A N A LYS E Päivi Rasi-Heikkinen Februar 2026 Medien- und Informationskompetenz in Finnland Wie lebenslanges Lernen zur Grundlage für den Kampf gegen Desinformation und Propaganda werden kann Impressum Herausgeberin Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Godesberger Allee 149 53175 Bonn info@fes.de Herausgebende Abteilung Abteilung Analyse, Planung und Beratung www.fes.de/apb Inhaltliche Verantwortung und Redaktion Dr. Johannes Crückeberg Florian Dähne Kontakt johannes.crueckeberg@fes.de florian.daehne@fes.de Übersetzung aus dem Englischen Tobias Gabel Design/Layout Rohtext, Bonn Die in dieser Publikation zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind nicht notwendigerweise die der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.(FES). Eine gewerbliche Nutzung der von der FES heraus­gegebenen ­Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. ­Publikationen der FES dürfen nicht für Wahlkampfzwecke verwendet werden. Februar 2026 © Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Weitere Publikationen der Friedrich-Ebert-Stiftung finden Sie hier: ↗ www.fes.de/publikationen Päivi Rasi-Heikkinen Februar 2026 Medien- und Informationskompetenz in Finnland Wie lebenslanges Lernen zur Grundlage für den Kampf gegen Desinformation und Propaganda werden kann Inhalt Einleitung ........................................................  3 Strategische Ausrichtung ............................................  4 Akteure und Koordination ...........................................  6 Staatliche Stellen ................................................  6 Bildungs- und Forschungseinrichtungen .............................  6 Zivilgesellschaftliche Träger .......................................  7 Faktencheck-Organisationen ......................................  7 Öffentliche Bibliotheken und die öffentlich-rechtliche Medienanstalt YLE  7 Herausforderungen und Grenzen .....................................  8 Bewährte Verfahren ................................................  9 Literatur ........................................................  10 Einleitung Das Thema Medien- und Informationskompetenz(MIK) stellt eine hoch digitalisierte und mediengesättigte Gesellschaft wie die finnische vor erhebliche Herausforderungen. Ein Großteil der sozialen Interaktion – ob innerhalb von Institutionen, zwischen Organisationen oder gesamtgesellschaftlich – findet zunehmend über digitale Medien statt. Die aktuellen geopolitischen Spannungen und Konflikte führen uns vor Augen, wie unverzichtbar eine hohe Medien- und Informationskompetenz ist, denn in ihrem Gefolge kommt es immer häufiger zu Propagandakampagnen, Verschwörungstheorien, Desinformation und dem Versuch der Informationskontrolle(Lucas/Pomeranzev 2016). Daher ist es unerlässlich, dass Bürger:innen über die nötigen Fähigkeiten verfügen, um Desinformation und Propaganda zu erkennen und nicht auf sie hereinzufallen(Pasitselska 2024). Auch 2023 stand Finnland wieder an der Spitze des Europäischen Medienkompetenzindex, zum sechsten Mal in Folge seit 2017(Lessenski 2023). Dieser Index misst die potenzielle Anfälligkeit von 41 europäischen Staaten für Desinformation. Höhere Platzierungen weisen dabei auf eine höhere Resilienz gegenüber Desinformation hin. Der Index beruht auf verschiedenen Indikatoren, die das Bildungsniveau, die Medien- und Pressefreiheit, die allgemeine Neigung, anderen Menschen zu vertrauen, sowie die digitale Teilhabe betreffen. Finnland gilt darüber hinaus als Vorreiter in der aktiven Förderung von Medienkompetenz. Sie geht weit über den schulischen Unterricht hinaus und bezieht eine Vielzahl von Akteuren und Projekten ein, die vollständig oder in Teilen von der öffentlichen Hand finanziert werden. So hat beispielsweise ein Bericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle(OBS) in Straßburg 2016 festge stellt, dass Finnland unter den 28 damals untersuchten Mitgliedstaaten die meisten Akteure im Bereich Medienkompetenz außerhalb des Schulunterrichts aufwies. Eine umfassende Betrachtung des breit aufgestellten finnischen MIK-Ansatzes würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Stattdessen sollen hier die Bemühungen – und mitunter