PERSPEKTIVE KLIMAWANDEL, ENERGIE UND UMWELT DIE DEUTSCHE WASSERSTOFF­ STRATEGIE Deutschlands Industriestandort im Rahmen der globalen Energietransformation sichern Rainer Quitzow und Hannah Lentschig September 2024 Die deutsche Wasserstoff­ strategie aus dem Jahr 2020 sieht grünen, aus erneuerbaren Energien produzierten Wasserstoff als Grundpfeiler der für 2045 angestrebten CO 2 -Neutralität vor. Die Ampel-Koalition hat die deutsche Wasserstoffstrategie im Jahr 2023 aktualisiert: Sie sieht nun eine Verdoppe­ lung der Produktion grünen Wasserstoffes vor. Im Rahmen dieser Strategie plant Deutschland, bis 2030 bis zu 70% seines Wasserstoff­ bedarfs zu importieren. DIE DEUTSCHE WASSERSTOFFSTRATEGIE Deutschlands Industriestandort im Rahmen der globalen Energietransformation sichern Wasserstoff spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Ziele einer vollständigen Dekarbonisierung des In­ dustrie- und Energiesektors bis 2045, insbesondere in schwer elektrifizier­ baren Industriezweigen wie der Stahl­ produktion. Obwohl»grüner« Was­ serstoff(aus erneuerbaren Energien) Vorrang hat, schließt diese Strategie auch»blauen« Wasserstoff nicht aus, der aus fossilen Brennstoffen mit CO 2 Abscheidung und-Speicherung(CCS) hergestellt wird. Die im Juli 2023 aktualisierte und mit 7 Milliarden Euro ausgestattete nationale Strategie Deutschlands geht davon aus, dass bis 2030 10 GW Elektrolysekapa­ zität im Inland in Betrieb genommen werden. Diese inländische Produktion wird jedoch nur einen Minderheitsan­ teil des Bedarfs der Industrie, des Ver­ kehrs und der Gebäude decken. Um diesen Bedarf an grünem Wasser­ stoff zu decken, setzt die Regierung auf eine echte Wasserstoffdiplomatie durch den Aufbau von Importpartner­ schaften auf internationaler Ebene. Ins­ besondere Frankreich spielt als poten­ zielles Transitland eine zentrale Rolle für die sichere Versorgung Deutschlands mit Wasserstoff aus europäischen und außereuropäischen Ländern. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie hier: https://paris.fes.de/ FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – Die deutsche Wasserstoff­strategie KLIMAWANDEL, ENERGIE UND UMWELT DIE DEUTSCHE WASSERSTOFF­ STRATEGIE Deutschlands Industriestandort im Rahmen der globalen Energietransformation sichern INHALT Inhalt 1 ZUSAMMENFASSUNG 2 2 DEUTSCHLANDS ENERGIEWENDE UND DIE(NEUE) ROLLE DES WASSERSTOFFS 2 3 AKTUELLE HANDLUNGSFELDER DER DEUTSCHEN WASSERSTOFFSTRATEGIE 3 4 WASSERSTOFF-DIPLOMATIE: DEUTSCHLANDS AUSSENPOLITISCHES ENGAGEMENT 6 5 INTERNATIONALE KOOPERATION ZUM AUFBAU EINES GLOBALEN WASSERSTOFFMARKTES 6 6 FAZIT: DEUTSCHLANDS HERAUSFORDERUNGEN UND PERSPEKTIVEN 7 1 FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – Die deutsche Wasserstoff­strategie Seit vielen Jahren wächst bei internationalen Institutionen, Staaten, Energieerzeugern und bei Unternehmen das Interesse am Thema Wasserstoff. Szenarien, gemäß derer die angestrebte CO 2 -Neutralität ausschließlich durch Elektrifizierung erreicht würde, hätten höchstwahrscheinlich technische Herausforderungen und hohe Kosten zur Folge. Wasserstoff kann aus heutiger Perspektive für einige Wirtschaftszweige, deren Dekarbonisierung als schwierig gilt, eine Lösung auf dem Weg zur Emmissionsreduktion sein. Darüber hinaus kann Wasserstoff flexible Lösungen für das Stromnetz bieten. Wie Strom, so ist auch Wasserstoff ein Energieträger, der meist aus anderen Energieträgern oder durch Elektrolyse mit Hilfe CO 2 -freier Elektrizität erzeugt wird. Derzeit wird bei der Wasserstoffproduktion, die global rund 95 Mio. Tonnen (im Jahr 2022) erreicht, meistens CO 2 emittiert. Hier müssen also Lösungen zur Dekarbonisierung gefunden werden. Dazu wurden weltweit bereits 61 Strategien veröffentlicht(Stand Mai 2024). Sie unterscheiden sich im Hinblick auf Produktionsmittel, Nutzungsbereiche, Ambitionen beim Handel auf dem potenziell globalen Wasserstoffmarkt und die Positionierung der Industrie in der Wertschöpfungskette. Die Nachbarländer Frankreich und Deutschland sind ein gutes Beispiel. 1 ZUSAMMENFASSUNG Im Juni 2020 verabschiedete Deutschland als siebtes Land eine offizielle Regierungsstrategie zur Förderung von Wasser­ stoff. Diese steht im Einklang mit Deutschlands langjähriger »Energiewende«-Politik, die eine vollständige Dekarbo­ nisierung der Energie- und Industriesektoren bis 2045 an­ strebt. Wasserstoff spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung dieser Ziele, insbesondere für die Reduktion von Emissionen in schwer elektrifizierbaren Industrien wie der Stahlproduktion. Obwohl grüner Wasserstoff Priorität hat, schließt die Strategie blauen Wasserstoff nicht aus, der aus fossilen Brennstoffen mit Kohlenstoffabscheidung und-spei­ cherung(CCS) produziert wird. Um die Wasserstoffnachfrage zu fördern und industrielle Prozesse zu dekarbonisieren, hat die Bundesregierung so­ genannte Klimaschutzverträge als zentrales Finanzierungs­ instrument sowie einen Standard für kohlenstoffarmen Stahl eingeführt. Ein wichtiger nächster Schritt wäre die Anwendung dieses Standards zur Förderung der Nachfrage, beispielsweise über die öffentliche Beschaffung, wie