STUDIE Andrea Frenzel Juni 2025 Deutsch-chinesische Kooperationen in Bildung und Kultur Austausch und Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene Impressum Herausgeberin Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Godesberger Allee 149 53175 Bonn info@fes.de Herausgebende Abteilung Abteilung Internationale Zusammenarbeit| Referat Asien und Pazifik Inhaltliche Verantwortung und Redaktion Dr. Niels Hegewisch, China Desk, Referat Asien und Pazifik niels.hegewisch@fes.de Design/Layout pertext| corporate publishing www.pertext.de Die in dieser Publikation zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind nicht notwendigerweise die der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.(FES). Eine gewerbliche Nutzung der von der FES heraus­gegebenen ­Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. ­Publikationen der FES dürfen nicht für Wahlkampfzwecke verwendet werden. Juni 2025 © Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. ISBN 978-3-98628-719-1 Weitere Publikationen der Friedrich-Ebert-Stiftung finden Sie hier: ↗ www.fes.de/publikationen Andrea Frenzel Juni 2025 Deutsch-chinesische ­Kooperationen in Bildung und Kultur Austausch und Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene  Inhalt Zusammenfassung .................................................  3 1 Einleitung und Methode ..........................................  4 2 Voraussetzungen in den Kommunen ................................  8 Rolle der Kommunen in der Auswärtigen Kultur- und Bildungsarbeit .....  8 Bestandsaufnahme der deutsch-chinesischen Kommunalbeziehungen ....  8 3 Schulaustausche ...............................................  11 Politische Zielsetzungen........................................  12 Die Rolle des Bundes, der Länder und überregionaler Initiativen ........  14 Akteure und Initiativen in China ..................................  16 Herausforderungen und Mehrwert aus deutscher Sicht ................  16 Unterstützungspotenziale in den Kommunen ........................  18 4 Konfuzius-Institute.............................................  20 Konfuzius-Institute in Deutschland ................................  20 Schwindende Spielräume ........................................  24 Perspektiven auf die Konfuzius-Institute ............................  25 Bedeutung für die deutsch-chinesischen Beziehungen ................  30 5 Bildungskooperationen und China-Kompetenz ......................  35 6 Fazit und Empfehlungen .........................................  37 Literatur ........................................................  39 Abkürzungsverzeichnis ............................................  44 Zusammenfassung Austausch und Zusammenarbeit in Bildung und Kultur tragen wesentlich zur Ausgestaltung der komplexen deutschchinesischen Beziehungen bei, insbesondere in den kommunalen Außenbeziehungen. In vielen Rathäusern wird die Bedeutung des Bildungsbereichs im Rahmen von deutsch-chinesischen Kommunalbeziehungen sehr hoch eingeschätzt. Kommunen sehen Bildungsaustausche als essenzielles Format zur Etablierung von Kommunikationskanälen mit langfristigem gesellschaftlichem und politischem Nutzen und als Beitrag zu mehr China-Kompetenz. China-Kompetenz ist eine grundlegende Handlungsfähigkeit im Umgang mit chinesischen Akteuren. Damit ist sie mehr als eine Summe von Kenntnissen und Fähigkeiten. Je nach Kontext können Wissensaspekte, interkulturelle und sprachliche Kompetenzen unterschiedlich gewichtet sein. Im Idealfall entsteht im Zusammenspiel von Teilkompetenzen eine Handlungskompetenz, die Handlungsbereitschaft und Reflexionsfähigkeit einschließt. Bildung(insbesondere Schul- und Erwachsenenbildung) sollte auch jenseits der kommunalen Ebene nicht aus dem Denken über China-Kompetenz ausgespart werden, weil ChinaKompetenz in der Breite der Bevölkerung benötigt wird und nicht nur in einzelnen Sektoren wie Politik oder Wirtschaft. Bildungsaustausch und-zusammenarbeit sind elementar wichtig für den Aufbau von China-Kompetenz und für die aktive Gestaltung der bilateralen Beziehungen, denn gerade hierdurch werden neben Wissen interkulturelle und kommunikative Kompetenzen erworben, die langfristig zu Verständigung und Konfliktprävention beitragen können. Gerade angesichts geopolitischer Spannungen wäre ein Ausbau entsprechender Angebote sinnvoll und folgerichtig. Tatsächlich geht die Entwicklung jedoch in die gegensätzliche Richtung: der Ausbau des schulischen Chinesischunterrichts stagniert auf niedrigstem Niveau und der deutschchinesische Schulaustausch ist durch stark gestiegene Kosten und den Wegfall von Förderungen existentiell bedroht. Die finanziellen Fördermöglichkeiten für den deutsch-chinesischen Schulaustausch müssen daher wieder verbessert werden. Geschieht dies nicht, geraten insbesondere Schulaustausche mit fernen Ländern wie China zu Instrumenten sozialer Selektion. Zudem bedarf es im Umgang mit Verunsicherungen einer konstruktiven schulischen und gesellschaftlichen Diskussionskultur sowie einer soliden Wissensbasis nicht nur in Bezug auf aktuelle China-Themen, sondern auch grundsätzlich, wenn es um den Beitrag des Bildungs- und Kulturaustauschs zu mehr China-Kompetenz geht. Akteure in der Politik und im Bildungssystem sind dabei gleichermaßen gefordert. Konkret kann in Kommunen, Ländern und darüber hinaus die Ausrichtung von Runden Tischen und anderen Austauschformaten wertvolle Unterstützung leisten. Während der Schulaustausch dezentral und überwiegend direkt zwischen deutschen und chinesischen Schulen organisiert wird(manchmal mit Unterstützung der lokalen Verwaltung), sind Konfuzius-Institute Bildungs- und Kultureinrichtungen, die strukturell eng mit dem chinesischen Staat verbunden sind. Sie werden im öffentlichen Diskurs vorwiegend als Einflussinstrumente zur Durchsetzung strategischer Interessen Chinas betrachtet – in Deutschland vor ­allem in Hinblick auf die Risiken von Hochschulkooperationen. Bildungspolitische und kulturdiplomatische Sicht­weisen bleiben dabei häufig unberücksichtigt. Doch Konfuzius-­Institute sind in ihrer Arbeitspraxis zuvorderst Institutionen der Sprachförderung und des Kulturaustauschs, keine Forschungseinrichtungen. Sie leisten somit grundsätzlich einen Beitrag zum Aufbau von China-Kompetenz, der angesichts fehlender Alternativen in Deutschland nicht kurzfristig zu ersetzen ist. Zudem etabliert die tägliche Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Partnern im Rahmen des kooperativen Modells der Konfuzius-Institute feste Dialogkanäle. Der kritische öffentliche Diskurs um die Konfuzius-Institute kann Anstoß dazu geben, dass deutsche Partner den Modalitäten der Kooperation mehr Aufmerksamkeit widmen und sich vor allem ihre eigenen Zielsetzungen und Interessen darin bewusst machen. Das ­Potenzial der Institute auszuschöpfen, verlangt von den deutschen Vertragspartnern Verantwortung und bewusstes Handeln. Die Sicht auf die Konfuzius-Institute sollte daher systemischer sein und neben geopolitischen Spannungen und Rivalitäten auch den Wert und die Ziele der Kulturdiplomatie sowie realistische Kapazitäten zum Ausbau von China-Kompetenz in Deutschland einbeziehen. Der gesellschaftliche Beitrag der Konfuzius-Institute für China-Kompetenz fällt umso größer aus, je mehr die deutsche Seite sich auf Grundlage eigener Zielsetzungen engagiert. Kommunen, Hochschulen und andere deutsche Akteure sollten sich deshalb mit klar formulierten eigenen Interessen eher stärker als weniger in Kooperationen mit Konfuzius-Instituten einbringen, um die beträchtlichen Gestaltungsmöglichkeiten in der Kooperation voll auszuschöpfen. Der Ausbau von China-Kompetenz wird aller Voraussicht nach auch in Zukunft in Deutschland nicht flächendeckend und in großem Stil geschehen. Strategische Weichenstellungen sind daher nötig, um vorhandene Ansätze zu stützen. Gerade weil China eine große Herausforderung ist, ­verdienen Chancen in der Bildungszusammenarbeit daher mehr Aufmerksamkeit, denn Kultur- und Bildungsaustausch legen das Fundament für eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit China. Zusammenfassung 3 1 Einleitung und Methode In der komplexen Ausgestaltung der bilateralen Beziehungen zur Globalmacht China genießt der über Jahrzehnte gewachsene Bildungs- und Kulturaustausch einen wichtigen Stellenwert. Die vorliegende Publikation untersucht diesen Bereich insbesondere mit Blick auf die kommunale Ebene als Weiterführung des Projekts Kommunen: Kernstück deutscher China-Politik 1 . Im Zentrum stehen dabei Fragen nach politischen Zielsetzungen auf deutscher und chinesischer Seite sowie nach dem Mehrwert der Koope­ rationen für den Ausbau von China-Kompetenz und für die bewusste Gestaltung der bilateralen Beziehungen auf gesellschaftlicher Ebene. Kulturaustausch und Bildungskooperationen sind Teil der operativen China-Politik in den Kommunen. Was auf der kommunalen Ebene stattfindet, kann zugleich mit der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik(AKBP) des Bundes, der Länder und mit Chinas Kulturdiplomatie verbunden sein. Dies führt zu einer Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen, etwa im zivilgesellschaftlichen Vereinswesen oder der Erwachsenenbildung. Hier soll der Thematik anhand von zwei Fallbeispielen nachgegangen werden, die strukturell gewissermaßen an unterschiedlichen Enden des Spektrums stehen: Schulaustausch und Konfuzius-Institute. Sofern die(Auswärtige) Kultur- und Bildungspolitik nicht aus Debatten um Geopolitik und Systemrivalität ausgeklammert wird, besteht im gegenwärtigen deutschen China-Diskurs eine Tendenz, sie gleichsam mit Haut und Haaren der Logik dieser» high politics« einzuverleiben. Dies ist als Reaktion auf die umfassende strategische Ausrichtung chinesischer Politik, einschließlich der Außenkulturpolitik, nachvollziehbar. Schließlich soll Auswärtige Kulturpolitik als Mittel der Außenpolitik deren Ziele umsetzen. Moderne Auswärtige Kulturpolitik basiert auf dem Prinzip des Kulturaustauschs – eines gegenseitigen Sendens und Empfangens. Sie dient dadurch nicht nur der Wertevermittlung, sondern auch der Krisenprävention durch die Ausbildung interkultureller Kommunikationsfähigkeit. Kultur- und Bildungsaustausch sind Zukunftsinvestitionen, die Risiken mindern können, weil sie langfristig das Verstehen und die Verständigung erleichtern. In der gegenseitigen Kulturdiplomatie mit Staaten wie China, die(auch) als Systemrivalen aufgefasst werden, entsteht dadurch auf beiden Seiten eine interne Spannung, da die Auswärtige Kulturpolitik ein Instrument darstellt, dessen Handlungsgrundsatz – der Kulturaustausch – im Kern kaum instrumentalisierbar ist. Die politische Nutzbarmachung kann das gesamte Projekt gefährden. Dieser grundsätzliche Aspekt verdient im praxispolitischen Umgang mit deutschchinesischen Bildungskooperationen mehr Beachtung. Methode Auf Grundlage umfassender Recherchen wurden zum einen Primärquellen(z. B. Webauftritte sowie deutsche und chinesische Politikdokumente und Statements), Forschungs­ literatur und der Pressediskurs gesichtet, zum anderen Hintergrundgespräche mit Akteur:innen aus Kommunalverwaltungen, Konfuzius-Instituten, Mittlerorganisationen, Schulen sowie weiteren relevanten Einrichtungen des Bildungsbereichs geführt, aufbauend auf über 80 semistrukturierten Hintergrundgesprächen für die Vorgängerstudie. In die Auswertung und Analyse wurden zudem Erkenntnisse und Informationen aus mehreren Netzwerkveranstaltungen aufgenommen. Die Daten zum Schulaustausch basieren überwiegend auf einer Erhebung des Bildungsnetzwerks China und des Fachverbands Chinesisch von 2023, an der die Autorin beteiligt war. 1 Vgl. Frenzel, Andrea/ Godehardt, Nadine/ Pantekoek, Stefan/ Schulze, David(2024): Kommunen: Kernstück deutscher China-Politik. Entwicklungen und Zukunftsperspektiven, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung. 4 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Politische Entwicklungen in China Abb. 1 China hat seine Politik unter Staatspräsident und Parteichef Xi Jinping seit 2013 neu ausgerichtet. In dieser Zeit hat sich das Land zu einer globalen Macht entwickelt, die den Anspruch hat, die Weltordnung maßgeblich zu prägen. Sukzessive politische und wirtschaftliche ­Reformen haben dabei nicht zu einer Liberalisierung nach westlichen Vorstellungen geführt; die von der Staats- und Parteiführung angestrebte»Modernisierung chinesischer Art« vollzieht sich unter dem immer wieder bekräftigten Führungs­anspruch der Kommunistischen Partei Chinas(KPCh). 1 Insbesondere seit 2017/2018 verstärkte sich die Tendenz zur Zentralisierung und zur Konzentration von Macht in den Händen von Xi Jinping und der KPCh. Damit einher geht eine fortschreitende Integration von Staat und Partei sowie eine stärkere Kopplung außenpolitischen Handelns an innenpolitische Maßgaben, ideologisch untermauert durch das wachsende Gedankengebäude von»Xi Jinping Thought on Socialism with Chinese Characteristics for a New Era«, das sich auch auf spezifische Bereiche wie Diplomatie( 习近平外交思想 , 2018) oder Kultur( 习近平文化思想 , 2023) erstreckt. Zivilgesellschaftliche Freiräume nehmen proportional zur verstärk ten autoritären Kontrolle der Partei über die Gesellschaft ab. Wesentliches Merkmal dieser Entwicklung ist ein zentraler Fokus auf nationale ­Sicherheit, die sehr umfassend verstanden wird und nahezu alle politischen und gesellschaftlichen Bereiche einschließt. Versicherheitlichung löste das Primat der wirtschaftlichen Entwicklung ab; beide Bereiche sind in ihrer Bedeutung seit 2020 partei-offiziell gleichgestellt. 2 Die Umsetzung geschieht mittels verschiedener Gesetze wie dem Gesetz über das Management der Aktivitäten ausländischer Nichtregierungsorganisationen(2017), dem Gesetz über die Außenbeziehungen(2023) oder dem Spionageabwehrgesetz(2023), in dem die»ganzheitliche Sichtweise auf nationale Sicherheit« festgeschrieben wurde. 3 1  Vgl. Godehardt(2024), S. 13–14. 2  Vgl. Godehardt(2022), S. 16. 3  Vgl. China Law Translate(2023), Article 2. Einleitung und Methode 5 Sicherheit, Patriotismus und Bildung Das auf Deng Xiaoping zurückgehende Konzept»Kultureller Sicherheit«( 文化安全 ) ist Teil des umfassenden Verständnisses von nationaler Sicherheit. Es dient dazu, die zen trale Stellung der Partei in Staat und Gesellschaft zu festigen und als schädlich empfundenes westliches Denken, etwa in Bezug auf Demokratie und Menschenrechte, insbesondere von der jungen Generation fernzuhalten. 4 2020 wurden Richtlinien über die »Bildung für nationale Sicherheit«( 国家安全教育 ) herausgegeben, die sich an Schulen und Universitäten richten und unter anderem Vorschläge für die Einbeziehung entsprechender Inhalte in Lehrpläne machen. 5 Das im Oktober 2023 verabschiedete Gesetz über die patriotische Erziehung bezieht sich nicht nur auf den Bildungsbereich, sondern auch auf verschiedene Lebensbereiche und Altersstufen. Zudem legt es fest, dass Erziehung zum Patriotismus in sämtlichen Schultypen und-stufen stattfinden soll. Dies schließt unterschiedliche Aspekte ein: neben partei-ideologischen, historischen und weiteren Themen auch Inhalte zur nationalen Sicherheit und Verteidigung. 6 Das Gesetz baut auf verschiedenen Direktiven aus den Vorjahren auf und verfestigt bzw. erweitert Elemente der Erziehung zum Patriotismus, die ­bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes im chinesischen Bildungssystem implementiert waren. 7 Adaption und Warnungen Das Bestreben der KPCh, gesellschaftliche Strukturen systematischer für die Verwirklichung ihrer Ziele zu nutzen, führt jedoch»nicht nur zu einer Expansion des Überwachungs- und Kontrollanspruchs der KPCh und ihrer zentralisierten Führungsstruktur in der Gesellschaft[…], sondern auch immer wieder zur Anpassung der Partei an die spezifischen Herausforderungen der chinesischen Gesellschaft und an die chinesischen Entwicklungsziele« 8 . In diesem Adaptionsprozess melden sich auch Expert:innen des Landes mit Warnungen und Kritik im Hinblick auf ein verabsolutiertes Sicherheits­ denken zu Wort. Dieses könne nicht nur den Außenbeziehungen potenziell schaden, sondern durch ein hermetisches, hypernationalistisches Mindset innerhalb der heranwachsenden Generation womöglich auch ein verzerrtes und unrealistisches Weltbild mit sich bringen, das Chinas eigenen Interessen entgegenstehen könnte. 9 Bildungsreformen und parteilicher Führungsanspruch in der Bildungspolitik Nach vorangegangenen Reformen markierte die Nationale Bildungskonferenz im September 2018 einen neuen Abschnitt in der chinesischen Bildungspolitik. Xi Jinping rief bei diesem Anlass in einer Rede den Wandel vom Kapazitätsaufbau( 规模增长 ) zur Qualitätsverbesserung( 质量提升 ) aus. 10 Neben der anhaltenden Bedeutung von 4 Vgl. Drinhausen/ Legarda(2022), S. 11, 17. 5 Vgl. Bildungsministerium der Volksrepublik China(2020); Drinhausen/ Legarda(2022), S. 10. 6  Vgl. Australian Government – Department of Education(2024). 7  Vgl. u. a. Bildungsministerium der Volksrepublik China(2016). 8 Frenzel/ Godehardt/ Pantekoek/ Schulze(2024), S. 8. 9 Vgl. Drinhausen/ Legarda(2022), S. 18. 10  Vgl. Zentralregierung der Volksrepublik China(2018b). 6 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Bildungsgerechtigkeit und Bildungsreformen betonte er die unterstützende Rolle der »Bildungsmodernisierung« bei der Modernisierung Chinas, einhergehend mit der Bekräftigung des grundsätzlichen Führungsanspruchs der KPCh in der Bildungsarbeit, dessen Umsetzung Aufgabe der Parteistrukturen in Bildungsbehörden und Schulen sei. Im folgenden Jahr verabschiedete der Staatsrat zwei Mehrjahrespläne zur umfassenden Reform und Weiterentwicklung des chinesischen Bildungsbereichs in diesem Sinne. 11 Die auf der Bildungskonferenz betonte Rolle der Parteiorganisationen, die bildungs­politischen Vorgaben der Partei im Schulsystem zu vertreten und zu verant worten, wurde 2022 in einem weiteren Richtungsdokument konkretisiert. 12 Mehr als andere Bildungsreformen der letzten Jahre in China, etwa Curricula und die Hochschulaufnahmeprüfung( 高考 ) betreffend, wurden hierzulande die im Sommer 2021 beschlossenen Maßnahmen zur»doppelten Entlastung«(auch:»doppelte Reduzierung«/ 双减 ) beachtet. Sie zielten – mit durchwachsenem Erfolg – auf eine nachhaltige Verringerung von Leistungsdruck und Arbeitspensum für chinesische Schüler:innen sowie auf die finanzielle Entlastung von Familien. Der private Nachhilfesektor wurde in seiner damaligen Form quasi über Nacht verboten, während Schulen Auflagen erhielten, etwa weniger Hausaufgaben aufzugeben. 13 Globale Initiativen 2013 lancierte die chinesische Regierung mit der Belt and Road Initiative(BRI) ein weitreichendes Infrastruktur- und Handelsprojekt, das Chinas geopolitischen Gestaltungsanspruch verwirklichen soll. 14 Neben staatlichen, parteilichen und wirtschaftlichen Akteuren, die entlang dieser»neuen Seidenstraße« Chinas globale Konnektivitätspolitik umsetzen, haben im Bereich von Kultur und Bildung vor allem die Konfuzius-Institute eine unterstützende Funktion. 2018 existierten Institute in knapp der Hälfte der damals mit der BRI verbundenen Länder. Im selben Jahr wurden 59 Prozent der Stipendien der Konfuzius-Institute an Studierende aus BRI-Ländern vergeben. 15 In den letzten Jahren wurde das chinesische Portfolio strategischer Initiativen mit globalem Anspruch um drei weitere ergänzt: die Global Development Initiative(GDI, 2021), die Global Security Initiative(GSI, 2022) und die Global Civilization Initiative (GCI, 2023). Die neuen Initiativen dienen dazu, chinesische Auffassungen von Entwick lung, Sicherheit und Zivilisation im Kontext globaler Governance zu transportieren und zu legitimieren. Sie ergänzen die BRI, die nach inhaltlichen Anpassungen ihre Ambitionen eingeschränkt, aber nicht aufgegeben hat. 16 Die GCI als jüngste dieser Initiativen skizziert einen Ansatz friedlicher Koexistenz und nutzbringender Interaktion verschiedener»Zivilisationen« bei Wahrung ihrer Diversität. 17 Dabei bleibt der Zivilisationsbegriff schwammig, insbesondere in(Nicht-)Abgrenzung zum Staatsbegriff. Es liegt nahe, dass der gesellschaftlich-kulturelle Austausch als ein geeignetes Mittel zum Erreichen des propagierten Ideals betont wird. Doch auch wenn spezifische Projekte bereits angekündigt sind, scheint das Narrativ bislang kaum operationalisiert worden zu sein. 18 11  Vgl. Australian Government – Department of Education(2020). 