Schwierigkeiten – im Mittelpunkt stehen, die Finnland unternahm, um sich gegen Desinformation und Propaganda zu wehren. Zentral ist hierbei die Perspektive des lebenslangen Lernens mit einem besonderen Augenmerk auf älteren Menschen. Im Folgenden werden die Begriffe„Medien- und Informationskompetenz“ und„Medienkompetenz“ synonym verwendet, um jene Fähigkeiten zu bezeichnen, die erforderlich sind, um Medieninhalte zuverlässig auffinden, auf sie zugreifen, bewerten und erstellen zu können. Medien- und Informationskompetenz in Finnland 3 Strategische Ausrichtung Die stärkste Motivation, staatlicherseits die große Bedeutung von Medien- und Informationskompetenz anzuerkennen, ist das um sich greifende Phänomen der Desinformation(Pranaityte-Wergin et al. 2024). Im Zuge des russi schen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurde es umso notwendiger, die Fähigkeit der finnischen Bürger:innen zu stärken, Desinformation und Propaganda zu erkennen und sie kritisch zu durchschauen. Heute wird diese Kompetenz deshalb immer stärker als Komponente der nationalen Resilienz gegen Desinformationsversuche wahrgenommen. Das schlägt sich auch in der offiziellen Sicherheitsstrategie der finnischen Regierung nieder:„Die kritische Medienkompetenz und die digitalen Fertigkeiten[der einzelnen Bürger:innen] stärken Demokratie und bürgerschaftliche Teilhabe und helfen dabei, Desinformationskampagnen aufzudecken“(Finnish Government 2025: 23). In ihrer Sicherheitsstrategie unterstreicht die finnische Regierung diese wichtige Rolle der Medienbildung zur Stärkung der nationalen Resilienz und verpflichtet sich, die Medien- und Informationskompetenz in der Breite zu fördern und zu erhöhen. Integraler Bestandteil der strategischen Ausrichtung Finnlands ist das lebenslange Lernen – für alle Bürger:innen und für Menschen jedes Alters. Diese Schwerpunktsetzung kommt in verschiedenen Strategien und politischen Maßnahmen zum Tragen, die auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen: auf der Ebene von Organisationen oder bestimmten Sektoren, auf lokaler sowie nationaler Ebene. Im Folgenden werden einige dieser Strategien und Maßnahmen näher erläutert. Mit dem„Digitalen Kompass“ verfügt Finnland über einen nationalen Strategiefahrplan für die digitale Transformation; und auch in diesem Dokument wird die zentrale Bedeutung, die die Medien- und Informationskompetenz für alle Altersgruppen und als Voraussetzung für eine vertrauensvolle, offene, demokratische und resiliente Gesellschaft hat, hervorgehoben(Finnish Government 2022). Der„Digitale Kompass“ spricht dabei auch ak tuelle Fragen wie das Erkennen von Fehlinformationen und Desinformationen an. Die 2019 veröffentlichte„Strategie 2030“ des finnischen Ministeriums für Bildung und Kultur (Ministry of Education and Culture 2019) sowie verschiede ne politische Vorstöße zur Reform des lebenslangen Lernens kommen hinzu. Sie wurden aus dem finnischen Parlament initiiert(Valtioneuvosto 2020) und stellen mit Nach druck heraus, wie zentral die Bedeutung des lebenslangen Lernens auch für diesen Zusammenhang ist. Das aktuelle Programm der Regierung von Ministerpräsident Petteri Orpo(Finnish Government 2023: 187) un terstreicht die Bedeutung der Lehrer:innenausbildung im Kampf gegen Fehl- und Desinformation. Die Regierung will möglichen gesellschaftlichen Schäden durch Desinformation vorbeugen. Indem sie die Kompetenzen der Lehrkräfte stärkt, versucht sie, das Bewusstsein der Schüler:innen für Cyberrisiken und die Resilienz der gesamten Gesellschaft zu stärken. Als strategische Antwort auf die Herausforderung des lebenslangen Lernens erkennt die Regierung zudem an, welche Bedeutung auch der Erwachsenenbildung in diesem Bereich zukommt. Auch das aktuellste Perspektivdokument für die Lehrer:innenausbildung in Finnland, die„Lehrerausbildung 2050“(Finnish Teacher Education Forum 2025), ist ein Ab bild des Regierungsprogramms, insofern es bei Fragen zur Digitalisierung und Sicherheit in Europa die Rolle von Bildung, Lehrer:innenausbildung und Lehrkräften bei der Bewältigung komplexer globaler Veränderungen betont. Klargestellt wird außerdem, dass die Ausbildung der Lehrer:innen forschungsbasiert sein muss und die Aus- und