A N A LYS E Verteidigungsindustrie in Mittelosteuropa Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Zdeněk Rod 1. Einleitung Der Verteidigungssektor ist seit der Gründung der Tsche choslowakei im Jahr 1918 eine tragende Säule der Volks wirtschaft und stützt sich auf die in den tschechischen Ländern während der österreichisch-ungarischen Monar chie entwickelte industrielle Basis. Im Laufe des 20. Jahr hunderts durchlief er eine Reihe tiefgreifender Veränderun gen. Nach 1989 agierte die Industrie wieder in einem libe ral-demokratischen und marktorientierten Rahmen. Es gibt nur wenige Staaten, in denen die Entwicklung der Verteidi gungsindustrie von derartigen Turbulenzen und histori schen Überlagerungen geprägt ist(Rod 2025, S. 1–2). Heute macht die tschechische Verteidigungsindust rie etwa 1% des nationalen BIP aus und erwirtschaftet ei nen Jahresumsatz von rund 3 Milliarden. Euro, wovon etwa 2 Milliarden Euro auf Exporte in 98 Länder entfallen (Tschechische Handelskammer 2025; Novák& Kozelský 2025). Der Sektor baut auf einer langjährigen Industrietra dition auf, die dazu geführt hat, dass die Tschechische Re publik stets zu den fünf am stärksten industrialisierten Ländern in der EU gehörte(Vejskal 2025). Der Sektor ist zu mehr als 90% exportorientiert. Er umfasst etwa 400 Unter nehmen und beschäftigt direkt etwa 20 000 Menschen und indirekt weitere 50 000, für die stabile, hochqualifizierte Arbeitsplätze in einem breiten Spektrum technischer Berei che vorhanden sind(Tschechische Wirtschaftskammer 2025; Novák& Kozelský 2025). Darüber hinaus sind in der Tschechischen Republik mehr als 1000 Industrieunterneh men registriert, die Zulieferer für die Verteidigungsindustrie sind(oneindustry 2025). Seit 2022 hat der Sektor einen bemerkenswerten und weitgehend unerwarteten Aufschwung erlebt. Die Ver teidigungspolitik ist sowohl in Prag als auch in ganz Euro pa in den Vordergrund gerückt. Einige Unternehmen ha ben ihre Umsätze mehr als verdoppelt, da die steigende Nachfrage, ausgelöst durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine, und der akute Mangel – insbesondere an Muniti on – die Wettbewerbsposition der tschechischen Unter nehmen gestärkt haben(Rod 2025). Diese erhöhte Nach frage hat bemerkenswerte Spillover-Effekte für die tsche chische Wirtschaft im Allgemeinen, die sich noch immer vom Abschwung nach der COVID-19-Krise erholt und mit Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 1 dem relativen Schrumpfen des Automobilsektors zu kämp fen hat. Der ehemalige tschechische Nationale Sicher heitsberater Tomáš Pojar hat daher die Verteidigungsin dustrie als einen potenziellen strategischen Antreiber des Wirtschaftswachstums für die nächsten zwei Jahrzehnte bezeichnet, sofern eine angemessene politische Unterstüt zung gewährleistet ist. Gegenwärtig erlebt der Sektor eine Renaissance, wie sie in den letzten dreißig Jahren nicht zu beobachten war. Auch bei der Unterstützung der Ukraine hat er eine wichti ge Rolle gespielt: Drohnen, ferngesteuerte Systeme und Sturmgewehre aus tschechischer Produktion(die bald di rekt in der Ukraine hergestellt werden) sind im Einsatz, während ältere und moderne Artilleriesysteme wie DANA und DITA auf dem Schlachtfeld eingesetzt werden. Über die Ukraine hinaus sind tschechische passive Radartechno logien- einschließlich des Vera-NG-Systems- für Moldawi en vorgesehen, und zahlreiche weitere Beiträge können aufgrund ihres strategischen Charakters aus Geheimhal tungsgründen nicht genannt werden(Rod 2025, S. 1–2). Im Folgenden wird eine ausführliche qualitative Fall studie vorgestellt, die den Charakter und die wichtigsten Dimensionen der tschechischen Rüstungsindustrie be leuchten soll. Der darauffolgende Abschnitt liefert den his torischen Hintergrund zur Entwicklung des Sektors. Im drit ten Abschnitt wird die gegenwärtige Situation in der Tsche chischen Republik untersucht, wobei die wichtigsten Akteure der tschechischen Verteidigungsindustrie im Hin blick auf ihre Produktionsprofile, technologischen Fähigkei ten und Zukunftsaussichten bewertet werden. Im vierten Abschnitt werden die ausländischen Investitionen analy siert und potenzielle internationale und europäische Inter dependenzen skizziert. Der fünfte Abschnitt fokussiert auf das technologische und industrielle Potenzial, das für die laufenden europäischen Aufrüstungsbemühungen relevant ist. Der sechste Abschnitt befasst sich mit den länderspezi fischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der In dustriestruktur, der Verfügbarkeit von Arbeitskräften, Qua lifikationen und Ausbildung sowie dem breiteren politi schen und gesellschaftlichen Kontext – Faktoren, die die Entwicklung des Sektors in den kommenden Jahren wahr scheinlich prägen werden. Im letzten Abschnitt werden die Aussichten für die künftige Zusammenarbeit und Entwick lung der tschechischen Verteidigungsindustrie bewertet. 2. Geschichtlicher Hintergrund der tschechischen Rüstungsindustrie Die tschechische Rüstungsindustrie kann auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken, die ihre Wurzeln in der Industrie der österreichisch-ungarischen Monarchie des 19. Jahrhunderts hat. In dieser Zeit waren die tschechi schen Länder nicht nur das wichtigste Zentrum der Rüs tungsproduktion der Monarchie, sondern auch ihr industriel les Kernland, auf das bis zu 80% der gesamten Industrie produktion entfielen. Mit der Gründung eines unabhängigen tschechoslowakischen Staates im Jahr 1918 unter Präsident Tomáš Garrigue Masaryk übernahm die neue Republik eine beachtliche Schwer- und Maschinenbauindustrie. Die Rüs tungsproduktion war jedoch ungleichmäßig entwickelt: Ar tillerie- und Panzerproduktion von Weltrang gab es in Pilsen - mit den 1866 gegründeten Škoda-Werken- und in Ostrava, während es bei Handfeuerwaffen, Optik, Luftfahrt und Elek tronik erhebliche Defizite gab. Diese Lücken wurden rasch durch neue Unternehmen geschlossen, die Waffen sowohl für die tschechoslowakische Armee als auch für den Export produzierten(Bauman 2019; Rod 2025, S. 2; Lehečka 2024). Aufbauend auf dieser Grundlage erlebte die tsche chische Rüstungsindustrie nach dem Ersten Weltkrieg ei nen weiteren Aufschwung. Als unabhängiger Staat stieg die Tschechoslowakei in den 1930er-Jahren zu einer der führenden Industriemächte Europas auf und profitierte da bei von einer starken Tradition von qualifizierten Handwer kern und Geschäftsleuten, die sich auf den Export von Ma schinen und Industriegütern verstanden(IWF 1990). Diese breitere industrielle Kapazität erleichterte natürlich auch die Expansion des Verteidigungssektors. Die tschechische Rüstungsindustrie wurde einer der Spitzenreiter unter den weltweit führenden Rüstungsproduzenten. In den Jahren 1934 und 1935 war die Tschechoslowakei der größte Waf fenexporteur der Welt und etablierte sich damit als ein Kraftzentrum der globalen Rüstungsindustrie. Die bereits erwähnten Škoda-Werke beispielsweise entwickelten sich zu einem der größten Artillerie-, Waffen- und Munitions hersteller in Europa(Odbor komunikace MO 2025). Angesichts dieser rüstungsindustriellen Stärke wurde die Tschechoslowakei zu einem integralen Bestandteil der militärischen Ambitionen Nazi-Deutschlands, die in der Be setzung der tschechischen Länder im März 1939 gipfelten. Die nationalsozialistische Führung war sich darüber im Klaren, dass ihre strategischen Ziele ohne die Ausnutzung der Fähigkeiten der tschechischen Rüstungsindustrie nicht erreicht werden konnten. Folglich wurden in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs tschechische Waffenfabri ken- einschließlich der Škoda-Werke in Pilsen- gezielt bombardiert, um das militärische Potenzial, das den natio nalsozialistischen Kriegsanstrengungen zur Verfügung stand, zu verringern(Odbor komunikace MO 2025). Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die tschechoslowakische Rüstungsindustrie weitgehend de montiert, um dann unter sowjetischer Leitung und im Rah men eines staatlich kontrollierten Wirtschaftssystems rasch wieder aufgebaut zu werden- was letztlich zum Verlust des Wettbewerbsvorteils gegenüber den kapitalistischen Markt wirtschaften Westeuropas und der USA führte. Ab den 1950er-Jahren konzentrierte sich die Produktion in erster Li nie auf lizenzierte sowjetische Konstruktionen, wobei die Tschechoslowakei zu einem der wichtigsten Hersteller von Flugzeugen und gepanzerten Fahrzeugen des Warschauer Pakts wurde. Dennoch erzielte der Sektor überraschend große technologische Erfolge und produzierte Tausende von Flugzeugen wie die MiG-15, die Aero L-29 Delfín und das Trainingsflugzeug L-39 Albatros, aber auch Panzer (Rod 2025, S. 3). Trotz der durch die sowjetische Aufsicht auferlegten Beschränkungen bewahrte sich das Land Nischen unab hängiger Konstruktionskompetenz – insbesondere bei Kleinwaffen –, deren Qualität oft die der sowjetischen Pen Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 2 dants übertraf. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das Sturmgewehr vz. 58, das in vielen Aspekten das sowjeti sche Kalaschnikow AK-47 übertraf und in der Folge in be waffneten Konflikten auf der ganzen Welt eingesetzt wur de. Der Export war nach wie vor von entscheidender Be deutung, denn etwa 70% der Produktion waren für ausländische Märkte bestimmt und machten 7 – 8% der nationalen Ausfuhren aus. Dennoch begann der Anteil des Verteidigungssektors an der Gesamtwirtschaft ab den 1970er-Jahren zu schrumpfen, da die zivilen Industrien schneller expandierten(Rod 2025, S. 3). Im gleichen Zeitraum spielte sich ein Großteil des strategischen Ost-West-Wettbewerbs in den Entwicklungs ländern ab, die bis zu 70% der weltweiten Nachfrage nach Rüstungsgütern ausmachten. In den späten 1980er-Jahren sahen sich jedoch viele dieser Staaten mit akuten Finanz krisen konfrontiert, die ihre Fähigkeit, Waffen zu importie ren, einschränkten. Erste Anzeichen für einen Niedergang zeichneten sich bereits ab, als die tschechoslowakische In dustrie 1987 ihren Höhepunkt erreichte. In jenem Jahr er reichte die Produktion einen Rekordwert von 29 Milliarden tschechoslowakischen Kronen, was etwa 4% des BIP und fast 8% der Industrieproduktion entsprach, wobei mehr als die Hälfte für die Partner des Warschauer Pakts und etwa ein Fünftel für Entwicklungsländer bestimmt waren. Zwi schen 1984 und 1988 exportierte die Tschechoslowakei Waffen im Wert von 2,7 Milliarden Dollar(Preise von 1985) und lag damit weltweit an siebter Stelle unter den Waffen exporteuren, während die Verteidigungsausgaben 1988 mit fast 38 Milliarden tschechoslowakischen Kronen einen Höchststand erreichten(Rod 2025, S. 3). Nach der Samtenen Revolution im Jahr 1989 und dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei trat die Rüstungsindustrie in eine neue Phase ein, die durch die Wiederentstehung einer Marktwirtschaft und die Wiederherstellung einer unabhän gigen Verteidigungsplanung gekennzeichnet war. Die Auf lösung der UdSSR führte zu einer weiteren Umstrukturie rung des Sektors und zum Verlust vieler traditioneller Ex portmärkte, auch wenn noch mehrere Jahre lang umfangreiche Exporte getätigt wurden. Tschechische und slowakische Unternehmen konnten große Mengen ausge musterter Ausrüstung von den Streitkräften der ehemali gen Tschechoslowakei und von deren Nachfolgestaaten er werben und sie anschließend an Kunden in Asien und Afri ka verkaufen(Šiška 2023). Ein weiterer Schock kam mit dem Zerfall der Tsche choslowakei Ende Dezember 1992. Im Januar 1993 verlor die tschechische Rüstungsindustrie Unternehmen, die auf slowakischem Territorium ansässig waren. Allerdings waren die wichtigsten Rüstungsunternehmen seit jeher in der Tschechischen Republik konzentriert. Während der gesamten 1990er-Jahre sah sich die tschechische Rüstungsindustrie einer Herausforderung nach der anderen gegenüber. Ein Großteil dieser Turbulen zen war auf die Privatisierung der Rüstungsunternehmen zurückzuführen, die sich während der kommunistischen Ära in Staatsbesitz befunden hatten, sowie auf die erhebli che Unterentwicklung und die unzureichenden Forschungs kapazitäten in diesem Sektor. Darüber hinaus waren die tschechischen Hersteller nach der Privatisierung plötzlich einem intensiven Wettbewerb aus Westeuropa und den USA ausgesetzt(Šiška 2023). Die zweite Hälfte der 1990er-Jahre war geprägt von den Vorbereitungen auf den NATO-Beitritt in Mitteleuro pa – in der Tschechischen Republik, in Ungarn und in Po len –, die zusammen mit dem Wechsel der politischen Füh rung der Transformation der Verteidigungsindustrie neuen Schwung verliehen. Dieser Prozess wurde als Umstrukturie rung, Modernisierung und Integration der vorhandenen Ka pazitäten verstanden. Obwohl die industrielle Basis der eu ropäischen Verteidigungsindustrie in diesem Zeitraum ins gesamt schrumpfte, wurden gleichzeitig moderne Kapazitäten konsolidiert, die einen wesentlichen Teil des Bedarfs der Streitkräfte decken können(Valouch 2005, S. 114). Die 1990er-Jahre waren also eine turbulente Zeit des Übergangs, die von Unsicherheit und institutionellen Expe rimenten geprägt war. Seitdem haben sich jedoch mehrere Unternehmen zu führenden Akteuren des Sektors entwi ckelt, vor allem die COLT CZ Group und die Czechoslovak Group, von denen Letztere umfangreiche internationale Ak tivitäten entwickelt und sich als einflussreicher Akteur auf dem globalen Verteidigungsmarkt etabliert hat(Rod 2025, S. 3). 3. Die tschechische Rüstungsindustrie von heute 3.1. Die führenden tschechischen Unternehmen der Rüstungsindustrie Nachdem die historischen Grundlagen der tschechischen Verteidigungsindustrie skizziert wurden, ist es nun ange bracht, sich der Gegenwart zuzuwenden und die heutige Rüstungsindustrie-Landschaft durch eine nähere Bewer tung der führenden Unternehmen des Sektors zu untersu chen. Aktuell sind in der Tschechischen Republik mehr als 1000 Industrieunternehmen registriert, die zur Verteidi gungsindustrie gezählt werden. Allein im Verband der Ver teidigungs- und Sicherheitsindustrie der Tschechischen Re publik(AOBP) sind über 200 Unternehmen der Verteidi gungsindustrie formell registriert(oneindustry 2025). Angesichts der Vielfalt der Unternehmen, die direkt oder indirekt in der tschechischen Verteidigungsindustrie invol viert sind, ist es schwierig, genaue Zahlen über die Gesamt zahl der beteiligten Unternehmen zu ermitteln. Trotz der großen Vielfalt der tschechischen Indust rieunternehmen, die zum tschechischen Verteidigungssek tor beitragen, ist es möglich, die führenden Akteure der Branche zu ermitteln und zu bewerten. In der folgenden ↗ Tabelle 1 auf Seite 4 sind zehn der bedeutendsten tschechischen Rüstungsunternehmen aufgelistet, geordnet nach ihren jüngsten nachvollziehbaren Daten(Umsatz, Ge winn, geschätzte Bewertung, Anzahl der Beschäftigten und Eigentumsverhältnisse). Die Tabelle gibt auch Aufschluss über die Produktionsschwerpunkte der einzelnen Unterneh men. Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 3 Top 10 der führenden Unternehmen der Verteidigungsindustrie 1 Tabelle 1 Firma Czechoslovak Group(CSG) Colt CZ Group STV Group Aero Vodochody Omnipol L.P.P. Holding MPI Group SVOS Zeveta Bojko vice Synthesia 4 Umsatz 2022 (Mrd. CZK) 25,0 14,6 8,4 4,0 1,0 0,577 0,25 0,216 0,129 4,7 Gewinn 2022 (Mrd. CZK) Geschätzter Wert (Mrd. CZK) 5,6 256 2,3 44 2,2 83 0,19 k.A. n.a. 55 0,082 k.A. 0,124 k.A. k.A. k.A. 0.16 k.A. k.A. k.A. Beschäftigte in CZ und im Ausland Eigentumsverhältnisse Anzahl der Tochtergesellschaften Exportziele Produktionsschwerpunkte 14000+ Privat(CZ) 3900 Privat(CZ) 700+ 2 Privat(CZ) 1300+ Privat 3 (HUN 80%, CZ 20%) 4000+ Privat(CZ) n.a. Privat(CZ) n.a. Privat(CZ) 150 Privat(CZ) 526 Privat(CZ) 1300 Privat(CZ) 100+ 8 10 n.a. 4 11 3 k.A. 3 k.A. 70+ 90+ 2/3 der Pro duktion für NATO-Mit gliedsstaaten 6 60+ k.A. k.A. 60+ k.A. 60+ Munition, Landfahr zeuge, Tatra-Lkw, Radarsysteme, Luftund Raumfahrt (durch Übernahmen) Feuerwaffen(Pisto len, Gewehre), ballis tischer Schutz, US Colt- und Colt Cana da-Produkte Munition(einschl. Großkaliber), Artille riegranaten, Panzerund Artillerieausrüs tung Militärische Trai ningsflugzeuge (L-39NG), Wartung und Aufrüstung von Luft- und Raumfahr zeugen Herstellung von Flug zeugen(Aero Vodo chody, Aircraft Indus tries), passive Radar systeme(ERA) Radarsysteme, Luftund Raumfahrttech nologien, leichte Mili tärfahrzeuge(Supa cat-Partnerschaft) Mittelkaliberwaffen und-munition(über ZVI), Waffenexporte Entwicklung und Pro duktion von gepan zerten Fahrzeugen Munition einschl. Handgranaten Nitrocellulose in mili tär. Qualität für Sprengstoffe Die Daten in Tabelle 1 basieren auf: Pšenička(2023); Rod(2025); Jahn(2025); Richter(2025); CSG(2025); Colt CZ Group SE(2025); COLTCZGROUP(2025); STV GROUP(2023); redakce(2023); AERO Vodochody(2022); aero(2024); Omnipol(2025); LPP Holding(2025); MPI(2025); Forbes(2025); SVOS(2025); Zeveta(2025); Synthesia(2025a); Synthe sia(2025b). 1 Die Firma Sellier& Bellot ist nicht berücksichtigt, da sie 2023 von der COLT CZ Gruppe aufgekauft wurde(ČTK, 2023). 2 Die STV-Gruppe kündigte an, die Zahl der Mitarbeiter aufgrund der steigenden Nachfrage verdoppeln zu wollen(Aktuálně.cz, 2025). 3 Jahr 2021 wurde Aero Vodochody von dem ungarischen Unternehmen HSC Aerojet Zrt aufgekauft(militär aktuell, 2021); die tschechische Omnipol hält einen Anteil von 20% an dem Unternehmen(Ehl, 2025). 4 Europäischer Marktführer bei der Herstellung von Nitrocellulose(Anm. des Autors) Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 4 Tabelle 1 bietet damit den umfassendsten nachvoll ziehbaren Datensatz über die führenden Rüstungsunter nehmen der Tschechischen Republik. Daraus geht hervor, dass drei Unternehmen – die Czechoslovak Group(CSG), die Colt CZ Group und die STV Group – die wichtigsten Ak teure im Verteidigungssektor sind, von denen jedes einen bedeutenden internationalen Einfluss ausübt. Angesichts ihres strategischen und industriellen Gewichts ist es ange bracht, sie kurz näher zu betrachten. Erstens baute Michal Strnad, Eigentümer der CSG, auf einem Familienunternehmen auf, das von seinem Vater Jaroslav gegründet wurde, der in den 1990er-Jahren mit Ex calibur Army, dem Vorläufer der CSG, durch den Handel mit ausgemusterten militärischen Ausrüstungen bereits früh Gewinne erzielte. Zu den wichtigsten Meilensteinen der Expansion gehörten der Erwerb eines ehemaligen mili tärischen Reparaturkomplexes in Přelouč(2005), die Kont rolle über den Bremssystemhersteller DAKO-CZ(2010) und eine Mehrheitsbeteiligung an Tatra Trucks(2013) sowie die Pflege politischer Netzwerke um den damaligen Staatsprä sidenten Milos Zeman.. Ausgehend von einem Umsatz von rund 1 Milliarde tschechischen Kronen(CZK) im Jahr 2012 expandierte die CSG durch Übernahmen und staatliche Aufträge rasch zum tschechischen Marktführer im Bereich Verteidigung, wobei die Dynamik durch den Krieg in der Ukraine noch beschleunigt wurde. Im Jahr 2022 verzeichne te die Gruppe einen Rekordumsatz von rund 25 Milliarden CZK – fast doppelt so viel wie im Jahr 2021(14,4 Milliarden CZK) – und ein EBITDA von 5,6 Milliarden CZK, ebenfalls fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Das anhaltende Wachs tum im Jahr 2023 wurde wesentlich durch die vorherige Übernahme des italienischen Munitionsherstellers Fiocchi und seiner Tochtergesellschaften beeinflusst(Pšenička 2023, Rod 2025). Zweitens übernahm der Mehrheitsaktionär der Colt CZ Group, Michal Holeček, im Jahr 2014 die Kontrolle über die auf Schusswaffen spezialisierte Gruppe, die ursprüng lich um Česká zbrojovka Uherský Brod herum strukturiert war. Bereits vorher hatte er mit dem früheren Eigentümer Rudolf Ovčaří zusammengearbeitet, den er aus Privatisie rungen wichtiger Industriebetriebe kannte. Der heutige Name der Gruppe geht auf die Übernahme des traditions reichen US-Herstellers Colt und seiner Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten und Kanada, einschließlich Colt Canada, im Jahr 2021 zurück. Holeček ist weiterhin indirekt mit der derzeitigen politischen Führung Tschechiens und den Beraterkreisen um Staatspräsident Pavel vernetzt, un ter anderem über seine gemeinnützige Stiftung, deren Vor stand der Präsidentenberater Petr Kolář vorsitzt und der wichtige Entscheidungsträger aus dem Sicherheitssektor angehören. Im Jahr 2022 meldete die Colt CZ Group einen vorläufigen Rekordumsatz von 14,6 Milliarden CZK, was ei nem Anstieg von 36,5% gegenüber dem Vorjahr entspricht, während der Nettogewinn rund 2,3 Mrd. CZK erreichte – fast das Doppelte des Ergebnisses von 2021. Das Unterneh men erklärte, dass der Krieg in der Ukraine keinen wesent lichen Einfluss auf seine Finanzergebnisse hatte. Dennoch wurden von Česká zbrojovka, Colt und Colt Canada herge stellte Gefechtsfeldsysteme für den operativen Einsatz ge liefert, ebenso wie ballistische Schutzsysteme(Westen und Helme), die über die Tochtergesellschaft 4M Systems gelie fert wurden. Die Tochtergesellschaft hat gesondert bestä tigt, dass sie ballistische Schutzausrüstung geliefert hat (Pšenička 2023, Rod 2025). Drittens leitet der Eigentümer der STV Group, Jaros lav Drda, den derzeit einzigen und strategisch wichtigsten Hersteller von großkalibriger Munition in der Tschechi schen Republik, einschließlich des einzigen Industriestand orts des Landes für schwere Munition. STV entstand Mitte der 1990er-Jahre, als sein Vater Václav STV Praha gründete und sich zunächst auf den Handel mit überschüssigem Mi litärmaterial konzentrierte, bevor er umfangreiche Muniti onsdepots in Nord- und Mittelböhmen erwarb. Seit 2015 ist Drda über die STV Eigentümerin der Maschinenfabrik in Polička. Im Jahr 2022 meldete die Gruppe nach einer ein maligen„Entleerung der Lagerbestände“ einen unkonsoli dierten Rekordumsatz von 8,4 Milliarden CZK und einen Gewinn vor Steuern von 2,2 Milliarden CZK, ein Wert, der fast viermal höher ist als 2021. Das Unternehmen bestätig te ausdrücklich umfangreiche Lieferungen an die Ukraine, darunter Artillerie- und Panzermunition sowie gepanzerte Gefechtsfeldsysteme und andere schwere Plattformen im Einsatzgebiet(Pšenička 2023, Rod 2025). Aero Vodochody schließlich, der größte Flugzeug hersteller der Tschechischen Republik, hat seit 2022 in aller Stille einen bedeutenden Eigentümerwechsel vollzogen: Während 20 % im Besitz des tschechischen Rüstungskon zerns Omnipol verbleiben, werden die restlichen 80% über eine komplexe Struktur von ungarischen Investoren kont rolliert, in deren Mittelpunkt die Magyar Aerojet Invest ment Asset Management steht. Nachdem der frühere Ei gentümer Kristóf Szalay-Bobrovniczky seine Anteile ver kauft hatte, als er ungarischer Verteidigungsminister geworden war, wurden die Eigentumsverhältnisse unter Persönlichkeiten neu geordnet, die der ungarischen Politikund Wirtschaftselite nahestehen. Dazu zählen der MOLCEO Zsolt Hernádi, der slowakisch-ungarische Milliardär Oszkár Világi und vor allem Árpád Habony, Viktor Orbáns einflussreicher, aber inoffizieller politischer Stratege, der etwa 27 % der Anteile hält. Die Umstrukturierung, die zum Teil über Stiftungen abgewickelt wurde, spiegelt die typi schen Strategien der Orbán-Ära zur Sicherung von Vermö genswerten wider und verankert Aero – Hersteller des Trai ningsflugzeugs L-39 Skyfox und Lieferant des ungarischen und tschechischen Militärs – im Machtnetzwerk der ungari schen Regierung. Das Unternehmen macht aber weiterhin Verluste und wartet auf neue Großaufträge(Ehl 2025). 