in der Leitmarktstrategie angekündigt. Auch regulatorische Maß­ nahmen wären denkbar, die einen Anteil grünen Stahl in ausgewählten Nischenmärkten vorgeben könnten. Dies wäre auch ein wichtiger Ansatzpunkt für die internationale Zusammenarbeit mit anderen Vorreiterländern. Die Bundesregierung plant zudem, 50–70% des benötigten Wasserstoffs zu importieren, unterstützt durch eine separate Importstrategie. Dies beinhaltet vor allem bilaterale Ko­ operationen außerhalb der EU. Auch innerhalb der EU hat Deutschland sich für eine ambitionierte Wasserstoffpolitik eingesetzt, allerdings sind bilaterale Aktivitäten mit anderen Mitgliedsstaaten noch weniger ausgeprägt. Insbesondere Frankreich als mögliches Transitland zwischen Deutschland und Spanien spielt für Deutschlands importorientierte Politik jedoch eine potenziell wichtige Rolle. Als einflussreiches Ge­ berland der EU könnte eine aktivere Abstimmung mit Frank­ reich auch Impulse für einen gesamteuropäischen Ansatz in der internationalen Wasserstoffpolitik bieten. Die internationale Wasserstoffpolitik Deutschlands konzent­ riert sich zudem stark auf Export von Wasserstoff(und seinen Derivaten) zur Nutzung auf dem deutschen Markt. Sie zielt nicht ausdrücklich auf den Aufbau breiterer industrieller Ent­ wicklungspartnerschaften ab. Dieser strukturkonservative Ansatz birgt das Risiko, die Politik und Wirtschaft davon ab­ zulenken, industrielle Allianzen über nationale Grenzen hin­ weg aufzubauen. Letztere sind wichtig, um die Führungsrolle und den Einfluss der deutschen und europäischen Industrie in einer kohlenstoffneutralen Wirtschaft zu sichern. Sie können auch der Schlüssel sein, um das Interesse potenzieller Wasserstoffexporteure, auch innerhalb der EU, aufrechtzu­ erhalten. Um den Erfolg der Strategie sicherzustellen, wird es eine wichtige Aufgabe der Bundesregierung sein, ihre europäischen und internationalen Partner von den Vorteilen einer Wasserstoffwirtschaft für die Entwicklung ihrer Volks­ wirtschaften zu überzeugen. 2 DEUTSCHLANDS ENERGIEWENDE UND DIE(NEUE) ROLLE DES WASSERSTOFFS Deutschland ist ein zentraler Akteur in der europäischen Industrielandschaft, insbesondere durch seine Automobil­ branche, hochspezialisierten Mittelstand sowie eine Reihe von Grundstoffindustrien. Seine wichtige Rolle als Indust­ riestandort geht einher mit einer wegweisenden»Energie­ wende«-Politik. Dieser Ansatz wurde in den späten 1990er Jahren von der rot-grünen Regierungskoalition(bestehend aus Sozialdemokraten und Grünen) initiiert. Kernelement der Energiewende war der Ausstieg aus der Atomenergie bei gleichzeitigem Ausbau klimafreundlicher, erneuerbarer 2 Aktuelle Handlungsfelder der deutschen Wasserstoffstrategie Energien. Die Grünen, die im Jahr 1980 aus der deutschen Anti-Atomkraftbewegung hervorgegangen waren, erfüllten damit eines der Kernanliegen ihrer Gründer*innen und einem wichtigen Teil ihrer Mitglieder und Wählerschaft. Während das konservative Lager in Deutschland der Ent­ scheidung zunächst skeptisch gegenüberstand, änderte sich dies nach dem Unglück in Fukushima, das heute als endgül­ tiger Wendepunkt in der deutschen Atompolitik gilt. Seither zählt die Energiewende parteiübergreifend als Ansatz für die Dekarboniserung des Energiesektors auf Basis der erneuer­ baren Energien bei gleichzeitiger Sicherung Deutschlands industrieller und technologischer Führungsrolle(Quitzow& Thielges, 2020). Heute bildet die Energiewende das Rückgrat einer Strategie, die auf Kohlenstoffneutralität bis 2045 abzielt. Die aktuel­ len Klimaschutzziele, festgelegt im 2021 verabschiedeten Klimaschutzgesetz, zielen auf eine Reduzierung der Treib­ hausgase(THG) um 65 Prozent bis 2030 und 88 Prozent bis 2040(im Vergleich zu 1990) ab(BMF, 2021). Gleichzeitig soll 80 Prozent des Stromverbrauchs bis 2030 aus erneu­ erbaren Energien kommen. Dies erfordert einen massiven und beschleunigten Ausbau von Solar- und Windkraft in den kommenden Jahren. Es gilt nicht nur, den Stromsektor bei steigender Stromnachfrage für die Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeversorgung zu dekarbonisieren; auch die schwer elektrifizierbare Industrieproduktion in Deutsch­ land soll bis 2045 kohlenstoffneutral sein. Insbesondere in der Stahl- und Chemiebranche erfordert die Beseitigung von THG-Emissionen erhebliche Mengen an klimafreundlichem Wasserstoff(IEA, 2019). Die in Deutschland ansässige Stahlindustrie hat sich als eine wichtige Befürworterin und Vorreiterin im Rahmen der deutschen Wasserstoffpolitik entwickelt und hat bereits Vor­ haben zur Nutzung von ca. 450,000 Tonnen grünem Wasser­ stoff angekündigt. Neben Firmen der Stahlindustrie und der Erneuerbare Energien-Branche wird die Strategie auch von einer aufstrebenden Elektrolyseur-Industrie sowie von Unter­ nehmen unterstützt, die sich mit dem Betrieb des Erdgasnet­ zes befassen(Schlund et al., 2022). Letztere profitieren von der Entwicklung einer wasserstoffbezogenen Transport- und Speicherinfrastruktur, auch wenn die Erdgasförderung in Deutschland kaum eine Rolle spielt. Auch Teile der deutschen Automobilindustrie sind an der Entwicklung von Brennstoff­ zellenfahrzeugen und synthetischen Kraftstoffen(E-Fuels) auf Wasserstoffbasis interessiert. Erstere versprechen einen größeren Anteil an der inländischen Wertschöpfung und Beschäftigung als batterieelektrische Fahrzeuge, während letztere eine potenzielle Alternative für Fahrzeuge der oberen Preisklasse darstellen, die auf dem herkömmlichen Verbrennungsmotor basieren. Der Einsatz von E-Fuels im Automobilbereich, wie von Deutschlands Liberalen derzeit gefordert, ist politisch jedoch stark umstritten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Energieineffizienz im Vergleich zu elektrischen Autos(Fraunhofer ISI, 2023). 