STUDIE Adam Roževič Juni 2025 Die Zukunft der NATO Verteidigung, Entschlossenheit und Widerstand gegen Russland: Litauen geht voran Impressum Herausgeberin Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Godesberger Allee 149 53175 Bonn info@fes.de Herausgebende Abteilung Internationale Zusammenarbeit| Referat Globale und Europäische Politik Inhaltliche Verantwortung und Redaktion Peer Teschendorf| Europäische Außen- und Sicherheitspolitik peer.teschendorf@fes.de Übersetzung Klaus Sticker Design/Layout pertext| corporate publishing www.pertext.de Coverbild picture alliance/ ASSOCIATED PRESS| Uncredited Die in dieser Publikation zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind nicht notwendigerweise die der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.(FES). Eine gewerbliche Nutzung der von der FES heraus­gegebenen ­Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. ­Publikationen der FES dürfen nicht für Wahlkampfzwecke verwendet werden. Juni 2025 © Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Weitere Publikationen der Friedrich-Ebert-Stiftung finden Sie hier: ↗ www.fes.de/publikationen Adam Roževič Juni 2025 Die Zukunft der NATO Verteidigung, Entschlossenheit und Widerstand gegen Russland: Litauen geht voran Inhalt Einführung und historischer Hintergrund ...............................  3 Russland als existenzielle Bedrohung.................................  3 Reaktion auf Russland.............................................  5 China – Risiken und Bedrohungen ....................................  6 Die Zukunft der Ukraine liegt so oder so in der NATO...................  8 Die Zukunft der NATO und der nuklearen Bewaffnung ...................  9 Literatur ........................................................  11 Einführung und historischer Hintergrund Die Außen- und Sicherheitspolitik Litauens ist maßgeblich von den historischen Erfahrungen des Landes beeinflusst. Eben diese Erfahrungen sind der Grund, weshalb die NATO eine zentrale Rolle für seine nationale Sicherheit spielt. Die Beziehungen zwischen Litauen und Russland sind historisch belastet – nämlich seit dem 15. Jahrhundert ge prägt von zahlreichen teils jahrzehntelangen Kriegen. Mit der Verschärfung der russischen Expansionspolitik verlor Litauen im Jahr 1795 seine Unabhängigkeit. Erst 123 Jahre später, im Jahr 1918, wurde es im Akt der Unabhängigkeits erklärung Litauens zur souveränen Republik. Nach kurzer Zeit der Unabhängigkeit wurde Litauen abermals okkupiert und geriet unter die Herrschaft der Sowjetunion. Besatzung und Verlust der Unabhängigkeit, eine strenge Russifizierungs­ politik des zaristischen Russlands und die gnadenlose Niederschlagung aller Aufstände hatten erhebliche und äußerst schmerzhafte Auswirkungen. Nach der brutalen Besetzung durch die Nationalsozialisten brachte die anschließende ­sowjetische Herrschaft mehrere Deportationswellen nach Sibirien mit Hunderttausenden Betroffenen mit sich, brachte Hinrichtungen, die Verfolgung von Widerständlern, Enteignungen und die Aufoktroyierung der starren sowjetischen Ideologie. Seit der Wiederherstellung seiner Unabhängigkeit im Jahr 1990 unternimmt Litauen daher große politische Anstrengungen, um seine Zukunft durch eine euroatlantische Integration zu sichern. Dazu gehören die Mitgliedschaft in der Europäischen Union(EU) sowie im Nordatlantikpakt(NATO) – Strategien, die in der langen Geschichte des Landes wohl die beste Garantie darstellen. Litauen ist geografisch gesehen prekär exponiert, denn es liegt im Westen der russischen Exklave Kaliningrad, im ­Osten Weißrussland gegenüber. Die Hauptstadt Vilnius ist nur 40 Kilometer von weißrussischem Gebiet entfernt und somit in Reichweite konventioneller Artillerie. Im Süden ist Litauen durch die berühmt-berüchtigte Suwałki-Lücke – eine 80 Kilometer lange dünnbesiedelte enge Landverbin dung zwischen Russland und Weißrussland – mit Polen und dem übrigen Westeuropa verbunden. Nachdem Litauen im Jahr 2004 Mitglied der EU und der NATO geworden war, bemühte es sich, die noch bestehenden Bindungen zu Russland, etwa die Abhängigkeit von Energieressourcen, zu lösen. Eine im Jahr 2012 durchge führte Umfrage ergab, dass 68 Prozent der Bevölkerung ­Initiativen zur Energieunabhängigkeit unterstützten. Diese Stimmung in der Bevölkerung hat sich nach der illegalen Annexion der Krim und dem Einfall Russlands in die Ostukraine verstärkt. Im Jahr 2016 sprachen sich 67 Prozent der Bevölkerung dafür aus, zwei Prozent des BIP für Verteidigung auszugeben, und 81 Prozent hatten eine positi ve Einstellung zur NATO-Mitgliedschaft. Diese Zahl stieg 2017 auf 84 Prozent. Mindestens 81 Prozent waren für eine dauerhafte Stationierung alliierter Truppen auf litau­ ischem Boden. 1 Im Jahr 2024 befürworteten 90 Prozent eine NATO-Mitgliedschaft. 2 Diese Dynamik spiegelt sich auch in den Verteidigungsausgaben wider, die sich 2014 noch auf 0,78 % des BIP beliefen. Als die russische Bedro hung gegenüber der Ukraine konkret wurde, beschloss die sozialdemokratische Regierung Litauens, die Verteidigungs ausgaben erheblich aufzustocken. Im Jahr 2016 wur den dafür 1,48 % des BIP ausgegeben, 2017 waren es 1,71 %, 2019 2 %, 2022(dem Jahr der endgültigen Invasion Russ lands) 2,45 % und 2024 schließlich 3,11 %. 3 In den ersten Monaten des Jahres 2025 verpflichtete sich die sozialde mokratische Regierung dazu, 5–6 % des BIP für Verteidi gungszwecke aufzuwenden. Die russische Bedrohung ­wurde somit als existenziell eingestuft – die Regierung ­reagierte entsprechend. 4, 5 Diese Trends lassen sich auch materiell beobachten, beispielsweise am Wachstum der Streitkräfte. Im Jahr 2014 belief sich die Zahl der Berufssoldaten auf rund 7.700; bis 2024 hatte sie sich auf 15.000 verdoppelt. Seit der Wieder einführung der Wehrpflicht im Jahr 2015 werden jährlich rund 4.000 Soldaten für die aktive Reserve ausgebildet. Mit der Beschaffung neuer leichter Infanterieausrüstung und -waffen, des Luftabwehrsystems NASAMS, des Schützenpanzers Boxer, des taktischen Gefechtsfahrzeugs Oshkosh und weiterer Ausrüstung begann eine Modernisierungswelle. 6 Der Großteil der Ausrüstung wurde entweder in Deutschland oder in den USA gekauft. Russland als existenzielle Bedrohung Russlands unprovozierte Aggression gegen die Ukraine sowie seine zunehmend feindselige, revisionistische und expansionistische Außenpolitik haben die Sicherheitslage im Ostseeraum nachhaltig verändert. Litauen als einer der drei baltischen Staaten bekommt die Auswirkungen besonders stark zu spüren – bedenkt man vor allem seine historischen Erfahrungen mit russischen und sowjetischen Besatzungen. Seit der illegalen Einnahme und Annexion der Krim im Jahr 1 Apklausa:»8 iš 10 lietuvių teigiamai vertina narystę NATO«, Delfi(News Website),(2016) 6. Februar. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/apklausa-8-is-10-­ lietuviu-teigiamai-vertina-naryste-nato-73576694(Zugriff: 1. April 2025). 2  Ministerium für nationale Verteidigung der Republik Litauen(2025)»Öffentliche Meinungsumfrage: Litauen vertraut den Streitkräften, unseren Verbündeten und würde sich an der bewaffneten Verteidigung des Landes beteiligen«, 23. Februar. Verfügbar in englischer Sprache unter: https://kam.lt/en/public-opinion-poll-lithuania-trusts-the-armed-forces-our-alliesand-would-take-part-in-armed-defence-of-the-country/(Zugriff: 4. April 2025). 3 Ministerium für nationale Verteidigung der Republik Litauen(n.d.)»Gynybos biudžetas«. Verfügbar unter: https://kam.lt/faktai-ir-skaiciai/gynybos-biudzetas/(Zugriff: 4. April 2025). 4»Spinter tyrimai: gyventojai iš naujosios valdžios tikisi strateginių energetikos projektų tęstinumo«(2012-11-15), 15min(News Website). Verfügbar unter: https://www.15min.lt/ naujiena/aktualu/lietuva/spinter-tyrimai-gyventojai-is-naujosios-valdzios-tikisi-strateginiu-energetikos-projektu-testinumo-56-279181(Zugriff: 1. März 2025). 5 Apklausa:»lietuviai- už NATO ir stiprią kariuomenę«, Delfi(News Website),(2016) 18. Januar. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/apklausa-lietuviai-uz-n­ atoir-stipria-kariuomene-70275978(Zugriff: 1. April 2025). 6  Bankauskaité, D. und Šlekys, D.