Aiko Wagner Ein Bündnis für wen? Analyse zur potenziellen Wählerschaft des BSW FES diskurs Dezember 2024 Die Friedrich-Ebert-Stiftung Die Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) wurde 1925 gegründet und ist die traditionsreichste politische Stiftung Deutschlands. Dem Vermächtnis ihres Namensgebers ist sie bis heute verpflichtet und setzt sich für die Grundwerte der Sozialen Demokratie ein: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Ideell ist sie der Sozialdemokratie und den freien Gewerkschaften verbunden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung fördert die Soziale Demokratie vor allem durch: – politische Bildungsarbeit zur Stärkung der Zivilgesellschaft; – Politikberatung; – internationale Zusammenarbeit mit Auslandsbüros in über 100 Ländern; – Begabtenförderung; – das kollektive Gedächtnis der Sozialen Demokratie mit u. a. Archiv und Bibliothek. Die Abteilung Analyse, Planung und Beratung der Friedrich-Ebert-Stiftung Die Abteilung Analyse, Planung und Beratung der Friedrich-Ebert-Stiftung versteht sich als Zukunftsradar und Ideenschmiede der Sozialen Demokratie. Sie verknüpft Analyse und Diskussion. Die Abteilung bringt Expertise aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik zusammen. Ihr Ziel ist es, politische und gewerkschaftliche Entscheidungsträger:innen zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu beraten und progressive Impulse in die gesellschaftspolitische Debatte einzubringen. FES diskurs FES diskurse sind umfangreiche Analysen zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Auf Grundlage von empirischen Erkenntnissen sprechen sie wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen für die Politik aus. Über den Autor Aiko Wagner ist DFG-Heisenberg Fellow am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Er forscht zu politischen Einstellungen, Parteiensystemen, Wahlverhalten und politischem Wettbewerb. Für diese Publikation ist in der Friedrich-Ebert-Stiftung verantwortlich Jan Niklas Engels ist Referent für Empirische Sozial- und Trendforschung im Referat Analyse und Planung. Aiko Wagner Ein Bündnis für wen? Analyse zur potenziellen Wählerschaft des BSW 4 1 EINLEITUNG 5 2 DAS BSW-POTENZIAL IM VERGLEICH 8 3 DIE STRUKTUR DES BSW-POTENZIALS 10 4 POTENZIALÜBERSCHNEIDUNGEN – DAS BSW IM WETTBEWERB UM WÄHLER:INNEN 13 5 FAZIT 14 Abbildungsverzeichnis 14 Literatur FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG 3 1 EINLEITUNG Das Anfang 2024 als Partei gegründete„Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit“(BSW) tritt mit klaren Ansprüchen in den Parteienwettbewerb ein: Es möchte jenen Wähler:innen eine politische Heimat bieten, die sich bislang von keiner Partei repräsentiert fühlten. Neben dieser Mobilisierung von Nichtwähler:innen will und könnte das Bündnis auch in Konkurrenz zu den bestehenden Parteien treten(Wurthmann/Gerrits 2024). Naheliegend ist dies bei der Linken(vgl. Emmler/Seikel 2024), aus der ein Großteil der BSW-Parteiprominenz stammt – allen voran die Namensgeberin. Mit ihrem sozialpolitisch eher linken Profil und einem gesellschaftspolitisch rechten Kurs könnte die Partei jedoch auch für Wähler:innen der SPD attraktiv sein und diese besonders in ihrer traditionellen Arbeiter:innen-Klientel unter Druck setzen. Gleichzeitig wird Wagenknecht unterstellt, vor allem die Union im Blick zu haben: Bernd Ulrich vermutet auf Zeit Online, Wagenknecht wolle„die CDU spalten“ (Ulrich 2024), Simone Schmollack von der taz meint gar, sie wolle„die CDU von innen heraus zerstören“. Durch einen im Vergleich zur Merz-CDU weniger wirtschaftsliberalen, mittelstandsorientierten Kurs, der zugleich die soziokulturell konservativ eingestellten CDU-Wähler:innen nicht verschreckt, erscheint dies nicht unplausibel. Ein selbst gestecktes Ziel des BSW ist es zudem, die Wahlerfolge der AfD zu stoppen. Durch inhaltliche Überschneidungen in migrationspolitischen und außenpolitischen Fragen könnte das BSW Wähler:innen anziehen(Jandura et al. 2024; S. Wagner et al. 2023), die sich eine weniger radikale bzw. keine extremistische Alternative wünschen. Zudem