3 AKTUELLE HANDLUNGSFELDER DER DEUTSCHEN WASSERSTOFFSTRATEGIE Die Verknüpfung wirtschaftlicher Interessen mit Deutsch­ lands etabliertem Energiewende-Ansatz hat eine Grund­ lage für eine ehrgeizige Wasserstoffstrategie geschaffen, die Deutschlands industrielle Dekarbonisierung sowie die Führungsrolle bei wasserstoffbezogenen Technologien und Komponenten unterstützen soll. Die 2023 aktualisierte Was­ serstoffstrategie gliedert sich in vier Handlungsfelder: – Sicherstellung der Wasserstoffverfügbarkeit, – Aufbau einer effizienten Infrastruktur, – Umsetzung von Wasserstoffanwendungen, – und Schaffung effektiver Rahmenbedingungen(BMWK, 2023a). Deutschland plant die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in zwei Phasen: Die erste konzentriert sich auf den Aufbau eines inländischen Marktes, während die zweite Phase eine verstärkte Nutzung europäischer und internationaler Wasser­ stoffressourcen vorsieht. Obwohl der Fokus auf erneuerbarem (‘grünem’) Wasserstoff liegt, wird auch ›blauer‹ Wasserstoff auf fossiler Basis in Verbindung mit Kohlenstoffabscheidung und-speicherung(Carbon Capture and Storage, CCS) nicht ausgeschlossen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten schließt Deutschland die Förderung von Wasserstoff, der aus Atomstrom hergestellt wird, aus. Zudem hatte die Bundesregierung die Kennzeichnung von nuklear-basiertem, CO 2 -armem Wasserstoff als ›grün‹ im 2023 verabschiedeten EU-Regelwerk abgelehnt. Obwohl ein Wiedereinstieg in die Atomenergie in Deutschland politisch unwahrscheinlich ist, gibt es einige kritische Stimmen, insbesondere aus der Industrie, die den Atomausstieg als ›historischen Fehler‹ be­ trachten, nicht zuletzt angesichts der hohen Energiepreise seit Russlands Invasion in die Ukraine(Sieben, 2024). Die Bundesregierung geht davon aus, dass Deutschland bis 2030 zwischen 95 und 130 TWh Wasserstoff für die in der Strategie genannten Verwendungszwecke benötigen wird (BMWK, 2023a). Das entspricht etwa einem Viertel des aktuellen Strombedarfs, der sich 2023 zu 56 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern speiste(Abbildung I). Basierend auf verschiedenen THG-Reduktions-Szenarien und Studien fällt die prognostizierte Nachfrage für Wasserstoff und dessen Syntheseprodukte(z. B. Ammoniak und Methanol) in einzelnen Sektoren sehr unterschiedlich aus(Wietschel et al., 2021). Grundsätzlich wird für eine THG-Reduktion um 65 Prozent bis 2030 vor allem Bedarf in der Industrie gesehen, bis 2040 dann im Verkehrssektor und bis 2050(Szenario für THG-Reduktion um 95 Prozent) auch im Gebäudebereich (d.h. Wärmeversorgung), wobei Nachfrageprognosen für letztere beiden Sektoren besonders stark variieren aufgrund von Konkurrenz durch Elektrifizierung, Biomasse und dem Einsatz sonstiger erneuerbarer Energien(Abbildung I)(Wiet­ schel et al., 2021). Schätzungsweise 50 bis 70 Prozent des für 2030 prognos­ tizierten Bedarfs sollen dabei durch Importe aus dem euro­ päischen und außereuropäischen Ausland in Form von Was­ 3 FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – Die deutsche Wasserstoff­strategie serstoff und Wasserstoffderivaten gedeckt werden(BMWK, 2023a). In ihrer kürzlich verabschiedeten, separaten Import­ strategie rechnet die Bundesregierung bis 2045 mit einem Importbedarf von 360–500 TWh für Wasserstoff sowie 200 TWh für Wasserstoffderivate wie Ammoniak, Methanol und synthetisches Erdgas(SNG)(BMWK, 2024a). Nach intensiver Debatte wurde zudem im April 2024 ein Gesetz zur Förderung einer pipeline-basierten Wasserstoffin­ frastruktur beschlossen, das den rechtlichen Rahmen für die Integration des deutschen Kernnetzes in eine Netzentwick­ lungsplanung für Wasserstoff und Erdgas schafft(BMWK, 2024b). Das Wasserstoff-Kernnetz, das große Verbrauchsund Erzeugungsregionen in Deutschland verbinden soll, wird zwischen 2025 und 2032 schrittweise in Betrieb genommen. Die Finanzierung erfolgt größtenteils über gedeckelte Netz­ entgelte, die verhindern sollen, dass der Netzausbau durch zu hohe Kosten verzögert wird(BMWK, 2024b). Der end­ gültige Plan für das 9.666 km lange Wasserstoff-Kernnetz wurde im Juli 2024 der Bundesnetzagentur vorgelegt und ist auch in den European Hydrogen Backbone integriert, um den Ausbau einer transeuropäischen Wasserstoffinfrastruk­ tur zu beschleunigen(BMWK, 2024a). Darüber hinaus treibt die Bundesregierung gezielt Infrastrukturprojekte entlang spezifischer Wasserstoffimportkorridore aus dem außer­ europäischen Ausland voran. Um die Nachfrage nach