Rückblick des Vorsitzenden auf sein Verständnis der Rolle des IPCC IPCC – der unwillige Diener 1 BERT BOLIN: A History of the Science and Politics of Climate Change. The Role of the Intergovernmental Panel on Climate Change Cambridge( uk ) 2007 Cambridge University Press, 277 S. D er erste und langjährige Vorsitzende des Intergovernmental Panel on Climate Change( ipcc ), der Schwede Bert Bolin, verstarb am 30. Dezember 2007. Am Schluss seines Lebens verfasste er einen Rückblick, der noch kurz vor seinem Tod erschienen ist. Dieser erweist: Der ipcc mit seinem»Science«-Verständnis, wie es insbesondere von seinem Vorsitzenden vertreten wurde, war mitverantwortlich für die Verzögerung jeglicher politischer Lösungsansätze. Der Elan im Raum der Politik in den frühen 1990er Jahren wurde(auch) damit zum Verpuffen gebracht. Der tabuisierte Konflikt zwischen Politik und IPCC Nur ein einziges Mal wurde bislang ein solches Verdikt, wenn auch nicht in dieser Schärfe, öffentlich gemacht. Autor ist Raúl Estrada-Oyuela, im Jahre 1994 im Hauptberuf Botschafter Argentiniens in China, der bald darauf weltberühmt wurde, weil er den Vorsitz führte, als in Kyoto im Dezember 1997 das nach seinem Entstehungsort benannte Protokoll beschlossen wurde. Damals hatte der Spitzendiplomat den Vorsitz des Gremiums inne, welches das Ergebnis der Ersten Vertragsstaatenkonferenz in Berlin vorbereiten sollte. Statt einer allgemeinen Aufbruchstimmung, die nach dem Vorbild des Montrealer Protokolls ein»Berliner Protokoll« hätte erwarten lassen, herrschten schon stürmischeren Zeiten – dennoch war für Berlin Wesentliches noch in Reichweite. In einem Vortrag vor der Royal Geographical Society in London läutete Estrada die Alarmglocke. Der Verschwiegenheit gewohnte Argentinier hielt dem ipcc am 31. Mai 1994 öffentlich vor:»The scientists created the Convention(…) now when it is alive and walking, and deciding things, the scientists have reacted against its demands.«(S. 86) 2 1. Nach dem Volksmund gilt:»Ein Diener, der schlimmen Herren dient, und ein Herr, der sich unwillige Diener hält, sind die größten Narren in der Welt.« 2. Dies ist zitiert nach Bolins Erinnerung. Wörtlich hat Estrada damals gesagt: »The Convention process is waiting for(scientific) inputs from the ipcc but I wonder if they will come in time. Almost one year ago, explaining the needs of the Convention to the ipcc Bureau, I had the feeling that the ipcc was suffering (some) kind of ›Dr. Frankenstein Syndrome‹. After all, the idea of a Convention 162 Rezensionen/Book Reviews ipg 4/2008 Das wurde natürlich von der Presse aufgegriffen. Kolportiert wurde es(vom »New Scientist«) unter der Überschrift»Frankenstein Syndrome hits Climate Treaty«. Wer Bolins Buch gelesen hat, könnte meinen: nicht zu Unrecht. Inhalt des Konflikts: Das IPCC trägt nicht zur Auslegung von Artikel 2 UNFCCC bei Formal geht es bei diesem(andauernden) Konflikt um die Rolle der Wissenschaft gegenüber der Politik – ob sie bereit ist, die Beraterrolle wirklich zu spielen, d. h. ihr Verhältnis zur Politik als das zu einem»Klienten« zu sehen. Das bedeutet: a) Der Klient stellt die Fragen, auf die er eine Antwort benötigt. b) Der Berater akzeptiert diese sowie die Begriffe, die mit den Fragen vorgegeben sind (Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe qua Anwendung bzw.