Schlaglicht Israel Nr. 07/09 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 6. – 25. April 2009 1. 100 Jahre Tel Aviv Die Stadt Tel Aviv feiert ihren 100. Geburtstag. Was mit einigen Häusern in den Sanddünen nördlich der arabischen Hafenstadt Jaffa begann, ist heute der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt Israels. Die groß angelegten Feierlichkeiten begannen am 4. April und werden sich über Monate hin ziehen. In diesem Zusammenhang wird nicht nur über Tel Aviv als„Blase“, als ein vom restlichen Israel losgelöster Sonderfall reflektiert, sondern auch über die Rolle, die die Metropole im und für das Land spielt. The beauty of Tel Aviv “Over the years, Tel Aviv has been lucky enough to have some gifted planners and successful mayors who shaped some impressive features into the city. […] But Israel’s main city – a radical antithesis to Jerusalem and its increasingly ultra-Orthodox trends and penury – which has developed into a metropolis resembling its Western counterparts, has two notable strikes against it: an inadequate public transport system and filth.[…] But despite all this, and even though many of its neighborhoods are still spectacularly ugly, it seems the words of one Tel Aviv poet fit the city very well.‘There are prettier ones,’ Nathan Alterman wrote,‘but none share its beauty.” Editorial, HAA, 08.04.09 Tel Avi Streit: ich bin für die Feierlichkeiten „Das ist die Magie dieser Stadt. Sie akzeptiert alle – die Künstler und die Designer und die Schaffenden, die Anwälte, die High-Tech-Leute und Karrieristen, die Studenten und die Alten, und die Verrückten, und die Rechten und die Linken und die Zentristen, die Heterosexuellen und die Schwulen und alle Leute in der Mitte. Diejenigen, die sich äußern wollen und die, die sich verlieren wollen, und die, die sich selbst finden wollen. Aaaaalle.“ Sigal Arbitman, 06.04.09 City with a dream „In many ways, Tel Aviv managed to maintain the format it was premised on. It is relatively secular, relatively bourgeoisie, relatively wealthy, and relatively liberal.[…] However, the country, oh the country, it has gone into wholly different directions; more conservative, more radical, and more traditional. It accused Tel Aviv – sometimes justly and sometimes blindly – of trying to dress up as a cheery and carefree European city, while all the others contend with worries and engage in a determined existential struggle. This image, as images tend to be, is larger than life. Tel Aviv has no fewer scars than any other city in Israel, ranging from the suicide bombings on the Route 5 bus to the missiles of the first Gulf War. The main difference is that Tel Aviv refuses to be burdened by history. We leave that for the Jerusalemites. We have no saints among our alleyways, our rabbis smile more than usual, and if we say that someone had a hard day, it means he has not yet overcome his hangover. Yair Lapid, JED, 05.04.09 100 Jahre Tel Aviv „Es war ein Festtag, nicht nur für die Einwohner der Stadt, sondern auch für den Staat. Und trotzdem gab es bei dieser Feier Mängel. Die Organisatoren der Feierlichkeiten haben aus irgendeinem Grund die besondere Geschichte dieser Stadt vernachlässigt.[…] Sie haben es vorgezogen, nur den säkularen Teil der Stadt zu präsentieren.[...] 100 Jahre Tel Aviv ist kein säkulares Fest.[...] Die Gegenwart hat keinen Wert, wenn man sie von der Vergangenheit loslöst, es gibt kein neues Tel Aviv, wenn man es vom alten Tel Aviv abtrennt, das vor 100 Jahren gegründet wurde. Sie sind unzertrennlich verbunden. Moshe Ishon, HZO*, 06.04.09 1 Tel Aviv Streit: ich bin gegen die Feierlichkeiten „Die Entwicklung und das Gedeihen Tel Avivs in jeder Hinsicht, von Beginn der 80er an, haben auf deutliche Weise ihren Einfluss und ihre Dominanz in Israel vergrößert. Und das ist erfreulich. Das Problem ist, dass dieser Prozess auf Kosten der Peripherien geht. Denn je mehr Tel Aviv gedeiht, desto umfassender wird die Entfremdung und die Entfernung zwischen den Bewohnern der Stadt und großen Teilen der israelischen Bevölkerung. Schon heute gilt Tel Aviv als Staat im Staate.