Wasserstoff zu fördern und damit die Dekarbonisierung der Industrieproduktion zu unter­ stützen, hat Deutschland sogenannte Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference, CCfD) eingeführt. Diese Verträge sollen Investitionen zur Dekarbonisierung energieintensiver Industriezweige, wie Stahl und Chemie, ermög­ lichen und damit einen wichtigen Anstoß für die Förderung der Wasserstoffnachfrage geben. Die Bundesregierung hat im März 2024 die erste Ausschreibungsrunde für CCfD mit einer Fördersumme von über vier Mrd. Euro gestartet (BMWK, 2024c). Weitere Ausschreibungsrunden folgen im Herbst 2024 und in 2025(BMWK, 2024c). Deutschland ist damit der erste EU-Mitgliedsstaat, der dieses Instrument in einer so umfassenden Form einführt. Bereits vor Einführung der Klimaschutzverträge hatte die Bundesregierung Förderverträge mit einem Volumen von rund 2,6 Mrd. Euro zur Errichtung sogenannter Direktreduk­ tionsanlagen für eine wasserstoffbasierte Stahlproduktion abgeschlossen(BMWK, 2023d). Das vom Bund massiv geför­ derte Großprojekt SALCOS(siehe Info-Box) für die»grüne« Stahlproduktion ist beispielhalft für Deutschlands aktuellen Fokus auf die Nachfrageförderung in diesem Sektor. Zudem hat die Bundesregierung gemeinsam mit der Wirtschaftsver­ einigung Stahl einen Standard für kohlenstoffarmen Stahl entwickelt. Dieser soll einen Baustein für die Etablierung eines Leitmarktes für grünen Stahl darstellen(Wirtschaftsver­ einigung Stahl, 2024). Ein vom BMWK im Mai 2024 vorge­ stelltes Konzept für»grüne Leitmärkte für klimafreundliche Grundstoffe« legt fest, was als»grüner Stahl« oder»grüner Zement« gilt und soll durch klare Kennzeichnungssysteme die Nachfrage nach solchen Produkten fördern. Die Strate­ gie enthält zudem das Ziel, Anreize für klimafreundlichen Grundstoffe über die öffentliche Beschaffung und ggf. über Quoten im Rahmen von Standards auf EU-Ebene zu setzen (BMWK, 2024d). Auch über den Stahlsektor hinaus gibt es eine Vielzahl an Förderprogrammen und finanziellen Anreizen für die Wasser­ stoffproduktion und-anwendung, etwa durch Zuschüsse in Forschungs- und Innovationsprojekte wie den»Wasserstoff Campus Salzgitter«, in den das SALCOS Projekt eingebettet ist(siehe Info-Box). Insgesamt stellt die Wasserstoffstrategie 9 Mrd. Euro für Investitionen im Wasserstoffsektor bereit. Abbildung 1: Stromerzeugung 2023 und geschätzter Wasserstoffbedarf in Nachfragesektoren in Deutschland für 2030 bis 2050 600 500 Energiebedarf (TWh) 400 Konventionelle Energieträger 300 200 Erneuerbare Energieträger 100 0 2023 Stromerzeugung gesamt 2030 2040 2050 Wasserstoff – und Syntheseproduktebedarf in Nachfragesktoren Industrie Verkehr Gebäude Grafik der Autoren. Daten basierend auf Wietschel et al.(2021) und Statistisches Bundesamt(2024). 4 Aktuelle Handlungsfelder der deutschen Wasserstoffstrategie Grüner Stahl aus Norddeutschland Eines der derzeit wichtigsten Industrieprojekte für Wasser­ stoffanwendungen ist das Projekt SALCOS(Salzgitter Low CO 2 Steelmaking) der Salzgitter AG, einem der größten Stahl- und Technologiekonzerne Europas. Jährlich fallen etwa acht Mio. Tonnen CO 2 bei der Stahlproduktion im Hüttenwerk in Salzgitter an, was technisch bedingt ist und bisher unvermeidbar war. Ziel ist es, die CO 2 -Emissionen mithilfe von grünem Wasserstoff drastisch zu senken. SAL­ COS ist das erste deutsche Projekt zur Anwendung von Wasserstoff in der Stahlproduktion, und wird von der Bun­ desregierung im Rahmen der europäischen Großprojekte für Wasserstoff( Important Projects of Common European Interest, IPCEI) mit knapp über 1 Mrd. Euro gefördert (BMWK, 2023b). Die Förderung ermöglicht der Salzgitter AG die Umsetzung dieses Leuchtturmprojekts und ist ein entscheidender Schritt hin zu grüner Stahlproduktion in Deutschland. Auch ArcelorMittal und thyssenkrupp Steel Europe AG, zwei weitere große deutsche Stahlproduzenten, haben kürzlich Förderzusagen von der Bundesregierung erhalten, nachdem die Europäische Kommission die Finanzierung beider Projekte im Rahmen des»IPCEI H2« genehmigt hatte(BMWK, 2023c; 2024e). SALCOS DRIBE2 tkH2steel 1 Mrd.€ 1,4 Mrd.€ 2 Mrd.€ Salzgitter AG, Fraun­ hofer Gesellschaft, Paul Wurth S.A., Sunfire GmbH, RWE AG, Bundesministerium für Wirtschaft und Klima(BMWK) ArcelorMittal Bremen GmbH, swb AG, Universität Bremen, Fraunhofer Gesell­ schaft, BMWK Thyssenkrupp Steel Europe, Air Liquide, Fraunhofer Gesell­ schaft, RWE AG, BMWK Wasserstoff-Campus Salzgitter Erste Schritte zur Wasserstofferzeugung wurden bereits unternommen, darunter der Bau von Windkraftanlagen im Rahmen des Teil-Projektes WindH 2 sowie Dampf-Elektro­ lyseuren im Rahmen des Teil-Projektes GrInHy2.0. SALCOS sieht zudem die Umstellung der Stahlproduktion von Hoch­ öfen auf die Direktreduktion vor. Anders als beim Kohlebasierten Hochofenverfahren wird bei der Direktreduktion Eisenerz durch den Einsatz gasförmiger Reduktionsmittel – zunächst Erdgas und zunehmend auch Wasserstoff – zu Eisen reduziert. Durch diese Technologie soll Wasserstoff den bisher für die Stahlherstellung benötigten Kohlenstoff zukünftig vollständig ersetzen, was zu einer Reduktion der CO 2 -Emissionen um