(2023)»Lithuania’s Total Defense Review«, PRISM, 10(2), S. 54-77. Verfügbar unter: https://www.jstor.org/stable/48718173(Zugriff: 6. April 2025). Einführung und historischer Hintergrund 3 2014 nehmen die litauischen Entscheidungsträger_innen eine anhaltende Bedrohung für die Souveränität und territoriale Integrität ihres Landes wahr. Russland droht nicht nur mit dem Einsatz konventioneller militärischer Mittel, sondern setzt seit 2014 auch offen eine Reihe hybrider Bedrohungen ein. Dazu gehören breit angelegte Desinformations- und Propagandakampagnen, Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen sowie groß angelegte offensive Militärübungen nahe der litauischen Grenze. Mit solchen Aktionen soll die Gesellschaft bewusst destabilisiert, das Vertrauen der Öffentlichkeit in demokratische Institutionen geschwächt und sowohl in der politischen Elite als auch in der breiten Bevölkerung Unzufriedenheit erzeugt werden. Insbesondere nach der russischen Besetzung der Krim im Jahr 2014 hat sich im Laufe der Zeit ein politischer, akade mischer und gesellschaftlicher Konsens hinsichtlich der russischen Bedrohung herausgebildet. In der Debatte ging es nicht um die Frage, ob Russland eine Bedrohung darstellt – daran gab es weder Zweifel noch Meinungsverschiedenheiten –, sondern vielmehr darum, wie dieser Bedrohung wirksam zu begegnen sei. Alle großen politischen Parteien sind sich einig, dass die Verteidigungsfähigkeit gestärkt werden muss, da von Russland eine vielschichtige Bedrohung ausgeht. So unterzeichneten die politischen Parteien Litauens als Reaktion auf zunehmende Sicherheitsbedenken im Jahr 2014 eine wichtige Vereinbarung zur nationalen Sicherheit. Deren Ziel ist es, die Verteidigungsposition des Landes zu stärken und die Zusammenarbeit mit den NATO-Verbündeten zu verbessern. 7 In wichtigen Dokumenten zur nationalen Sicherheit wird Russland heute offiziell als»existenzielle Bedrohung« bezeichnet, etwa in der Nationalen Sicherheitsstrategie 2021, im Gesetz über die Grundlagen der nationalen Sicherheit sowie in den Jahresberichten der staatlichen Nachrichtendienste. 8 Die im Dezember 2021 den USA und der NATO vorgelegten Vertragsentwürfe Russlands, die im Wesentlichen als Ultimaten aufgefasst wurden, forderten eine drastische Reduzierung der NATO-Präsenz in Osteuropa. Der Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar 2022 verstärkte die in Litauen bestehenden Befürchtungen. Litauische Entscheidungsträger_innen interpretierten das russische Ultimatum als kla ren Hinweis darauf, dass die russischen Ambitionen weit über die Ukraine hinausgingen. Schließlich stellten die russischen Forderungen einen Versuch dar, die NATO aus Osteuropa zu verdrängen. 9 Während der Krieg voranschritt und der anfängliche auf die schlechten Leistungen der russischen Truppen gegründete Optimismus schwand, drehten sich die Diskussionen um die Frage, wie schnell Russland seine Streitkräfte nach schweren personellen und materiellen Verlusten wieder aufstellen könnte. Laut Verteidigungsministerin Dovilė Šakalienė stellt Litauen eine Verdreifachung des ­russischen Militärpersonals und der operativen Kapazitäten seit Kriegsbeginn fest. 10 Der heutige Außenminister Kęstutis Budrys, damals oberster Sicherheitsberater des Präsidenten, warnte, dass Russland viel schneller als bisher angenommen wiedererstarken und das Land möglicherweise bereits vor 2030 relevante Ergebnisse erzielen könnte. Darius Jauniškis, Leiter des staatlichen Nachrichtendienstes, betonte den langfristigen Charakter der russischen ­Bedrohung und erklärte:»Wir müssen auf eine längere Konfrontation vorbereitet sein, sobald Russland seine Fähig­keiten wiederhergestellt hat.” 11, 12 Bis 2023 wurde deutlich, dass die russischen Streitkräfte in der Ukraine nicht zusammenbrachen, sondern stetige Fortschritte machten. Der sich hinziehende Krieg und Russlands Fähigkeit, groß angelegte Militäroperationen durchzuhalten, führten den europäischen Staaten die Dringlichkeit vor Augen, mit der sie ihre Sicherheitspolitik überdenken mussten. Außenminister Gabrielius Landsbergis kommentierte, dass man aus der Stagnation aufwachen und die russische Bedrohung mit neuen Augen betrachten müsse. 13 Vor allem Litauen, aber auch andere europäische Staaten schlugen Alarm und warnten vor den nächsten möglichen Schritten Russlands. 14 Die Angreifer würden, so warnte Landsbergis, ihre Aggression als nächstes gegen die baltischen Staaten richten, sollte es der Ukraine nicht gelingen, Russland aufzuhalten. 15 Diese Tendenzen haben sich durch zahlreiche 7  Seimas[Parlament] der Republik Litauen(2017)»Nationale Sicherheitsstrategie.« Verfügbar unter: https://www.lrs.lt/docs2/QEFCHPVC.PDF(Zugriff: 4. April 2025). 8 Seimas der Republik Litauen(2022)»Dėl Lietuvos Respublikos Seimo 2002 m. gegužės 28 d. nutarimo Nr. IX-907»Dėl Nacionalinio saugumo strategijos patvirtinimo« pakeitimo«. Verfügbar unter: https://e-seimas.lrs.lt/portal/legalAct/lt/TAP/aee4a9f05bf111ecb2fe9975f8a9e52e(Zugriff: 4. April 2025). 9»Putino ultimatumai kelia dvi versijas: realesnė žinia yra kur kas liūdnesnė«, Delfi(News Website),(2022) 20. Dezember. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/ putino-ultimatumai-kelia-dvi-versijas-realesne-zinia-yra-kur-kas-liudnesne-88997773(Zugriff: 4. April 2025). 10 Šakalienė:»Rusijos kariniai pajėgumai dabar tris kartus didesni nei prasidėjus invazijai«, LRT[halbstaatliche Rundfunkgesellschaft Litauens],(2025) 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2482972/sakaliene-rusijos-kariniai-pajegumai-dabar-tris-kartus-didesni-nei-prasidejus-invazijai(Zugriff: 4. April 2025). 11  Jauniškis:»turime ruoštis ilgam konfliktui«, Delfi[Nachrichtenwebsite],(2025) 4 April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/jauniskis-turime-ruostis-ilgamkonfliktui-120082389(Zugriff: 4. April 2025). 12»Rusija karinius pajėgumus gali atkurti greičiau nei manyta anksčiau- K. Budrys«, 15min[Nachrichtenwebsite],(2025) 4. April. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/ak tualu/lietuva/rusija-karinius-pajegumus-gali-atkurti-greiciau-nei-manyta-anksciau-k-budrys-56-2120976(Zugriff: 4. April 2025). 13»Landsbergis prakalbo apie dramatiškus pokyčius pasaulyje: laiko turime nedaug, Lietuva turi permąstyti saugumo koncepciją«, LRT[halbstaatliche Rundfunkgesellschaft],(2025) 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2128405/landsbergis-prakalbo-apie-dramatiskus-pokycius-pasaulyje-laiko-turime-nedaug-lietuva-turi-permastytisaugumo-koncepcija(Zugriff: 4. April 2025). 14  Goryashko, S.(2024)»Will Putin attack NATO? No chance, says Lithuanian general«, Politico, 25. Januar. Verfügbar unter: https://www.politico.eu/article/lithuania-nato-putinukraine-russia-war/(Zugriff: 4. April 2025). Landsbergis, G.(2022)»The end of naivete: How NATO must boost Baltic defenses«, Politico, 11. Mai. Verfügbar unter: https://www.politico. eu/article/nato-baltic-defence-ukraine-russia-war/(Zugriff: 4 April 2025). 15  Gorjaschko, 2024 4 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. mutmaßliche Sabotageakte, wie etwa Brandanschläge in Litauen oder die Kappung lebenswichtiger Kommunikationskabel in der Ostsee, noch verschärft. Aus Sicht der ­litauischen Entscheidungsträger_innen bestand das Haupt ziel ­dieser Sabotageakte darin, diejenigen Staaten zu bestrafen, die die Ukraine unterstützen, und in der Öffentlichkeit Panik auszulösen. So konzentrierten sich die litauischen Diskussionen auf den Aufbau einer glaubwürdigen Abschreckung gegen Sabotageakte. 16 Es wurde festgestellt, dass die NATO über keine angemessenen Abschreckungsmechanismen g­ egen Handlungen in der»Grauzone« verfügt. Diese sind schwer einzuordnen und bleiben unterhalb der»Schwelle von Artikel 5«(Beistandsklau sel). 17 Ferner wird vom Westen gefordert, strengere Sanktionen gegen die sogenannte Schattenflotte Russlands zu verhängen. Diese hat maßgeblich dazu beigetragen, bestehende Beschränkungen für Ölexporte zu umgehen und die russischen Kriegsanstrengungen zu unterstützen. Sowohl Entscheidungsträger_innen als auch Expert_innen sind nach wie vor äußerst skeptisch, was die Möglichkeit einer wirksamen Strategie für eine Zusammenarbeit mit Russland angeht, solange Moskau eine aggressive Außenpolitik verfolgt und ukrainisches Territorium besetzt hält. Für Tomas Janeliūnas ist»die Ära der liberalen Globalisie rung[...], zumindest hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Russland, tatsächlich vorbei.« 18 Ein revisionistisches Russland, getrieben von imperialer Nostalgie und expansionistischen Ambitionen, versucht aller Voraussicht nach, jede Schwäche auszunutzen, um die Oberhand zu gewinnen. Der litauische Präsident Gitanas Nausėda hat sich wieder holt ähnlich geäußert. Er erklärte, Russland sollte isoliert und für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, bis es sich vollständig aus dem ukrainischen Hoheitsgebiet zurückzieht. 