“ Lior Ya’akobi, IHY 06.04.09 Der Schwall von Komplimenten für Tel Aviv ist schwer zu verstehen “Und wer sich nur von den Medien ernährt, könnte meinen, dass hier ein Paradies auf Erden existiert – der interessanteste, schönste und angenehmste Ort des Universums. Wo doch die Wahrheit, was will man machen, ein bisschen anders ist. Nicht, dass es nichts Gutes über Tel Aviv zu sagen gäbe, doch die Übertreibung und die Beleidigung jeder anderen Stadt, insbesondere Jerusalems, beweisen auf vielfältige Weise ein kulturelles und gesellschaftliches Phänomen, das seltsam und vielleicht ein bisschen besorgniserregend ist.[…] Gute Dinge sind Tel Aviv in den letzten Jahren passiert, aber es bleibt verraucht, verstopft, teuer und gewalttätig. Und vor allem ein urbanes Monster ohne Schönheit und wahre Qualität.“ Nadav Ha’atzani, MAA, 22.04.09 Tel Aviv: a mirror of Israel’s environmental reality “One of the ways Te Aviv’s leaders like to define their city is as Israel’s economic engine. But when will the first Hebrew city, which is celebrating its 100 th birthday, also be Israel’s environmental or ecological engine? Or, more importantly for its residents, when will it be able to give them a quality of life as good as the quality of its restaurants and cultural life? Compared to many cities it would like to resemble, Tel Aviv’s environmental situation is disgraceful. Environmentally speaking, Tel Aviv not a bubble but rather a mirror of Israel’s reality.” Zafrir Rinat, HAA, 13.04.09 2. Hizbollah-Netzwerk in Ägypten Der Amtsantritt von Außenminister Lieberman schien für die israelisch-ägyptischen Beziehungen nichts Gutes zu verheißen. Vor einem Jahr hatte Lieberman verkündet, wenn der ägyptische Präsident Mubarak nicht nach Israel kommen wolle, dann solle er„zur Hölle gehen“ und bei anderer Gelegenheit drohte er, den ägyptischen Assuan Staudamm zu sprengen. Dennoch eint Ägypten und Israel der gemeinsame Feind Iran: Mitte des Monats deckten ägyptische Ermittler ein vom Iran finanziertes Netz von Waffenschmugglern auf. Die Waffen waren für Kämpfer der Hamas im Gazastreifen und der Hizb’allah in Ägypten bestimmt. Auf diese Weise konnte ein Anschlag auf israelische Touristen während der Pessach-Ferien im Sinai vereitelt werden. Seither hat sich das Verhältnis zwischen Lieberman und Ägypten um einiges gebessert. Der große Gewinner: Iran „Jeder, der in den letzten Tagen ägyptische Zeitungen gelesen hat, war zu Recht überrascht. Den Platz von Avigdor Lieberman als der Böse Mann des Nahen Ostens[…] hat sich Hassan Nasrallah, der Anführer der Hizb’allah erobert. […] Daher stammen die ägyptische Besorgnis und die Entschlossenheit, mit der die Herrschenden in Kairo gegen die Rekruten der Hizb’allah vorging. Denn wer der Hamas im Gazastreifen gegen Israel hilft, kann in der Zukunft auch der Organisation der Muslimischen Bruderschaft helfen, die zu Hause in Ägypten gegen Mubarak kämpft.[…] In der Zwischenzeit sind die einzigen Gewinner dieses neuen Kampfes, der die arabische Welt in Stücke reißt, die Iraner[…] Prof. Eyal Zisser, IHY, 12.04.09 If we give, we’ll get “It’s a good thing Egyptian President Hosni Mubarak didn’t listen to foreign minister Avigdor Lieberman. Instead of going to hell, as Lieberman has recommended, he sent his police to stop would-be terrorists planning to send many Israelis to that destination.[…] Most likely, Lieberman and[Finance Minister Yuval] Steinitz would say that the Egyptians didn’t do us any favors. Mubarak is struggling against fanatical Islamists undermining his government. The right will use the case to support its belief that peace can be achieved without giving up land; that security and settlements don’t contradict.[…] 2 Why shouldn’t Mubarak tell Netanyahu in their next meeting that if Israel wants to continue its military cooperation with Cairo it should let food and construction materials into the Gaza Strip? After all, this fits with the Israeli expectation that if you give, you’ll get.” Akiva Eldar, HAA, 13.04.09 The Iranian plan „The hands that were sent to establish the terror cells in Egypt and run the smuggling network bringing arms and money into Gaza indeed belong to senior Hizbullah activists, yet the brain that came up with the plan to arm Hamas and undermine President Mubarak’s regime is in Tehran.[…] If Iran’s nuclear race is Israel’s nightmare, the Arab world’s nightmare is the“great plan” being formulated by the Iranians: A plan that is meant to“creep” into the territory of Arab states, deploy a network of sleeper terror cells within them, recruit terror activists, shower opposition movements with money, and then carry out a series of attacks, assassinations, artificial protests, and violent clashes with security forces and police.