scheint das BSW in ähnlichem Maße populistisch zu sein (Thomeczek 2024). Die Frage, ob es„Platz für die Wagenknecht-Partei“ (Wurth­mann/Gerrits 2024) gibt, kann daher umformuliert werden in: Wem nimmt die Partei BSW potenziell Stimmen ab? Diese Frage soll in der vorliegenden Studie in drei Schritten beantwortet werden. Erstens: Welches Wähler:innenpotenzial hat das BSW? Dabei geht es weniger um das tatsächliche Wahlverhalten bei Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern oder bei der Europawahl 2024 und auch nicht nur um die aktuellen Sonntagsfragen. Vielmehr steht die im Zeitverlauf vermutlich stabilere Neigung, das BSW in Zukunft einmal zu wählen – das Potenzial der Partei – im Mittelpunkt. Wir werden aber auch analysieren, wie gut es gelingt, dieses Potenzial auszuschöpfen und welche Wachstumschancen noch bestehen. Zweitens wollen wir analysieren, wo das BSW-Potenzial soziodemografisch und sozialstrukturell zu verorten ist und ob es in bestimmten Teilen der Gesellschaft bereits Hochburgen gibt, in denen die junge Partei eine Stammwählerschaft auszubilden beginnt. Drittens werfen wir einen Blick auf die Konkurrenzsituation und fragen, mit welchen anderen Parteien das BSW sein Wähler:innenpotenzial teilt, wem das Bündnis elektoral gefährlich werden kann – aber auch, welche anderen Parteien dem BSW Stimmen abnehmen können. Grundlage der Analyse ist die Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel„Welche Träume bewegen Deutschland?“, für die pollytix strategic research im Jahr 2024 zwischen dem 13. August und dem 4. September 4.028 Personen befragt hat. 4 EIN BÜNDNIS FÜR WEN?  DEZEMBER 2024  FES diskurs 2 DAS BSW-POTENZIAL IM VERGLEICH Die Partei- bzw. Wähler:innenpotenziale werden im Folgenden auf der Basis sogenannter„Propensity to Vote“Fragebogeninstrumente(PTV) ermittelt. Diese PTVs messen die Neigungen bzw. Wahrscheinlichkeiten einer Person, in Zukunft verschiedene Parteien zu wählen. Diese Wahlwahrscheinlichkeiten werden auf einer Skala von 0 (sehr unwahrscheinlich) bis 10(sehr wahrscheinlich) für alle relevanten Parteien ermittelt. Wie in anderen FES-Studien(siehe z. B. Wagner 2024) gelten Personen, die für eine Partei Werte oberhalb des Neutralpunktes angegeben haben, als potenzielle Wähler:innen der jeweiligen Partei. So gemessen liegt das Potenzial des BSW bei 21 Prozent. Andere Studien kommen zu ähnlichen Werten, wenn auch mit einer anderen Messmethode(vgl. Jandura et al. 2024). Mit 46 Prozent schließt fast die Hälfte der Befragten eine zukünftige Wahl des BSW aus. Abbildung 1 zeigt die Verteilung der PTV-Werte für das BSW, Abbildung 2 für die anderen bundesweit relevanten Parteien. Mit knapp über 20 Prozent ist das Potenzial des BSW damit vergleichbar mit dem der Grünen und der AfD und größer als das der Linken und der FDP, aber deutlich kleiner als das der CDU/CSU und der SPD. Die völlige Ablehnung(Wert 0 auf der Skala) ist beim BSW deutlich geringer als bei der AfD, bei der fast zwei Drittel für sich ausschließen, die Partei zu wählen. Auch die Wahl der Linken und der Grünen wird von mehr Personen ausgeschlossen als die zukünftige Wahl des BSW – der neue Konkurrent scheint die Bevölkerung nicht übermäßig zu polarisieren. Rund neun Prozent der Befragten geben mit der Mittelkategorie eine unentschiedene Aussage ab – sie tendieren weder zur Wahl des BSW noch sind sie abgeneigt. Auch mit diesem Wert liegt das BSW im Mittelfeld der Parteien. Bei FDP und Union sind es jeweils zehn Prozent, bei der SPD elf Prozent, bei der Linken sieben Prozent, bei den Grünen sechs Prozent und bei der AfD vier Prozent. Auch trauen sich die meisten Befragten durchaus ein Urteil zu, das Wahlneigung für das BSW Abb. 1 Es gibt eine Reihe von politischen Parteien in Deutschland. Jede davon würde gern Ihre Stimme bekommen. Geben Sie bitte für jede der folgenden Parteien anhand einer Skala von 0 bis 10 an, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie diese Partei jemals bei einer Bundestagswahl wählen werden. 