Norbert Elias’s theory of the civilizing process may be too lengthy for readers who are more interested in understanding the usa . Casual readers will surely miss a central story line: The book can be read like a series of essays, with topics ranging from»American Manners« through»Violence and Aggression« and»Integration Struggles« to»America and Humanity as a Whole.« They represent approaches to the same social process from different perspectives, which can sometimes give the impression of redundancy. Nevertheless, Mennell’s book provides useful insights even for those familiar with the history of the United States and its relations with the rest of the world. In particular, the comparison between the United States up until the First World War with the European Union as it is today(in the chapter»Integration Struggles«) brings to the surface some striking similarities. The(by now perhaps diminishing) prestige of the us federal government and presidency, the power of the United States’ armed forces and of the us dollar today make it easy to overlook that just a century ago they seemed to be almost irrelevant in global international relations. The two World Wars played a major role in the United States’ global ascent and fostered the functional and habitual integration of the people of its states into the federal union. The challenge for the European Civilizing Process and furthermore for the Global Civilizing Process then seems to be, if one follows Mennell’s account, to install proper social regulations and a unifying feeling of identity without a major war or other kind of catastrophe. To meet this challenge, new perspectives are needed, to which Stephen Mennell’s book about the American civilizing process could contribute. Michael Fischer, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn HEW STRACHAN: Carl von Clausewitz, Vom Kriege München 2008 Deutscher Taschenbuch Verlag, 160 S. W enige Zitate sind so bekannt wie dieses:»Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.« Der Mann, von dem es stammt, Carl von Clausewitz, kann mit einigem Recht als einer der bedeutendsten, wenn nicht sogar als bedeutendster Theoretiker des Krieges bezeichnet werden. Seit dem Erscheinen 1834 hat sich sein Hauptwerk»Vom Kriege« zu einer der wichtigsten Schriften über Krieg und Strategie überhaupt entwickelt. Es zählt nicht nur zur Standardlektüre an allen wichtigen Militärakademien, gern bedienen sich seit Neuestem auch Unternehmensberater und Marketingexperten aus dem Ideenfundus des Preußen. ipg 3/2008 Rezensionen/Book Reviews 151 Grund genug für den Deutschen Taschenbuchverlag, Clausewitz’ Klassiker in der eigenen Programmreihe»Bücher, die die Welt veränderten« zu berücksichtigen und so einer breiteren Leserschaft vorzustellen. Um das 700-Seiten-Werk »Vom Kriege« darzustellen, konnte mit Hew Strachan ein renommierter Militärhistoriker und Clausewitz-Experte von der University of Oxford gewonnen werden. In Abgrenzung zu vielfältigen Versuchen, Clausewitz zu interpretieren – oftmals unter Reduktion auf einschlägige Zitate –, analysiert Strachan die Genese und Formen der Clausewitzschen Überlegungen, um dadurch seine Theorie des Krieges freizulegen. Zu diesem Zweck gibt er zunächst einen biografischen Abriss des 1880 geborenen Autors, der schon früh mit dem Militär in Berührung kommt und Gelegenheit hat, die Napoleonischen Kriege aus nächster Nähe zu beobachten, zuletzt als Korps-Stabschef. Als Direktor der Allgemeinen Kriegschule in Berlin zwischen 1818 und 1830 schreibt Clausewitz seine Erfahrungen nieder und verdichtet sie zu einer Theorie des Krieges. Es ging ihm dabei weniger darum, Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Kriegführung zu entwickeln, vielmehr strebte er danach, das Wesen des Krieges als universales Phänomen theoretisch zu erfassen. In diesem Sinne war Clausewitz mehr Philosoph als General. Strachan arbeitet anschließend die zentralen Punkte der Clausewitzschen Theorie heraus: Der Krieg ist demnach nichts als ein»erweiterter Zweikampf«, ein»Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen«. Zugleich existiert ein politischer