“ Smadar Peri, JED, 12. 04.09 In the same boat “Egypt, as has been shown, is ready to aid the Palestinians in accordance with clear and agreed-on guidelines, but certainly not with explosives or weapon smuggling. Egypt’s resolute response to the terror network again points to the mutual interests underpinning the peace between Israel and Egypt.” Editorial, HAA, 16.04.09 Der Frieden wird überleben Trotz der Bemerkung des ägyptischen Außenministers, die eine Qualitätsminderung der Beziehungen zwischen dem israelischen und dem ägyptischen Außenminister in der nächsten Zeit versprach, gingen die Verbindungen zwischen den Außenministerien die ganze Zeit über ganz normal weiter – den strategischen Bedürfnissen beider Staaten angemessen.[…] die Beziehungen zwischen den Staaten basieren nicht auf diesem oder einem anderen Außenminister sondern auf den Beziehungen zwischen Staaten, und auf den gemeinsamen strategischen Interessen beider Staaten, den Frieden aufrecht zu erhalten. Daher glaube ich, dass im Laufe der Zeit die Beziehungen zu einem korrekten Pfad zurückkehren werden, den Bedürfnissen der beiden Staaten angemessen.“ Zvi Gabai, IHY, 16.04.09 3. Möglicher israelischer Militärschlag gegen den Iran, und der Faktor USA Angesichts des weiterr fortgeschrittenen Atomprogramms des Iran werden in Israelerneutr mehr Stimmen laut, die einen präventiven Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen fordern, ähnlich dem im Irak Anfang der 80er Jahre. Gleichzeitig jedoch gab der amerikanische Präsident Obama bekannt, er ziehe es vor, mit Teheran zu verhandeln. Ohne amerikanische Unterstützung ist eine solche Militäroperation jedoch unwahrscheinlci. Premierminister Netanyahu und Außenminister Lieberman haben in den letzten Wochen Andeutungen sowohl in Richtung einer Militäroperation als auch einer vollen Unterstützung der USA in ihrem Bestreben nach einer diplomatischen Lösung gemacht. Life with Obama “It can be said that terror seized us when Obama announced a solution to the Iranian issue through dialogue, and Iran agreed. See again how‘Bibi’s people’[…] provided Haaretz with the major headline that Israel does not oppose multilateral dialogue between the West and Iran. First of all, who asked us whether we agree or not? Second, what is behind this generous pronouncement? Only a few days ago, Maariv reported that Bibi had met with the heads of the security establishment and was very pleased with the plans to attack Iran.[…] In any case, Obama’s United States will not allow us to act alone. With all of our operational capabilities, it is not like bombing the reactor in Iraq.[…] The destruction of Iran’s nuclear power is a task too big for us.” Yoel Marcus, HAA, 14.04.09 Obama’s new friend “’Israel is not opposed to American dialogue with Iran,’ sources described as‘close to Netanyahu’ were quoted in this paper on Friday. That kind of semantics makes you feel proud – it’s as if Israel dictates to Washington whether to talk with Iran. […] We can relax now. Benjamin Netanyahu’s bureau is in control. On Wednesday it was ready to go to war against Iran and on Friday it agreed to dialogue with Teheran.[…] Maybe it’s necessary to point out that Iran still has no nuclear weapons, but rather missiles capable of striking Israel.[…] Israel might bomb and suffer a fatal blow. This is the real, present and immediate threat.” Zvi Bar’el, HAA, 12.04.09 3 Needed: formative historic event “If I were Prime Minister Netanyahu’s national security adviser, I would advise attacking Iran.[…] In any case, Israel must wait in order not to disrupt U.S. President Barack Obama’s strategy of talking to Iran, a strategy that is destined to fail.[…] In order to implement a strategic breakthrough, the Israeli government will have to orchestrate a formative historic event. It must agree to the establishment of a Palestinian state[…]. In such a case, not only would the United States and the pro-Western Sunni Arab world accept the attack on their Shi’ite rival, they would even welcome it, thus making it possible to pave the way to more peace agreements with Arab nations, security arrangements[and] a strategic alliance based on common interests.” Yossi Melman, HAA, 17.04.09 Mubarack Hussein Obama und der iranisch Traum „Präsident Barack Obama ist das Beste, was den Iranern passieren konnte: er wird ihnen gegenüber schwächlich, versucht sie zu besänftigen, fantasiert davon, dass sie mit ihrem Atomprogramm aufhören, nur weil er sie nett darum bittet.