0 steht dabei für„sehr unwahrscheinlich“ und 10 für„sehr wahrscheinlich“. ABNEIGUNG ZUSTIMMUNG 50 46 40 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 sehr unwahrscheinlich (unentschieden) sehr wahrscheinlich Angaben in Prozent 30 21 20 10 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Quelle:„Welche Träume bewegen Deutschland?“ pollytix strategic research/Friedrich-Ebert-Stiftung. FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG 5 BSW scheint keineswegs so unbekannt zu sein, dass sich eine relevante Anzahl nicht zu einer validen Antwort in der Lage sieht. Weniger als zwei Prozent wollten oder konnten keine Antwort geben(bei allen anderen Parteien liegt der Wert bei jeweils einem Prozent). Das BSW ist also in der Bevölkerung durchaus bekannt, polarisiert wenig und hat ein ähnlich großes Wähler:innenpotenzial wie die Grünen und die AfD. Wahlneigung für Union, SPD, Grüne, FDP, Linke und AfD Abb. 2 Es gibt eine Reihe von politischen Parteien in Deutschland. Jede davon würde gern Ihre Stimme bekommen. Geben Sie bitte für jede der folgenden Parteien anhand einer Skala von 0 bis 10 an, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie diese Partei jemals bei einer Bundestagswahl wählen werden. 0 steht dabei für„sehr unwahrscheinlich“ und 10 für„sehr wahrscheinlich“. ABNEIGUNG ZUSTIMMUNG 75 50 31 25 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 sehr unwahrscheinlich (unentschieden) SPD 32 75 50 25 25 sehr wahrscheinlich Angaben in Prozent CDU/CSU 42 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 75 50 50 Grüne 25 22 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 75 64 50 AfD 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 75 50 43 FDP 25 16 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 75 53 50 Linke 25 21 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 25 13 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Quelle:„Welche Träume bewegen Deutschland?“ pollytix strategic research/Friedrich-Ebert-Stiftung. 6 EIN BÜNDNIS FÜR WEN?  DEZEMBER 2024  FES diskurs Nun ist die reine Größe eines Potenzials im hier verstandenen Sinne der zukünftig möglichen Stimmen eine Sache, die Ausschöpfung, das heißt die Umsetzung von potenziellen in tatsächliche Stimmen, eine andere. Selbst Parteien mit gleich großen Potenzialen können zu konkreten Zeitpunkten bei einzelnen Wahlen sehr unterschiedlich abschneiden. So hatte beispielsweise die SPD bei den Bundestagswahlen 1998 und 2017 jeweils ein ähnlich großes Potenzial, erzielte aber bekanntlich sehr unterschiedliche Ergebnisse(vgl. Wagner/Faas 2022). Daher wollen wir nun den Blick auf die Ausschöpfung des Potenzials richten und fragen, wie viel Prozent der potenziellen Wähler:innen bei der Sonntagsfrage dann auch angegeben haben, der Partei ihre Stimme zu geben. Eine Gegenüberstellung findet sich in Abbildung 3. Links sind die Potenziale der Parteien dargestellt, rechts die Ausschöpfung. Demnach haben die Unionsparteien mit 42 Prozent das größte Wähler:innenpotenzial, gefolgt von der SPD mit(im Zeitvergleich sehr geringen) 32 Prozent. Die Potenziale von Grünen, BSW und AfD liegen nahe beieinander, die der FDP mit 17 Prozent und der Linken mit 13 Prozent deutlich darunter. Die Ausschöpfung unterscheidet sich erheblich zwischen den Parteien. Spitzenreiter ist die AfD mit 69 Prozent. Das bedeutet, dass von allen Befragten, die sich vorstellen können, in Zukunft einmal die AfD zu wählen, mehr als zwei Drittel die AfD auch in der Sonntagsfrage als ihre Partei genannt haben. An zweiter Stelle liegen CDU/CSU mit 60 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 46 Prozent und der SPD mit 43 Prozent. Das BSW liegt mit 40 Prozent etwas darunter. Deutlich schlechter gelingt es der FDP und der Linken, ihr Potenzial auszuschöpfen. Dies bedeutet zugleich, dass auch die kurzfristigen Chancen der Parteien, im Wahlkampf Stimmen zu gewinnen, unterschiedlich verteilt sind. Wenn eine Partei bereits einen Großteil der potenziellen Wähler:innen für sich überzeugen kann, ist es unwahrscheinlicher, innerhalb weniger Wochen und Monate ein großes Stimmanteilswachstum zu generieren. Das BSW hat in dieser Interpretation also noch weiteres Wachstumspotenzial. Wie wahrscheinlich dies ist, hängt allerdings auch von der konkreten Konkurrenzsituation ab, das heißt von den Überschneidungen der Parteipotenziale(siehe unten). Parteipotenziale und Ausschöpfung Parteipotenziale 75 Ausschöpfung bezogen auf das Potenzial 75 Abb. 3 Angaben in Prozent 50 50 25 42 32 23 21 21 17 13 0 CDU/ CSU SPD Grüne BSW AfD FDP Linke 69 60 25 43 46 40 27 24 0 CDU/ CSU SPD Grüne BSW AfD FDP Linke Quelle:„Welche Träume bewegen Deutschland?