12  Vgl. Zentralregierung der Volksrepublik China(2022). 13  Vgl. Bildungsministerium der Volksrepublik China(2021). 14  Vgl. Godehardt(2022), S. 11–13. 15 Genauer gesagt in 59 von damals 123 BRI-Ländern. Vgl. Zhu/ Li(2023), S. 501–502; Sacks(2021). 16  Vgl. Godehardt(2022), S. 15, 17. 17  Vgl. Kewalramani(2024), S. 25. 18 Vgl. Buzan/ Zhang(2024), S. 107, 110; Ellis(2023). Einleitung und Methode 7 2 Voraussetzungen in den Kommunen Rolle der Kommunen in der Auswärtigen Kultur- und Bildungsarbeit Kommunale Außenbeziehungen vollziehen sich zu einem wesentlichen Teil durch Kultur und Bildung. Konzeptionelle Grundlagen für den internationalen Kulturaustausch sind laut einer Studie des Instituts für Auslandsbeziehungen in deutschen Kommunen weit verbreitet, hinsichtlich organisatorischer Strukturen bestehen jedoch große Unterschiede. Mittlerorganisationen und weitere Akteure der Auswärtigen Kulturpolitik seien zwar bekannt, so ein Ergebnis der Studie, entsprechende Programme würden aber eher wenig genutzt. Die Autor:innen stellen zudem fest:»Neben der Kommunalverwaltung gibt es in den Kommunen zahlreiche weitere Akteure, die internationalen Kulturaustausch betreiben. In etwa drei Vierteln der Kommunen sind den Verwaltungen auch andere Akteure aus ihrer eigenen Kommune bekannt. Bei diesen Akteuren handelt es sich insbesondere um Organisationen aus dem Kulturbereich, darunter überwiegend zivilgesellschaftlich getragene, sowie ausländische Kulturinstitute und sonstige Akteure wie Hochschulen oder binationale Vereine.« 2 Zu den diversen Akteuren, welche die Außenbeziehungen der Kommunen direkt oder indirekt mitgestalten, gehören auch Mittlerorganisationen und Initiativen des Bundes und der Länder. Das Goethe-Institut ist der überregionale Akteur, mit dem die Kommunen nach ihren eigenen Angaben im Kulturbereich am häufigsten zusammenarbeiten. 3 Durch die Schulen als kommunale Akteure ist der Pädagogische Austauschdienst(PAD) der Kultusministerkonferenz ebenfalls in den Bildungsaustausch involviert. Im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik des Bundes wird den Kommunen unter dem Stichwort ­»Urban Diplomacy« eine relevante Rolle zugestanden. Der Begriff zielt vor allem auf die Interaktion der Zivilgesellschaften ab – eine»Außenpolitik der Gesellschaften« 4 . Handlungsfelder, die Kommunen im internationalen Kultur­austausch priorisieren, entsprechen oft Handlungsfeldern der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik des Bundes, etwa Künstleraustausch, gemeinsame Kulturprojekte, Kooperationen von Einrichtungen, Stärkung der kulturellen Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft im Ausland sowie Jugendaustausch. 5 Allerdings ist die Abstimmung mit Bund und Ländern ebenso wie die Vernetzung der Kommunen untereinander in Bezug auf die internationale Kulturarbeit stark ausbaufähig. Dabei folgte der Bundestag bereits 2001 einem Entschließungsantrag, der die Bundesregierung aufforderte,»die zunehmende Kommunalisierung der Auswärtigen Kulturpolitik unterstützend zu begleiten und in diesem Zusammenhang die Kräfte der ­Zivilgesellschaft mehr als bisher in die Strukturen der Auswärtigen Kulturpolitik einzubinden« 6 . Für den Jugendbereich ist neben Austauschbegegnungen und gemeinsamen Projekten, etwa in den Bereichen Musik und Sport, auch die Sprachbildung als wichtiger Inhalt von Kommunalbeziehungen hervorzuheben. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund weist im europäischen Kontext auf die Bedeutung von Projekten hin, die Sprachkompetenz fördern:»Die sprachliche Verständigung ist die grundlegende Voraussetzung für eine lebendige Partnerschaft. Eine mangelnde Kenntnis der Sprache der Kooperationspartner wird als eines der häufigsten Hemmnisse für eine fruchtbare Zusammenarbeit genannt.« 7 Dies gilt umso mehr für Partnerschaften mit Kommunen in außereuropäischen Ländern. Bestandsaufnahme der deutsch-chinesischen Kommunalbeziehungen 8 Die ersten deutsch-chinesischen Kommunalpartnerschaften entstanden in den 1980er-Jahren und basieren oft auf einem gemeinsamen Interesse an wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Daneben waren Kultur und Bildung seit jeher wichtige Kooperationsfelder, die in den letzten Jahren noch 2 Blumenreich/ Löding(2017), S. 68–69. 3  Vgl. ebd., S. 49. 4  Deutscher Bundestag(2023), S. 35. 5 Vgl. Blumenreich/ Löding(2017), S. 45. 6  Deutscher Bundestag(2001), S. 7. 7 Zimmermann/ Nutzenberger(2011), S. 16. 8  Dieser Abschnitt ist eine Zusammenfassung von Ergebnissen aus der Studie Kommunen: Kernstück deutscher China-Politik. Entwicklungen und Zukunftsperspektiven, ­Abschnitt 4 und 5. 8 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Deutsch-chinesische Kommunalpartnerschaften und Schulaustausche Abb. 2 Kommunalpartnerschaften * Schulpartnerschaften ** 20 4 SchleswigHolstein 9 5 1 Hamburg 62 3 1 Bremen 22 19 Mecklenburg0 Vorpommern 12 36 NordrheinWestfalen 22 35 14 Niedersachsen 21 Sachsen-Anhalt 1 Berlin 7 2 Brandenburg 22 Thüringen 8 5 Sachsen 7 RheinlandPfalz 01 Saarland Hessen 31 21 17 16 BadenWürttemberg Bayern Anmerkungen:* Vgl. Frenzel/ Godehardt/ Pantekoek/ Schulze, S. 18.** Die Angaben zum Schulaustausch stellen die verifizierbaren Mindestzahlen dar. Die tatsächlichen Zahlen können höher liegen. Quelle: Erhebung durch das Bildungsnetzwerk China und den Fachverband Chinesisch 2023. Voraussetzungen in den Kommunen 9 an Bedeutung gewonnen haben. 9 Im Mittelpunkt der Partnerschaften steht der Aufbau kooperativer Beziehungen und der kulturelle wie fachliche Erfahrungsaustausch. Es existieren ca. 140 dieser Kommunalbeziehungen – nicht nur formale Partnerschaften, sondern auch Städtefreundschaften und weitere Kooperationsvereinbarungen. 10 Kommunen sind von zentraler Bedeutung für die deutsche China-Politik. Nicht nur im wirtschaftlichen Kontext, sondern auch in Kultur und Bildung werden Beziehungen gestaltet und Entscheidungen maßgeblich vor Ort getroffen. Die Suche nach Lösungsansätzen, die Anliegen und Perspektiven der verschiedenen Ebenen aufnehmen, ist auch vor dem Hintergrund der ersten China-Strategie der Bundesregierung 11 aus dem Jahr 2023 wichtig, geht damit doch das Ziel einher, den Beziehungen mit China einen Rahmen zu geben. Aus Sicht der Kommunen zeigen sich dabei jedoch mehrere Herausforderungen und Problemfelder: → Wettbewerb ist ein definierendes Element kommunaler China-Politik: Kommunen konkurrieren um knappe Ressourcen im wirtschaftlichen Bereich(private Investitionen, Arbeitskräfte), aber auch im politischen Bereich (Fördermittel, öffentliche Investitionen), sowohl miteinander als auch im Wettbewerb der Bundesländer sowie im europäischen Kontext. Zudem sind Kommunen einem enormen Finanzdruck ausgesetzt. Andererseits können im Zusammenspiel von Unternehmen, Forschung, Bildungseinrichtungen und Zivilgesellschaft vor Ort langfristige Beziehungen entstehen, die sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung und das kommunale Umfeld auswirken. → Kommunale Außenbeziehungen sind externen Risiken ausgesetzt: Geopolitische Umbrüche wirken bis in die lokale Ebene von Politik und Gesellschaft hinein. Die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern unter sich wandelnden Rahmenbedingungen fordert von kommunalen Akteuren ein hohes Bewusstsein und besondere Sensibilität für den Umgang. Der Aufbau und die Vernetzung von Kapazitäten – zwischen Kommunen, aber auch zwischen Kommunen, Land und Bund – sind nötig, um die Voraussetzungen für eine resiliente und erfolgreiche Kooperation mit China auf kommunaler Ebene zu gestalten. → Fehlende China-Kompetenz verstärkt Vulnerabilität: Wissen über chinesische Akteure, Strukturen, Diskurse und Strategien, inter- und transkulturelle Kompetenz sowie Sprachkenntnisse stärken die Handlungsfähigkeit kommunaler Akteure. Insbesondere das Wissen um die eigenen Standpunkte und Interessen in der Kooperation sind Voraussetzung für ein souveränes und strategisches Beziehungsmanagement. → Der gegenwärtige China-Diskurs verunsichert kommunale Akteure: Chinas drastische Veränderungen unter Xi Jinping seit 2012 haben zwangsläufig Auswirkungen auf die öffentliche Bewertung deutsch-chinesischer Kommunalbeziehungen. Das gesteigerte Risikobewusstsein auf Bundes- und Landesebene, aber auch in Stadt- und Gemeinderäten wird in den Kommunen sehr geschätzt, sofern Entscheidungen und Vorgaben für die Verwaltung nicht einzelfallartig, abrupt und entlang einer übergeordneten Tagesaktualität getroffen werden. → Zwischen der China-Politik des Bundes und der kommunalen Umsetzung herrscht Distanz: Ungeachtet der skizzierten Veränderungen und Verunsicherungen legen kommunale Akteure ihren Blick weiterhin auf die Chancen deutsch-chinesischer Kooperationen, während auf Bundesebene oftmals die Risiken betont werden. 9 Vgl. Goette/ Gao(2018), S. 54, 56. 10 Vgl. Engagement Global/ SKEW(2019); Rat der Gemeinden und Regionen Europas – Deutsche Sektion(o. D.). 11  Die Bundesregierung(2023). 10 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. 3 Schulaustausche Der erste Schulaustausch 12 zwischen Deutschland und China entstand 1987 im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai. Bis heute g­ elten Austausche im Bildungsbereich in zahlreichen Kommunalbeziehungen als ein»Motor der Partnerschaft« 13 , auch wenn der Schulaustausch nicht in allen Städten mit chinesischer Partnerkommune an die Kommunalbeziehung gebunden ist. Insgesamt bestehen m­ indestens 260 deutschchinesische Schulaustausche, 14 knapp doppelt so viele wie deutsch-chinesische Kommunalbeziehungen. Die Corona-Pandemie bedeutete für den internationalen Schulaustausch einen empfindlichen Einschnitt. Seit dem Ende der Pandemie bemühen sich deutsche und chinesische Partnerschulen, unterbrochene Austausche wieder aufzunehmen. Von chinesischer Seite ist dabei keine signifikante Zu- oder Abnahme des E­ ngagements zu erkennen. Dennoch haben die Jahre der erschwerten oder unterbrochenen Kommunikation Spuren hinterlassen, denn sie haben die ohnehin zunehmende Verunsicherung unter den Lehrkräften angesichts des veränderten deutschchinesischen Verhältnisses verstärkt(s. Abschnitt»Herausforderungen und Mehrwert aus deutscher Sicht«, 16). Das Chinabild in Deutschland hat sich gerade durch die Pandemie erheblich zum Negativen verändert. Mehrere Schulen evaluieren daher das Portfolio ihrer Austauschziele neu und erweitern es bewusst auf den gesamten sinophonen Raum. Partnerschulen in Taiwan oder Singapur kommen hinzu oder nehmen vereinzelt sogar den Platz der früheren chinesischen Partner ein. 15 Da virtuelle Kommunikationsmöglichkeiten seit der Pandemie verstärkt genutzt werden, ist es für Schulen nun leichter, mehrere Partnerschaften gleichzeitig zu führen. Schulen als Räume staatlichen Agierens(und staatlich-­ zivilgesellschaftlichen Interagierens) können durch Austauschbegegnungen sowohl politische Erfahrungsräume für Bildungsaustausch mit Taiwan Box 1 Neben der Volksrepublik China ist Taiwan der we sentliche weitere Akteur im Kultur- und Bildungsaustausch mit dem sinophonen Raum. Seit 1981 sind drei deutsche Landkreise Partnerschaften oder Freundschaften mit Orten in Taiwan eingegangen. Schulaustausche zwischen Deutschland und Tai wan gibt es seit 1987. Damals entstand eine bis heute aktive Partnerschaft zwischen zwei Berufsschulen in Waldkirch(Baden-Württemberg) und Kaohsiung. 16 Insgesamt bestehen etwa 20 bis 30 deutsch-taiwanische Schulpartnerschaften. Seit dem Schuljahr 2023/2024 zählt dazu auch der erste Austausch zwischen Grundschulen in Deutschland und Taiwan. 17 Taiwan ist einer von mindestens 43 Zielpartnern, mit denen die deutsche PASCH-Initiative Schulpartnerschaften fördert. Ab August 2025 nimmt Taiwan zu dem bilateral am Programm zum Austausch von Fremdsprachenassistenzkräften des PAD teil. Das taiwanische Bildungsministerium rief 2020 die Ini tiative»Taiwan International Education Travel Alliance 2.0«( 臺灣國際教育旅行聯盟 2.0) ins Leben, die den inter nationalen Schulaustausch mit Taiwan stärker fördern soll. 18 Der Radius von Austauschreisen und Partnerschaften wurde dafür mit Blick auf die New Southbound Policy von 2016 und die Beziehungen Taiwans über die traditionellen Partnerländer Japan und Südkorea hinaus vor allem auf Süd- und Südostasien sowie die Pazifikregion erweitert. Teil der Initiative ist zu dem ein Mechanismus, der den Austausch mit Ländern fördert, in ­denen Englisch Amts- oder Verkehrssprache ist. 19 12  In Deutschland existieren drei große Bereiche des Jugendaustauschs: Der vorliegende Abschnitt behandelt den Schulaustausch, also kurzzeitige gegenseitige Besuche von Schüler:innengruppen. Zu Austauschen im Rahmen der Jugendarbeit und-hilfe(Außerschulischer Jugendaustausch) sowie längerfristigen Individualaustauschen mit dem Zielland China siehe: Frenzel/ Stepan(2019). 13  Senatskanzlei Hamburg(o. D.). 14 Vgl. Do/ Frenzel(2024). 15 Vgl. Frenzel/ Do(2024), S. 62, 65. 16  Berufliches Schulzentrum Waldkirch(o. D.). 17  Ministry of Education – Republic of China(Taiwan)(2024). 18  Projektbüro Internationalisierung der Grund- und Sekundarschulbildung(2020). 19  Nationale Bildungsverwaltung(2023). Schulaustausche 11 die Teilnehmenden eröffnen 20 als auch übergeordnete politische Zielsetzungen realisieren. Der internationale Bildungs­­ austausch ist im politischen Kontext mit unterschiedlichen Fragen verbunden: Was trägt Austausch als Handlungsfeld der Bildung für das Land bei? Was trägt Austausch als Handlungsfeld der Außenpolitik zum Gelingen der Be­ ziehungen zu anderen Ländern bei? Politische Zielsetzungen In ihrer China-Strategie betont die deutsche Bundesregierung die Wichtigkeit deutsch-chinesischer Austauschformate:»Zur Stärkung der bilateralen Beziehungen und zum Ausbau von China-Kompetenz unterstützt die Bundesregierung Kooperationen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Mobilität von Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die Berufsbildung, den Jugend- und Fachkräfteaustausch sowie den Austausch zur Jugendhilfe.« 21 Der Ausbau von China-Kompetenz war in Deutschland bislang politisch federführend beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) angesiedelt. 22 China-Kompetenz und alles, was dazu beiträgt, wird als Voraussetzung für einen erfolgreichen Umgang mit China beschrieben. Die Bundesregierung spricht sich für den Bildungsaustausch mit China als Teil einer umfassenden, interkulturelle Kompetenzen einschließenden China-Kompetenz aus, die sich nicht nur auf die Vermittlung von politischem Wissen über die Volksrepublik beschränkt:»Wir setzen uns für mehr Austausch zwischen deutschen und chinesischen Jugendlichen, Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein, um China-Kompetenz durch zwischenmenschliche Kontakte zu unterstützen.« 23 Schulaustausch ist als Teil der Bildungsbiografie von Jugendlichen nicht nur ein Aktionsfeld der Bildungspolitik (auf innenpolitischer Ebene), sondern kann zugleich als gesellschaftlich-kultureller Austausch im außenpolitischen Kontext gesehen werden. 24 Die in der Praxis relativ subtile Unterscheidung basiert auf unterschiedlichen Zielsetzungen. Außenpolitisch dient Austausch der Stabilisierung der Beziehungen zwischen Ländern:»Ein offener wissenschaftlicher Austausch, lebhafte zivilgesellschaftliche Kontakte und ein florierender Kulturaustausch nützen sowohl Deutschland als auch China.« 25 In diesem Kontext ist Austausch ein Instrument der Diplomatie und Bildungsaustausch Teil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik als »dritter Säule« der Außenpolitik: 26 »Parlamentarische und zivilgesellschaftliche Kontakte sowie Kultur- und Bildungsaustausch sind zentrale Bestandteile unserer bilateralen Beziehungen zu allen Ländern und wichtig für deren Breite, Tiefe und Stabilität.« 27 In China zielen die bildungspolitischen Reformbestrebungen darauf ab, das Land zur Unterstützung der»Renaissance der großen chinesischen Nation« als»Bildungsmacht«( 教育强国 ) 28 zu etablieren(s. Abb. 1, S. 5). Das Au genmerk liegt dabei auf der Hochschulbildung, auch um China zu einem»bedeutenden Bildungszentrum in der Welt« 29 zu machen. Doch auch der Bildungsaustausch generell wird bei der für die voranschreitende Modernisierung als nötig erachteten»Öffnung des Bildungswesens nach außen« ­( 教 育对外开放 ) 30 strategisch mitgedacht, wobei insbesondere auf die Förderung des Sprachenlernens fokussiert wird. Die Internationalisierung – auch mithilfe des Bildungsaustauschs – soll nach dem Willen der höchsten Partei- und Staatsorgane auch an der Außendarstellung Chinas und der Verbreitung seiner Perspektive mitwirken: Ein bedeutender Inhalt der Öffnung des Bildungswesens sei es,»Chinas Erzählung und Chinas Stimme gut zu verbreiten« 31 . Durch diese Formulierung, die einer Rede Xi Jinpings von 2013 entlehnt ist, wird die Inter nationalisierung der Bildung in das politische Diskurssystem Chinas unter Xi integriert. 32 So geht es nach dem Willen der chinesischen Führung darum, auch dem Bildungsaustausch eine Rolle bei Chinas Selbstdarstellung zuzuteilen. Dezentral organisierte Schulaustausche stehen dabei jedoch nicht im Fokus. Die jüngsten, bereits 2014 vom chinesischen Bildungsministerium spezifisch für 20  Vgl. im Kontext des Internationalen Jugendaustauschs: Poli(2014), S. 5. 21  Die Bundesregierung(2023), S. 23. 22 »China gewinnt zunehmend an Bedeutung als Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale. Vor diesem Hintergrund wächst auch in Deutschland der Bedarf an Personen mit China-Expertise stetig. Für eine erfolgreiche Kooperation mit internationalen Partnern sind gegenseitiges Verständnis und kultursensibler Umgang erforderlich. China-Kompetenz umfasst neben Sprachkenntnissen auch interkulturelle Kompetenz. Des Weiteren zählen Verständnis über rechtliche Rahmenbedingungen sowie politische, wirtschaftliche, kulturelle und historische Zusammenhänge dazu. Das BMBF fördert den Ausbau von unabhängiger China-Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Auszubildenden und beruflichem Bildungspersonal sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.« Bundesministerium für Bildung und Forschung(2023). Seit dem Regierungswechsel 2025 hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt(BMFTR) Aufgaben des BMBF übernommen. Der Bildungsbereich wurde dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend(BMBFSFJ) zugeteilt. 23  Die Bundesregierung(2023), S. 61. An anderer Stelle heißt es:»Ein möglichst breiter Austausch der Zivilgesellschaften sollte das Fundament der bilateralen Beziehungen ­bilden.« Ebd., S. 11. 24  Im außerschulischen Jugendaustausch kommt noch eine gesellschaftspolitische Komponente hinzu. Vgl. Thimmel, S. 6. 25  Die Bundesregierung(2023), S. 20. 26  Vgl. Maaß(2015), S. 47; Auswärtiges Amt(2021). 27  Die Bundesregierung(2023), S. 22. 28  Bildungsministerium der Volksrepublik China(2023); Zentralregierung der Volksrepublik China(2025). 29  Bildungsministerium der Volksrepublik China(2023). 30  Zentralregierung der Volksrepublik China(2016). 31 Ebd. 32  Vgl. Godehardt(2020), S. 13; Bandurski(2021). 12 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Schulaustausche(und andere Auslandsreisen im Schulkontext) herausgegebenen Richtlinien nennen als Ziel, »die Erziehung zur internationalen Verständigung zu stärken, den interkulturellen Austausch zu fördern und Kenntnisse und Verständnis der Schüler für andere Länder und Kulturen zu verbessern« 33 . Der Bildungsaustausch ist, neben anderen Austauschformen, im chinesischen politischen Denken ebenfalls als diplomatisches Instrument verortet. Der Hauptfokus liegt dabei auf der tertiären Bildung. Aber auch Austausche im Primar- und Sekundarschulbereich werden zuweilen unter »People-to-People Exchanges«( 人文交流 ) subsumiert, auch wenn sie keine herausgehobene Rolle spielen. 34 Die Peopleto-People-Diplomatie als Instrument der Annäherung unterhalb der Ebene der Staatsregierung gilt als eine der drei Säulen chinesischer»Großmacht-Diplomatie«( 大国外交 ) 35 und hat unter Xi Jinping noch an Bedeutung gewonnen. 36 Sie ist ebenfalls fester Bestandteil der Belt and Road Initiative(BRI) und weiterer Formate. 37 Zuletzt gab es auch öffentlichkeitswirksame Bestrebungen, den People-to-People-Austausch im Bildungsbereich, etwa mit den USA und ASEAN, zu intensivieren. 