(Weiter-)Entwicklung fachwissenschaftlicher Konzepte). c) Der Berater akzeptiert die für die Ablieferung der Antwort aus der politischen Agenda folgenden Termine – mit der klaren Bereitschaft, sein Review-Wesen dem aus der politischen Agenda bestimmten Termindruck anzupassen. Das Buch zeigt: Bolin war nicht bereit, diesen»objektiven« Konflikt zwischen auf Unabhängigkeit und Qualitätssicherung fokussierter Wissenschaft auf der einen Seite und handlungsorientierter Politik auf der anderen Seite als solchen auch nur zu sehen. Der»trade-off« zwischen Sicherheit wissenschaftlicher Aussagen und der Sicherheit der Lebensbedingungen war jenseits seines Horizonts. Folge dieses(ungelösten) Konflikts war ein Worst Case: Es ist nicht rechtzeitig, nicht in den frühen 1990er Jahren, auch nur zu einem Versuch einer Zielbestimmung aller Klimapolitik, einer quantitativen Auslegung von Artikel 2 der Klimarahmenkonvention, gekommen – also dessen, was nun im Wiederholungsfall, im Zulauf auf Kopenhagen und das dort anstehende Nach-Kyoto-Regime, der Europäische Rat mit seiner Sentenz vom 23. März 2005 geleistet hat: Die Festlegung eines maximalen Anstiegs der globalen Oberflächentemperatur im Jahresmittel um 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau als Auslegung des obersten Ziels des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen(Zi 43). Dieser rechtzeitige Stellungsbezug der eu , basierend auf Stellungnahmen des wissenschaftlichen Beratungsgremiums der Deutschen Bundesregierung wbgu , was nourished by the ipcc , but now that the Convention starts to walk and begins to demand additional food, the ipcc answered that it had its own program of work and could not deliver products by client’s request.(…) We hoped, for instance, that the Convention would profit from an ipcc workshop on the objectives of the Climate Convention in Fortaleza, Brazil, in April(1994). However, the workshop was postponed for October(1994), most probably for very scientifically sound motives. The point is that the inc shall meet next August and we are not going to have that input then.« ipg 4/2008 Rezensionen/Book Reviews 163 hat zu einer völlig anderen öffentlichen Debatte geführt. Diesmal ist sie von dem Rahmenziel dominiert. Auf etlichen politischen Ebenen hat die selbstbindende Vorgabe einer Auslegung von Artikel 2 unfccc zu einem Echo geführt. Das deutet an, was ein entsprechender Beschluss seitens des ipcc , oder zumindest von ihm initiiert oder mitgetragen, im Vorfeld der Berliner Konferenz von 1995 hätte auslösen können. Ein weiteres Indiz spricht dafür: Landauf und landab, von vielen Wissenschaftlern und hochrangigen politischen Institutionen wird der ipcc in der gegenwärtigen klimapolitischen Debatte damit»zitiert«, dass er ein Begrenzungsziel vorgegeben oder empfohlen hätte – das zeigt das elementare Bedürfnis und die allgemeine Erwartung, dass die Wissenschaft auf der Basis ihrer präzedenzlosen Expertise eine solche Empfehlung ausspricht. In der Sache handelt es sich da aber um Wunschdenken. Der ipcc hat, in Übereinstimmung mit dem Wissenschaftsverständnis seines langjährigen Vorsitzenden, sich ausdrücklich untersagt, zu einer Auslegung von Art. 2 unfccc die Hand zu reichen. Persönlich bin ich überrascht zu sehen, wie häufig in der Wissenschaft»zitiert« wird, ohne sich des Zitierten zu vergewissern. Das Buch des langjährigen ipcc -Vorsitzenden macht es möglich, den Hintergrund für diese Haltung zur Kenntnis zu nehmen. Es ist ein Blick in den Abgrund. Man sollte das Buch vorsichtshalber auf einen Index setzen mit der Überschrift»Für Studenten gesperrt« – sie könnten aufgrund der Lektüre vom Glauben an die Wissenschaft abfallen. Hintergrund der Position des Vorsitzenden des IPCC Doch zunächst: Für den Umgang mit Verstorbenen gilt in der Regel die altrömische Maxime»De mortuis nihil nisi bene«, was sinngemäß bedeutet:»Wer verstorben ist, kann sich nicht mehr wehren.