“ pollytix strategic research/Friedrich-Ebert-Stiftung. FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG 7 3 DIE STRUKTUR DES BSW-POTENZIALS Wie verteilt sich das Potenzial des BSW in der Gesellschaft? Gibt es Bevölkerungsgruppen, die der neuen Partei stärker zuneigen als andere? Und wo gelingt es dem BSW besser, dieses Potenzial in Wähler:innenstimmen umzusetzen? Bisherige Analysen des BSW-Potenzials haben sich u. a. auf Bildungsabschlüsse, Alter und Geschlecht sowie den Ost-West-Unterschied konzentriert(S. Wagner et al. 2023; Jandura et al. 2024). Wir wollen diese Perspektive hier noch etwas erweitern und fragen nach einem soziodemografischen und sozialstrukturellen Profil anhand von sieben Faktoren. Dazu betrachten wir Alter, Geschlecht, Migrationsgeschichte, Region sowie Bildung, Einkommen und Berufsklassen und fragen zunächst, wo die Potenziale größer oder kleiner sind und wo die Ausschöpfung der Potenziale besser oder schlechter gelingt. Abbildung 4 gibt einen Überblick über die Verteilungen. Die blauen Balken geben die Größe des Potenzials in den jeweiligen Gruppen wieder, die roten Balken die Ausschöpfung bezogen auf dieses Potenzial. 1 Es zeigen sich nur geringe Potenzialunterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei den 30- bis 50-Jährigen sind es 24 Prozent, bei den über 70-Jährigen 18 Prozent. Allerdings gelingt die Ausschöpfung bei den älteren Bürger:innen mit fast 50 Prozent deutlich besser. Unterschiede zeigen sich auch hinsichtlich des Geschlechts der Befragten. Bei den Frauen ist das Potenzial etwas größer, und auch die Ausschöpfung gelingt hier besser. Die Migrationsgeschichte – hier gemessen als Geburtsort der Befragten oder mindestens eines Elternteils außerhalb Deutschlands – hat keinen Einfluss auf die Potenzialwahrscheinlichkeit oder die Ausschöpfungsquote. Anders verhält es sich mit dem Ost-West-Unterschied(Berlin ist hier ausgenommen): In den ostdeutschen Bundesländern ist das Potenzial mit 35 Prozent fast doppelt so hoch wie in den westdeutschen Bundesländern(19 Prozent). Damit ist das BSW knapp hinter der CDU die Partei mit dem zweitgrößten Wähler:innenpotenzial in Ostdeutschland, und die Ost-WestDifferenz des BSW-Potenzials übertrifft die Unterschiede bei AfD und Linke, die bisher als Parteien mit besonderer Stärke im Osten beschrieben wurden. Auch wird das BSWPotenzial im Osten besser ausgeschöpft. Die formale Bildung bedeutet keinen belastbaren Unterschied für das Potenzial, die Unterschiede im Haushaltseinkommen sind ebenfalls vernachlässigbar bzw. statistisch nicht belastbar. Auch ein ausgeprägtes Berufsklassenprofil ist nicht zu erkennen. Differenziert man die Berufsklassen nach dem Schema von Daniel Oesch(vgl. Wagner 2024), so zeigt sich mit 18 Prozent ein geringeres Potenzial bei Menschen in soziokulturellen Berufen(z. B. Lehrer:innen und Erzieher:innen, wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, Pflegekräfte, Sozialarbeiter:innen) im Vergleich zu den sogenannten technischen(Semi-)Expert:innen wie Ingenieur:innen, Informatiker:innen und Techniker:innen(25 Prozent). Allerdings sind die Unterschiede substanziell eher gering. Zudem gelingt es dem BSW am wenigsten, das Wähler:innenpotenzial bei den Beschäftigten in diesen technischen Arbeitslogiken auszuschöpfen. 