38 Dabei sind diesbezügliche Initiativen nicht nur ein Instrument der chinesischen Außenpolitik; auch die Biden-Regierung der USA schätzte den Sinn von Austauschen, gerade angesichts der schwierigen Beziehungen. Ihre Vertreter:innen betonten die Notwendigkeit zwischenmenschlicher Kontakte 39 , eine Grundlage strategischer Empathie 40 , selbst in Zeiten»strategischen Wettbewerbs« 41 . Die zweite Trump-Regierung lässt generell keine derartigen Überlegungen erkennen. Im Gegenteil wurde zuletzt die Vergabe bestimmter Visa unter anderem für ausländische Studierende und Austauschschüler:innen ausgesetzt. 42 Zudem kündigte Außenminister Rubio ein energisches Vorgehen an, um Visa chinesischer Studierender aufzuheben. 43 Insgesamt wird Bildungsaustausch bislang vorrangig als Sicherheitsthema behandelt und überdies als Verhandlungsmasse eingesetzt. Ein von der chinesischen Regierung favorisiertes Format der People-to-People-Diplomatie sind hochrangige Dialogmechanismen für den gesellschaftlich-kulturellen Austausch. Zwischen 2007 und 2019 etablierte China dieses Format mit elf Partnern – zunächst mit Russland, später unter anderem auch mit den USA(2010), der EU(2012) und Deutschland(2017). 44 Der deutsch-chinesische Dialog Die China-Programme des PAD Box 2 Der Pädagogische Austauschdienst(PAD) des Sekre­ tariats der Kultusministerkonferenz fördert im Auftrag der Länder den europäischen und internationalen Austausch im Schulbereich. In Zusammenarbeit mit den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland, dem Auswärtigen Amt, der EU-Kommission(Erasmus+) und anderen nationalen und internationalen Kooperationspartnern aus dem schulischen und kulturpolitischen ­Bereich setzt der PAD Programme im Rahmen der ­Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik um. Wichtige Programme des PAD, die auch mit dem Partnerland China durchgeführt werden, sind seit 2024 von Kürzungen betroffen: das PASCH-Programm(s. Box 3, S. 15 ), das Internationale Preisträgerprogramm sowie Fortbildungskurse für ausländische Deutschl­ehrkräfte (alle mit Förderung des Auswärtigen Amtes). Der »Schulpartnerschaftsfonds Deutschland-China« wurde von der Stiftung Mercator mit Ablauf des Jahres 2023 vorzeitig eingestellt. Das Internationale Preisträgerprogramm ist ein ExzellenzProgramm, das seit 1959 bestand und an dem Teilneh mer:innen aus China mindestens seit 1988 teilnahmen. Seine Nachhaltigkeit wird vom PAD sehr hoch eingeschätzt. Ab 2024 wird es ausgesetzt, jedoch können Schü ler:innen aus China erstmals am Schwesterprogramm »Deutschland Plus« teilnehmen. Dieses mehrwöchige Programm richtet sich an ausländische Schüler:innen, die sich im Fach Deutsch ausgezeichnet haben, und wird ebenfalls aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert. Das Programm zum Austausch von Fremdsprachenassistenzkräften(FSA), die an Schulen eingesetzt werden, ruht mit China seit mehreren Jahren. Die Wiederaufnahme zum nächstmöglichen Zeitpunkt ist in Vorbereitung. Das reziproke Programm, das der PAD mit derzeit 13 Staaten durchführt, wird von den Bildungs ministerien der Länder sowie dem jeweiligen Partnerland finanziert. Für einzelne Staaten steuert das Auswärtige Amt Reisekostenzuschüsse bei. Quelle: PAD 33  Bildungsministerium der Volksrepublik China(2014). 34  人文交流 wird meist als»gesellschaftlich-kultureller Austausch« oder»kultureller Austausch« ins Deutsche übersetzt, ins Englische als» people-to-people exchange«. 35 Vgl. Da/ Zhou(2022). 36  Vgl. Zentralregierung der Volksrepublik China(2012); Außenministerium der Volksrepublik China(2017); Zentralregierung der Volksrepublik China(2017). 37  Vgl. Zentralregierung der Volksrepublik China(2021), S. 102. 38  Vgl. The White House(2023); Zhong(2023); Außenministerium der Volksrepublik China(2024a). 39  Vgl. Chow(2023); U.S. Department of State(2024). 40  Vgl. Yorke(2022), S. 1082–1102. 41  Vgl. The White House(2022), S. 2, 11, 23 ff. 42  Vgl. Tagesschau(2025). 43  Vgl. U.S. Department of State(2025). 44 Vgl. Da/ Zhou(2022); Bildungsministerium der Volksrepublik China(2018). Schulaustausche 13 umfasste dabei die Kooperationsbereiche Bildung, Kultur, Medien, Sport und Jugend. Der Dialogmechanismus fokussierte allerdings kaum auf schulische Austausche, sondern im Kinder- und Jugendbereich vor allem auf berufliche Bildung, Sprachunterricht, Studierende und außerschulischen Jugendaustausch. 45 Derartige Mechanismen werden auch als Beitrag zum Ausbau und zur Homogenisierung der externen Kommunikation Chinas gesehen. 46 Die Umsetzung übergreifender politischer Ziele in die Bildungspraxis geschieht allerdings nicht linear, denn Schulaustausche sind kostspielig, detailreich und mit hohem Arbeitsaufwand verbunden; Ergebnisse lassen sich kaum direkt steuern oder nachprüfen. Dies mag – vor allem vor dem Hintergrund des chinesischen Verständnisses von»kultureller ­Sicherheit« 47 (s. Abb. 1, S. 5) – ein Grund sein, dass der Austausch in China trotz des politischen Segens durch Strategiedokumente bislang nur sehr selektiv staatlich gefördert wird. Die Rolle des Bundes, der Länder und überregionaler Initiativen In Deutschland wird der Jugendaustausch als Handlungsfeld der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zwar teilweise durch zentrale Programme und Institutionen gestaltet, seine Wirksamkeit entfaltet er aber vor allem dezentral durch eine Vielzahl von initiativ handelnden Akteuren. Die übergeordneten politischen Zielsetzungen mögen für die am Austausch Beteiligten in der Umsetzung nicht im Vordergrund stehen, schlagen sich im Idealfall jedoch in Form finanzieller und organisatorischer Förderung nieder. Maßnahmen des Jugendaustauschs mit China verteilen sich in Deutschland auf drei Bereiche: Schulaustausch, ­außer­schulischer Jugendaustausch und(meist langfristiger) Individualaustausch. 48 Die internationale außerschulische ­Jugendarbeit liegt in der Zuständigkeit des Ministeriums für Frauen, Senioren, Familien und Jugend (BMFSFJ). 49 Die Initiative und Durchführung schulischer Austauschmaßnahmen ist in Deutschland naturgemäß Sache der Schulen – in Gestalt von Schulleitungen, Lehrkräften oder Koordinator:innen. Die politische Zuständigkeit liegt demnach in erster ­Linie bei den Bildungsministerien der Länder. Zentraler politischer Akteur für die Förderung des internationalen Austauschs im Schulbereich ist der Pädagogische Austauschdienst(PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz(s. Box 2, 13). Er ist im Auftrag der Länder tätig, seine Programme richten sich jedoch zuvorderst an Teilnehmer:innen in Partnerstaaten und werden insofern als Teil der AKBP großenteils vom Bund finanziert. Für den deutsch-chinesischen Schulaustausch ist vor allem das 2008 gegründete Programm»Schulen: Partner der Zukunft« (PASCH) relevant, das sich an Teilnehmende in Deutschland und Partnerländern wendet(s. Box 3, S. 15). Als vom Auswärtigen Amt finanzierte Initiative setzt PASCH Ziele der AKBP um. 50 Neben dem PAD in Deutschland sind für den Schulbereich auch das Goethe-Institut und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen(ZfA) an der Umsetzung in China beteiligt. Im zivilgesellschaftlichen Bereich trat die Stiftung Mercator jahrelang als bedeutende Förderin des deutsch-chinesischen Schulaustauschs auf. Der von ihr 2014 aufgelegte Schulpartnerschaftsfonds war neben der PASCH-Initiative eine der beiden großen überregionalen Fördermöglichkeiten. Anfang 2020 gründete die Stiftung gemeinsam mit dem Goethe-Institut das Bildungsnetzwerk China(BNC), um die Vermittlung von China-Kompetenz an deutschen Schulen auszubauen. 51 Der deutsch-chinesische Schulaustausch war ursprünglich als ein zentrales Aufgabengebiet des BNC angekündigt 52 . Die Finanzierung ist von jeher ein Kernproblem deutschchinesischer Schulaustausche 53 – wie von außereuropäischen Austauschen generell –, das sich seit der CoronaPandemie noch verschärft hat. 54 Das Gros der Kosten wird durch den Eigenbeitrag der Eltern erbracht sowie darüber hinaus durch schulinterne Möglichkeiten von Förderverein bis Kuchenverkauf. Schüler:innen aus Haushalten, die bestimmte staatliche Leistungen wie Bürgergeld beziehen, können über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes 55 , das durch die Kommunen umgesetzt wird, eine ­Kostenübernahme erhalten – jedoch im Allgemeinen nur, wenn der China-Austausch im Fahrtenkonzept der Schule bzw. im Schulprofil verankert ist. Die überregionalen Förderungen aus den Mitteln des Auswärtigen Amtes und der Stiftung Mercator, die beide über den PAD beantragt werden konnten, waren bislang 45  Vgl. Hanns-Seidel-Stiftung(2017), S. 4–5; Herrmann(2017). 46  Vgl. Hu(2024). 47  Vgl. Bildungsministerium der Volksrepublik China(2020), Abschnitt 2.2. 48 Vgl. Frenzel/ Stepan(2019), S. 16–17. 49  Das BMFSFJ(seit Mai 2025: BMBFSFJ) stellte seit 2006 Mittel für den deutsch-chinesischen Austausch durch das Sonderprogramm China im Kinder- und Jugendplan des Bundes(KJP) bereit, z. B. für Träger in den Bereichen Sport oder kulturelle Bildung. Vgl. Wünsch(2016); Portal der Kinder- und Jugendhilfe(o. D.). 50  Vgl. Schulen: Partner der Zukunft(o. D.). 51  Vgl. Bildungsnetzwerk China(o. D.b). 52  Stiftung Mercator(2020). 53 Vgl. Frenzel/ Stepan(2019), S. 36. 54 Vgl. Frenzel/ Do(2024), S. 65; Austausch macht Schule(2021). 55 Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend(o. D.); Frenzel/ Do(2024). 14 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. wichtige ergänzende Finanzierungsquellen. Diese Form der Unterstützung durch staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure hat jedoch in den letzten Jahren dramatisch nachgelassen. 56 Seitdem diese Mittel nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen, klafft im Netz der finanziellen Unterstützung des deutsch-chinesischen Schulaustauschs eine empfindliche Lücke. 57 Wurden durch das PASCH-Programm vor der Pandemie jährlich etwa 100 Schulreisegruppen in beide Richtungen mit Zu schüssen gefördert, sahen die Planzahlen für 2024, auch aufgrund von überproportionalen Mittelkürzungen, nur noch eine Förderung von 19 Gruppen vor. 58 Der PAD führt den Rückgang zudem auf ein verändertes Austauschverhalten als Folge der Corona-Pandemie zurück. Der Schulpartnerschaftsfonds Deutschland-China förderte pro Jahr etwa zehn bis 14 Gruppen aus Deutschland mit einem substanziellen Zuschuss. Er wurde im Zuge der strategischen Neuausrichtung der Stiftung Mercator mit Ablauf des Jahres 2023 jedoch eingestellt. 59 Die finanzielle Förderung des Schulaustauschs durch die Länder fällt, wenn es sie überhaupt gibt, sehr unterschiedlich aus. 60 Mitunter kann die Förderung nur beantragt werden, wenn die chinesische Partnerschule in einer Partnerprovinz des jeweiligen Bundeslandes liegt. Zudem hat sich die Situation des Chinesisch-Unterrichts in den letzten Jahren nur in einzelnen Ländern substanziell verbessert. 61 Das Thema China-Kompetenz, obwohl ein Bildungsthema, wird von einem Teil der Länder offenbar dem Bund überlassen. Immerhin kam Anfang Dezember 2024 zwischen der Ständigen Konfe renz der Kultusminister der Länder(KMK) und dem chinesischen Center for Language Education and Cooperation(CLEC) die schon länger erarbeitete Gemeinsame Absichtserklärung zur Unterzeichnung, die darauf abzielt,»die bereits erzielten Erfolge der Bildungszusammenarbeit auf allen Ebenen zu festigen und zu vertiefen und die Förderung der Partnersprache in Deutschland und China weiter voranzutreiben« 62 . Das letzte deutsch-chinesische»Großereignis« im Bildungsaustausch war das Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch 2016. 63 Seitdem haben sich die Vorzeichen der bilateralen Beziehungen geändert; eine ähnliche gemeinsame Initiative wäre derzeit schwer vorstellbar. Zentral orgaDie PASCH-Initiative Box 3 Die Initiative»Schulen: Partner der Zukunft«(PASCH) wurde 2008 vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen. PASCH ist ein Projekt mit Leuchtturmfunktion, das wesentliche Ziele der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik umsetzt. Die Initiative möchte Interesse und Neugier für Deutschland wecken, junge Menschen zum Deutschlernen motivieren und ein weltweites Netzwerk von Schulen schaffen. Das Auswärtige Amt fördert und koordiniert die Initiative, welche von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen(ZfA), dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz(PAD) umgesetzt wird. China ist weltweit das Land mit den meisten PASCHSchulen. Im Dezember 2024 waren es 133: 45 Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz anbieten, 82 vom Goethe-Institut betreute Fit-Schulen mit Deutschunterricht sowie sechs Deutsche Auslandsschulen. Bei Schulpartnerschaften und Schulaustauschen unterstützt PASCH Lehrkräfte und Schüler:innen aus Deutschland und dem jeweiligen Partnerland durch Fahrtkostenzuschüsse. Die Fördersätze für China betragen 100 Euro für chinesische Teilnehmer:innen und 150 Euro für deutsche Teilnehmer:innen(Stand: 2025). Programmkostenzuschüsse und Kosten für Anbahnungsreisen der Lehrkräfte können aufgrund von Mittelkürzungen nicht mehr gezahlt werden. Für das Jahr 2024 war die Förderung von 19 Gruppen aus beiden Ländern geplant – im Jahr 2019 waren es noch 98. Der PAD führt dies nicht nur auf Mittelkürzungen, sondern auch auf ein verändertes Austauschverhalten als Folge der Corona-Pandemie zurück. Quellen: PAD, PASCH nisierte Prestigevorhaben sind entgegen ihrer erklärten Zielsetzung zudem oft wenig nachhaltig und gehen sogar großenteils an Praktiker:innen im Bildungsaustausch vorbei. 64 56  In weit geringerem Maße existieren weiterhin überregionale Fördermöglichkeiten: Obwohl die zunehmende innereuropäische Ausrichtung des internationalen Schulaustauschs näherliegende Ziele favorisiert, können über das EU-Programm»Erasmus+« in gewissem Umfang auch Austausche mit China gefördert werden – auch wenn es kein Programmland ist. Das entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm ENSA von Engagement Global fördert im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung(BMZ) weiterhin einzelne China-Austausche, solange das Land auf der DAC-Liste steht. In der Berufsbildung unterstützt das BMBF seit 2017 Auslandspraktika durch das Programm»AusbildungWeltweit« auch in China. 57  Auch andere für den deutsch-chinesischen Austausch relevante Programme für unterschiedliche Zielgruppen sind seit 2024 von Mittelkürzungen bedroht oder betroffen: ­»MercatorGo!« und der»Multiplikator:innenaustausch Deutschland-China«(Mittelgeberin: Stiftung Mercator) sowie Fortbildungskurse in Deutschland für chinesische Deutsch­ lehrkräfte und das Internationale Preisträgerprogramm(Mittelgeber: Auswärtiges Amt). 58  Vom PAD zur Verfügung gestellte Zahlen(August 2024). Zu den Fördermodalitäten siehe: Pädagogischer Austauschdienst(o. D.). 59  Bereits bewilligte Beträge konnten auch 2024 noch abgerufen werden. Vgl. Bildungsnetzwerk China(o. D.a); Deutscher Bundestag(2024), Frage 19. 60 Vgl. Frenzel/ Stepan(2019), S. 21. 61 Vgl. Frenzel/ Do(2024), S. 53–54. 62 Kultusministerkonferenz/ Center for Language Education and Cooperation(2024), S. 1. 63  Vgl. Der Bundespräsident(2016); Zentrum für Chinesisch-Deutschen Kulturell-Gesellschaftlichen Austausch der Tongji-Universität(2017), S. 2–3. 64 Vgl. Frenzel/ Stepan(2019), S. 15; Zhuang(2020a), S. 10. Schulaustausche 15 Akteure und Initiativen in China In China werden Schulaustausche nicht direkt zentralstaatlich gesteuert. Wesentliche Akteure sind die beteiligten Schulen. Dort sind Parteistrukturen vorhanden, deren Aufgabe, bildungspolitische Vorgaben der Partei im Schulsystem zu vertreten und zu verantworten, in den letzten Jahren bekräftigt wurde(s. Abb. 1, S. 5). Über die Bildungsbehörden hinaus existiert für den Schulaustausch keine eigene Organisation mit zentraler Zuständigkeit und Vertretungsanspruch. In der Bildungspraxis werden Schulaustausche bislang vergleichsweise schwach reguliert – und ebenso wenig gefördert. Der Anstoß für einen Schulaustausch geht überwiegend von den Schulen aus, etwa weil Eltern die Relevanz des Austauschs mit einem Zielland wie Deutschland als künftigem Studienstandort sehen. Chinesische Pädagog:innen führen Schulaustausche mit deutschen Partnern meist entweder aufgrund eines Sprachprofils durch, etwa weil ihre Schule Teil des PASCH-Netzwerks ist, oder mit Blick auf die Berufs- oder Studienorientierung ihrer Schüler:innen. Darüber hinaus nannten sie in einer Befragung den Aufbau einer gelingenden Kommunikation, die Horizonterweiterung der Schüler:innen und den Aufbau von interkulturellem Verständnis als Ziele eines Austauschs. 65 Staatliche(nicht jedoch private) Schulen müssen für den Austausch eine Genehmigung bei der für sie zuständigen Bildungsbehörde beantragen, 66 je nachdem ob sie einer Kommune, Provinz oder der Staatsregierung zugeordnet sind. So kann die Aufsicht beispielsweise bei der städtischen Bildungskommission( 教育委员会 ) liegen. Auch innerschulische Genehmigungsprozesse sind deutlich aufwendiger als in Deutschland. Antrags- und Genehmigungsprozeduren sowie Beschränkungen können ein Problem darstellen – nicht nur in Bezug auf Kosten und Aufwand der Visa-Erteilung. Eine auch in Deutschland viel beachtete Entwicklung sind die in letzter Zeit verschärften Reisebeschränkungen in ­Bezug auf private Auslandsreisen für Angestellte des öffentlichen Sektors in China, darunter auch Lehrkräfte. 67 Austauschbegegnungen werden jedoch in der Regel mit ­eigens beantragten Dienst-Reisepässen durch­geführt, sodass keine erheblichen Auswirkungen auf den Schulaustausch zu erwarten sind. Der chinesische Staat hat den dezentralen Austausch in Schulen bislang nicht finanziell unterstützt, sodass die Finanzierung für chinesische Schulen(ähnlich wie für deutsche) häufig ein substanzielles Problem darstellt. 68 Einige chinesische Schulen nutzen jedoch Angebote deutscher Einrichtungen, etwa der PASCH-Initiative. Mehrere Konfuzius-Institute bieten Sommer- oder Herbstcamps für deutsche Schüler:innen an, die im Allgemeinen jedoch nicht im Schulverband stattfinden und daher aus deutscher Sicht dem außerschulischen Jugendaustausch zuzuordnen sind. Diese Kurzreisen werden meist im Rahmen des Programms»Chinese Bridge« durch das CLEC oder chinesische Partneruniversitäten 69 gefördert. Darüber hinaus spielen zentralisierte Ansätze, wie es sie zwischen den USA und China zuletzt im Zuge der Bestrebungen zum Ausbau des People-to-People-Austauschs gab, 70 im deutsch-chinesischen Schulaustausch bisher keine Rolle. Deren Signalwirkung ist im Kontext der öffentlichen Diplomatie Chinas ein Hauptziel. Hier deutet sich für den Schulaustausch unter Umständen eine Wende an, denn die im Hinblick auf die USA begonnene chinesische Initiative»YES – Young Envoys Scholarship« erhält einen europäischen Ableger. 71 Das Programm soll von der China Education Association for International Exchange(CEAIE) durchgeführt werden und richtet sich an junge Wissenschaftler:innen, Studierende und Schüler:innen der Sekundarstufe. Nicht nur Individual- und Gruppenaufenthalte, sondern auch Schulaustausche sind als Teil des Förder-Portfolios angekündigt. 72 Die Initiative ist darauf ausgerichtet, Jugendliche und junge Erwachsene für Aufenthalte nach China zu bringen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die Erweiterung der versuchsweisen Visafreiheit für China, die nun explizit auch für Austauschbesuche( 交流访问 ) gilt. 73 Die aufwendige und teure Prozedur der Visa-Beantragung war für deutsche wie chinesische Schulen seit Langem eine Belastung, die für die deutsche Seite nun zumindest vorübergehend beseitigt ist. 74 Herausforderungen und Mehrwert aus deutscher Sicht Das Hauptproblem bei der Durchführung von deutsch-chinesischen Schulaustauschen ist die Finanzierung. Von der durch Teuerung und den Wegfall von Fördermöglichkeiten ausgelösten existenziellen Krise sind alle außereuropäischen internationalen Schulaustausche in Deutschland betroffen, wie die Initiative»Austausch macht Schule« in ihrer Fürstenrieder Erklärung hervorhebt:»Der Jugend- und Schüleraustausch ist im kommenden Haushaltsjahr[2024] von existen ziellen Kürzungen betroffen.[…] In diesem Kontext[ist es] besonders wichtig,[…] die gesellschaftliche Wirkung inter 65  Vgl. Yu(2020), S. 10–11. 