3.2. Sektoren der tschechischen Rüstungsindustrie und Exporte Nachdem wir uns einen Überblick über die wichtigsten Ak teure der tschechischen Rüstungsindustrie verschafft ha ben, müssen wir nun die Struktur der tschechischen Rüs tungsproduktion unter dem Blickwinkel der Exportorientie rung untersuchen. Die tschechische Rüstungsindustrie stellt eine breite und vielfältige Palette von Rüstungsgütern in mehreren Industriesegmenten her. Zu den Schlüsselsekto Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 5 ren gehören: Munition und Ausgangsmaterialien für Spreng stoffe, Produktionsausrüstung und Halbfertigprodukte, Handfeuerwaffen, Landsysteme(einschließlich gepanzerter Fahrzeuge, Panzer und Infanterieplattformen), Flugzeug technologien und elektrotechnische Systeme(wie Radar, Kommunikationsanlagen und zugehörige Komponenten) (Rod 2025, S. 4). Darüber hinaus bieten die meisten tsche chischen Rüstungsunternehmen auch verteidigungsorien tierte Dienstleistungen an, einschließlich Wartung und Re paratur. Ein typischer Vertreter dieses Geschäftsmodells ist die MPI Group, die sich auf Innovations-, Reparatur- und Wiederaufbauprogramme spezialisiert hat Bei der Untersuchung der Struktur der tschechischen Rüstungsexporte auf der Grundlage der neuesten verfügba ren Daten aus dem Jahr 2022 zeigt ↗ Tabelle 2 auf Seite 7 eine prozentuale Aufschlüsselung der wichtigsten Ex portkategorien, die den Anteil der einzelnen Sektoren an den gesamten tschechischen Rüstungsexporten veran schaulicht. Die Daten zeigen, dass die tschechischen Rüs tungsexporte vor allem von Munition und Substanzen für Sprengstoffe sowie von Landsystemen dominiert werden. Betrachtet man die in ↗ Tabelle 3 auf Seite 7 dargestellten Exportziele, so wird deutlich, dass Europa – sowohl EU- als auch Nicht-EU-Staaten – der dominierende Markt für tschechische Rüstungsexporte ist. Weitere Ex portströme gehen nach Asien, Afrika und in den Nahen Os ten, nach Nord- und Südamerika sowie nach Australien und Ozeanien. Betrachtet man darüber hinaus die Länder, die ge messen am Umsatz die wichtigsten Exportziele darstellen, so zeigt sich, dass die höchsten Einnahmen in den USA, In dien und Polen erzielt werden. ↗ Tabelle 4 auf Seite 7 gibt einen Überblick über die wichtigsten Exportmärkte der tschechischen Rüstungshersteller nach Umsatz. Die zuverlässigsten öffentlich verfügbaren Daten stammen aus dem Jahr 2022. Angesichts des anschließen den Anstiegs der Ausfuhren in die Ukraine ist es wahr scheinlich, dass die Ukraine nun eine bedeutendere Positi on in der Rangliste einnimmt. Seit dem Einmarsch Russ lands haben die tschechischen Rüstungsexporte in die Ukraine erheblich zugenommen, doch machen sie nach wie vor nur einen begrenzten und oft verschwiegenen Teil der breiteren Expansion der tschechischen Rüstungsindustrie aus. Im Jahr 2023 verdoppelten sich die gesamten tschechi schen Waffenexporte im Vergleich zum Vorjahr auf einen Rekordwert von 60 Milliarden CZK, was vor allem auf den Krieg in der Ukraine und die Aufstockung der nach Kiew gelieferten Bestände durch europäische Staaten zurückzu führen ist. Direkte Exporte in die Ukraine werden häufig als geringfügig eingestuft oder beschrieben. Für die großen Unternehmen wie Czechoslovak Group, Colt CZ Group, STV Group und Omnipol ist die Ukraine ein wichtiges Ex portziel, sie betonen jedoch, dass die meisten Exporte in NATO-Länder und andere globale Märkte gehen und ukrai nische Aufträge nur einen geringen Prozentsatz ausma chen, oder sie bleiben aus Sicherheitsgründen vertraulich. Über direkte Lieferungen hinaus sind tschechische Unter nehmen zunehmend an Technologietransfers und industri eller Zusammenarbeit in der Ukraine beteiligt, einschließ lich der Herstellung von Munition und der Montage von Gewehren, was eine Verlagerung hin zu einem längerfristi gen strategischen Engagement signalisiert(Němec 2024). Betrachtet man die potenziellen Abhängigkeiten im Hinblick auf Exportmuster und Unternehmensstrukturen, so zeigen die Tabellen 2, 3 und 4, dass der Sektor – ange sichts der breit aufgestellten tschechischen Verteidigungs industrie – ein relativ hohes Maß an Widerstandsfähigkeit aufweist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die tschechische Rüstungsproduktion nicht auf nur eine oder zwei dominierende Kategorien der Rüstungsindustrie oder von Exportzielen konzentriert. 4. Investitionen und nationale/europäische Projekte Die tschechische Verteidigungsindustrie ist nach wie vor weitgehend selbstständig und stützt ihre Entwicklung vor allem auf die Exporttätigkeit und die enge Zusammenar beit mit dem tschechischen Staat. Im Jahr 2024 sicherten sich tschechische Unternehmen über 90% der öffentlichen Beschaffungsaufträge im Verteidigungsbereich, die jedoch weniger als 25% des gesamten Auftragswerts ausmachten, da die tschechische Industrie an den teuersten Beschaf fungsprogrammen – wie den F-35-Kampfflugzeugen und den H-1-Hubschraubersystemen –in erster Linie in nichtstrategischen Bereichen oder nur zu geringen Anteilen be teiligt ist(EY 2024, S. 6). Dieses Ungleichgewicht behindert den Ausbau der heimischen Industriekapazitäten und unterstreicht die Not wendigkeit einer stärkeren tschechischen Beteiligung an strategischen, hochwertigen Verteidigungsprogrammen, die idealerweise bereits in der Forschungs- und Entwicklungs phase beginnt. Gleichzeitig ist die verteidigungsindustrielle Strategie der Tschechischen Republik nach wie vor unzurei chend definiert, was zu anhaltenden Koordinierungsmän geln zwischen staatlichen Akteuren und Herstellern führt. Dies unterstreicht, dass die langfristige Entwicklung von Fähigkeiten von vertieften, technologieorientierten strategi schen Partnerschaften abhängt – insbesondere von sol chen, die auf Technologietransfer und lokalisierter Produk tion aufbauen(EY 2024, S. 6). Um an zusätzliches Kapital zur Unterstützung der zukünftigen Entwicklung zu gelangen, sind die drei führen den Unternehmen des Sektors – CSG, Colt CZ Group und STV Group – an der Prager Börse notiert. Diese strategi sche Entscheidung soll private Investitionen anziehen und die technologische und industrielle Entwicklung beschleu nigen, wobei sowohl inländische als auch ausländische In vestoren Unternehmensanteile erwerben können. Ein weiterer Weg für die Entwicklung der tschechi schen Rüstungsindustrie liegt eröffnet sich im Bankensek tor. In vielen Fällen sind die Banken jedoch nach wie vor zurückhaltend, wenn es um die Vergabe von Krediten an Rüstungshersteller geht. Während einige Institute, die den Sektor früher gemieden haben, inzwischen finanzielle Un terstützung gewähren, betrachten andere die Rüstungsin dustrie weiterhin als ungeeignete oder unerwünschte Inves titionskategorie – ein Ansatz, der von führenden Vertretern Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 6 Struktur der tschechischen Tabelle 2 Rüstungsexporte nach Sektoren 2024 Sektor Munition und Materialien für Explosivstoffe Fahrzeuge Luftfahrzeugtechnologien Elektrotechnische Systeme Produktionsanlagen und Halbfabrikate Kleinwaffen Die Daten in Tabelle 2 basieren auf AOBP(2024). Anteil in% 44 22 18 9 4 4 Exporte von Rüstungsgütern und Dual-Use-Gütern (zivil und militärisch nutzbar) nach Regionen 2024 Exportziel Andere europäische Länder Europäische Union Südostasien Naher Osten Sonstige Afrika südlich der Sahara Die Daten in Tabelle 3 basieren au AOBP(2024). Tabelle 3 Anteil in% 54 32 6 4 3 1 der Branche als ungerechtfertigte Diskriminierung kritisiert wird. Die Europäische Investitionsbank hält an einem for mellen Verbot der Finanzierung von Waffensystemen, Sprengstoffen und ausschließlich militärischen Technolo gien fest und beschränkt ihre Unterstützung in erster Linie auf Dual-Use-Projekte. Es wird weithin davon ausgegan gen, dass diese politische Haltung aus dem Bestreben re sultiert, ihr AAA-Credit Rating zu sichern und die Risiken für ihr AAA-Rating zu mindern. Vertretern des Sektors zu folge betrachtet die Bank reine Engagements in der Vertei digungsindustrie als potenzielle Bedrohung für ihr AAA-Ra ting. Parallel dazu weigern sich mehrere tschechische Ge schäftsbanken nach wie vor, selbst grundlegende Finanzdienstleistungen