19 Seines Erachtens muss die internationale Gemeinschaft in ihrer Haltung entschlossen bleiben und dafür sorgen, dass Russland die Konsequenzen für seine Aggression trägt. Eine Kooperation mit dem Aggressorstaat – von der technologischen Zusammenarbeit bis hin zum kulturellen Austausch – sei erst dann ins Auge zu fassen, wenn er für den Angriffskrieg wirksam bestraft wurde. Litauen vertritt darüber hinaus die Auffassung, dass sich die NATO nicht nur auf Abschreckung durch ein Eskalationspotenzial(»Stolperdraht«) konzentrieren, sondern auch ihre Verteidigungskapazitäten aktiv ausbauen sollte. Nur so sei zu gewährleisten, dass die Ostflanke gegen eine mögliche russische Aggression uneingeschränkt bestehen könne. Reaktion auf Russland Nach einhelliger Meinung der Expert_innen hat Litauen, zusammen mit den anderen baltischen Staaten und Polen, die NATO mit diplomatischen Mitteln sehr effektiv zur Stärkung der Ostflanke gedrängt. Die baltischen Staaten setzten sich erfolgreich für die dauerhafte Stationierung von NATO-Truppen in der Region ein: Auf dem Warschauer Gipfel 2016 wurde die Einrichtung der verstärkten Vorne präsenz(eFP) beschlossen, wobei Deutschland in Litauen die Führungsrolle übernahm. 20 Auch Litauen war bestrebt, die NATO-Präsenz zu ergänzen, indem es im Jahr 2019 ein bilaterales Abkommen mit den USA über die Stationierung von zwei Bataillonen schloss. Diese Militärpräsenz der Bündnispartner sollte als mögliches Eskalationspotenzial zur Abschreckung dienen und theoretisch auf jede russische Aggression reagieren. Nach dem ersten Kontakt wäre zu erwarten, dass die NATO-Streitkräfte zu Hilfe kommen und eventuell besetzte Gebiete befreien. Die schiere Geschwindigkeit und Brutalität, mit der die russischen Truppen die ukrainischen Gebiete besetzten – insbesondere nach der Entdeckung von Massenexekutionsstätten in Bucha und Irpin –, stellte die litauische Öffentlichkeit ­jedoch vor ein Dilemma: Es war nicht mehr möglich, im Eventualfall an eine Befreiung zu glauben. Der litauischen Öffentlichkeit wie auch der politischen Führung war bald klar, dass besetzte Gebiete wahrscheinlich vollständig zerstört sein würden, bevor eine Befreiung möglich wäre. 21 Diese ­Befürchtungen wurden durch die wachsende militärische und politische Präsenz Russlands in Weißrussland beeinflusst. Auch von dort aus startete Russland seine Angriffe auf die Ukraine. Seit Belarus in die russische Entscheidungssphäre aufgesogen wurde, gilt das Land als Satellit Russlands. Die litauische Öffentlichkeit wie auch die politische Führung forderten einen neuen Verteidigungsansatz, mit dem Litauen»vom ersten Zentimeter an« verteidigt werden würde, statt sich auf eine mögliche verzögerte Reaktion der NATO zu verlassen. 22 Es ging im Wesentlichen darum, möglichst viele alliierte Truppen in Litauen zu stationieren. 16 Pikelytė(2025)»Budrys dėl incidento Baltijos jūroje tikisi veiksmų iš ES ir NATO, siūlo sankcijas šešėliniam laivynui«, Delfi[Nachrichtenwebsite], 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/budrys-del-incidento-baltijos-juroje-tikisi-veiksmu-is-es-ir-nato-siulo-sankcijas-seseliniam-laivynui-120074832(Zugriff: 4. April 2025). 17 Datkūnas(2025)»Kasčiūnas: Vakarai turi turėti algoritmą, kaip bausti už sabotazo aktus«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2420441/ kasciunas-vakarai-turi-tureti-algoritma-kaip-bausti-uz-sabotazo-aktus(Zugriff: 4. April 2025). 18 Janeliūnas, T.(2025)»Karas, kuris užbaigia epochą«, 15min, 4. April. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/komentarai/tomas-janeliunas-karas-kuris-uzbaigiaepocha-500-2014158(Zugriff: 4. April 2025). 19 G. Nausėda Miuncheno saugumo konferencijoje pasiūlė Rusijos sulaikymo strategiją«, Infa[Nachrichtenwebsite],(2025) 4. April. Verfügbar unter: https://infa.lt/102879/g-nausedamiuncheno-saugumo-konferencijoje-pasiule-rusijos-sulaikymo-strategija/(Zugriff: 4. April 2025). 20  Bankauskaité, D. und Šlekys, D.(2023)»Lithuania’s Total Defense Review«, PRISM, 10(2), S. 54-77. Verfügbar unter: https://www.jstor.org/stable/48718173(Zugriff: 6. April 2025). 21  Landsbergis, G.(2022)»The end of naiveté: How NATO must boost Baltic defenses«, Politico, 11. Mai. Verfügbar unter: https://www.politico.eu/article/nato-baltic-defence-ukrainerussia-war/(Zugriff: 4 April 2025). 22 Landesschutzministerium der Republik Litauen(2025) A. Anušauskas:»Daugiau pajėgų Baltijos šalyse ant žemės ir stipri priešakinė gynyba yra vienintelė Rusijai suprantama at grasymo kalba«, Landesschutzministerium der Republik Litauen, 4. April. Verfügbar unter: https://kam.lt/a-anusauskas-daugiau-pajegu-baltijos-salyse-ant-zemes-ir-stipri-priesakine-gynyba-yra-vienintele-rusijai-suprantama-atgrasymo-kalba/(Zugriff: 4. April 2025). Reaktion auf Russland 5 Die Einführung des neuen Truppenmodells der NATO (NFM) markierte einen bedeutenden Wandel im Verteidigungskonzept der NATO. Dies stärkte Litauens Verteidigung, weil die eFP-Bataillone auf Brigadeebene aufgewertet und Russland im beim NATO-Gipfel in Madrid angenommenen strategischen Konzept als Hauptbedrohung benannt wurde, ferner, weil neue Verteidigungspläne auf dem Gipfel von Vilnius bestätigt wurden. Insbesondere die in Madrid 2022 gefassten Beschlüsse stießen in Litau en auf große Zustimmung. 23, 24 So sehr diese Beschlüsse auch begrüßt wurden, blieben doch Bedenken hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit und Umsetzung bestehen. Litauische Beobachter_innen räumten ein, dass es angesichts der aktuellen Größe der Streitkräfte der Mitgliedstaaten und der begrenzten Verteidigungsausgaben äußerst unwahrscheinlich sei, dass die NATO in Friedenszeiten eine 300.000 Soldat_innen starke schnelle Ein greiftruppe aufstellen könne. Nun wird in Litauen für eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 5 oder sogar 6 Prozent plädiert: Da sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert hat, werden 2 Prozent nicht mehr ausreichen. In einem Beitrag für das Geopolitics and Security Studies Center argumentierte Giedrius Česnakas, ein hochrangiger Be rater im Landesschutzministerium, dass man sich über eines im Klaren sein müsse: Eine erfolgreiche Besetzung litauischen Territoriums durch Russland hätte die gleichen Folgen wie in der Ukraine. 25 Daher sei es keine angemessene Strategie, den Wohlfahrtsausgaben den Vorrang zu geben, wenn man sich gleichzeitig einer direkten Bedrohung durch physische Zerstörung gegenübersehe. 26, 27 Man erwartet, dass entsprechend hohe Ausgaben die litauischen Streitkräfte erheblich stärken. Über die künftige Struktur der Streitkräfte wurde heftig diskutiert: Sollte der Fokus auf leichter Infanterie liegen oder sollte Litauen mechanisierte bzw. schwere Kräfte aufbauen? 28 Darüber hinaus wurde über den optimalen organisatorischen Rahmen für diese Streitkräfte debattiert. 29 Schließlich wurde entschieden, bis 2030 eine nationale Divisionsebene auf zubauen. Dieser Schritt wird von Experten und Entscheidungsträgern als logisch angesehen, um die Streitkräfte und die Führungsebene in der NATO-Einsatzplanung zu stärken. Inmitten dieser hitzigen Diskussionen wurde der Beschluss gefasst, bis zu einem Bataillon Leopard 2A8Panzer sowie HIMARS- und ATACMS-Komponenten für Langstreckenangriffe zu beschaffen. Zur Aufstellung der künftigen Division erweiterte Litauen seine Wehrpflicht. Ein großer Teil des Verteidigungshaushalts wird darüber hinaus in den Aufbau vorbereiteter Infrastrukturen für Verbündete fließen. Dazu gehören beispielsweise Munitionsdepots nach NATO-Standard und neue Truppenübungsplätze für die Aufnahme verbündeter Truppen. 30 Mit diesem Haushalt wird Litauen außerdem ein Infrastrukturprojekt für die deutsche Brigade abschließen, das für das Land höchste Priorität besitzt. Es gab allerdings intensive politische Debatten über das Einsatzmodell der deutschen Brigade. 