwaffe der NATO geschützt werden, sind nichts als Träume und Ideen, die nicht umsetzbar sind. Denn die syrische Luftwaffe ist bereit, sie zu verhindern, und hat die militärischen Fähigkeiten sowie den Willen und den Entschluss, es zu tun.(…) 4. Das vollständige Schweigen des Westens, das zwei Tage nach dem Abschuss andauerte, gefolgt von konfusen politischen Positionen, hat den Schock und die Verwirrung deutlich gemacht, die ihn erfasst hat.(…) Mit seinem Schweigen sandte der Westen die klare Botschaft an die Türkei, dass sie im Konfliktfall allein sein würde. (…) 5. Die Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit der Antwort der syrischen Luftabwehr wird den Westen zwingen, alle seine Positionen und aggressiven Pläne gegen Syrien zu überprüfen, welche auf der Idee einer Militärintervention, der Unterstützung von Terrorismus und der Ablehnung einer friedlichen Lösung gründen, da sich der Westen darüber im Klaren ist, dass letztere die Position Syrien außerhalb der westlichen Einflusssphäre stärken würde. Daher ist die wichtige Schlussfolgerung vor dem Hintergrund des oben Erwähnten, dass die Operation den Westen vor die ernsthafte Wahl zwischen zwei Optionen gestellt hat: Eskalation und das Risiko einer umfassenden militärischen Konfrontation, deren Grenzen keiner absehen kann.(…) Oder: Rückkehr zu Vernunft und Realität und die Anerkennung, dass die Zeiten sich geändert haben und der Westen seine Führungsstellung in der Welt verloren hat. Daher muss der Westen andere Länder anerkennen und mit ihnen ohne Arroganz und Diktat in Dialog treten. Wir glauben, dass die zweite Option gewinnen wird, und dass die NATO keine Resolution zu einer militärischen Aktion gegen Syrien Pressespiegel Mai 2009 beschließen wird. Wenn der Westen dies versteht, wird sich der Weg zu einer friedlichen Lösung öffnen, die Syrien und seine Verbündeten wollen. Sonst wird die Konfrontation weitergehen, und die Verluste des Westens und seineressWeseprkiezgeeulgMe awi 2e0r0d9en zunehmen, weil Syrien seinem Volk, das seine Regierung und sein Regime um jeden Preis unterstützt, bereits einen Sieg versprochen hat.‚ al-Thawra, 25.06.2012 2. Syrische Medien als Opfer der ausländischen Verschwörung Seit Beginn pie d g e e r l M Au a f i st 2 ä 0 n 0 d 9 e präsentieren sich die offiziellen syrischen Medien als die alleinigen Verbreiter der Wahrheit in einem Me P e r r esse v s o p n ieg „ e V l M erl a e i u 2 m 0 d 0 u 9 ng und internationaler Verschwörung.“ Zwei Ereignisse waren nun Anlass, sich in dieser Rolle bestätigt und zunehmend auch als Opfer zu sehen: Zum einen forderten die Arabische Liga, die Verbreitung regimenaher syrischer Sender zu unterbinden, was jedoch bisher essespiegel Mai 2009 nicht geschehen ist. Zum anderen attackierten am 27. Juni Bewaffnete die Zentrale des regimenahen privaten Fernsehsenders al-Ikhbarya in Damaskus. Nach Angaben von Angestellten des Senders handelte es sich bei den Angreifern um "Terroristen". Drei Mitarbeiter des Senders seien getötet worden. essespiegel Mai 2009 Hundert P e res v se o s n pieg T e e l M rr a o i r 2 i 0 s 0 t 9 en vor Damaskus getötet „Parallel zu de n täglichen Bemühungen der syrischen Armee und der Sicherheitskräfte, die zahlreichen Angriffe abzuwehren, versuchen die Seiten, die hinter diesen Angriffen estseshesepni,edgieel sMyariis2c0h0e9Stimme zum Schweigen zu bringen, indem sie Druck auf[die Betreiber der Satelliten] Arabsat und Nilesat ausüben, damit diese die syrischen Satellitensender nicht mehr verbreiten. In diesem Zusammenhang betonte das syrische Außenministerium