Weiterbildung aller Altersgruppen im Blick haben sollte. So ergibt sich ein Kontinuum: Auch die Lehrkräfte werden durch beständiges Lernen und Weiterbildungen über den gesamten Zeitraum ihrer Tätigkeit unterstützt. Mit Blick auf die Rolle, die die Medien- und Informationskompetenz in den finnischen Lehrplänen für die Lehrer:innenausbildung spielt, haben Studien gezeigt, dass zwischen den einzelnen Universitäten, an denen diese Ausbildung stattfindet, erhebliche Unterschiede bestehen. Außerdem wurde deutlich, dass die zu diesem Thema vermittelten Inhalte in den Ausbildungsprogrammen und Curricula für angehende Lehrkräfte nur einen beschränkten Raum einnehmen(vgl. Pranaityte-Wergin et al. 2024). Zu den fin nischen Lehrer:innenausbildungsprogrammen mit einem Schwerpunkt in der Erwachsenenbildung liegen bislang noch keine systematischen Untersuchungen vor, die zeigen könnten, wie gut die Förderung der Medien- und Informationskompetenz von Erwachsenen und älteren Menschen in den Lehrplänen verankert ist. Zumindest kam eine 2022 veröffentlichte Studie(Vuojärvi et al. 2022) zu dem Schluss, dass es in den Lehrer:innenausbildungsprogrammen für die Erwachsenenbildung an einem expliziten Fokus auf Förderung der Medien- und Informationskompetenz älterer Menschen mangelt und stattdessen die Kompetenzen jüngerer Menschen – etwa Studierender – im Vordergrund stehen. Eine Ausnahme bildet in dieser Hinsicht die zukunftsweisende Lehrplanentwicklung an der Universität Lappland, wo die Medien- und Informationskompetenz älterer Menschen ausdrücklich in das Lehrer:innenausbildungsprogramm für die Erwachsenenbildung integriert wurde(siehe Purtilo-Nieminen et al. 2021). 4 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Finnlands Spitzenposition in den internationalen MIK-Rankings wird oft auf das starke Bildungssystem des Landes zurückgeführt, das schon seit den 1950er Jahren Aspekte der Medienpädagogik sowie der Medien- und Informationskompetenz in die Kerncurricula verschiedener Bildungsstufen einbezogen hat(vgl. zum Beispiel Pranaityte-Wergin et al. 2024). Die von der Nationalen Bildungs agentur Finnlands erstellten nationalen Kerncurricula wie auch die Lehrpläne in den verschiedenen Landesteilen(die auf den zentral erstellten Lehrplänen basieren) haben entscheidenden Einfluss darauf, wie die Vermittlung der Medien- und Informationskompetenz im gesamten Schulsystem ausgestaltet wird – von der Frühpädagogik und dem Vorschulbereich bis zur Sekundarstufe II. Die zentral ausgearbeiteten Lehrpläne dienen dabei einerseits als administrative Steuerungsinstrumente, enthalten aber andererseits auch die Lernziele und Kerninhalte für alle Fächer(Rasi et al. 2019a). Ein Fokus auf das lebenslange Lernen spiegelt sich in der Zukunfts- und Kompetenzorientierung dieser Kerncurricula wider. Ein weiterer ausdrücklicher Schwerpunkt liegt auf den fächerübergreifenden Kompetenzen, die es den Lernenden ermöglichen sollen, die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten auch jenseits der Schule und ihr ganzes Leben über anzuwenden. Die Medien- und Informationskompetenz ist in den vergangenen zehn Jahren in jedem Kerncurriculum als fächerübergreifende Kompetenz integriert worden – ausdrücklich nicht separat, nicht als eine Kompetenz neben anderen, sondern als Bestandteil verschiedener Querschnittskompetenzen wie etwa Multiliteralität und ICT-Kompetenz(Informations- und Computertechnologie), die in jedem Fachunterricht vermittelt und bewertet werden(Finnish National Agency for Education 2025). Der„Finnische Rahmenplan für digitale Kompetenz“ wurde 2022 von der Nationalen Bildungsagentur Finnlands und dem Nationalen Audiovisuellen Institut herausgegeben, um Lehrkräfte bei der Umsetzung der Inhalte des nationalen Kerncurriculums in den Bereichen digitale Kompetenz, Medienkompetenz und Programmierkompetenz zu unterstützen. Wesentliche Impulse für die Entwicklung dieses Rahmenplans sind von der wissenschaftlich untermauerten Erkenntnis ausgegangen, dass es den Lehrkräften in den Schulen häufig schwerfiel, die Bedeutung des Begriffs „Multiliteralität“ wirklich zu erfassen und sie als Lernziel in ihren alltäglichen Unterricht zu integrieren(Rasi et al. 2019a). Der Rahmenplan bietet deshalb detaillierte Anlei tungen zu einem effektiven pädagogischen Vorgehen, um die Medienkompetenz zu fördern, und er beschreibt die Fähigkeiten, die Schüler:innen der verschiedenen Klassenstufen in den jeweiligen Bereichen nachweisen sollen.