Friedrich-Ebert-Stiftung Für Soziale Demokratie Jahresbericht 2025 Impressum Herausgeberin Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Godesberger Allee 149 53175 Bonn info@fes.de Herausgebende Abteilung Stabsstelle Kommunikation Inhaltliche Verantwortung und Redaktion Hannes Alpen, Leiter der Stabsstelle Kommunikation Textredaktion: Katharina Gröne Bildredaktion: Jana Weber, Sven Padberg Pressestelle: Johannes Damian, Thomas Sagefka Lektorat/Korrektorat Ulrike Schnellbach www.schreib-gut.de Design/Layout Bergsee, blau Bildnachweise S. 6(Portraits): Reiner Zensen; S. 8/9(Collage): bundesfoto/Sera Kurc, bundesfoto/Laurin Schmid, FES Zimbabwe Office, Ahmedin Đozić, FES/Elias El Ghorchi; S. 13/14/15: VG Bild-Kunst, Bonn 2026; S. 16: Ewan Waddell(oben), Cihan Çakmak(unten); S. 17: FES/Stephan Bach; S.18/19: FES/Hans Komorowski; S.20/21: Quentin Appleby; S. 22: FES/FES Nord; S. 23/24: bundesfoto/Guido Schäfer, S. 26: FES/ Anni Hagedorn; S. 28: bundesfoto/Ibrahim Ot; S. 30: Xara Fourie; S. 31: Joel Sheakoski; S. 51: bundesfoto/Sera Kurc(links), Mohamad Abdouni (rechts); S. 70: FES Druck und Herstellung Klimaneutral gedruckt von der Druckerei Brandt GmbH, Bonn Die Friedrich-Ebert-Stiftung wählt ihre Druckdienstleister sorgfältig aus und berücksichtigt dabei sowohl Nachhaltigkeits- als auch Sozialstandards. Eine gewerbliche Nutzung der von der Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) herausgegebenen Medien ist ohne schriftliche Zustimmung durch die FES nicht gestattet. Publikationen der FES dürfen nicht für Wahlkampfzwecke verwendet werden. Mai 2026 © Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. ISSN(Print) 0940-0702 ISSN(Online) 2748-0518 Friedrich-Ebert-Stiftung Für Soziale Demokratie Jahresbericht 2025 Inhalt Friedrich-Ebert-Stiftung 4 Das Leitbild der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. 5 Zahlen und Fakten Vorwort 6 Vorwort 8 Die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bildern Projekte und Arbeitslinien 11 Wir gestalten Soziale Demokratie. Seit 1925. 13 Do you have some­thing to fight for? Kunstausstellung zu 100 Jahren Friedrich-EbertStiftung 17 „Spannend, wie unterschiedlich Gerichte in anderen Ländern zubereitet werden!“ 18 Eine Woche voller Überraschungen 20 Wiesbaden auf der Palme 22 „Zur Guten Hilfe“ 23 Progressive Democracy Lab: Innovative Ideen für eine starke Demokratie 25 Hingehen und ins Gespräch kommen: Politische Bildung vor Ort 27 Zeit für Zukunft – Wie wir morgen leben wollen 29 Eine gerechte Welt gestalten Presseschau 2025 33 Online-Medien 34 Print-Medien 35 TV 36 Radio 37 International Arbeitsbereiche Politische Bildung und Beratung in der Friedrich-Ebert-Stiftung        39 Internationale Arbeit        43 Die Auslandsbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung        46 Wissenschaftliche Arbeit        48 Preise der Friedrich-Ebert-Stiftung        51 Unselbstständige Stiftungen und Sondervermögen        53 Anhang Organisationsplan der Friedrich-Ebert-Stiftung        57 Jahresabschluss        58 Einnahmen- und Ausgabenrechnung        60 Gesamtübersicht aller im Haushalt 2026 zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben        61 Zusätzliche Erläuterungen zur Einnahmen- und Ausgabenrechnung        62 Bescheinigung des Abschlussprüfers        64 Die Gender-Leitlinien der Friedrich-Ebert-­Stiftung: Geschlechtergerechtigkeit ist soziale Gerechtigkeit        65 Die Friedrich-Ebert-Stiftung, eine nachhaltige Organisation        67 Mitglieder des Vorstands        74 Mitglieder des Vereins        75 Mitglieder des Kuratoriums        76 Mitglieder des Auswahlausschusses der Studienförderung        77 Vertrauensdozentinnen und Vertrauensdozenten der Studienförderung        78 Anschriften        86 Das Leitbild der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. Wir machen Soziale Demokratie! Wir stehen für Werte. Mit der Sozialdemokratie und der Gewerkschaftsbewegung verbindet uns das Streben nach Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden. Wir arbeiten an den großen Trends der Zeit und entwickeln neue Ideen für die Soziale Demokratie für heute und morgen. Mit innovativen Lösungen gehen wir die Herausforderungen von heute an und gestalten die gerechte und solidarische Gesellschaft von morgen – in Deutschland, Europa und weltweit. Wir kämpfen gegen Egoismen und Ungleichheit und arbeiten für einen sozialen Fortschritt, der die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausbaut und Gute Arbeit sichert. Wir setzen uns ein für eine so­ zial gerechte Wirtschaft, die den Menschen dient, die natürlichen Lebensgrundlagen erhält und in der alle vom digitalen Wandel profitieren. Wir stehen ein für eine starke, lebendige und vielfältige Demokratie, in der die Teilhabe aller Menschen selbstverständlich ist. Wir verteidigen unsere Demokratie mit aller Kraft – insbesondere gegen rechte Hetze und Gewalt. Wir engagieren uns für Geschlechtergerechtigkeit – in jedem Bereich des Lebens. Denn nur eine Demokratie, die wirkliche Gleichstellung zwischen den Geschlech tern schafft, ist eine Soziale Demokratie. Eine gerechte Zukunft geht nur gemeinsam. Durch ein starkes und soziales Europa, globale Solidarität und Friedenspolitik können wir unsere Ziele erreichen. Dafür setzen wir uns ein. Wir vernetzen Menschen Wir verbinden Menschen und ihre Ideen zu einem Netzwerk der Sozialen Demokratie. In Deutschland und über 100 Ländern der Welt arbeiten wir mit viel­ fältigen Partnerinnen und Partnern an Zukunftspro­­ jekten – auf lokaler, nationaler und globaler Ebene. 4 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Wir machen fit für Politik Wir wirken und werben für eine solidarische Gesellschaft, die allen Menschen tatsächlich gleiche Chancen der Teilhabe an Politik, Wirtschaftsleben und Kultur eröffnet. Dazu befähi gen und bilden wir alle, die für diese Ziele einstehen wollen. Wir sind der Zukunftsradar für Soziale Demokratie Wir analysieren politische Trends aus progressiver Perspektive und wollen mit fundierten Argumenten die solidarische Gesellschaft der Zukunft gestalten. Unser Wissen und unsere innovativen Ideen teilen wir mit allen, die daran mitwirken wollen. Wir fördern begabte und engagierte junge Menschen Weil Soziale Demokratie nur gedeiht, wenn alle Menschen ungeachtet ihrer sozialen und kulturellen Herkunft die glei chen Chancen erhalten, fördern wir Studierende und Promovierende, vor allem aus Arbeiter- und Einwandererfamilien. Wir sind das Gedächtnis der Sozialen Demokratie Reichspräsident Friedrich Ebert gab unserer Stiftung 1925 seinen Namen. Damit gehören wir weltweit zu den traditi onsreichsten politischen Stiftungen. Die historischen Wurzeln der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften halten wir lebendig, um immer wieder an den Kampf um Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität zu erinnern. Wir bewegen etwas Wir wollen andere für unsere Werte und Angebote begeistern. Jeden Tag aufs Neue. Daher bestehen unsere Teams aus engagierten und klugen Köpfen, die agil, einander wertschätzend und mit klarem Fokus ihre Aktivitäten umsetzen. Kritik und Fehler nutzen wir zur Überprüfung unseres Tuns und schaffen daraus neue Ideen für die gemeinsame Arbeit. Zahlen und Fakten 204.063.000 Euro Etat für 2025 1.369 Mitarbeiter:innen weltweit 97 Auslandsbüros 2.781 Stipendiat:innen 246 ausländische Stipendiat:innen 18 Standorte in Deutschland 1.100.000 Publikationen im Bibliotheksbestand 221 Veröffentlichungen in Deutschland 57.000 lfm. Archivbestand 42.000 Besucher:innen im Museum Karl-Marx-Haus in Trier 175.644 Teilnehmende an FES-Veranstaltungen 1.300.000 Follower:innen der Social-Media-Kanäle Zahlen und Fakten 5 Vorwort Martin Schulz Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. Dr. Sabine Fandrych Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. Die Friedrich-Ebert-Stiftung im Jahr 2025 – 100 Jahre Einsatz für die Soziale Demokratie Am 2. März 2025 jährte sich die Gründung der FriedrichEbert-Stiftung(FES) zum hundertsten Mal. Seit einem Jahrhundert steht die Stiftung für die Werte der Sozialen Demokratie, für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Aus Anlass dieses besonderen Jubiläums feierte die FES ihr Bestehen mit einem vielfältigen Programm, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verband. In Ausstellungen, Festakten und Publikationen wurde deutlich, dass die Arbeit der FES auf einem klaren Fundament steht: der Überzeugung, dass Demokratie nur funktionieren kann, wenn alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben und ihre Zukunft mitgestalten können – unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder Beeinträchtigungen. Die zeremonielle Eröffnung des Festakts fand in Berlin un ter Teilnahme des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier statt, der sich mit ehemaligen und aktuellen Stipendiat:innen der Stiftung über die aktuellen Herausforderungen für die Demokratie austauschte. Tags darauf folgte im politischen Teil des Festakts eine Würdigung der Arbeit der FES durch Bundeskanzler Olaf Scholz, SPD-Parteichef Lars Klingbeil sowie den EU-Ratspräsidenten António Costa. Den Abschluss bildete Ende März der Festakt in Bonn im Haus der Geschichte. Die Gründung der Friedrich-Ebert-Stiftung im Jahr 1925 ging auf das Vermächtnis des ersten demokratisch gewählten Reichspräsidenten Friedrich Ebert zurück. Aus einfa chen Verhältnissen stammend, kämpfte er als junger Handwerker für bessere Arbeitsbedingungen und wurde zu ei nem der prägenden Gestalter der ersten deutschen Demokratie. Seine Erfahrung, dass Demokratie Demokratinnen und Demokraten braucht, bleibt die Leitlinie der Stiftung bis heute – in einer Zeit, in der autoritäre, rechtsextreme und populistische Kräfte weltweit versuchen, den demokratischen Konsens zu untergraben. Politisch war 2025 ein Jahr großer Herausforderungen: Internationale Krisen, der Krieg in der Ukraine, der Gaza-Kon flikt und demokratische Rückschritte weltweit bestimmten die Schlagzeilen. Auch in Deutschland – das haben die vor gezogenen Neuwahlen zum Bundestag gezeigt – haben rechtspopulistische Kräfte an Einfluss gewonnen. In dieser Situation ist die Arbeit der FES gefragter denn je. Unter dem Motto„Wir gestalten Soziale Demokratie. Seit 1925.“ machte die FES deutlich, dass sie aus ihrer Geschichte Kraft schöpft, um Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart zu finden. 6 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Ein herausragendes Beispiel für die Innovationskraft der Stiftung war das„Progressive Democracy Lab“. Es bildete das Herzstück der zukunftsorientierten Jubiläumsaktivitä ten und diente als Ideenlabor, um kreative und gesellschaftlich relevante Konzepte junger Menschen zu fördern. Der weltweite Call for Ideas stieß auf überwältigende Resonanz: Über 200 Bewerbungen aus allen Kontinenten gin gen ein. Auf dem Festival der Demokratie im Mai 2025 wurden die besten Ideen mit dem Zukunftspreis für Demokratie ausgezeichnet. Der Hauptpreis ging an ein junges Team aus Chile, das mit einer innovativen Social-Media-Initiative neue Wege der politischen Ansprache junger, bisher politikferner Zielgruppen entwickelte. Unter dem Titel„Democracia para Todos“ („Demokratie für alle“) baute das Team während der Coa ching-Phase mehrere zielgruppenspezifische Social-Media Kanäle auf, die politische Themen in einer niedrigschwelligen, humorvollen und visuell starken Sprache vermittelten. Ziel war es, demokratische Werte, Gleichberechtigung und gesellschaftliches Engagement für junge Menschen greifbar zu machen – jenseits klassischer Bildungsangebote. Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisie rung und des Erstarkens demokratiefeindlicher Kräfte sind innovative politische Bildungsangebote wichtiger denn je. Neben der digitalen Ansprache junger Zielgruppen braucht es Formate, die Menschen direkt erreichen – unabhängig davon, ob sie sich politisch zugehörig fühlen oder nicht. Genau hier setzt das Projekt„Aufsuchende politische Bil dung“ an: Es entwickelt neue Wege, um mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, die sich von Politik und Institutionen entfernt haben. Ziel ist es, Räume für Dialog zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven respektvoll aufeinandertreffen und demokratische Teilhabe neu erfahrbar wird. Zu den Menschen zu gehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen war auch der Gedanke hinter der bundesweiten Pop-Up-Lounge-Tour, bei der die FES in zwölf Städten den Dialog mit Bürger:innen über die Zukunft der Demokratie suchte. Zwischen dem 28. April und dem 5. Juli tourte die FES mit einem eigens gestalteten Schiffscontainer durch Deutschland – von der Küste bis in den Süden, von Großstädten bis zu kleineren Orten. An jedem Standort öffnete sich die Lounge mit einem abwechslungsreichen Programm: Gesprächsrunden, Ausstellungen, Mitmachaktionen und Musik luden die Menschen ein, mit der FES ins Gespräch zu kommen. Als„Demokratie zum Anfassen“ brachte sie Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen und förderte den Austausch über Themen wie soziale Gerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Zukunftschancen. Inhaltlich knüpfte das Format eng an das Projekt„Zeit für Zukunft – Wie wir morgen leben wollen“ an. Dessen Schwerpunkte – Daseinsvorsorge, Zeitgerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit in einer solidarischen Gesellschaft – bildeten die Grundlage für Diskussionsangebote und Lernmaterialien entlang der Tour. So verband die Pop-UpLounge politische Bildung mit gelebter Begegnung – und zeigte, wie die FES Menschen in allen Teilen des Landes er reicht. Das Jubiläum der Stiftung war zugleich das 100-jährige Ju biläum der Studienförderung – jenes Arbeitsbereichs, in dem die FES ihre Wurzeln hat. Mit der Ausstellung„Do you have something to fight for? – 100 Jahre Fördern und Gestalten“ würdigte die Stiftung diese Tradition auf besondere Weise. Die Ausstellung, die sowohl das Haus 1 der Zentrale in Berlin schmückte als auch im Künstlerhaus Bethanien zu sehen war, vereinte Werke aus dem historischen Kunstbestand der FES mit zeitgenössischen Positionen ehemaliger und aktueller Kunststipendiat:innen. So entstand ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, in dem künstleri sche Perspektiven auf die Werte der Sozialen Demokratie – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – sichtbar wurden. Hundert Jahre nach ihrer Gründung steht die FriedrichEbert-Stiftung für Kontinuität und Erneuerung zugleich. Ihre Geschichte beweist: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Aber sie ist gestaltbar – wenn Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Sie darin zu un terstützen und sie dafür zu begeistern, für eine bessere Zu kunft zu kämpfen, mit diesem Ziel blicken wir nach vorne. Ihr Martin Schulz Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. und Ihre Dr. Sabine Fandrych Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. Berlin / Bonn im April 2026 Vorwort 7 8 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Projekte und Arbeitslinien Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Wir gestalten Soziale Demokratie. Seit 1925. 2025 ist die Friedrich-Ebert-Stiftung 100 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum nahm die Stiftung zum Anlass, bei vielfältigen Aktivitäten mit zahlreichen hochrangigen Gästen aus dem In- und Ausland nicht nur ihre Geschichte zu feiern, sondern auch auf die aktuelle und zukünftige Arbeit zu blicken. Die Veranstaltungen zum Stiftungsjubiläum richteten sich an das Part­ner:innennetzwerk im In- und Ausland, die Ziel­ gruppen der politischen Bildung, darunter besonders die ar­ beitende Mitte und junge, engagierte Menschen sowie das erweiterte interne Netzwerk der Stiftung, insbesondere (ehemalige) Stipendiat:innen. Die Jubiläumsaktivitäten waren so aufeinander abgestimmt, dass sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stiftung abbildeten. Das Buch„Sozial. Demokratisch. Engagiert. 100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung“ und die gleichnamige Ausstellung thematisierten die Geschichte der Stiftung und die Genese ihrer Arbeit. Buch und Ausstellung erzählen von den Anfängen der Studienförderung in den 1920er-Jahren und der Bildungsarbeit der FES heute, von der Arbeit beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft in Westdeutschland nach 1945 und ab 1989 im wiedervereinigten Deutschland. Sie geben Einblicke in die weltweiten Aktivitäten, die historische Forschungsarbeit und das gesellschaftspolitische Engagement der FES. Die aus 20 Stellwänden bestehende Ausstellung war im gesamten Jubiläumsjahr in den Häusern der FES in Bonn und Berlin zu sehen. Weitere Ausstellungen wurden für die Lan desbüros und für die Auslandsarbeit produziert. Ihre Wurzeln hat die Arbeit der Stiftung in der Förderung be gabter junger Menschen. Deshalb sollte die Studienförderung im Jubiläumsjahr besondere Aufmerksamkeit erfahren. In einer Kunstausstellung mit dem Titel„Do you have ­something to fight for? 100 Jahre Fördern und Gestalten“ stellte die Stiftung Kunstwerke aus ihrem Archivbestand und zeitgenössische Arbeiten aktueller und ehemaliger Kunststi pendiat:innen aus, die sozialdemokratische Werte zum The ma haben. Die Kunstausstellung wurde am 27. Februar in Berlin eröffnet. Sie war bis 23. März im Künstlerhaus Betha nien und bis 11. Juli im Berliner Haus 1 der FES zu sehen und wurde von einem vielseitigen Programm aus Führungen und Podiumsdiskussionen begleitet. Die Ausstellung stieß auf hervorragende Resonanz: Insgesamt kam sie auf 8.500 Besucher:innen und auch das Mediene­ cho war sehr gut. Als älteste politische Stiftung in Deutschland ist die FES ein fester Bestandteil der deutschen Demokratiegeschichte. Dies wurde auch bei den Festakten im Gründungsmonat März deutlich. Bei der feierlichen Eröffnungsveranstaltung am 11. März im Berliner Haus 1 der FES würdigte Bundes präsident Frank-Walter Steinmeier die Arbeit der Stiftung und ermutigte sie, in ihrem zentralen Auftrag der Demokra tieförderung nicht nachzulassen:„Was wir aber vor allem brauchen, sind engagierte und informierte Demokratinnen und Demokraten. Und hier leisten Sie, die Friedrich-EbertStiftung und auch andere politische Stiftungen, so wertvolle Arbeit.[…] Ich möchte Sie ermutigen, in der nationalen wie der internationalen Arbeit alle Räume zu nutzen und sie, wo immer möglich, auch wieder zu erweitern.