2 Diese Faktoren sind jedoch nicht unabhängig vonei­ nander. Ältere Menschen haben im Durchschnitt ein niedrigeres Bildungsniveau, im Osten leben weniger Menschen mit Migrationsgeschichte, die verschiedenen Berufsklassen haben ein deutlich unterschiedliches Einkommensniveau etc. Daher wurden multivariate logistische Regressionen geschätzt, mit denen der Effekt jedes einzelnen Faktors unter Kontrolle der Effekte der anderen Faktoren bestimmt werden kann. Es zeigt sich dann, dass das BSW-Potenzial statistisch signifikant höher ist bei(1) den 30- bis 50-Jährigen im Vergleich zu den über 70-Jährigen,(2) Frauen im Vergleich zu Männern,(3) technischen(Semi-)Expert:innen im Vergleich zu soziokulturellen(Semi-)Expert:innen und(4) im Osten im Vergleich zum Westen. Substanziell relevant ist der Unterschied allerdings nur zwischen Ost und West, die anderen Unterschiede bewegen sich im Bereich von fünf bis neun Prozentpunkten. Bildung, Einkommen und Migrationsgeschichte spielen im multivariaten Modell keine Rolle. Für die Ausschöpfung finden sich im multivariaten Modell nur für das Alter überzufällige Unterschiede – bei den Älteren gelingt die Ausschöpfung besser. Das Wähler:innenpotenzial des BSW erscheint damit weitgehend konturlos. Hinsichtlich der meisten soziodemografischen und sozialstrukturellen Faktoren lässt sich kein spezifisches Profil des BSW erkennen. Die auffälligste Ausnahme ist das Ost-West-Gefälle. Allerdings ist das BSW-Potenzial keineswegs dominant ostdeutsch. Zwar ist das Potenzial in den ostdeutschen Bundesländern größer, aber da die westdeutschen Bundesländer wesentlich bevölkerungsreicher sind, liegen immer noch über 70 Prozent des BSW-Potenzials im Westen. 1  Im Folgenden werden nur statistisch signifikante(p< 0.01) bivariate Unterschiede berichtet. 2  Für die achte Berufsklasse der freien Berufe und(Groß-)Unternehmer:innen liegen zu wenige Befragungsfälle vor, um diese in der Analyse zu berücksichtigen. Auch muss darauf hingewiesen werden, dass unter den Kleingewerbetreibenden und Soloselbstständigen sich lediglich 20 potenzielle BSW-Wähler:innen befinden, weshalb die hohe Ausschöpfung nicht belastbar zu interpretieren ist. 8 EIN BÜNDNIS FÜR WEN?  DEZEMBER 2024  FES diskurs Parteipotenziale und Ausschöpfung des BSW Angaben in Prozent 0 Altersgruppen 18–30 30–50 50–70 70+ Geschlecht weiblich männlich Migrationsgeschichte nein ja Ost& West West Ost Bildung Hauptschule mittlere Reife/POS (Fach-)Abitur Haushaltseinkommen unter 2.000 2.000–3.000 über 3.000 Berufsklassen soziokulturelle Professionen Dienstleistungsarbeiter:innen technische Professionen Produktionsarbeiter:innen Manager:innen Büroangestellte Kleinunternehmer:innen 25 50 BSW-Potenzial Ausschöpfung Quelle:„Welche Träume bewegen Deutschland?“ pollytix strategic research/Friedrich-Ebert-Stiftung. Abb. 4 75 FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG 9 4 POTENZIALÜBERSCHNEIDUNGEN – DAS BSW IM WETTBEWERB UM WÄHLER:INNEN Bereits die einfache Addition der Parteipotenziale aus den Abbildungen 1 und 2 macht deutlich, dass es einige Potenzialüberschneidungen geben muss – viele Menschen sind gleichzeitig potenzielle Wähler:innen mehrerer Parteien. Es gibt aber auch Personen, die bei zukünftigen Wahlen nur genau eine Partei wählen wollen und alle anderen Parteien ausschließen. So lassen sich die Parteipotenziale differenzieren in einen umkämpften Teil, in dem die potenziellen Wähler:innen einer Partei auch für andere Parteien offen sind, und einen nicht umkämpften Teil des Potenzials, der nur der jeweiligen Partei zuneigt(„unique support“). Wie Abbildung 5 zeigt, unterscheidet sich die Wettbewerbssituation zwischen den Parteien auch in dieser Hinsicht deutlich. Bei der CDU/CSU kann mit über 14 Prozentpunkten ein Drittel des Potenzials als unumkämpft gelten, bei der AfD sind es mit über acht Prozentpunkten sogar fast 40 Prozent der potenziellen Wähler:innen, für die überhaupt keine andere Partei infrage kommt. Auf der anderen Seite haben FDP und Linke mit jeweils 1,5 Prozentpunkten und damit neun bzw. zwölf Prozent ihres Gesamtpotenzials nur ein sehr kleines Potenzial für sich allein. Das BSW konnte bereits vor seinem ersten Parteigeburtstag ein alleiniges Potenzial von vier Prozentpunkten aufbauen(vergleichbar mit der gegenwärtigen Lage bei den Grünen). Anteilig ist die Situation des BSW, bei dem knapp ein Fünftel des Gesamtpotenzials ausschließlich dem Bündnis zuneigt, in etwa so wie bei der SPD. Während dieser nicht umkämpfte