(Die Anleitungen sind insbesondere detaillierter als die in den Kerncurricula enthaltenen.) So bedeutet beispielsweise eine gute Medienkompetenz in den Klassen 3 bis 6, dass„die Schülerinnen und Schüler wissen, dass Medieninhalte unterschiedliche Zwecke erfüllen, wie etwa Unterhaltung, Beeinflussung, Werbung und Informationsvermittlung. Die Schülerinnen und Schüler können dafür jeweils Beispiele nennen“(Finnish National Agency for Education / The National Audiovisual Institute 2022). Ein wichtiger Indikator für die strategische Ausrichtung Finnlands in der Medien- und Informationskompetenz ist die nationale Leitlinie für die Medienbildungspolitik unter dem Titel„Medienkompetenz in Finnland: Nationale Medienbildungspolitik“(Salomaa/Palsa 2019). Sie wurde 2019 von der Abteilung für Medienbildung und audiovisuel le Medien(MEKU) des Nationalen Audiovisuellen Instituts (KAVI) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung und Kultur erarbeitet. Finnland gehörte damit nicht nur zu den ersten europäischen Ländern mit einer staatlichen Behörde, deren Aufgabe die Förderung von Medienund Informationskompetenz ist, sondern veröffentlichte auch als eines der ersten Länder eine entsprechende Leitlinie für die Medienbildungspolitik(Opetus- ja kulttuuriministeriö 2025a). In diesem Dokument wird die Medien- und Informationskompetenz als Bestandteil einer staatsbürgerlichen Gesamtkompetenz definiert. Weiter heißt es dort, dass„die Möglichkeiten aller zur vielseitigen Nutzung von Medien und zur Verbesserung ihrer Medienkompetenz erweitert“ werden sollen(Salomaa/Palsa 2019: 14). Das Do kument unterstreicht die große Bedeutung des lebenslangen Lernens für alle Altersgruppen. Gesondert erwähnt werden Menschen in dünn besiedelten Gebieten, Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Menschen in prekären Lebenslagen, die als besonders wichtige Zielgruppen bei der Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz gelten. Um den Veränderungen im nationalen Sicherheitsumfeld und in den digitalen Medientechnologien sowie den erweiterten Möglichkeiten zur Verbesserung der Medienund Informationskompetenz breiter Nutzergruppen besser gerecht zu werden, wird das Leitlinienpapier derzeit evaluiert(Opetus- ja kulttuuriministeriö 2025a). Die überarbeite te Fassung wird die Stärken, Wertgrundlagen und Prinzipien der Medienbildung in Finnland auf dem aktuellsten Stand darstellen und zugleich weitere Potenziale für Verbesserungen aufzeigen. Schließlich muss noch ein weiteres wichtiges Element der hier skizzierten strategischen Antwort Finnlands auf Desinformation und Propaganda vorgestellt werden, das auch den Bereich lebenslangen Lernens betrifft: Es handelt sich um eine kürzlich eingesetzte Arbeitsgruppe des Ministeriums für Bildung und Kultur, welche die„Finnische Vision für eine freie Allgemeinbildung im Jahr 2035“ erarbeiten soll(Opetus- ja kulttuuriministeriö 2025b). Das Ministerium hat hierzu erklärt, dass aufgrund der neuen Kompetenzanforderungen, die durch die Digitalisierung und die demografische Alterung der Gesellschaft entstehen, die allgemeinbildende Erziehung gestärkt werden müsse. Medien- und Informationskompetenz in Finnland 5 Akteure und Koordination Die große Zahl von Akteuren im Bereich Medien- und Informationskompetenz in Finnland genießt sowohl international(z. B. European Audiovisual Observatory 2016) als auch national(z. B. National Audiovisual Institute 2025; Rasi-Heikkinnen 2022) große Anerkennung. Im Folgenden werden die wichtigsten von ihnen vorgestellt. Staatliche Stellen Als Regierungsbehörde ist das finnische Ministerium für Bildung und Kultur die zentrale öffentliche Stelle zur Förderung der Medien- und Informationskompetenz. Dies geschieht durch die Bereitstellung von Ressourcen und Informationsangeboten sowie die Ausarbeitung von entsprechenden Gesetzen für den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums(Salomaa/Palsa 2019). Das Ministerium för dert