über 95 Prozent führt. Die im Rahmen des Projektes bereits entwickelte, flexibel mit Wasserstoff und Erdgas betriebene Direktreduktionsanlage ist damit die weltweit erste ihrer Art. Das SALCOS-Konzept wird seit 2015 in Zusammenarbeit mit Partnern entwickelt(WCS, n.d.). Der»Wasserstoff Campus Salzgitter«, in den das SALCOSProjekt eingebettet ist, ist ein ambitioniertes regionales Projekt in Niedersachsen, das von einer Vielzahl von Ak­ teuren aus Politik, Wirtschaft, und Wissenschaft getragen wird, darunter führende Unternehmen wie Bosch, Volks­ wagen, Linde, Avacon, und Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung(IFAM) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt(DLR)(WCS, n.d.). Der Fokus des Campus liegt auf verschiedenen Anwendungen, wobei die Mobilität und die Industrie als prioritäre Bereiche gelten. Darüber hinaus werden auch andere Anwendun­ gen erforscht, wie z. B. die Nutzung von Wasserstoff zur Energiespeicherung und als Ersatz für fossile Brennstoffe in der Energieversorgung. Der Campus dient als Testfeld für innovative Technologien und Konzepte, die dazu beitragen sollen, die Wasserstoffwirtschaft weiterzuentwickeln und die Energiewende voranzutreiben. Quelle: Salzgitter AG 5 FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – Die deutsche Wasserstoff­strategie Die oben genannten Maßnahmen und Entwicklungen reflek­ tieren den grundsätzlich strukturkonservativen Ansatz, den die Bundesregierung in ihrer Strategie zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien verfolgt. Diese Herangehens­ weise zielt darauf ab, die bestehende industrielle Struktur weitgehend zu erhalten, um Arbeitsplätze zu sichern und wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Das bedeutet, dass Wasserstofftechnologien schrittweise in bestehende industrielle Prozesse und Anwendungen integriert werden, anstelle eines Bruchs mit der gegenwärtigen Energie- und Industrielandschaft. Vor diesem Hintergrund setzt Deutsch­ land daher auch stark auf Wasserstoffimporte, um die Energieversorgung seiner Industrie klimafreundlicher zu gestalten, ohne die bestehenden Strukturen grundlegend zu verändern. Dieser Ansatz wird von den betroffenen Branchen und Gewerkschaften weitestgehend befürwor­ tet. Industrievertreter*innen haben zudem eine stärkere Förderung von Wasserstoffanwendungen im Verkehr sowie eine grundsätzliche Offenheit für ein breites Spektrum an möglichen Wasserstoffanwendungen gefordert. Gleichzeitig wird betont, dass die Realisierung ambitionierter Ziele auf der Nachfrageseite von einer zügigen Umsetzung einer Import­ strategie abhinge(BDI, 2023). am prominentesten; auch international verfolgen nur Korea und Japan Wasserstoffstrategien mit einem ähnlich starken Fokus auf Importe(Lambert& Schulte, 2021). Deutschlands internationale Wasserstoffpolitik baut auf einer Reihe gut entwickelter bilateraler Partnerschaften mit Schwerpunkt auf Energiefragen auf, die im Laufe der letzten fünfzehn Jahre entwickelt und auf mehr als zwanzig Partnerländer ausge­ weitet wurden(Quitzow et al., 2019). Mehrere bestehende Partnerschaften, darunter mit Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten(VAE) und Chile, haben Wasserstoff als wichtige Säule aufgenommen. Darüber hinaus wurden neue Partnerschaften mit einem besonderen Fokus auf die Zusam­ menarbeit im Bereich Wasserstoff gegründet. Die H2Diplo Initiative des Auswärtigen Amts ergänzt diese Bemühungen mit Büros in Angola, Kasachstan, Kenia, Kolumbien, Nigeria, Saudi-Arabien und der Ukraine. Sie fördert u.a. den Dialog mit fossilen Brennstoffexporteuren über den Übergang zu einer kohlenstoffneutralen Zukunft. 5 INTERNATIONALE KOOPERATION ZUM AUFBAU EINES GLOBALEN WASSERSTOFFMARKTES 4 WASSERSTOFF-DIPLOMATIE: DEUTSCHLANDS AUSSENPOLITISCHES ENGAGEMENT Aufgrund des großen Importbedarfs für Wasserstoff spielen Partnerschaften eine entscheidende Rolle in Deutschlands Wasserstoffstrategie(Abbildung II). Im europäischen Ver­ gleich ist Deutschlands Fokus auf Importpartnerschaften Die oben skizzierten diplomatischen Bemühungen werden durch eine Reihe von Programmen untermauert, die den Aufbau europäischer und internationaler WasserstoffLieferketten fördern sollen. Außerhalb der EU unterstützt Deutschland Investitionen in grüne Wasserstoffproduktion und-nutzung im Rahmen der von der Bundesregierung ge­ förderten H2Global Stiftung, deren Auktionsmechanismus für den Kauf und Verkauf von Wasserstoff und Derivaten auch als Blaupause für die internationalen Aktivitäten der Abbildung 2: Deutschlands Engagement zu Wasserstoff in Partnerländern. GREENLAND CANADA UNITED STATES MEXICO CUBA BELIZE JAMAICA HONDURAS DOMINICAN REPUBLIC HAITI PUERTO RICO GUAT VA E DO M R ALA L AR E A L G SA UA NIC COSTA RICA PANAMA VENEZUELA TRINIDAD A & TOBAGO N E YA AM GU URIN FRENCH S GUIANA ECUADOR COLOMBIA PERU BRAZIL Germany EU Menber States partner countries in Europe and the Mediterranean partner countries BOLIVIA PARAGUAY CHILE ARGENTINA URUGUAY Quelle: Quitzow, Nunez& Marian(2024). ICELAND NORTHERN IRELAND NORWAY SCOTLAND DENMARK SWEDEN FINLAND ESTONIA LATVIA LITHUANIA RUSSIA IRELAND PORTUGAL NETHERLANDS