Teil des Wähler:innenpotenzials als Rückgrat der elektoralen Stärke einer Partei verstanden werden kann, sind die umkämpften Teile für die Betrachtung des politischen Wettbewerbs von besonderem Interesse. Mit welchen Parteien hat das BSW die größten potenziellen Schnittmengen? Dazu können wir zwei unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Zuerst blicken wir auf die Wähler:innenpotenziale der anderen Parteien und fragen, wie viele der potenziellen Wähler:innen Umkämpftes und unumkämpftes Wähler:innenpotenzial der Parteien Abb. 5 50 Angaben in Prozent 25 0 CDU/CSU SPD Grüne BSW AfD FDP umkämpft unique Quelle:„Welche Träume bewegen Deutschland?“ pollytix strategic research/Friedrich-Ebert-Stiftung. Linke 10 EIN BÜNDNIS FÜR WEN?  DEZEMBER 2024  FES diskurs Potenzialüberschneidungen BSW-Potenziale innerhalb: 0 25 in Prozent 50 Linke 42 AfD 35 FDP 20 SPD 18 CDU/CSU 18 Grüne 13 Parteipotenziale innerhalb des BSW-Potenzials 0 25 Abb. 6 in Prozent 50 CDU/CSU 35 AfD 34 SPD 27 Linke 25 FDP 16 Grüne 13 Quelle:„Welche Träume bewegen Deutschland?“ pollytix strategic research/Friedrich-Ebert-Stiftung. einer Partei sich auch vorstellen können, einmal für das BSW zu votieren. Es ergibt sich folgendes Bild(siehe Abbildung 6, links): 42 Prozent der potenziellen Linken-Wähler:innen sind zugleich auch potenzielle BSW-Wähler:innen. Damit stellt das BSW für die Linke die größte elektorale Herausforderung dar. An zweiter Stelle folgt die AfD mit 35 Prozent. Über ein Drittel derer, die als potenzielle Wähler:innen der Rechtspopulist:innen gelten können, können sich zugleich vorstellen, zukünftig einmal für das BSW zu stimmen. Damit ist das BSW noch vor der CDU/ CSU die größte elektorale Bedrohung für die AfD, größer als jede andere Partei(vgl. auch Franzmann et al. 2024). Innerhalb des FDP-Potenzials finden sich noch knapp 20 Prozent, die auch zum BSW-Potenzial gehören – ein hoher Wert vor dem Hintergrund der unterschiedlichen politischen Ausrichtungen der Parteien(vgl. Wagner 2023). Für SPD und Union liegen die Werte bei 18 Prozent, für die Grünen nur bei 13 Prozent. Das BSW scheint also in allen politischen Lagern attraktiv zu sein, wenn auch mit deutlichen Abstufungen. Diese Perspektive lässt sich natürlich auch umkehren (Abbildung 6, rechts). Wir fragen hier, für wen sich die potenziellen BSW-Wähler:innen ebenfalls begeistern könnten. Wie oben beschrieben(Abbildung 5), sind immerhin über 80 Prozent des BSW-Potenzials auch für andere Parteien offen. Spitzenreiter ist hier die CDU/CSU: Für 35 Prozent der potenziellen BSW-Wähler:innen kommt eine Stimmabgabe für die Unionsparteien ebenfalls infrage. Kaum geringer ist allerdings der Anteil derer im BSW-Potenzial, die sich auch für die AfD erwärmen können(34 Prozent). SPD und Linke folgen mit 27 bzw. 25 Prozent auf den Plätzen drei und vier. Mit der FDP(16 Prozent) und den Grünen(13 Prozent) überschneidet sich das BSW-Potenzial nur geringfügig. Diese insgesamt recht große Offenheit gegenüber anderen Parteien erklärt auch, warum das BSW bei der Ausschöpfung seines Potenzials nur an fünfter Stelle liegt. Zusammenfassend sind drei Punkte dieser Analysen der Potenzialüberschneidungen hervorzuheben. Erstens ist die Konkurrenz des BSW zu Union und SPD asymme­ trisch. Ein größerer Teil des BSW-Potenzials ist für die Volksparteien offen als umgekehrt innerhalb der Volksparteienpotenziale für das BSW offen sind. Asymmetrisch ist, zweitens, auch die Konkurrenzsituation zwischen dem BSW und der Linken. Während nur ein Viertel des BSWPotenzials auch für die Herkunftspartei der BSW-Führung offen ist, können sich über 40 Prozent der potenziellen Linken-Wähler:innen auch eine Stimmabgabe für das BSW vorstellen. Drittens konkurriert das BSW mit der AfD symmetrisch und auf Augenhöhe: Jeweils mehr als ein Drittel des Potenzials der einen Partei ist auch Teil des Potenzials der anderen Partei. Hier gibt es also große Schnittmengen. FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG 11 Motiviert durch diese festgestellte Konkurrenz zur AfD wollen wir in einem letzten Schritt die Überschneidungen des