die Medien- und Informationskompetenz in seinen diversen politischen Aufgabenfeldern, darunter in der Kulturpolitik, in der Jugendarbeit und-politik sowie in der Bildungspolitik. Dies geschieht beispielsweise durch die Vergabe von Fördermitteln an nationale MIK-Projekte, die sich auf Bereiche wie etwa die Bibliotheksentwicklung konzen­trieren(Salomaa/Palsa 2019). Da öffentliche Biblio theken in Finnland eine wichtige Rolle im Lernprozess und im Alltag von Menschen aller Altersgruppen spielen, ist die Rolle des Ministeriums bei der Förderung des lebenslangen Lernens schon in diesem Punkt von großer Bedeutung. Neben dem Ministerium für Bildung und Kultur ist die Förderung der Medien- und Informationskompetenz auch Aufgabe anderer Ministerien und Behörden, wie beispielsweise des Justizministeriums, des Ministeriums für Verkehr und Kommunikation, des Innenministeriums und schließlich der Nationalen Bildungsagentur Finnlands. Alle genannten Akteure verfolgen ihre jeweiligen Förderziele auf der Grundlage einer sektorübergreifenden Zusammenarbeit (Salomaa/Palsa 2019). So hat beispielsweise das Innenmi nisterium basierend auf einer solchen Kooperation eine nationale Risikoanalyse erstellt, in der Aktivitäten zur Verbreitung feindseliger Informationen, also etwa zur Verbreitung von Desinformation, als Risiko für die Demokratie und soziale Gleichheit eingestuft werden(Ministry of Interior 2023). Das 2014 aus einer Vorgängereinrichtung hervorge gangene Nationale Audiovisuelle Institut(KAVI) ist eine dem Ministerium für Bildung und Kultur nachgeordnete Einrichtung und die einzige staatliche Behörde in Finnland mit dem gesetzlichen Auftrag, die Medienbildung zu fördern. Es agiert über die Abteilung für Medienbildung und audiovisuelle Medien(MEKU). Das Institut ist für die Förderung und Koordinierung der Medienbildung auf nationaler Ebene zuständig und beteiligt sich aktiv an internationalen Kooperationen(Salomaa/Palsa 2019; National Audio visual Institute 2025). Eine der Kernaufgaben des KAVI ist die Koordinierung und Ausarbeitung der finnischen nationalen Medienbildungspolitik in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung und Kultur. Die Nationale Bildungsagentur Finnlands spielt bei der Ausgestaltung von Bildung und Ausbildung im Land eine Schlüsselrolle. Zu ihren Aufgaben gehören die Festlegung der Kerncurricula für die Primar- und die Sekundarstufe I/II, aber auch für die Frühpädagogik und den Vor­schul-/Betreuungsbereich. Auch die Schaffung des Rahmens für den Erwerb berufsbezogener und kompetenz­ basierter Qualifikationen fällt in ihren Aufgabenbereich. Somit nimmt die Agentur eine zentrale Position ein, wenn es um die Ausgestaltung und Steuerung des lebenslangen MIK-Lernens in Finnland geht. Bildungs- und Forschungseinrichtungen Neben der Primar- und Sekundarbildung für Kinder und Jugendliche bieten finnische Bildungseinrichtungen auch Erwachsenenbildung für alle Altersgruppen an(vgl. Ministry of Education and Culture/Finnish National Agency for Education 2025). So gibt es zum Beispiel in der gymnasialen Oberstufe neben allgemeinbildenden Gymnasien für junge Menschen auch entsprechende Schulen für erwachsene Lernende über 18 Jahren. Die Kerncurricula für die Medienund Informationskompetenz gelten somit auch für einen Teil der erwachsenen Bevölkerung Finnlands. Das finnische Hochschulsystem umfasst Universitäten und Fachhochschulen(vgl. Ministry of Education and Culture/Finnish National Agency for Education 2025). In Finnland gilt die MIK-Bildung als eine forschungsbasierte Praxis, wie das Nationale Audiovisuelle Institut festgestellt hat:„Forschung liefert Instrumente zum Verständnis von Medienkompetenz und verwandten Phänomenen sowie zu deren Weiterentwicklung“(National Audiovisual Institute 2025). Universitäten und Forschungseinrichtungen gelten daher als Schlüsselakteure in der MIK-Bildung. Die Universitäten fördern die Medien- und Informationskompetenz der Bürger:innen über die Lehrer:innenausbildung. Außerdem betreiben drei finnische Universitäten – die Universität Lappland, die Universität Tampere und die Universität Helsinki – kontinuierlich Forschung im Bereich der MIK-Bildung und bieten auch entsprechende Lehrveranstaltungen