« Dennoch meine ich, ausnahmsweise gegen diese Maxime verstoßen zu sollen. Bolins Vermächtnis ist ein Legat, mit dem wir uns, so oder so, auseinanderzusetzen haben. Aus dem Rat folgt nur: Sei fair! In diesem Sinne steige ich folgendermaßen ein: Bolins Anliegen war zweifelsfrei, die Klimawissenschaft zu koordinieren und damit die zentrale Bedingung für ihren Fortschritt zu schaffen und zugleich ihre Ergebnisse der Politik zugänglich zu machen – diesem Anliegen hat er einen Großteil seiner Lebensenergie gewidmet. Darin war er erfolgreich. Er ist ein in seinen Intentionen positiver, ein verdienstvoller Mann, dem wir Dank und Anerkennung schulden. Bolin strebte, zu Recht, einen nicht nur marginalen, er strebte einen kräftigen Einfluss der Wissenschaft auf die Politik an, um das Klima zu schützen. Also musste er sich ein Bild von der(potentiellen) Macht der Wissenschaft in der Politik und ihrer Abhängigkeiten machen. Zentral dafür war nach seinen Überlegungen die»Glaubwürdigkeit« der Wissenschaft. Auf die Frage, wie die Wissenschaft diese»herstellen« könne, gab er die(richtige) Antwort: Indem sie sich als»gute 164 Rezensionen/Book Reviews ipg 4/2008 Wissenschaft« gibt und erweist. Mit der Operationalisierung dieser Antwort aber wurde die Tür zu dem heute eingetretenen Drama geöffnet. Bolin meinte, für die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft sei(a) ihre institutionelle Unabhängigkeit und(b) ihre strikte»Faktenbezogenheit« zentral;(a) bedeutete den Konflikt um das Klient-Berater-Verhältnis, die einseitige Entscheidung dieses Konflikts zwischen Agendabezogenheit und Dringlichkeit versus Qualitätssicherung zugunsten Letzterer – und mag die Welt darüber zugrunde gehen;(b) bedeutete, einen kruden Positivismus zur»Staatsraison« der ipcc Wissenschaft zu machen. Für die Bestimmung dessen, was hinsichtlich dieser beiden Charakteristika»gute Wissenschaft« ist, wäre ein fachlich gestütztes Urteil erforderlich gewesen – hier aber schloss Bolin kurz. Beides war kein Akt guter Wissenschaft und sollte Konsequenzen haben. Die Scheu vor(vermeintlichen) Werturteilen Es beginnt schon mit der Kunst, Texte präzise zu lesen. Bolin bekennt in einer Aussage, die man wohl als Schlüssel nehmen darf:»The interpretation of the expression ›dangerous anthropogenic interference‹ is of course a political issue and the precise role of the scientific community in this context is therefore unclear (…).«(S. 73) Natürlich ist der erste Teil dieser Feststellung des ipcc -Vorsitzenden wahr, zutreffend indes nicht. Zutreffend wäre sie nur dann, wenn der Ausdruck»dangerous anthropogenic interference« nicht von der Politik bereits im zweiten Teil von Artikel 2 unfccc interpretiert worden wäre. Die Interpretation, die von der Wissenschaft gefordert ist, beginnt erst mit den Ausdrücken, die die»dangerous anthropogenic interference« ihrerseits definieren, und das sind drei Schlüsselbegriffe aus dem Begriffskanon der Ökosystem-Analyse, der Lehre von der Nahrungsmittelproduktion sowie der ökonomischen Theorie. Entsprechende Assessments der wissenschaftlichen Literatur liegen vor, sind methodisch sauber durchgeführt worden. Dem ipcc obliegt, diese wiederzugeben und zu