31 Das Landesschutzministerium hatte vorgeschlagen, nur das Hauptquartier der Brigade in Litauen unterzubringen. Der Rest der Truppe hätte bei Bedarf innerhalb von zehn Tagen einsatzbereit sein können, was für Deutschland kostengünstiger und passender gewesen wäre. Die Abgeordneten hielten diese Lösung jedoch für unzureichend, da die Brigade dauerhaft in Litauen stationiert werden sollte, um die Abschreckung verstärken, vor Ort trainieren und das Land im Bedarfsfall sofort verteidigen zu können. Nach umfangreichen Verhandlungen einigten sich Litauen und Deutschland darauf, eine komplette Brigade bis 2027 dauerhaft zu stationieren. China – Risiken und Bedrohungen Die Volksrepublik China(VRC) wird in Litauen etwas feindselig betrachtet. Die Entscheidung, im Jahr 2021 ein Büro in Taiwan zu eröffnen, wurde von China heftig kritisiert: Die VR schränkte den bilateralen Handel ein, berief seinen Botschafter ab, verhängte eine Reihe von Sank­ tionen und setzte andere Länder unter Druck, keine Geschäfte mit Litauen zu machen. 32 Eine jüngere Genera­ 23 Andrukaitytė(2025)»Prezidento patarėjas: neabejojame, kad iš NATO susitikimo parsivešime siektą rezultatą«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvo je/2/1728323/prezidento-patarejas-%20%20neabejojame-kad-is-nato-susitikimo-parsivesime-siekta-rezultata(Zugriff: 4. April 2025). 24 Bakaitė(2025)»NATO susitikimas Madride: kodėl jis vadinamas svarbiausiu nuo Sovietų Sąjungos griūties ir ką turėtų parvežti Lietuva«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https:// www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/1728170/nato-susitikimas-madride-kodel-jis-vadinamas-svarbiausiu-nuo-sovietu-sajungos-griuties-ir-ka-turetu-parvezti-lietuva(Zugriff: 4. April 2025). 25 GSSC(2025)»Išlaidos gynybai: ar šuolis pateisins lūkesčius?«, GSSC, 4. April. Verfügbar unter: https://www.gssc.lt/publikacija/islaidos-gynybai-ar-suolis-pateisins-lukescius (Zugriff: 4. April 2025). 26  GSSC, 2025 27 Kojala, L.(2025)»Deklaracija svarbu, bet dar svarbiau – įgyvendinimas«, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/ringas/lit/linas-kojala-deklaracija-svarbu-betdar-svarbiau-igyvendinimas-90634119(Zugriff: 4. April 2025). 28 Lietuvos atsargos pulkininkas apie kritikuojamą sprendimą įsigyti tankų: obuolių su apelsinais- niekas nemaiso«, TV3[Nachrichtenwebsite],(2024) 4. April. Verfügbar unter: https://www.tv3.lt/naujiena/video/lietuvos-atsargos-pulkininkas-apie-kritikuojama-sprendima-isigyti-tanku-obuoliu-su-apelsinais-niekas-nemaiso-n1252516(Zugriff: 4. April 2025). 29 Jakubauskas(2025)»Kas yra divizija ir ko trūksta Lietuvai? Eksperto ir ministro vertinimai«, 15min, 4. April. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/lietuva/ kas-yra-divizija-ir-ko-truksta-lietuvai-eksperto-ir-ministro-vertinimai-56-2051000(Zugriff: 4. April 2025). 30 Narkūnas(2025)»Nuo šiol kariausime kitaip: ar tikrai tankai tapo atgyvena, o mūšius laimės tik dronai?«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvo je/2/2312065/nuo-siol-kariausime-kitaip-ar-tikrai-tankai-tapo-atgyvena-o-musius-laimes-tik-dronai(Zugriff: 4. April 2025). 31 Brunalas(2025)»Kasčiūnas stebisi Anušausko pozicija dėl Vokietijos brigados«, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/kasciunas-stebisi-anus ausko-pozicija-del-vokietijos-brigados-91443917(Zugriff: 4. April 2025). 32  Kojala(2025)»Lithuania’s political shift«, Policy Commons, 4. April. Verfügbar unter: https://policycommons.net/artifacts/17909229/lithuanias-political-shift/18805085/ (Zugriff: 4. April 2025). 6 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. tion litauischer Politiker verschiedener Parteien nimmt die Bedrohung durch China ernst und spricht sie offen aus. Dabei heben sie oft den autoritären Charakter des Landes und seine demokratiefeindliche Einstellung hervor. In Experten- und Wissenschaftskreisen zeigen sich ähnliche Trends. In einem kürzlich erschienenen Bericht des staatlichen Nachrichtendienstes wird China als Litauen feindlich gesinnter Staat eingestuft – nicht zuletzt aufgrund seiner harten Haltung gegenüber Litauen sowie seiner Rolle bei der Unterstützung der russischen Aggression gegen die Ukraine. 33 In Bezug auf die Risikominderung betrachten sich die Litauer_innen eher als integralen Bestandteil der Europäi schen Union denn als eigenständigen Akteur, wenngleich einige Entscheidungen getroffen wurden, um das chinesische Engagement auf dem heimischen Markt auf rein nationaler Ebene zu begrenzen. 34 Angesichts seiner eigenen besonderen und schwierigen Erfahrungen würde Litauen eine stärkere EU-Initiative bevorzugen, die auf eine»Abkopplung« von China oder zumindest eine»Risikominderung« abzielt. Experten und politische Entscheidungsträger_innen nehmen die VR als einen Akteur wahr, der seine wirtschaftlichen, technologischen und kulturellen Verbindungen nutzt, um seine geopolitischen Interessen mit Nachdruck durchzusetzen. In einem Beitrag für das Zentrum für Geopolitik und Sicherheitsforschung(GSSC) skizziert Raguždas Boruta die Abhängigkeit des Westens von chinesischen Seltenerdmineralien. Er betont, dass die Europäer_innen Stra tegien zur Risikominderung entwickeln müssen, da fast 90 Prozent dieser Mineralien in China verarbeitet wer den. 35 In einer weiteren GSSC-Studie stellen Konstantinas Andrijauskas et al. fest, dass die Bevölkerung der baltischen Staaten, einschließlich der Litauer_innen, sehr empfänglich für wirtschaftliche Narrative ist. Ein Beispiel ist die Vorstellung, dass Litauen gute Beziehungen zur VR China unterhalten sollte, da dies der litauischen Wirtschaft zugutekomme. 36 In diesem Papier werden ferner Mängel in der strategischen Kommunikation der Regierung hervorgehoben. Es betont, dass die Regierung ihre politischen Entscheidungen der breiten Öffentlichkeit besser erklären muss. So zeigte beispielsweise eine Umfrage aus dem Jahr 2022, dass 57 Prozent der Li tauer_innen China ablehnend gegenüberstehen und 60 Prozent die Außenpolitik gegenüber China nicht unterstützen. Selbst bei einem Regierungswechsel ist es zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich, dass Litauen seine Haltung grundlegend ändern wird, da die Zukunft der bilateralen Beziehungen von Chinas Handeln abhängt. 37 In Litauen wird die Hinwendung der USA zu Asien genauestens beobachtet. 38 Zahlreiche Stimmen äußern die Befürchtung, dass es die Sicherheit Europas beeinträchtigt, wenn die USA nun Asien mehr Aufmerksamkeit widmen. 39 Viele haben beobachtet, dass es unter der ersten Regierung von Donald Trump und der Regierung von Joe Biden keine grundlegenden Veränderungen in der Politik gab, da die US-Außenpolitik weiterhin klar auf Asien ausgerichtet ist. 40 In diesem Zusammenhang sollte Litauen – unabhängig davon, wer in den USA die Regierung bildet – über die europäische Sicherheit nachdenken und sich nicht vollständig auf den Rückhalt durch die USA verlassen, da diese möglicherweise ihr ­Interesse an der Verteidigung Europas verlieren könnten. Gleichwohl sollte Litauen versuchen, die USA dazu zu bewegen, ihre Präsenz in der Region möglichst lange aufrechtzuerhalten. Litauen ist also einerseits bestrebt, seine strategischen Beziehungen zu den USA zu festigen und ein fortgesetztes amerikanisches Engagement in der Region sicherzustellen. Andererseits bemüht es sich, seine Partnerschaften zu diversifizieren. Angesichts der sich verändernden geopolitischen Landschaft bemühte sich die letzte litauische Regierung um Beziehungen zu Staaten im indopazifischen Raum wie Südkorea und Taiwan, die wichtige Verbündete der USA sind. 41 Der Regierung zufolge bestand das Ziel darin, alternative Wirtschaftspartnerschaften mit dortigen Demokratien aufzubauen und einen Sicherheitsdialog mit Taiwan, Südkorea und anderen Ländern zu führen. Dabei sollte insbesondere über die Stärkung von Widerstandsfähigkeit und Verteidigungskooperationen und -fähigkeiten gesprochen werden, um die regelbasierte ­internationale Ordnung zu konsolidieren. 33  VSD(2025) 2025 Lithuanian Security Report. Verfügbar unter: https://www.vsd.lt/wp-content/uploads/2025/03/2025-LT.pdf(Zugriff: 4. April 2025). 34 Boruta, Pinelytė(2025)»Kinijos informacinė įtaka Baltijos šalims: rizika ir stiprybės«, GSSC, 4. April. Verfügbar unter: https://www.gssc.lt/publikacija/kinijos-informacine-itaka-bal tijos-salims-rizika-ir-stiprybes/(Zugriff: 4. April 2025). 35 Boruta(2025)»Retųjų žemių elementai: Vakarų strateginio atsako į Kinijos dominavimą beieskant«, GSSC, 4. April. Verfügbar unter: https://www.gssc.lt/publikacija/retuju-zemiuelementai-vakaru-strateginio-atsako-i-kinijos-dominavima-beieskant/(Zugriff: 4. April 2025). 36 Andrijauskas et al.(2025)»Kinijos informacinė įtaka Baltijos šalims: rizika ir stiprybės«, GSSC, 4. April. Verfügbar unter: https://www.gssc.lt/publikacija/kinijos-informacine-itakabaltijos-salims-rizika-ir-stiprybes/(Zugriff: 4. April 2025). 