“ Auch der politische Teil des Festaktes in Berlin am 12. März war hochrangig besetzt, unter anderem mit Bundeskanzler Olaf Scholz, dem SPD-Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und dem EU-Ratspräsidenten António Costa. Den Abschluss bildete am 31. März der Festakt in Bonn im Haus der Ge schichte. Die Feste erwiesen sich als wirkungsvolles Format, um das Netzwerk hochrangiger Partner:innen, Gremi en und Stipendiat:innen der FES zusammenzubringen und zu intensivieren. Insgesamt nahmen 1.100 Gäste an den Veranstaltungen teil. 2.400 weitere verfolgten die Berliner Festakte im Livestream. Das Jubiläum bot auch Anlass, auf die heutige Arbeit der FES zu blicken. Aktuell lassen sich eine zunehmende Po larisierung in der Gesellschaft und wachsende soziale Un gleichheit beobachten. Gleichzeitig wird die Demokratie von extremen Gruppierungen offen infrage gestellt – in Deutschland und weltweit. Das macht den Einsatz für eine starke Demokratie, eine solidarische Gesellschaft und den Frieden umso wichtiger. Das dezentrale Büro netzwerk im In- und Ausland ist eine wichtige Vorausset zung für den Erfolg der Stiftungsarbeit. Im Jubiläumsjahr wurde dieses Netzwerk mit zwei Formaten besonders ge würdigt: der Pop-Up-Lounge und dem internationalen Kochbuch. Die Pop-Up-Lounge , ein speziell für das Jubiläum gestalte ter Schiffscontainer, tourte von 28. April bis 5. Juli mit einem abwechslungsreichen Programm durch Deutschland. Das Format zielte darauf ab, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Als Grundlage wurden die The Projekte und Arbeitslinien 11 men Daseinsvorsorge, Zeit- und Verteilungsgerechtigkeit – für die Pop-Up-Lounge als Bildungsmaterial aufbereitet. Inhaltlich war die Gestaltung den Landesbüros überlassen, um die jeweiligen Zielgruppen möglichst gut anzusprechen. So wurde die Lounge an manchen Orten genutzt, um mit einem festen Programm zentrale Diskussionen zu FES-Kern themen im öffentlichen Raum zu platzieren. An anderen Standorten luden niedrigschwellige Angebote zu kurzweili ger Interaktion oder auch zu intensiven Einzelgesprächen ein. Vielfältige Partner:innen wurden in die Programmgestaltung einbezogen, von Akteur:innen aus Gewerkschafen und Politik über Elternbeiräte, Schüler:innenvertretungen oder Personen aus dem Kulturbetrieb bis hin zu Initiativen gegen Rechtsextremismus. Die Pop-Up-Lounge hat wesentlich dazu beigetragen, die öffentliche Wahrnehmung für die Arbeit der Stiftung zu steigern. Insgesamt erreichte das Angebot der Tour 11.180 Menschen an zwölf Standorten. Sowohl quantitativ als auch mit Blick auf das Feedback von Mitarbeitenden, Partner:innen und Teilnehmer:innen kann die Pop-Up-Lounge als voller Erfolg bewertet werden. Das internationale Kochbuch „100 Jahre, 100 Rezepte, 100 Orte“ rückt das weltweite Netzwerk der Stiftung auf beson dere Weise in den Fokus. Es gehört neben der Festschrift und dem Katalog zur Kunstausstellung zu den zentralen Publikationen zum Jubiläum. Das Buch enthält landestypi sche Rezepte aus vielen Standorten der FES vor allem im Ausland und ergänzt diese um Informationen zu Anbau und Lebensmittelproduktion, Zubereitung und Bedeutung der Gerichte. Das Kochbuch regte FES-Mitarbeitende zu vielfältigem Ein satz an. Beispielsweise wurde es an vielen Standorten in Cafés und Restaurants mit einer Postkartenaktion beworben. Die Bonner Kantine servierte einmal im Monat ein Gericht aus dem Buch. Auch in der politischen Bildung kam das Kochbuch zum Einsatz. So wurden etwa Kochvideos für Social Media oder ein Kochbuch-Quiz für die Pop-UpLounge produziert. Auf dem Fest der Demokratie im Volks garten in Köln bot ein Foodtruck entsprechende Gerichte an und plakatierte die dazugehörigen Texte großformatig an den Außenwänden. So wurde das internationale Kochbuch erfolgreich als innovatives Instrument der politischen Bildung eingesetzt und trug zugleich zum Wir-Gefühl in nerhalb der FES bei. Auch die zukünftige Arbeit der Stiftung wurde im Rahmen des Jubiläums reflektiert. Neben Gestaltungsideen für die Gesellschaft von morgen braucht es starke Nachwuchsnetzwerke, mit denen diese Ideen verankert werden. Die sem Ziel diente das Progressive Democracy Lab , mit dem die FES junge Menschen aus der ganzen Welt einlud, ihre Ideen für eine starke Demokratie und eine solidarische Gesellschaft zu teilen, weiterzuentwickeln und umzuset zen. Aus 200 Einsendungen wurden vier Ideen ausgewählt und im Progressive Democracy Lab weiterentwickelt. Dabei wurden die jungen Ideengeber:innen über mehrere Monate von professionellen Innovationscoaches unterstützt. Die Gewinneridee wurde auf dem Fest der Demo kratie am 24. Mai in Köln mit dem Zukunftspreis für Demokratie ausgezeichnet. Hier wurde das Jubiläum speziell mit jungen Menschen aus Deutschland und dem internationalen FES-Netzwerk gefeiert. Mit Musik, Poetry, Gastre den und kulinarischen Beiträgen aus dem internationalen Kochbuch wurde ein inspirierender Rahmen geschaffen, der junge Menschen zusammenbrachte und ihre Vernet zung ermöglichte. Besonders beeindruckend waren die Erfolge der Gewinneridee aus Chile: Die zielgruppenspezifischen Social-MediaKanäle, die das Team zwischen März und April in Chile aufbaute, brachten es allein in diesen beiden Monaten auf etwa 58.000 Follower:innen. Insgesamt erreichten die Inhalte mehr als 12 Millionen Menschen, meist politikferne Zielgruppen, und lösten weit über eine Million Interaktionen aus. Die Idee ist auch in anderen regionalen Kontexten umsetzbar. Um die Kommunikation an die sich wandelnde Medienwelt anzupassen und inklusiver zu gestalten, hat sich die FES zum Jubiläum ein neues Corporate Design gegeben. Dieses frische, barrierefreie Design für alle Standorte, Themen und Organisationsbereiche soll symbolisieren, dass die Stiftung mutig, offen und zukunftsgewandt bleibt. 12 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Do you have some­thing to fight for? Kunstausstellung zu 100 Jahren Friedrich-Ebert-Stiftung Anlässlich des Jubiläums präsentierte die Stiftung eine kuratierte Auswahl der hauseigenen Kunstsammlung, ergänzt durch Arbeiten von aktuellen und ehemaligen Kunststipendiat:innen mit zeitgenössischen gesellschaftspolitischen Positionen. Fragen an die Kuratorin Franziska Richter über ihre Erfahrung beim Führen durch die Ausstellung in der Berliner Zentrale. Eine Kunstausstellung – das ist nicht immer das Erste, was einem zu politischer Bildung und Demokratieförderung in den Sinn kommt. Was kann eine Kunstausstellung leisten, das andere Formate nicht können? Die ausgestellten Werke erzählen sehr viel über die Geschichte, die Werte und die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung. Zusammen mit meinen Kolleg:innen Beate Eckstein und Peter Pfister ist es uns über die Kunst gelungen, unsere Arbeit auf eine ganz besondere Weise zu vermitteln. Nehmen wir die spannende Zusammenstellung zahlreicher Porträts aus verschiedenen Epochen und in unterschiedlichen Kunststilen von Politiker:innen und Gewerkschaftler:innen im Foyer in Berlin. Dort erkennt man den dialogischen Ansatz, den wir für die Ausstellung gewählt haben: Ausgewählte Werke der Kunstsammlung werden mit zeitgenössischen Arbeiten in Beziehung ge setzt – und dabei entwickelt sich ein neues Bild. Den Reigen der in Öl gemalten, männlich dominierten Porträts aus der Kunstsammlung haben wir mit speziell für die Ausstellung angefertigten Auftragsarbeiten aufgebrochen. Nun bereichern und vervollständigen viele Porträts von PolitikePortraitwand im Eingang Haus 1, Berlin 100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung 13 Lotte B. Prechner, Epoche, 1928, Öl auf Leinwand, 105 × 85,5 cm rinnen und Gewerkschafterinnen – wie Regine Hildebrandt, Rosa Luxemburg, Hedwig Dohm oder Louise Otto Peters – das Bild der Arbeiterbewegung und der Sozialen Demokratie. „Da stehen dann plötzlich Vergangenheit und Gegenwart im Raum.“ Wenn wir bei den Führungen mit den Besucher:innen über das Leben der Künstler:innen sprechen, gibt es viele Gänsehautmomente. Zum Beispiel vor dem Gemälde von Lotte B. Prechner, Epoche, 1928, das im Erdgeschoss zu sehen ist: Die zur Zeit der Weimarer Republik sehr bekannte jüdische Künstlerin erhielt von den Nationalsozialisten Ausstellungs- und Berufsverbot und ging nach politischer Verfolgung ins Exil. Danach konnte sie nie wieder an den Ruhm der 1920er-Jahre anknüpfen. Da stehen dann plötzlich Vergangenheit und Gegenwart im Raum. Frans Masereel, Lesender Arbeiter, 1931, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm 14 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Wolfgang Mattheuer, Aggression, 1982, Öl auf Hartfaser, 100 x 125 cm Prechner war jahrelang mit dem belgischen Künstler Frans Masereel befreundet, dessen Werk Lesender Arbeiter von 1931 sich bis zu ih rem Tod in ihrem Besitz befand und später in die Sammlung der Friedrich-Ebert-Stiftung gelangte. Der Lesende Arbeiter steht wie kaum ein anderes Bild für den Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, Menschen ungeachtet ihrer sozialen und kultu rellen Herkunft zu fördern. Beide Werke hängen in enger Beziehung zueinander. Die ausgestellten Werke reichen von Goyas berühmter Radierung aus der Serie Los Desastres de la Guerra , 1818/1863 über den Expressionismus bis hin zu zeitgenössischen Installationen. Sie behandeln so unterschiedliche Themen wie Krieg, Ausbeutung, Sexismus, Arbeitsalltag oder Klimakrise. Was hält die Kunstaustellung zusammen? Kunst kann zeitlose Metaphern erschaffen. Das wird beispielsweise bei dem 1982 entstandenen Gemälde Aggression des DDR-Malers Wolfgang Mattheuer spürbar, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Arbeiten von Prechner und Ma sereel hängt. Das Bild ist ein Vorgänger des berühmten Jahrhundertschritts von 1984: Eine Figur läuft auf einer dunklen Straße, eine Hand zum Hitlergruß erhoben, die andere mit geball ter Faust, ein Fuß in Armee-Uniform, der andere nackt nach vorne gestreckt – es soll den Schritt in eine bessere Zukunft symbolisieren. Ich habe diesen Schritt in meinen Führungen oft nachstellen lassen. Dabei merkten wir, wie instabil und wacklig er ist. Für mich ist das eine Metapher für eine unsichere Zukunft, für die wir viel Energie und Kraft einsetzen müssen – zur Stärkung und zum Schutz von Demokratie und Menschlich keit. Hier schließt sich der Kreis zum Titel der Kunstausstellung Do you have something to fight for? Sie bezieht sich auf die gleichnamige Kunstintervention von Polina Stohnushko(geb. 1994 in Kyjiw), das als Ausstellungsbeitrag im öffentlichen Raum am Brandenburger Tor platziert war. Der Titel kann als Frage, aber auch als Aufforderung gelesen werden, sich gesellschaftlich zu engagieren. Die Werke spiegeln alle ihre Zeit wider. Aber sie können an vielen Stellen über die Jahrhunderte hinweg miteinander in Dialog treten. Sie alle haben uns heute noch etwas zu sagen. „Ich hatte den Eindruck, dass viele die Ausstellung bewegt und berührt verlassen haben.“ Wie ist die Ausstellung bei den Besucher:innen angekommen? Ich hatte den Eindruck, dass viele die Ausstellung bewegt und berührt verlassen haben. Gerade auch, weil manche Kunstwerke eine unmittelbare Nähe zu den Betrachter:innen herstellen konnten – zum Beispiel die Fotografie von Cihan Çakmak My sister an I von 2023. Die deutschkurdische Künstlerin ist darauf Seite an Seite mit ihrer Schwester zu sehen; Sie schauen die Be trachtenden ernst und selbstbewusst an, beide sind durch die Berührung der Schultern verbunden, die Hände an die Schultern gelegt – abwehrend und doch in Kontakt tretend, sich einen eigenen, aber auch gemeinsamen Solidaritätsraum erschaffend. Über die vielen möglichen Interpretationen dieser Geste haben die Besucher:innen intensiv gemeinsam reflektiert. Sehr bewegend waren für viele auch die Fotografien der ukrainischen Künstlerin Yevgenia Belorusets. Die ehemalige Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung war in Kyjiw, als die russische Vollinvasion der Ukraine 2022 begann, und sie blieb dort in den folgenden Monaten, um das Leben der Menschen zu dokumentieren. In der Ausstellung zeigten wir Arbeiten, die 2024 in 100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung 15 Polina Stohnushko, DO YOU HAVE SOMETHING TO FIGHT FOR?, 2025, Intervention am Brandenburger Tor Cihan Çakmak, My sister and I, 2023 FineArt Baryta, Fotografie, 90 x 93,5 cm Mykolajiw entstanden sind – einer Stadt, die vom Krieg stark zerstört worden ist. Die Bilder dokumentieren, wie Russland systematisch Infrastruktur zerstört, um das Leben vor Ort un möglich zu machen. In den Führungen standen wir hier oft lange und haben über die aktuelle Lage in der Ukraine gesprochen – und über den großen Mut der Künstlerin, sich so unmittelbar ins Kriegsgeschehen zu begeben. Interview: Stabsstelle Kommunikation Die Ausstellung wurde von einer Kurator:innengruppe konzipiert unter Beteiligung ehemaliger Stipendiat:innen: Saskia Ackermann, Beate Eckstein(Projektleitung), Peter Pfister, Gideon Phiesel, Dr. Annelie Pohlen(†), Franziska Richter, Vilmos Veress und Dr. Marion Ziese. 16 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. „Spannend, wie unterschiedlich Gerichte in anderen Ländern zubereitet werden!“ Interview mit Matthias Roguski, Küchenchef Kantine Bonn Ein internationales Kochbuch der Friedrich-EbertStiftung Klappenbroschur 224 Seiten 25,00 Euro ISBN 978-3-8012-0686-4 Erscheinungstermin Januar 2025 Herr Roguski, Sie haben einige Gerichte aus dem internationalen Kochbuch der Friedrich-Ebert-Stiftung nachgekocht. Wie haben Sie die Rezepte ausgewählt? Wir haben uns für Rezepte entschieden, die sowohl nachhaltig als auch in unse rem Küchenalltag gut umsetzbar sind. Ein wichtiges Kriterium war dabei die Verfügbarkeit der Zutaten – viele Produkte sind aktuell leider nur schwer oder gar nicht zu beziehen. Deshalb mussten wir pragmatisch auswählen und darauf achten, dass die Gerichte mit regional verfügbaren Lebensmitteln realisierbar sind. Gleichzeitig war es uns wichtig, Rezepte auszuwählen, die thematisch pas sen und unseren Gästen geschmacklich etwas Besonderes bieten, ohne dabei zu aufwendig in der Zubereitung zu sein. Welches Gericht war Ihr persönlicher Favorit? Meine Favoriten waren Schah-Pilaw aus Aserbaidschan und Feijoada à Transmontana aus Portugal. Beim ersten Gericht werden traditionelle Gewürze mit ei ner modernen Präsentationsform kombiniert, um ein ausgewogenes Geschmacksprofil zu erzeugen. Beim zweiten hat mir gefallen, dass auch Restever wertung höchsten Ansprüchen gerecht werden kann. Wie war das Feedback? Das Feedback war durchweg positiv. Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich darüber gefreut, neue Geschmacksrichtungen kennenzulernen und Gerichte zu probieren, die sie nicht jeden Tag auf dem Speiseplan finden. Besonders gut kam an, dass die Rezepte kreativ und abwechslungsreich waren. Insgesamt war die Resonanz sehr wertschätzend. Was hat Ihnen und Ihrem Team daran besonderen Spaß gemacht? Spannend war vor allem zu sehen, wie unterschiedlich die Rezepte und Gerichte in anderen Ländern zubereitet werden. Die verschiedenen Zubereitungsarten, Gewürze und Präsentationen zeigen, wie vielfältig Esskultur ist. Das hat auch bei uns in der Küche für Gespräche und neue Ideen gesorgt. Es war interessant, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und Inspiration aus anderen kuli narischen Traditionen mitzunehmen. Planen Sie, weitere Rezepte aus dem Buch auszuprobieren? Das aktuell nicht, aber wir werden einige Gerichte, die besonders gut angekommen sind, in unsere zukünftige Menüplanung aufnehmen und gegebenenfalls weiterentwickeln. So können wir erfolgreiche Ideen langfristig in unser Angebot integrieren. 100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung 17 Eine Woche voller Überraschungen Eindrücke von der Pop-Up-Lounge in Berlin-Marzahn Von Felix Eikenberg, Leiter des Landesbüros Berlin Die Pop-up-Lounge auf dem VictorKlemperer-Platz in Berlin-Marzahn Nicht das klassische Publikum Während wir am ersten Tag noch mit dem Aufbau beschäftigt waren, kam ein junger Mann, um die 18 Jahre alt, forschen Schrittes auf uns zu und fragte:„Was macht ihr hier, was wird das?“ Ich hatte ein ungutes Gefühl und überlegte, ob er vielleicht zu der in Marzahn starken rechten Jugend szene gehörte, zumal er an der Jacke ein Symbol trug, das an die Reichsflagge erinnerte. Er wirkte misstrauisch. Nach einem kurzen Gespräch zog er davon. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Er und zwei gleichaltrige Freunde sollten in den nächsten Tagen unsere Stammgäste werden. Die jungen Männer fühlten sich offenbar sehr wohl an unserer Lounge, wozu sicherlich auch der Gratiskaffee beitrug, den sie literweise konsumierten. Mit der Zeit lernten wir sie besser kennen und es eröffnete sich uns ein Einblick in ihre Lebenswelt, die weit entfernt war von der Welt der üblichen Teilnehmer:innen unserer Bildungsveranstaltungen: eine Welt von prekären Lebensumständen, von Ziel- und Perspektivlosigkeit, von Langeweile im Alltag, von Stress mit anderen Gruppen im öffentlichen Raum. Ob sie durch unsere Pop-UpLounge zu überzeugten und aktiven De mokraten geworden sind? Sicher nicht, aber immerhin haben sie einige Programmpunkte verfolgt, und als es um ein Thema ging, das ihrer Lebenswelt nahe war – Handyverbot an Schulen –, auch engagiert mitdiskutiert. Sie bekamen den Raum für ihre Meinungen und Argumente, der Bezirksstadtrat und viele andere hörten ihnen zu. Pride Parade und wir mittendrin – auch mit unseren Sorgen vor Übergriffen Was wir nicht wissen konnten, als die Terminplanung der Pop-Up-Lounge gemacht wurde: Am Samstag würde die Marzahn Pride 2025 genau auf diesem Platz ihre Abschlusskundgebung ab halten. Die Marzahn Pride besteht aus einer Pa rade durch das Viertel und einem anschließenden Fest, bei dem queere Vielfalt gefeiert wird. Sie wird von einer russischsprachigen LGBTQ+Organisation veranstaltet, die sich für die Rechte queerer Menschen mit Migrationsgeschichte en gagiert. In Marzahn leben besonders viele rus sischsprachige Menschen – allerdings auch viele Menschen, die queeres Leben ablehnen. In die Vorfreude auf ein buntes Fest und sehr viele Besucher:innen an unserer Lounge mischten sich in den Tagen davor zunehmend Sorgen: So wie auch an anderen Orten hatten rechtsextreme Gruppen gegen die pride events mobilisiert. Kurz zuvor war es im brandenburgischen Bad Freien walde sogar zu gewaltsamen Angriffen auf ein Vielfaltsfest gekommen. Wir berieten uns intern und suchten externen Rat, verabredeten, was wir im Notfall tun würden und machten uns morgens mit einem etwas mulmigen Gefühl auf den Weg nach Marzahn. Unter Polizeischutz bereite 18 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. ten wir, wie die anderen Standbetreiber von Initiativen und Parteien, alles vor, bevor über 1.000 fröhliche Teilnehmende der Parade den Platz fluteten. Mit unserer Lounge waren wir mitten im bunten Trubel und hatten so viele Gespräche und Begegnungen wie an keinem anderen Tag. Die letztendlich kleine Neonazi-Gegendemo wurde von der Polizei in Schach gehalten und der Tag blieb friedlich und fröhlich. „Sollen wir das wirklich durchziehen?“ Wenn man etwas Neues ausprobiert, muss man damit leben können, dass manches auch nicht gelingt. Mit der Pop-Up-Lounge haben wir auf einem öffentlichen Platz Diskussionsangebote ge macht, und das in einem Stadtteil, in dem wir nur wenig vernetzt sind und den wir nicht gut kannten. Wir haben unser Programm zwar kräf tig beworben, aber als ich an einem Wochentag um 12 Uhr den von mir moderierten Talk mit einer Vertreterin der Koordinierungsstelle für Demokratie im Bezirk beginnen wollte, war nie mand da, um zuzuhören. Ich habe dennoch mit der Begrüßung angefangen, in der Hoffnung, dass durch die Lautsprecher Passant:innen aufmerksam und angelockt würden. Mein Gast machte das skurrile Spiel mit und so unterhielten wir uns einige Minuten lang ohne Publikum über die Aufgaben der Koordinierungsstelle für Demokratie im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, mit den Blicken immer den Platz nach möglichen Zuhörer:innen absuchend. Aber auch direkte Einladungen an Passant:innen, kurz stehen zu bleiben, fruchteten nicht. Ich erinnere mich noch genau an den Augenblick, als meine Gesprächspartnerin sich nach einigen Minuten Gespräch ohne Publikum zu mir beugte und leise fragte:„Sollen wir das hier jetzt wirklich durch ziehen?