66  Vgl. ebd., S. 10–11, 16. 67 Vgl. McMorrow/ Liu/ Yu/ Li(2024). 68 Vgl. Hu/ Yu/ Song(2023), S. 359–360. 69  Vgl. u. a. Konfuzius-Institut München(o. D.); Leibniz-Konfuzius-Institut Hannover(2025). 70  Vgl. Muscatine Community School District(2024); Xinhua(2023). 71  Vgl. Abteilung für Bildungswesen der Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland(2024). 72  Vgl. China Education Association for International Exchange(o. D.a); China Education Association for International Exchange(o. D.b). 73  Vgl. Außenministerium der Volksrepublik China(2024b). 74  Der häufige Fall, dass Schüler:innen mit Pässen aus nicht visabefreiten Ländern, wie etwa Syrien, Probleme bei der Visavergabe erleben, ist von der Maßnahme nicht berührt. 16 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Deutsch-chinesischer Schulaustausch konkret Abb. 3 Mögliche Wege zum Schulaustausch Die chinesische Seite Die deutsche Seite → … erfährt über Kontakte von einer möglichen Partnerschule. → … erkundigt sich in ihrem professionellen Netzwerk nach potenziellen Partnerschulen. → … erhält im Rahmen einer Kommunalpartnerschaft Unterstützung durch die Kommune bei der Anbahnung. → … erhält im Rahmen einer Kommunalpartnerschaft eine Anfrage durch die Kommune oder lokale Behörde. → … beauftragt einen kommerziellen oder nicht-kommerziellen Anbieter mit der Anbahnung. → … nimmt am Multiplikator:innenaustausch Deutschland-China teil(keine Ausschreibung für das Schuljahr 2024/2025). → … sucht im PASCH-Partnerschulnetz nach einer geeigneten Partnerschule(zum 30. April 2025 eingestellt). Im Rahmen der konkreten Vorbereitung … müssen Genehmigungen erteilt werden: Auf chinesischer Seite: → von der Schulleitung → von der zuständigen Bildungsbehörde Auf deutscher Seite: → von der Schulleitung → … muss eine tragfähige ­Kommunikation zwischen den Schulen aufgebaut werden. → … müssen Ziele der Kooperation vereinbart werden. → … kann eine Partnerschaftsvereinbarung geschlossen werden. → … müssen Finanzierungs­ möglichkeiten ausgelotet und ggf. Förderanträge gestellt werden. → … können Anbahnungsbesuche zunächst ohne Schüler:innen stattfinden. → … können virtuelle Kennenlernprojekte organisiert werden. → … muss das Besuchsprogramm und ggf. virtuelle Austauschprogramm inhaltlich und organisatorisch entwickelt und abgestimmt werden. → … müssen Visa für alle mitreisenden Schüler:innen beantragt werden.* * Die Visapflicht für Reisende nach China mit deutscher Staatsangehörigkeit ist unter anderem für Austauschbesuche bis zum 31.12.2025 ausgesetzt. Für Schüler:innen ohne deutschen Pass(z. B. aus Syrien oder der Türkei) reicht für die Visabeantragung die Einladung der Partnerschule nicht aus. Es muss zusätzlich eine Einladung/Genehmigung von der Stadt-/Bezirksverwaltung eingeholt werden. Dafür ist ein Vorlauf von etwa drei Monaten nötig. Schulaustausche 17 nationaler Austauschprogramme aufzuzeigen. Die aktuelle politische Lage zeigt, wie wichtig internationale Verständigung ist. Es braucht deshalb nicht weniger Jugendaustausch, sondern mehr. Die Rahmenbedingungen und die Finanzierung müssen verbessert werden.« 75 Geschieht dies nicht, geraten insbesondere Schulaustausche mit fernen Ländern wie China zu Instrumenten sozialer Selektion, denn auch nicht von staatlicher Unterstützung abhängige Familien können sich Beträge von mittlerweile bis zu 2.000 Euro für eine zehn- bis 14-tägige Fahrt nach China oder Taiwan oft nicht leisten. Der deutsch-chinesische Schulaustausch – ein früher Ansatzpunkt für China-Kompetenz in der Biografie – droht somit zunehmend zu einem Elitenprojekt zu werden. Seit Ende der pandemiebedingten Reisebeschränkungen sind viele Austauschbeziehungen erfolgreich wieder aufgenommen und Reisen in beide Richtungen durchgeführt worden 76 . Dennoch besteht angesichts der kritischen Veränderungen der gesellschaftspolitischen Bedingungen in China durch zunehmende Parteikontrolle und eingeschränkte zivilgesellschaftliche Spielräume Verunsicherung unter den im China-Austausch aktiven deutschen Lehrkräften. 77 Zudem existieren im Schulumfeld in einigen Fällen Vorbehalte gegen einen Austausch mit China, auch wenn der Großteil der Partnerschaften in den Schulen gut verankert ist. Bei Reisen nach Taiwan können für Lehrkräfte darüber hinaus Sicherheitsbedenken hinsichtlich eines möglichen militärischen Konflikts eine ­Rolle spielen. Diese Verunsicherungen unterstreichen die Notwendigkeit einer konstruktiven schulischen und gesellschaftlichen Diskussionskultur und soliden Wissensbasis nicht nur in Bezug auf aktuelle China-Themen, sondern auch mit Blick auf den Sinn von Austauschen: ChinaKompetenz in der Politik und in der Bildung findet nicht in getrennten Welten statt. Bildungspraktiker:innen im internationalen Jugend- und Schulaustausch verweisen auf den Mehrwert dieser Begegnungen, die neben der persönlichen und sozialen auch eine politische Dimension aufweisen:»Jugendaustausch und Jugendbegegnung sind in Zeiten globaler Herausforderungen wesentliche Bestandteile von Bildung: Sie tragen zur Förderung demokratischer Werte, aktiver Beteiligung und internationaler Verständigung bei.« 78 Dies gilt insbesondere für den deutsch-chinesischen Austausch, der zudem mit Fokus auf die Lebenswirklichkeit einer außereuropäischen Kultur und Gesellschaft besondere sprachliche und interkulturelle Lernzuwächse verspricht. Die dem Chinesisch-Unterricht in einem vom BMBF herausgegebenen Empfehlungspapier zuerkannte Sinnhaftigkeit im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) lässt sich umso mehr für den deutsch-chinesischen Schulaustausch feststellen:»Der Unterricht in außereuropäischen Fremdsprachen vermittelt[…] verstärkt Alteritäts kompetenzen wie die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. Der Chinesisch-Unterricht leistet hier[…] einen wertvollen Beitrag, indem er in besonderem Maße globale Perspektiven eröffnet.« 79 Unterstützungspotenziale in den Kommunen 80 Der Unterhalt von Bildungseinrichtungen wie Schulen ­gehört zu den klassischen Aufgaben der Kommunen in Deutschland. Die Kommunen sind Schulträger und für die »äußeren Schulangelegenheiten« verantwortlich. Die Zuständigkeit für Bildungsinhalte liegt hingegen bei den Ländern, die auch Dienstherren der Lehrkräfte sind. 81 Es besteht jedoch seit Längerem die Tendenz zu einem stärkeren kommunalen Engagement in der Bildung. Der Beitrag einer kommunalen Bildungspolitik liegt vor allem in der Ver­ netzung der Initiativen und Akteure vor Ort. 82 Einige Bundesländer bezuschussen Fahrtkosten oder Programminhalte eines Austauschs, wenn der entsprechende Bezug durch eine Länder-/Provinzpartnerschaft besteht. Örtliche Betriebe engagieren sich, wenn entsprechende wirtschaftliche Beziehungen existieren. 83 Nach Möglichkeit flankieren auch viele Kommunen den Schulaustausch. Dabei gehen Initiative und Motivation für den Austausch im Allgemeinen von den Schulen als wesentlichen Akteuren aus. In einigen Fällen kommt der Impuls im Rahmen einer Kommunalpartnerschaft auch aus der Kommune. Davon unabhängig liegt der Löwenanteil der finanziellen und organisatorischen Verantwortung jedoch üblicherweise bei den Schulen bzw. einzelnen Lehrkräften. In vielen Rathäusern wird die Bedeutung von Bildungskooperationen im Rahmen von deutsch-chinesischen Kommu75  Austausch macht Schule(2023a). 76  Das Goethe-Institut China und InterCultur stellen für neu oder wieder aufzunehmende Austauschbegegnungen erstmals eine umfassende Handreichung auf Deutsch und Chinesisch bereit. Vgl. Goethe-Institut/ InterCultur(2025). 77 Vgl. Frenzel/ Do(2024), S. 64–65. 78  Austausch macht Schule(2023b), S. 2. 79 Bundesministerium für Bildung und Forschung/ Bildungsnetzwerk China(2024), S. 2–3. Siehe hierzu auch den aktuellen Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung:»In ternationale Erfahrungen sind für junge Menschen besonders wertvoll. Sie tragen dazu bei, neue Wissenshorizonte zu eröffnen, Handlungskompetenzen in einer globalisierten Welt zu erweitern, Mitverantwortung für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit zu stärken sowie zum Umgang mit Diversität zu befähigen.« Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend(2024), S. 17. 80  Dieser Abschnitt basiert in Teilen auf der Studie Kommunen: Kernstück deutscher China-Politik. Entwicklungen und Zukunftsperspektiven, S. 19, 25–28. 81 Vgl. Henneke/ Ritgen(2021), S. 139–140. 82  Vgl. Hebborn(2000), S. 1571. 83 Vgl. Frenzel/ Stepan(2019), S. 21–22. Zur Unterstützung durch Wirtschaftsakteure siehe auch Frenzel et al.(2024), S. 19. 18 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. nalbeziehungen sehr hoch eingeschätzt. Knapp drei Viertel der Kommunen mit chinesischen Partnerstädten benannten 2018 den Schul- und Jugendaustausch als Handlungsfeld ih rer Partnerschaft; ein erheblicher Teil sah Austausche sogar als wichtigstes Aktionsfeld. 84 Die Beteiligten in den Kommunen sehen Bildungsaustausche als Einstiegsformat für Interesse und Kenntnis gegenüber dem anderen Land und als Schritt zur Etablierung und Aufrechterhaltung von Kommunikationskanälen unter jungen Menschen – zum langfristigen gesellschaftlichen und politischen Nutzen. Die Aufgabe der Kommunen ist dabei vor allem das Begleiten und Türenöffnen, teilweise auch das Anstoßen von Beziehungen. Dies geschieht vor allem durch ideelle und organisatorische Hilfestellungen, insbesondere bei der Partnerschulsuche sowie durch Empfänge im Rathaus oder Stadtführungen für die chinesischen Gäste. Teilweise werden Projekte, wie Sportwettkämpfe, ebenfalls mit koordiniert. Zudem kann die Kommune durch Einladungsschreiben, Grußworte oder Genehmigungen unterstützen und Stakeholder vor Ort an einen Tisch bringen. Mehrere Kommunen helfen darüber hinaus finanziell durch Reisekostenzuschüsse oder seltener mit Geldern für Programminhalte oder Projekte. Angesichts der schwindenden überregionalen Förderungen und zunehmenden Unsicherheiten sind Kommunen daher wichtige Akteure mit wachsender Bedeutung im deutschchinesischen Schulaustausch. 84 Vgl. Goette/ Gao(2018), S. 56–58. Schulaustausche 19 4 Konfuzius-Institute Die geopolitisch zunehmend raumgreifende Ausrichtung chinesischer Politik unter Xi Jinping – einhergehend mit deutlich verstärkter Parteikontrolle im Land – hat in Deutschland und Europa zu einer Neubewertung des Verhältnisses zu China geführt. Seitdem systempolitische Unterschiede und geopolitische Spannungen den politischen und öffentlichen Diskurs prägen, schlägt sich die Verunsicherung über das deutsch-chinesische Verhältnis auch in verschärfter Kritik an den Konfuzius-Instituten nieder. Deren Bewertung ist untrennbar mit der Haltung zu China verbunden. Partner, Wettbewerber, Systemrivale oder gar Sicherheitsrisiko – die Konfuzius-Institute sind zur politischen Chiffre geworden. Die bestimmende Perspektive im politischen und medialen Diskurs bewertet die Konfuzius-Institute vor allem als Instrumente zur Durchsetzung chinesischer strategischer Interessen. Die Institute und ihre Arbeit werden zumeist in Bezug auf befürchtete Einschränkungen der akademischen Freiheit, chinesische Propaganda und Einflussnahme thematisiert. Seit 2020 werden sie unter der Rubrik»Politische Einfluss nahme« in den Verfassungsschutzberichten ­erwähnt. 85 Dabei sind Arbeitswirklichkeit und Beitrag der Institute bei genauerer Betrachtung durchaus komplexer. Das vorliegende Kapitel versucht, dieser Komplexität gerecht zu werden, indem es neben geopolitischen und sicherheitspolitischen Sichtweisen auch kulturdiplomatische und bildungspolitische Perspektiven berücksichtigt. Zudem werden Interessen und Handlungsmöglichkeiten der deutschen Seite einbezogen, um den Wert der Konfuzius-Institute als Kooperationen – nicht als»chinesische Institute« – zur Diskussion zu stellen. Konfuzius-Institute in Deutschland 86 Konfuzius-Institute sind eine globale bildungs- und kulturpolitische Initiative des chinesischen Staates, die von der (Quasi-)Bildungsbehörde Hanban( 国家汉语国际推广领导小组 办公室 / Office of Chinese Language Council International) bzw. seit 2020 ihren Nachfolgeinstitutionen CIEF( 中国国际中 文教育基金会 / Chinese International Education Foundation) und CLEC( 中外语言交流合作中心 / Center for Language Edu cation and Cooperation) organisiert und zu einem großen Teil finanziert wird. Kernaufgabe der Konfuzius-Institute ist der Sprachunterricht sowie der Kultur- und Bildungsaustausch. 87 Gegenwärtig existieren in Deutschland 19 Konfuzi us-Institute(s. Abb. 4, S. 20), die zwischen 2006(Berlin) und 2017(Bonn) gegründet wurden. 17 der Institute sind einge tragene Vereine nach deutschem Recht, zwei sind gemeinnützige GmbHs. Die Institute in Deutschland wurden in der Regel auf Basis eines Rahmenvertrags zwischen Hanban und je einer chinesischen und einer deutschen Hochschule gegründet. 88 In einem typischen Finanzierungsmodell werden die Kosten für das Lehrpersonal, einschließlich des chinesischen Vize-Direktorats, Aktivitäten und Lehrmaterialien aus China bezahlt, während die deutsche Partneruniversität die Räume(mit allen damit verbundenen Kosten) sowie Verwaltungspersonal stellt. 89 Aktuell werden jedoch nur noch zehn Konfuzius-Institute in Deutschland als Kooperationen dieser Art geführt. Seit 2020 haben neun deutsche Hoch schulen die Kooperation mit den ursprünglich von ihnen mitgegründeten Konfuzius-Instituten beendet. Dies hat jedoch nicht zur Schließung dieser Institute geführt. Konfuzius-Institute als kommunale Akteure Konfuzius-Institute sind oft innerhalb der örtlichen Kulturszene vernetzt und führen beispielsweise Veranstaltungen mit Museen oder Stadtbibliotheken durch. Auch in inoffizielle China-Netzwerke sind sie – sofern vorhanden – eingebunden. Verschiedene kommunale Akteure haben Anteil an der Arbeit der Institute: Teils sind Kommunen in Trägervereinen oder deren Beiräten als Mitglieder vertreten(z. B. in Freiburg und Nürnberg) oder treten als Kooperationspartner auf(z. B. in München und Erfurt). Wirtschaftsvertreter:innen vor Ort sind häufig ebenfalls in den Vereinen präsent(z. B. die Firma Siemens in Nürnberg-Erlangen). Das Audi-Konfuzius-Institut Ingolstadt ist nach einem seiner Hauptsponsoren benannt, während im Stadtstaat Bremen die Wirtschaftsbehörde zu den Gründungspartner:innen g­ ehört. 85  Vgl. u. a. Bundesministerium des Innern und für Heimat(2024), S. 322–323. 86  Dieser Abschnitt basiert in Teilen auf der Studie: Kommunen: Kernstück deutscher China-Politik. Entwicklungen und Zukunftsperspektiven, Kapitel 4 und 5. 87  Vgl. Hanban(o. D.), Kapitel 1, Absatz 1, 5 und 11; Hartig(2016), S. 174, 176. 88  Partnerorganisationen im Gastgeberland müssen laut Satzung der Konfuzius-Institute nicht zwangsläufig Hochschulen sein:» Any corporate entity outside of China capable of facilitating language instruction, conducting educational and cultural exchange activities, and meeting the requirements for application as stated in this Constitution and By-Laws may apply to the Confucius Institute Headquarters for the permission to establish a Confucius Institute.« Hanban(o. D.), Kapitel 1, Absatz 9. 89  Vgl. Hartig(2016), S. 106. 20 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Konfuzius-Institute in Deutschland – mit deutscher Hochschule Jahr – Eröffnungsjahr Hamburg 2007 Bremen 2013* Duisburg 2009 Düsseldorf 2006 Bonn 2017 Paderborn 2015 Hannover 2016 Göttingen 2014 Erfurt 2011 Abb. 4 Stralsund 2016 Berlin 2006 Leipzig 2007 Trier 2008 Frankfurt am Main 2007 Heidelberg 2009 Freiburg 2009 Nürnberg 2006 Ingolstadt 2016 München 2012 * Die Universität Bremen hat die Kooperation Ende 2022 beendet. Die Hochschule Bremen sowie die Constructor University(ehemals Jacobs) bleiben am Konfuzius-Institut Bremen beteiligt. Konfuzius-Institute 21 Kooperatives Modell und Lokalisierung In der kooperativen Organisationsform stellen die deutschen und chinesischen Partner je eine:n Direktor:in. ­Während die chinesische Seite in der Regel alle zwei Jahre wechselt, 90 verbleibt die deutsche Direktion meist deutlich länger auf ihrem Posten. 91 Sie trägt in der Institutsleitung erhebliche Verantwortung, vor allem für die inhaltliche Ausrichtung der Programmbereiche jenseits des Kernangebots von Sprachunterricht und Kulturveranstaltungen. Auch bei der Besetzung der chinesischen Direktionsposten kann sich die deutsche Seite einbringen. In ihrer Programmarbeit setzen die Konfuzius-Institute ­unterschiedliche Schwerpunkte. Einzelne Institute haben zum Beispiel ein künstlerisches, wirtschaftliches oder akademisches Profil. So hat das Konfuzius-Institut Göttingen den Schwerpunkt»Chinesisch als Fremdsprache«, führt aber vor Ort keine HSK-Prüfungen 92 durch, die normalerweise zum Kernangebot zählen. 93 Das Leibniz-KonfuziusInstitut Hannover wurde als Einrichtung der wissenschaftlich-kulturellen Weiterbildung konzipiert. 94 Beide Institute sind, wie alle Konfuzius-Institute in Deutschland, keine ­Forschungseinrichtungen im engeren Sinne, auch wenn sie ihrem Selbstverständnis nach ihre Angebote an wissenschaftlichen Ansprüchen orientieren. Etwa die Hälfte der deutschen Institute nennt in ihrem Internetauftritt die Begleitung oder Unterstützung von Forschung als Teil ihrer Aufgaben, etwa durch die Förderung von Tagungen oder Projekten. In die grundlegende Sprachausbildung der Sinologien sind die Konfuzius-Institute hingegen nicht eingebunden. Universitäten und Konfuzius-Institute weisen zudem darauf hin, dass die Konstruktion der Institute als ­Vereine die gegenseitige Unabhängigkeit und die Eigenständigkeit der Institute garantiere. 95 Die Ausprägung der Profile und der Grad der Gestaltungsfreiheit hängt vor allem von der Initiative der deutschen Partner ab, da ein hoher Lokalisierungsgrad zu den globalen Operationsprinzipien der Konfuzius-Institute gehört. 96 Damit geht beträchtliche Flexibilität einher, die von den Vertragsmodalitäten(einschließlich der Überarbeitung bereits geschlossener Verträge) bis hin zur inhaltlichen Ausrichtung reicht. In Bezug auf die Themenwahl schöpfen CIEF Box 4 Die Chinese International Education Foundation (CIEF, 中国国际中文教育基金会 ) ist als Nachfolgerin der aufgelösten(Quasi-)Bildungsbehörde Hanban seit 2020 die übergeordnete Verwaltungsinstitution der Konfuzius-Institute weltweit. Eine weitere Neugründung, das Center for Language Education and Cooperation(CLEC), hat ebenfalls Aufgaben von Hanban übernommen. Die CIEF wurde nach eigenen Angaben von 27 Universitäten und sozialen Organisationen als Non-Profit-Organisation gestiftet. Registrierungs- und Verwaltungsbehörde der CIEF ist laut der eigenen Website das Ministerium für zivile Angelegenheiten, Aufsichtsbehörde ist das Bildungsministerium. CIEF tritt auf der chinesischen Seite als Hauptsponsor der Konfuzius-Institute und Konfuzius-Klassenzimmer auf und vertritt deren Markenrechte. Gelder werden ­jedoch über die chinesischen Partneruniversitäten verwaltet und abgerechnet; CIEF ist kaum direkt in die Arbeit der einzelnen Institute involviert. Weitere Aufgaben der CIEF betreffen die Überprüfung und Genehmigung der Einrichtung neuer Konfuzius-Institute ­sowie die Unterstützung der Qualitätskontrolle der Institute. Darüber hinaus ist CIEF auch für andere Initia­ti­ven im Rahmen der internationalen Sprachförderung Chinas zuständig. die Institute ihre Spielräume unterschiedlich aus; sie betonen jedoch grundsätzlich eine offene Diskussionskultur und die Möglichkeit, kritische Fragen zu stellen. 97 Einige Institute haben die Freiheit der Wissenschaft bzw. der Forschung und Lehre sowie der Kunst und Kultur als Handlungsprämissen in ihrer Satzung festgeschrieben. 98 Organisationsreform Seit etwa 2019 stehen die Konfuzius-Institute durch die Zu nahme der geopolitischen Spannungen mit China sowohl in Europa als auch den USA im politischen Fokus, was eine 90  Auch von dieser Regel gibt es Ausnahmen. Insbesondere die Reisebeschränkungen während und nach der Corona-Pandemie haben zu Vakanzen oder Verlängerungen geführt. Die Amtszeiten werden in der Vereinssatzung bzw. im gGmbH-Vertrag geregelt. 91 Der von Zhu und Li beschriebene häufige Wechsel der vom Gastgeberland gestellten Direktion kann für Deutschland nicht generell festgestellt werden. Vgl. Zhu/ Li(2023), S. 506. 92 Der Hanyu Shuiping Kaoshi(HSK) ist ein standardisierter Sprachniveautest für Chinesisch als Fremdsprache. 