zu erbringen, wie die Eröffnung etwa gewöhnlicher Geschäftskonten für Rüstungsunterneh men(Žižka 2025; Rod im Interview mit Gomez, 2025). Tschechische Rüstungsunternehmen können auch versuchen, zusätzliches Entwicklungskapital durch Pro gramme zu generieren, die aus dem Europäischen Verteidi gungsfonds(EDF) finanziert werden. Laut Kristýna Helm, der Vizepräsidentin des Verbands der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie der Tschechischen Republik AOBP, ist der Zugang zu Forschungs- und Entwicklungsgeldern(F&E) der europäischen Verteidigungsprogramme jedoch nach wie vor außerordentlich schwierig, vor allem aufgrund des hohen Verwaltungsaufwands und der strukturellen Gestal tung der europäischen Finanzierungsmechanismen. Pro gramme wie der EDF erfordern die Bildung multinationaler Konsortien mit Partnern aus mindestens drei Ländern, die häufig 13 bis 15 industrielle oder institutionelle Teilnehmer umfassen. Eine solche Größenordnung erfordert die ge meinsame Nutzung sensibler technischer Daten in einem großen Partnerschaftsnetzwerk, was anhaltende strategi sche Bedenken hinsichtlich des Diebstahls geistigen Eigen tums, des Abflusses von Technologien und der Erosion von Wettbewerbsvorteilen aufwirft. Die 10 wichtigsten Exportländer der tschechischen Rüstungsindustrie nach Umsatz 2022 Tabelle 4 Land USA Indien Polen Marokko Israel Slowakei Italien Ukraine Bulgarien Ghana Anteil in% 8,8 7,1 5,2 4,8 4,1 4,1 3,9 3,6 3,1 3,1 Die Daten in Tabelle 4 basieren auf Česká spořitelna(2023). Umsatz 2022(Mrd. CZK) 1,33 1,08 0,79 0,73 0,63 0,62 0,58 0,54 0,47 0,47 Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 7 Obwohl alle teilnehmenden Staaten mit ähnlichen Schwachstellen konfrontiert sind, werden französische und deutsche Unternehmen vergleichsweise bevorzugt auf grund ihrer umfassenderen institutionellen Erfahrung und ihrer stärkeren Vertretung in den EU-Gremien, die es ihnen ermöglichen, die Festlegung strategischer Prioritäten in früheren Phasen der Programmentwicklung zu beeinflus sen(Helm nach Francová, 2025). Auch wenn die Möglichkeiten für tschechische Un ternehmen in diesem Rahmen vergleichsweise begrenzt sind(Helm nach Francová 2025; siehe auch Ehl 2024), kön nen Unternehmen, die bereit sind, sich auf einen echten Wettbewerb einzulassen, dennoch bedeutende Erfolge er zielen. Auf europäischer Ebene zeichnet sich die tschechi sche Verteidigungsindustrie nach wie vor durch eine für ei nen mittelgroßen Staat große Breite und Vielfalt ihrer Pro duktionskapazitäten aus. Dazu gehören Industriekapazitäten für kleinkalibrige und großkalibrige Munition, mehrere Kategorien von Kampffahrzeugen, die Herstellung von Luft- und Raumfahrzeugen und ein Stand bein in neuen Sicherheitsbereichen wie KI, autonome Sys teme und chemische, biologische, radiologische und CyberVerteidigungstechnologien – zusammen mit Fähigkeiten, die für Cyber- und ISR-nahe Architekturen(ISR: Intelligence, Surveillance, Reconnaisance – Nachrichtendienste, Überwa chung, Aufklärung) relevant sind. Trotz struktureller Ein schränkungen behält der Sektor seine strategische Bedeu tung im Rahmen der europäischen Aufrüstungspläne bei (Helm nach Francová 2025). Nicht zuletzt hat CzechInvest in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Verteidigungsministerium die Initiative DEFENCE HUB als nationale Antwort auf das DIANA-Pro gramm der NATO ins Leben gerufen, um eine zentrale Platt form zu schaffen, die dem Informationsaustausch sowie der Beschleunigung und Stärkung von Innovationen in den Be reichen Verteidigung und Dual-Use dienen soll. Der Hub dient als zentrale Anlaufstelle, die systematisch nationale und europäische Fördermöglichkeiten – einschließlich DIA NA, des NATO-Innovationsfonds und des Europäischen Ver teidigungsfonds – abbildet und fördert und gleichzeitig strukturierte Verbindungen zwischen Start-ups, etablierten Rüstungsproduzenten und öffentlichen Einrichtungen her stellt. Eine seiner Hauptaufgaben besteht darin, innovative Unternehmen mit hohem Potenzial zu ermitteln und sie durch die Komplexität der Bildung multinationaler FuE-Kon sortien sowie der DIANA-Anträge zu leiten, wobei er in Zu kunft voraussichtlich die Rolle des nationalen DIANA-Tsche chien-Beschleunigers als Teil des umfassenderen Innovati onsnetzwerks der NATO übernehmen wird. Der Hub bietet Expertenberatungen an, beruft Industrieveranstaltungen ein, erleichtert die Vermittlung internationaler Partner und unterstützt die Inkubation von Technologien im Frühstadi um. Dies alles zielt auf die Erweiterung strategischer Vertei digungs- und Dual-Use-Fähigkeiten ab(CzechInvest 2025a). Schließlich hat die tschechische Regierung einen neuen nationalen Unterstützungsmechanismus eingeführt, der einheimischen Rüstungsunternehmen helfen soll, Fi nanzmittel für den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten im Land zu sichern. Die staatliche Exportversicherungsagentur EGAP wird Investitionen tschechischer Rüstungshersteller versichern – was in der Branche weithin als entscheidende Voraussetzung für die Kreditvergabe durch Geschäftsban ken angesehen wird – und dabei Kapitalreserven nutzen, die ursprünglich im Rahmen des Programms Covid Plus vorgesehen waren. Mit 500 Millionen CZK ist die EGAP in der Lage, Kredite bis zu einem Gesamtwert von 5 Millliar den CZK zu versichern und damit potenzielle Kreditlinien in Höhe von 5 Milliarden CZK freizusetzen. Die von der tschechischen Regierung formell genehmigte Initiative zielt darauf ab, die nationale Verteidigungsbereitschaft zu stär ken, die Wettbewerbsfähigkeit der tschechischen Industrie zu verbessern und die seit Langem bestehenden Abhängig keiten von ausländischen Lieferketten zu verringern. Die Minister der Regierung wiesen darauf hin, dass tschechi sche Rüstungsunternehmen beim Zugang zu grundlegen den Bankdienstleistungen mit anhaltenden und strukturel len Hindernissen konfrontiert sind und dass das neue EGAP-Versicherungsprogramm zusätzlich die Unterstüt zung von Forschungs-, Entwicklungs- und Betriebsausga ben für exportorientierte Rüstungshersteller umfassen wird. EGAP verfügt über beträchtliche institutionelle Erfahrung bei der Absicherung von Exporten im Verteidigungsbereich, einschließlich Plattformen wie das Flugzeug L-39NG von Aero Vodochody und tschechische Radartechnologien. Es wird erwartet, dass die Agentur nun einen stärkeren strate gischen Schwerpunkt auf die Förderung der heimischen Rüstungsindustrie legen wird. Im Jahr 2023 versicherte die EGAP tschechische Exporte im Wert von über 41 Milliarden CZK und trug damit zu einem kumulierten Portfolio von mehr als 1,1 Billionen CZK bei, das seit ihrer Gründung im Jahr 1992 abgesichert wurde. Die Verlagerung auf die Absi cherung von Industrieinvestitionen ist ein Zeichen für die umfassenderen nationalen Bemühungen um den Ausbau der einheimischen Rüstungskapazitäten, die Aufrechterhal tung der Beschäftigung in der verteidigungsindustriellen Basis und die Beschleunigung der tschechischen Beiträge zu den mit der NATO verbundenen strategischen Produkti onsnetzwerken(MFCR 2025). 