“ Wir blickten uns kurz an – und brachen den Talk ab. Zu Experimenten gehört eben auch eine gewisse Frustrationstoleranz. Klein, aber fein Nachdem wir merkten, dass an den Wochentagen tagsüber die Resonanz auf unsere Angebote begrenzt blieb, machten wir noch einmal per sönlich Werbung in den umliegenden Geschäften und Einrichtungen. So ging ich in ein Stadtteilzentrum, in dem sich ein interkulturelles Nähcafé befand. Ich kam mit den beiden dort tätigen Syrerinnen ins Gespräch und lud sie zum Programmpunkt etwas später ein. Sie zeigten sich interessiert, aber ich dachte mir:„Mal se„Mal sehen, ob sie wirklich kommen...“ hen, ob sie wirklich kommen…“. Als dann am Nachmittag unser Gespräch mit einer Autorin über Frauenbiografien im Osten begann, war zu nächst eine Handvoll Teilnehmer:innen anwesend. Umso mehr freute ich mich, als die beiden Mitarbeiterinnen des Nähcafés tatsächlich dazustie ßen. Besonders schön war aber, dass sie nach dem Talk noch fast eine Stunde lang mit einer älteren Dame aus der Nachbarschaft im Gespräch blieben. Die Dame hatte ein großes Bedürfnis, ihre Sicht auf die Situation von Frauen in der DDR und im vereinten Deutschland zu vermit teln, während die Syrerinnen von ihren Erfahrungen in Syrien und in Berlin berichteten. Unser Angebot hatte also, wenn auch in kleinem Rahmen, für einen ausführlichen Austausch unter Menschen gesorgt, die sich ansonsten wohl kaum begegnet wären. Am 21.06.2025 fand zeitgleich mit der Pop-up-Lounge die Marzahn-Pride statt, um queere Vielfalt im Bezirk zu feiern 100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung 19 Wiesbaden auf der Palme Eindrücke von der Pop-Up-Lounge in Wiesbaden Von Vinzenz Huzel, Leiter des Landesbüros Hessen Arbeiterlieder singen Gemeinsam mit den Naturfreunden, der AWO und dem DGB haben wir ein gemeinsames Singen von Arbeiterliedern auf dem Schlossplatz organisiert. Das hat die ganze„Familie“ zusam mengebracht und wir haben uns vorgenommen, so etwas häufiger zu machen. Denn Singen ver bindet und die Lieder sind der Soundtrack unserer Bewegung. Manchmal bekam man tatsächlich eine Gänsehaut. Mit dabei waren u.a. der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und die frühere Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Über Vermögen sprechen Die Themen gerechte Vermögensverteilung und Steuern sind relevanter denn je. Mit dem Staatstheater Wiesbaden haben wir das Stück„Tax me if you can“ auf die Pop-Up-Bühne gebracht und mit Studierenden aus der Sozialen Arbeit und der Stadträtin Patricia Becher über die Situation in Wiesbaden gesprochen. Themen zu Ende diskutieren Durch unsere Präsenz und die Idee, eine Woche lang den ganzen Tag ansprechbar zu sein, haben sich viele spannende Gespräche ergeben. Gespräche, die sonst oft aus Zeitmangel nicht zu stande kommen. So konnten Themen auch mal zu Ende diskutiert werden. Dabei haben wir viel Zuspruch erhalten, aber auch kritische Stimmen gehört. Sehr hilfreich war unser Konzept„Wis senschaft trifft…“, bei dem Prof. Dorothée de Nève und Prof. Ansgar Schnurr mit Interessierten auf der Straße diskutierten. Der Frankfurter DGB-Chor Provokale und Lieder­macher Jochen Wich singen gemeinsam mit Besucher:innen vor dem Wiesbadener Rathaus Arbeiter:innenlieder. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem DGB der NaturFreunde und der AWO statt Das Stück„Unser Erbe: Tax me if you can“ von Helge Schmidt und Team, das am Hessischen Staatstheater Wiesbaden in dieser Spielzeit seine Uraufführung gefeiert hat, war als Kurzfassung in der FES Pop-Up-Lounge zu sehen 20 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Ärgernisse sammeln und besprechen Einfach mal alles sammeln, was Wiesbadener:innen ärgert – das war die Idee hinter„Was bringt Wiesbaden auf die Palme?“. Eine Woche lang ha ben wir Ärgernisse aus der Bürgerschaft an einer aufblasbaren Palme gesammelt und diese dann dem Landtagsabgeordneten Alexander Hofmann übergeben. Der konnte vieles einordnen, erklären und vor allem Perspektiven aufzeigen, was sich früher oder später wird ändern lassen. Ein ehrlicher, direkter und humorvoller Austausch. Oberbürgermeister von Wiesbaden, Gert-Uwe Mende ­begrüßt die ehemalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul Zahlreiche Besucher:innen und Interessierte informierten sich an der Pop-up-Lounge in Wiesbaden 100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung 21 „Zur Guten Hilfe“ Eindrücke von der Pop-Up-Lounge in Bremen Von Stine Klapper, Büroleiterin FES Nord Die Pop-up-Lounge in Bremen stieß auf großes Interesse und zog zahlreiche Besucher:innen an Friedrich Eberts Kneipe und unsere Theke Friedrich Ebert hatte zusammen mit seiner Frau Louise in Bremen einmal eine Kneipe.„Zur Guten Hilfe“ hieß die und dort kam unser Namens geber ins Gespräch mit seinen Mitbürger:innen. Das wollten wir mit der Pop-Up-Lounge auf dem Bremer Domshof nachahmen. Praktischerweise kam der Event-Container mit einer eingebauten Theke an – bei uns gab es zwar eher Kaffee als Bier, aber ins Gespräch sind wir mit sehr vielen Bremer:innen gekommen. Es kamen geladene, aber auch zufällige Gäste und damit eben auch solche, die sonst nicht unbedingt zu unseren Veranstaltungen kommen. Unser nächstes Vorhaben: eine Kneipengesprächsreihe mit dem Titel„Zur Guten Hilfe“. Die Fahrradchoreografie In Bremen fährt man Fahrrad. Die Annäherung an die Pop-Up-Lounge ging so vonstatten: Wenn der FES-Container aus der Distanz interessant erscheint, ein bisschen langsamer fahren, dann gegebenenfalls in angemessenem nordischen Abstand anhalten, aber noch auf dem Fahrrad sitzen bleiben und gucken, was da so los ist. Ab steigen, das Fahrrad halten und weiter gucken. Dann erst das Fahrrad abstellen, ein paar Schritte näherkommen. Wenn wir Glück hatten: auf unsere Bierbänke vor der Lounge setzen und im allerbesten Fall ins Gespräch einsteigen. Eine vollendete Fahrradchoreografie war für uns jedes Mal ein großes Erfolgserlebnis! Mehr Experiment wagen „Der sieht für die FES ja richtig cool aus“, so der Kommentar einer Besucherin an der Lounge. Einige von uns haben das vielleicht selbst gedacht. Und ja: Wir sollten mehr wagen und experimentieren, das steht uns gut. Starkes Netzwerk, lockere Gespräche Es war toll zu sehen, wer alles zu uns zum Ge spräch gekommen ist, welches Netzwerk die FES hat: vom Bürgermeister über die Intendantin von Radio Bremen bis zur Uni-Rektorin – und alle fanden den Ansatz richtig gut, das Gespräch zu suchen und sich konfrontieren zu lassen mit ganz unterschiedlichen Fragen. Die Gesprächsat mosphäre war schon durch das Setting informeller und entspannter als beispielsweise auf einem Podium oder in Diskussionsforen. Das hat dem Austausch gutgetan! Die Pop-up-Lounge der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bremen lud Besucher:innen zu einem gemeinsamen Filmabend unter freiem Himmel ein 22 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Progressive Democracy Lab: Innovative Ideen für eine starke Demokratie Im Rahmen des Jubiläums hat die Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Progressive Democracy Lab ein internationales Innovationsprogramm ins Leben gerufen. Ziel war es, junge, engagierte Menschen aus unterschiedlichen Ländern dabei zu unterstützen, ihre Ideen für eine starke Demokratie und eine solidarische Gesellschaft weiterzuentwickeln und in die Praxis umzusetzen. Gemeinsam mit einer Jury wählte die FriedrichEbert-Stiftung Projekte aus, die einen konkreten Beitrag zur Bewältigung aktueller gesellschaftli cher Herausforderungen leisten – in Deutschland, Europa und weltweit. Über einen Zeitraum von fünf Monaten wurden die Teilnehmenden von professionellen Innovationscoaches begleitet. Ein Höhepunkt des Programms war die Verleihung des„Zukunftspreises für Demokratie“ an das Pro jekt Bisagra aus Chile. Es reagiert auf eine zu nehmend polarisierte gesellschaftliche Situation: Politisches Desinteresse und die Verbreitung von Desinformation in sozialen Medien haben dort fremdenfeindliche und individualistische Narra­ tive verstärkt. Zugleich haben es progressive Stimmen schwer, ein breites Publikum zu errei chen. Hier setzt das Projekt Bisagra an. Ziel ist es, mithilfe der chilenischen Popkultur, die insbesondere junge Menschen anspricht, Themen wie Migration und öffentliche Sicherheit auf neue Weise in den sozialen Medien zu verhandeln und progressive Inhalte zugänglich zu machen – ohne dabei als klassischer politischer Akteur aufzutre ten. Durch die Nutzung aktueller Social-MediaTrends sollen demokratische Werte und Fragen der sozialen Gerechtigkeit wieder stärker in den öffent­lichen Diskurs eingebracht werden. Im Gespräch erzählen die Gründungsmitglieder ­Estefanía Labrín und Catalina Castex von ihrer Motivation und vom Umsetzungsprozess und ver raten, wie es nach der Preisverleihung weiterging. Anstelle traditioneller politischer Botschaften greift das Projekt auf Trends, eine visuelle Ausdrucksweise und einen lockeren Stil zurück, um progressiven Werten wieder mehr Platz in öffentlichen Diskussionen zu verschaffen Im Bild v.l.n.r: die Preisträgerinnen Estefanía Labrín, Catalina Castex, vom„Projekt Social Media Pop Culture“ und Saskia Esken, SPD-Parteivorsitzende 100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung 23 Die Preisträger:innen mit Dr. Sabine Fandrych, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der FES und Saskia Esken, SPD-Parteivorsitzende Warum haben Sie sich für das Progressive Democracy Lab beworben? Wir kannten die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Chile und sahen eine große Chance darin, mit einer traditionsreichen Institution zusam menzuarbeiten, die sich für die Stärkung demo kratischer Werte einsetzt. Gleichzeitig bot das Lab die Möglichkeit, unser Projekt in einer frühen Phase gezielt weiterzuentwickeln und wertvolle Orientierung zu erhalten. Was war für Sie das Wichtigste während des Labs? Der Prozess hat uns geholfen, zentrale Aspekte unseres Projekts zu konkretisieren, die zuvor noch nicht vollständig ausgearbeitet waren. Insbesondere die regelmäßigen Sitzungen mit dem Team des Progressive Democracy Lab vermittelten wichtige kommunikative Werkzeuge, um un sere Arbeit auch gegenüber anderen Institutionen klarer darzustellen. Zudem eröffnete sich für uns die Perspektive, neue Zielgruppen anzuspre chen und unsere Reichweite zu erweitern. Unsere Arbeit ist eng mit der Vernetzung mit anderen zi vilgesellschaftlichen Organisationen verbunden, die sich für die Stärkung der Demokratie einsetzen. Wie ging es mit dem Projekt nach der Preisverleihung weiter? Unser Team ist gewachsen und wir haben neue Themenfelder erschlossen, die für die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen von zent raler Bedeutung sind. Das Projekt ist Teil der Fundación Interpreta, eines Labors für angewandte Narrative, das digitale Kommunikationsdynamiken analysiert und in strategische Entscheidungen übersetzt. Heute beschäftigen wir uns insbesondere mit Zielgruppenanalysen, dem Testen von Botschaften sowie der Untersuchung von Diskursen im digitalen Raum. Durch die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen im Team konnten wir eine umfassendere Perspektive auf das Verhalten in sozialen Netzwerken entwickeln. Darüber hinaus haben wir Kooperationen mit internationalen Organisationen aufgebaut, die sich – im Einklang mit den Zielen des Projekts – für die Stärkung sozialer Rechte einsetzen. Betrachten Sie Ihr Projekt als Erfolg? Wir sehen unser Projekt auf einem guten Weg: Es ist gewachsen und hat sich als relevanter Akteur etabliert, insbesondere im Bereich der Wissensvermittlung und-aktualisierung. Gleichzeitig verstehen wir unsere Arbeit als fortlaufenden Lernprozess, geprägt von Experimenten, Anpas sungen und kontinuierlicher Analyse. Angesichts der rasanten Veränderungen im digitalen Raum – insbesondere durch die zunehmen de Bedeutung und gleichzeitig geringe Regulie rung von Künstlicher Intelligenz – halten wir es für entscheidend, die Funktionsweisen sozialer Netzwerke weiter zu erforschen. Ein besonderer Fokus liegt dabei darauf, auch politikferne Zielgruppen zu erreichen und für demokratische Themen zu sensibilisieren. Wir sind überzeugt, dass unser Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stärkung demokratischer Diskurse leistet. 24 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Hingehen und ins Gespräch kommen: Politische Bildung vor Ort In einer Zeit multipler Krisen und zunehmender Politikverdrossenheit ist politische Bildung wichtiger denn je. Zugleich erreichen klassische Angebote gerade politikferne Menschen immer weniger. Deshalb hat die Friedrich-Ebert-Stiftung mit aufsuchender politischer Bildung einen neuen Ansatz gewählt. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt von sechs Landesbüros sind sehr ermutigend. Viele Menschen fühlen sich unter Druck, sind enttäuscht von der Politik und haben das Gefühl, dass ihre Probleme nicht gelöst werden. Im schlimmsten Fall wenden sie sich von der Politik ab oder fallen auf die falschen Versprechen populistischer Kräfte herein. Genau diese Menschen standen im Fokus des Projekts„Aufsuchende politische Bildung“. Es hat neue Methoden entwickelt, um mit Bür ger:innen so in den Dialog zu kommen, dass alle sich ein bringen können. Die Angebote finden dort statt, wo die Menschen leben und arbeiten und wo sich auch die Probleme am deutlichsten zeigen. Ausgehend von der Lebens welt der Menschen werden niedrigschwellige Formate zu gesellschaftlichen und politischen Themen entwickelt. Die Teilnehmenden erkennen dabei die Relevanz politischer Entscheidungen für ihren eigenen Alltag, lernen Beteiligungsmöglichkeiten kennen und werden ermutigt, für ihre Interessen einzutreten. Damit sollen Menschen(wieder) für Demokratie begeistert werden. In einer Projektgruppe haben die Landesbüros Berlin, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt über eine Dauer von zwei Jahren Formate der aufsuchenden politischen Bildung erarbeitet und umgesetzt. Damit wurden Zugänge zu Menschen ermöglicht, die bisher nur schwer erreichbar sind: Menschen aus migrantischen Communitys; Menschen, die aufgrund ihres Wohnorts Bildungsangebote nicht wahrnehmen können; Menschen aus sozio-ökonomisch benachteiligten und bil dungsfernen Milieus; und nicht zuletzt Menschen, die sich von demokratischen Parteien und Institutionen abgewandt haben und demokratiefeindlichen rechtspopulistischen Positionen anhängen. Je nach Zielgruppe, Ort und Inhalten unterscheiden sich die Methoden. Sie sind stark davon abhängig, ob mit Jugendlichen oder mit älteren Menschen gearbeitet wird, ob das Format in einer Großstadt oder im ländlichen Raum, im Westen oder im Osten Deutschlands angeboten wird. Der Austausch mit Teilnehmenden aus migrantischen Communitys erfordert zudem Kenntnisse ihrer Sprache und Kultur. Die Mitglieder der Projektgruppe reflektierten auch ihre Rolle als politische Bildner:innen, etwa das eigene Auftreten oder die Ansprache von Zielgruppen. Erfahrungen daraus sollen direkt in die Arbeit der Abteilung Politische Bildung Dialog und insbesondere in die Stärkung demokratischer Netzwerke vor Ort fließen. Die folgenden Beispiele zeigen die Vielfalt der Formate: Bei den„Kahvehane-Gesprächen“ in Köln geht das Landesbüro Nordrhein-Westfalen in türkische Cafés(Kahvehanes), um mit türkeistämmigen Männern ins Gespräch zu kommen. Am Anfang geht es um den Aufbau von Vertrauen; erst im zweiten Schritt folgt der Austausch zu Themen, die für die Männer relevant sind. Als Pendant zu den„Kahvehane-Ge sprächen“ gibt es für türkeistämmige Frauen das Begeg nungsangebot„Ideenkessel“. Bei kulturellen Veranstaltun gen, Diskussionsabenden oder Empowerment-Trainings diskutieren die Frauen in türkischer Sprache über Themen wie Demokratie, Grundrechte, Rassismus oder Integration. Ziel ist, dass sich die Teilnehmerinnen gehört und angesprochen und letztlich zu gesellschaftlichem und politischem Engagement ermutigt fühlen. In Sachsen-Anhalt hat das Landesbüro seine aufsuchenden Aktivitäten auf Zeitz konzentriert, eine Kleinstadt, die seit 35 Jahren von einschneidenden Transformationsprozessen geprägt ist und vergleichsweise wenige Bildungsangebote vorhält. Mit dem„Bürgertheater Zeitz“ etwa hat die FES Bewohner:innen dazu eingeladen, dem Gefühl der perma nenten Veränderung mit theatralen Mitteln zu begegnen. Die Teilnehmenden beschäftigten sich in wöchentlichen Treffen mit den politischen Umwälzungen durch die Wie dervereinigung, den Strukturwandel und die Klimakrise. In Niedersachsen hat das Landesbüro das Dialogformat „Lass schnacken“ entwickelt, das in den Regionen Aurich und Gifhorn-Nord/Wolfsburg regelmäßig Themen aufgriff, die für die Teilnehmenden von hoher Relevanz sind. Die Region um Wolfsburg ist stark von der Automobilindustrie und dem gewerkschaftlichen Engagement vieler Bürger:innen geprägt, weshalb die Wahlerfolge rechtspopulistischer Kräfte und die Aktivitäten der Reichsbürgerszene große Ängste auslösen. Das Dialogformat bot auch die Möglichkeit der Vernetzung von Bewohner:innen und zivilgesell schaftlichen Akteuren. Projekte und Arbeitslinien 25 Die aufsuchenden Aktivitäten des Landesbüros Bayern nahmen spezifische Zielgruppen in den Fokus. Im Format „#realtalk“ in München konnten Auszubildende in einem geschützten Rahmen über ihre Meinungen, Sorgen und Ideen diskutieren. Zur Sprache kamen politisch-gesellschaftliche Themen wie Mitbestimmung im Wohnheim, aktuelle Wahlkämpfe, aber auch Krieg, Klimawandel oder gesellschaftliche Spaltung. Bei einer„Foto-Olympiade“ im mi grantisch geprägten Würzburger Stadtteil Heuchelhof wur de das Gespräch mit russischsprachigen Menschen gesucht; es folgten weitere Angebote wie ein Workshop zur Europawahl und ein nachbarschaftlicher Fotowettbewerb. Das Landesbüro Berlin bot in Neukölln/Gropiusstadt Workshops zum Umgang mit Rechtspopulismus und Hate Speech sowie Beratung und politische Bildung für mi­ grantische Eltern, die selbst oder deren Kinder Diskriminierung und Rassismus erfahren. Ziel war auch hier Empowerment am vertrauten und geschützten Ort. In Hellersdorf, ei nem Ostberliner Stadtteil, der immer noch unter infrastruktureller und sozialer Benachteiligung leidet, wurden Partizi pationsformate unter dem Motto„Meine Nachbarn, mein Haus, mein Kiez“ angeboten. Das Ziel ist die Stärkung von Nachbarschaft und Solidarität; Bürger:innen sollen auch hier zu Eigeninitiative und politischer Teilhabe motiviert werden. Die Erfahrungen der Projektgruppe waren einhellig positiv. Allerdings ist aufsuchende politische Bildung kein Selbstläufer, sondern mühselige Arbeit, die nicht selten mehrere Anläufe braucht und auf Widerstände stößt. Für aufsuchende politische Bildung braucht es Geduld, um Vertrauen zu lokalen Kooperationspartnern und erst recht zu den Menschen vor Ort aufzubauen. Die Umsetzung erfordert Flexibilität, weil die Formate gemeinsam mit den Partnern und Teilnehmenden entwickelt werden und deshalb stärker vom Verlauf und weniger vom Ergebnis geprägt sind. Um die aufsuchenden Bildungsangebote nachhaltig zu ge stalten, sind Gesprächs- oder Workshop-Reihen über einen längeren Zeitraum sinnvoller als singuläre Veranstaltungen. Die Formate sind am besten so zu gestalten, dass die Teil nehmenden ermutigt werden, selbst aktiv zu werden, so dass im Fall eines Rückzugs der Friedrich-Ebert-Stiftung keine Lücke entsteht. Das Projekt„Aufsuchende politische Bildung“ zeigt, dass der Ansatz die reguläre Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung wertvoll ergänzen kann. Auch Arbeitseinheiten außerhalb des Projekts entwickeln bereits entsprechende Formate. Ein Beispiel ist der Workshop„Vielfalt im Verein, Vielfalt in der Gesellschaft“ des Teams Jugend und Politik. Er richtet sich an Jugendteams im Amateurfußball und sensibilisiert für Antidiskriminierung auf und neben dem Platz. Auch die am Projekt beteiligten Landesbüros führen ihre aufsuchenden Aktivitäten im Rahmen ihrer Ressourcen weiter. Die Teilnehmer:innen des Bürgertheater Zeitz. Teamleiterin: Swantja Nölke(links) und Friedrich Hensen(rechts) 26 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Zeit für Zukunft – Wie wir morgen leben wollen Wir wollen auch in Zukunft noch sicher und friedlich in einer gerechten Gesellschaft und in einem demokratischen Staat zusammenleben. Mit dem Projekt„Zeit für Zukunft – Wie wir morgen leben wollen“ hat die Friedrich-Ebert-Stiftung Antworten auf die Frage gegeben, was dafür zu tun ist. Ziel des Projektes war es, politische Ideen in drei Themenfeldern zu erarbeiten“: die Stärkung des Gemeinwesens, eine gestaltende Finanzpolitik für mehr Verteilungsgerech tigkeit und ein neues Verständnis von Zeitgerechtigkeit. Dabei wurden zwei Per­spektiven besonders berücksichtigt: zum einen die der arbeitenden Mitte, also derjenigen, die mit ihrer Sorge- und Erwerbsarbeit den Zusammenhalt stärken und zum Wohlstand des Landes beitragen; zum anderen die der kommunalen Ebene. Denn mehr als die Hälfte aller Menschen in Deutschland leben in Kommunen mit einer Größe von 5.000 bis 100.000 Einwohner:innen. Viele dieser Menschen empfinden die öffentliche Infrastruktur wie Schulgebäude, ÖPNV, ärztliche Versorgung oder Kinderbetreuungseinrichtungen als unzureichend und sehen ihre Kommunen kaputtgespart. Das kann zu Ohn machtsgefühlen und einer Abwendung von der Politik führen und spielt populistischen Polarisierungsunternehmer:innen in die Hände. Drei digitale Bildungsprodukte des Projekts konnten als interaktive Angebote in der Pop-Up-Lounge genutzt werden, die anlässlich des Stiftungsjubiläums durch Deutschland tourte: das Quiz„Was sind deine Zukunftsträume?