an. Die Bemühungen anderer Universitäten in diesem Punkt sind weniger umfangreich(National Audiovisual Ins6 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. titute 2025; Rasi-Heikkinen 2022). Beim Thema lebenslan ges Lernen in der Medien- und Informationskompetenz ist die Universität Lappland(Lapin Yliopisto – LY) ein wichtiger Akteur, da sie neben einer Professur für Medienpädagogik auch über einen Schwerpunkt lebenslanges Lernen in ihrem Pädagogiklehrangebot verfügt. Die LY hat in Lehre und Forschung Pionierarbeit zur Medien- und Informationskompetenz älterer Menschen geleistet(vgl. z. B. Rasi et al. 2019b) und führt zudem mehrere Forschungs- und Entwick lungsprojekte zu diesem Thema durch. Finnische Universitäten fördern die Medien- und Informationskompetenz der Bürger:innen zudem durch Studienangebote für Gasthörer:innen, die allen offenstehen, unabhängig von Bildungsgrad und Alter. Darüber hinaus bieten viele Universitäten Programme für Senior:innen an, die auch Kursangebote zur Medien- und Informationskompetenz umfassen(sogenannte U3L-Programme: Universität des 3. Lebensalters). Die Einrichtungen einer freien und umfassenden Erwachsenenbildung fördern lebenslanges Lernen durch informelle/außerschulische Bildungsangebote für alle Einwohner:innen Finnlands. Derartige Angebote finden etwa in Volkshochschulen, Erwachsenenbildungszentren, Sportzentren und bei Sommeruniversitäten statt. Im internationalen Vergleich verzeichnet diese freie Erwachsenenbildung in Finnland überdurchschnittlich hohe Teilnahmequoten. Zu den relevanten Kursangeboten in der Medien- und Informationskompetenz gehören auch Kurse zu digitalen Kompetenzen(Ministry of Education and Culture/Finnish National Agency for Education 2025). Zivilgesellschaftliche Träger Auch zivilgesellschaftliche, private Organisationen bieten Schulungen, Beratung und frei zugängliche Lernmaterialien zur Förderung der Medien- und Informationskompetenz für Menschen aller Altersgruppen an. Einige Nichtregierungsorganisationen(NGOs) konzentrieren sich auf die MIK-Bildung von Kindern und Jugendlichen und wenden sich daher primär an Fachkräfte(zum Beispiel Lehrer:innen), die mit diesen arbeiten, aber auch an Eltern. Zu diesen NGOs gehören zum Beispiel die Finnische Gesellschaft für Medienerziehung, das Medienbildungszentrum Metka, Save the Children Finland und der Mannerheim-Kinderschutzbund. Zu den NGOs, die sich für die Medien- und Informationskompetenz älterer Menschen einsetzen, gehören landesweit aktive Organisationen wie der Zentralverband für Altenwohlfahrt(Vanhustyön keskusliitto), der Finnische Rentnerverband, der Finnische Seniorenverband und die Finnische Stiftung für lebenslanges Lernen. Darüber hinaus fördern auch regionale und lokale Organisationen die Medien- und Informationskompetenz älterer Erwachsener. Da ältere Menschen zumeist nicht am formalen Bildungs- und Erwerbsleben teilnehmen, ist die Rolle zivilgesellschaftlicher Träger in diesem Bereich von großer Bedeutung. Faktencheck-Organisationen Europa- und weltweit haben Faktencheck-Organisationen die Initiative ergriffen, um Schulungen für Menschen aller Altersgruppen anzubieten oder an deren Durchführung mitzuwirken(Rasi-Heikkinen/Luksua 2023). In Finnland ist Faktabaari eine wichtige derartige Organisation, die als international anerkannter Dienst für Faktenchecks und digitale Informationskompetenz fungiert(vgl. Faktabaari o. J.). Faktabaari trägt zum lebenslangen Lernen im Bereich der Medien- und Informationskompetenz bei, indem es Lehrkräfte und Bürger:innen aller Altersgruppen anspricht und frei zugängliche Lernmaterialen zu den Themen Faktencheck und digitale Informationskompetenz veröffentlicht. Öffentliche Bibliotheken und die öffentlichrechtliche Medienanstalt YLE Finnland kann auf eine lange Tradition in der Förderung von Medien- und Informationskompetenz in Bibliotheken zurückblicken(National Audiovisual Institute 2025). Die Aufgabe öffentlicher Bibliotheken besteht darin, einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Kultur zu ermöglichen und lebenslangem Lernen sowie aktiver bürgerschaftlicher Teilhabe die Tür zu öffnen. Darüber hinaus bietet die öffentlich-rechtliche Medienanstalt