5. Technologisches und industrielles Potenzial Die tschechische Verteidigungsindustrie verfügt zweifellos über ein beträchtliches technologisches und industrielles Potenzial, was sowohl die Komplexität des Sektors und sei nes Produktportfolios als auch die historisch belegte Tatsa che widerspiegelt, dass viele global transformative Innova tionen ihren Ursprung im Ökosystem der Rüstungsfor schung haben(zum Beispiel Technologien wie GPS usw.). Die tschechische Industrie gilt als ungewöhnlich diversifi ziert für ein mittelgroßes Land und weist Stärken in den Bereichen kleinkalibrige und großkalibrige Munition, Luftund Raumfahrt, autonome Systeme, KI sowie Verteidigung gegen chemische und biologische auf. Diese Breite schafft beträchtliche Möglichkeiten für inländische Zulieferer und sichert eine dauerhafte Grundlage für eine künftige Steige rung des Exports(CzechInvest 2025b). Tschechische Innovationen in den Bereichen Vertei digung und Dual-Use profitieren außerdem von der stark Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 8 institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen Universitä ten, Forschungszentren und Rüstungsherstellern. Diese Ko operationsdichte wird durch die ungewöhnlich hohe Kon zentration von spezialisierten, vergleichsweise hochwerti gen technischen Universitäten verstärkt, was eine nachhaltige gemeinsame FuE-Tätigkeit und den Transfer von technischem Wissen an die Industrie ermöglicht. Ver treter des Sektors weisen jedoch darauf hin, dass sinnvolle Innovationen im Verteidigungsbereich von iterativen Rück kopplungsschleifen abhängen, die am besten entweder durch den Einsatz auf realen Schlachtfeldern – wie derzeit in der Ukraine, wo die Kampfbedingungen die raschen Fortschritte bei unbemannten Systemen beschleunigt ha ben – oder durch strukturierte Endnutzertests, die idealer weise von den nationalen Streit- oder Sicherheitskräften durchgeführt werden, auch außerhalb aktiver Konfliktsitua tionen geschaffen werden. Innovation ist somit ein iterati ver, experimenteller Zyklus, der durch operative Validierung vorangetrieben wird, wobei die Wirksamkeit oft erst unter Kampfbedingungen endgültig nachgewiesen wird. Syste matische Endnutzertests und aus Kampfeinsätzen gewon nene Erkenntnisse werden daher als unverzichtbar für eine nachhaltige technologische Weiterentwicklung angesehen (Kristýna Helm laut BusinessInfo.cz 2025). In der tschechischen Politik und Industrie werden die Verteidigungskapazitäten zunehmend nicht nur als Instru mente der nationalen Sicherheit, sondern auch als Quelle langfristiger wirtschaftlicher Vorteile betrachtet. Der Sektor wird weithin als fähig eingeschätzt, die Beschäftigung auf rechtzuerhalten, die nationale technische und industrielle Leistungsfähigkeit zu verbessern und sich zu einem strate gischen Motor des künftigen Wirtschaftswachstums zu ent wickeln, was stärkere Partnerschaften im Bereich des Tech nologietransfers, eine größere Klarheit hinsichtlich der na tionalen Prioritäten der Verteidigungsindustrie, schlankere Verwaltungsprozesse und eine tiefere Integration in inter nationale Lieferketten voraussetzt(CzechInvest 2025b). Tschechische Experten sind allgemein der Ansicht, dass jede Krone, die der Staat für Einkäufe in der tschechischen Verteidigungsindustrie ausgibt, der tschechischen Wirt schaft mehrfachen Nutzen bringt(Tschechische Wirt schaftskammer 2025). 6. Länderspezifische Herausforderungen Die tschechischen Hersteller von Verteidigungsgütern profi tieren von einer seit Langem bestehenden industriellen Ba sis, doch wird allgemein anerkannt, dass es in der Tschechi schen Republik an einem ausreichend großen Pool hoch qualifizierter technischer Arbeitskräfte fehlt, die an berufsbildenden technischen Hochschulen oder Universitä ten ausgebildet werden. Laut Dr. Kristýna Helm deuten die Prognosen zwar auf einen künftigen Arbeitskräftemangel hin, aber der Sektor sieht sich noch nicht mit einer systemi schen Arbeitskräftekrise konfrontiert. Allerdings sind in hochspezialisierten Berufen, insbesondere bei Konstrukteu ren und Sprengstoffexperten, bereits Lücken zu erkennen, da die akademischen Ausbildungsplätze limitiert sind und ein Großteil des vorhandenen Fachwissens bei Mitarbeitern liegt, die kurz vor dem Renteneintritt stehen. Die Verteidi gungsindustrie gilt daher als generationengebundener und kulturell konservativer als die sich schnell entwickelnden zi vilen Technologiesektoren. Führende Vertreter der Industrie betonen, dass Entscheidungen über Partnerschaften nicht nur von kommerzieller Logik, sondern auch von Sicherheits erwägungen geprägt sind, da die Zusammenarbeit die Wei tergabe von hochsensiblem Wissen auf Systemebene erfor dert, was Vertrauen und langfristige Zuverlässigkeit zu zen tralen Faktoren für die Entwicklung von Arbeitskräften und Unternehmen macht(Kristýna Helm nach Francová 2025). Auf politischer Ebene haben die tschechischen Regie rungen den Verteidigungssektor seit jeher unterstützt, eine Haltung, die logischerweise durch den anhaltenden Beitrag des Sektors zum nationalen BIP untermauert wird. Die tschechischen politischen Eliten bezeichnen die Rüstungs industrie routinemäßig als grundlegenden Bestandteil der nationalen Industrie, und die aufeinander folgenden Regie rungen haben die Rolle des Sektors als einen der wichtigs ten strategischen Motoren der tschechischen Wirtschafts leistung aktiv unterstützt. Was den sozialen Kontext betrifft, wird der Verteidigungssektor von der tschechischen Gesell schaft im Allgemeinen positiv wahrgenommen. Opposition dazu gibt es nur in geringem Ausmaß.(Vrabec 2025). 7. Einschätzung der zukünftigen Entwicklung und Zusammenarbeit Unter der Annahme, dass die Ziele für die Verteidigungs ausgaben der NATO umgesetzt werden, besteht eine zent rale Frage darin, ob dies zu einer Steigerung des Potenzials der Rüstungsindustrie führen wird. Wenn die Mehrheit der NATO-Mitglieder höhere Verteidigungsausgaben aufrecht erhält – bedingt durch ein sich verschlechterndes Sicher heitsumfeld und die wachsende russische Bedrohung –, hat die tschechische Verteidigungsindustrie beträchtliche Wachstumsaussichten, und zwar nicht nur im Inland, son dern in ganz Europa und möglicherweise auch außerhalb des Kontinents. Trotz dieser positiven Tendenzen bleiben erhebliche Herausforderungen bestehen. Obwohl tschechische Unter nehmen wie erwähnt zahlenmäßig rund 90% der Aufträge des Verteidigungsministeriums erhalten, entfallen auf sie nur etwa 25% des gesamten Beschaffungswerts. Dies spie gelt ein strukturelles Ungleichgewicht wider, das die einhei mische Beteiligung an strategischen, mit hohen Margen verbundenen Programmen einschränkt. Vertreter der Indus trie verweisen auch auf die fortbestehenden Hindernisse für die Finanzierung des Verteidigungssektors, insbesonde re im Rahmen der ESG-Rahmenbedingungen und der res triktiven Bankenpolitik, selbst wenn sich die Marktstim mung allmählich verbessert –- was durch den deutlichen Anstieg der Beteiligungen an Rüstungsunternehmen in Fonds mit ESG-Siegel[als nachhaltig und ethisch klassifi zierte Fonds, die nach den Kriterien Environment, Social und Governance investieren – Anm. d. Übers.] seit 2022 ver deutlicht wird(Rod 2025, S. 7–8). Ein weiteres großes Hindernis ist der Umstand, dass die tschechische Regierung nur in begrenztem Ausmaß Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 9 langfristige Beschaffungsverträge abschließen kann, die aber nach Ansicht von Branchenführern unerlässlich sind, um Investitionen in höhere Kapazitäten über einen Zeit raum von 15 bis 20 Jahren zu rechtfertigen. Weitere Hinder nisse ergeben sich aus politischer Kurzsichtigkeit, der frag mentierten industriellen Planung, der unterfinanzierten na tionalen Forschung und Entwicklung im Verteidigungsbereich, dem begrenzten tschechischen Ein fluss bei multinationaler Prioritätensetzung und der anhal tenden administrativen Komplexität von EU-Finanzierungs instrumenten wie dem EDF. Führende Vertreter des Sektors warnen, dass jede rasche Erhöhung der Verteidigungsaus gaben mit einer langfristigen Entwicklung der Fähigkeiten, einer nachhaltigen öffentlich-privaten Zusammenarbeit und einer tieferen Integration in internationale Verteidi gungspartnerschaften einhergehen muss. Andernfalls be steht die Gefahr, dass die erhöhten Budgets durch ineffizi ente, nicht-strategische Beschaffungen absorbiert werden, anstatt dass sie die industriellen Kapazitäten stärken oder den inländischen technologischen Fortschritt fördern(Rod 2025, S. 7–8). Darüber hinaus gibt es große Erwartungen hinsicht lich der Verwendung der Mittel aus dem SAFE-Programm (Security Action for Europe) durch die Tschechische