UNITED E K N IN G G LA D N O D M WALES GERMANY BELGIUM POLAND LUXEMBOURG CZECHIA SLOVAKIA BELARUS UKRAINE FRANCE SWITZ. LIECHTENSTEIN ITALY AUSTRIA HUNGARY MOLDOVA SLOVENIA CROATIA ROMANIA & HERZ. BOSNIA SERBIA ANDORRA S PA I N MONACO MONTENEGRO KOSOVO BULGARIA NORTH MACEDONIA ALBANIA GREECE TÜRKIYE KAZAKHSTAN GEORGIA ARMENIA AZERBAIJAN UZBEKISTAN TURKMENISTAN KYRGYZSTAN TAJIKISTAN WESTERN SAHARA ROCCO MO ALGERIA TUNISIA MALTA LIBYA MAURITANIA SENE THE GAMBIA GAL GUINEA-BISSAU GUINEA MALI BURKINA FASO NIGER CHAD CYPRUS LEBANON PALESTINIAN TERRIT. ISRAEL SYRIA JORDAN IRAQ IRAN KUWAIT EGYPT SUDAN BAHRAIN SAUDI ARABIA ERITREA YEMEN QATAR UNITED ARAB EMIRATES AN OM DJIBOUTI ANISTAN AFGH PAKISTAN NEPAL INDIA MONGOLIA CHINA BHUTAN BANGLADESH MYANMAR LAOS HONG KONG THAILAND CAMBODIA VIETNAM NORTH KOREA SOUTH KOREA TAIWAN PHILIPPINES SIERRA LEONE LIBERIA COTE D' IVOIRE GHANA O NIGERIA ON ER CAM EQ. GUINEA CENTRAL AFRICAN REPUBLIC GABON SOUTH SUDAN ETHIOPIA RWANDA NDA UGA KENYA DR CONGO BURUNDI SOMALIA SRI LANKA BRUNEI M A L AY S I A SINGAPORE INDONESIA TANZANIA TIMOR-LESTE ANGOLA ZAMBIA MALAWI JAPAN PAPUA NEW GUINEA TOG BE O NIN CONGO MADAGA SCAR ZIMBABWE NAMIBIA BOTSWANA MOZAMBIQUE LESOTHO ESWATINI SOUTH AFRICA AUSTRALIA NEW ZEALAND Created with mapchart.net 6 Fazit: Deutschlands Heraus­forderungen und Perspektiven European Hydrogen Bank dienen soll. Die abgeschlossenen Verträge basieren auf einem Preis für die Lieferung an einen Hafen in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland, wo­ durch private Investitionen entlang der gesamten Lieferkette gefördert werden. Die erste Auktion für grünes Ammoniak wurde im November 2022 gestartet, zwei weitere für grünes Methanol und nachhaltigen Flugkraftstoff folgten im Jahr 2023(HINTCO, 2023). Zudem beabsichtigen die deutsche und die niederländische Regierung, mit öffentlichen Mitteln in Höhe von 600 Mio. Euro eine gemeinsame Auktion für Im­ porte von erneuerbarem Wasserstoff ab 2027 über H2Global durchzuführen(Martin, 2023). Trotz ihrer Priorisierung von grünem Wasserstoff hat die Bun­ desregierung auch Kooperationen mit Norwegen und den VAE geschlossen, die den Import von blauem Wasserstoff und dessen Derivaten aus diesen Ländern nach Deutschland ermöglichen sollen(BMWK, 2022; BMWK, 2023e). Der aus Erdgas gewonnene Wasserstoff in Kombination mit CCS gilt als emissionsarm und als Brückentechnologie, um den kurz- bis mittelfristigen Wasserstoffbedarf zu decken, bis rein erneuerbarer Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht. In der Aktualisierung ihrer Wasserstoffstra­ tegie hat die Bundesregierung sich auch für die Entwicklung anspruchsvoller Emissionsstandards für die Herstellung von blauem Wasserstoff ausgesprochen, um eine positive Klima­ bilanz bei der Nutzung des Energieträgers sicherzustellen. Bisher hat Deutschland sich allerdings noch nicht aktiv an der Festlegung von Standards für die Produktion von blauem Wasserstoff beteiligt(Quitzow et al., 2023). Deutschland unterstützt auch eine Reihe weiterer Initiativen zur Förderung von Kapazitätsaufbau und wasserstoffbezo­ gener Investitionen außerhalb der EU, darunter Power-to-X (PtX) Projekte und Wasserstoffprojekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Entwicklungs- und Schwellenlän­ dern(BMWK, 2020). Zusätzlich unterstützt die deutsche Regierung Forschungs- und Innovationskooperationen, um die Entwicklung eines breiteren Wissensstandes und Ex­ pertise in Bezug auf eine zukünftige Wasserstoffwirtschaft voranzutreiben. Die Partnerschaft mit Namibia ist besonders umfangreich und wird mit 40 Mio. Euro von der Bundesre­ gierung unterstützt. Sie fördert die Entwicklung der nationa­ len Wasserstoffstrategie, ein Programm zur Entwicklung der Qualitäts- und Normungsinfrastruktur sowie Stipendienpro­ gramme für namibische Studenten. Darüber hinaus werden vier großangelegte Forschungs- und Demonstrationsprojekte mit insgesamt 30 Mio. Euro gefördert, und der PtX-Hub der GIZ hat den Aufbau von Kapazitäten und den Dialog mit namibischen Entscheidungsträger*innen und Fachleuten unterstützt. Weitere großskalige Forschungs- und Entwick­ lungsprojekte werden in Chile, Australien und Saudi-Arabien vorangetrieben. Die entsprechenden Entwicklungen werden in Deutschland auch von einer kritischen Zivilgesellschaft be­ gleitet, die unter anderem die Berücksichtigung anspruchs­ voller Nachhaltigkeitskriterien bei Wasserstoffimporten einfordert(Bukowski, 2022). Innerhalb der EU hat Deutschland seine Ratspräsidentschaft im Jahr 2020 genutzt, um eine Initiative zur Unterstützung so genannter»wichtiger Projekte von gemeinsamem euro­ päischem Interesse«(IPCEI) zu Wasserstofftechnologien und-systemen anzustoßen. In diesem Rahmen haben die Bundes- und Landesregierungen in Deutschland seitdem 62 Projekte mit einem Fördervolumen von ca. 11 Mrd. Euro be­ willigt. Mit den Nachbarländern Belgien, Dänemark und den Niederlanden unterzeichnete die Bundesregierung zudem im Mai 2022 die»Esbjerg-Erklärung über die Nordsee als grünes Kraftwerk Europas« und verpflichtete sich gemeinsam, bis 2030 65 GW Offshore-Windkraft und 20 GW grüne Wasser­ stoffproduktion in der Nordsee zu entwickeln. Die bilaterale Kooperation mit Ländern in der EU steht noch am Anfang. Die Bundesregierung konzentriert sich derzeit vor allem auf die Entwicklung von Import-Infrastrukturen, zunächst im Nordseeraum(BMWK, 2024a). Insbesondere die Niederlande sind ein wichtiger Partner für Deutschlands Wasserstoffambitionen: Neben der geplanten gemeinsamen Auktion für Importe ab 2027, die über die H2Global Stiftung abgewickelt werden soll, haben beide Länder beschlossen, die Entwicklung und Verknüpfung grenzübergreifender Inf­ rastruktur für den transnationalen Transport von Wasserstoff schneller voranzutreiben(BMWK, 2023f). Auch mit Italien hat die Bundesregierung einen Aktionsplan beschlossen und will in Zukunft näher zusammenarbeiten, um einen Wasser­ stoffimportkorridor von Nordafrika nach Deutschland vor­ anzubringen(BMWK, 2024a). Uneinigkeit bei Themen wie nuklearem Wasserstoff, bei dem vor allem Deutschland und Frankreich verschiedene Meinungen vertreten, sowie der starke Import-Fokus der deutschen Wasserstoffpolitik sind ggf. Gründe für das langsame Anlaufen der Kooperation mit Deutschlands großen Nachbarländern Frankreich und Polen (Bouacida, 2023; Smolen& Zelisko, 2023). Die Christlich-De­ mokratische Union(CDU), die in der derzeitigen Regierung die Opposition bildet, forderte indes bereits stärkere Initiative für eine gemeinsame europäische Wasserstoffpolitik sowie engere Kooperationen mit Ländern wie Frankreich, Polen, Spanien und Portugal(Rottach, 2023). 6 FAZIT: DEUTSCHLANDS HERAUS­ FORDERUNGEN UND PERSPEKTIVEN Die deutsche Wasserstoffstrategie stellt eine breitangelegte Anstrengung zur Förderung einer globalen Wasserstoffwirt­ schaft dar, die sich auf die Dekarbonisierung der bestehen­ den Industrie in Deutschland und die Deckung des künftigen Wasserstoffimportbedarfs konzentriert. Auf der Nachfrage­ seite liegt ein besonderer Fokus auf der Stahlindustrie. Neben finanziellen Anreizen hat die Bundesregierung gemeinsam mit der Stahlindustrie auch einen Standard für kohlenstoff­ armen Stahl eingeführt. Ein wichtiger nächster Schritt wäre die Anwendung dieses Standards zur Förderung von grünem Stahl, beispielsweise über die öffentliche Beschaffung, wie in der Leitmarktstrategie angekündigt. Auch regulatorische Maßnahmen wären denkbar, die einen Anteil grünen Stahl in ausgewählten Nischenmärkten vorgeben könnten. Dies wäre auch ein wichtiger Ansatzpunkt für die internationale Zusammenarbeit mit anderen Vorreiterländern. 7 FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG – Die deutsche Wasserstoff­strategie Ein besonderes Merkmal der deutschen Wasserstoffstrategie ist zudem ihr starker Fokus auf die Entwicklung eines globalen Wasserstoffmarktes(Albrecht et al., 2020). Auch innerhalb der EU hat Deutschland sich für eine ambitionierte Wasser­ stoffpolitik eingesetzt, allerdings sind bilaterale Aktivitäten mit anderen Mitgliedsstaaten noch weniger ausgeprägt. Vor allem mit den großen Nachbarländern Frankreich und Polen wurden noch keine größeren gemeinsamen Vorhaben an­ gestoßen. Insbesondere Frankreich als mögliches Transitland zwischen Deutschland und Spanien spielt für Deutschlands importorientierte Politik jedoch eine potenziell wichtige Rolle. Eine aktivere Abstimmung mit Frankreich, einem weiteren wichtigen EU-Geberland, könnte wichtige Impulse für einen gesamteuropäischen Ansatz in der internationalen Wasserstoffpolitik ergeben. Die internationale Wasserstoffpolitik Deutschlands konzen­ triert sich zudem stark auf die Produktion und den Export von Wasserstoff(und Derivaten wie Ammoniak und synthe­ tischen Kraftstoffen) in Partnerländern zur Nutzung auf dem deutschen Markt. Sie zielt nicht ausdrücklich auf den Aufbau breiterer industrieller Entwicklungspartnerschaften ab. Zwar wird zum Teil auch die lokale Wasserstoffnutzung- bei­ spielsweise in einer Pilotanlage für die Direktreduktion von Eisenerz in Namibia- gefördert, doch der zentrale Fokus liegt auf dem Import von Wasserstoff für die Dekarbonisierung und den Erhalt der etablierten deutschen Industrien sowie der damit verbundenen heimischen Wertschöpfung. Dieser strukturkonservative Ansatz birgt das Risiko, die Politik und Wirtschaft davon abzulenken, breitere industrielle Allianzen über nationale Grenzen hinweg aufzubauen. Letztere sind nicht nur wichtig, um die Führungsrolle und den Einfluss der deutschen und europäischen Industrie in einer kohlen­ stoffneutralen Wirtschaft zu sichern. Sie können auch der Schlüssel sein, um das Interesse potenzieller Wasserstoff­ exporteure, auch innerhalb der EU, aufrechtzuerhalten. Dies würde auch Möglichkeiten für eine aktivere Förderung deutscher und europäischer Standards in neu entstehenden grünen Wertschöpfungsketten bieten. Schließlich stellt das sich verändernde politische Klima in­ nerhalb der EU eine potenzielle Herausforderung für die Zukunft der deutschen Wasserstoffstrategie dar. Grüne Par­ teien haben bei der Europawahl 2024 erhebliche Verluste verzeichnen müssen, während rechts-konservative Parteien als Sieger hervorgingen. Eine Koalition aus der Europäischen