to present the results of his continuous research in a remarkably clear and concise manner. The depth and variety of the examples frequently referred to, as well as the clarity of the book’s language make for a very entertaining, informative and highly recommendable read. Anja Wehler-Schöck, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin ROBERT SKIDELSKY: Die Rückkehr des Meisters. Keynes für das 21. Jahrhundert München 2010 Verlag Antje Kunstmann, 304 S. W ie es dem Vorwort des Verfassers zu entnehmen ist, hat das Buch sein Entstehen der 2008 ausgelösten weltweiten Finanzkrise zu verdanken. Im ersten Teil»Die Krise« wird die weltweite Finanzkrise in ihrem Entstehungs- und Wirkungszusammenhang dargelegt. Im zweiten Teil widmet sich Skidelsky dem Thema»Aufstieg und Fall des Keynesianismus«. Der dritte Teil mit dem Titel »Die Rückkehr von Keynes« beinhaltet die Meinungen und Thesen des Autors über die Notwendigkeit der Wiedereinführung der wirtschaftspolitischen Ideen von Keynes. Skidelsky beschreibt in seinem Werk ausführlich die Entstehung der internationalen Finanzkrise in einem auf die Kritik der neoliberalen Wirtschaftspolitik fokussierten Ursachen-Wirkungs-Zusammenhang. Die Darstellung der volkswirtschaftlichen Fakten bezieht sich zunächst auf die Entwicklungen der Immobilienund Kreditmärkte in den usa und die zunehmende Rolle der Privatbanken, die in den 1990er Jahren auch vom Staat( us -Regierung und Fed) großzügig unterstützt wurden. Skidelskys Beitrag untersucht auch die Einflüsse der globalen Faktoren (Rohstoffmärkte, globale Finanzströme etc.) auf die Finanzkrise. Sein Fazit ist, dass sich die Finanzkrise schon vor 2007/2008 abzeichnete, von den Regierungen und Ökonomen jedoch nicht frühzeitig erkannt wurde. Bei der Ursachenanalyse geht Skidelsy kurz auf die unterschiedlichen Erklärungsmuster der»Geldschwemme-Theorie« der»Konservativen-Ökonomen« und der»Ersparnisschwemme-Theorie« der Keynesianer ein. Nach Skidelsky sieht erstere den Grund in der»lockeren Geld- und Haushaltspolitik«, während die »Ersparnisschwemme-Theorie« das Augenmerk auf die Politik des billigen Geldes in den usa als Reaktion auf die»globale Ersparnisschwemme« richtet, die von Ostasien und dem Nahen Osten ausging. Den Ausführungen von Skidelsky zufolge konnte die aktuelle Finanzkrise durch zwei Maßnahmen in Grenzen gehalten werden. Zum einen nennt er die staatlichen Eingriffe wie Finanz- und Konjunkturprogramme der einzelnen Reipg 3/2011 Rezensionen/Book Reviews 151 gierungen, staatliche Beteiligungen oder Übernahmen an und von Banken sowie expansive Geldpolitik(»Politik der quantitativen Lockerung«, so Skidelsky). Als zweiten wichtigen Schritt des Krisenmanagements sieht er die internationale Kooperation, die nicht nur zwischen den Staaten stattfand, sondern auch die Mitwirkung der internationalen Institutionen wie des iwf umfasste. Bei der Frage, wem die Schuld für die Entstehung der weltweiten Finanzkrise zu geben ist, setzt sich Skidelksy mit den Akteuren im Einzelnen auseinander. Diese sind Banken, Banker, Kreditratingagenturen, Hedgefonds, Zentralbanken, Finanzaufseher und Regierungen. Ohne die Fehler und die Mitverantwortung dieser Akteure zu vernachlässigen, findet Skidelksy die Antwort auf die Frage nach dem Hauptschuldigen jedoch bei den Ökonomen. In kritischer Auseinandersetzung mit den»Mainstream-Ökonomen« geht Skidelsky auf die zwei Theorieschulen Neoklassik und Neukeynesianismus ein. Den Vertretern beider Richtungen, die in ihren Grundprämissen übereinstimmen, sich aber in Bezug auf»politische Schlussfolgerungen« voneinander unterscheiden, wirft Skidelsky fehlenden Realitätsbezug ihrer Wirtschaftsmodelle vor. Deshalb und aufgrund der weltweiten Finanzkrise schlägt der Autor vor, sich dem»Meister« Keynes und seiner»Allgemeinen Theorie« wieder zuzuwenden. Bei der Erklärung der Entstehung der keynesianischen Ideen im zweiten Teil des Buches handelt es sich eher um eine Zusammenfassung der gängigen Kenntnisse über»Keynes’ Ökonomie«. Insofern hat dieser Teil mit der Analyse der letzten und aktuellen Weltfinanzkrise inhaltlich wenig zu tun. Die in den wirtschaftswissenschaftlichen Kreisen und in der Fachwelt allgemein bekannten