“ mit da zugehöriger Studie, die Infografik zum Thema„Time to care – Sorgearbeit im Fokus“ sowie das Point-and-Click-Spiel zur „15-Minuten-Stadt“ unter dem Titel„Zeit.Fair.Teilen.“ Zum Thema Verteilungsgerechtigkeit wurde eine gut transportierbare Version der Erbschaftssteueruhr aus dem vorangegangen Fokusprojekt„Wer zahlt die Zeche?“ in die Pop-Up-Lounge integriert. Die Uhr zeigt auf, wie viel Geld dem Staat verloren geht, weil hohe Erbschaften nur sehr gering besteuert werden. Ergänzend wurde eine szenische Lesung auf Basis des Theaterstücks„Unser Erbe: tax me if you can“ entwickelt. Die Szenen zum Thema Vermögens konzentration wurden von Schauspieler:innen an sieben Standorten aufgeführt und sehr positiv aufgenommen. Die Inhalte des Projekts wurden auch für Social Media, beispielsweise in vier Reels für Instagram aufbereitet. Sie behandelten neben Verteilungsgerechtigkeit auch die weiteren Themen des Projekts:„Was tun mit 28 Milliarden mehr Steuereinnahmen?“, Die 4-Tage-Woche,„Bezahlbarer Wohnraum jetzt!“ und Gender Gaps, also die Benachteili gung von Frauen bei Einkommen, Care-Arbeit und medizi nischer Versorgung. Die Reels haben zahlreiche Interaktio nen erzeugt und neue Zielgruppen erreicht. Das hat ge zeigt, dass Finanz- und Verteilungsthemen durchaus auch in solchen Formaten funktionieren und die FES so ein jüngeres Publikum erreichen kann. Die Themen des Fokusprojekts wurden auch in der DenkArtReihe aufgegriffen, einem mittlerweile gut etablierten Format für den Dialog zwischen Intellektuellen, Kunst- und Kulturschaffenden, Aktivist:innen und der Sozialen Demo kratie. Ein besonderes Highlight war die DenkArt am 4. April in Hamburg zum Thema„Warum spricht eigentlich niemand über die zunehmende Vermögenskonzentration in Deutschland?“. Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer disku tierte mit Julia Jirmann vom Netzwerk Steuergerechtigkeit und dem Theaterregisseur Helge Schmidt. Das Thema und sicherlich auch die Teilnahme Türmers zogen besonders viele junge Leute an. Mit der grundlegenden Bedeutung eines starken Gemeinwesens beschäftigte sich ein Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse im Juli erschienen und auf große Presseresonanz stießen. Das Projekt analysierte auf einer breiten Datengrundlage, wie stark Qualität und Verfügbarkeit staatlicher Leistungen mit der Zufriedenheit von Menschen, ihrem Vertrauen in den Staat und die Demokratie sowie dem gesellschaftlichen Zusammenhalt zusammenhängen. Die Er gebnisse deuten darauf hin, dass Investitionen in die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur besonders in sozioöko nomisch benachteiligten Regionen zur Stärkung der Demo kratiezufriedenheit beitragen könnten. Daraus lassen sich wichtige Schlussfolgerungen ziehen, wie eine sozial gerech te Strukturpolitik gestaltet und verlorenes Vertrauen in die Demokratie zurückgewonnen werden kann. Entsprechende politische Handlungsempfehlungen wurden unter dem Titel„Abgebaut, abgehängt, abgewählt – Wie kann Daseinsvorsorge die Demokratie stärken?“ veröffentlicht. Starke Kommunen sind das Fundament unserer Demokratie. Doch derzeit geraten Kommunen bei der öffentlichen Daseinsvorsorge vielerorts an ihre Grenzen – ob bei Schu len, Nahverkehr oder Kita-Plätzen. Eine strukturelle Unter finanzierung, wachsende Sozialausgaben und ein unüber Projekte und Arbeitslinien 27 sichtliches Fördersystem engen den Handlungsspielraum immer weiter ein – mit negativen Folgen für soziale Teilha be, Zusammenhalt und Klimaschutz. Das Gutachten„Kom munale Grundfinanzierung – Für starke Kommunen und gerechte Lebensverhältnisse“ analysiert die Ursachen der Schieflage und zeigt Wege auf, wie eine solidarische Grundfinanzierung gelingen kann. Eine gute Zukunft setzt auch voraus, dass der globale Kli mawandel eingedämmt wird – und zwar sozial gerecht. Ein gerechter Übergang zu einem klimaneutralen Wirtschafts system kann nur erreicht werden, wenn auch geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigt werden. Die Studie „No Just Transition without Gender Justice“ untersucht die Chancen der Integration gendersensibler Ansätze als Vor aussetzung für sozialen Klimaschutz. Die FES präsentierte die Ergebnisse im Juni als Side Event zur Hamburg Sustain­ ability Conference sowie im September auf dem Just Transition Forum Asia. In der Europäischen Union wird Klimapolitik durchaus ambitioniert betrieben, allerdings bisher oft sozial unausgewo gen. Einkommensschwache Haushalte tragen überproportional die Kosten klimapolitischer Maßnahmen wie des Emissionshandels, ohne vergleichbar der Mittelschicht von Förderprogrammen zu profitieren. Vor diesem Hintergrund hat das Kompetenzzentrum Klima und soziale Gerechtig keit der FES die Studie„Power to the People: Inclusion& Ownership in the EU’s Energy Transition“ und ein beglei tendes Video in Auftrag gegeben, um Vorschläge für eine stärkere Beteiligung einkommensschwacher Haushalte in Energiegemeinden und-genossenschaften zu formulieren. Die Studie„Energiearmut in Europa“ mit begleitender So cial-Media-Kampagne untersucht, welche Gruppen in Europa unter Energiearmut leiden und welche Politik es für ihre Anliegen braucht. Die soziale Frage der Klimapolitik wird auch in der politi schen Bildungsarbeit in den Bundesländern intensiv diskutiert. Der von der FES Bayern entwickelte Film„Zusammen“ beispielsweise will Menschen animieren, sich an ei nem solidarischen ökologischen Wandel zu beteiligen. Er begleitet den Bürger:innenrat in Erlangen und zeigt, wie ein „Klima-Aufbruch“ gelingen und welche Rolle direkte Demo kratie dabei spielen kann. Das Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern richtete am 17. November in Schwerin eine energiepolitische Fachtagung unter dem Motto„Neue Weichen stellen“ aus. Meck lenburg-Vorpommern ist einerseits Vorreiterland bei erneuerbaren Energien. Andererseits ist es aber auch mit Engpässen bei der Netzintegration, bei Netzanschlüssen und der sektorübergreifenden Nutzung grünen Stroms konfrontiert. Jede Verzögerung beim Umstieg auf erneuerbare Energien gefährdet die sozial gerechte Energiewende in MecklenburgVorpommern und Deutschland insgesamt. Denn Verzöge rungen verlängern die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen und verteuern damit die Energieversorgung, sowohl für die Bevölkerung als auch für die Wirtschaft. 28 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Philipp Türmer, Bundesvorsitzender der Jusos im Gespräch mit einem Besucher im Hamburger Betahaus bei einer Veranstaltung im Rahmen der DenkArt-Reihe Eine gerechte Welt gestalten Die Welt driftet auseinander. Während rechte Kräfte Unsicherheit und Krisen für ihre politischen Zwecke nutzen, stehen progressive Allianzen vor der Herausforderung, soziale Errungenschaften zu verteidigen und verbliebene Handlungsräume zu nutzen, um die Zukunft nachhaltig und gerecht zu gestalten. Der FES gelang es auch im Jahr 2025 wieder, zusammen mit ihren Partnern weltweit wichtige Impulse zu setzen und Initiativen auf den Weg zu bringen. Unverändert lag ein Fokus der Beratungsarbeit auf Friedens- und Sicherheitspolitik. Nachdem sich die NATO-Mitglieder dazu verpflichtet haben, fünf Prozent ihres Bruttoin landsprodukts für Verteidigung auszugeben, nahm die Tier gartenkonferenz der FES in Berlin am 13. November die ge sellschaftlichen Auswirkungen der gestiegenen Ausgaben in den Blick. Besonderen Wert legt die Stiftung auf einen weiten Begriff von Verteidigung, der die Resilienz der Gesell schaft einbezieht. Das machte auch der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Sebastian Hartmann in seiner Eröffnungsrede deutlich. Komplementär zur gegenwärtigen Aufrüstung setzt die Stif tung in ihrer sicherheitspolitischen Arbeit auf das Thema Rüstungskontrolle. Im Februar organisierte sie einen Austausch zwischen Abgeordneten des EU-Parlaments und des US-Kongresses, um politische Projekte anzubahnen, die Aufrüstung und Rüstungskontrolle als zwei Seiten dersel ben Medaille sehen. Ein weiteres Ziel war es, bei politischen Entscheidungsträger:innen Expertise im Bereich der Regulierung neuer Rüstungstechnologien aufzubauen. Weltweit beteiligt sich die FES an der Bearbeitung bewaffneter Konflikte und der Entwicklung von Empfehlungen zur Konfliktprävention, Mediation und Stärkung lokaler Friedensinitiativen. Unter anderem veranstaltete die Stiftung gemeinsam mit der International Crisis Group im Oktober in Nairobi erstmals eine internationale Konferenz zum Einfluss von Mittelmächten auf bewaffnete Konflikte in Afrika. Dialog- und Netzwerk-Initiativen unter anderem im Sahel, am Horn von Afrika, in der Ukraine und im Westbalkan konzen trierten sich auf die Zivilgesellschaft, Frauen- und Jugendinitiativen sowie marginalisierte Bevölkerungsgruppen. Progressive Ansätze einer feministischen Außen- und Ent wicklungspolitik verstärken nachweislich die Nachhaltigkeit von Friedensabkommen. Wie kann Geschlechtergerechtigkeit auch nach der offiziellen Abkehr von einer feministi schen Außenpolitik weiter gestärkt werden? Und wie kann die Umsetzung der UN-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit vorangetrieben werden? Diese Fragen thematisierte die Stiftung mit Publikationen und Fachveranstaltungen sowie beim Treffen der Gender Equality Action Group der Progressive Alliance(PA) in Luzern am 24. und 25. Oktober. Die sicherheitspolitischen Herausforderungen haben auch Rückwirkungen auf die globalen Handelsbeziehungen, zu denen die FES ebenfalls arbeitet. Die Welthandelsorganisation(WTO) ist durch Blockaden und protektionistische Maßnahmen einzelner Vertragsstaaten immer weniger in der Lage, eine gestaltende Rolle einzunehmen. Gleichzeitig be rücksichtigen orthodoxe Ansätze der Handelsliberalisierung die Bedarfe von Entwicklungsländern nicht angemessen und führen zu Ungleichheit, Klimaschäden und ökologischer Zer störung. In einem gemeinsamen Projekt luden die FES-Büros New York und Genf eine Gruppe führender Ökonom:innen, Gewerkschafter:innen, Wirtschaftshistoriker:innen und Handelsexpert:innen Ende Oktober nach New York ein, um über „Progressive Handelspolitik in einer sich wandelnden Weltordnung” zu diskutieren. Auf der Grundlage der Beratungen wird Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ein Empfehlungspapier für eine zukunftsweisende, sozialdemokratisch geprägte Handelspolitik schreiben, das 2026 in verschiedenen Hauptstädten auf der ganzen Welt vorgestellt werden wird. Die EU plant, erheblich in ihre außenpolitische Präsenz zu investieren, um ihre wirtschafts- und industriepolitischen Interessen voranzutreiben. Die gemeinsam mit der Founda tion for European Progressive Studies(FEPS) organisierte Economic Policy Conference am 24. September in Brüssel lotete aus, wie sich dieser Ansatz auf die Attraktivität der EU in der Welt auswirken könnte. Kritiker:innen befürchten, dass es zu Lasten nachhaltiger wirtschaftlicher Entwick lung, humanitärer Hilfe und des Menschenrechtsschutzes geht, wenn die EU vor allem kurzfristige Eigeninteressen verfolgt. Europäische und internationale Gewerkschaftsvertreter:innen betonen deshalb immer wieder die Bedeutung des europäischen Lieferkettengesetztes für die Verteidi gung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards. Um Armut und Ungleichheit wirksam zu bekämpfen, müs sen sich die globalen Handelsbeziehungen stärker an der nachhaltigen Entwicklungsagenda und den Pariser KlimaProjekte und Arbeitslinien 29 Im Rahmen einer Konferenz mit dem südafrikanischen ­Institute for Economic Justice, ICRICT und Oxfam im Mai, wurde bei einem späteren Side-Event der Film„Tax Wars“ im Rahmen des People Summits in Johannesburg gezeigt. Im Bild v.l.n.r.: Dan Corder, Prof. Jayati Ghos und Newton Masuku zielen ausrichten. Dazu brauchen Entscheidungsträger:in nen das entsprechende Know-how. Zusammen mit der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwick lung(UNCTAD) organisierte die FES in Genf ein hochrangiges Dialogforum zu Ungleichheit, Armut und Handel in Ländern mit sehr niedrigem Entwicklungsstand. Der praxisorientierte Austausch soll in der neuen Inequality Learning Group Initiative der UNCTAD fortgesetzt werden. Wie nachhaltige Entwicklung auch nach dem Rückzug der USA aus dem Agenda-2030-Prozess finanziert werden kann, berieten über hundert Staats- und Regierungschefs bei der Vierten Internationalen Konferenz für Entwicklungs finanzierung(FfD4) von 30. Juni bis 3. Juli in Sevilla. Zum Konferenzauftakt veröffentlichte das Projekt„End the sove reign debt trap“, an dem FES-Büros aus allen Regionen über mehrere Jahre beteiligt waren, Empfehlungen dafür, wie nationale Gesetzgebungen in verschuldeten Ländern zukünftige Schuldenkrisen verhindern können. In Veranstaltungen mit der Unabhängigen Kommission für die Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung (ICRICT) ging es um die Ausgestaltung einer Steuerrahmenkonvention der Vereinten Nationen für eine bessere Besteuerung von multinationalen Konzernen und sehr rei chen Privatpersonen. Im Rahmen einer Konferenz mit dem südafrikanischen Institute for Economic Justice, ICRICT und Oxfam wurde am 27. Mai in Johannesburg zusammen mit gewerkschaftlichen Partnern ausgelotet, wie gemeinsame afrikanische Positionen für eine progressive Steuerpolitik in die Agenda der südafrikanischen G20-Präsidentschaft einfließen können. In Lateinamerika initiierte die FES ein regionales Netzwerk, das feministische Perspektiven auf fiskalpolitische Herausforderungen herausstellt. Der Kampf gegen die Klimakrise gerät global in die Defensive, nicht zuletzt aufgrund von Kampagnen rechter Kräfte. Bei der internationalen Klimakonferenz COP30 im brasilia nischen Belém im November wurden trotz allem kleinere Erfolge erzielt. Nicht zuletzt konnte ein Beschluss zur Ent wicklung eines globalen Mechanismus für Just Transition erreicht werden – ein zentrales Element für die Akzeptanz von Klimaschutz. Dafür hatte die FES sich vor Ort mit einer internationalen Delegation aus zivilgesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Vertreter:innen eingesetzt. Darüber hin aus organisierte die Stiftung Veranstaltungen zur Rolle glo baler Partnerschaften für sozial gerechte Klimapolitik so wie zum Zusammenhang von Geschlechtergerechtigkeit und Just Transition. Armut, Kriege und Klimakrise treiben mehr und mehr Menschen in die Flucht. Internationalen Abkommen zum Trotz, die Freiheitsentzug nur als letztes Mittel erlauben, werden immer häufiger Migrant:innen unter haftähnlichen Bedingungen festgehalten. Mit ihrem Menschenrechtspreis würdigte die FES deshalb die International Detention Coalition(IDC). Das internationale Netzwerk setzt sich welt weit für ein Ende dieser Praxis ein und drängt auf die Entwicklung menschenwürdiger Lösungen, die außerdem sozial und wirtschaftlich nachhaltiger für die aufnehmenden Länder sind. 30 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Internationale konservative und rechtsautoritäre Allianzen nutzen multilaterale Foren, um zentrale Errungenschaften im Bereich Geschlechtergerechtigkeit und Diversität auszu höhlen. Das Vorgehen ist Teil einer umfassenden antifeministischen Strategie einer global vernetzten rechten Bewe gung. Zusammen mit Vertreter:innen aus dem UN-System und europäischen und nationalen Parlamentarier:innen entwickelt die FES Strategien, um dem globalen antifeministischen Backlash entgegenzutreten. Die Einflussmöglichkeiten zivilgesellschaftlicher Akteure auf multilaterale Prozesse wurden in den vergangenen Jah ren systematisch eingeschränkt. Vor allem Menschenrechtsaktivist:innen berichten von Einschüchterungsversuchen, auch an den Sitzen der Vereinten Nationen in Genf und New York. Gleichzeitig werden genau hier die bisher vielfältigen Möglichkeiten, sich in die Entscheidungs- und Überprüfungsprozesse einzubringen, immer stärker limi tiert. Die FES griff dieses Thema gemeinsam mit der Internationalen Juristen-Kommission(ICJ) in einem Strategiepapier auf. Es wurden Lösungsvorschläge entwickelt, die in die Debatte um die Reform der Vereinten Nationen im Rahmen der UN80-Initiative des Generalsekretärs Antonio Guterres eingespeist werden. Auf die massiven geopolitischen Umbrüche und die Krise des Multilateralismus hat die Stiftung mit der Gründung eines neuen Nord-Süd-Netzwerks reagiert. Das North South Futures Forum soll Vorschläge für die Reform des Multilateralismus und den Aufbau effektiverer