Repub lik. Das tschechische Verteidigungsministerium hat der Eu ropäischen Kommission einen Plan vorgelegt, in dem die mögliche Verwendung von bis zu 52 Milliarden CZK aus ei nem SAFE-Darlehen skizziert wird, die für die Anschaffung von Leopard 2A8-Panzern, Tatra T-815-Militärfahrzeugen und einen Teil des Baus der Autobahn D11 vorgesehen sind. Es wird erwartet, dass die Kommission den Vorschlag bis Januar bewertet und die Darlehensverträge möglicherweise bis März nächsten Jahres abgeschlossen werden. Die Vor lage des Plans ist zwar obligatorisch, aber rechtlich nicht bindend und dient in erster Linie dazu, sich die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Mittel zu erhalten(Armádní no viny 2025). Schließlich sind die tschechischen Rüstungsunter nehmen in den umfassenderen europäischen Verteidi gungsprogrammen nach wie vor vergleichsweise unterre präsentiert, was vor allem auf die oben beschriebenen bü rokratischen und institutionellen Zwänge zurückzuführen ist – eine Lücke, die die tschechische Beteiligung weiterhin von derjenigen der institutionell besser verankerten westli chen Verteidigungspartner unterscheidet. Wenn die tsche chische Verteidigungsindustrie im nächsten Jahrzehnt wei ter gedeihen soll, müssen die oben genannten Herausfor derungen trotz der derzeitigen Hindernisse gelöst werden. Referenzen Aero(2024), Aero a Embraer rozšiřují spolupráci v programu C-390 Millenium[Aero und Embraer erweitern die Zusammenarbeit beim C-390-Millenium-Programm], 2. Oktober 2024(https://www.aero.cz/ aero-a-embraer-rozsiruji-spolupraci-v-programu-c-390-millenium/#:~: text=Program%20C%2D390%20se%20stal,ale%20také%20za%20 jejich%20vývoj.). AERO Vodochody(2022), Výroční zpráva 2022[Jahresbericht 2022], (https://www.aero.cz/wp-content/uploads/2023/11/VyrocniZpravaAe ro2022-A4-CZ.1.pdf). Aktuálně.cz(2025), STV Group plánuje zdvojnásobit počet zaměst nanců ve své zbrojovce[STV Group plant die Zahl der Mitarbeiter in ihren Waffenfabriken zu verdoppeln], 4. Mai 2025(https://zpravy. aktualne.cz/ekonomika/stv-group-planuje-zdvojnasobit-pocet-zamest nancu-ve-sve-zbro/r~d42e33b428aa11f080bfac1f6b220ee8/). AOBP(2024), Defense and Security Industry in the Czech Republic. Presentation[Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie in der Tschechis chen Republik. Präsentation],(Prag: AOBP). Armádní noviny(2025), Česko předloží EK plán na využití až 52 mld. Kč z finančního nástroje SAFE[Die Tschechische Republik wird der EK einen Plan für die Verwendung von bis zu 52 Mrd. CZK aus dem Finanzierungsinstrument SAFE vorlegen], 1. Dezember 2025(https:// www.armadninoviny.cz/cesko-predlozi-ek-plan-na-vyuziti-az-52-mldkc-z-financniho-nastroje-safe.html). Bauman, Milan(2019), 100 let českého průmyslu: Ještě před tím, než se zrodila prvorepubliková mince[100 Jahre tschechische Industrie: Noch vor der Geburt der Münze der Ersten Republik], Technický týdeník, 25. November 2025(https://www.technickytydenik.cz/rubriky/ edice-specialy/100-let-ceskeho-prumyslu-jeste-pred-tim-nez-se-zrodi la-prvorepublikova-mince_47382.html). BusinessInfo.cz(2025), Kristýna Helm: Proč je investice do obrany klíčová pro ekonomiku, inovace a naši budoucnost?[Kristýna Helm: Warum sind Investitionen in die Verteidigung entscheidend für die Wirtschaft, die Innovation und unsere Zukunft?], 1. Oktober 2025 (https://www.businessinfo.cz/clanky/obranny-prumysl-kristyna-helmproc-je-investice-do-obrany-klicova-pro-ekonomiku-inovace-a-nasi-bu doucnost-video-podcast/). Česká spořitelna(2023), Vojenská vozidla i kosmické lodě. Český obranný průmysl zažívá renesanci[Militär- und Raumfahrzeuge. Die tschechische Rüstungsindustrie erlebt eine Renaissance], 25. April 2023(https://www.csas.cz/cs/firmy/articles/23/vojenska-vozidla-i-kos micke-lode-cesky-obranny-prumysl-zaziva-recesi). Colt CZ Group SE(2025), Semi-Annual Financial Report for the 1st Half of 2025[Halbjahresbericht für das erste Halbjahr 2025](https:// www.coltczgroup.com/file/1580). COLTCZGROUP(2025), Brands& Companies[Marken& Unterneh men](https://www.coltczgroup.com/en/brands-companies/). CSG(2025), Information about the company[Information über das Unternehmen](https://czechoslovakgroup.com/cs/o-nas). ČTK(2025), Colt CZ kupuje českého výrobce munice Sellier& Bellot [Colt CZ kauft den tschechischen Munitionshersteller Sellier& Bellot], ČT24, 18. Dezember 2023(https://ct24.ceskatelevize.cz/clanek/ekono mika/colt-cz-kupuje-ceskeho-vyrobce-munice-sellier-bellot-344258). CzechInvest(2025a), CzechInvest spouští DEFENCE HUB pro podporu inovací v obranném průmyslu[CzechInvest startet DEFENCE HUB zur Unterstützung von Innovationen in der Verteidigungsindustrie], 7. Mai 2025(https://czechinvest.gov.cz/cz/Homepage/Novinky/Kveten-2025/ CzechInvest-spousti-DEFENCE-HUB-pro-podporu-inovaci-v-obran Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 10 nem-prumyslu). CzechInvest(2025b), Nová kapitola českého průmyslu: obranný se ktor jako motor růstu a inovací[Ein neues Kapitel der tschechischen Industrie: der Verteidigungssektor als Motor für Wachstum und Inno vation], 11. November 2025(https://czechinvest.gov.cz/cz/Homepage/ Novinky/Listopad-cs/Nova-kapitola-ceskeho-prumyslu-obranny-sek tor-jako-motor-rustu-a-inovaci). Ehl, Martin(2024), Proč se čeští zbrojaři ještě potřebují naučit mít rádi Evropskou unii[Warum die tschechischen Waffenhersteller die Eu ropäische Union noch lieben lernen müssen], Hospodářské noviny, 27. April 2024(https://byznys.hn.cz/c1-67318190-proc-se-cesti-zbrojarijeste-potrebuji-naucit-mit-radi-evropskou-unii). Ehl, Martin(2025), Aero Vodochody získalo v tichosti nového spolumajitele. Kdo je tajemný muž v pozadí továrny[Aero Vodochody hat im Stillen einen neuen Miteigentümer bekommen. Wer ist der mysteriöse Mann hinter dem Unternehmen?], Hospodářské noviny, 26. Mai 2025(https://archiv.hn.cz/c1-67735700-v-tichosti-a-uz-pred-delsidobou-ziskalo-aero-vodochody-noveho-spolumajitele-kdo-je-tajemnymuz-v-pozadi-tovarny). EY(2024), Sekce obranného průmyslu HK ČR 2024[Sektion Vertei digungsindustrie der Handelskammer der Tschechischen Republik 2024], 2024(https://www.komora.cz/app/uploads/2025/02/Ana lyza-vyznamu-OP_2024_manazerske-shrnuti.pdf). Forbes(2025), SVOS(https://forbes.cz/lists/rf2021/svos/). Francová, Pavla(2025), Chcete zkusit uspět v obraně? Tahle cesta není pro všechny, říká Kristýna Helm[Möchten Sie in der Verteidi gungsindustrie Erfolg haben? Dieser Weg ist nicht für jeden geeignet, sagt Kristýna Helm], Forbes, 21. November 2025(https://forbes.cz/ chcete-zkusit-uspet-v-obrane-tahle-cesta-neni-pro-vsechny-rika-kristy na-helm/). Gomez, Julian(2025), Readiness 2030: How is Europe planning to rearm and can it afford it?[Bereitschaft 2030: Wie plant Europa seine Aufrüstung und kann es sich sie leisten?], Euronews, 26. März 2025 (https://www.euronews.com/my-europe/2025/03/26/readiness-2030how-is-europe-planning-to-rearm-and-can-it-afford-it). Hympl, Josef(2025), Evropa se musí probrat. Zbrojení je šance k na kopnutí ekonomiky, míní Tomáš Pojar[Europa muss aufwachen. Die Aufrüstung ist eine Chance, die Wirtschaft anzukurbeln, sagt Tomáš Pojar], iDnes, 20. April 2025(https://www.idnes.cz/zpravy/zahran icni/tomas-pojar-eu-rusko-bezpecnost-poradce-valka-trump-rusko. A250409_846934_zahranicni_krd). IWF(1990), Evolution of the Economic System and of the Econo my[Die Entwicklung des Wirtschaftssystems und der Wirtschaft], 31. Oktober 1990(https://www.elibrary.imf.org/display/ book/9781557751690/ch001.xml). Jahn, Oliver(2025), Bloomberg: CSG příští rok vstoupí na burzu, stala by se jednou z nejhodnotnějších firem v oboru[Bloomberg: CSG will nächstes Jahr an die Börse gehen und würde eines der wertvollsten Unternehmen der Branche werden], Czech Army and Defence Magazine, 26. August 2025(https://www.czdefence.cz/clanek/bloombergcsg-pristi-rok-vstoupi-na-burzu-stala-by-se-jednou-z-nejhodnotnejsichfirem-v-oboru). Lehečka, Jaroslav(2024), Československý