93  Die Bezeichnung»Akademisches Konfuzius-Institut« und das damit einhergehende Konzept entstanden auf Vorschlag der deutschen Seite. Vgl. Georg-August-Universität Göttingen(2013). An der Georg-August-Universität Göttingen wurden zudem 2013 zwei Professuren für»Gesellschaft und Wirtschaft des modernen China« und für»Chinesisch als Fremdsprache« eingerichtet, die bis 2019 von Hanban finanziert wurden. Vgl. Georg-August-Universität Göttingen(2009). Zudem stattete Hanban(später CLEC) die Stiftungsprofessur»Didaktik des Chinesischen sowie Sprache und Literatur Chinas« an der Freien Universität Berlin mit einer fünfjährigen Anschubfinanzierung aus. Vgl. Freie Universität Berlin (2021). 94  Vgl. Stroth(2020), S. 316–318. 95  Vgl. Freie Universität Berlin(2021); Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg(o. D.). 96 » A Confucius Institute can be established in various ways, with the flexibility to respond to the specific circumstances and requirements found in different countries.« Hanban (o. D.), Kapitel 1, Absatz 8; siehe hierzu auch Benavides(2012); Hartig(2016), S. 104, 169, 180; Repnikova(2022), S. 13–14. 97  Vgl. Hartig(2016), S. 181–182. 98  Vgl. Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg(o. D.); Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen(o. D.). 22 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Reihe von Schließungen auslöste. 99 Doch schon in ihrer Anfangsphase beeinträchtigten gänzlich anders gelagerte, ­interne Herausforderungen die Arbeit der Institute. Beide Entwicklungen führten in China zu Reformbestrebungen. Zunächst brachte die rapide internationale Ausbreitung der Konfuzius-Institute verschiedene Probleme mit sich, insbesondere im Hinblick auf die Qualifikation der aus China entsandten Kräfte. 100 Eine weitere Herausforderung in den Jahren nach Entstehung des ersten Instituts 2004 war, dass die bürokratischen Strukturen der zuständigen chinesischen Regierungsstelle Hanban nicht entsprechend der schnellen Zunahme der Institute mitwuchsen. So agierte Hanban in den letzten Jahren vor seiner Auflösung aus personeller Überforderung tendenziell entscheidungsschwach und verwaltungsfokussiert. 101 Verbesserungsbedarf wurde so schon früh deutlich; konkrete Reformbestrebungen gab es dahingehend mindestens seit 2018. 102 Im Juli 2020 wechselte die Zuständigkeit für die Führung der Konfuzius-Institute von Hanban zu den neu gegründeten Einrichtungen CIEF und CLEC, die mit dem chinesischen Bildungsministerium affiliiert sind. 103 Die hastige Reorganisation geschah als Reaktion auf den zunehmend kritischen Diskurs sowie auf Vorwürfe zu großer Regierungsnähe. Hauptimpuls der Umstrukturierung war der Versuch, das Ende der Konfuzius-Institute in den USA und mehreren Ländern Europas abzuwenden. 104 Die kritische Wahrnehmung der Institute veränderte sich dadurch jedoch nicht. In mehreren Ländern kam es auch danach zu Schließungen und dem Ende von Kooperationen. In Europa wurde die Neuorganisation ohnehin vorwiegend als bloße Umetikettierung rezipiert. 105 Die Konfuzius-Institute sind jedoch nur ein Teil der zunehmend dezentralisierten und diversifizierten Strategie der internationalen Sprach- und Kulturförderung Chinas. 106 Die kooperative Aufstellung der Institute in den Gastgeberländern blieb von der Umstrukturierung unberührt, wohl aber hat die Organisationsreform die Verantwortlichkeit der chinesischen Partneruniversitäten gestärkt; sie sind jetzt auf chinesischer Seite die ersten Ansprechpartner für die Institute. Universitäten stehen in der Xi-Ära allerdings mehr als zuvor unter ideologischem Druck. Zudem wurde in jüngerer Zeit CLEC Box 5 Das Center for Language Education and Cooperation (CLEC, 中外语言交流合作中心 ) ist neben der Chinese International Education Foundation(CIEF) eine wei­ tere Nachfolgeinstitution der aufgelösten(Quasi-) Bildungsbehörde Hanban. CLEC ist eine mit dem chinesischen Bildungsministerium affiliierte öffentliche Institution( 事业单位 ). Es nutzt die Einrichtungen seines Vorgängers Hanban und trägt die Gehälter der Sprach­lektor:innen, die einen nicht unerheblichen Anteil der Ausgaben eines Konfuzius-Instituts ausmachen. 105 Nominell ist jedoch die CIEF Hauptförderin der Konfuzius-Institute. CLEC ist die zentrale Institution im Bereich der internationalen Sprachförderung Chinas und für die Entwicklung von Standards für den Sprachunterricht, die Durchführung von Tests und Zertifizierungen(wie dem HSK), die Bereitstellung von Lehrmaterialien und die Lehrkräftequalifizierung verantwortlich. Zudem ist CLEC für Stipendien sowie Sprach- und Reiseprogramme zuständig. Mit deutschen Partnern arbeitet das CLEC etwa im Bereich des Austauschs von Fremdsprachenassistenzkräften sowie im Rahmen der»Chinese Bridge«- und»Summer Camp«-Aktivitäten der Konfuzius-Institute zusammen. Im Dezember 2024 wurde zwischen der Kultus­ministerkonferenz und CLEC eine Gemeinsame Absichtserklärung zur Verstärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Partnersprache an Schulen unterzeichnet. auch die Parteikontrolle in chinesischen Universitäten strukturell verstärkt. 108 In der Praxis hängt die Qualität der Zusammenarbeit auch vom fachlichen und organisatorischen Profil der jeweiligen chinesischen Partner­universität ab. 109 Finanzierung Grundsätzlich sah das kooperative Modell der KonfuziusInstitute eine Finanzierung zu gleichen Teilen durch Hanban und den Partner im Gastgeberland vor, teils durch die 99  Die höchste Zahl von Schließungen gab es in den USA: Bis Juni 2024 wurden dort 112 Konfuzius-Institute geschlossen, neun existieren weiterhin. Auch in europäischen Ländern – nicht jedoch in Deutschland – wurden Institute geschlossen, darunter sämtliche in Schweden. Vgl. Flittner(2020); Li(2024), S. 1–2, 8–11. 100  Vgl. Hartig(2016), S. 108, 110, 176–177; Repnikova(2022), S. 18–19. 101 Vgl. die Einschätzung des deutschen Sinologen Michael Kahn-Ackermann in: Böge(2020); siehe hier auch: Zhu/ Li(2023), S. 498. 102  Vgl. Zentralregierung der Volksrepublik China(2007); Zentralregierung der Volksrepublik China(2018a). 103  Registrierungs- und Verwaltungsbehörde für die CIEF ist laut Website das Ministerium für zivile Angelegenheiten, Aufsichtsbehörde ist das Bildungsministerium. Vgl. Chinese International Education Foundation(2020). Das CLEC ist nach eigenen Angaben mit dem chinesischen Bildungsministerium affiliiert. Vgl. Center for Language Education and Cooperation(o. D.). 104 Vgl. Repnikova(2022), S. 18; Zhu/ Li(2023), S. 494, 502. Die These, dass die Organisationsreform lediglich eine geplante bürokratische Umstrukturierung der politischen Administration war, ist nicht völlig überzeugend: Zum einen führte die offenbar schlecht vorbereitete Implementierung zu teils erheblichen Schwierigkeiten in den Instituten vor Ort, z. B. bei Gehaltszahlungen, was für die Hast der Maßnahme spricht. Zum anderen stehen dem Aussagen von Bildungspraktiker:innen mit Einblicken in die Situation von Hanban entgegen. Es ist jedoch möglich, dass bereits existierende, nicht implementierte Reformüberlegungen in die Reorganisation eingeflossen sind. Vgl. Lulu(2022), S. 2. 105  Vgl. Deutscher Bundestag(2021a), S. 2; Ohlberg(2021); Urhova(2024). Auch die South China Morning Post sprach von einem»Rebranding«, vgl. Zhuang(2020b). 106 Vgl. Li(2024), S. 14–19; Anheier/ Knudsen/ List(2023), S. 37. 107  Vgl. Li(2024), S. 14–17. 108  Vgl. ChinaFile(2024); Ting(2024). 109  Li(2024), S. 16. Konfuzius-Institute 23 Bereitstellung von Sachwerten. 110 Zusätzlich generieren Konfuzius-Institute in unterschiedlichem Maße eigene ­Einnahmen durch Sprachkurse und andere Aktivitäten, da auch sie der Tendenz internationaler Kultureinrichtungen zur Marktorientierung unterliegen. 111 Seit der Auflösung von Hanban tritt die CIEF auf der chinesischen Seite als Hauptsponsor auf; darüber hinaus erhalten die Institute auch Gelder von ihren chinesischen Partnern(meist Universitäten) sowie vom CLEC. Insgesamt ist die Quelle der Finanzierung auf chinesischer Seite unklar, da Zweifel daran bestehen, dass die CIEF als junge Stiftung finanziell gut genug ausgestattet ist, um die Konfuzius-Institute weltweit unterhalten zu können. 112 Schwindende Spielräume Ende Oktober 2021 fand der Vorfall 113 einer»auf chinesischen Druck abgesagten« 114 Sachbuch-Präsentation in zwei deutschen Konfuzius-Instituten ein großes Medienecho. 115 Zwei deutsche Journalisten hatten eine Biografie Xi Jinpings verfasst. Die Vorgänge um die geplante(und schließlich auch durchgeführte) Vorstellung im Rahmen der Marketingkampagne für das Buch wurden vor allem im Kontext von Wissenschaftsfreiheit, chinesischer Einflussnahme und Chinas geopolitischen Machtbestrebungen diskutiert. Geplant war ursprünglich eine gemeinsame Online-Lesung der Konfuzius-Institute Hannover und Metropole Ruhr (Duisburg). Nachdem deren chinesische Partneruniversitäten Bedenken geäußert hatten, wurde die Veranstaltung in die Trägerschaft des Instituts für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen übergeben, aber nicht abgesagt. Zudem hatte sich der damalige chinesische Generalkonsul in Düsseldorf eingeschaltet, der zwar keine institutionelle Weisungsbefugnis gegenüber dem Konfuzius-Institut besaß, aber offenbar trotzdem über die nötige Autorität verfügte, um die Veranstaltung als Angebot der Konfuzius-Institute zu unterbinden. Infolge des durch eine Pressemeldung des Buchverlags ausgelösten Medienechos gaben die beteiligten deutschen Partneruniversitäten der Konfuzius-Institute in Hannover und Duisburg eigene, sich von den Instituten abgrenzende Pressemeldungen 116 heraus und sprachen jeweils eine eigene Einladung an die Autoren aus. Am Ende fanden statt der einen geplanten Veranstaltung der beiden KonfuziusInstitute zwei Lesungen an deren deutschen Partneruniversitäten statt. Zwei schon länger vereinbarte Präsentationen des Buches an den Konfuzius-Instituten in Leipzig und Freiburg wurden wie geplant abgehalten. Mit ihren chinesischen Partneruniversitäten führten die Konfuzius-Institute im Nachgang Gespräche zur Aufarbeitung. Deutsche wie chinesische Mitarbeiter:innen vor Ort hatten die Veranstaltung im Vorfeld als für das Programm der Institute geeignet eingeschätzt. Der Vorfall zeigt exemplarisch die zunehmend schwierige Dynamik, der das Personal der Konfuzius-Institute bei der inhaltlichen Gestaltung unterliegt. Im Allgemeinen wird die Programmplanung selbstständig von der deutschen Direktion durchgeführt und anschließend mit der chinesischen Partneruniversität abgestimmt. Die Ereignisse haben jedoch offengelegt, dass sich beide Seiten in diesem komplexen deutsch-chinesischen Arbeitsumfeld vor dem Hintergrund systemischer und geopolitischer Differenzen in schwindenden Spielräumen bewegen. Für die Konfuzius-Institute in Deutschland hatte die In­ tervention aus China schwerwiegende Folgen. Es nutzte nichts, dass die betroffenen Institute in Pressemitteilungen auf die Unabhängigkeit ihrer Programmgestaltung hinwiesen, 117 die hier zum ersten Mal von der chinesischen Seite infrage gestellt worden sei: Andere kommunale Akteure wie Schulen oder Nachbarschaftszentren gingen auf Distanz. Aufgrund des Eingriffs in die Programmplanung des Konfuzius-Instituts Hannover von chinesischer Seite legte die deutsche Direktorin ihren Posten nieder. Seit 2022 ha ben zudem sechs weitere Hochschulen die Kooperation mit Konfuzius-Instituten beendet, ­darunter auch die Leibniz-Universität Hannover, die sich trotz einer von ihr beauftragten externen Evaluierung mit positivem Ergebnis für eine organisatorische Trennung entschied. 118 Das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr in Duisburg formulierte auf Initiative der deutschen Seite in mehreren Gesprächsrunden mit den chinesischen Partnern die ­Kooperationsvereinbarung und Satzung im Nachgang neu. 119 Aus chinesischen Diplomatenkreisen wurde gegen110  Diejenigen Institute, deren deutsche Partnerhochschulen die Kooperation beendeten, haben damit eine wesentliche Einnahmequelle verloren. Vgl. Li(2024), S. 19. In Entwicklungsländern trägt China hingegen oft sämtliche Kosten. Vgl. Yang(2023), S. 11. 111  Vgl. Knudsen(2021a), S. 4. 112  Vgl. Li(2024), S. 16–18. 113  Der Vorfall ist eines von zwei konkreten Beispielen, die meist zur Illustration von Vorwürfen gegen die Konfuzius-Institute herangezogen werden. Der andere Vorfall betrifft das Verhalten der Hanban-Delegation unter Leitung von Xu Lin auf der EACS-Konferenz im Juli 2014 in Braga(Portugal). Vgl. hierzu: European Association for Chinese Studies (2014a); European Association for Chinese Studies(2014b). 114  Vgl. Börsenblatt(2021). 115  Auswahl der Medienbeiträge:»China verbietet Lesungen an deutschen Unis«, bild.de, 23.10.2021;»Konfuzius sagt«, Süddeutsche Zeitung, 26.11.2021;»Xi Jinping lächelt nicht«, Die Zeit, 27.10.2021;»Chinas Arm in Hannover«, taz, 27.10.2021;»Skandal um China-Zensur«, bild.de, 27.10.2021;»Pekings langer Arm in Deutschland«, welt.de, 27.10.2021;»Konfuzius-Institute in der Kritik«, DW, 28.10.2021;»Kritik am Kaiser unerwünscht«, FAZ, 29.10.2021;»Pekings Lehrplan«, Die Zeit, 20.1.2022. 116  Vgl. Leibniz-Universität Hannover(2021); Wittek(2021). 117  Vgl. Konfuzius-Institut Metropole Ruhr(2021); Leibniz-Konfuzius-Institut Hannover(2021). 118  Vgl. Leibniz-Konfuzius-Institut Hannover(2023). 119  Vgl. Konfuzius-Institut Metropole Ruhr(2023). 24 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. über der deutschen Direktion mehrfach Bedauern über das unangemessene Agieren ausgedrückt. Die Universität Duisburg-Essen teilte im Juni 2023 mit, dass die Kooperation mit dem Konfuzius-Institut Metropole Ruhr fortgesetzt würde. 120 bekräftigen oder zu entkräften. Stattdessen sollen implizite wie explizite Konzeptualisierungen der Konfuzius-Institute überblicksartig dargestellt werden. Die zitierte Literatur erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Perspektiven auf die Konfuzius-Institute Zwei grundlegende Probleme erschweren die Beschreibung und Wahrnehmung der Konfuzius-Institute. Zum ­einen agieren sie als internationale Kulturinstitute am Schnittpunkt von Kultur und Außenpolitik und stehen damit vor dem globalen Dilemma dieser Einrichtungen. 121 Während in demokratischen Staaten noch von einem Spannungsfeld der Intentionen von Kulturschaffenden und staatlichen Geldgebern gesprochen werden kann, schlägt in autokratischen Systemen wie dem chinesischen die Balance eindeutig zugunsten der politischen Seite aus. 122 Dennoch gehört der Kulturaustausch explizit zum Auftrag der Konfuzius-Institute und lässt sich nur bedingt instrumentalisieren. Die Schwierigkeit, die Arbeit der Institute zwischen Soft Power, Propaganda, Kulturdiplomatie und weiteren Kategorisierungen konzeptionell zu erfassen, bezeichnet der Sinologe Falk Hartig als das»Theorie-Rätsel«. 123 Die Unmöglichkeit, die kaleidoskopische Sicht auf die Konfuzius-Institute in einer alleingültigen Perspektive festzuhalten, begründet sich zudem mit den»vielen Vielfältigkeiten« internationaler kulturdiplomatischer Institutionen, die als Mehrebenensysteme verschiedene Nationalstaaten, Koordinationslevel und Akteure beinhalten. 124 Für die Konfuzius-Institute gilt dies aufgrund ihrer kooperativen Struktur umso mehr. Bisherige Analysen fassen das Arbeitsprinzip der Institute jedoch in der Regel als Top-down-Struktur auf, die mittels lückenloser Parteikontrolle funktioniert. Handlungsoptionen von Akteuren auf der Arbeitsebene erscheinen in dieser Sichtweise naturgemäß irrelevant. 125 Die Perspektive der Stakeholder vor Ort wird im Diskurs über die Konfuzius-Institute dementsprechend bislang kaum strukturell berücksichtigt. 126 Im Folgenden wird versucht, die relevanten Perspektiven aus dem Diskurs zu destillieren. Dabei geht es nicht darum, Kritik oder Vorwürfe, etwa in Bezug auf mangelnde Transparenz oder die Thematisierung von Menschenrechten, zu Soft Power und Propaganda Eine vorherrschende Perspektive betrachtet die Konfuzius-Institute im Kontext von Chinas Streben nach Soft Power. Diese – eine politische Zielsetzung implizierende, aber nicht per se wertende – Sichtweise bestimmte den Diskurs im Westen bis etwa 2019. 127 Im chinesischen Kontext trat das Konzept der Soft Power etwa seit 2005 auf; die chinesische Kulturdiplomatie wurde seit Mitte der 2000er-Jahre gezielt verstärkt. 128 Dazu gehörte auch der Aufbau der Konfuzius-Institute. Bis zum Ende der Ära Hu Jintaos 2012 spielte Soft Power in der chinesischen Auslegung des Begriffs als Machtressource zum»Ausbau der kulturellen Attraktivität« 129 eine große Rolle(bei gleichzeitiger Zurückhaltung in Rhetorik und Auftreten). Die kulturelle Anziehungskraft im Ausland hatte dabei auch eine innenpolitische Funktion, die unter Xi Jinping noch an Bedeutung gewonnen hat: Der innerchinesisch propagierte Diskurs über Chinas Ansehen in der Welt soll zur Abschirmung gegen das Eindringen westlicher Ideale in China beitragen. 130 Hanban vermied den Ausdruck»Soft Power« in Bezug auf die Konfuzius-Institute und betonte stattdessen, wie später die CIEF, deren Auftrag als Kultur- und Bildungsinstitutionen, wohl aus der Befürchtung heraus, als aggressiv oder»politisch« wahrgenommen zu werden. 131 Der auch als»Propaganda-Chef« bezeichnete damalige Vorsitzende der Central Commission for Guiding Cultural and Ethical Progress( 中央精神文明建设指导委员会 ) des Zentralkomitees der KPCh, Li Changchun, bezeichnete die Konfuzius-Institute 2007 hingegen als wichtigen Weg, Chinas Kultur in die Welt zu tragen, den Sprach- und Kulturaustausch mit dem Ausland zu fördern sowie als wichtigen Baustein im Gesamtbild von Chinas Außenpropaganda( 外宣 ). 132 Den Auftrag der Institute formulierte er dabei nicht als das Senden rigider Botschaften, sondern als Sprachförderung und Kulturaustausch. Die Bedeutung des Begriffs»Propa120  Vgl. Bergmeister(2023). 121  Vgl. Knudsen(2021a), S. 2–3. 122  Vgl. die Einschätzung des deutschen Sinologen Michael Kahn-Ackermann in: Böge(2020). 123  Vgl. Hartig, S. 111. 124 Zhu/ Li(2023), S. 491, 507. 125 Vgl. u. a. Lulu(2022); Soffel/ Shi-Kupfer(2020/2023). 126 Vgl. Hartig, S. 112; Zhu/ Li(2023), S. 492. 127 Vgl. Li(2024), S. 1–2; Repnikova(2022), S. 11; Zambrin(2024), S. 477, 479, 481; Zhu/ Li(2023), S. 499. 128  Vgl. Yang(2023), S. 2. 129  Godehardt(2020), S. 23–24; siehe auch: Zambrin(2024), 470. 130 Vgl. Yang(2023), S. 2; Anheier/ Knudsen/ Todd-Tombini(2024), S. 20. 131  Vgl. Hartig(2016), S. 102; Repnikova(2022), S. 12–13. 132  Vgl. Zentralregierung der Volksrepublik China(2007). Konfuzius-Institute 25 ganda« ist im Chinesischen weiter gefasst, während er im europäischen und amerikanischen Sprachgebrauch(im Gegensatz zu»Soft Power«) überwiegend negativ konnotiert ist. Zur Zeit von Li Changchuns Äußerungen war der Ausdruck daher im chinesischen Sprachgebrauch, der sich an eine Öffentlichkeit im Ausland richtete, bereits im Abschwung. Er wird in Chinas Außendarstellung kaum noch verwendet, 133 bleibt jedoch im Diskurs des Westens mit den Konfuzius-Instituten verbunden. 134 Joseph S. Nye, geistiger Vater des Soft-Power-Konzepts, wies darauf hin, dass der Begriff im Hinblick auf die KonfuziusInstitute differenziert zu gebrauchen sei:»Konfuzius-Institute sind eine Ressource, die unter Umständen Soft Power hervorbringen kann, falls sie in den Augen der Zielgruppe attraktiv ist. Genauer gesagt sind Konfuzius-Institute also eher eine potenzielle Soft-Power-Ressource als Soft Power an sich.« 135 In diesem Sinne können die Konfuzius-Institute als SoftPower-Initiative in Europa und den Vereinigten Staaten zum jetzigen Zeitpunkt durchaus als missglückt angesehen werden. Nicht nur wird die tatsächliche oder vermeintliche Soft Power der Institute zunehmend problematisiert, sie werden auch im Kontext von neuen Ansätzen wie»Sharp Power« und darüber hinaus diskutiert – Entwick­lungen, die eine Anziehungskraft konterkarieren. 