bewerten. Faktizitätsgeleitete Bestimmung des Zentralparameters »Klimasensitivität« Mit der Formel»Positivismus zur ›Staatsraison‹ der ipcc -Wissenschaft machen« ist angespielt auf den methodischen Rigorismus bei einer Zentralentscheidung des ipcc ( wg 1). Er hat die Sensitivität des einmaligen Klimasystems der Erde als Faktum stilisiert. Bolin trägt dies mit, obwohl er eingangs selbst die Klimasensitivität als Erwartungswert des säkularen Eingriffs des Menschen definiert:»(…) the sensitivity of the climate system to changes of greenhouse gas concentrations (i.e. the expected change of the global mean temperature as a result of doubling of carbon dioxide in the atmosphere)«(…)(S. 62) ipg 4/2008 Rezensionen/Book Reviews 165 Dessen ungeachtet lässt er zu, dass diese Eigenschaft des Klimasystems, welche zentral hinsichtlich der Erwartungsbildung der Gesellschaft an die langfristigen Manifestationen des Klimawandels ist, gemäß derjenigen Zahl festgelegt wird, die den besten»fit«(eine gute Übereinstimmung) für die letzten 40(!) Jahre lediglich ergibt:»The sensitivity of the climate system to a doubling of carbon dioxide concentrations is therefore assessed rather to be about 2.5°C, with an uncertainty range of 1.5–4.5°C. 3 This quite robust feature of the climate system has been derived with the aid of global climate models checked against observations from about the last 40 years.«(S. 202) Weshalb sollte ein Wert der Klimasensitivität, der für die faktische Vergangenheit, zudem für nur 40 Jahre»gefitted« ist, in säkularer Sicht über die nächsten 100 bis 200 Jahre angemessen sein? Die explizite Formulierung eines Grundes ist in dem Buch nicht zu finden. Wen wundert’s – angesichts der präzedenzlosen Größenordnung des gegenwärtigen, vom Menschen der Erde aufgezwungenen Wandels ist dies auch nicht zu erwarten. Es handelt sich um eine klare Unterschätzung. Bolin verweigert der US-Global-Klimapolitik seine Unterstützung Höhepunkt der Aufbruchstimmung im Raum der Politik war die Periode des Zulaufs auf Rio 1992. In dieser Phase wurde die dritte Sitzung des ipcc im Februar 1990 in Washington abgehalten. Die Sitzung wurde eröffnet vom damaligen Präsidenten der usa , George Bush. Im Zusammenhang mit der Schilderung seines seinerzeitigen(auf Zeit spielenden) Statements schließt Bolin zusammenfassend mit einem(nachträglichen) Bekenntnis seiner Grundhaltung: »It should be stressed, however, that I left politicians and others to judge how serious climate change might be, the urgency of specific measures,(…) and how soon and at what level stabilisation of greenhouse gas concentrations should be achieved. These are primarily political issues and scientists can only provide answers to the technical and economic issues that arise.«(S. 59) Die Aussage»(…) left it(…) to others« ist eine Schlüsselformulierung. Wem er es überlässt, interessiert Bolin offenbar nicht. Die Politik aber hat, unter Verantwortungsgesichtspunkten, eine Sonderrolle inne: Sie ist(a) verantwortlich für alles, was in ihre definierte Zuständigkeit fällt; zudem gilt(b): Alles, wozu sich kein Subjekt der Verantwortung findet, ist in ihrer Verantwortung – sie ist»lender of last resort« in der Wahrnehmung von Verantwortung generell, nicht nur bei Finanzkrisen. Das sind gleichsam offene Arme, und die nimmt Bolin in Anspruch. Damit geht er in die Asymmetrie – und das wird von der Politik auch 3. Nebenbei bemerkt: Bolin realisierte nicht, dass seine Nachfolger die»beste Schätzung« der Klimasensitivität von 2,5°C unter seiner Ägide nun in ar 4 auf 3°C korrigiert – die Unterschätzung unter seiner Ägide damit(ein Stück weit) zurückgenommen haben. 