Volkspartei(EVP), Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten(S&D), Renew Europe und Grünen würde die Fortsetzung der Klima- und Energieziele und damit auch Deutschlands Wasserstoff-Bestrebungen unterstützen. Eine Beteiligung der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) jedoch würde womöglich zu einer Abschwächung der Klimaziele und Unsicherheiten bei Investitionen führen. In jedem Fall wird es eine wichtige Aufgabe für die Bundes­ regierung sein, ihre europäischen Partner von den Vorteilen einer Wasserstoffwirtschaft für die Entwicklung ihrer Volks­ wirtschaften zu überzeugen und gemeinsame Ansätze für eine entsprechende Förderpolitik zu schaffen. Zentraler Ansatzpunkt dafür wäre die Weiterentwicklung der euro­ päischen Politik zur Finanzierung von Investitionen in die Wasserstoffproduktion und-anwendung, insbesondere in Ländern mit potenziellen Überschüssen bei der Erzeugung erneuerbarer Energie. 8 Fazit: Deutschlands Heraus­forderungen und Perspektiven QUELLENVERZEICHNIS Albrecht, D. U., Bünger, D. U., Michalski, D. J., Raksha, T., Wurster, R.,& Zerhusen, J.(2020). International Hydrogen Strategies. World Energy Council. BDI.(2023).»Nationale Wasserstoffstrategie: Weiterentwicklung dringend erforderlich«, Stellungnahme, März 2023. https://bdi.eu/artikel/news/ nationale-wasserstoffstrategie-weiterentwicklung-dringend-erforderlich BMF.(2021). 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Die soziale Zusammensetzung der Parlamente in fünf OSZE-Ländern Wien, Juni 2022 Carbonnier, Clément; Palier, Bruno Macrons Sozialpolitik Eine Bilanz seiner ersten Amtsperiode Paris, Juni 2022 Kerrouche, Éric Krise der Demokratie Analysen und Antworten der sozialistischen Partei Frankreichs Paris, Juni 2022 Greef, Samuel; Olive, Alain; Pernot, Jean-Marie; Sjölander, Johan; Toscano, Emanuele Rechtsextreme Parteien und sozialer Dialog Herausforderungen für Gewerkschaften in Frankreich, Schweden, Italien und Deutschland Paris, Mai 2022 Schreiber, Benjamin Gewerkschaftsmonitor Frankreich Paris, April 2022 Matonti, Frédérique Der Verfall der politischen Medienberichterstattung (Frankreich vor den Wahlen 2022) Paris, März 2022 Poulain, Sébastien Kein Programm links von der Mitte Öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Frankreich Paris/Bonn, März 2022 Delaporte, Arthur Die Erneuerung der französischen sozialistischen Partei Interne Demokratie und Mobilisierung der Aktivist*innen Paris, März 2022 11 IMPRESSUM ÜBER DIE AUTOREN Rainer Quitzow leitet die Forschungsgruppe Geopolitik der Energie- und Industrietransformation am Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit, Helmholtz-Zentrum Potsdam und ist Honorarprofessor für Nachhaltigkeit und Innovation an der Technischen Universität Berlin. Hannah Lentschig war u. a. als wissenschaftliche Mitarbei­ terin am Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit, Helmholtz-­ Zentrum Potsdam tätig und befasst sich insbesondere mit den Implikationen der deutschen und europäischen Energiepolitik für die internationale Zusammenarbeit. Herausgeberin: Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. Godesberger Allee 149| 53175 Bonn| Deutschland E-Mail: info@fes.de Herausgebende Abteilung: Friedrich-Ebert-Stiftung Paris 41 bis, bd. de la Tour-Maubourg| 75007 Paris| France Verantwortlich: Adrienne Woltersdorf| FES Paris 41 bis, bd. de la Tour-Maubourg| 75007 Paris| France Tel.:+33(0)1 45 55 09 96 https://paris.fes.de/ Das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Frankreich wurde 1985 in Paris eröffnet. Seine Tätigkeit zielt darauf ab, unter­ halb der Ebene des Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen Deutschlands und Frankreichs eine Vermittlerfunktion im deutsch-französischen Verhältnis zu erfüllen. Dabei steht im Mittelpunkt, Entscheidungs­ trägern aus Politik und Verwaltung sowie Akteuren der Zivilgesellschaft Gelegenheit zu geben, sich zu Themen von beiderseitigem Belang auszutauschen und die Probleme und Herausforderungen, die die jeweils andere Seite zu be­ wältigen hat, kennenzulernen. Deutsche und französische Partner der FES können dadurch zu gemeinsamen Positionen insbesondere zur europäischen Integration gelangen und bei der Formulierung von Lösungen für die jeweils eigenen Prob­ leme auf vorhandene Kenntnisse und Erfahrungen des Nach­ barlandes zurückgreifen. Langjährige Veranstaltungsreihen sind die Deutsch-französischen Strategiegespräche(»Cercle stratégique«) über aktuelle außen- und sicherheitspolitischen Themen, Jahreskonferenzen zu aktuellen wirtschaftspoliti­ schen Fragen(»Deutsch-Französischer ­Wirtschaftsdialog«) und das Deutsch-französische Ge­werk­schafts­forum. Kontakt: info.france@fes.de Twittter: @fes_paris Satz: Ludger Stallmeister, Wuppertal Die in dieser Publikation zum Ausdruck gebrachten ­Ansichten sind nicht notwendigerweise die der FriedrichEbert-Stiftung. Eine gewerbliche Nutzung der von der Friedrich-Ebert-­Stiftung(FES) herausgegebenen Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. Publikationen der Friedrich-Ebert-Stiftung dürfen nicht für Wahlkampfzwecke verwendet werden. © 2024 www.fes.de/bibliothek/fes-publikationen