136 Internationale Kulturdiplomatie Der weitere Kontext von Soft Power ist die Kulturdiplomatie oder, noch weiter gefasst, die öffentliche Diplomatie. Internationale Kulturinstitute sind wichtige Instrumente Auswärtiger Kulturpolitik eines Landes und»ein sichtbares Symbol für die Bemühungen um ›Soft Power‹« 137 . Der Fokus auf globale Zielsetzungen chinesischer Politik richtet gleichsam einen Scheinwerfer auf die Konfuzius-Institute, der ihren Platz im Ökosystem internationaler Kulturdiplomatie – in einem»geokulturellen« 138 Kontext – nicht erfasst. Die vergleichende Forschung zur Kulturdiplomatie subsumiert das Konfuzius-Institut unter die(inter-)nationalen Kulturinstitute. Unterschiede in Organisation und Finanzierung tun dem keinen Abbruch:»Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und China betreiben allesamt Einrichtungen, die als traditionelle Hauptstützen der Kulturdiplomatie angesehen werden können: den British Council, die Alliance française, das Goethe-Institut, das Instituto Cervantes und die Konfuzius-Institute. Diese langjährigen und wirksamen Initiativen funktionieren mit einem unterschiedlichen Maß an Vorgaben ihrer Regierungen.[…] Jeder dieser Fälle von unterschiedlich ausgeprägter staatlicher Beteiligung kann als Kulturdiplomatie bezeichnet werden.« 139 Konfuzius-Institute werden aus dieser Perspektive also trotz ihrer vergleichsweise großen Staatsnähe als legitime Instrumente chinesischer Kulturdiplomatie betrachtet. 140 Wie China gehört auch Deutschland(zumindest bis vor Kurzem 141 ) zu den wenigen Ländern, die ihre Auswärtige Kulturpolitik finanziell großzügig ausstatten. 142 In den Bereichen Kunst, Kultur und Sprache sind die Konfuzius-Institute die herausragenden Instrumente chinesischer Kulturdiplomatie in Deutschland, die zudem das Chinesische Kulturzentrum in Berlin umfasst. Das Chinesische Kulturzentrum und das Goethe-Institut Peking existieren auf Grundlage des deutsch-chinesischen Kulturabkommens von 2005 und be trachten einander als Pendants im Status eines nationalen Kulturinstituts. Das Goethe-Institut kooperiert in China zudem bei den Goethe-Sprachlernzentren, den Informationsund Lernzentren Deutsch sowie den Deutschen Informationsbibliotheken mit chinesischen Partnern(s. Abb. 5, S. 28). Deutschland gehört darüber hinaus zu den Ländern, die das Auslandsschulwesen im Rahmen ihrer Auswärtigen Kulturpolitik strategisch und weitreichend fördern. 143 In China geschieht dies vor allem durch die vom Auswärtigen Amt gegründete PASCH-Initiative(s. Box 3, S. 15). China hat diesen Bereich hingegen erst vor relativ kurzer Zeit entdeckt und bisher nur minimal mit Fokus auf den Globalen Süden ausgebaut. 144 Akademische Freiheit und Perspektive der Hochschulen Mit der Etablierung eines Konfuzius-Instituts verbanden beteiligte Hochschulen ursprünglich die Hoffnung auf Einnahmen oder einen gewissen Prestigegewinn bezüglich ihrer 133  Vgl. Bandurski(2022); Lyhne-Gold(2024). 134  Vgl. Zambrin, S. 470, 479. 135  Zitiert in Li(2024), S. 2:»Confucius Institutes are a resource which may or may not produce soft power depending on whether it is attractive in the eyes of the target audience. So properly put, CIs are a potential soft power resource rather than soft power per se.«. 136  Vgl. Böge(2020); Li(2024), S. 2, 13; Yang(2023), S. 2. 137  Knudsen(2021a), S. 2. 138  Kluver(2017), S. 390. 139  Goff(2013), S. 427; siehe auch: Knudsen(2021a), S. 4:»Britain, France, Germany, Spain, and China all operate what might be considered traditional mainstays of cultural diplomacy: the British Council, the Alliance française, the Goethe Institute, the Cervantes Institute, and the Confucian Institutes, respectively. These long-standing and effective initiatives function with varying degrees of input from their governments.[…] Each of these instances of varying degrees of state involvement would qualify as cultural diplomacy.« 140  Vgl. Hartig(2016), S. 190–191; Li(2024), S. 11–12. 141  Zu Mittelkürzungen in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik s. Abschnitt»Schulaustausch« sowie Balzer(2023); Goethe-Institut(2024). 142 Vgl. Anheier/ Knudsen/ List(2023), S. 58. 143  Vgl. ebd., S. 6; siehe auch: Knudsen(2021b), S. 3–4. 144  Vgl. ebd., S. 41, 43; siehe auch Zhang(2020). 26 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. ­Internationalisierung. 145 Tatsächlich scheint der Mehrwert, so er überhaupt wahrgenommen wird, eher in praktischen Vorteilen zu liegen, etwa einer gestärkten Beziehung zur chinesischen Partneruniversität – die oft über die Kooperation im Rahmen des Konfuzius-Instituts hinausgeht – oder der Organisation von Vorträgen, Workshops und anderen Veranstaltungen durch das Konfuzius-Institut. Diese finden in der Regel unter dem Dach der Institute selbst statt, teils mit weiteren Partnern, und richten sich an die interessierte Öffentlichkeit, einschließlich Studierende. Im Rahmen der Kooperationen kam es jedoch nicht zur von chinesischer Seite möglicherweise intendierten Einbindung in die chinawissenschaftlichen Studiengänge oder die sinologische Sprachausbildung der Universitäten. 146 Die deutschen Konfuzius-Institute sind nirgends in die wissenschaftliche Arbeit oder Forschung der Hochschulen eingegliedert. In einigen deutschen Partnerhochschulen bieten Konfuzius-Institute zwar Sprachkurse oder landeskundliche Einsteigerkurse an, jedoch nicht für Studierende der Chinawissenschaften. 147 Da Einflussmöglichkeiten der Konfuzius-Institute auf die Forschung der kooperierenden Hochschulen nicht gegeben sind, konzentrieren sich die Bedenken häufig auf eine (Selbst-)Zensur bei den Angeboten der Institute. 148 Diese unterliegen als Kooperationsformate gewissen Beschränkungen hinsichtlich Themen, die von der chinesischen Seite als politisch sensibel betrachtet werden. Es gehört jedoch zum Wesen einer Kooperation, dass funktionierende Kompromisse zwischen den Anliegen der jeweiligen Partner gefunden werden müssen. 149 Hinzu kommt, dass zentrale Aufgaben der Institute im Sprach- und Kulturbereich liegen, nicht in der politischen Bildung, auch wenn einzelne Institute auf Initiative der deutschen Direktion diese Inhalte anbieten. Vor diesem Hintergrund sollte jeweils sorgfältig abgewogen werden, inwieweit Kompromissfindung von (Selbst-)Zensur zu unterscheiden ist und ob Kooperation mit der chinesischen Seite grundsätzlich als Vereinnahmung zu bewerten ist. Darüber hinaus hat sich das Argument, die Konfuzius-Institute würden durch die Verbindung zu Hochschulen im Gastgeberland einen Prestigegewinn anstreben, mittlerweile in die Warnung vor einem drohenden Reputationsschaden für die Hochschulen 150 verkehrt – eine Warnung, für die viele Hochschulen empfänglich sind, auch wenn dies nicht offen benannt wird. 151 In Bezug auf den Sinn und Mehrwert von Partnerschaften mit Konfuzius-Instituten vertreten die deutschen Hochschulen allerdings keine einheitliche Position. 152 Einflussarbeit und Sicherheit Die Perspektive auf die Konfuzius-Institute hat sich in den letzten Jahren von chinesischer Soft Power und Propaganda hin zu dezidierteren Warnungen vor Einflussnahme verschoben. 153 Diese sind an die systempolitische Sicht der Rivalität von Autokratien und Demokratien geknüpft und 2017 unter dem Begriff»Sharp Power« von einem amerika nischen Thinktank popularisiert worden:»Was wir bisher als autoritäre ›Soft Power‹ aufgefasst haben, lässt sich besser als ›Sharp Power‹ kategorisieren, die das politische und Informationsumfeld in den betroffenen Ländern durchsticht, durchdringt oder durchlöchert.« 154 Konfuzius-Institute, gesellschaftlich-kultureller Austausch und weitere Aktivitäten aus dem Bereich der Kulturdiplomatie gelten in dieser Sichtweise als Einfallstor chinesischer Einflussoperationen; sie seien in einer Art Mimikry den kulturdiplomatischen Institutionen und Initiativen demokratischer Staaten nur nachempfunden. 155 Die Konfuzius-Institute, die seit ihrer Einrichtung 2004 ope rativ unverändert geblieben sind, werden auch in Deutschland häufiger in diesem Deutungskontext bewertet, der teils mit Bedenken hinsichtlich akademischer Freiheit verknüpft wird. So werden die Institute seit 2020 unter der Ru brik»Politische Einflussnahme« in den Verfassungsschutz145  Vgl. Hartig(2016), S. 111, 170. 146  Für den globalen Leistungsrahmen der Konfuzius-Institute, vgl. Confucius Institute(o. D.). 147 In den universitären Kursen werden im Allgemeinen nicht die Lehrmaterialien von Hanban/CLEC benutzt, sondern solche, die in Abstimmung mit der deutschen Universität ausgewählt werden. 148 Vgl. Gallagher(2021), S. 18; Stanford Center on China’s Economy and Institutions(2022); Zhu/ Li(2023), S. 504. 149  Vgl. Schlüter(2024). 150 Vgl. Soffel/ Shi-Kupfer(2020/2023), S. 1, 6. 151  Ihren Rückzug aus Kooperationen mit Konfuzius-Instituten begründeten deutsche Universitäten in der Regel mit grundsätzlichen und vorbeugenden Argumenten. Konkrete Kritikpunkte in Bezug auf die Arbeitsweise der jeweiligen Institute wurden nicht genannt. So hieß es in Düsseldorf,»die Hochschulleitung[konnte] nicht vollständig ausschließen […], dass die chinesische Staatsdoktrin Einfluss auf die Arbeit des Instituts nehme«(Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, 2020). In Hamburg wurde»die Veränderung der chinesischen Politik in Hinblick auf die Wissenschaft« angeführt(Forschung& Lehre, 2020). Die zunächst nur operative Stilllegung des Trierer Instituts 2021 wurde als Zeichen gegen die Einschränkungen der Freiheit von Forschung und Lehre»durch Sanktionen[der chinesischen Regierung] gegen zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ganz Europa und auch gegen das Mercator Institute for China Studies(MERICS)« begründet(Jäckel/ Rieger, o. D.). Zur anschließenden Trennung im darauf folgenden Jahr hieß es in der gemeinsamen Pressemitteilung von Universität und Konfuzius-Institut:»Eine Neuausrichtung des China-Schwerpunkts an der Universität Trier erforderte auch eine Neubestimmung des Verhältnisses des Fachs Sinologie zum Konfuzius-Institut an der Universität Trier. Überlagert wurde diese Diskussion durch eine verschärfte Debatte über die Zusammenarbeit mit den Konfuzius-Instituten in Deutschland generell«(Universität Trier, 2022). Die Goethe-Universität Frankfurt am Main schrieb anlässlich des Endes der vertraglichen Kooperation:»Die Neuausrichtung der Kooperation findet im Kontext einer grundsätzlichen Überprüfung wissenschaftlicher Kooperationen der Goethe-Universität mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen statt. Für Partnerschaften gilt künftig die Maxime, dass diese einen konkreten Mehrwert für das Forschungs- und Lehrprofil der Goethe-Universität erbringen sollen«(Goethe-Universität Frankfurt am Main, 2023). 152  Vgl. Hochschulrektorenkonferenz(2020). 153  Im Kontext von Einflussnahme werden auch personelle und strukturelle Verbindungen zur Einheitsfront-Abteilung sowie die Anwendung von Einheitsfront-Strategien diskutiert, siehe u. a. Gallagher(2021), S. 17–18; Lulu(2022), S. 4; Ohlberg(2021); Soffel/ Shi-Kupfer(2020/2023), S. 4. 154 Cardenal/ Kucharczyk/ Mesežnikov/ Pleschová(2017), S. 6:»What we have to date understood as authoritarian ›soft power‹ is better categorized as ›sharp power‹ that pierces, penetrates, or perforates the political and information environments in the targeted countries.« 155  Vgl. ebd., S. 16–17. Konfuzius-Institute 27 Gegenüberstellung von Einrichtungen der Auswärtigen Kulturpolitik Abb. 5 Anzahl Standort, Gründungsjahr Partner vor Ort Status/ Rechtsform Deutsche Initiativen in China Informations- und Lernzentren Deutsch/ Deutsche Informationsbibliotheken Goethe-Sprachlernzentren 7 9 → 1999 Shanghai → 2002 Guangdong, Peking → 2005 Xi’an → 2006 Chongqing → 2011 Wuhan → 2014 Nanjing → 2007 Xi’an, Shanghai → 2008 Chongqing, Tianjin, Nanjing → 2010 Qingdao → 2013 Shenyang → 2015 Guangzhou → 2016 Wuhan → Bezirks- und Provinzbibliotheken(6) → Jiangsu College for International Education(Nanjing) → Chinesische Universitäten(7) → Jiangsu Education Services for International Exchange(JESIE, Nanjing) → Jing’an District Education Department(Shanghai) → Partnereinrichtungen des GoetheInstituts China → keine eigene Rechtsform, Partner ist Rechtsträger → akkreditierte Sprachkooperationspartner des Goethe-Instituts → keine eigene Rechtsform, Partner ist Rechtsträger Goethe-Institut 1* → 1988 Peking → 2003 Shanghai* – → Nationales Kulturinstitut Rechtsgrundlage Leitung Ausstattung+ Finanzierung Auftrag/ Tätigkeitsfelder (Selbstauskunft) → Vereinbarungen zwischen dem Goethe-Institut in China und den jeweiligen Partnereinrichtungen (Bibliotheken) → Vereinbarungen zwischen dem Goethe-Institut in China und den jeweiligen Partnereinrichtungen(Universitäten oder andere Bildungseinrichtungen) → Kulturabkommen(2005) → bis 2005: gesonderte Vereinbarung/ Protokoll über die Einrichtung eines Goethe-Instituts in Peking → Chinesisch → Chinesisch+ Deutsch → Deutsch → finanziert durch den chinesischen Partner(Räume, Mitarbeitende); das Goethe-Institut unterstützt durch die Bereitstellung von Medien, Fortbildungen für Mitarbeitende, gemeinsame Projekte(z. B. Ausstellungen) → finanziert durch den chinesischen Partner; selbst erwirtschaftete Erlöse aus Sprachkursen und Prüfungen → das Goethe-Institut unterstützt die Sprachlernzentren durch Fortbildung der Lehrkräfte, Lehrmittel- und Ausstattungsspenden sowie laufende Beratung zu Aspekten der Methodik, Didaktik und des Managements → institutionelle Förderung durch das Auswärtige Amt; rund ein Drittel des Budgets wird durch Erlöse aus Sprachkursen und Prüfungen selbst erwirtschaftet; Unterstützung durch die EU, weitere Bundesministerien sowie Stiftungen und Unternehmen im In- und Ausland → aktuelle Materialien zu Information, ­Freizeit und Studium für an Deutschland und der deutschen Sprache Interessierte → Sprachkurse und Prüfungen nach dem Modell und den Qualitätsstandards des Goethe-Instituts → fördert den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und China und stellt Informationen zu aktuellen Aspekten des kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland bereit Angebote : → Sprachkurse und-prüfungen → Lern- und Informationsangebote, ­Kulturveranstaltungen → Unterstützung von Schulen beim Deutschunterricht → Weiterbildung und Qualifizierung von Deutschlehrkräften → Residenzprogramme, Kooperationen und Koproduktionen, Literatur- und Übersetzungsförderungsprogramm, Begegnungsprogramme, zivilgesellschaftlicher Austausch * Die Abteilung Kultur und Bildung am Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai übernimmt dort die Aufgaben des Goethe-Instituts. 28 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. → 2008 Berlin – Chinesische Initiativen in Deutschland Chinesisches Kulturzentrum 1 Konfuzius-Institute 19** → 2006 Berlin, Düsseldorf, Nürnberg → 2007 Frankfurt, Hamburg, Leipzig → 2008 Trier → 2009 Duisburg, Freiburg, Heidelberg → 2011 Erfurt → 2012 München → 2013 Bremen → 2014 Göttingen → 2015 Paderborn → 2016 Hannover, Ingolstadt, Stralsund → 2017 Bonn → Deutsche Hochschulen(10) → Stiftung ex oriente(Düsseldorf, München) → Trägervereine → Nationales Kulturinstitut → Kulturabkommen(2005) → Partnereinrichtungen der CIEF sowie chinesischer, teilweise auch ­deutscher Hochschulen → teils An-Institute deutscher Hochschulen → Eingetragener Verein(17) → Gemeinnützige GmbH(2) → Vereinssatzung bzw. GmbH-Vertrag; dazu Rahmenvereinbarung i. d. R. ­zwischen CIEF, deutscher und chinesischer Partnerhochschule bzw. ­zwischen CIEF, chinesischer Partnerhochschule und deutschem ­Trägerverein → Chinesisch → Deutsch+ Chinesisch → finanziert durch das chinesische Ministerium für Kultur und Tourismus; selbst erwirtschaftete Erlöse aus Sprach- und Interessenkursen; Finanzierung einzelner Veranstaltungen und Projekte durch weitere Partner, z. B. jährlich wechselnde Partnerprovinzen → CIEF, CLEC(beide mit dem chinesischen Bildungsministerium affiliiert) → chinesische Partnerhochschulen → ggf. deutsche Partnerhochschulen → selbst erwirtschaftete Erlöse aus Sprachkursen und weiteren Angeboten → Mitgliedsbeiträge, ggf. Förderung durch weitere Partner vor Ort → möchte einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland die chinesische Kultur, Kunst und Bildung näherbringen. Ziel ist es, den kulturellen Austausch, das gegenseitige Verständnis und die freundschaftlichen Beziehungen sowie die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu fördern Angebote: → Sprach- und Interessenkurse, Kulturveranstaltungen → Bibliothek zum Themenbereich Kultur und klassische Literatur, Gestaltung von Besuchstagen für Schulklassen im Kulturzentrum → fördern die internationale Verbreitung der chinesischen Sprache, vertiefen das Verständnis der Weltbevölkerung für die chinesische Sprache und ­Kultur, fördern die Bildungszusammenarbeit und den kulturellen Austausch zwischen China und dem Ausland und verbessern die internationale Verständigung Mögliche Angebote (je nach Institut unterschiedliche Bandbreite und Schwerpunkte) : → Sprachkurse,-prüfungen und-zertifikate → Kulturveranstaltungen(z. B. Ausstellungen, Filmreihen, Konzerte, ­Lesungen, Workshops) → Vorträge und Kurse zu Geschichte, Kultur und Kunst, Wirtschaft, Politik und/oder Gesellschaft Chinas → Tagungen → Unternehmenscoachings → interkulturelle Trainings → Durchführung von Sprachunterricht, Arbeitsgemeinschaften, ­China­tagen für Schüler:innen → Durchführung von Sprach- und Kulturaustauschprogrammen, ­Sprachwettbewerben → Vermittlung von Stipendien ** Zudem gibt es vier Konfuzius-Klassenzimmer an Schulen, die jeweils vom Konfuzius-Institut vor Ort unterstützt werden. Konfuzius-Institute 29 berichten erwähnt. Im Verfassungsschutzbericht 2023 heißt es unter»Einflussnahme und Desinformation«:»Im Bereich von Bildung und Forschung drohen Chinas Aktivitäten und Kooperationsformate, die akademische Freiheit zu unterminieren. Die chinesischen Konfuzius-Institute dienen innerhalb der Einflussnahmestrategie der KPCh auch dazu, ein makelloses Chinabild zu verbreiten und regimekritische Veranstaltungen oder Forschung zu verhindern.« 156 In den letzten Jahren wird im China-Diskurs die chinesische Strategie thematisiert, Wissensgenerierung und-verbreitung über China auch mittels der Konfuzius-Institute zu kontrollieren. 157 In diesem Kontext wird zudem kritisiert, dass China Einreiseverbote und anhaltende Sanktionen gegen missliebige Forscher:innen ausspricht, während hierzulande Konfuzius-Institute existieren, die Teil der Problematik potenzieller Beeinflussung von Forschung seien 158 – eine Art unfairer Wettbewerbsvorteil im Ringen um die Deutungshoheit in der China-Debatte. Kritischen China-Forscher:innen Zugänge zu verwehren, widerspricht dem Verständnis von Wissenschaftsfreiheit und sollte im Diskurs und im Dialog mit chinesischen Stellen konsequent thematisiert werden. Auch ist das Streben Chinas nach Diskursmacht gründlich belegt. Die vorrangige Verortung der Konfuzius-Institute in Deutschland als Teil dieser Problematik wirft jedoch Fragen auf. So ist nicht nur die der Argumentation zugrunde liegende Kategorisierung der Institute als Teil der Forschungslandschaft mindestens ungenau(siehe Abschnitt»Kooperatives Modell und Lokalisierung«, S. 21), die epistemische Problematik sollte zudem sowohl in Bezug auf die tatsächliche Gestaltung von Inhalten in einer deutsch-chinesischen Kooperation als auch auf Wirkungsmöglichkeiten und Stellenwert der Institute in der chinabezogenen Wissenslandschaft in Deutschland genauer untersucht werden. In den USA wird die politische Auseinandersetzung mit den Konfuzius-Instituten vor dem Hintergrund der amerikanisch-chinesischen Rivalität aus dem sicherheitspolitischen Blickwinkel schon seit Längerem auch hinsichtlich Spionage-Risiken geführt. 159 In Deutschland waren Themen wie Spionage in Bezug auf die Konfuzius-Institute im Diskurs bislang von untergeordneter Bedeutung und nicht an konkrete Verdachtsmomente gebunden. 160 Nach Veröffentlichung des Verfassungsschutzberichts 2023 äußerte jedoch das Innenministerium, dass Konfuzius-Institute als deutschchinesische Kooperationsformate»aus Sicherheitsgesichtspunkten äußerst kritisch« zu sehen seien. 161 Zudem löst Chinas Haltung»prorussischer Neutralität« im UkraineKrieg in Europa wachsende Besorgnis aus. Je mehr China demzufolge als Sicherheitsbedrohung kategorisiert wird, 162 desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass entsprechende Diskurse in Bezug auf die Konfuzius-Institute künftig auch vermehrt in Deutschland geführt werden. Naturgemäß können Spionage-Aktivitäten für kaum einen Sektor ausgeschlossen werden. Bei aller gebotenen Wachsamkeit lässt sich aber argumentieren, dass über die Konfuzius-Institute in Deutschland weniger vielversprechende Zugänge möglich sind als über Politik, Wirtschaft und die Hochschulen selbst. Bedeutung für die deutsch-chinesischen Beziehungen Konfuzius-Institute im Fokus von Politik und Medien Nach Gründung des ersten Instituts in Deutschland im Jahr 2006 standen die Konfuzius-Institute zunächst nur spora disch in der medialen Kritik. 