Thesen werden in einem historischen Entstehungskontext erneut und in einer für Laien verständlichen Form dargestellt, während der Abschied vom Keynesianismus mit einer»Gegenrevolution in der ökonomischen Theorie« und einer »Gegenrevolution in der Wirtschaftspolitik« begründet wird. Ein wichtiger Kritikpunkt von Skidelsky bezieht sich darauf, dass die keynesianischen Ideen in den usa wenig internalisiert, jedoch aus»Pragmatismus« angewendet wurden. Auch in anderen Ländern, so Skidelsky, erwies sich der Keynesianismus als nützlich und deshalb als anwendbar. Umso leichter war dann der Abkehr von ihnen in der Wirtschaftspolitik(sprich Reagan-Thatcher-Ära), begleitet und beeinflusst von den neoklassischen Theorieansätzen, an deren Spitze Milton Friedmann als der»Hohepriester des Gegenangriffs der klassischen Ökonomen« stand(S. 163). Im dritten Teil»Die Rückkehr von Keynes« setzt sich Skidelsky mit den ethischen und politischen Aspekten des Keynesianismus in Bezug auf den Kapitalismus auseinander. Zunächst beschreibt er die ethischen und philosophischen Ansichten von Keynes über Reichtum, Wohlstand, Geld, Gerechtigkeit und verknüpft sie mit seinem Wirtschaftsmodell: Ziel und Ergebnis des sozialen und wirtschaftlichen Handelns sowie der Wirtschaftspolitik sollten»weise, angenehm und gut« sein(S. 214). Ein weiterer Aspekt der Ausführungen über den»Meister« 152 Rezensionen/Book Reviews ipg 3/2011 betrifft Keynes’ Haltung zu Christentum, Sozialismus und»Konventionen«. Skidelsky stellt fest, dass Keynes zwar stets für Evolution und Fortschritt war, jedoch aus einer auf den gesellschaftlichen Nutzen bezogenen pragmatischen Haltung heraus eine positive Haltung zu Konventionen einnahm. Skidelsky sieht die Rückbesinnung auf Keynes auch aufgrund der»gegenwärtigen Wirtschaftskrise« vonnöten, die»ein großes Versagen der Marktwirtschaft« sei(S. 245 ff.). Gleichwohl gibt es nach Skidelsky»nicht einen einzigen keynesianischen Weg aus der Krise«, wie»es auch nicht nur ein keynesianisches System der Wirtschaftspolitik« gibt. Nach dieser allgemeinen Feststellung wird Skidelsky konkreter und kommt zu seiner Ansicht nach mit Keynes’ Theorie kompatiblen folgenden Vorschlägen: Reform und Kontrolle des Finanzsektors, »makroökonomische Maßnahmen«,»die Sparwut kurieren«,»der Globalisierung Grenzen setzen« und»die Reform des Wirtschaftsstudiums«(S. 252 ff.). Die Analyse der globalen Finanzkrise von 2008/2009 ist nicht der Hauptgegenstand der Arbeit, sondern dient eher der Rechtfertigung der Wiederbelebung des Keynesianismus im 21. Jahrhundert. Um die»Rückkehr des Meisters« zu ermöglichen, bedurfte es für Skidelsky also einer Krise, deren Vergleich mit der die Geburt des Keynesianismus verursachenden Weltwirtschaftskrise von 1929 jedoch von Skidelsky selbst infrage gestellt wird. Skidelsky übergeht in seinen Ausführungen zumindest teilweise die Frage der Kompatibilität des in den 1930er Jahren entstandenen Modells mit der neuen Welt(wirtschafts)ordnung und der Globalisierung, die er selbst im Schlussteil kritisch beurteilt. Insofern bleibt er bei dem Wettstreit zwischen Neoklassik und dem Keynesianismus in der Vergangenheit haften. Die Hervorhebung der »Vorteile« des ausführlich behandelten Bretton-Woods-Systems kann hierfür als Beispiel genannt werden. Auffallend ist, dass Skidelsky keinen Bezug des gegenwärtigen Keynesianismus zur eu speziell zur Wirtschafts- und Währungsunion, herstellt und dieses Thema einfach übergeht, als ob die eu nicht existiere. Darüber, inwieweit unter wirtschaftstheoretischen Gesichtspunkten die nationale, in der eu supranationale, und»globale« Volkswirtschaft die Rückkehr zum keynesianischen Modell finden soll, wird wenig oder zu allgemein beschrieben. Skidelskys Buch enthält wertvolle Ansichten, die Anlass für eine neue Diskussion über den Keynesianismus in der(Wirtschafts-)Wissenschaft und Politik bieten, auch wenn seine überwiegend lobende Darstellung von John Maynard Keynes gelegentlich prophetische Züge annimmt, zumindest bezogen auf die Ökonomie. Seine Kritik an»Ökonomen« und am universitären Betrieb wird wohl umstritten, jedoch nicht ohne Auswirkungen bleiben. Dr. Nebi Kesen, Hamburg ipg 3/2011 Rezensionen/Book Reviews 153