BSW-Potenzials mit dem der AfD anhand von Abbildung 7 genauer betrachten. Jede Person lässt sich einer von sieben Gruppen zuordnen. Die erste Gruppe sind diejenigen Bürger:innen, die für sich eine zukünftige Stimmabgabe sowohl für das BSW als auch für die AfD ausschließen, also weder dem AfD- noch dem BSW-Potenzial zuzurechnen sind. Mit 65 Prozent sind dies fast zwei Drittel aller Befragten. Die verbleibenden 35 Prozent sind dem AfDund/oder dem BSW-Potenzial zuzuordnen. Wie Abbildung 5 bereits zeigt, sind acht Prozent nur dem AfD-Potenzial und vier Prozent nur dem BSW-Potenzial zuzuordnen – für sie kommt kurzfristig jeweils keine andere Partei infrage. Weitere vier Prozent der Befragten sind sowohl im AfD- als auch im BSW-Potenzial verortet, aber in keinem anderen. Diese Bürger:innen entscheiden sich zwischen den populistischen Parteien, die etablierten Parteien schließen sie für sich aus. Weitere vier Prozent verorten sich neben dem AfDund dem BSW-Potenzial in mindestens einem weiteren Parteipotenzial, mit Abstand am häufigsten in dem der Unionsparteien. Fünf Prozent sind potenzielle AfD-Wähler:innen und zugleich potenzielle Wähler:innen mindestens einer anderen Partei, aber nicht des BSW. Diese entscheiden sich zwischen der AfD und wiederum am häufigsten der CDU/CSU. Doppelt so viele, nämlich zehn Prozent, sind potenzielle BSW-Wähler:innen und zugleich potenzielle Wähler:innen mindestens einer anderen Partei, aber nicht der AfD. Für sie kommen neben dem BSW vor allem SPD, CDU/CSU und/oder die Linke infrage. Das BSW-Potenzial ist damit zwar zwischen der AfD und den anderen Parteien verortet, aber dieser letzte Unterschied von fünf zu zehn Prozent verdeutlicht noch einmal die insgesamt etwas stärkere Neigung des BSW-Potenzials zu den demokratischen Parteien. BSW- und AfD-Potenzial BSW und AfD im Wettbewerb – Potenzialverteilung 0 nur AfD 8 AfD+ X, kein BSW 5 nur AfD+ BSW 4 AfD+ BSW+ X 4 BSW+ X, kein AfD 10 nur BSW 4 weder AfD noch BSW 25 65 Abb. 7 50 Angaben in Prozent 75 Quelle:„Welche Träume bewegen Deutschland?“ pollytix strategic research/Friedrich-Ebert-Stiftung. 12 EIN BÜNDNIS FÜR WEN?  DEZEMBER 2024  FES diskurs 5 FAZIT Das bis auf den Ost-West-Unterschied soziodemografisch wenig profilierte Wähler:innenpotenzial des BSW ist vergleichbar groß wie das der Grünen und der AfD, die Konkurrenzsituation ist jedoch völlig unterschiedlich. Zwar ist die Ausschöpfung – also die Gewinnung von Wähler:innenstimmen aus diesem Potenzial – beim BSW fast auf dem Niveau der Grünen, aber weit unter dem der AfD. Das BSW-Potenzial ist gegenüber anderen Parteien deutlich weniger verschlossen. Viele der potenziellen BSW-Wähler:innen sind für eine Vielzahl von Parteien offen, während nur ein kleiner Teil des BSW-Potenzials seine parteipolitische Heimat(nur) beim BSW findet. Andere tendieren zu den Rechtspopulist:innen, wieder andere lehnen diese ab. Hinsichtlich der Potenzialüberschneidungen ist das BSW einerseits die größte Herausforderung für die AfD, andererseits neigen die potenziellen BSW-Wähler:innen zusammengenommen stärker zu anderen Parteien als der AfD. In den letzten Jahren war der Wähler:innenmarkt in der Bundesrepublik stark segmentiert – zwischen der AfD auf der einen und allen anderen Parteien auf der anderen Seite. Der Wettbewerb um Stimmen zwischen beiden Segmenten kam weitgehend zum Erliegen. Dies könnte sich durch das BSW ändern. Dem BSW käme dann in seiner Attraktivität für Wähler:innen fast aller Parteien eine Scharnierfunktion zu. Es wirkte einerseits als Auffangbecken für enttäuschte, unzufriedene, sich wenig repräsentiert fühlende und populistisch eingestellte, aber der repräsentativen Demokratie grundsätzlich zugeneigte Bürger:innen. Andererseits wäre es auch eine Alternative für jene AfD-Sympathisant:innen, denen beispielsweise die AfD zu weit rechts steht. Neben diese optimistische Perspektive kann jedoch auch eine pessimistische gestellt werden. Danach bliebe das BSW nicht nur auf Bundesebene nicht koalitionsfähig und würde durch die mit seiner Etablierung einhergehende Fragmentierung die Bildung von Mehrheitskoalitionen zunehmend