163 Seit etwa 2019 hat sich diese Haltung jedoch verschärft. Dies drückte sich nicht nur in einer Zunahme des negativen Presseechos aus, 164 sondern zeigte sich auch in einer Häufung von parlamentarischen Anfragen und Anträgen auf Bundes- und Länderebene. 165 Im Sommer 2020 veröffentlichten einige deutsche Konfuzi us-Institute ein gemeinsames Positionspapier, in dem sie 156  Bundesministerium des Innern und für Heimat(2024), S. 322–323. 157 Vgl. Drinhausen/ Ohlberg/ Karásková/ Stec(2023), S. 16–17. 158  Vgl. Ohlberg(2024), S. 27. 159 Vgl. Zhu/ Li(2023), S. 504. Zuletzt äußerte der zu diesem Zeitpunkt designierte Sicherheitsberater der zweiten Trump-Regierung, Mike Waltz:» We talked a lot about the tidal wave of espionage from the Chinese Communist Party—in our[sic] Confucius Institutes, in our universities, our research labs, in Wall Street, even in the Fed[Federal Reserve], and really, truly, across the board.« Fox Business Live(2024). 160  In Brüssel wurden 2019 dem chinesischen Direktor des Konfuzius-Instituts Spionage-Aktivitäten vorgeworfen. Das Konfuzius-Institut wurde daraufhin geschlossen; der Beschuldigte erhielt ein Einreiseverbot für den Schengenraum, das im folgenden Jahr von einem belgischen Gericht aufgehoben wurde. Vgl. Sharma(2020). 161 Gillmann/ Heide/ Neuerer(2023). 162 Vgl. Heide/ Koch(2024). 163  Vgl. Hartig(2016) S. 143. 164  Auswahl der Medienbeiträge:»Mit Konfuzius zur wissenschaftlichen Vormacht«, FAZ, 27.4.2018;»FDP warnt vor chinesischem Einfluss an deutschen Unis«, Die Zeit, 29.11.2019;»Ferngesteuert von Chinas KP?«, Deutschlandfunk, 20.1.2020;»Chinas Konfuzius-Institute: Außenposten von Pekings Propaganda?«, br.de, 27.4.2021;»Pekings Kuckucksei: Wie die Konfuzius-Institute die Wissenschaftsfreiheit gefährden«, FAZ, 5.11.2021. Siehe auch Repnikova(2022), S. 17. 165  2019 brachten die Fraktionen der Grünen und der FDP im Bundestag je eine Kleine Anfrage ein, die sich ganz oder teilweise auf die Konfuzius-Institute bezog. Die Fraktion der FDP stellte im März 2021 den Antrag»Freiheit von Forschung und Lehre schützen – Kooperationen mit Chinas Konfuzius-Instituten an deutschen Hochschulen beenden« (Deutscher Bundestag 2021a), der abgelehnt wurde. Die Fraktion der AfD brachte im Mai 2021 einen weiteren Antrag ein:»Wissenschaftsfreiheit erhalten – Kooperationen deutscher Bildungseinrichtungen mit Konfuzius-Instituten beenden«(Deutscher Bundestag 2021b). Mit den Stimmen aller anderen Fraktionen wurde empfohlen, den Beschluss abzulehnen, wozu es durch den Ablauf der Wahlperiode nicht mehr kam. Weitere Kleine Anfragen, die sich ausschließlich oder in einzelnen Fragen den Konfuzius-Instituten widmeten, folgten im April 2022(CDU/CSU), Oktober 2022(CDU/CSU), Februar 2023(AfD), Juli 2023(CDU/CSU) und September 2023(CDU/CSU). Eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Frak tion im Februar 2025 zum Stand der Umsetzung der China-Strategie der Bundesregierung nahm hingegen keinen Bezug auf die Konfuzius-Institute. Anfragen in Landtagen bezüglich der Konfuzius-Institute gab es unter anderem in Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. 30 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Struktur und Funktionen der Institute erläutern. 166 Dieser Versuch, sich in die Diskussion einzubringen, blieb allerdings ohne spürbare Auswirkungen auf den Diskurs. Seit 2021 äußerten sich die damaligen Bildungsministerin nen Anja Karliczek 167 und Bettina Stark-Watzinger jeweils dezidiert kritisch zu Hochschulkooperationen mit den Konfuzius-Instituten. 168 2023 schloss sich das Innenministerium diesen Warnungen an. 169 Der Diskurs über die Konfuzius-Institute ist Teil der intensiven öffentlichen Auseinandersetzung mit China in den letzten Jahren. Er wird in Medien und Politik überwiegend aus der Perspektive der Systemrivalität geführt und bezieht sich dabei zumeist auf den Verdacht chinesischer Einflussnahme in Deutschland. Konkrete Kritikpunkte an der Arbeit der deutschen Konfuzius-Institute beschränken sich dabei in der Regel auf den»Lesungsvorfall«(siehe Abschnitt»Schwindende Spielräume«, S. 23). Die darüber hinausgehende Kritik an den Instituten argumentiert weniger empirisch als prinzipiell. In diesem Sinne formulierte die Bundesregierung in ihrer China-Strategie:»Deutsche Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen sollen sicherstellen, dass Kooperationen mit Konfuzius-Instituten und vergleichbaren chinesischen Partnern den Ansprüchen unseres Bildungs- und Wissenschaftssystems, und dabei insbesondere dem Gedanken der Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre, gerecht werden. Deutsche Einrichtungen müssen sich ihrer Freiheiten und der damit verbundenen Verantwortung bewusst sein. Wir erwarten maximale Transparenz und Öffentlichkeit, insbesondere, wenn öffentliche Mittel für Zusammenarbeit mit China eingesetzt werden. Auch Forschende und Lehrende tragen hierfür Verantwortung.« 170 Die Konfuzius-Institute sind für uns, was China für uns ist Die Haltung zu den Konfuzius-Instituten drückt die Haltung zu China aus. Sie können analog zur politischen Konzeptionierung Chinas 171 entweder als Partner in der Kulturund Bildungsarbeit, als Wettbewerber im internationalen Umfeld 172 oder als potenziell schädliches Instrument eines systempolitischen Rivalen behandelt werden. Im Zuge der chinesisch-US-amerikanischen Rivalität – und abhängig von Europas Positionierung dazu – sowie der chinesischen Haltung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat auch die Perspektive auf China als Sicherheitsbedrohung an Bedeutung gewonnen. Geopolitische Dynamiken werden auch künftig den Umgang mit den Konfuzius-Instituten in Deutschland(mit-)bestimmen. Die Handlungsfähigkeit der deutschen Seite wird im Kontext der Interaktion in und mit den Konfuzius-Instituten systematisch unterbewertet: In der Logik eines betont kritischen Diskurses liegt»Agency« oft einzig im Aufgeben der Kooperationen. Den Nutzer:innen der Institute – überwiegend ein allgemein interessiertes nicht akademisches Publikum – scheint Urteilsfähigkeit und Resilienz hinsichtlich befürchteter Propaganda-Aktivitäten abgesprochen zu werden. Auch den Akteuren in der Organisationsstruktur der Institute wird keine relevante Gestaltungsfähigkeit abseits der Durchsetzung strategischer Interessen der chinesischen Regierung und der KPCh zugestanden. Risikobewusstsein wird jedoch nicht durch die Verbreitung angstbesetzter Narrative in Handlungsfähigkeit umgemünzt, sondern durch abwägende und sachbezogene Auseinandersetzung. Zukunft der Kulturdiplomatie zwischen Deutschland und China Ein Großteil der Problematisierungen der Konfuzius-Institute lässt einen Bezug auf internationale Auswärtige Kulturpolitik vermissen und ignoriert diesbezügliche deutsche Politikziele. Oft wird dabei eine Einseitigkeit oder Überzahl des chinesischen Angebots in Deutschland impliziert. Tatsächlich pflegt gerade Deutschland als»Soft Power Superpower« 173 ein diversifiziertes Angebot von Einrichtungen seiner Auswärtigen Kulturpolitik, auch in China. Den Verfassungsschutzbericht 2023, in dem die KonfuziusInstitute unter der Rubrik»Einflussnahme und Desinformation« firmieren, kommentierte auch die chinesische Botschaft:»Folgt man der deutschen Logik, müsste man dann nicht auch deutsche Institutionen in China, wie die deutsche Botschaft und Konsulate, politische Stiftungen und das Goethe-Institut, sowie deren Mitarbeitende als Nachrichtendienste, potentielle Spione und Verbreiter von Desinformationen betrachten?« 174 Diese Äußerung verschweigt ­allerdings den Umstand, dass China ausländische Kultur166 Das Positionspapier unterzeichneten Vertreter:innen der Konfuzius-Institute Berlin, Bonn, Bremen, Erfurt, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt, Hannover, Leipzig und Ruhr/Duis burg. Vgl. Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin(2020). 167  Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung(2021); Himmelrath(2021). 168 Vgl. Gillmann(2022); Gillmann/ Heide/ Neuerer(2023). 169 Vgl. Gillmann/ Heide/ Neuerer(2023). 170  Die Bundesregierung(2023), S. 44. 171  Vgl. ebd., S. 10. 172  Zum Wettbewerbsgedanken siehe den mit Null-Summen-Logik argumentierenden Artikel zum Rückzug der Goethe-Institute aus italienischen Städten:»Und so zeigt sich hier exemplarisch, wie Deutschland mit der Schließung seiner Goethe-Institute kulturellen Einfluss zu verlieren droht, den es sich über Jahrzehnte mühsam aufgebaut hat, während andere Akteure bereitstehen, um das Vakuum zu füllen. Ironischerweise nutzt gerade China, wo keine Goethe-Institute geschlossen werden sollen, den so freigewordenen Raum für seine eigene Agenda.« Kirst(2024). 173 Anheier/ Knudsen/ List(2023), S. 5. 174  Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland(2024). Konfuzius-Institute 31 und Bildungsarbeit schon seit Langem stark kontrolliert und reglementiert, nicht zuletzt durch das 2017 in Kraft ge tretene Gesetz zur Regulierung ausländischer Nichtregie­ rungs­o­ rganisationen. Zudem sind im Zuge der extremen Versicherheitlichung unter Xi Jinping grundsätzliche Verdächtigungen dieser Art gegen Ausländer:innen bereits üblich. 175 Umso mehr weckt die Replik Befürchtungen im Hinblick auf die Zukunft der gegenseitigen Kulturdiplomatie, bei der auch Deutschland eigene politische Ziele verfolgt. Die Bedeutung von Soft Power durch Kulturdiplomatie ist gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen und Rivalitäten wichtiger denn je:»Es mag verlockend sein zu glauben, dass die Bedeutung von Soft Power dadurch abnehmen wird, doch das Gegenteil ist der Fall. Obwohl militärische und wirtschaftliche Macht in[…] Konflikten eine bedeuten de Rolle spielen werden, werden der ideologische Charakter dieser Auseinandersetzungen(die oft als ›Kampf zwischen Autokratie und Demokratie‹ dargestellt werden) und die Notwendigkeit gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens letztlich die Bedeutung der Außenkulturpolitik und die Relevanz von Soft Power im weiteren Sinne erhöhen.« 176 Kooperationen mit Konfuzius-Instituten aktiv gestalten Risikoabwägung im Umgang mit chinesischen Akteuren ist und bleibt auch in Bezug auf die Konfuzius-Institute wichtig. Sie sollte aber mit einer ebenso gründlichen Chancenabwägung einhergehen: Die verhältnismäßig wenigen Sinologien und chinabezogenen Studiengänge in Deutschland forschen und bilden künftige China-Expert:innen aus. Es gehört jedoch nicht zu ihren Aufgaben, einer breiteren Öffentlichkeit erste Begegnungen mit Chinas Kultur und Sprache zu ermöglichen. Sprachunterricht (meist im Grundstufenbereich), Kulturveranstaltungen und Austauschprogramme der Konfuzius-Institute setzen genau dort an. In verschiedenen Konfuzius-Instituten finden Veranstaltungen zu politischen oder gesellschaftlichen Themen statt. Während dabei vereinzelt auch Narrativen ein Forum gegeben wird, die in weiten Teilen der deutschen Sinologie und»China-Community« kritisch gesehen werden 177 , bemühen sich andere Institute darum, kein belangloses Chinabild zu vermitteln, etwa in Freiburg, Trier und in Leipzig, wo 2021 die Vortragsreihe 100 Jahre Kom munistische Partei Chinas – woher und wohin? mit Vortragenden von mehreren deutschen Universitäten und dem Mercator Institute for China Studies abgehalten wurde. 178 Die Institute in Heidelberg, Göttingen und Bonn unterstützen die Organisation von Tagungen zur Chinesisch-Didaktik, die sonst kaum finanziell durchführbar wären. 179 Darüber hinaus bieten die Vortragsprogramme vieler Institute einer interessierten Öffentlichkeit Zugänge zu künstlerischen, technologischen und weiteren Themen, die selten in anderen Diskursen vertieft werden. Die Institute erfüllen also niedrigschwellig einen Bildungsauftrag, der – unabhängig davon, wie man seine Ausführung im Einzelnen bewertet – in Deutschland anderweitig kaum abgedeckt wird. Darüber hinaus bieten sie als Kooperationsformat auch einen etablierten Kanal für Austausch und Kommunikation mit der chinesischen Seite und schaffen Wissen über die Gestaltung und Substanz chinesischer Kultur- und Bildungsaußenpolitik. Deutsche und chinesische Mitarbeiter:innen gestalten die inhaltliche Ausrichtung gemeinsam. So kommunizieren und verhandeln sie in der täglichen Zusammenarbeit deutsche und chinesische Positionen immer wieder neu. 180 Als Anlaufstelle eines interessierten, vorwiegend nicht akademischen Publikums befriedigen Konfuzius-Institute einen gesellschaftlichen Bedarf. Die erworbenen Kenntnisse und erlebten Begegnungen schaffen zumindest eine Früh- oder Vorstufe von China-Kompetenz. Vor allem solange es in Deutschland nicht genügend Alternativen gibt, sollte dieser Beitrag nicht leichter Hand verworfen werden. Stattdessen stellt sich die Frage, wie sich der künftige Umgang konstruktiv gestalten lässt. Gegenwärtig gibt es drei typische Szenarien für den Umgang deutscher Hochschulpartner mit den Instituten: 1. Reaktiver Umgang: Als Reaktion auf das veränderte Verhältnis zu China und die damit einhergehende Kritik an den Kooperationen wird die Zusammenarbeit formal beendet. Drohender Reputationsschaden kann zu dieser Abstoßungsreaktion beitragen. Die betroffenen KonfuziusInstitute arbeiten mit geringerem Budget; die Verantwortung für die inhaltliche Programmplanung kann auf die chinesische Seite übergehen, sofern kein starkes Engagement des Trägervereins oder keine Personalkontinuität in der Leitung der Institute besteht. Wahrscheinliche Folge: Weniger Systemleistungen in Bezug auf China-Kompetenz, Kulturaustausch und Kommunikationskanäle. 2. Passiver Umgang: Trotz des veränderten Verhältnisses zu China und der damit einhergehenden Kritik an den Kooperationen wird die Zusammenarbeit aufrechter175 Vgl. Frenzel/ Godehardt/ Pantekoek/ Schulze(2024), S. 11–12. 176 Anheier/ Knudsen/ List(2023), S. 5:»While it may be tempting to think that the importance of soft power will be diminished as a result, the opposite is true. Although mili tary and economic power will play a significant role in[…] conflicts, the ideological nature of these struggles(which are often framed as a ›struggle between autocracy and demo cracy‹) and the need for mutual understanding and trust will ultimately enhance the importance of ECP[External Cultural Policy] and the relevance of soft power more broadly.« 177  Vgl. Alpermann, Björn(2024); Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin(2024). 178  Vgl. u. a. Konfuzius-Institut an der Universität Freiburg(2024); Konfuzius-Institut Leipzig(2021); Konfuzius-Institut Trier(2024). Siehe hierzu auch: Schlüter(2024). 179  Vgl. Guder(2024). 180  Vgl. Die Bundesregierung(2023), S. 61:»Durch die zunehmende Bedeutung Chinas wächst der Bedarf an Menschen mit China-Expertise. Dazu gehören u. a. Sprachkompetenz, interkulturelle Kompetenz und landeskundliche Fachkompetenz, Wissen um die Ziele des globalen Engagements Chinas und praktische Erfahrung in der bilateralen Zusammenarbeit im Kontext des chinesischen politischen Systems«[Hervorhebung der Autorin]. Siehe hierzu auch: Schlüter(2024). 32 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Wegmarken des Kultur- und Bildungsaustauschs zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen 1972(Auswahl) Abb. 6 1973 1979 1987 1988 1994 Studienaufenthalte von deutschen und chine­ sischen Studierenden im jeweils anderen Land (DAAD) Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Volksrepublik China über kulturelle Zusammenarbeit Erster deutsch-chinesischer Schulaustausch im Rahmen der Städtepartnerschaft Hamburg – Shanghai Eröffnung der Zweigstelle des Goethe-Instituts in Peking Eröffnung der DAAD-Außenstelle in Peking 1999 2006 Vereinbarung zwischen zwischen BMFSFJ und All-chinesischem Jugendverband über die Zusammenarbeit im Bereich der J­ ugendhilfe 2005 Gründung des zivil­ gesellschaftlichen Deutsch-Chinesischen Dialogforums 2005 2003 (Neues) Abkommen ­zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Volksrepublik China über kulturelle ­Zusammenarbeit Errichtung der Zweigstelle des Goethe-­ Instituts Peking in Shanghai Gründung der Deutschen Informations­ bibliothek Shanghai 2006 Delegationsreise der KMK auf Einladung der chinesischen Regierung mit Gesprächen in Beijing, Nanjing und Shanghai 2006 Gründung der ersten ­Konfuzius-­ Institute in Berlin, Düsseldorf und Nürnberg 2007 Beginn der dreijährigen Programm-Reihe »Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung«, veranstaltet vom Auswärtigen Amt unter Projektleitung des Goethe-Instituts 2007 2007 Delegationsreise von chinesischem Bildungsministerium und Hanban auf(Gegen-)Einladung der KMK mit Gesprächen in Berlin, Sachsen und Bayern. Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der KMK und Hanban über den Austausch von Fremdsprachenassistenzkräften Gründung der ­ersten GoetheSprachlernzentren in Xi’an und ­Shanghai 2008 2015 2013 2013 2009 KMK-Delegationsreise nach China; Unterzeichnung einer Gemeinsamen Absichtserklärung von Auswärtigem Amt, KMK und chinesischem Bildungsministerium zur Verstärkung der Zusammenarbeit im Bereich des Schüler- und Jugendaustauschs Deutsch-Chinesisches Jahr der Sprache 2013/2014 Memorandum of Understanding zwischen dem chinesischen Bildungs­ ministerium und dem Goethe-Institut China Deutsch-Chinesisches Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009/2010 Gründung des ­Chinesischen Kulturzentrums in Berlin 2016 Deutsch-Chinesisches Jahr für Schüler- und Jugendaustausch 2016; Veranstaltungen (Auswahl): Deutsch-chinesische Trägerkon­ ferenz des BMFSFJ in Kooperation mit der Fachs­ telle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V.(IJAB) als Beitrag des außerschulischen Bereichs zum Austauschjahr; erste vom chinesischen Bildungsministerium ausgerichtete Jahreskonferenz der PASCH-Initiative 2017 Gründung des Zentrums für Chinesisch-Deutschen Gesellschaftlich-Kulturellen Austausch, Tongji-Univer­ sität(CDGKA) im Auftrag des chinesischen Bildungsministeriums 2017 Erste Sitzung des hochrangigen Deutsch-Chinesischen Dialogs für den gesellschaftlich-kulturellen Austausch in Peking 2024 Gemeinsame Absichtserklärung zur Verstärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Partnersprache an Schulen zwischen KMK und CLEC Konfuzius-Institute 33 halten. Die deutsche Hochschule grenzt sich jedoch so weit wie möglich von der Arbeit des Konfuzius-Instituts ab. Inhaltliche Aushandlungsprozesse finden kaum statt. Das Institut wird sich selbst überlassen. Wahrscheinliche Folge: Weniger Systemleistungen in Bezug auf China-Kompetenz, da keine echte Verantwortung für die Gestaltung der Kooperation übernommen wird. 3. Aktiver Umgang: Angesichts des veränderten Verhältnisses zu China und der damit einhergehenden Kritik an den Kooperationen wird die Zusammenarbeit weiterhin bewusst gestaltet. Es werden relevante Schwerpunkte gesetzt, beispielsweise im gesellschaftlich-politischen oder sprachdidaktischen Bereich. Eine eingehende Prüfung der Kooperation in Bezug auf den Mehrwert für die Hochschule kann jedoch auch zum Aufgeben der Kooperation führen. Wahrscheinliche Folge bei fortgesetzter Kooperation: Mehr Systemleistungen in Bezug auf China-Kompetenz, Kulturaustausch und Kommunikationskanäle, vor allem in qualitativer Hinsicht. Bei den deutschen Stakeholdern der Konfuzius-Institute – neben den Hochschulen sind dies Kommunen, Unternehmen und weitere kommunale Akteure – hat der Diskurs b­ ereits zu mehr Auseinandersetzung geführt und das Bewusstsein für nötige Transparenz und mögliche Risiken verstärkt. Häufig, aber nicht zwangsläufig, hat dies zu einer Distanzierung geführt. Eine Alternative wäre, dass die deutsche Seite ihr Engagement mit der Zielsetzung einer fruchtbaren Kooperation verstärkt. Der öffentliche Diskurs um die Konfuzius-Institute kann bei aller Pauschalität Anstoß dazu geben, dass deutsche Partner den Modalitäten der Kooperation mehr Aufmerksamkeit widmen und sich insbesondere ihre eigenen Zielsetzungen und Interessen bewusst(er) machen. Das Potenzial der Institute auszuschöpfen, verlangt von deutschen Vertragspartnern mehr Verantwortung und weniger Gleichgültigkeit, etwa bei der Besetzung von Direktionsposten und dem Einbringen in den Trägerverein. Auch Trägervereine selbst können eine aktiv gestaltende, nicht nur verwaltende Rolle spielen, wenn die deutsche Seite sich entsprechend einbringt. Die Kritik der letzten Jahre hat dazu beigetragen, dass einige Konfuzius-Institute sich in ihrem Webauftritt klar zur Freiheit von Lehre und Forschung positionieren und auch darüber hinaus deutlich um Transparenz bemüht sind. So haben die Institute in Bonn, Heidelberg, Leipzig und Stralsund ihre Vereinssatzungen veröffentlicht; das Konfuzius-­Institut Metropole Ruhr in Duisburg hat seine nach dem»­ Lesungsvorfall« neu verhandelte Kooperationsvereinbarung online gestellt. In Trier sind sowohl Vereinbarung als auch Satzung auf der Website nachzulesen. Insbesondere die Institute in Hannover, Heidelberg und Nürnberg-Erlangen stellen ihre Organisationsstruktur und Arbeitsprämissen ausführlich dar. Es ist wünschenswert, dass sich weitere Insti­tute diesen transparenten Umgang als Beispiel nehmen. Den chinesischen Partnern muss deutlich kommuniziert werden, dass die Institute als Vereine oder gemeinnützige GmbHs in Deutschland nach deutschem Recht und demokratischen Regeln funktionieren. China legt Wert auf den Erhalt der Institute; chinesische Universitäten haben sich bisher aus keinem Institut zurückgezogen. Dies gibt der deutschen Seite Sicherheit in der Kooperation, zumal keine deutsche Hochschule auf die Verbindung mit einem Konfuzius-Institut angewiesen ist – der Umstand, dass innerhalb weniger Jahre neun Hochschulen die formale Zusammenarbeit beenden konnten, unterstreicht dies. Klar ist aber auch: Die Kooperation innerhalb der Konfuzius-Institute wird selten frei von Herausforderungen sein. Eine systemische Sicht, die neben dem Blick auf geopolitische Spannungen und Rivalitäten auch Bedeutung und Ziele der Kulturdiplomatie sowie realistische Kapazitäten zum Ausbau von China-Kompetenz in Deutschland einbezieht, kann jedoch einen veränderten Blick auf die Konfuzius-Institute bewirken. In diesem Sinne kann es sich lohnen, wenn sich Hochschulen, Kommunen und andere deutsche Akteure eher mehr als weniger in die Kooperationen mit den Konfuzius-Instituten einbringen. Der Bedarf auch für diese Dimension von ChinaKompetenz ist vorhanden. 