“ Dr. Mordechai Keidar, IHY, 12.04.09 Obama’s good for Tehran „In almost every speech or interview, Obama declared that he seeks to turn a new leaf in the relationship between America and Arab nations. The unavoidable impression created by these declarations was the assumption of American guilt.[…] Iran is the main beneficiary of this remorse attack. Obama believes that an American welcome could prompt Ahmadinejad to return to the straight and narrow. No more sanctions and no bombing, heaven forbid; only diplomacy.[…] There is no doubt that the authorities in Tehran will pick up the gauntlet. The timeout Obama is offering them for the purposes of dialogue is precisely the amount of time Iranian nuclear scientists need in order to complete the project. Why should the Iranians care about talking to the Americans a little about all sorts of issues, as long as the centrifuges in Bushehr work overtime?“ Hagai Segal, JED, 10.04.09 Iran: Bewältigung “[…] Israel muss eine vernünftige Antwort auf den Fall vorbereiten, dass Iran eine Nuklearmacht wird. Eine Antwort ist, Iran es um ein Vielfältiges zurück zu geben. Es muss den Entscheidungsträgern in Teheran klar sein, dass nicht genügend Iraner übrig bleiben würden, um die Toten zu zählen und um über die Zerstörung zu weinen, die Iran heimsuchen wird, wenn Iran Israel angreifen sollte. Ausländischen Quellen zufolge hat Israel die Fähigkeit, eine solche Fähigkeit zu entwickeln. Das ist ein zentraler Teil jeder Auffassung von Abschreckung.“ Ya’akov Amidror, IHY, 13.04.09 4. Medienquerschnitt Die Vielfalt der in Israel relevanten Themen kann in einem Medienspiegel natürlich nicht umfassend wiedergegeben werden. Um den deutschen Leser/innen dennoch einen Einblick in das große Themenspektrum, das in den Medien behandelt wird, zu gewähren, veröffentlichen wir in dieser Schlaglichtausgabe wieder eine kleine Auswahl an weiteren Themen, die in den letzten Wochen die israelische Gesellschaft bewegten. Über die Tatsache, dass Israel auch fast einen Monat nach der Regierungsübernahme durch Netanyahu immer noch keinen Gesundheitsminister hat. Netanyahus Regierung ist mit dreißig Ministern die größte in der Geschichte Israels. Doch während es mehrere Minister ohne Portfolio gibt, wollte keiner das Amt des Gesundheitsministers übernehmen. Dividing up the state “[…] we’ve learned that not a single coalition party considered the health portfolio an asset – on the contrary, they saw it as a burden, including the parties with an alleged social consciousness. […] Above all, we saw that the prime minister did not concern himself for a moment with who would be health minister; he did not try to appoint any of his cronies or aides, and did not promise to anyone this portfolio with an enormous budget. So we got the point – it simply isn’t important to have a health minister.” Merav Michaeli, HAA, 07.04.09 Our system is ill „If we need one clear, sharp and painful example of the serious malady maligning Israeli politics, we can look at Prime Minister Benjamin Netanyahu’s blatant 4 disregard for the need to appoint a full-time health minister.[…] The fact that the Health Ministry was forgotten during Netanyahu’s brilliant portfolio assignment effort has nothing to do with amnesia. It is deliberate and certainly not coincidental. The Health Ministry is a difficult, grim, and demanding one; in particular, it does not allow the minister who heads it to reward his associates with jobs. The prime minister is a great hero when it comes to the Iranians and the rest of the world, yet he shakes when he needs to give this job to one of his ministers. Emmanuel Rosen, JED, 06.04.09 Über die Pläne, die Verantwortung für die Polizei den Städten und Kommunen zu übertragen. Der Plan, der u.a. die Unterstützung von Finanzminister Yuval Steinitz(Likud), Minister für Interne Sicherheit Yitzhak Aharonovitch(Yisrael Beiteinu) hat, soll gleichzeitig für bessere Verbrechensbekämpfung sorgen und Arbeitsplätze schaffen. Gegner des Plans hingegen befürchten, dass dies unter anderem zu einem Rückgang der Korruptionsbekämpfung innerhalb der Stadtverwaltungen führen könnte. Improvement in policing “Personal security in the State of Israel, in terms of both substance and public impression, is not good. Moreover, concern about terrorism and rockets fired at Israeli communities, especially urban ones, is wrapped in a feeling that there is neither law nor enforcer, from the cop in the street all the way up to the judge.