166 Rezensionen/Book Reviews ipg 4/2008 wahrgenommen. Die gleiche Augenhöhe verlässt, wer sich mit einer»Ich scher mich nicht drum«-Haltung aus der Verantwortung stiehlt in einer Situation offener Verantwortungszuweisung.»I left« bedeutet nichts anderes als Flucht. Der verblüffende Hinweis auf die Beschränkung des guten Wissenschaftlers auf»technical and economic issues« ist offenkundig demutsvoll gemeint. Umstandslos argumentiert Bolin in seinem Buch mit Angaben zu den globalen Vorräten fossiler Brennstoffe sowie mit Angaben zu Verlusten des globalen Bruttosozialprodukts( gdp ), die eine entschiedene Klimapolitik mit sich bringe – ohne auch nur einen Hauch einer»reservatio mentalis«. Hätte er seine Skrupel hinsichtlich der Angabe einer Grenze, ab der ein(lebens-)»gefährlicher« Klimawandel beginnt, an dem Maß von(geringer) Striktheit(nur) justiert, die auf anderen Wissenschaftsfeldern herrschen, deren Ergebnisse er ohne Vorbehalt in Anspruch nimmt, so hätte die Geschichte einen weniger dramatischen Ausgang nehmen können. Nimmt man zum Maßstab die Striktheit, welche die us -Makroökonomen walten lassen, wenn sie gdp -Verluste bei Durchführung einer globalen(!) Klimapolitik»errechnen«, bzw. den Geologischen Dienst der usa , wenn er die – offensichtlich interessegeleiteten – Angaben der Regierungen der ölreichen Staaten für Fakten, sprich bare Münze, nimmt, und wendet diese Maßstäbe bei der Auslegung von Artikel 2 unfccc an, dann wäre es dem ipcc -Chef schon im Zulauf auf Rio möglich gewesen, klare quantitative Aussagen auf seinem Stammgebiet zu treffen. Zudem hätte er damals der multilateralen Politik grünes Licht für ein max.+2°C-Ziel seitens der Wissenschaft geben können. Ein Mensch in seiner Gespaltenheit Die Aussagen an etlichen Stellen seines Abschiedsbuches könnte man so zusammenfassen: Bolin mangelt es an Reflexion von Grundbegriffen und folglich an Präzision im Umgang mit ihnen. Die Lektüre zeigt ihn in zentralen Fragen gespalten. So zum Beispiel: Im ersten Teil des Buches, im Rückblick, bestätigt er seine immer schon eingenommene Haltung, die quantitative Bestimmung der Grenze, wo der menschengemachte Klimawandel die Grenze zur»Gefahr« überschreitet, und somit die der Dringlichkeit des politischen Handelns liege, sei seine, des Wissenschaftlers, legitime Sache nicht. Im hinteren Teil dagegen finden sich durchgehend Formulierungen, die die Politik anklagen, nicht rechtzeitig und hinreichend gehandelt zu haben, also Formulierungen, die eine völlige Sicherheit – bis hin zur Radikalität – im quantitativen Urteil implizieren. Diese auffällige Differenz aber macht der Autor nicht zum Thema; er überlässt es dem Leser, sich seinen Reim auf diese Gespaltenheit zu machen. So war Bolin nicht wirklich ein Partner der Politik. Dass er nicht zur Formulierung von Artikel 2 unfccc beigezogen wurde – und er dies nicht bemängelte –, besagt meines Erachtens: Er strebte keine Formulierung an, die der Auslegung qua Wissenschaft zugänglich ist. Und eine Reflexion auch nur auf die ipg 4/2008 Rezensionen/Book Reviews 167 Möglichkeit, dass das Versagen der Politik, welche Bolin in seinem Buch geißelt, etwas mit der Wissenschaft, für die er stand, zu tun haben könnte, findet sich in dem Werk auch nicht. Hans-Jochen Luhmann, Wuppertal Institut 168 Rezensionen/Book Reviews ipg 4/2008