34 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. 5 Bildungskooperationen und China-Kompetenz »Fundierte, aktuelle und unabhängige ­China-Kompetenz ist essentiell für das wechselseitige Verständnis und für die langfristig erfolgreiche Wahrnehmung und Durchsetzung deutscher Interessen.« 181 So formuliert die Bundesregierung prägnant in ihrer China-Strategie. 2016 fasste das BMBF die Aspekte von China-Kompetenz noch sehr schlank als auf China bezogene Fachkenntnisse, Basiswissen zu Wirtschaft, Politik, moderner Geschichte und Gesellschaft sowie fremdsprachliche und interkulturelle Kompetenz zusammen. 182 In der China-Strategie wurden diese Komponenten noch ergänzt um»Wissen um die Ziele des globalen Engagements Chinas und praktische Erfahrung in der bilateralen Zusammena­ rbeit im Kontext des chinesischen politischen Systems« 183 . Was für Politik und Gesellschaft in Deutschland insgesamt gilt, ist auch für die Kommunen gültig. Dementsprechend wird die Bedeutung von(mehr) China-Kompetenz in Publikationen zu den deutsch-chinesischen Kommunalbeziehungen häufig angesprochen. 184 Vertreter:innen der Kommunen kennen ihre Bedarfe, betonen allerdings, dass China-Kompetenz im kommunalen Kontext auch durch Erfahrung in Kooperationen aufgebaut wird. Der Beitrag der Kommunen ist gerade deshalb relevant, weil die eigentliche Bedeutung des Kompetenzbegriffs im gegenwärtigen Diskurs zuweilen aus dem Blick zu geraten scheint. Wissen, insbesondere aktuelles und fundiertes politisches Wissen über China, ist wichtig, 185 aber es ist noch keine Kompetenz. Kompetenz ist eine Handlungs- oder Problemlösungsfähigkeit, die auch eine Handlungsbereitschaft einschließt. Insulares, passiv aufgenommenes Wissen ist hingegen»träges« Wissen, das zwar abstrakt verstanden wurde, aber nicht angewendet werden kann. Wird Wissen nur rezeptiv angeeignet, entsteht daraus in der Regel keine Handlungsfähigkeit. Werden die vermittelten Informationen zudem in Warnnarrativen und drastischen Schlagzeilen transportiert, führt dies im Allgemeinen eben nicht zur Aktivierung, sondern zu einer Verweigerungshaltung und Vermeidungsreaktion: Mit China habe man»nichts am Hut«. Im Bildungsbereich drückt sich dies in anhaltend niedrigen Chinesisch-Lerner:innenzahlen 186 und – dem Vernehmen nach – in zurückgehenden Studierendenzahlen aus. Nachhaltige China-Kompetenz kann so nicht entstehen. Das politische System Chinas im Chinesisch-Unterricht methodisch angemessen zu thematisieren, ist genauso wichtig, wie die komplexe gesellschaftliche Wirklichkeit Chinas in der politischen Bildung plastisch darzustellen. Und ebenso essenziell ist das Ermöglichen von Begegnungserfahrungen: durch Kooperationen, gesellschaftlichkulturellen Austausch und Kontakt mit Menschen der chinesischen Diaspora in Deutschland. All dies wird in Kommunen mit China-Engagement sowohl administrativ als auch zivilgesellschaftlich ermöglicht. In der Bundespolitik wird ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer umfassend vermittelten China-Kompetenz artiku­liert, 187 das teils auch zu entsprechenden Bemühungen führt. Das BMBF fokussierte dabei im Schulsektor auf den(elementar wichtigen) Bereich»Chinesisch als Fremdsprache«. 188 Das Interesse an Austauschförderung mit China scheint jedoch bei politischen wie zivilgesellschaftlichen ­Akteuren im Rückgang begriffen. Den berechtigten Forderungen der China-Strategie nach mehr China-Kompetenz stehen rückläufige Mittel etwa für den Schulaustausch entgegen. Dabei leisten gerade Kooperationsformate mit chinesischen Akteuren einen unersetzlichen Beitrag zum Aufbau von dringend nötiger China-Kompetenz. Gleichzeitig sind sie bereits funktionierende Kanäle der Verständigung, wenn auch nicht ohne Herausforderungen. Die in dieser Studie betrachteten Fallbeispiele belegen dies auf unterschiedliche Weise. Deutsch-chinesische Bildungskooperationen unterschiedlichster Art schulen und aktivieren Fähigkeiten zur Kommunikation, Problemlösung und Reflexion. Sie verklei181  Die Bundesregierung(2023), S. 61. 182  Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung(2016). 183  Die Bundesregierung(2023), S. 61. 184 Vgl. Frenzel/ Godehardt/ Pantekoek/ Schulze(2024), S. 25–28; Heberer/ Shpakovskaya(2022), S. 28; Kefferpütz(2021), S. 14; Lisowski/ Schwandner(2021), S. 215–236; Ohlberg(2024), S. 38. 185  Vgl. Ohlberg(2024), S. 39. 186 Vgl. Do/ Frenzel(2024). 187 Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung/ Bildungsnetzwerk China(2024), S. 1–2. 188  Vgl. Frenzel/ Do(2024), S. 49–50. Bildungskooperationen und China-Kompetenz 35 nern das gesamtgesellschaftliche Dunkelfeld im Umgang mit chinesischen Akteuren. Nimmt man den Aufbau von umfassender China-Kompetenz als Ziel ernst, sind sie nicht nur Chance, sondern Notwendigkeit. Gerade in einer Zeit dramatischer Umbrüche in der Weltordnung bleibt es eine Aufgabe der Politik, Kompetenz­ aufbau und Krisenprävention durch Kultur- und Bildungs­ austausch weiterhin zu ermöglichen und verlässlich zu unterstützen. Auch im Kontext neuer finanzieller Prioritäten dürfen Mittelkürzungen gerade den Austausch zwischen Deutschland und China nicht existenziell bedrohen. Darüber hinaus sollten bestehende Ansätze in anhaltender Ermangelung von Alternativen nicht pauschal verworfen, sondern im Einklang mit eigenen Zielsetzungen aktiv und verantwortlich gestaltet werden. 36 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. 6 Fazit und Empfehlungen Die Rolle der Kommunen Wissen allein schafft weder Handlungsfähigkeit noch Handlungsbereitschaft. Im Umgang mit chinesischen Akteuren braucht es darüber hinaus vor allem interkulturelle und möglichst auch kommunikative Kompetenzen. Vertreter:innen der Kommunen kennen ihre Bedarfe und betonen zugleich, dass China-Kompetenz im kommunalen Kontext auch durch Erfahrung aufgebaut wird. Ein wesentlicher Baustein sind dabei Begegnungserfahrungen durch Kooperationen, durch gesellschaftlich-kulturellen Austausch und Kontakt mit Menschen der chinesischen Diaspora in Deutschland. All dies wird in Kommunen mit China-Engagement sowohl administrativ als auch zivilgesellschaftlich ermöglicht. Kommunale Außenbeziehungen vollziehen sich zu einem wesentlichen Teil durch Kultur- und Bildungskooperationen, die teils durch Mittlerorganisationen und Initiativen des Bundes und der Länder wie das Goethe-Institut und den Pädago­ gischen Austauschdienst(PAD) mitgestaltet werden. In vielen Rathäusern wird die Bedeutung des Bildungsbereichs im Rahmen von deutsch-chinesischen Kommunalbeziehungen sehr hoch eingeschätzt. Kommunen sehen Bildungsaustausche als präventives Format zur Etablierung von Kommunikationskanälen mit langfristigem gesellschaftlichem und politischem Nutzen und als Beitrag zu mehr ­China-Kompetenz. Viele Kommunen flankieren den Schulaustausch ideell durch verschiedene Unterstützungsangebote sowie nach Möglichkeit finanziell. Angesichts schwindender überregionaler Förderungen und zunehmender Unsicherheiten sind Kommunen daher wichtige Akteure mit wachsen­der Bedeutung im deutsch-chinesischen Schulaustausch. → Wo keine finanzielle Unterstützung für den Schulaustausch geleistet werden kann, wächst die Bedeutung ideeller Hilfestellung. Neben den Kommunen sind hier auch die Länder gefragt, etwa durch Formate zur Vernetzung von Stakeholdern. → Sprachförderung sollte ein wichtiger Inhalt von Kommunalbeziehungen sein, insbesondere im Jugendbereich – für mehr China-Kompetenz und lebendige Beziehungen. Deutsch-chinesischer Schulaustausch Bildungspraktiker:innen im internationalen Jugend- und Schulaustausch verweisen auf den Mehrwert dieser Begegnungen, die neben der persönlichen und sozialen auch eine politische Dimension aufweisen. Dies gilt vor allem für den deutsch-chinesischen Austausch, der mit Fokus auf die Lebenswirklichkeit einer außereuropäischen Kultur und Gesellschaft zudem besondere sprachliche und interkulturelle Lernzuwächse verspricht. In langfristigen Schulpartnerschaften bemühen sich beide Seiten um eine funktionierende Beziehung und bauen somit eine Kommunikation auf, die angesichts wachsender Verunsicherung immer wichtiger wird. Das Hauptproblem bei der Durchführung von deutschchinesischen Schulaustauschen ist die Finanzierung. Von der durch Teuerung und den Wegfall von Fördermöglichkeiten ausgelösten existenziellen Krise sind alle außereuropäischen internationalen Schulaustausche in Deutschland betroffen. Insbesondere der deutsch-chinesische Schulaustausch – ein früher Ansatzpunkt für ­China-Kompetenz in der Biografie – droht zum Elitenprojekt zu werden. → Die finanziellen Fördermöglichkeiten für den deutschchinesischen Schulaustausch müssen wieder verbessert werden. Geschieht dies nicht, geraten insbesondere Schulaustausche mit fernen Ländern wie China zu ­Instrumenten sozialer Selektion. → Im Umgang mit Verunsicherungen bedarf es einer konstruktiven schulischen und gesellschaftlichen Diskussionskultur und soliden Wissensbasis, nicht nur in Bezug auf aktuelle China-Themen, sondern auch wenn es um den Sinn des Bildungs- und Kulturaustauschs geht: China-Kompetenz in der Politik und in der Bildung findet nicht in getrennten Welten statt. Kommunen und Länder ebenso wie weitere Akteure können hier durch die Ausrichtung von Runden Tischen oder ähnlichen Formaten wertvolle Unterstützung leisten. Konfuzius-Institute in Deutschland Der öffentliche und politische Diskurs um die KonfuziusInstitute wird derzeit vorrangig aus der Perspektive von Geopolitik und Systemrivalität geführt. Bildungspolitische und kulturdiplomatische Sichtweisen bleiben meist unberücksichtigt. Doch Konfuzius-Institute sind in ihrer Arbeitspraxis zuvorderst Institutionen der Sprachförderung und des Kulturaustauschs. Die Vermittlung von ChinesischKenntnissen ist ein gemeinsames Interesse von Deutschland und Europa mit China. Fazit und Empfehlungen 37 → Die Sicht auf die Konfuzius-Institute sollte systemischer sein und neben dem Blick auf geopolitische Spannungen und Rivalitäten auch Bedeutung und ­Ziele der Kulturdiplomatie sowie realistische Kapazitäten zum Ausbau von China-Kompetenz in Deutschland einbeziehen. Erfolgreicher Kulturaustausch ist seinem Wesen nach ­erwünschte gegenseitige Beeinflussung. Im Zuge sich ­verschärfender geopolitischer Spannungen gilt es, Kommunikationskanäle auch zu rivalisierenden Ländern offenzuhalten und gleichzeitig unerwünschte Einflüsse zu entschärfen. Risikominderung muss dabei präzise und weitsichtig erfolgen und eigene Interessen umfassend berücks­ ichtigen. Der öffentliche Diskurs um die Konfu­ zius-Institute kann Anstoß dazu geben, dass deutsche Partner den Modalitäten der Kooperation mehr Aufmerksamkeit widmen und sich in diesem Kontext vor allem ihre eigenen Zielsetzungen und Interessen bewusst machen. Das Potenzial der Institute auszuschöpfen, verlangt von deutschen Vertragspartnern Verantwortung und strategisches Handeln. → Der gesellschaftliche Beitrag der Konfuzius-Institute zur China-Kompetenz fällt umso wertvoller aus, je mehr die deutsche Seite sich auf Grundlage eigener Zielsetzungen engagiert. Kommunen, Hochschulen und andere deutsche Akteure sollten sich mit klar formulierten eigenen Interessen eher mehr als weniger in die Kooperationen mit den Konfuzius-Instituten einbringen, um die beträchtlichen Gestaltungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Die deutsch-chinesische Zusammenarbeit innerhalb der Konfuzius-Institute wird selten frei von Herausforderungen sein. Es gehört zur Freiheit der Institute, bei der Themenwahl einen Kompromiss zwischen den Anliegen der deutschen und chinesischen Partner zu finden, was zum Wesen einer Kooperation gehört. Nicht zur Disposition stehen hingegen die rechtlichen Grundlagen und vereinbarten Verantwortlichkeiten. → Die Arbeit der Konfuzius-Institute muss auf Grundlage der vertraglichen Vereinbarungen gesichert sein. Eingriffe von außen, insbesondere politischer Druck, führen zu Vertrauensverlust und müssen deutliche Konsequenzen nach sich ziehen. Einige Konfuzius-Institute positionieren sich klar zur Freiheit von Lehre und Forschung und sind deutlich um Transparenz bemüht, indem etwa Vereinssatzungen oder Kooperationsvereinbarungen online zugänglich gemacht werden. → Sämtliche Konfuzius-Institute sollten Transparenz in Bezug auf ihre Handlungsprämissen, rechtlichen Grundlagen und Finanzierung zeigen, beispielsweise durch ausführliche Informationen auf ihrer Website. Das diesbezügliche Vorbild einiger Institute sollte von allen als Selbstverpflichtung akzeptiert werden. Bildungskooperationen und China-Kompetenz Deutsch-chinesische Bildungskooperationen unterschiedlichster Art schulen und aktivieren Fähigkeiten zur Kommunikation, Problemlösung und Reflexion. Sie verkleinern das gesamtgesellschaftliche Dunkelfeld im Umgang mit chinesischen Akteuren und leisten so einen unersetzlichen Beitrag zum Aufbau von China-Kompetenz. → Deutsch-chinesische Austausch- und Kooperationsformate in Bildung und Kultur sollten jeweils nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil eines zu fördernden vielfältigen Systems der China-Kompetenz und China-Information, das neben Sinologien und chinabezogenen Lehrstühlen und Kompetenzzentren auch Thinktanks, Medien, Sach- und Fachliteratur sowie Schul- und Erwachsenenbildung umfasst. → Solange Austausch und Zusammenarbeit in Bildung und Kultur mit chinesischen Akteuren, insbesondere auch staatlichen, gewünscht und möglich ist, sollten diese Bereiche mit Bedacht konsequent unterstützt werden. 38 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. 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CsWafgqkzNAmafaJi91avN?reduced=true Anheier, Helmut K./ Knudsen, Edward L./ List, Regina A.(2023): Soft Power and the New Geopolitics: Germany in Comparative Perspective, The External Cultural Policy Monitor, Stuttgart: Institut für Auslandsbeziehungen, https://culturalrelations.ifa.de/ en/research/results/new-geopolitics-ecp-report Anheier, Helmut K./ Knudsen, Edward L./ Todd-Tombini, Sofia(2024): The New Nation alisms and the Future of Cultural Relations: External Cultural Policy in an Age of Political Extremes, The External Cultural Policy Monitor, Stuttgart: Institut für Auslandsbeziehungen, https://culturalrelations.ifa.de/en/research/results/ecp-report-newnationalisms/. Außenministerium der Volksrepublik China(2017):»Xi Jinpings Bericht auf dem 19. 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Über die Autorin Andrea Frenzel ist freie wissenschaftliche Autorin. Sie studierte Chinastudien an der Freien Universität Berlin (M. A.) und forscht und schreibt zum Thema China-Kompetenz im Bildungsbereich sowie in der Kommunalpolitik. Sie hat an Projekten für Merics, den Fachverband Chinesisch, das Bildungsnetzwerk China und die Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) mitgewirkt. Zudem war sie Forschungsassistenz in der Forschungsgruppe Asien der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin(SWP) und wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem BMBF-geförderten Projekt an der Freien Universität Berlin. Danksagung Mein erster und grundlegender Dank gilt den zahlreichen Gesprächspartner:innen aus den Kommunen und dem Bildungsbereich für ihre Offenheit und das entgegengebrachte Vertrauen sowie die wertvollen Einblicke in ihre Arbeit. Besonderen Dank möchte ich meinen Ansprechpartner:innen beim Goethe-Institut und beim Pädagogischen Austauschdienst(PAD) dafür aussprechen, dass sie sich ausgiebig Zeit für meine Fragen genommen haben. Ihre Perspektiven und Informationen sind für diese Publikation unerlässlich. Hue San Do vom Bildungsnetzwerk China gebührt großer Dank für wichtige Anregungen und vor allem für den anhaltenden fruchtbaren Austausch. Umfassende Rückmeldungen waren mir eine große Unterstützung bei der Erstellung des Textes. Für ihre unverzichtbaren Hinweise nach der Lektüre des Manuskripts danke ich Nadine Godehardt, Andreas Guder und Linus Schlüter. Auch Kathleen Wittek danke ich für ihre hilfreichen Kommentare. Nicht zuletzt gilt mein Dank Stefan Pantekoek und Niels Hegewisch bei der Friedrich-Ebert-Stiftung für das stets konstruktive Feedback und ihre unermüdliche Begleitung während des Recherche- und Schreibprozesses. Meike Adam danke ich für den freundlichen und souveränen Support sowie Enrico Wagner und dem Team von pertext, die Lektorat und Gestaltung übernommen haben, für die angenehme Zusammenarbeit und kreative Umsetzung. Deutsch-chinesische Kooperationen in Bildung und Kultur Austausch und Zusammenarbeit in Bildung und Kultur tragen wesentlich zur Ausgestaltung der komplexen deutsch-chinesischen Beziehungen bei, insbesondere in den kommunalen Außenbeziehungen. In vielen Rathäusern wird die Bedeutung des Bildungsbereichs im Rahmen der Kommunalbeziehungen sehr hoch eingeschätzt. Während der Schulaustausch dezentral und überwiegend direkt zwischen deutschen und chinesischen Schulen organisiert wird, sind Konfuzius-Institute Bildungs- und Kultureinrichtungen, die strukturell eng mit dem chinesischen Staat verbunden sind. Der öffentliche Diskurs um die Konfuzius-Institute kann Anstoß dazu geben, dass deutsche Partner den Modalitäten der Kooperation mehr Aufmerksamkeit widmen und sich in diesem Kontext vor allem ihre eigenen Zielsetzungen und Interessen bewusst machen. Deutsch-chinesische Bildungskooperationen unterschiedlichster Art schulen und aktivieren Fähigkeiten zur Kommunikation, Problemlösung und Reflexion. Sie verkleinern das gesamtgesellschaftliche Dunkelfeld im Umgang mit chinesischen Akteuren und leisten so einen unersetzlichen Beitrag zum Aufbau von China-Kompetenz. Gerade weil der Umgang mit China eine große Herausforderung ist, verdienen Chancen in der Bildungszusammenarbeit mehr Aufmerksamkeit, denn Kultur- und Bildungsaustausch legen das Fundament für eine kritischkonstruktive Auseinandersetzung mit China. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie hier: ↗ fes.de