Wille, der Art und Intensität der Gewaltanwendung bestimmt. Der Krieg also als ein durch politische Rationalität bestimmtes Instrument – nichts anderes wollte Clausewitz mit seinem berühmten und doch oft missverstandenen Zitat zum Ausdruck bringen. Ebenso von Bedeutung ist die Clausewitzsche Zweck-Ziel-Mittel-Relation, der man sich vor einem jeden Waffengang stellen sollte: Welchen Zweck verfolgt man mit dem Krieg, welche Ziele will man in diesem erreichen, welche militärischen Mittel sind hierfür einzusetzen? Das»wahre Chamäleon« Krieg kann sich jedoch in verschiedenen Formen zeigen. Dies hängt für Clausewitz vor allem von drei Faktoren ab, die er als»wunderliche Dreifaltigkeit« bezeichnet: dem»blinden Naturtrieb« bzw. der Leidenschaft des Volkes, dem Zufall in Verbindung mit den Fähigkeiten des Feldherrn und der Streitkräfte sowie der politischen Zwecksetzung, die Clausewitz mit der Regierung verbindet. Aus der unterschiedlichen Kombination dieser Trias ergibt sich die»wirkliche« Natur eines Krieges. Mittel zum Zwecke der Politik ist im Krieg die Strategie. Als Kunst des Einsatzes aller Mittel zum Zwecke der Kriegführung entwirft diese den Kriegsplan. Zu Recht weist Strachan darauf hin, dass Clausewitz von der Strategie nur die Taktik unterscheidet, man im heutigen Verständnis aber auch noch eine operative Ebene berücksichtigt. Es ist Strachan zu danken, dass er nachdrücklich auf den unvollendeten Charakter des Werkes verweist: Als Clausewitz 1831 an der Cholera verstarb, war 152 Rezensionen/Book Reviews ipg 3/2008 »Vom Kriege« noch immer»work in progress«, welches er noch einmal gründlich überarbeiten wollte. Clausewitz müsse, so Strachan, stets vor dem Hintergrund seiner Zeit und ohne eine Verkürzung auf einschlägige Zitate gelesen werden. Dergestalt biete seine Kriegstheorie auch ein Analyseinstrument für die Konflikte und Kriege des 21. Jahrhunderts. Der Autor bezieht sich hierbei auf diejenigen Kritiker, die Clausewitz für obsolet erklären, da er auf den kontinentalen Staatenkrieg fixiert gewesen sei, seine Theorie mithin für die Kriege der heutigen Zeit mit ihrer Gemengelage aus Asymmetrisierung und der Beteiligung von nichtstaatlichen Akteuren keine Gültigkeit besäße. Dem schließt sich Strachan nicht an. Der Preuße habe vielmehr für jeden etwas zu bieten –»auch für die Demokraten und Kriegsherren von heute« (S. 25). Größte Bedeutung misst er dabei Clausewitz’ dialektischer Methode bei, den Dingen durch Gegenüberstellung von These und Antithese auf den Grund zu gehen und ein Spannungsfeld denkmöglicher Faktoren aufzuzeigen. Auch könne ein Rückgriff auf Clausewitz’ Zweck-Ziel-Mittel-Relation oder die»wunderliche Dreifaltigkeit« Rückschlüsse auf die militärischen Interventionen in Afghanistan und im Irak geben. Er zitiert Colin Powell, der mit Blick auf das amerikanische Scheitern in Vietnam feststellte:»Wenn nicht alle drei Pferde mitziehen, Militär, Regierung und Volk, muss das Unternehmen scheitern«(S. 8). Fazit: Jeder, der sich mit Fragen der Strategie und des Krieges beschäftigt, wird das mit 160 Seiten erfreulich kompakte Buch nicht umsonst in die Hand genommen haben. Informativ und anschaulich erschließt sich dem Leser durch Strachan das Clausewitzsche Gedanken- und Theoriegerüst. Dem Briten sind dabei Sympathien für sein preußisches Studienobjekt anzumerken. Erneut zeigt sich, dass eine Beschäftigung mit dem Klassiker Clausewitz nach wie vor sinnvoll und notwendig ist. Leider verliert sich der Autor gern in einer recht eigenwilligen Erzählweise, Aufbau und roter Faden sind nicht immer erkennbar, und hemmen so den Lesefluss. Ein wenig spiegelt Strachan damit das berühmte Vorbild: Clausewitz selbst hat das Manuskript zu»Vom Kriege« immer wieder selbstkritisch korrigiert, ergänzt, umgestellt. Dieser Komplexität und Widersprüchlichkeit des Werkes mag auch geschuldet sein, dass Clausewitz zwar viel zitiert, jedoch weitaus weniger vollständig gelesen wird. Clausewitz’ früher Tod verhinderte eine endgültige Fertigstellung des Werkes. Der Bedeutung seiner Kriegstheorie tut dies keinen Abbruch. Robin Rüsenberg, Berlin ipg 3/2008 Rezensionen/Book Reviews 153