internationaler Partnerschaften entwickeln. Die FES bringt dafür Entscheidungsträger:innen und Multiplikator:innen aus Politik, Thinktanks, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen aus rund 20 Ländern zusammen. Das erste Treffen Cecilia Niccolini, Mitglied des Parlasur und Staatssekretärin für Klimawandel, nachhaltige Entwicklung und Innovation in Argentinien, beim ersten Treffen des Nord-Süd Netzwerks, North South Future Forum, im Dezember in New York fand im Dezember in New York statt, das nächste soll im Juni 2026 in Brasilien folgen. Um sich dem globalen Rechtsruck entgegenzustellen, kommt es für die progressive Bewegung darauf an, international zusammenzustehen und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Begleitet von der FES als assoziierter Partnerin hat die Progressive Alliance wichtige politische Signale gesetzt. Ein deutliches Momentum schaffte der Bharat Sum mit im April. Unter der Überschrift„Delivering Global Justice“ kamen Parteivorsitzende und Regierungschefs und -chefinnen aus über hundert Ländern sowie viele weitere Mitglieder des weltweiten Netzwerks im indischen Hydera bad zusammen. Die Beratungen führten zur offiziellen Ver abschiedung der Hyderabad-Erklärung, einer kollektiven Verpflichtung progressiver Parteien und Bewegungen aus aller Welt zu Vermögenssteuern und Umverteilung, Stär kung von Sozialsystemen sowie zu Datenschutzgesetzen und internationalen Vereinbarungen zur Bekämpfung von Desinformation. Projekte und Arbeitslinien 31 Presseschau 2025 Online-Medien 3.867 Nennungen der Friedrich-Ebert-Stiftung in deutschsprachigen Online-Medien Süddeutsche Zeitung 27.02.2025 100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung Die Süddeutsche Zeitung widmet dem 100-jährigen Bestehen der FriedrichEbert-Stiftung einen ausführlichen Artikel, in dem auch Martin Schulz zu Wort kommt. Der Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung betont, wie wichtig der Kampf für die Demokratie heute ist, und geht dabei auch auf historische Parallelen ein. Er hätte es nicht für möglich gehalten, dass die heutigen Themen, die Angriffe der extremen Rechten auf die Demokratie, denen der Gründungsepoche so nah sein könnten. Deutsche Welle 28.03.2025 Proteste in der Türkei: Wo bleiben die Stimmen der Kultur? In einem Artikel über die Proteste in der Türkei nach der Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu fragt die Deutsche Welle Tina Blohm, Leiterin des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Istanbul, nach ihrer Einschätzung. Blohm bezeichnet die Entwicklungen als eine„neue Stufe der Unterdrückung“. Auch für die Menschen in der Türkei sei die Festnahme von Imamoglu überraschend gekommen. Frankfurter Rundschau 31.07.2025 Ein gefährlicher Trend in deutschen Kitas Über die Probleme in deutschen Kitas berichtet die Frankfurter Rundschau. Dazu gehört insbesondere der große Personalmangel, der negative Auswirkungen auf die Betreuungssituation hat. Florian Dähne, Referent für Bildung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, weist in dem Artikel auf den Trend hin, dass schon bei Kitakindern sprachliche Fähigkeiten fehlten; das mache sich dann später auch bei den Jugendlichen bemerkbar. taz 14.03.2025 Chaos auf dem Weltmarkt: Wie viel Zölle sind OK? Yvonne Bartmann, zuständig für die Themen Handels- und Sozialpolitik bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Genf, ordnet für die taz Donald Trumps Zollpolitik ein. Die Reaktionen auf das Agieren des US-Präsidenten schätzt Bartmann so ein, dass alle Akteure bislang einen kühlen Kopf behielten und die Gegenreaktionen sich im Rahmen der WTO-Regeln bewegten; das System lasse sich nicht so leicht beschädigen. Die EU, so Bartmanns Analyse, setze weiter auf Ge spräche Tagesspiegel 10.04.2025 Europa unter einem US-Präsidenten Trump: Ideen für eine progressive Wirtschaftspolitik Der Tagesspiegel berichtet ausführlich über den Tag der progressiven Wirtschaftspolitik mit Fokus auf die Themen europäische Integration, Wege aus der Wirtschaftskrise und die Rolle des Staates. Der Autor zitiert neben Enrico Letta auch Martin Schulz, wel cher im„Wirtschaftsimperialismus“ von Donald Trump einen Versuch sieht,„die bisherige Wirtschaftsordnung zu zerschlagen.“ Frankfurter Rundschau 11.12.2025 Chile vor Rechtsruck Die Frankfurter Rundschau analysiert die Situation in Chile vor der Stichwahl, bei der der ultrarechte Kandidat José Kast vorne liegt. Das Land stehe vor der Entscheidung, die sozialen Re formen der vergangenen Jahre unter Präsidnet Boric fortzusetzen, oder, wie viele andere Länder in der Region, einen Rechtsruck in Richtung illiberale Demokratie zu vollziehen. Cäcilie Schildberg, Leiterin des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Santiago de Chile, sieht die progressiven Kräfte vor großen Herausforderungen. Nach dem Scheitern des Verfassungsentwurfs im September 2022 habe der linken Regierung ein glaubwürdiges Transformationsprojekt gefehlt. Presseschau 33 Print-Medien 5.669 Nennungen der Friedrich-Ebert-Stiftung in deutschsprachigen Print-Medien Bonner Generalanzeiger 31.03.2025 Wie die Ebert-Stiftung in Bonn Arbeiterkinder fördert Der Bonner Generalanzeiger berichtet von der Jubiläumsfeier„100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung“ in Bonn. Der Artikel geht insbesondere auf die Gründungsidee der Stiftung ein, Kindern aus Arbeiter:innenfamilien eine höhere Bildung zu ermöglichen. Es kommen mehrere Stipendiatinnen und Stipendiaten zu Wort, die davon erzählen, was die Unterstützung durch die FES für sie bedeutet. Frankfurter Allgemeine Zeitung 20.05.2025 Portugal: Chega rückt auf Fabian Schmiedel, Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Lissabon, wertet in einem Artikel der FAZ die Parlamentswahl in Portugal aus, insbesondere die Politik der Sozialistischen Partei. Der Plan, Mehrheiten links der Mitte zu suchen und die rechtspopulis tische Chega-Partei damit in Schach zu halten, sei diesmal nicht aufgegan gen. Die anstehenden Kommunalwahlen und die Präsidentenwahl brächten bald neue Tests für die Brandmauer nach rechts, so Schmiedel. Magdeburger Volksstimme 12.08.2025 Zugewandert in der Pflege Das Thema Pflege und Pflegekräfte in Sachsen-Anhalt ist Thema in der Magdeburger Volksstimme. Dabei beruft sich die Zeitung auch auf die Studie„Pflegekräfte aus Drittstaaten“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Da nach sind bereits 13 Prozent der Pflegekräfte in Deutschland Zugewanderte ohne deutsche Staatsangehörigkeit. In Sachsen-Anhalt liege ihr Anteil allerdings bei unter einem Prozent. Insgesamt habe bundesweit jede sechste Pflegekraft einen Migrationshintergrund. Mitteldeutsche Zeitung 04.04.2025 Frühjahrsputz in Zeitz Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet über den jährlich stattfindenden Frühjahrsputz in der Stadt Zeitz in Sach sen-Anhalt, an dem sich auch Kolleg:innen des FES-Landesbüros mit einer eigenen Initiative beteiligten: Sie hatten zu einer Putz- und Pflanz­ aktion aufgerufen, um gemeinsam die Kramerstraße schick zu machen. Der Spiegel 31.07.2025 Hinter den Kulissen der Heidi-Society Der Spiegel berichtet über den großen Erfolg von Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende von Die Linke im Bun destag, in den sozialen Medien. Der Artikel bezieht sich dabei auch auf die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung „Swipe, Like, Vote – Analyse des Bundestagswahlkampfs 2025 auf TikTok“. Gemäß der Studie gehörte Reichinnek zu den reichweitenstärksten Kandi dat:innen im Bundestagswahlkampf und kam gleich hinter Olaf Scholz auf Platz zwei. Die Zeit 06.11.2025 FES-Mitte-Studie: Antidemokratische Einstellungen verfestigt Die Zeit widmet der Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung gleich mehrere Formate: einen großen Artikel, eine Podcast-Folge und ein ausführliches Interview mit dem Studienleiter Prof. Andreas Zick. Der Tenor: Der Rückgang eindeutig rechtsextremer Einstellungen sei kein Grund zur Er leichterung. Vielmehr sei eine Normalisierung menschenfeindlicher Einstellungen zu verzeichnen. 34 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. TV 482 Nennungen der Friedrich-Ebert-Stiftung im deutschsprachigen Fernsehen Phoenix 19.03.2025 Reden von Olaf Scholz und Lars Klingbeil zu„100 Jahre FriedrichEbert-Stiftung“ Phoenix sendet den Mitschnitt der Reden von Bundeskanzler Olaf Scholz sowie des SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil auf dem Festakt„100 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung“ am 12. März in Berlin.„Ihr werdet gebraucht“, so Olaf Scholz in Richtung des Publi kums,„denn Demokratie braucht Demokraten, dieser Satz von Friedrich Ebert gilt heute ganz besonders.“ ProSieben 09.07.2025 Wie die Ukraine ihre kritischen Rohstoffe für den Wiederaufbau nutzen kann In der Studie Critical Raw Materials, Local Content Policy and Ukraine´s Economic Recovery der FriedrichEbert-Stiftung wurden die Rohstoffvorkommen der Ukraine umfangreich analysiert und deren Nutzungspoten tial für den Wiederaufbau des Landes erörtert. Darüber berichtet das Pro Sieben-Nachrichtenformat newstime. Phoenix 22.10.2025 Friedensprozess in Gaza Bei phoenix vor ort gibt Ralf Melzer, Leiter des Büros der Friedrich-EbertStiftung in Israel, eine Einschätzung zum Friedensprozess in Gaza. Dabei geht Melzer unter anderem auf die Übergabe von von lebenden und toten Geiseln durch die Hamas ein, die Stimmung in Israel und die Chancen für einen politischen Prozess hin zu einem Frieden. 3sat 03.07.2025 Die beste Demokratie der Welt? ­ Das Schweizer Modell als Idee für Deutschland? In einem Beitrag über die direkte Demokratie in der Schweiz sendet 3sat auch Bilder und O-Töne von Saskia Esken beim Besuch des Demokratiefestes der Friedrich-Ebert-Stiftung am 24. Mai in Köln. Im Interview äußert sich die SPD-Vorsitzende unter ande rem zur Zufriedenheit der Deutschen mit der Demokratie. Sie spricht sich für die Beseitigung von Ungleichheiten aus. Als Antwort auf Unzufrie denheit eine direktere Form der Demokratie einzuführen sieht sie hinge gen kritisch. ZDF heute 09.08.2025 Wer profitiert vom Friedensdeal tatsächlich? Bei ZDF heute gibt Marcel Röthig eine ausführliche Einschätzung zum Frie densabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Der Leiter des Regionalbüros Südkaukasus der Friedrich-Ebert-Stiftung sieht das Treffen der Regierungschefs als„historisch“ an. Immerhin dauere der Konflikt bereits seit 1988 an. ZDF heute 06.11.2025 Mitte-Studie der FES Das ZDF berichtet in seiner Hauptnachrichtensendung heute von der Vorstellung der Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Zu Wort kommen dabei die beiden Hauptautor:innen Beate Küpper und Andreas Zick. Beate Küpper verweist darauf, dass 2024 viele Menschen für die Demokratie auf die Straße gingen. Gleichzeitig sei in den USA zu beob achten, wie schnell eine etablierte Demokratie demontiert werden könne. Presseschau 35 Radio 1.254 Nennungen der Friedrich-Ebert-Stiftung im deutschsprachigen Hörfunk Deutschlandfunk 28.02.2025 Kunstausstellung„Do you have something to fight for?“ In der Sendung„Kultur heute“ im Deutschlandfunk wird die FES-Kunstausstellung„Do you have something to fight for?“ vorgestellt. Dazu spricht Moderator Jörg Biesler mit Franziska Richter, Mitkuratorin und Referentin für Kultur und Politik bei der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Ausstellung zeigt Werke aus dem Bestand der Stiftung unter anderem von Goya, Schmidt-Rottluff und Masereel sowie von Kunststipendiat:innen der FES. Saarländischer Rundfunk 30.05.2025 Wahlen in Polen In der Sendung Bilanz am Abend des Saarländischen Rundfunks kommt Max Brändle zu Wort, Leiter des Bü ros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Warschau. Brändle gibt eine Einschätzung zur anstehenden Stich wahl für den Posten des Präsidenten in Polen. rbb inforadio 13.08.2025 Wie blicken die Menschen in der Ukraine auf das Gipfeltreffen? Felix Hett, Leiter der Büros für die Ukraine und die Republik Moldau der Friedrich-Ebert-Stiftung, gibt im rbbinforadio eine Einschätzung zum ge planten Gipfel zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und USPräsident Donald Trump in Alaska. Seiner Meinung nach ist die Ukraine möglicherweise sogar zu territorialen Zugeständnissen bereit, wenn es im Gegenzug dafür Frieden und Sicher heit gäbe. WDR 5 15.05.2025 Andreas Reckwitz: Mit Verlusten umgehen WDR 5 bespricht ausführlich das Buch„Verlust“ von Andreas Reckwitz und erwähnt auch die Auszeichnung des Werks mit dem Preis„Das politische Buch 2025“ der Friedrich-EbertStiftung. Der Autor beschäftigt sich in seinem Buch mit Verlusterfahrungen und-ängsten als Grundprobemen der Moderne. Deutschlandfunk Kultur 28.07.2025 Zweistaatenlösung als einziger ­Ausweg Ralf Melzer, Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Tel Aviv, gibt Deutschlandfunk Kultur ein Interview zum Nahost-Konflikt und dem aktuellen Stand der Debatte über eine Zweistaatenlösung. Er ordnet die Forderungen nach einem Staat Palästina ohne die Hamas ein – eine Lösung, die nach Melzers Einschät zung perspektivisch alternativlos ist. radioeins(rbb) 08.10.2025 Politische Krise in Frankreich: Lecornu am Ende, Macron unter Druck Drei gescheiterte Premierminister innerhalb eines Jahres – und kein Haushalt: Adrienne Woltersdorf, Leiterin der Büros der Friedrich-EbertStiftung in Paris, gibt bei radioeins des rbb eine Einschätzung zur politi schen Lage in Frankreich vor dem Hintergrund des Rücktritts von Premierminister Sebastian Lecornu. 36 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. International Auswahl von Erwähnungen der Friedrich-Ebert-Stiftung in ausländischen Medien New York Times 19.02.2025, USA Die New York Times beschäftigt sich mit der sich ändernden Weltordnung nach der Wiederwahl Donald Trumps, der Rolle Wladimir Putins und der Frage, wie die Europäer:innen die Entwicklungen bewerten. Dabei nimmt der Beitrag Bezug auf die Studie Se curity Radar 2025 der Friedrich-EbertStiftung, derzufolge ein Drittel der Menschen in Deutschland, Frankreich und Italien die USA als Bedrohung für die europäische Sicherheit ansieht. Radio Orient 21.06.2025, Frankreich In der Sendung„Ökonomie von Ost und West“ des französischen Senders Radio Orient geht es um die zuneh mende Dürre im Nahen Osten und Nordafrika sowie deren Auswirkungen auf die Wasser- und Ernährungssicherheit, auf Wirtschaft und Entwicklung. Salam Said, Wirtschaftsexpertin für den Nahen Osten und Nordafrika der Friedrich-Ebert-Stiftung, erläutert Ursachen und mögliche Lösungsansätze für die Konflikte, die durch die Wasserknappheit befeuert werden. Haaretz 18.09.2025, Israel Die Zeitung Haaretz aus Tel Aviv berichtet über eine Umfrage zur israeli schen Außenpolitik, die das MitvimInstitut in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt hat. Die Studie zeigt, dass eine Mehr heit der Befragten politische Lösungen einem militärischen Ansatz vor zieht und die Errichtung eines entmili tarisierten palästinensischen Staates befürwortet. Allerdings gebe es bei dem Thema einen deutlichen Riss zwischen Unterstützer:innen der rech ten Regierung und dem Rest der Öffentlichkeit, heißt es in dem Beitrag. Associated Press of Pakistan 23.02.2025, Pakistan Die Associated Press of Pakistan berichtet über die 3. Pakistan Labour Academy(PLA). Die Nachrichtenagentur bezeichnet die von der Fried rich-Ebert-Stiftung ins Leben gerufene Veranstaltung als einzigartiges Fo rum, das junge Gewerkschafter:innen und Zukunftsführer:innen aus dem ganzen Land zusammenbringe. Füh rende Gewerkschaftsvertreter:innen und auch der deutsche Generalkonsul betonten auf dem Kongress, dass gut ausgebildete Gewerkschaftsführer:innen entscheidend seien für faire Arbeitsbedingungen und nachhaltiges Wachstum. Página|12 12.07.2025, Argentinien Página/12 aus Buenos Aires berichtet über eine Veranstaltung zur Reform des argentinischen Arbeitsmarktes, organisiert unter anderem von der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Beiträge zeig ten, dass steigende Informalität, Ungleichheit, Armut und Arbeitslosigkeit durch die Politik von Präsident Javier Milei verschärft wurden. Als Lösung wurde ein sozialer Dialog gefordert, der die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stärkt und prekäre in reguläre Beschäftigung überführt. Vijesti 13.11.2025, Montenegro Die montenegrinische Tageszeitung Vijesti berichtet über die von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Podgorica ausgerichtete Regionalkonferenz„Ris se in der Demokratie – Nationalismus und Klerikalismus im Westbalkan“. Expert:innen zeigten, wie Nationalis mus und die Instrumentalisierung von Religion demokratische Entwicklung und sozialen Zusammenhalt schwä chen. Der Beitrag ordnet diese Tendenzen in die aktuellen Herausforde rungen für Demokratie und politischen Pluralismus im Westbalkan ein Presseschau 37 Arbeitsbereiche Politische Bildung und Beratung in der Friedrich-Ebert-Stiftung Im Inland bietet die Friedrich-Ebert-Stiftung politische Bildung und Beratung an, orientiert am Leitbild der Sozialen Demokratie. Gerade in krisenhaften Zeiten bleiben politische Bildung und Beratung entscheidende Instrumente für die Identifikation der Bürger:innen mit der Demokratie, ihre politische Urteils- und Handlungskompetenz und ihre Motivation zum gesellschaftspolitischen Engagement. Darüber hinaus bietet die Inlandsarbeit Plattformen für den Dialog zwischen Gesellschaft und politischen Akteur:innen und für fundierte Politikberatung. Die Angebote basieren auf Politikvermittlung, Lernprojekten, Kompetenztrainings sowie Politikberatung und sind zielgruppenorientiert, thematisch strukturiert und regional flex­ibel organisiert. In der politischen Bildung kommen vielfältige methodische, insbesondere partizipative Ansätze zum Einsatz, in Präsenz z. B. in der aufsuchenden politi schen Bildung, um politik- und demokratieferne Menschen zu erreichen. Hinzu kommen zahlreiche digitale Formate wie Web-Seminare, Live-Streams, Blogs, YouTube- oder TikTok-Videos, Podcasts, E-Paper-Reihen, Erklärfilme, Messenger-Spiele, Escape-Rooms, Online-Quiz und Kommuni kationsplattformen. Um junge Zielgruppen zu erreichen, werden Innovationen in Serious Games oder Augmented Reality erprobt. Politische Bildung und Dialog Die Abteilung Politische Bildung und Dialog(PBD) bietet politische Bildung und Beratung in allen 16 Bundesländern und berät an den Standorten Berlin und Bonn zu ausgewählten Politikfeldern in den Themenschwerpunkten»Demokratie«,»Kommunalpolitik« sowie»Jugend und Politik«. Im Referat Engagement, Qualifizierung und Digitale Bil dung(EQD) qualifizieren fünf Fachteams bundesweit Bür gerinnen und Bürger für aktive Teilhabe und Mitgestaltung in verschiedenen Politikbereichen. Ihre Angebote richten sich an Jugendliche, kommunalpolitisch Engagierte, Journalist:innen und die Zivilgesellschaft. Kompetenzen für digita le Formate und Medien vermittelt das Team Digitale Bildung, das auch als Motor für innovative digitale Bildung in die Stiftung hineinwirkt. Das Team des Fokusprojekts»100 Jahre FES« war bis zum Ende des Projektzeitraums am 31. Juli als sechstes Team in die Referatsstruktur eingegliedert. Im Referat