erschweren. Darüber hinaus würden auch populistische Positionen weiteren Auftrieb und parlamentarische Repräsentanz erhalten. Neben eine unkonstruktive Rechtspartei würde eine ebenfalls wenig konstruktive linksautoritäre Partei treten, deren elektorale Attraktivität nicht zuletzt darin bestünde, die repräsentative, pluralistische und rechtsstaatlich verfasste Demokratie und ihre Repräsentant:innen anzugreifen, ohne konkrete Verbesserungsvorschläge einzubringen. Die aus den neuen Kräfteverhältnissen resultierende Notwendigkeit für die anderen Parteien, schwierige Koalitionsmodelle zu bilden, wäre dann Wasser auf die Mühlen derer, die das Funktionieren der Demokratie infrage stellen. Für die Struktur und Qualität des demokratischen politischen Wettbewerbs in Deutschland ist es daher von großer Bedeutung, welchen Weg das BSW einschlägt und in welche der möglichen Richtungen das BSW-Potenzial letztlich stärker tendiert. FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG 13 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 5 Abbildung 1 Wahlneigung für das BSW 6 Abbildung 2 Wahlneigung für Union, SPD, Grüne, FDP, Linke und AfD 7 Abbildung 3 Parteipotenziale und Ausschöpfung 9 Abbildung 4 Parteipotenziale und Ausschöpfung des BSW 10 Abbildung 5 Umkämpftes und unumkämpftes Wähler:innenpotenzial der Parteien 11 Abbildung 6 Potenzialüberschneidungen 12 Abbildung 7 BSW- und AfD-Potenzial LITERATUR Emmler, H.; Seikel, D. 2024: Wer wählt„Bündnis Sahra Wagenknecht“? Aktuelle Erkenntnisse über die BSW-Wahlbereitschaft aus der WSI-Erwerbspersonenbefragung(No. 94), WSI Report. Franzmann, S. T.; Kasten, N.; Hensel, A. 2024:(K)ein Lückenfüller? Zu Profil und Programm der neuen Partei Bündnis Sahra Wagenknecht(BSW), Demokratie-Dialog 14. Jandura, O.; Marcinkowski, F.; Anicker, F. 2024: Außerhalb gewohnter Pfade: Wer zählt zum Wählerpotential des Bündnis Sahra Wagenknecht(BSW)?, in: Zeitschrift für Parteienwissenschaften 3, S. 288–303. Thomeczek, J. 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Das Bündnis Sahra Wagenknecht im Parteienwettbewerb FES impuls Dezember 2023 Volltexte und weitere Publikationen der Friedrich-Ebert-Stiftung unter www.fes.de/publikationen Impressum © 2024 Friedrich-Ebert-Stiftung Herausgeberin: Abteilung Analyse, Planung und Beratung Godesberger Allee 149, 53175 Bonn Fax 0228 883 9205 www.fes.de/apb apb-publikation@fes.de ISBN: 978-3-98628-657-6 Titelbild: picture alliance/ Shotshop| Bassi Gestaltungskonzept: www.leitwerk.com Umsetzung / Satz: Bergsee, blau Druck: Hausdruckerei Bonn, Friedrich-Ebert-Stiftung Die in dieser Publikation zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind nicht notwendigerweise die der Friedrich-Ebert-Stiftung. Eine gewerbliche Nutzung der von der FES herausgegebenen Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. Publikationen der Friedrich-Ebert-Stiftung dürfen nicht für Wahlkampfzwecke verwendet werden. Der dieser Studie zu Grunde liegende Datensatz wird nach Abschluss der Auswertungen, sofern vertragliche Regelungen oder interne Richtlinien der Friedrich-Ebert-Stiftung dem nicht entgegenstehen, im Archiv der sozialen Demokratie veröffentlicht. Forschungsdaten veröffentlichen wir unter https://collections.fes.de. Die Studie untersucht das Wähler:innenpotenzial des neu gegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht(BSW) und vergleicht es mit dem anderer Parteien. Zusätzlich analysiert sie, welche soziodemografischen und sozialstrukturellen Merkmale die potenzielle Wählerschaft prägen und ob das BSW bereits in bestimmten Gesellschaftsgruppen Hochburgen oder erste Stammwähler:innen ausbildet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Konkurrenzsituation zu anderen politischen Parteien: Mit welchen Parteien teilt das BSW sein Potenzial, welche könnte es gefährden und welche Partei könnte dem Bündnis selbst Stimmen abjagen? Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Chancen der jungen Partei, sich im politischen Wettbewerb zu behaupten, und werfen ein Licht auf ihre mögliche Rolle in der deutschen Parteienlandschaft. ISBN: 978-3-98628-657-6