meziválečný průmysl oči ma statistika[Die tschechoslowakische Zwischenkriegsindustrie in den Augen der Statistik], Časopis českého statistického úřadu, 6. Mai 2024(https://statistikaamy.csu.gov.cz/ceskoslovensky-mezivalec ny-prumysl-ocima-statistika). LPP Holding(2025), About LPP Holding[Über die LPP Holding], (https://www.lpp-holding.com/about-us/). MCFR(2025), Stát pomůže českým zbrojařům, EGAP spustí Program podpory obranného průmyslu[Der Staat wird den tschechischen Waffenherstellern helfen, EGAP wird das Programm zur Unterstützung der Verteidigungsindustrie auflegen], 19. März 2025(https://www. mfcr.cz/cs/ministerstvo/media/tiskove-zpravy/2025/stat-pomuzeceskym-zbrojarum-egap-spusti-program-p-59220). Militär aktuell(2021), AERO Completes Change of Ownership[AERO schließt Eigentümerwechsel ab], 5. Oktober 2021(https://militaerakt uell.at/en/aero-completes-change-of-ownership/). MPI(2025), Kdo jsme[Wer wir sind],(https://www.mpi.cz/o-nas). Němec, Jan(2024), Čeští zbrojaři trhají exportní rekordy. Byznys táhne nejen Ukrajina[Die tschechischen Waffenhersteller brechen Exportrekorde. Das Geschäft wird nicht nur von der Ukraine angetrie ben], Hospodářské noviny, 8. Oktober 2024(https://archiv.hn.cz/c167412550-cesti-zbrojari-trhaji-exportni-rekordy-byznys-tahne-nejenukrajina). Novák, Radek, Kozelský, Tomáš& Hrtúsová, Tereza(2025), Obranný průmysl v ČR[Verteidigungsindustrie in der Tschechischen Republik], (Prag: Česká spořitelna). Odbor komunikace MO(2025), Tradice českého obranného průmyslu [Tradition der tschechischen Verteidigungsindustrie], Tschechisches Verteidigungsministerium, 6. Mai 2025(https://mocr.mo.gov.cz/ informacni-servis/banner/av/tradice-ceskeho-obranneho-prumys lu-257920/). Omnipol(2025), O nás[Über uns],(https://www.omnipol.cz/o-nas). Oneindustry(2025), Kolik je v Česku firem ve zbrojařském průmyslu? A potkáte je na IDETu?[Wie viele Unternehmen gibt es in der Tsche chischen Republik in der Rüstungsindustrie? Und wird man sie auf der IDET treffen?], 28. Mai 2025(https://www.oneindustry.cz/strojirenstvi/ kolik-je-v-cesku-firem-ve-zbrojarskem-prumyslu-a-potkate-je-na-ide tu/). Pšenička, Jiří(2025), Top 10 největších českých zbrojařů. Kdo nejvíc vydělal na Ukrajině?[Top 10 der größten tschechischen Waffenher steller. Wer hat am meisten in der Ukraine verdient?], Seznam zprávy, 3. Oktober 2023(https://www.seznamzpravy.cz/clanek/domaci-po litika-top-10-nejvetsich-ceskych-zbrojaru-kdo-nejvic-vydelal-na-ukraji ne-237522). Redakce(2023), STV GROUP a PBS Velká Bíteš: Výrobky světové kvality, které pomáhají Ukrajině i Izraeli[STV GROUP und PBS Velká Bíteš: Produkte von Weltqualität, die der Ukraine und Israel helfen], Verteidigungsministerium, 20. Oktober 2023(https://mocr.mo.gov.cz/ informacni-servis/zpravodajstvi/stv-group-a-pbs-velka-bites:-vyrobkysvetove-kvality--ktere-pomahaji-ukrajine-i-izraeli-247024/). Richter, Jan(2025), Elitní zbrojaři: Hodnota firem českého obranného průmyslu prudce roste[Spitzenhersteller im Rüstungsbereich: Der Wert der tschechischen Unternehmen der Verteidigungsindustrie wächst rasant], Seznam zprávy, 10. November 2025(https://www.sez namzpravy.cz/clanek/ekonomika-firmy-elitni-zbrojari-hodnota-firemceskeho-obranneho-prumyslu-prudce-roste-291164). Rod, Zdeněk(2025), Die Lage der tschechischen Verteidigungsindus trie. John Lukacs-Analyses in Strategic and Defense Studies, 2025/20, S. 1–10. Šiška, Martin(2025), Třicet let českého obranného průmyslu- od těžkých časů ke světové úrovni[Dreißig Jahre tschechische Verteidi gungsindustrie – von schwierigen Zeiten zur Weltklasse], Czech Army and Defence Magazine, 24. März 2023(https://www.czdefence.cz/ Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 11 clanek/tricet-let-ceskeho-obranneho-prumyslu-od-tezkych-casu-kesvetove-urovni). STV GROUP(2023), Napsali o nás: Hlad po zbraních neodezní. Očekáváme poptávku dalších 10 až 15 let[Sie schrieben über uns: Der Hunger nach Waffen wird nicht nachlassen. Wir erwarten eine Nach frage für die nächsten 10 bis 15 Jahre], 16. Mai 2023(https://www. stvgroup.cz/novinky/napsali-o-nas-hlad-po-zbranich-neodezni-oceka vame-poptavku-dalsich-10-az-15-let). SVOS(2025), Společnost SVOS[Unternehmen SVOS],(https://www. armsvos.cz/spolecnost.html). Synthesia(2025a), O společnosti[Über das Unternehmen],(https:// www.synthesia.eu/cze/o-spolecnosti). Synthesia(2025b), Evropský lídr ve výrobě nitrocelulózy[Europäischer Marktführer bei der Herstellung von Nitrocellulose],(https://www. nitrocellulose.cz). Tschechische Handelskammer(2025), Každá koruna utracená státem za nákupy od českého obranného průmyslu přináší násobky zpět do české ekonomiky[Jede Krone, die der Staat für Einkäufe in der tsche chischen Verteidigungsindustrie ausgibt, bringt der tschechischen Wirtschaft ein Vielfaches zurück], 10. Februar 2025(https://www. komora.cz/blog/tiskove-zpravy/kazda-koruna-utracena-statem-za-na kupy-od-ceskeho-obranneho-prumyslu-prinasi-nasobky-zpet-do-ces ke-ekonomiky/). Valouch, Jan(2005), Konverze obranné průmyslové základny[Konver sion der industriellen Basis im Verteidigungsbereich], Obrana a strategie(https://www.obranaastrategie.cz/cs/archiv/rocnik-2005/1-2005/ konverze-obranne-prumyslove-zakladny.html). Vejskal, Matyáš(2025), Český průmysl stojí na křižovatce. Firmy by měl začít zajímat obranný sektor, říkají experti z PwC[Die tschechi sche Industrie steht am Scheideweg. Unternehmen sollten sich für den Verteidigungssektor zu interessieren beginnen, sagen die Experten von PwC], CzechCrunch, 25. November 2025(https://cc.cz/cesky-prumyslstoji-na-krizovatce-firmy-by-mel-zacit-zajimat-obranny-sektor-rikaji-ex perti-z-pwc/). Vrabec, Petr(2025),“Běda, běda, pseudověda!” Studenti protestovali v areálu soukromé vysoké školy CEVRO[“Wehe, wehe, Pseudowissen schaft!” Studenten protestieren auf dem Gelände der Privatuniversität CEVRO], Alarm, 3. April 2025(https://denikalarm.cz/2025/04/bedabeda-pseudoveda-studenti-protestovali-v-arealu-soukrome-vysokeskoly-cevro/). Zeveta(2025), O nás[Über uns],(https://zeveta.cz/o-nas/). Žižka, Jan(2025), Kristýna Helm: Podle některých bank obranný průmysl pořád není hoden financování[Kristýna Helm: Nach Ansicht einiger Banken ist die Rüstungsindustrie immer noch nicht finanzie rungswürdig], Moderní ekonomická diplomacie MZV ČR, 2. Juni 2025 (https://www.export.cz/nazory-a-analyzy/kristyna-helm-podle-nekte rych-bank-obranych/). Autor Zdeněk Rod ist Assistenzprofessor am Lehrstuhl für Sicherheitsstudi en an der CEVRO-Universität in Prag, wo er außerdem die Forschung am Zentrum für Asien- und Pazifikstudien leitet. Darüber hinaus ist er Assistenzprofessor an der Fakultät für Internationale Beziehungen der Prager Universität für Wirtschaft und Handel im Fachbereich Inter nationale und Diplomatische Studien. Außerdem ist er Ko-Direktor des Zentrums für Sicherheitsberatung. Impressum Herausgeberin Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Godesberger Allee 149 53175 Bonn info@fes.de Herausgebende Abteilung Referat Europäische Union/Nordamerika(EUN) Inhaltliche Verantwortung und Redaktion Herausgeber: Dr. Ernst Hillebrand und Stefan Pantekoek Lektorat: Eckard Schuster Kontakt stefan.pantekoek@fes.de Bildnachweis S. 1: Moleng24/Tymofii Die in dieser Publikation zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind nicht notwendigerweise die der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.(FES). Eine gewerbliche Nutzung der von der FES heraus­ gegebenen ­Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. ­Publikationen der FES dürfen nicht für Wahlkampfzwecke verwendet werden. April 2026 © Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. ISBN 978-3-98628-849-5 Weitere Publikationen der Friedrich-Ebert-Stiftung finden Sie hier: ↗ www.fes.de/publikationen Abteilung Internationale Zusammenarbeit Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 12