Finnlands(YLE) frei zugängliche Schulungs- und Lernmaterialien zur Nutzung und kritischen Bewertung digitaler Angebote und Informationen an. Medien- und Informationskompetenz in Finnland 7 Herausforderungen und Grenzen Auch wenn Finnland in hohem Maße in die Stärkung der Resilienz seiner Bevölkerung gegen Desinformation investiert, haben politische Entscheidungsträger:innen, Forscher:innen und Expert:innen für Medien- und Informationskompetenz auf unterschiedliche Herausforderungen im Zusammenhang mit lebenslanger MIK-Bildung hingewiesen, insbesondere da, wo es um Erwachsene und ältere Menschen geht. Der Fokus auf Inklusion –„Bildung für alle“ – bringt die Kernprinzipien des finnischen Bildungssystems zum Ausdruck. Verschiedene Akteur:innen im Bereich der Medien- und Informationskompetenz in Finnland (wie etwa Kanerva/Oksanen-Särelä 2021; Ombudsman for Older People 2022; Rasi et al. 2021; Rasi-Heikkinen 2022, 2025; Renfors/Suoranta 2025; Salomaa 2023; Salomaa/Pal sa 2019) haben eine Reihe der wichtigsten Herausforderun gen identifiziert: → Der Umfang der MIK-Bildung für Erwachsene und ältere Menschen sollte erweitert werden. → Die MIK-Bildung muss inklusiver gestaltet und besser an traditionell benachteiligte Gruppen angepasst werden, wie z. B. Hochbetagte(Altersgruppe 85+), Senior:innen mit geringem Einkommen oder gesundheitlichen Einschränkungen, ältere Erwachsene in ländlichen Gebieten, Migrant:innen und ältere Sami. → Der öffentliche Sektor sollte größere Verantwortung für die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz an Erwachsene übernehmen. → Die Finanzierungsmechanismen und-möglichkeiten, die für die MIK-Bildung von Kindern und Jugendlichen bereits bestehen, sollten so erweitert werden, dass auch Ini­tiativen zur MIK-Bildung von Erwachsenen und älteren Menschen unterstützt werden können. → Die bestehenden Programme zur Förderung der Medienund Informationskompetenz von Erwachsenen und älteren Menschen sollten weiterentwickelt werden. Dies könnte beispielsweise Verbesserungen der Lehrmethoden umfassen, aber auch neue Inhalte wie etwa KI-Kompetenz, Roboterkompetenz und kritische Mediennutzung. → Es bedarf weiterer Forschung zur Medien- und Informationskompetenz und insbesondere zu ihrer Vermittlung an Erwachsene und ältere Menschen. → Die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz sollte stärker in die Lehrer:innenaus- und-weiterbildung sowie in die frühkindliche Bildung und Betreuung integriert werden. 8 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Bewährte Verfahren Zum Schluss dieses Beitrags sollen nun noch einige Beispiele der finnischen Best Practice im Bereich lebenslanges Lernen in der MIK-Bildung vorgestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf älteren Menschen und anderen benachteiligten Gruppen. Erstens haben verschiedene Akteur:innen Teamarbeit als ein bewährtes Verfahren in der finnischen Medien- und Informationsbildung identifiziert(z. B. Kanerva/OksanenSärelä 2021; Salomaa/Palsa 2019). Teamarbeit spielt bei spielsweise bei der Weiterentwicklung der finnischen nationalen Medienbildungspolitik im Rahmen einer breit angelegten, sektorübergreifenden Zusammenarbeit eine wichtige Rolle(vgl. Opetus-ja kulttuuriministeriö 2025b; Sa lomaa/Palsa 2019: 60–61), aber auch bei der Erstellung der nationalen Kerncurricula. Zweitens kann die Integration der MIK-Bildung in die finnischen Kernlehrpläne und den„Finnischen Rahmenplan für digitale Kompetenz“ als Best Practice anerkannt werden. Sie bietet eine solide und weitreichende Grundlage für die Förderung lebenslangen Lernens in der Medien- und Informationskompetenz unter den Bürger:innen Finnlands. Drittens zählt auch die Verfügbarkeit einer breiten Palette frei zugänglicher digitaler und gedruckter Ressourcen und Publikationen zur Medien- und Informationskompetenz zu den bewährten Verfahren in diesem Bereich. Die Materialien richten sich sowohl an Fachkräfte im Bereich der Medien- und Informationskompetenz – wie beispielsweise Lehrkräfte – als auch an die breite Öffentlichkeit. Beispiele hierfür sind Materialien, die vom Nationalen Audiovisuellen Institut(KAVI, https://kavi.fi/mediakasvatus/ julkaisut-ja-materiaalit/), der öffentlich-rechtlichen