37 Beniušis(2025)»Apklausa: dauguma Lietuvos gyventojų nepritaria politikai Kinijos atžvilgiu«, 15min, 4. April. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/lietuva/ap klausa-dauguma-lietuvos-gyventoju-nepritaria-politikai-kinijos-atzvilgiu-56-1626212(Zugriff: 4. April 2025). 38 Kojala(2025) Linas Kojala:»Sudie, Amerika. Yra tik vienas būdas žinoti, kas tavo draugai« II dalis‘, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/ringas/lit/linas-kojalasudie-amerika-yra-tik-vienas-budas-zinoti-kas-tavo-draugai-ii-dalis-81482309(Zugriff: 4. April 2025). 39 Paškevičius(2025)»Amerikos politika suksis į Rytų Aziją pasibaigus Miuncheno konferencijai: Europa jaudinasi dėl saugumo«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/ naujienos/pasaulyje/6/2198285/amerikos-politika-suksis-i-rytu-azija-pasibaigus-miuncheno-konferencijai-europa-jaudinasi-del-saugumo(Zugriff: 4. April 2025). 40 Kojala(2025)»Trumpas ir Bidenas turi kai ką bendro«, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/ringas/lit/linas-kojala-trumpas-ir-bidenas-turi-kai-ka-ben dro-85813271(Zugriff: 4. April 2025). 41 Landsbergis, G.(2024)»G. Landsbergis Pietų Korėją vadina esmine partnere Indijos ir Ramiojo vandenyno regione«, Kauno diena, 26. April. Verfügbar unter: https://kauno.diena.lt/ naujienos/lietuva/politika/g-landsbergis-pietu-koreja-vadina-esmine-partnere-indijos-ir-ramiojo-vandenyno-regione-1171482(Zugriff: 6. April 2025). China – Risiken und Bedrohungen 7 Die Zukunft der Ukraine liegt so oder so in der NATO In Litauen gilt der Krieg gegen die Ukraine als eine der großen tektonischen Verschiebungen des 21. Jahrhunderts. In den Augen der Litauer hat sich Russland seit der Zeit der Sowjetunion nicht verändert, das Land befindet sich weiterhin auf Kollisionskurs mit dem Westen. 42 Wie Präsident Gitanas Nausėda im Jahr 2023 erklärte, ist der russische Im perialismus nicht verschwunden. 43 So wird dieser Krieg als imperialistischer Angriffskrieg betrachtet, mit dem Russland sich wieder als Großmacht etablieren und die Chancen der Ukraine auf die Wahrung ihrer Unabhängigkeit schmälern will. 44 Damit hat Russland möglicherweise die Büchse der Pandora geöffnet. Denn nun kann anderen globalen Akteuren der Krieg als wirksames Instrument erscheinen, Zwang auf andere auszuüben, um die eigenen politischen Ziele zu erreichen. Ein demokratisches Land sollte nicht von einem Diktator ohne Weiteres erobert werden können. Mit dem Krieg gegen die Ukraine hat Russland die gesamte europäische Sicherheitsarchitektur unterhöhlt. Nach vorherrschender Meinung sorgt Russland für Instabilität, lässt die Spannungen mit dem Westen eskalieren und strebt langfristig eine direkte Konfrontation mit der NATO an. Infolgedessen ist nun die europäische Sicherheitsordnung von vor 2022 demontiert, sodass die Staaten an der NATOOstflanke einer gefährlichen Situation ausgesetzt sind. Da verschiedene Experten und Politiker vor einer zunehmenden Kriegsgefahr in naher Zukunft warnen, wird erbittert eine Diskussion über die Möglichkeit eines Krieges in Litauen geführt. Ein Grund dafür ist die Neuausrichtung der USA nach Asien, die Europa verwundbarer macht. 45 , 46 Um eine weitere russische Aggression zu verhindern, muss sich die Ukraine durchsetzen, darin sind sich litauische Entscheidungsträger_innen sowie Expert_innenkreise einig. 47 Dabei kamen zu Beginn des Krieges für viele auch radikalere Entwicklungen in Betracht, wie der mögliche Untergang Russlands. 48 Mit der Zeit jedoch kristallisierte sich als Kern der litauischen Position heraus, dass es nur um die Befreiung aller von Russland besetzten Gebiete innerhalb der ukrainischen Grenzen von 1991 gehen kann, ein als ge recht und daher unumstößlich angesehenes Ziel. Ein weiterer wichtiger diskutierter Aspekt sind Sicherheitsgarantien für die Ukraine, insbesondere durch eine Mitgliedschaft in der NATO und der EU. 49 Den Litauern gelten diese Mitgliedschaften als die wirksamsten Mittel, um die Stabilität der Ukraine zu gewährleisten sowie Russland künftig von konventionellen wie auch hybriden Angriffen abzuhalten. Aus litauischer Sicht ist der Beitritt der Ukraine zur NATO der einfachste und wirksamste Weg, um einen langfristigen Frieden zu erreichen. Die bisherigen Sicherheitsgarantien hätten sich schließlich als unwirksam erwiesen. 50 , 51 Als sich 2023/24 abzeichnete, dass der Weg der Ukraine zur NATO-Mitgliedschaft noch lang und beschwerlich würde, wurde in Litauen betont, dass der Westen der Ukraine starke und verbindliche Sicherheitsgarantien geben müsse, falls ihr kein Platz im Bündnis eingeräumt würde. Die Argumentation von war schlicht: Solange Russland politischen Einfluss auf die Ukraine behält, würde es wahrscheinlich jedes Friedensabkommen verletzen, so wie es sich bei Minsk I und Minsk II gezeigt hatte. Aus litauischer Sicht sollten diese Garantien zunächst von Nuklearmächten wie den USA, dem Vereinigten Königreich und Frankreich, aber auch von anderen Staaten gegeben werden. Dies würde ein Abschreckungsmodell mit drohender Es­kalation(»tripwire« deterrence) schaffen, da europäische Truppen in die Ukraine entsandt würden. Mit anderen Worten: Selbst wenn die Ukraine nicht offiziell Mitglied der NATO ist, wäre sie de facto in die Sicherheitsstrukturen des Bündnisses eingebunden. 52 Solange ein solcher Rahmen fehlt, muss die Ukraine die größtmögliche militärische Unterstützung erhalten, um ihre Verteidigung aufrechterhalten zu können. Die Entscheidung, den Krieg fortzusetzen oder zu beenden, sollte allein 42 Žukas(2025)»Kodėl Rusija pradėjo karą?«, Bernardinai.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.bernardinai.lt/kodel-rusija-pradejo-kara/(Zugriff: 4. April 2025). 43 Skėrytė(2025)»G. Nausėda: nebūtų kuo džiaugtis, jei ne išmintingi sprendimai nepriklausomybės pradžioje«, Bernardinai.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.bernardinai.lt/ g-nauseda-nebutu-kuo-dziaugtis-jei-ne-izvalgus-sprendimai-nepriklausomybes-pradzioje/(Zugriff: 4. April 2025). 44 Mažeikis(2025) G. Nausėda:»Nebūtų kuo džiaugtis, jei ne išmintingi sprendimai nepriklausomybės pradžioje«, Bernardinai.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.bernardinai. lt/g-nauseda-nebutu-kuo-dziaugtis-jei-ne-izvalgus-sprendimai-nepriklausomybes-pradzioje/(Zugriff: 4. April 2025). 45 Sakalienė:»JAV žinutė- jos nesitraukia, bet Europa turi pasitempti«, LRT, 29. März. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2486791/sakaliene-jav-zinute-jos-ne sitraukia-bet-europa-turi-pasitempti(Zugriff: 6. April 2025). Šlekys, D.(2025)»Karo lažybos«, LRT.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/nuomones/3/2213110/deivi das-slekys-karo-lazybos(Zugriff: 4. April 2025). 46 Ketlerienė(2025)»Budrys: jei mes norėsime būti nepriklausoma valstybė, saugumas turės būti kietas ir tvirtas«, LRT.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietu voje/2/1876232/budrys-jeigu-mes-noresime-buti-nepriklausoma-valstybe-saugumas-tures-buti-kietas-ir-tvirtas(Zugriff: 4. April 2025). 47 Landsbergis, G.(2023)»Landsbergis: jei Ukraina nelaimės, tai kainuos brangiau visiems«, LRT, 19. September. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/pasaulyje/6/2066639/ landsbergis-jei-ukraina-nelaimes-tai-kainuos-brangiau-visiems(Zugriff: 6. April 2025). 48»Estijos ekspertė: Putinas neišgyvens pralaimėjimo Ukrainoje, bet Rusijos režimas nežlugs«, LRT.lt[halbstaatliche Rundfunkgesellschaft],(2025), 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/pasaulyje/6/1870865/estijos-eksperte-putinas-neisgyvens-pralaimejimo-ukrainoje-bet-rusijos-rezimas-nezlugs(Zugriff: 4. April 2025). 49 Landsbergis, G.(2024)»Landsbergis Briuselyje: ‚Turime pasitikėti Ukraina ir sudaryti visas sąlygas jos pergalei‹«, Užsienio reikalų ministerija, 30. August. Verfügbar unter: https://www.urm.lt/naujienos/141/landsbergis-briuselyje-turime-pasitiketi-ukraina-ir-sudaryti-visas-salygas-jos-pergalei:43003(Zugriff: 6. April 2025). 50 Landsbergis, G.(2024)»Landsbergis Briuselyje: ‚Turime pasitikėti Ukraina ir sudaryti visas sąlygas jos pergalei‹«, Užsienio reikalų ministerija, 30. August. Verfügbar unter: https://www.urm.lt/naujienos/141/landsbergis-briuselyje-turime-pasitiketi-ukraina-ir-sudaryti-visas-salygas-jos-pergalei:43003(Zugriff: 6. April 2025). 51 Budrys Kyjive:»realios saugumo garantijos pirmiausia yra Ukrainos narystė NATO«, LRT[halbstaatliche Rundfunkgesellschaft],(2022) 20. Dezember. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/pasaulyje/6/2443906/budrys-kyjive-realios-saugumo-garantijos-pirmiausia-yra-ukrainos-naryste-nato(Zugriff: 6. April 2025). 52»Budrys neatmeta galimybės Lietuvai įsitraukti į taikos operaciją Ukrainoje«, TV3.lt[Nachrichtenwebsite],(2025) 1. März. Verfügbar unter: https://www.tv3.lt/naujiena/lietuva/ budrys-neatmeta-galimybes-lietuvai-isitraukti-i-taikos-operacija-ukrainoje-n1401558(Zugriff: 6. April 2025). 8 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. bei der Ukraine liegen und unter von ihr gewählten Umständen getroffen werden. Im litauischen Diskurs wurden wiederholt Befürchtungen geäußert, einige Alliierte könnten die Ukraine unter Druck setzen, um den Krieg unter ungünstigen Bedingungen vorzeitig zu beenden. Diese Befürchtungen bewahrheiteten sich teilweise im Februar und Anfang März 2025, als die Trump-Regierung unangemesse nen Druck auf die Ukraine ausübte. Für die Litauer_innen sollten der Stimmungswandel in der US-Regierung und die möglicherweise dauerhafte Einstellung amerikanischer Hilfe für Europa ein klarer Aufruf zum Handeln sein: Die Verteidigungsausgaben müssten unverzüglich erhöht werden, um die verlorene Unterstützung der USA für die Ukraine auszugleichen und im Idealfall etwaige Fähigkeitslücken innerhalb der NATO zu schließen. Dieser radikale Wandel in der US-Politik stieß in Litauen auf große Ablehnung. Unter den Expert_innen des Landes wie auch in der Bevölkerung wur de ein drohender Bruch der transatlantischen Beziehungen, wie wir sie kennen, befürchtet. Die Zukunft der NATO und der nuklearen Bewaffnung Der Krieg in der Ukraine hat die Diskussion über Atomwaffen und nukleare Abschreckung neu entfacht. Nuklearpotenziale werden in Litauen in erster Linie als Mittel der Abschreckung gegen die aggressive Außenpolitik Russlands betrachtet. Russland selbst hat während des gesamten Krieges kontinuierlich nukleare Erpressung betrieben, um westliche Staaten von Hilfslieferungen an die Ukraine abzuhalten. Litauische Expert_innen wie auch die litauische Öffent lichkeit interpretieren die russischen Drohungen so, dass sie sich gegen EU- und NATO-Mitgliedstaaten, insbesondere in Westeuropa, richten. Die Litauer_innen sehen jedoch keine realistische Option für einen Atomwaffeneinsatz durch Russland. Selbst wenn es dazu käme, wäre mit einer verheerenden Reaktion der Verbündeten zu rechnen. Einige Expert_innen mahnen Litauen zu mehr Zurückhaltung in Be zug auf Atomwaffen, da das Risiko, die nukleare Schwelle zu überschreiten, zwar gering, aber niemals null sei. 53 Auch die neue russische Nukleardoktrin wird nicht als große Abweichung vom bisherigen russischen Abschreckungsdenken interpretiert, sondern gewissermaßen als seine Fortführung. Die Stationierung russischer Atomwaffen in Weißrussland war zwar in erster Linie als Signal an Westeuropa gedacht, hat das regionale Gleichgewicht jedoch kaum verändert. Eine stärkere nukleare Abschreckung an der Ostflanke der NATO – das ist auf jeden Fall der Wunsch litauischer Entscheidungsträger_innen. Folglich wurde Polens Zusage, sich der nuklearen Teilhabe der NATO anzuschließen – einschließlich der Stationierung von Kernwaffen auf polnischem Hoheitsgebiet – mit Begeisterung aufgenommen, wenngleich sie als unrealistisch gilt. Die Stationierung von US-Atomwaffen in Polen käme der nationalen Sicherheit Litauens eindeutig zugute. Dies entspricht der Logik von USPräsident Ronald Reagans damaligem»Frieden durch Stärke«- Konzept mit einer möglichst starken Position zur Abschreckung Russlands: Die Einbeziehung Polens in die nukleare Teilhabe sollte diese Abschreckung maximieren. 54, 55 In diesem Zusammenhang unterstützt Litauen die Bemühungen der NATO um eine nukleare Modernisierung nachdrücklich. Da Diskussionen über eine europäische nukleare Abschreckung unter möglicherweise französischer Führung aufgekommen sind, könnte Litauen einen Beitritt zu einer solchen Strategie in Erwägung ziehen. 56 Litauen bleibt jedoch skeptisch, was die Durchführbarkeit dieser Alternative zum amerikanischen Nuklearschirm angeht. Gründe dafür sind die fehlende einheitliche europäische strategische Kultur, die begrenzten Fähigkeiten und die geringere Glaubwürdigkeit im Vergleich zu US-Atomwaffen. 57 Die Rückkehr von Donald Trump ins US-Präsidentenamt hat in Litauen Besorgnis über die innere Stabilität der NATO und die Zukunft der transatlantischen Beziehungen ausgelöst. Die Rhetorik der Trump-Regierung, die den Wert der NATO infrage stellt und sich aggressiv gegen einige Verbündete richtet, deutet auf eine mögliche Neuausrichtung des Engagements der USA hin. Wie bereits erwähnt, gibt es Befürchtungen hinsichtlich der Tragfähigkeit eines künftigen europäischen Sicherheitsrahmens, wenn die USA nicht präsent sind oder kein Interesse zeigen. Dies bedeutet nach Ansicht Litauens jedoch nicht, dass Europa nur Zuschauer bleiben sollte. Auch für die Litauer ist es notwendig, die europäischen Verteidigungskapazitäten zu erhöhen, insbesondere durch höhere Verteidigungsinvestitionen und eine Stärkung der Militärindustrie. 58 Litauen ist jedoch nach wie vor fest überzeugt, dass die NATO der Eckpfeiler der europäischen Sicherheit bleiben sollte, statt vollständig auf EU-Verteidigungsstrukturen zu setzen. Denn kein europäischer Staat kann die gleichen Fähigkeiten wie die USA bereitstellen. Als der einzig gangbare Weg 53 Kojala, L.(2024)»L. Kojala paaiškino, ką reikia žinoti apie Rusijos keičiamą branduolinę doktriną«, 15min, 5. März. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/pasau lis/l-kojala-paaiskino-ka-reikia-zinoti-apie-rusijos-keiciama-branduoline-doktrina-57-2345732(Zugriff: 6. April 2025). 54 Delfi(2024)»Lenkija- branduolinė valstybė: kas iš to būtų Lietuvai?«, Delfi, 25. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/lenkija-branduoline-valstybe-kasis-to-butu-lietuvai-95893313(Zugriff: 6. April 2025). 55»G. Nausėda idėją dėl branduolinio ginklo Lenkijoje vadina reikšmingu atgrasymo veiksniu«, Verslo žinios[Nachrichtenwebsite],(2024) 26. April. Verfügbar unter: https://www. vz.lt/verslo-aplinka/2024/04/26/g-nauseda-ideja-del-branduolinio-ginklo-lenkijoje-vadina-reiksmingu-atgrasymo-veiksniu(Zugriff: 6. April 2025). 56 Kojala, L.(2024)»L. Kojala atsako: kiek reali Prancūzijos branduolinio atgrasymo idėja?«, 15min, 18. März. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/pasaulis/lkojala-atsako-kiek-reali-prancuzijos-branduolinio-atgrasymo-ideja-57-2408014(Zugriff: 6. April 2025). 57»Prancūzijos branduolinis skėtis: G.Nausėda ir S.Skvernelis- už, G.Paluckas- skeptiškas, R.Žemaitaitis – prieš«, 15min.lt(Nachrichten-Website),(2025) 10. März. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/lietuva/prancuzijos-branduolinis-sketis-g-nauseda-ir-s-skvernelis-uz-g-paluckas-ir-r-zemaitaitis-pries-56-2409746(Zugriff: 6. April 2025). 58»Sakalienė: JAV žinutė- jos nesitraukia, bet Europa turi pasitempti«, LRT, 29. März. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2486791/sakaliene-jav-zinute-jos-­ nesitraukia-bet-europa-turi-pasitempti(Zugriff: 6. April 2025). Die Zukunft der NATO und der nuklearen Bewaffnung 9 wird eine deutliche Stärkung des europäischen Pfeilers der NATO bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der transatlantischen Beziehungen angesehen. Was die Entscheidungsfindung der NATO betrifft, hat Litauen keine guten Erfahrungen gemacht. Festmachen lässt ich dies z. B. am Veto der Türkei gegen die jeweiligen Anträge Schwedens und Finnlands auf einen Beitritt zur NATO sowie an der Blockade der baltischen Verteidigungspläne im Jahr 2020, die für Litauen von entscheidender Bedeutung waren. Aus litauischer Sicht sollten Angelegenheiten, die für die Sicherheit der NATO-Mitglieder von entscheidender Bedeutung sind, nicht durch nationale Interessen überschattet werden, die denen anderer Verbündeter erheblich schaden würden. Schließlich haben alle NATO-Staaten das gleiche Mitspracherecht. Es sollte daher keine»NATO der zwei Geschwindigkeiten« geben, in der die stärkeren und einflussreicheren Staaten sich über die Positionen der anderen hinwegsetzen. Um sich als kleiner Staat mehr Gehör zu verschaffen und eine einheitliche regionale Position zu vertreten, beteiligt sich Litauen an verschiedenen Programmen. Beispiele hierfür sind die Bukarest Neun, eine mitteleuropäische Initiative zur Stärkung der Ostflanke der NATO, sowie die Nordisch-Baltische Acht, eine nordeuropäische Initiative. Die Demokratie steht im Mittelpunkt der litauischen Diskussionen über die NATO. Sie ist der Grund, warum Litauen die NATO so wichtig ist: Das Bündnis schützt die litauische Lebensweise, die demokratischen Werte und das politische System des Landes. Die Hauptaufgabe der NATO sollte jedoch nicht in der Förderung der Demokratie bestehen, da es sich bei ihr in erster Linie um ein Militärbündnis handelt, dessen Schwerpunkt auf der Abschreckung potenzieller Aggressoren liegt. Litauen begrüßt die Initiativen der NATO, die z.B auf eine Beseitigung geschlechtsspezifischer Unterschiede im Militär oder eine umweltfreundliche Politik zielen. Dies sollte jedoch nicht zum Hauptanliegen des Bündnisses werden, da dessen Hauptziel nach wie vor die Gewährleistung der kollektiven Verteidigung ist. 10 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Literatur 15min.lt(2025):»Rusija karinius pajėgumus gali atkurti greičiau nei manyta anksčiau K. Budrys«, 15min, 4. April. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/ lietuva/rusija-karinius-pajegumus-gali-atkurti-greiciau-nei-manyta-anksciau-k-budrys-­ 56-2120976(Zugriff: 4. April 2025). 15min.lt(2012):»Spinter tyrimai: gyventojai iš naujosios valdžios tikisi strateginių ener getikos projektų tęstinumo«. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/ lietuva/spinter-tyrimai-gyventojai-is-naujosios-valdzios-tikisi-strateginiu-energetikosprojektu-testinumo-56-279181(Zugriff: 1. März 2025). 15min.lt(2025):»Prancūzijos branduolinis skėtis: G.Nausėda ir S.Skvernelis- už, G.Pa luckas- skeptiškas, R.Žemaitaitis- prieš«, 15min.lt, 10. März. Verfügbar unter: https:// www.15min.lt/naujiena/aktualu/lietuva/prancuzijos-branduolinis-sketis-g-nauseda-ir-­ s-skvernelis-uz-g-paluckas-ir-r-zemaitaitis-pries-56-2409746(Zugriff: 6. April 2025). Andrijauskas et al.(2025):»Kinijos informacinė įtaka Baltijos šalims: rizika ir stiprybės«, GSSC, 4. April. Verfügbar unter: https://www.gssc.lt/publikacija/kinijos-informacine-itaka-baltijos-salims-rizika-ir-stiprybes/(Zugriff: 4. April 2025). Andrukaitytė(2025):»Prezidento patarėjas: neabejojame, kad iš NATO susitikimo parsi vešime siektą rezultatą«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lie tuvoje/2/1728323/prezidento-patarejas-%20%20neabejojame-kad-is-nato-susitikimoparsivesime-siekta-rezultata(Zugriff: 4. April 2025). Bakaitė(2025):»NATO susitikimas Madride: kodėl jis vadinamas svarbiausiu nuo Sovietų Sąjungos griūties ir ką turėtų parvežti Lietuva«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/1728170/nato-susitikimas-madride-kodel-jisvadinamas-svarbiausiu-nuo-sovietu-sajungos-griuties-ir-ka-turetu-parvezti-lietuva (Zugriff: 4. April 2025). Bankauskaité, D. und Šlekys, D.(2023):»Lithuania’s Total Defense Review«, PRISM, 10(2), S. 54-77. Verfügbar unter: https://www.jstor.org/stable/48718173(Zugriff: 6. April 2025). Beniušis(2025):»Apklausa: dauguma Lietuvos gyventojų nepritaria politikai Kinijos at žvilgiu«, 15min, 4. April. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/lietuva/ apklausa-dauguma-lietuvos-gyventoju-nepritaria-politikai-kinijos-atzvilgiu-56-1626212 (Zugriff: 4. April 2025). Boruta(2025):»Retųjų žemių elementai: Vakarų strateginio atsako į Kinijos dominavi mą beieskant«, GSSC, 4. April. Verfügbar unter: https://www.gssc.lt/publikacija/retu ju-zemiu-elementai-vakaru-strateginio-atsako-i-kinijos-dominavima-beieskant/ (Zugriff: 4. April 2025). Boruta, Pinelytė(2025):»Kinijos informacinė įtaka Baltijos šalims: rizika ir stiprybės«, GSSC, 4. April. Verfügbar unter: https://www.gssc.lt/publikacija/kinijos-informacine-itaka-baltijos-salims-rizika-ir-stiprybes/(Zugriff: 4. April 2025). Brunalas(2025):»Kasčiūnas stebisi Anušausko pozicija dėl Vokietijos brigados«, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/kasciunas-stebisianusausko-pozicija-del-vokietijos-brigados-91443917(Zugriff: 4. April 2025). Datkūnas(2025):»Kasčiūnas: Vakarai turi turėti algoritmą, kaip bausti už sabotazo aktus«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2420441/kasciunasvakarai-turi-tureti-algoritma-kaip-bausti-uz-sabotazo-aktus(Zugriff: 4. April 2025). Delfi(2016):»Apklausa: lietuviai- už NATO ir stiprią kariuomenę«, Delfi, 18. Januar. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/apklausa-lietuviai-uz-natoir-stipria-kariuomene-70275978(Zugriff: 1. April 2025). Delfi(2017): Apklausa: Delfi(2017)»Apklausa: 8 iš 10 lietuvių teigiamai vertina narystę NATO«, Delfi, 6. Februar. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/apklausa-8-is-10-lietuviu-teigiamai-vertina-naryste-nato-73576694(Zugriff: 1. April 2025). Delfi(2022):»Putino ultimatumai kelia dvi versijas: realesnė žinia yra kur kas liūdnesnė«, Delfi, 20. Dezember. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/putino-ultimatumai-kelia-dvi-versijas-realesne-zinia-yra-kur-kas-liudnesne-88997773 (Zugriff: 4. April 2025). Delfi(2024):»Lenkija- branduolinė valstybė: kas iš to būtų Lietuvai?«, Delfi, 25. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/lenkija-branduoline-valstybekas-is-to-butu-lietuvai-95893313(Zugriff: 6. April 2025). Delfi(2025):»Jauniškis: turime ruoštis ilgam konfliktui«, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/daily/lithuania/jauniskis-turime-ruostis-ilgam-konfliktui-120082389(Zugriff: 4. April 2025). Goryashko, S.(2024): ›Will Putin attack NATO? No chance, says Lithuanian general ‹, Politico, 25. Januar. Verfügbar unter: https://www.politico.eu/article/lithuania-natoputin-ukraine-russia-war/(Zugriff: 4. April 2025). GSSC(2025):»Išlaidos gynybai: ar šuolis pateisins lūkesčius?«, GSSC, 4. April. Verfügbar unter: https://www.gssc.lt/publikacija/islaidos-gynybai-ar-suolis-pateisins-lukescius (Zugriff: 4. April 2025). Infa(2025):»G. Nausėda Miuncheno saugumo konferencijoje pasiūlė Rusijos sulaikymo strategiją«, Infa, 4. April. Verfügbar unter: https://infa.lt/102879/g-nauseda-miunchen­osaugumo-konferencijoje-pasiule-rusijos-sulaikymo-strategija/ (Zugriff: 4. April 2025). Jakubauskas(2025):»Kas yra divizija ir ko trūksta Lietuvai? Eksperto ir ministro vertini mai«, 15min, 4. April. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/lietuva/ kas-yra-divizija-ir-ko-truksta-lietuvai-eksperto-ir-ministro-vertinimai-56-2051000 (Zugriff: 4. April 2025). Janeliūnas, T.(2025):»Karas, kuris užbaigia epochą«, 15min, 4. April. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/komentarai/tomas-janeliunas-karas-kuris-uzbaigia-epocha-500-2014158(Zugriff: 4. April 2025). Ketlerienė(2025):»Budrys: jei mes norėsime būti nepriklausoma valstybė, saugumas turės būti kietas ir tvirtas«, LRT.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/ lietuvoje/2/1876232/budrys-jeigu-mes-noresime-buti-nepriklausoma-valstybe-saugumas-tures-buti-kietas-ir-tvirtas(Zugriff: 4. April 2025). Kojala(2025):»Linas Kojala:»Sudie, Amerika. Yra tik vienas būdas žinoti, kas tavo drau gai« II dalis’, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/ringas/lit/linas-kojala-sudie-amerika-yra-tik-vienas-budas-zinoti-kas-tavo-draugai-ii-dalis-81482309 (Zugriff: 4. April 2025). Kojala(2025):»Lithuania’s political shift«, Policy Commons, 4. April. Verfügbar unter: https://policycommons.net/artifacts/17909229/lithuanias-political-shift/18805085/ (Zugriff: 4. April 2025). Kojala(2025):»Trumpas ir Bidenas turi kai ką bendro«, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/ringas/lit/linas-kojala-trumpas-ir-bidenas-turi-kai-ka-bendro-85813271(Zugriff: 4. April 2025). Kojala, L.(2024):»L. Kojala atsako: kiek reali Prancūzijos branduolinio atgrasymo idėja?«, 15min, 18. März. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/pasaulis/ l-kojala-atsako-kiek-reali-prancuzijos-branduolinio-atgrasymo-ideja-57-2408014 (Zugriff: 6. April 2025). Kojala, L.(2024):»L. Kojala paaiškino, ką reikia žinoti apie Rusijos keičiamą branduolinę doktriną«, 15min, 5. März. Verfügbar unter: https://www.15min.lt/naujiena/aktualu/pa saulis/l-kojala-paaiskino-ka-reikia-zinoti-apie-rusijos-keiciama-branduoline-doktrina-57-2345732(Zugriff: 6. April 2025). Kojala, L.(2025):»Deklaracija svarbu, bet dar svarbiau- įgyvendinimas«, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/ringas/lit/linas-kojala-deklaracija-svarbu-betdar-svarbiau-igyvendinimas-90634119(Zugriff: 4. April 2025). Landsbergis, G.(2022):»Das Ende der Naivität: How NATO must boost Baltic defenses’, Politico, 11. Mai. Verfügbar unter: https://www.politico.eu/article/nato-baltic-defenceukraine-russia-war/(Zugriff: 4 April 2025). Landsbergis, G.