Demokratie, Gesellschaft und Innovation(DGI) standen Grundsatzfragen zu Demokratie, Feminismus, ge sellschaftlicher Vielfalt und Zusammenhalt sowie Innovationen in der politischen Bildungsarbeit im Vordergrund. Die Landes- und Regionalbüros greifen bundes-, landes-, kommunal- und europapolitische Themen auf, die sie in der politischen Bildung dezentral auch im ländlichen Raum für ein breites Publikum aufbereiten. In der Politikberatung fußt ihr methodischer Ansatz auf empirischer Sozialfor schung sowie der gesellschaftlichen und politischen Verankerung in den Bundesländern. Demokratie. Zum Nachdenken, Begeistern und Machen Das Handbuch für RheinlandPfalz und das Saarland Ellen Diehl und Simon Stratmann(Hg) Die angespannte Mitte Rechtsextreme und demokratie­ gefährdende Einstellungen in Deutschland 2024/25 Team Demokratie Arbeitsbereiche 39 2025 organisierten sie zahlreiche Diskussionsveranstaltun gen zu den Gefahren, die von Rechtsextremismus und-po pulismus für Demokratie und Gesellschaft ausgehen. Zwei Erklärfilme informierten bundesweit Jungwähler:innen über die Bedeutung der Bundestagswahlen im Februar. Das Büro NRW und das Team Jugend und Politik führten im Vorfeld der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Workshops zu„Rettet die Wahlen“ durch, in de nen junge Menschen zur Bedeutung und den Inhalten der Wahl informiert wurden. Um Menschen zu erreichen, die sich von demokratischer Politik nicht mehr angesprochen fühlen, erprobten Büros aus sechs Bundesländern innovative Formate der aufsuchenden politischen Bildung. Im Laufe des Jahres organisierte die Abteilung Politische Bildung und Dialog on- und offline rund 2.000 Veranstaltungen und erreichte damit knapp 170.000 Interessierte. Hinzu kamen knapp 90 Publikationen, Print wie online. Zentrale Aufgaben/ Managerkreis Der Managerkreis ist das mitgliederbasierte Wirtschaftsnetzwerk für Soziale Demokratie, das als Brücke zwischen Wirtschaft und Politik fungiert. Die Mitglieder sind Führungskräfte, Unternehmer:innen und Selbstständige aus allen Branchen der Wirtschaft, aus Gewerkschaften, Kultur, Verbänden und Verwaltung. Im Jahr 2025 hat sich der Managerkreis als Verein neu aufgestellt. Von den rund 800 Mitgliedern des 1991 gegründeten Netzwerks sind inzwi schen viele dem neuen Verein beigetreten. Der Managerkreis bringt Stimmen aus der Wirtschaft in das politische Umfeld ein und entwickelt Positionen aus sozialdemokratischer Sicht. Dafür sind Regionalkreise ak tiv, die in enger Kooperation mit den FES-Landesbüros den Austausch der Mitglieder mit der Politik vor Ort organisieren. Fünf thematische Arbeitskreise entwickeln Impulse für die Bereiche Digitales, Energie& Klima, Gesundheit, Finanzen sowie Verkehr& Mobilität. Bei Hintergrundgesprächen exklusiv für Mitglieder waren zahlreiche Abgeordnete zu Gast. Vor Ort gab es hochrangi ge Veranstaltungen, etwa in Frankfurt mit dem Präsidenten der Deutschen Bundesbank Joachim Nagel und dem Europa­abgeordneten Matthias Ecke. In der Reihe»Ladies First« exklusiv für Frauen war u. a. die Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge zu Gast. Die Young Leaders mit vielen ehemaligen Stipendiat:innen sind in Berlin, NRW, RheinMain und Nord-Ost aktiv. Hier trifft sich der wirtschaftspolitisch interessierte Nachwuchs zu Unternehmensbesuchen und innovativen Diskussionsformaten. Das Netzwerk des Managerkreises auf LinkedIn hat sich er weitert und zählt aktuell 3.220 Follower:innen. In der Pod cast-Reihe»Managerkreis-Impulse« wurden bis Ende 2025 90 Folgen veröffentlicht, die insgesamt 19.700 Zugriffe verzeichneten. Kompakte YouTube-Filme machen Debatten online verfügbar. Der Managerkreis organisierte im Laufe des Jahres 28 Veranstaltungen, davon 12 online und 16 in Präsenz. Der neue Verein Managerkreis e.V. ist unter www.managerkreis.de erreichbar. Analyse, Planung und Beratung Die Abteilung Analyse, Planung und Beratung(APB) der Friedrich-Ebert-Stiftung versteht sich als Zukunftsradar der Sozialen Demokratie. Durch empirische Sozialforschung und andere Instrumente spürt sie Trends in der Gesellschaft sowie in der politischen Debatte auf. Sie testet neue Ideen der Sozialen Demokratie und lotet das Zustimmungspoten zial in unterschiedlichen Milieus der Gesellschaft aus. Dar über hinaus bietet sie politischen und gewerkschaftlichen Entscheidungsträger:innen Beratung zu sozialen, finanziel len, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen. APB bringt Expertise aus Wissenschaft, Praxis und Politik zusammen, um evidenzbasierte Beiträge zu aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu leisten. In drei Pu blikationsformaten – Analyse, Impuls, Factsheet – veröffentlicht die Abteilung umfangreiche Expertisen und StuGleichstellung als Standortfaktor für Deutschland Nora Sophie Griefahn, Eva Kreienkamp, Naciye Özsu, Petra Rossbrey, Andrea Schumann-Gregorius Ein starker Euro für die Souveränität Europas Florian Witt, Sebastian Camarero Garcia 40 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Die Friedrich-Ebert-Stiftung in Deutschland Stand: April 2026 Schwerin Hamburg Regionalbüro für Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern Bremen, Hamburg& Schleswig-Holstein Berlin Zentrale| Landesbüro Berlin Hannover Landesbüro Niedersachsen Düsseldorf Landesbüro Nordrhein-Westfalen Bonn Zentrale| Landesbüro Nordrhein-Westfalen Wiesbaden Landesbüro Hessen Magdeburg Landesbüro Sachsen-Anhalt Potsdam Landesbüro Brandenburg Erfurt Landesbüro Thüringen Leipzig Landesbüro Sachsen Dresden Regionalbüro Sachsen Trier Museum Karl-Marx-Haus Mainz Regionalbüro Rheinland-Pfalz / Saarland Stuttgart Landesbüro Baden-Württemberg Regensburg FES Bayern München FES Bayern Zielgruppen der politischen Bildungsarbeit → Bürger:innen, die politische Information und Orientierung suchen → Jugend und politischer Nachwuchs → Engagierte in Gewerkschaften und betrieblichen Interessenvertretungen → Multiplikator:innen mit Einfluss auf die gesellschaftlichen Debatten → Aktive in der Zivilgesellschaft → Multiplikator:innen in Parteien und Parlamenten → Vertreter:innen aus Medien, Kultur und Kreativwirtschaft Arbeitsbereiche 41 Überraschende Wahl, überraschende Stimmen Junge Menschen und die vorgezogene Bundestagswahl 2025 Thorsten Faas, Sigrid Roßteutscher, Armin Schäfer Welche Träume bewegen Deutschland? Lennart Hagemeyer, Lutz Ickstadt, Rainer Faus, Annika Arnold, Catrina Schläger, Jan Niklas Engels dien ebenso wie kurze handlungsorientierte Positionspapie re für Multiplikator:innen und Expert:innen. Zu ausgewählten Themen veranstaltet APB öffentliche Kongresse, bei denen neue Ideen und inhaltliche Impulse mit einem Kreis aus deutschen, europäischen und internationalen Wissenschaftler:innen und Entscheidungsträger:innen diskutiert werden. Im Vordergrund stehen dabei progressive Ansätze zur Gestaltung eines gerechten Wirt schafts- und Sozialsystems angesichts multipler Krisen so wie Megatrends wie Digitalisierung, Klimawandel und wachsender sozialer Ungleichheit. Ideen zur Gestaltung ei ner Vielzahl von Politikfeldern werden außerdem in kleinen Gesprächs- und Arbeitskreisen formuliert, diskutiert und empirisch unterfüttert. Zu den Aufgaben des Referats Analyse und Planung zählen die Analyse von gesellschaftspolitischen Trends durch repräsentative Meinungsumfragen, Analysen und wissenschaftliche Studien. Zudem initiiert das Referat Prozesse der stiftungsweiten Zusammenarbeit, die in Fokusprojekten umgesetzt werden, und schafft öffentliche Räume für den Austausch mit Politiker:innen, Intellektuellen und Kulturschaffenden. Das Referat Politische Beratung und Impulse berät zu ei nem breiten Spektrum von Politikfeldern auf Bundesebene: Arbeit, Qualifizierung und Mitbestimmung, Bildung, Digi talisierung, Finanzen und Wirtschaft, Gender und Familie, Klima, Energie und Umwelt, Kultur und Medien, Migration und Integration, Recht, Freiheit und Sicherheit, Stadtentwicklung, Bau, Wohnen und Mobilität, Wirtschafts- und Strukturpolitik. Antidemokratische Wahlerfolge im ungleichen Deutschland Demokratiestützende Aspekte der Daseinsvorsorge Bastian Heider, Tessio Novack, Pauline Scheunert, Benjamin Scholz Willkommen zurück? Abwanderungsgründe und Rückwanderungspotenziale von aus Deutschland abgewanderten EU- und Drittstaatsangehörigen Franziska Loschert, Marlene ­Leisenheimer, Doritt Komitowski 42 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Internationale Arbeit Kriege und Konflikte, eine anhaltende Krise des Multilateralismus, die Erosion des transatlantischen Bündnisses und weltweiter Druck auf demokratische Institutionen prägten das Jahr 2025. Gleichzeitig wächst der Einfluss Chinas und vieler Länder des globalen Südens. Neue Bündnisse formieren sich, während Großmächte ihre Einflusssphären neu abstecken. Ein wirtschaftlich angeschlagenes und polarisiertes Europa versucht derzeit nach Kräften, sich aus seiner geoökonomischen und sicherheitspolitischen Abhängigkeit zu befreien und mehr strategische Handlungsfähigkeit zu erlangen. Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen hat die FES progressive Politik mit Analysen, Dialogformaten und politischer Beratung gestärkt und ihre Rolle als politische Netz werkerin wahrgenommen. Zielgruppen sind dabei die Partnerorganisationen in den Ländern und Regionen ebenso wie politische Akteur:innen in Deutschland und Europa. Das ipg-journal hat sich als zentrale Debattenplattform für pro gressive Perspektiven auf internationale Themen etabliert. Zusätzlich wurden Stimmen aus dem globalen Süden stär ker in deutsche und europäische Diskurse eingebracht, um die unterschiedlichen Erwartungen und Interessenlagen zu verdeutlichen. Die Abteilung Internationale Zusammenarbeit hat dabei entlang ihrer Beratungsfelder Soziale Demo kratie und Geschlechtergerechtigkeit, Frieden und Sicherheit sowie Gute Arbeit, nachhaltige Wirtschafts- und Klimapolitik und Gewerkschaftskooperation gearbeitet und die unterschiedlichen Perspektiven konsequent zusammengedacht. Soziale Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit Soziale Demokratie steht angesichts des Erstarkens von Illi beralismus und autoritären Tendenzen massiv unter Druck. Progressive Kräfte mussten Freiheitsrechte, Medienpluralismus und politische Teilhabe nicht nur verteidigen, sondern überzeugende Narrative entwickeln und neue Bündnisse für die soziale Sicherheit, Gleichstellung und Respekt schmie den. Die FES hat dafür internationale Netzwerke gestärkt und die Resilienz demokratischer Gesellschaften durch die Verbindung von feministischen und sozialdemokratischen Perspektiven tragfähiger gemacht. So lag ein Schwerpunkt der Arbeit auf dem Austausch zum Umgang mit antidemokratischen Akteuren und demokratischer Erneuerung. Die FES verband politische Praktiker:innen mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft und brachte Erkenntnisse aus Partnerregionen in europäische Debatten ein. In Lateinamerika wurde der Dialog zu Demokratie und sozialer Teilhabe unter anderem durch die Unterstützung eines Gipfels zur Verteidigung der Demokratie in Chile und die Begleitung von Folgeprozessen bis auf UN-Ebene ge stärkt. In Europa befassten sich Debattenräume mit der Normalisierung rechter Narrative, Polarisierung und neuen Formen politischer Mobilisierung. Parallel dazu wurde Geschlechtergerechtigkeit als Quer schnitt und eigenständiges politisches Feld weiter gestärkt. Afrikapolitik nach der Bundestagswahl Fünf Ideen Henrik Maihack Deutsch-chinesische Kooperationen in Bildung und Kultur Austausch und Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene Andrea Frenzel Arbeitsbereiche 43 Die FES hat feministische Perspektiven stärker in Themen wie Sicherheitspolitik, Klima- und Industriepolitik, Migration und Arbeitswelt integriert, weil Machtverhältnisse, Ressourcenverteilung und Schutzrechte dort konkret verhan delt werden. Dafür wurden interne und externe Lern- und Innovationsräume genutzt, die Gender-Mainstreaming in der internationalen Arbeit verbindlicher machen und zu gleich Raum für kontextbezogene, regionale Lösungen las sen. Ein sichtbares Zeichen war die Verankerung einer abteilungsweiten Gender-Strategie, die Ziele, Verantwortlichkeiten und Instrumente bündelt und damit den Anspruch unterstreicht, Geschlechtergerechtigkeit nicht punktuell, sondern systematisch umzusetzen. Darüber hinaus setzte die FES mit der Würdigung menschenrechtsbasierter Migrationspolitik ein politisches Signal: Der Menschenrechtspreis 2025 an die International Detention Coalition machte Alternativen zu haftähnlichen Praktiken sichtbar und stärk te Partnerorganisationen, die an rechtsstaatlichen, humanen und wirksamen Lösungen arbeiten. Frieden und Sicherheit Der russische Angriffskrieg, Gewalt und Eskalationsrisiken im Nahen Osten sowie die Erosion kooperativer Sicherheitsordnung prägen die Sicherheitsdebatten weltweit. Machtprojektionen der USA, Chinas und Russlands, geoökonomische Konkurrenz und institutionelle Blockaden schwächen multilaterale Problemlösungen und machen die Welt insgesamt unsicherer. Deshalb stärkte die FES gezielt Partnerschaften innerhalb Europas sowie mit dem globalen Süden. Dafür wurden neue Netzwerke wie das North South Futures Forum aufgebaut, in dem politisch aktive Vordenker:innen aus über 20 Ländern progressive Antworten auf die aktuellen Herausforderungen und notwendige multilaterale Reformen diskutieren. Es sollen nicht nur Probleme beschrieben, sondern Reformideen und politische Koalitionen gefördert werden. Dazu müssen Stimmen aus Partnerregionen stärker in den USA und Europa eingebracht und umgekehrt europäische Debatten für nicht-europäische Sichtweisen geöffnet werden. Das Verständnis der Sozialen Demokratie von Sicherheit wurde in zahlreichen Dialogforen unter anderem in Paris, Brüssel und Warschau weiterentwickelt: Neben militärischen Fähigkeiten müssen dafür auch Rüstungskontrolle, Diplomatie und gesellschaftliche Resilienz mitgedacht werden. Die jährlich stattfindende Tiergartenkonferenz thematisierte daher die gesellschaftlichen Auswirkungen steigender Verteidigungsausgaben vor dem Hintergrund der Verpflichtung der NATO-Mitglieder, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, und debattierte die Chancen der europäischen Zusammenarbeit bei der Verteidigung. Rüstungskontrolle und die Regulierung neuer Technologien haben als progressive Gestaltungsaufgabe deutlich an Bedeutung gewonnen. Die FES bündelt deshalb Expertise und stärkt Narrative, die Aufrüstung und Kontrolle als zusam mengehörige Elemente verantwortlicher Sicherheitspolitik verstehen. Da sich technologische Innovationszyklen be schleunigen und militärische Anwendungen schneller in den politischen Alltag drängen, müssen Standards, Transparenz und Verifikationsmöglichkeiten von Anfang an mit gedacht werden. In Europa wurde die Debatte über Sicherheitswahrnehmungen und politische Handlungsoptionen inhaltlich weiter untermauert, unter anderem über Studien, die Trends, Sorgen und Prioritäten in unterschiedlichen Ländern vergleichbar machen. Es wurden Empfehlungen diskutiert, wie europäische Sicherheitspolitik handlungsfähiger werden kann, ohne demokratische Kontrolle, Rüstungskontrolle und gesellschaftliche Akzeptanz zu verlieren. Die FES brachte Ak teur:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen zu Fragen der Legitimität und poli tischen Kommunikation. Im Nahen Osten bemühte sich die FES in einem schwierigen Umfeld um Dialog und Austausch mit progressiven Akteuren und machte zivilgesellschaftliche Perspektiven auf Sicherheit, Schutz und Wiederaufbau sichtbar. Dabei ging es um die Verteidigung von Humanität, Völkerrecht und politischen Räumen, in denen eine friedliche Zukunft überArbeitsmigration nach Deutschland Gewerkschaftliche und zivil­ gesellschaftliche Perspektiven aus Ägypten, Tunesien, Ghana und ­Nigeria Christiane Fritsche 15 Jahre Orbán Eine Bewertung durch die ungarische Bevölkerung Ernst Hillebrand 44 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. haupt verhandelt werden kann. Anlässlich des Besuchs des jordanischen Königs Abdullah II und des Außenministers Zafadi in Berlin diskutierten Mitglieder des deutschen Bundestages in Anwesenheit von Bundesministerin Svenja Schulze über die Notwendigkeit einer friedlichen und politi schen Konfliktbeilegung in der Region. In Afrika wurden gerechte Transformation und internationale Partnerschaften vor dem Hintergrund globaler Debatten um Rohstoffe, Energie und Finanzierung thematisiert. Die FES unterstützte Formate, die explizit afrikanische Per spektiven auf Just Transition, Industriepolitik und Handelspolitik sichtbar machen und Handlungsräume für Akteure der Sozialen Demokratie eröffnen. Zudem wurden geoöko nomische Entwicklungen wie die Dynamiken rund um BRICS oder große Handelsabkommen wie EU-Mercosur analytisch begleitet und politisch eingeordnet. Gute Arbeit und nachhaltige Wirtschafts- und Klimapolitik Weltwirtschaftliche Unsicherheit, Schuldenkrisen und die Finanzierungslücke nachhaltiger Entwicklung verschärften soziale Ungleichheiten weiter und begrenzten die wirt schaftlichen Spielräume vieler Staaten. Zugleich entscheidet sich die Akzeptanz von Klimapolitik daran, ob sie gute Arbeit schafft, schützt und fair verteilt und ob sie Men schen in Transformationsprozessen Sicherheit gibt. In enger Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik hat die FES progressive Antworten auf die Herausforderungen für Handel, Finanzarchitektur und Just Transi tion entwickelt. Die FES beschäftigte sich daher mit der langfristigen Finanzierung von Entwicklung, Klimaschutz und sozialer Siche rung sowie der Reformierung der internationalen Finanzar chitektur. Publikationen und Veranstaltungen unterstützten Ansätze, die Schuldenkrisen nicht nur zu verwalten, son dern ihnen vorbeugen. Im Rahmen eines Projekts zur Schuldenfalle wurden rechtliche und institutionelle Instrumente diskutiert, die Staaten vor wiederkehrenden Krisen schützen und zugleich Investitionen in Bildung, Gesundheit und Klimaschutz ermöglichen. Eng verbunden damit war die Arbeit zu Steuergerechtigkeit und zur fairen Besteue rung multinationaler Konzerne. Hier ging es um progressive Positionen in internationalen Verhandlungen, um Argumente für eine gerechtere Verteilung von Steueraufkommen sowie um höhere Handlungsspielräume für Sozialpolitik. Im Kontext der Debatten zu Handel und Lieferketten wur den Perspektiven gefördert, die über die Logik reiner Marktöffnung hinausgehen und auf Resilienz, soziale Standards und demokratische Steuerungsfähigkeit setzen. Es wurden Dialoge unterstützt, die die Interessen von Beschäftigten, Gewerkschaften und betroffenen Gemeinden in den Mittelpunkt rücken. Just Transition wurde als konkrete Ausgestaltung von Industrie-, Energie- und Arbeitsmarktpolitik weiterentwickelt. In Afrika und Asien wurden die Erfahrungen aus Transformationskontexten zusammengebracht, etwa zu sozialer Absicherung, Qualifizierung, Mitbestim mung und regionaler Strukturpolitik. Gewerkschaftskooperation Gewerkschaften standen 2025 unter doppeltem Druck: Fragmentierung von Arbeit in Plattformökonomie und Subunternehmerketten sowie politische Angriffe auf Tarifautonomie und Mitbestimmung schwächten Organisationsmacht und Tarifbindung. Zugleich