Medienanstalt YLE(Digitreenit – http://www.yle.fi/) und dem Faktencheck- und Informationskompetenzdienst Faktabaari (https://faktabaari.fi/edu/oppimateriaalit/) zusammengestellt und/oder produziert wurden. Weitere gute Beispiele für frei zugängliche Lernmaterialien zur Förderung von Medien- und Informationskompetenz sind die Unterlagen der Finnischen Gesellschaft für Medienpädagogik zu Desinformation, Fake News sowie kultursensibler MIK-Bildung (https://mediakasvatus.fi/materiaalit/), außerdem der Medienleitfaden für Erwachsene der Finnischen Stiftung für Lernen(https://www.mediaguide.fi/en/). Viertens dienen verschiedene Kampagnen und Initiativen als Best-Practice-Beispiele für Finnlands Bemühungen um lebenslanges Lernen im Kampf gegen Desinformation und Propaganda. Zu den besonders bemerkenswerten Beispielen zählen die jährlich vom Nationalen Audiovisuellen Institut koordinierte„Medienkompetenzwoche“(https:// mediataitoviikko.fi/in-english/) sowie der Tag beziehungsweise die Woche der älteren Menschen, die vom Zentralverband für Altenwohlfahrt organisiert und bei denen oft auch Aktivitäten zur Förderung digitaler und Medienkompetenzen angeboten werden(https://vtkl.fi/tapahtumat/ vanhustenviikko/). Ein weiteres Beispiel ist SeniorSurf, eine digitale Peer-to-Peer-Unterstützungsinitiative, die von dem gleichnamigen Wohlfahrtsverband geleitet wird(https:// seniorsurf.fi/english/). Zu den vielfältigen Aktivitäten und Ressourcen, die SeniorSurf bereitstellt, gehört auch eine Sammlung mit Open-Access-Materialien(Anleitungen, Leitfäden, Videos), die online aufgerufen werden können, um die Medien- und Informationskompetenz älterer Menschen und ihrer Betreuer:innen zu stärken(https:// seniorsurf.fi/digiopastajat/materiaalipankki/mediataidot/). Zu guter Letzt gehören, da die MIK-Bildung in Finnland auf einer forschungsbasierten Praxis beruht, auch laufende Forschungsprojekte zu den bewährten Verfahren und Best-Practice-Beispielen. Derzeit gibt es zwei große interdisziplinäre Projekte, die sich mit verschiedenen Phasen des lebenslangen Lernens befassen. Das vom Strategischen Forschungsrat der Akademie von Finnland geförderte Projekt CRITICAL untersucht Multiliteralität und Medienkompetenz bei Schüler:innen im Alter von 10 bis 17 Jahren (https://educritical.fi/en/), während das vom Finnischen Forschungsrat geförderte Projekt MediaRoboLit 65+ die Art, den Umfang und die praktische Umsetzung von Medien- und Roboterkompetenz bei Menschen ab 65 Jahren in Finnland erforscht. Dieses letztgenannte Projekt schließt die ältesten Bevölkerungsgruppen, Bewohner:innen abgelegener Gebiete, ältere Sami und Senior:innen mit Erkrankungen oder Behinderungen ein(https://research.ulapland. fi/fi/projects/yli-65-vuotiaiden-media-ja-robottilukutaidot). Medien- und Informationskompetenz in Finnland 9 Literatur European Audiovisual Observatory(2016): Mapping of Media Literacy Practices and Actions, https://rm.coe.int/ media-literacy-mapping-report-en-final-pdf/1680783500 (26.1.2026). Faktabaari(o. 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Medien- und Informationskompetenz in Finnland Der Beitrag untersucht den finnischen Ansatz, durch lebenslanges Lernen in der Medien- und Informationskompetenz dem Problem von Desinformation und Propaganda entgegenzuwirken. Ein besonderes Augenmerk gilt der Spitzenplatzierung Finnlands im Europäischen Medienkompetenzindex sowie dem politischen Rahmen, der die Medien- und Informationskompetenz überall im finnischen Bildungs- und Gesellschaftssystem fest verankert. Zu den wichtigsten Akteuren in diesem Bereich zählen Ministerien, das Nationale Audiovisuelle Institut(KAVI), diverse Organisationen der Erwachsenenbildung, Universitäten, Nichtregierungsorganisationen und Bibliotheken. Trotz einer umfassenden Zusammenarbeit dieser Institutionen besteht auch künftig die Herausforderung, Erwachsene und insbesondere ältere Menschen zu erreichen. Die Studie identifiziert inklusive Bildung, forschungsbasierte Praxis und die sektorenübergreifende Teamarbeit als jene Verfahren, die sich zur Stärkung der nationalen Resilienz in Finnland am besten bewährt haben. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie hier: ↗ fes.de