(2023):»Landsbergis: jei Ukraina nelaimės, tai kainuos brangiau visiems«, LRT, 19. September. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/pasaulyje/6/2066639/ landsbergis-jei-ukraina-nelaimes-tai-kainuos-brangiau-visiems(Zugriff: 6. April 2025). Landsbergis, G.(2024):»Landsbergis Briuselyje: ›Turime pasitikėti Ukraina ir sudaryti vi sas sąlygas jos pergalei‹«, Užsienio reikalų ministerija, 30. August. Verfügbar unter: https://www.urm.lt/naujienos/141/landsbergis-briuselyje-turime-pasitiketi-ukraina-irsudaryti-visas-salygas-jos-pergalei:43003(Zugriff: 6. April 2025). Landsbergis, G.(2024):»G. Landsbergis Pietų Korėją vadina esmine partnere Indijos ir Ramiojo vandenyno regione«, Kauno diena, 26. April. Verfügbar unter: https://kauno.diena.lt/naujienos/lietuva/politika/g-landsbergis-pietu-koreja-vadina-esmine-partnereindijos-ir-ramiojo-vandenyno-regione-1171482(Zugriff: 6. April 2025). LRT(2025):»Estijos ekspertė: Putinas neišgyvens pralaimėjimo Ukrainoje, bet Rusijos režimas nežlugs«, LRT.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/pasauly je/6/1870865/estijos-eksperte-putinas-neisgyvens-pralaimejimo-ukrainoje-bet-rusijosrezimas-nezlugs(Zugriff: 4. April 2025). LRT(2025):»Landsbergis prakalbo apie dramatiškus pokyčius pasaulyje: laiko turime ­nedaug, Lietuva turi permąstyti saugumo koncepciją«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2128405/landsbergis-prakalbo-apie-dramatiskus-pokycius-pasaulyje-laiko-turime-nedaug-lietuva-turi-permastyti-saugumo-koncepcija (Zugriff: 4. April 2025). LRT(2025):»Šakalienė: Rusijos kariniai pajėgumai dabar tris kartus didesni nei prasidėjus invazijai«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2482972/ sakaliene-rusijos-kariniai-pajegumai-dabar-tris-kartus-didesni-nei-prasidejus-invazijai (Zugriff: 4. April 2025). LRT,(2024):»Budrys Kyjive: realios saugumo garantijos pirmiausia yra Ukrainos narystė NATO«, LRT, 20. Dezember. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/pasaulyje/6/24 43906/budrys-kyjive-realios-saugumo-garantijos-pirmiausia-yra-ukrainos-naryste-nato (Zugriff: 6. April 2025). LRT,(2025):»Sakalienė: JAV žinutė- jos nesitraukia, bet Europa turi pasitempti«, LRT, 29. März. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvoje/2/2486791/sakalienejav-zinute-jos-nesitraukia-bet-europa-turi-pasitempti(Zugriff: 6. April 2025). Mažeikis(2025):»G. Nausėda: nebūtų kuo džiaugtis, jei ne išmintingi sprendimai nepriklausomybės pradžioje«, Bernardinai.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.ber nardinai.lt/g-nauseda-nebutu-kuo-dziaugtis-jei-ne-izvalgus-sprendimai-nepriklauso mybes-pradzioje/(Zugriff: 4. April 2025). Literatur 11 Ministerium für nationale Verteidigung der Republik Litauen(2025):»Öffentliche ­Meinungsumfrage: Litauen vertraut den Streitkräften, unseren Verbündeten und würde sich an der bewaffneten Verteidigung des Landes beteiligen«, 23. Februar. Verfügbar in englischer Sprache unter: https://kam.lt/en/public-opinion-poll-lithuania-trusts-the-­ armed-forces-our-allies-and-would-take-part-in-armed-defence-of-the-country/ (Zugriff: 4. April 2025). Ministerium für nationale Verteidigung der Republik Litauen(n.d.): Verfügbar unter: https://kam.lt/faktai-ir-skaiciai/gynybos-biudzetas/(Zugriff: 4. April 2025). Ministerium für nationale Verteidigung Litauens(2025):»A. Anušauskas: Daugiau pajėgų Baltijos šalyse ant žemės ir stipri priešakinė gynyba yra vienintelė Rusijai suprantama at grasymo kalba«, Landesschutzministerium der Republik Litauen, 4. April. Verfügbar unter: https://kam.lt/a-anusauskas-daugiau-pajegu-baltijos-salyse-ant-zemes-ir-stipri-priesakinegynyba-yra-vienintele-rusijai-suprantama-atgrasymo-kalba/(Zugriff: 4. April 2025). Narkūnas(2025):»Nuo šiol kariausime kitaip: ar tikrai tankai tapo atgyvena, o mūšius laimės tik dronai?«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/naujienos/lietuvo je/2/2312065/nuo-siol-kariausime-kitaip-ar-tikrai-tankai-tapo-atgyvena-o-musius-laimes-tik-dronai(Zugriff: 4. April 2025). Paškevičius(2025):»Amerikos politika suksis į Rytų Aziją pasibaigus Miuncheno konfe rencijai: Europa jaudinasi dėl saugumo«, LRT, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt. lt/naujienos/pasaulyje/6/2198285/amerikos-politika-suksis-i-rytu-azija-pasibaigus-miuncheno-konferencijai-europa-jaudinasi-del-saugumo(Zugriff: 4. April 2025). Pikelytė(2025):»Budrys dėl incidento Baltijos jūroje tikisi veiksmų iš ES ir NATO, siūlo sankcijas šešėliniam laivynui«, Delfi, 4. April. Verfügbar unter: https://www.delfi.lt/news/ daily/lithuania/budrys-del-incidento-baltijos-juroje-tikisi-veiksmu-is-es-ir-nato-siulosankcijas-seseliniam-laivynui-120074832(Zugriff: 4. April 2025). Seimas der Republik Litauen(2017):»Nationale Sicherheitsstrategie«. Verfügbar unter: https://www.lrs.lt/docs2/QEFCHPVC.PDF(Zugriff: 4. April 2025). Seimas der Republik Litauen(2022):»Dėl Lietuvos Respublikos Seimo 2002 m. gegužės 28 d. nutarimo Nr. IX-907»Dėl Nacionalinio saugumo strategijos patvirtinimo« pakeiti mo«. Verfügbar unter: https://e-seimas.lrs.lt/portal/legalAct/lt/TAP/aee4a9f05bf111ecb2fe9975f8a9e52e(Zugriff: 4. April 2025). Skėrytė(2025):»G. Nausėda: nebūtų kuo džiaugtis, jei ne išmintingi sprendimai nepri klausomybės pradžioje«, Bernardinai.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.bernardi nai.lt/g-nauseda-nebutu-kuo-dziaugtis-jei-ne-izvalgus-sprendimai-nepriklausomybespradzioje/(Zugriff: 4. April 2025). Šlekys, D.(2025):«Karo lažybos», LRT.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.lrt.lt/nau jienos/nuomones/3/2213110/deividas-slekys-karo-lazybos(Zugriff: 4. April 2025). TV3(2025):»Lietuvos atsargos pulkininkas apie kritikuojamą sprendimą įsigyti tankų: obuolių su apelsinais- niekas nemaiso«, TV3, 4. April. Verfügbar unter: https://www.tv3. lt/naujiena/video/lietuvos-atsargos-pulkininkas-apie-kritikuojama-sprendima-isigyti-tanku-obuoliu-su-apelsinais-niekas-nemaiso-n1252516(Zugriff: 4. April 2025). TV3.lt(2025):»Budrys neatmeta galimybės Lietuvai įsitraukti į taikos operaciją Ukrainoje«, TV3.lt, 1. März. Verfügbar unter: https://www.tv3.lt/naujiena/lietuva/budrys-neatmeta-galimybes-lietuvai-isitraukti-i-taikos-operacija-ukrainoje-n1401558(Zugriff: 6. April 2025). Verslo žinios(2024):»G. Nausėda idėją dėl branduolinio ginklo Lenkijoje vadina reikš mingu atgrasymo veiksniu«, Verslo žinios, 26. April. Verfügbar unter: https://www.vz.lt/ verslo-aplinka/2024/04/26/g-nauseda-ideja-del-branduolinio-ginklo-lenkijoje-vadina -reiksmingu-atgrasymo-veiksniu(Zugriff: 6. April 2025). VSD(2025): 2025 Lithuanian Security Report. Verfügbar unter: https://www.vsd.lt/wpcontent/uploads/2025/03/2025-LT.pdf(Zugriff: 4. April 2025). Žukas(2025):«Kodėl Rusija pradėjo karą?», Bernardinai.lt, 4. April. Verfügbar unter: https://www.bernardinai.lt/kodel-rusija-pradejo-kara/(Zugriff: 4. April 2025). 12 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Über den Autor Adam Roževič ist Forscher am Geopolitics and Security Studies Center(GSSC) in Vilnius. Seine wissenschaftliche Arbeit fokussiert auf die NATO und Verteidigungspolitik. Die Zukunft der NATO – Länderstudie Litauen Die NATO ist seit ihrer Gründung die zentrale Sicherheitssäule der deutschen und europäischen Verteidigungspolitik. Seit dem Ende des Kalten Krieges durchlief sie eine Reihe interner Transformationen und Neuausrichtungen, ausgelöst durch die Entwicklungen im internationalen Sicherheitsumfeld und durch den Druck seiner Mitgliedsstaaten. Während der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine das Selbstverständnis der NATO als zentraler Garant der kollektiven Sicherheit gestärkt hat, müssen mit dem Wechsel der US-Administration Anfang 2025 erneut grundlegende Fragen geklärt werden. Welche Rolle werden die USA zukünftig für Europas Sicherheit übernehmen und wie können die europäischen Nationen darauf reagieren? Diese Publikation ist Teil der Studie»Die Zukunft der NATO«, in der die verschiedenen Debatten zur Allianz und den aktuellen Sicherheitsherausforderungen in 11 Mitgliedsstaaten und 3 Nicht-Mitgliedsstaaten zusammengefasst und analysiert werden. Diese Länderstudien sind Grundlage für eine zusammenfassende Publikation, um mögliche Antworten auf die offenen Fragen zu finden und mögliche Zukünfte der NATO zu entwerfen. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie hier: ↗ fes.de