be held before the end of this year. Since it might be unduly optimistic to rely on the enlightened self-interest of bureaucrats to push for restructuring, it will very much depend on pressure from civil society groups from outside the system to bring about change. The wto clearly risks becoming sidelined if it is unable to address new issues and to increase its efficiency, fairness, and legitimacy. Steffen Grammling, Friedrich-Ebert-Stiftung, Geneva BERND GREINER/ CHRISTIAN TH. MÜLLER/ DIERK WALTER(Hrsg.): Krisen im Kalten Krieg (Studien zum Kalten Krieg, Bd. 2) Hamburg 2008 Hamburger Edition, 547 S. W en die Erinnerung an den Kalten Krieg noch heute frösteln lässt, der muss zu diesem Buch greifen. Denn hier findet er genügend Belege für seine diffusen Empfindungen. Und wer wissen will, warum der Kalte Krieg immer wieder explosive Momente hervorbrachte, der ist mit diesem Sammelband ebenfalls auf der Höhe der Zeit. Siebzehn Autoren schildern unter Hinzuziehung bisher unbekannter oder nicht zugänglicher Dokumente wichtige Krisen in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, der Karibik und in Ostasien. Sie erklären Entstehung, Ablauf und Folgen dieser Konflikte. Die Kriege in Korea, im Kongo und im Nahen Osten, die Krisen um Berlin, Kuba und Suez, die Aufstände in Osteuropa erhalten hier eine Akzentverschiebung oder gar Neubewertung. Allein diese Beiträge machen das Buch zu einer zeitgeschichtlichen Fundgrube und einem wahren Lesevergnügen. Was den Sammelband aber noch wertvoller macht, sind die Einsichten, Konsequenzen und Lehren für das heutige Handeln angesichts zahlreicher internationaler Krisen. Die Aufsätze vereinen Ereignisgeschichte und systematische Einsichten in die Handlungszwänge krisengeplagter Entscheidungsträger. Die Vorbereitung und der Ablauf der Suez-Krise sind ein glänzendes Beispiel für zerstörerische Gruppendynamiken, bürokratischen Ehrgeiz und Misstrauen in Bündnissen und Koalitionen. Die selbstverschuldete Blind- und Taubheit der amerikanischen Nachrichtendienste während des Ungarnaufstands 1956 erinnern fatal an ähnliche Fehleinschätzungen während der jüngsten Konflikte. Vor allem die mangelnden Kenntnisse über tatsächliches sowjetisches Denken und Handeln sind verblüffend und insofern aufschlussreich, weil man auch heute relativ wenig über die Absichten und das Denken neuer oder angeblicher Gegner zu wissen scheint. Zweifellos wissen wir seit der kritischen Friedensforschung, dass das atomare Wettrüsten gleichsam krankhafte Züge annehmen konnte und die Verantwort170 Rezensionen/Book Reviews ipg 3/2009 lichen alles daransetzten, nukleare Kriegsführungsfähigkeit herzustellen. Doch wie nachhaltig diese Waffen das Denken der Verantwortlichen beeinflussen konnten, wird jetzt angesichts der neuen Quellenlage endgültig erkennbar. Atomwaffen erhöhen zweifellos in vielen Fällen die Risikobereitschaft der Verantwortlichen und können zu irrationalen und unberechenbaren Fehlern führen. Angesichts der mangelnden Abrüstungsbereitschaft der Atommächte und der zunehmenden Gefahr durch die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen können diese Erkenntnisse nur eins bedeuten: Eine atomwaffenfreie Welt muss die Handlungsanleitung für eine realistische Politik bleiben. Rolf Mützenich, Berlin Wie weiter mit dem Völkerrecht? GERD HANKEL(Hrsg.): Die Macht und das Recht. Beiträge zum Völkerrecht und Völkerstrafrecht am Beginn des 21. Jahrhunderts Hamburg 2007 Hamburger Edition, 461 S. A ngesichts der Tatsache, dass uns die modernen Medien nahezu jedes Massaker und jeden kriegerischen Konflikt in unsere Wohnzimmer übertragen, dass die Namen der Strippenzieher und Hintermänner von Kriegsverbrechen weitläufig bekannt sind, dass Menschenrechtsorganisationen immer öfter Völkerrechtsvergehen aufdecken und publik machen, rückt die Frage eines internationalen strafrechtlichen Umgangs mit schweren und schwersten Verbrechen immer stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Zuletzt sorgten der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag gegen den sudanesischen Präsidenten Umar al-Baschir sowie die Festnahme und Überstellung des bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic an das un -Kriegsverbrechertribunal für Aufsehen und ließen die Hoffnungen auf eine internationale Rechtsprechung wachsen. Zugleich wirken das ungestrafte kriegerische Treiben von Warlords, Milizen und terroristischen Organisationen einerseits sowie das folgenlose radikale Vorgehen privater Söldnertruppen andererseits wie ein Treppenwitz der internationalen Rechtsprechung, die ohne eigene Vollzugskräfte quasi machtlos zur tatenlosen Zeugenschaft grauenhafter Verbrechen und brutalen Handelns gezwungen ist. Schwere und schwerste Verbrechen, ob von Einzelpersonen, Gruppen oder Staaten begangen, bleiben nicht mehr verborgen. Medien verbreiten sie innerhalb von Minuten auf dem ganzen Globus und tragen sie in unser Leben. Die öffentlich-mediale Aufmerksamkeit macht das Wegschauen und Ignorieren unmöglich. Auch Juristen, Politologen, Soziologen und Historiker beschäftigen ipg 3/2009 Rezensionen/Book Reviews 171