in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Sicherheitsrates, den Generalsekretär der Vereinten Nationen sowie die Generalversammlung gestern, der Entschluss der Arabischen Liga, von der Verwaltung von Arabsat und Nilesat zu verlangen, die syrischen Satellitensender nicht mehr zu verbreiten, stelle eine bisher nicht dagewesene politische Entscheidung dar, piegel Mai 2009 Pressespiegel Mai 2009 essespiegel Mai 2009 Pressespiegel Juni 2012 3 essespiegel Mai 2009 PressespiewgeellcMheai d20ie09Prinzipien der Medienarbeit und des freien Zugangs zu Information offen verletze.‚ al-Watan 18.06.2012 essespiege W l M ir ai 2 w 00 e 9 rden uns nicht beugen, sondern voranschreiten „Gestern herrschte Traurigkeit in allen syrischen Medien. Aber darin mischte sich auch Stolz, da diese Medien sie verunsichern, ihnen Angst machen und ihre Pläne und Verschwörungen aufdecken.(…) Gestern wurde das Verbrechen begangen, und vor dem Verbrechen gab es Sanktionen und Drohungen.(…) Es ist bekannt, dass in allen Konflikten der Welt die Medien heilig und die freie Rede geschützt sind, außer im Konflikt um Syrien, wo die Medien Feinde sind und die Journalisten verdienen, zu sterben! Seit Monaten wird dieselbe Frage gestellt: Warum piegel Maid2ie00s9yrischen Medien? Warum wurden europäische und arabische Sanktionen über diese Medien verhängt und PressespiewgealrMumai 2w0u0r9de ihre Sperrung gefordert? Gestern wurde die Antwort klarer denn je: Es sind die ehrlichsten Medien, die Syrien schützen und gegen die Lügen und Irreführungen immunisieren.(…) Mehr denn je sind wir jetzt aus Respekt vor den Seelen unserer Kollegen essespiegegleMzwaiu2n0g0e9n, nationale syrische Medien zu produzieren, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir sind entschlossen, die Wahrheit zu sagen, auch wenn wir dafür mit unserem eigenen Blut zahlen müssen.(…) Unse re Zivilisation gründet auf Liebe und Respekt für den Anderen, nicht auf Hass, Verachtung und Mord. Egal wie lange es dauern wird, und trotz der schrecklichen Verbrechen, die überall essespiegel Mai 2009 in Syrien begangen werden, sind wir sicher, dass unsere Kultur siegen wird. Möge Gott sich der Seelen der PressespieMgeälrMtyarei r20e0r9barmen. Wir grüßen die Familie von Syria News, die die Spuren des Terrorismus weggewischt haben, um ihre Arbeit und ihre Pflicht, Syrien zu dienen, wieder aufzunehmen.‚ essespiegel Mai 2009 al-Watan, 28.06.2012 Die Presseschau gibt einen Überblick über die in Syrien erhältlichen arabisch-sprachigen Medien. Seit Beginn der Unruhen im März 2011 sind dies ausschließlich staatliche oder staatsnahe Medien. Überregionale arabische Tageszeitungen, die zuvor die syrische Presselandschaft bereicherten, sind in Syrien nicht mehr erhältlich. So werden der syrischen Öffentlichkeit zu allen aktuellen politischen Themen Analysen präsentiert, die den international per Satellitenfernsehen, Radio und Internet verbreiteten Informationen meist diametral widersprechen. Die Übersetzung ausgewählter Artikel dieser Staatspropaganda soll einen Eindruck des offiziellen Diskurses in Syrien geben, welcher – je nach politischem Hintergrund seiner Leserschaft – durchaus meinungsbildend ist. piegel Mai 2009 Pressespiegel Mai 2009 Ansprechpartner: Hajo Lanz Tel:+49(0)30 26 935 – 7420 E-Mail: Hajo.Lanz@fes.de Friedrich-Ebert-Stiftung Internationale Entwicklungszusammenarbeit Referat Naher/Mittlerer Osten& Nordafrika Hiroshimastr. 28 10785 Berlin Sie finden die Presseschau Syrien zum Herunterladen sowie Informationen zur Arbeit der FES in der Region auf http://www.fes.de/nahost essespiegel Mai 2009