[…] It is[…] essential to ensure that fighting serious crime and public corruption remains under the control of national units. Making urban police subservient to the local authority may deepen the dependence of those enforcing the law on the mayors and councilors, to the point of turning a blind eye to their violations. It can also transform existing differences between economically well-off cities and weaker communities into gaps in personal security.” Editorial, HAA, 14.04.09 Wir brauchen keine Sheriffs „Minister Yuval Steinitz hat in seinem neuen Ministerium einen verborgenen Schatz entdeckt – ein Programm zur Gründung einer städtischen Polizei. Die Genies, die diese Initiative erfunden haben, argumentieren, dass mit einer Entscheidung, die Milliarden von Shekeln kosten würde, sowohl die israelische Wirtschaft angekurbelt, das Arbeitslosenproblem gelöst und die Verbrecherquote gesenkt werden könnte. Nun ja, auch wenn ich in meinen Artikeln dazu tendiere, in Humor und Sarkasmus abzurutschen – bei dem Programm zur Einführung städtischer Polizeieinheiten ist mir das Lachen vergangen.“ Yitzhak Tessler, MAA, 22.04.09 Police work still needed “It’s true that the Israel Police is not without flaws and is in need of a shakeup, like many groups in the country. But the idea hatched by Steinitz and his colleagues stems from a different way of thinking, a combination of the government’s unburdening itself of it obligations towards the citizen and letting its institutions fall apart on the one hand, and constant scaremongering on the other. The situation is difficult? Let’s call the policeman.” Avirama Golan, HAA, 17.04.09 Über die Anti-Rassismus-Konferenz(„Durban II“) in Genf. Dass diese Veranstaltung, die sich traditionsgemäß auf eine Verurteilung Israels konzentriert, ausgerechnet am 20 April stattfand, war insofern kritisch, als es sich sowohl um Hitlers Geburtstag als auch(in diesem Jahr) um den Beginn des in Israel begangenen Holocaust-Gedenktages handelte. Die Schande des Westens „Es war eine wahre Freude. Ahmadinejad eröffnete seine übliche Hassrede, und die Vertreter der freien Welt eröffneten ihre Protestkundgebung und verließen den Saal. So wie es sich gehört. Es stimmt schon- sie hätten erst gar nicht dort sein sollen, aber besser spät als nie. Eine kleine Erniedrigung für diesen kleinen Mann, den „hochrangigsten Gast“ des Durban-Festivals. Aber wir sollten auch nicht übertreiben. Es handelte sich hier um eine rein symbolische Sache. Nicht um einen Sieg, und auch nicht um einen Grund zum Feiern. Ahmadinejad liefert ja schon seit Jahren dieselbe Ware, und der Westen hört nicht auf, sich vor ihm zu verbeugen. Es ist schön, dass europäische Vertreter den Saal verließen, aber man sollte nicht vergessen, dass z.B. der Handel zwischen Deutschland und dem Iran ständig zunimmt. Eine Einstellung dieses Handels wäre von weitaus größerer Bedeutung als eine symbolische Geste wie das Verlassen des Saals.“ Ben Dror Yemani, MAA*, 21.04.09 5 Der Welt ins Gesicht gespuckt Die Durban 2 Konferenz ist nicht mehr als ein Witz. Eine wichtige Konferenz unter der Schirmherrschaft der UN, die dem Kampf gegen den Rassismus gewidmet ist, ist ein ausgezeichnetes Vorhaben und eine wichtige Herausforderung. Was sich in der Schweiz zugetragen hat, ist jedoch reine Verschwendung. Die brutale Provokation Ahmadinejads stellt eine grobe Verletzung der Erinnerung an die Holocaustopfer dar, sowie auch die der Opfer des Rassismus heute. Mit seiner Rede hat Ahmadinejad den Millionen in aller Welt ins Gesicht gespuckt, die unter Rassismus leiden und eine solche Konferenz wirklich brauchen. Bernard-Henri Lévy, IHY*, 21.04.09 HAA= Haaretz HZO= Ha Tzofe IHY= Israel HaYom JED= Jedioth Ahronoth JPO= Jerusalem Post MAA= Maariv Die mit* gekennzeichneten Artikel wurden dem Medienspiegel der Deutschen Botschaft Israel entnommen. Veröffentlicht am: 26. April 2009 Verantwortlich: Dr. Ralf Hexel, Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung Israel Redaktion: Florentine Lempp Anita Haviv Homepage: www.fes.org.il Email: fes@fes.org.il 6