ist die Stärke der Gewerkschaften zentral, um Demokratie sozial zu verankern, gute Arbeit durchzusetzen und Transformation gerecht zu gestalten. Die FES hat deshalb ihre europäische Gewerkschaftsarbeit strategisch gestärkt und Projekte zur Regulierung und Durchset zung von Rechten in der digitalen und globalisierten Arbeits welt unterstützt. Entscheidend wird sein, ob diese Rechte in globalen Märkten entlang von Lieferketten und in digitalisierten Arbeitsformen praktisch durchsetzbar bleiben. In der europäischen Gewerkschaftsarbeit adressierte die Stiftung mit europäischen Partnern konkrete Fragen der Arbeitswelt: etwa Vorhaben zur Digitalisierung im öffentlichen Sek tor, die nicht nur Effizienzfragen, sondern Arbeitsbedingun gen, Qualifikationsanforderungen und Mitbestimmung in den Blick nehmen. Die Umsetzung der EU-Mindestlohnricht linie wird entscheiden, ob europäische Regeln tatsächlich zu besseren Löhnen und zu stärkerer Tarifbindung beitragen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Arbeitszeitdebatten, bei denen es um gesundheitliche Belastungen, Vereinbarkeit und Produktivitätsgewinne ging. Der Austausch zu migrantischer Arbeit und zu Organisierung in fragmentierten Sektoren wurde genutzt, um Schutzstan dards zu stärken und gewerkschaftliche Handlungsfähigkeit zu sichern. In Bereichen, in denen Beschäftigte kaum Sicht barkeit haben und in denen staatliche Kontrolle lückenhaft ist, sind Vernetzung, rechtliche Unterstützung und internati onale Zusammenarbeit entscheidend. In Deutschland flankierten Formate in den Landesbüros die Debatten zu Indust riepolitik, Investitionen, Transformation und Mitbestimmung und verbanden regionale Erfahrungen mit europäischen Diskursen. Klar wurde dabei, dass die große Transformation nicht nur in Strategiepapiere gehört, sondern vor Ort verhandelt wird, in Betrieben, Kommunen und Regionen. Die Zukunft der Demokratie entscheidet sich auch daran, ob soziale Rechte in globalen Märkten gelten und ob Beschäf tigte kollektive Handlungsfähigkeit behalten. Zentral für deren Durchsetzung und Wirksamkeit war der Start eines ge werkschaftlichen Kompetenzzentrums zu menschenrechtli chen Sorgfaltspflichten in Zusammenarbeit mit dem DGB und globalen Gewerkschaftsföderationen. Es stärkt Beratung, Vernetzung und Konfliktbearbeitung und damit die Rechte von Beschäftigten in Lieferketten. Zusätzlich wurden Argumentationshilfen und Transparenzinstrumente erarbei tet, um einem politischen Rollback bei der Lieferkettenregulierung entgegenzutreten. Die FES wird sich in Transforma tionsprozessen dafür einsetzen, gute Arbeit, Klimagerechtig keit und demokratische Resilienz enger zusammenzuführen. Arbeitsbereiche 45 Die Auslandsbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung Nordamerika 1 Ottawa 2 New York(UN) 3 Washington D. C. Lateinamerika 4 Mexiko-Stadt 5 Guatemala-Stadt 6 Tegucigalpa 7 Santo Domingo 8 San José 9 Caracas 10 Bogotá 11 Quito 12 Lima 13 La Paz 14 São Paulo 15 Santiago de Chile 16 Buenos Aires 17 Montevideo Europa 18 Lissabon 19 Madrid 20 Dublin 21 London 22 Paris 23 Brüssel(EU) 24 Straßburg(EU) 25 Genf(UN) 26 Rom 27 Prag 28 Bratislava 29 Wien(OSZE) 30 Zagreb 31 Budapest 32 Belgrad 33 Banja Luka 34 Sarajevo 35 Prishtina 36 Tirana 37 Skopje 38 Athen 39 Sofia 40 Bukarest 41 Chiçinău 42 Kiew 43 Warschau 44 Vilnius 45 Riga 46 Stockholm 47 Nikosia 48 Istanbul 49 Ankara Naher / Mittlerer Osten und Nordafrika 50 Beirut 51 Tel Aviv 52 Ostjerusalem 53 Amman 54 Aden 55 Rabat 56 Algier 57 Tunis 58 Kairo 1 2 3 4 Afrika 59 Dakar 60 Bamako 61 Abidjan 62 Accra 63 Cotonou 64 Abuja 65 Lagos 66 Jaunde 67 Addis Abeba(AU) 68 Juba 69 Kampala 70 Kinshasa 71 Nairobi 72 Daressalam 73 Lusaka 74 Harare 75 Windhuk 76 Gaborone 77 Johannesburg 78 Maputo Asien 79 Eriwan 80 Tiflis 81 Almaty 82 Astana 83 Ulan Bator 84 Islamabad 85 Neu Delhi 86 Kathmandu 87 Dhaka 88 Bangkok 89 Jakarta 90 Hanoi 91 Manila 92 Shanghai 93 Peking 94 Seoul 95 Tokio Australien 96 Canberra 5 6 8 7 9 10 11 12 13 15 14 16 17 46 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. 46 45 44 20 21 23 22 24 25 43 27 29 28 31 30 33 32 42 41 40 19 18 34 35 39 26 36 37 48 80 49 79 38 56 57 47 55 50 51 53 52 58 59 60 64 63 65 61 62 66 70 54 67 68 69 71 72 73 74 75 76 77 78 82 83 81 84 85 86 87 93 94 95 92 90 88 91 89 96 Länder- / Regionalbüros Verbindungsbüros zu internationalen Organisationen Stand: April 2026 Arbeitsbereiche 47 Wissenschaftliche Arbeit Ihre Begabtenförderung und wissenschaftliche Arbeit organisiert die FES durch die Studienförderung, das Archiv der sozialen Demokratie und die Bibliothek. Die Studienförderung unterstützt junge Menschen, die sich Werten der Sozialen Demokratie verbunden fühlen und sich gesellschaftspolitisch engagieren, bei Studium, Promotion und Ausbildung. Im Archiv der sozialen Demokratie und in der Bibliothek wird das kollektive Gedächtnis von Sozialdemokratie und Gewerkschaften bewahrt und im gesellschaftspolitischen Diskurs sichtbar gemacht. Studienförderung Seit ihrer Gründung im Jahr 1925 engagiert sich die Friedrich-Ebert-Stiftung für Bildungsgerechtigkeit und Demokratieförderung. Die Abteilung Studienförderung unterstützt da her talentierte und zugleich engagierte Studierende, Promo vierende sowie seit 2024 auch Auszubildende, die ein ausge prägtes gesellschaftspolitisches Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Eingebettet in ein Netzwerk aus ehemaligen Ge förderten, Vertrauensdozent:innen, politischen Partner:innen und Mitarbeiter:innen der Stiftung werden die Stipendiat:innen materiell und ideell gefördert. Die Bedeutung dieser Unterstützung wird in Zeiten beson ders sichtbar, in denen die Demokratie immer stärker angegriffen wird. Die politischen Bildungsangebote der Studienförderung bieten in diesem Kontext eine verlässliche Unterstützung und machen den Geförderten Mut, sich für die De mokratie einzusetzen. Die materiellen Zuwendungen gemäß BAföG schaffen den nötigen finanziellen Freiraum, um das ehrenamtliche Engagement auch während des Studiums, der Promotion oder der Ausbildung fortzuführen. Die Ausrichtung auf eine plurale demokratische Kultur teilt die FES mit den anderen zwölf Begabtenförderwerken und der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung(SBB), die alle vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt(BMFTR) unterstützt werden. Gemeinsam streben sie die Förderung einer zukünftigen Verantwortungs elite an, die für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einsteht. In die Auswahl aufgenommen werden begabte junge Menschen, die durch ihre Leistungen, ihr gesellschaftspolitisches Engagement und ihre Persönlichkeit überzeugen. Ihre Orien tierung an den Werten der Sozialen Demokratie ist ein wich tiges Förderkriterium. Viele Ehemalige bleiben der Stiftung eng verbunden und übernehmen bedeutende Funktionen in Gesellschaft, Wissenschaft, Medien, Wirtschaft und Politik. Durch ihre konsequente Ausrichtung auf das Wertesystem der Sozialen Demokratie bekräftigt die Studienförderung ihren Anspruch, als Wertegemeinschaft und gesellschaftspolitisches Netzwerk zur Stärkung der Demokratie und zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit beizutragen. Ein be sonderes Augenmerk liegt auf der Unterstützung von Grup pen, die im deutschen Bildungssystem strukturell benachStudienförderung 2025 2.781 Stipendiat:innen 51% Frauenanteil 728 neu aufgenommen 6.263 Bewerbungen 48 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. teiligt sind, insbesondere Erstakademiker:innen(also jene, die als erste in ihrer Familie an einer Hochschule studieren), Frauen und Studierende mit Migrationshintergrund. Zudem setzt sich die Studienförderung dafür ein, mehr Stu dierende und Promovierende in den MINT-Fächern sowie an Fachhochschulen zu unterstützen. Bei der Auswahl wer den die individuellen Lebensumstände jeder Bewerberin und jedes Bewerbers berücksichtigt. Solidaritätsfonds 1971 wurde auf Anregung deutscher und internationaler Stipendiat:innen sowie Ehemaliger der Solidaritätsfonds gegründet. Seitdem dient er als wichtiges Instrument, um verfolgte und in Not geratene ausländische Studierende rasch und unbürokratisch zu unterstützen. Bisher wurden rund 1.200 Personen aus dem Solidaritätsfonds unterstützt. Spenden auf das Konto Solidaritätsfonds der FES IBAN: DE30 1007 0000 0938 4744 08 BIC: DEUTDEBBXXX Archiv der sozialen Demokratie, Bibliothek und Karl-Marx-Haus Das Archiv der sozialen Demokratie(AdsD) ist das histori sche Gedächtnis der Sozialen Demokratie. Es steht in der Tradition der 1878 von August Bebel gegründeten Parteibibliothek und des-archivs. 1969 wurde es zur Marke AdsD, mittlerweile hat es seine Arbeit in die digitale Welt überführt. Kernleistungen sind die Sammlung, Sicherung, Bewahrung, Erschließung und Zurverfügungstellung der gedruckten und ungedruckten Unterlagen und anderer Artefakte der Sozialen Demokratie. Das AdsD ist mit seinen Beständen,(digitalen) Dienstleistungen und Produkten ein leicht zugänglicher, international bekannter Wissensspei cher. Es arbeitet gemäß internationalen Standards und nimmt unter den Archiven der deutschen politischen Stiftungen eine führende Rolle für digitale Services und digitale Langzeitarchivierung ein. Das AdsD bietet Informatio nen, Bildung und Beratung in verschiedenen Formaten und Kanälen an. Es fördert Netzwerkarbeit und wirkt als demo kratischer Wertevermittler und Akteur für Wissenschaft und historisch-politische Bildung. Die Beratungs- und Vermittlungsarbeit des AdsD verknüpft historische Themen mit Herausforderungen der Gegenwart. 2025 lagen neben dem Stiftungsjubiläum Schwerpunkte auf dem 200. Geburtstag von Ferdinand Lassalle und der Beteiligung am 55. Deutschen Historikertag in Bonn(u. a. mit einer Veranstaltung zur Wirtschafts demokratie). Wissenschaftlich wurde zudem das Verhält nis von Partizipation und Repräsentation in der Demokra tie diskutiert(Archiv für Sozialgeschichte, Band 65). Die Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksgut hat große Fortschritte gemacht. Das vom physischen Zerfall bedrohte audiovisuelle Archivgut(Filme, Videos und AudioFormate) wird fortlaufend durch einen externen Dienstleister digitalisiert und damit gerettet. Die Nachlässe von Hugo Sinzheimer und Marie Juchacz wurden digitalisiert, volltexterfasst und online frei zugänglich zur Nutzung be reitgestellt. Für das internationale Projekt„Labour’s Memory. Digitization of annual and financial reports of blue-col lar worker unions 1880–2020”, an dem neben dem AdsD Archive aus Schweden und den Niederlanden beteiligt waren, wurden Tätigkeitsberichte der Global Unions in einem Umfang von rund 100.000 Seiten digitalisiert und in einer internationalen Forschungsplattform bereitgestellt. Die digitale Transformation findet auch in der Überlieferungsbildung statt. Mit dem SPD-Parteivorstand wurden Gespräche begonnen, um digitale Unterlagen in einem neuen Verfahren übernehmen zu können. Im Frühjahr wur den zum ersten Mal Vertreter:innen aller GewerkschaftsBundesvorstände eingeladen, um gemeinsam über aktuelle Entwicklungen der Archivierung zu sprechen. Bei den Erschließungsarbeiten im AdsD war das zentrale Anliegen, die fokussierte Erschließung von Beständen bedeutender sozialdemokratischer Politiker:innen weiterzu 80 Jahre Kriegsende – europäische Perspektiven auf den 8. Mai FEShistory Impuls 4 Raphael Utz Partizipation und Repräsenta­ tion. Eine demokratische Liebes­geschichte? Archiv für Sozialgeschichte, 65 (2025) Claudia Gatzka, Anja Kruke Arbeitsbereiche 49 Archiv der sozialen Demokratie 2025 3.318 Anfragen 880 neue FES-Publikationen weltweit online 4.344 Filme/Videos digitalisiert 3.542 Gigabyte Übernahme digitaler Daten 117 laufende Meter Übernahme analoger Unterlagen 1.647 Nutzungstage im Lesesaal des Archivs führen. Der Nachlass von Regine Hildebrandt steht nunmehr für die Forschung bereit. Zudem wurde mit der Verzeichnung eines weiteren sozialdemokratischen„Urge steins“ begonnen: Hans-Ulrich Klose, ehemaliger Erster Bürgermeister in Hamburg, Vorsitzender der SPD-Bundes tagsfraktion von 1991 bis 1994 sowie langjähriges Mitglied im Vorstand der FES. Bei den Organisationsbeständen lag der Schwerpunkt der Verzeichnungsarbeiten auf den Protokollen des Parteivor stands von 1946 bis 1997, des SPD-Präsidiums von 1958 bis 1963 sowie der Grundwertekommission der SPD von 1972 bis 2009. Die Erschließung der Gewerkschaftsbestände wurde insbesondere für den DGB und die IG Metall fortgesetzt. Die Verzeichnung der Gewerkschaftlichen Immobi liengesellschaft für Restitutionsobjekte mbH(GIRO) wurde abgeschlossen und mit der technischen Bearbeitung der Akten begonnen. Ebenfalls wurde die Bewertung und MigVerschwiegener Alltag Gewalt am Arbeitsplatz seit dem 19. Jahrhundert Mareen Heying, Alexandra Jaeger, Nina Kleinöder, Sebastian Knoll-Jung, Sebastian Voigt(Hg.) ration der Akten der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft(ddvg) wie geplant umgesetzt und mit der techni schen Bearbeitung begonnen. Die Arbeiten an beiden Großbeständen sollen innerhalb von drei Jahren abgeschlossen werden. In der Bibliothek erfolgte eine inhaltliche und organisatorische Konzentration auf das Kernsammelgebiet deutsch sprachiger Literatur. Zudem wurde die Organisation der verbliebenen bibliothekarischen Arbeitslinien angepasst und mit der Überführung der Bibliothek in das Referat Infra­ strukturen und digitale Grundsatzfragen eine Verbindung geschaffen, um die digitalen Prozesse und Produkte noch enger aufeinander abzustimmen und Synergien zu heben. Die Modernisierung der digitalen Bibliothek wurde technisch vorangetrieben. So wurden dauerhafte Identifikatoren zur Zitierfähigkeit eingeführt und eine schnittstellenba sierte Pflichtablieferung an die Deutsche Nationalbibliothek umgesetzt. Als neuer Service wurde gemeinsam mit dem Team Empirische Sozialforschung ein stiftungsweites Forschungsdatenmanagement eingeführt, um empirische Daten dauerhaft für Wissenschaft und Öffentlichkeit bereitzustellen. Das Museum Karl-Marx-Haus in Trier, einzigartiger histori scher Lernort zu Leben, Werk und Wirkung des Universal gelehrten, zog mehr als 44.000 Besucher:innen an, 2000 mehr als im Vorjahr. Zu zentralen historischen Ereignissen der Demokratie- und Arbeiter:innenbewegung wurden Veranstaltungen durchgeführt. Um die Substanz des Gebäu des langfristig zu sichern, wurden bei laufendem Muse umsbetrieb Bauarbeiten durchgeführt. Die steigenden Zugriffszahlen auf die Museums-App zeigen, dass die digitale Begleitung des Museumserlebnisses immer wichtiger wird. 50 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Preise der Friedrich-Ebert-Stiftung Mit ihren Auszeichnungen würdigt die Friedrich-Ebert-Stiftung herausragendes Engagement für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt. Das politische Buch Der Preis„Das politische Buch“ der Friedrich-Ebert-Stiftung ging 2025 an den renommierten Soziologen Andreas Reck witz für sein Buch„Verlust. Ein Grundproblem der Moder ne“. In der Begründung der Jury heißt es:„Seine tiefgründi ge Analyse unserer krisenhaften Gegenwart fordert uns alle auf, ein Fortschrittsverständnis zu entwickeln, das Verluste nicht wegdefiniert, sondern Raum für ihre kollektive und gerechte Verarbeitung bietet.“ Im Rahmen der Festveran staltung am 21. Mai in der FES Berlin diskutierte der Preisträger mit der Laudatorin und stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Serpil Midyatli über die Frage, wie progressive Poli tik vor dem Hintergrund zunehmender Verlusterfahrungen ein glaubhaftes Fortschrittsversprechen formulieren kann. FES-Filmpreis Am 4. Oktober vergab die Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen des Filmfests Hamburg zum zwölften Mal den Preis „Der politische Film“. Er ging an Lana Daher für„Do You Love Me“, einen essayistischen, archivbasierten Dokumen tarfilm aus über 20.000 Quellen. Er rekonstruiert die fragmentierte jüngere Geschichte des Libanon, die geprägt ist von Bürgerkrieg, Nostalgie, Widerstand und der Frage nach Zugehörigkeit. Vordergründig geht es um Beirut, aber gleichzeitig um eine generelle Sehnsucht nach Heimat und Frieden, die Menschen vielerorts spüren. Damit bespielt der Film ein universelles, hochaktuelles Thema. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird für die beste Regieleistung verliehen, jeweils für einen Film, den ein klar erkennbarer politischer Anspruch auszeichnet. Die Jury, be stehend aus dem Regisseur und Drehbuchautor Ali Samadi Ahadi und der Juristin und Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft Irene Appiah, bewertete sowohl den politischen Gehalt des Films als auch die künstlerisch-filmische Umsetzung. Der Film lief mit sieben anderen nomi­nierten Filmen in der Sektion„Veto!“ des Filmfests Hamburg, die internatio­nale Filme mit eindeutigem politis­ chen Anspruch zeigt und dazu Filmgespräche organisiert. Im Bild oben v.l.n.r.: Serpil Midyatli, MdL und stellv. Vorsitzende der SPD, Martin Schulz, Vorsitzender der FES, Andreas Reckwitz, Preis­ träger und Werner Stephan, Sprecher der Jury„Das politische Buch“. ↗ fes.de Im Bild links die R­ egisseurin und Preisträgerin Lana Daher des essayistischen Dokumentarfilms„Do You Love Me“(2025). ↗ fes.de Arbeitsbereiche 51 FES-Menschenrechtspreis Mit ihrem Menschenrechtspreis 2025 würdigte die Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen eines Festaktes am 13. Oktober die Arbeit der International Detention Coalition(IDC) . Hayat Akbari, Vorstandsmitglied der IDC, nahm den Preis in der FES in Berlin entgegen. Die International Detention Coalition ist ein international agierendes Netzwerk, das sich seit Jahren unermüdlich für die Rechte aller Menschen einsetzt, die von Migrationshaft betroffen sind. Die IDC engagiert sich national und international für Gesetzesänderungen und arbeitet mit Regierun gen, der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen zusammen, um Haftbedingungen zu verbessern oder Migrationshaft gänzlich abzuschaffen. Durch Forschung, Vernetzung und Lobbyarbeit trägt das Netzwerk dazu bei, dass humanere Alternativen wie Meldeauflagen, betreute Unterkünfte oder finanzielle Sicherheiten zum Einsatz kommen. Ziel ist es, Menschen ein würdiges Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen, während sie auf eine Ent scheidung über ihr Aufenthaltsrecht warten. Alternativen zu Migrationshaft wirken sich erwiesenerma ßen positiv auf Einzelpersonen, aber auch auf das Zusam menleben in der Gesellschaft aus. Nicht zuletzt sparen sie erhebliche Summen an Steuergeldern ein, die aufgewendet werden, um Menschen auf Flughäfen, Booten und in provisorischen Lagern festzusetzen, oft für unbestimmte Zeit. Die IDC macht mit ihrer Arbeit eindrücklich deutlich, dass Humanität und Steuerung in der Migrationspolitik nicht nur dringend geboten, sondern auch praktisch umsetzbar sind – zum Wohle aller. Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik Am 8. April wurde in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ber­l­in der Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik 2025 verliehen. Die Auszeichnung ehrt herausragende wirt schaftsjournalistische Werke, die zur gesellschaftli­chen und politischen Debatte beitragen. Philippa Sigl-Glöckner wurde mit dem Buchpreis geehrt und das Online-Magazin Ma kronom mit dem erstmalig verliehenen Medienpreis. Sigl-Glöckners Buch„Gutes Geld: Wege zu einer gerechten und nachhaltigen Wirtschaft“ entmythologisiert die Eck punkte der gängigen Schuldenregeln. Das erlaubt es, die öffentlichen Finanzen wieder in den Dienst der Wirt schaftspolitik zu stellen. Die Autorin legt damit einen wich tigen Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Reform der Schuldenbremse vor. Makronom erhielt den Medienpreis für seinen entscheidenden Beitrag zur Digitalisierung der wissenschaftlichen Poli tikberatung. Die Plattform ermöglicht eine aktuelle, vielfältige Debatte und stimuliert wichtige Auseinandersetzun gen. Makronom stellt damit eine wichtige Innovation in der wirtschaftspolitischen Kommunikation dar. Die feierliche Preisverleihung bildete den Auftakt zum Tag der Progressiven Wirtschaftspolitik, der am 9. April in der FES in Berlin stattfand. ↗ fes.de ↗ fes.de 52 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Unselbstständige Stiftungen und Sondervermögen Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung Hans Matthöfer(1925–2009) war ein führender deutscher Gewerkschafter und Sozialdemokrat. Zwischen 1974 und 1982 war er Minister in mehreren Bundesregierungen, davon vier Jahre Finanzminister unter Bundeskanzler Helmut Schmidt, der selbst auch dem Beirat der Stiftung angehörte. Die unselbständige Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung konzentriert sich neben der Förderung historischer und zeitgenössischer Forschung auf die Herausgabe relevanter Bücher und Texte, die dem Stiftungsziel entsprechen. Es handelt sich vorrangig um die Publikation von Werken, die grundsätzliche Probleme der Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Wirtschafts- und Sozial wissenschaften, der Technologieentwicklung und ihrer Folgen für die Humanisierung der Arbeitswelt und die Gesellschaft insgesamt zum Gegenstand haben. Weitere themati sche Leitlinien für die Auswahl der Projekte sind die Bedeutung gesellschaftlicher Akteure, vor allem der Gewerkschaften, die Vermittlung von Aspekten der Globalisierung und Beiträge zur Weiterentwicklung der Theorie der Sozia len Demokratie. Im April 2025 vergab die Stiftung zum elften Mal den Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik(Wirtschaft. Weiter.Denken). Der Preis ging an Philippa Sigl-Glöckner für ihr Buch„Gutes Geld: Wege zu einer gerechten und nachhaltigen Wirtschaft“(Quadriga Verlag, 2024). Der Me dienpreis ging an den Makronom, ein Online-Magazin für Wirtschaftspolitik(Herausgeber: Philipp Stachelsky). Franziska-und-Otto-Bennemann-Stiftung Otto Bennemann(1903–2003) war vor und nach dem Zweiten Weltkrieg ein führender Sozialdemokrat, bis 1959 Oberbürgermeister von Braunschweig und von 1959 bis 1967 Minister der niedersächsischen Landesregierung. Er war mit der Bundestagsabgeordneten Franziska Benne mann(geb. Stellmacher, 1905–1986) verheiratet. Die 1990 eingerichtete Franziska-und-Otto-Bennemann-Stiftung för dert die Forschung zu Idee und Praxis demokratisch sozia ler Rechtsordnung in Staat und Gesellschaft einschließlich ihrer ethisch fundierten Grundwerte. Im Jahr 2025 förderte die Stiftung die folgenden Projekte: → die Fachtagung„20 Jahre Hartz IV – Rückblick und Aus blick. Wohin steuert der Sozialstaat? Strategien der Ge genwehr“, Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Ar beitslosengruppen(KOS) → die Fachtagung„Ethischer Sozialismus“ für Lehrer:innen, Studierende und politisch Interessierte, PhilosophischPolitische Akademie(PPA) → Veranstaltungen und Aktivitäten des Projekts„New Economy Forum“(NEF) Erich-Brost-Sondervermögen Der aus Ostpreußen stammende Journalist Erich Brost (1903–1995) war vor und nach dem Zweiten Weltkrieg ein führender Sozialdemokrat. 1948 gründete er mit dem Jour nalisten Jakob Funke die Westdeutsche Allgemeine Zeitung(WAZ). Bis 1970 war Erich Brost Chefredakteur und danach bis zu seinem Tod Herausgeber der WAZ. Die 1994 gegründete Erich-Brost-Stiftung wurde 2006 als„Sondervermögen Erich Brost“ in das Vermögen der FriedrichEbert-Stiftung übertragen und fördert im Sinne Erich Brosts Aktivitäten zu folgenden Themen: → Zusammenarbeit Deutschlands mit seinen östlichen Nachbarn, vor allem mit Polen → Unterstützung des europäischen Einigungsprozesses → Aufarbeitung der Erfahrungen mit den beiden Diktaturen in Deutschland → Bürgerschaftliches Engagement → Bildungspolitik → Inklusion Im Jahr 2025 wurden erneut zahlreiche Aktivitäten entlang dieser Themen verwirklicht. Arbeitsbereiche 53 Unter dem Namen#InsideEU fand ein Hospitanzpro gramm für zehn Journalist:innen in Brüssel statt. Das Programm ermöglicht den Austausch mit politischen Akteur:innen wie der stellvertretenden Parlamentspräsidentin Katarina Barley und Besuche von EU-Institutionen und bietet den Teilnehmer:innen exklusive Einblicke in die Arbeit von Lobbyorganisationen und Brüssel-Korrespondent:innen der ARD.#InsideEU gibt Impulse für die journalistische Einordnung von komplexer EU-Politik und deren verständliche mediale Vermittlung. Im Zeichen von internationalem Austausch standen auch weitere unterstützte Projekte: → Dialog-Reise(ehemaliger) Stipendiat:innen nach Breslau(Polen) zur FES-Konferenz anlässlich des 200. Geburtstags von Ferdinand Lassalle → Deutsch-französisch-polnische kommunalpolitische Konferenz → Mitgestaltung des b° future festival für Journalismus und konstruktiven Dialog → Internationales Vernetzungstreffen gegen Rechts­ extremismus → Besuchsprogramm„Das moderne Polen“ → 35. Bautzen-Forum„Abseits der Norm. Umgang mit ‚Andersartigkeit‘ in der DDR“ 54 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Anhang Jahresbericht 2025 Mitgliederversammlung des Vereins der Friedrich-Ebert-Stiftung Kuratorium Vorsitzende: MP a. D. Hannelore Kraft Stellv. Vorsitzende: Heike Taubert Vorstand Vorsitzender: Martin Schulz Stellvertretende Vorsitzende: Anke Rehlinger, Reiner Hoffmann Geschäftsführendes Vorstandsmitglied: Dr. Sabine Fandrych Stabsstelle Kommunikation Hannes Alpen Strategische Kommunikation und Markenführung Sarah Tangen Digitale Kommunikations­ entwicklung Tobias Metz Redaktion und Community Management Reimar Winkler Presse und Präsentation Johannes Damian Antikorruptionsbeauftragte Birgit K. Schultz Datenschutz Thomas Müthlein Gleichstellungsbeauftragte Petra Keller Koordination Gender Dr. Stefanie Elies Managerkreis der FES Marei John-Ohnesorg Revision Birgit K. Schultz Steuerungsgruppe Organisationsentwicklung der Geschäftsführung zugeordnet Analyse, Planung und Beratung Dr. Andrä Gärber Politische Bildung und Dialog Anna-Lena Koschig Hölzl Stv.: Dr. Irina Mohr Internationale Zusammenarbeit Michael Meier Stv.: Elisabeth Braune Analyse und Planung Jan Niklas Engels Empirische Sozial- und Trendforschung: Nicole Loew Kultur und Debatten: Sarah Klaussner Stiftungsweite Projekte: Elisabeth Bollrich Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte Chefredakteur: Dr. Richard Meng Dirk Kohn Gaby Rotthaus Politische Beratung und Impulse Catrina Schläger Arbeit, Qualifizierung und Mitbestimmung: Susan Javad Bildung: Florian Dähne Digitalisierung: Jonathan Menge Familien- und Geschlechterpolitik: Vanessa Kiesel Finanzen: René Bormann Klima, Energie und Umwelt: Jonathan Overmeyer Kultur und Medien: Johannes Crückeberg Migration und Integration: Joana Marta Sommer Recht, Freiheit und Sicherheit: Marius Müller-Hennig Soziales, Alterssicherung, Gesundheit und Pflege: Iva Figenwald Stadtentwicklung, Bau, Wohnen und Mobilität: Lisa Pfann Wirtschaft: Vera Gohla Stabsstelle Querschnittsaufgaben Dr. Stefanie Elies Engagement, Qualifizierung, Digitale Bildung Dr. Irina Mohr Digitale Bildung: Katrin Matuschek Engagement in Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft: Anne Haller Jugend und Politik: Ina Koopmann, Kerstin Ott Akademie für Soziale Demokratie: Jochen Dahm Demokratie und Partizipation: Alina Fuchs Gegen Rechts: Franziska Schröter Journalismus und Medienpolitik/ Journalist:innen-Akademie: Marcus Hammes Landes- und Regionalbüros Bayern(München/Regensburg) Simone Reperger, Anja Dondl Berlin: Felix Eikenberg Brandenburg: Urban Überschär Baden-Württemberg: Florian Koch Hessen: Dr. Vinzenz Huzel Hamburg, Bremen, SchleswigHolstein: Stine Klapper Mecklenburg-Vorpommern: Axel Blaschke Niedersachsen: Stephan Meuser Nordrhein-Westfalen: Severin Schmidt Rheinland-Pfalz/Saarland: Ellen Diehl Sachsen(Dresden/Leipzig): Arne Schildberg Sachsen-Anhalt: Dr. Ringo Wagner Thüringen: Mirko Hempel Afrika Dr. Henrik Maihack Asien und Pazifik Mirco Günther Europäische Union und Nordamerika Henrik Meyer Lateinamerika und Karibik Ingrid Roß Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika Richard Probst Osteuropa Dr. Helene Kortländer Kristin Linke Innovation und Qualitätsmanagement Elisabeth Braune Globale und Europäische Politik Konstantin Bärwaldt Beratungsteams Soziale Demokratie: Nina Netzer Frieden und Sicherheit: Peer Teschendorf Energie- und Klimagerechtigkeit: Yvonne Blos Geschlechtergerechtigkeit: Katia Schnellecke Gewerkschaften: Franziska Korn Querschnittsaufgaben IPG-Journal: Nikolaos Gavalakis Evaluierung: Seija Sturies Kommunikation:: Jan Gawron Innovation: Antonia Tilly Ombudsperson für lokal beschäftigte Kolleg*innen in den FES-Auslandsbüros: Julia Schultz 56 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Organisationsplan der Friedrich-Ebert-Stiftung Stand: Dezember 2025 Studienförderung Judith Illerhues Stv.: Martin Johr Ausländische Stipendiat:innen Martin Johr Auswahl Freya Grünhagen Beratung und Betreuung Elena Espinosa Ehemaligenarbeit, Berufsorientierung und journalistische Nachwuchsförderung Rebecca Demars Finanzbetreuung Marcel Siebertz Ideelle Förderung und stipendiatisches Netzwerk Kathrein Hölscher Promotionsförderung Dr. Markus Trömmer Vertrauensdozent:innen Antje Schnadwinkel Team Kommunikation Ibo Cayetano Katrin Dapp Archiv der sozialen Demokratie Dr. Anja Kruke Stv.: Dr. Andreas Marquet Bibliothek, Magazin und Digitale Dienste Dr. Andreas Marquet Karl-Marx-Haus Trier Dr. Jürgen Schmidt Public History Dr. Stefan Müller Überlieferungsbildung, Erschließung und Nutzung Holger Kozanowski Finanzen und Organisation Dr. Manfred Öhm Controlling und Organisation Matthias Hedder Informationstechnologien Volker Schäfer IT-Betrieb: Christoph Geyer IT-Prozessunterstützung: Volker Schäfer Koordination Finanzen Jutta Klemm Vergabestelle Tino Ernst Zentrale Dienste Berlin Hausmanagement, Beschaffung, Bau-/Liegenschaftsmanagement: Tino Ernst Zentrale Dienste Bonn Hausmanagement, Post-/Versanddienstleistungen, Hausdruckerei: Diana Gohle Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr Im Sinne der Empfehlungen der vom Bundespräsidenten berufenen Kommission unabhängiger Sachverständiger vom 17. Februar 1993(BT-Drs. 12/4425) veröffentlichen wir in Ergänzung des vorstehenden Jahresabschlusses folgende Daten für das Geschäftsjahr 2025 (Stand 31.12.2025): 2025 VZÄ* Personen 2024 VZÄ* Personen Mitarbeiter:innen im Inland 495 560 542 631 Mitarbeiter:innen im Ausland 86 88 104 115 Mitarbeiter:innen insgesamt 581 648 646 746 Ortskräfte weltweit 733 786 Insgesamt 1.369 1.532 * Seit 2018 wird die Anzahl der Beschäftigten in sogenannten Vollzeit­äquivalenten(VZÄ) angegeben. Die Anzahl der VZÄ gibt an, wie viele Vollzeitstellen sich rechnerisch bei einer gemischten Personalbelegung mit Teilzeitbeschäftigten ergeben. Personalabteilung Jürgen Stetten Grundsatzfragen Maria Theodossiou Inland Lea-Sue Decker Şener Doğan Ausland Judith Löhndorf Service Anita Savelsberg Kompetenzentwicklung und Qualifizierung Miriam Esser Organisationsentwicklung und Projekte Anja Minnaert Julia Müller-Edelhoff Betriebsrat Gesamtbetriebsrat: Jochen Reeh-Schall BR Berlin: Adriana Hornung BR Bonn: Ann Kathrine Maier Schwerbehindertenvertretung Bonn Judith Löhndorf Berlin Vera Illic Anhang 57 Jahresabschluss Bilanz zum 31. Dezember 2024(Angaben in Euro) Aktiva A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau III. Finanzanlagen 1. Beteiligungen 2. Wertpapiere des Anlagevermögens B. Zweckgebundenes Vermögen C. Umlaufvermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten D. Rechnungsabgrenzungsposten 31.12.2024 315.817,00 62.060.300,16 6.537.064,76 678.473,06 69.275.837,98 230.081,35 44.459.000,55 44.689.081,90 114.280.736,88 8.520.789,67 2.670.026,62 18.609.455,27 21.279.481,89 94.452,32 144.175.460,76 31.12.2023 519.363,00 63.586.427,16 7.212.047,72 325.638,59 71.124.113,47 230.081,35 44.146.578,17 44.376.659,52 116.020.135,99 8.488.038,28 2.335.294,44 9.704.947,32 12.040.241,76 6.654.207,43 143.202.623,46 58 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Passiva A. Eigenkapital I. Zweckgebundene Rücklage B. Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens I. Immaterielle Vermögensgegenstände II. Grundstücke und Bauten III. Betriebs- und Geschäftsausstattung IV. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau C. Sonderposten zum zweckgebundenen Vermögen D. Rückstellungen I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen E. Verbindlichkeiten I. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen II. Sonstige Verbindlichkeiten F. Rechnungsabgrenzungsposten 31.12.2024 58.597.741,88 315.817,00 42.870.855,97 5.669.164,09 678.473,06 49.534.310,12 8.520.789,67 2.432.135,00 4.143.911,73 728.657,39 4.872.569,12 20.217.914,97 144.175.460,76 31.12.2023 61.633.251,91 519.363,00 43.929.923,56 6.298.370,95 325.638,59 51.073.296,10 8.488.038,28 2.321.505,00 4.915.664,71 947.518,41 5.863.183,12 13.823.349,05 143.202.623,46 Anhang 59 Einnahmen- und Ausgabenrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2024(Angaben in Euro) 1. Projektgebundene Zuwendungen a) Bundesministerien b) Länder und andere Gebietskörperschaften c) Sonstige Zuwendungsgeber 2. Spenden a) Allgemeine Satzungszwecke b) Wissenschaftliche Zwecke c) Solidaritätsfonds der Studienförderung 3. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens aus Zuwendungen für Anlagevermögen 4. Teilnahmegebühren 5. Sonstige Erträge 6. Einnahmen 7. Ausgaben aus der satzungsmäßigen Tätigkeit a) Stipendien an deutsche und ausländische Studenten b) Staatsbürgerliche und gesellschaftspolitische Bildungsarbeit c) Internationale Zusammenarbeit, Völkerverständigung und Partnerschaft zu den Ländern des globalen Südens d) Forschungsprojekte e) Fach- und Verwaltungsausgaben 8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 9. Zuführung zum Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens 10. Sonstige Betriebs- und Verwaltungsausgaben Summe Ausgaben 11. Mindereinnahmen aus laufendem Betrieb 12. Finanzergebnis 13. Ergebnis der gewöhnlichen Vereinstätigkeit 14. Außerordentliche Aufwendungen 15. Mehrausgaben/-einnahmen 16. Entnahme aus zweckgebundener Rücklage 17. Einstellung in zweckgebundene Rücklage 18. Jahresergebnis 60 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. 2024 186.738.291,05 3.990.201,54 3.604.709,56 194.333.202,15 101.138,00 150.000,00 314.843,12 565.981,12 3.834.649,68 509.391,62 1.060.610,36 200.303.834,93 27.781.562,78 28.123.802,01 110.713.470,45 6.300.247,24 15.754,17 172.934.836,65 4.345.780,19 2.295.663,70 24.611.450,95 204.187.731,49 –3.883.896,56 879.447,94 –3.004.448,62 31.061,41 –3.035.510,03 4.294.979,11 -1.259.469,08 0,00 2023 193.052.379,32 3.264.361,59 4.462.597,54 200.779.338,45 131.460,50 150.000,00 338.483,15 619.943,65 3.768.773,90 472.846,65 1.180.633,08 206.821.535,73 27.634.797,83 27.697.036,02 117.272.541,88 6.171.896,53 19.461,12 178.795.733,38 4.216.905,55 3.305.008,15 21.057.435,18 207.375.082,26 –553.546,53 701.111,67 147.565,14 64.291,60 83.273,54 2.976.475,19 -3.059.748,73 0,00 Gesamtübersicht aller im Haushalt 2026 zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben Stand: 31. Januar 2026(Angaben in Euro) I. Einnahmen 1. Zuwendungen und Zuschüsse Zuwendungen der Bundesministerien* Zuwendungen der Länder und anderer Gebietskörperschaften Sonstige Zuwendungsgeber 2. Spenden 3. Teilnahmegebühren 4. Sonstige Einnahmen II. Ausgaben 1. Aufwendungen aus der satzungsmäßigen Tätigkeit/Projektausgaben Förderung von Studierenden und Graduierten Staatsbürgerliche und gesellschaftspolitische Bildungsarbeit Internationale Zusammenarbeit Forschungsprojekte Förderung von Kunst und Kultur 2. Personalaufwand für Inlandsmitarbeiter:innen** nachrichtlich 3. Sächliche Verwaltungsaufgaben sonstige Betriebs- und Verwaltungskosten 4. Sonstige Betriebsaufwendungen 5. Übrige Ausgaben 6. Ausgaben für Investitionen III. Voraussichtliches Jahresergebnis * Darin enthalten sind Zuwendungen aus übertragenen Mitteln aus Vorjahren. ** Der Personalaufwand für Inlandsmitarbeiter:innen ist bereits in den Positionen 1(Aufwendungen aus der satzungsmäßigen Tätigkeit/Projektausgaben) und 3(Sächliche Verwaltungsaufgaben) enthalten. 193.830.000 4.000.000 4.300.000 550.000 450.000 850.000 32.446.000 22.771.000 114.135.000 5.676.000 35.000 45.528.539 21.570.000 7.347.000 0 Anhang 61 Zusätzliche Erläuterungen zur Einnahmen- und Ausgabenrechnung Zuwendungen und sonstige Einnahmen Bei den projektbezogenen Zuwendungen war das Bundes ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung(BMZ) auch im Jahr 2024 größter einzelner Zu wendungsgeber. 85,7 Mio.€ wurden für die Förderung entwicklungswichtiger Vorhaben zugewendet. Darüber hinaus erhielt die Stiftung vom BMZ Sondermittel i. H. v. 4,3 Mio.€ für den Internationalen Klima- und Umweltschutz. Der Gesamtbetrag aller Zuwendungen des BMZ belief sich mithin auf 90 Mio.€, wovon 13,3 Mio.€ auf Verwaltungskosten entfielen. Das Bundesministerium des Innern ist Zuwendungsgeber des Globalzuschusses zur Förderung der gesellschaftspoli tischen und demokratischen Bildungsarbeit. Der Zuschuss i. H. v. 47,2 Mio.€ wurde für die satzungsmäßigen Aufga ben der Friedrich-Ebert-Stiftung im Inland gewährt, insbesondere für die Durchführung von Seminaren, Tagungen und Kolloquien, die Beschaffung von Lehr- und Lernmit teln, die Vergabe von Forschungsvorhaben mit gesellschaftspolitischer Zielsetzung sowie für die Archivierung der für die soziale Demokratie zeitgeschichtlich bedeutsa men Personen- und Organisationsbestände. Der Globalzu schuss dient auch der Finanzierung der auf diese Aufga benbereiche entfallenden Personal-, Verwaltungs- und Betriebskosten. Darüber hinaus erhielt die Stiftung vom Bundesministerium des Innern Mittel i. H. v. 1,9 Mio.€ zur Durchführung von Investivmaßnahmen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte mit 21,4 Mio.€ die Vergabe von Stipendien an deutsche Studierende im Grund- oder Aufbaustudium sowie die Unterstützung von Promotionsvorhaben. 2,6 Mio.€ wurden dabei als Verwaltungs-, Auswahl- und Betreuungskostenpauschale gewährt. Das Auswärtige Amt förderte mit 3,2 Mio.€ die Vergabe von Stipendien sowie die Betreuung und Nachbetreuung ausländischer Studierender und Graduierter in der Bundesrepublik. 20,5 Mio.€ wurden für internationale gesellschaftspolitische Maßnahmen zugewendet. Die Vorhaben dienen dem Informations-, Meinungs- und Erfahrungsaustausch sowie der Schulung gesellschaftlicher und politischer Schlüsselgruppen. Überdies gewährte das Auswärtige Amt der Stiftung Sondermittel i. H. v. 2,5 Mio.€, wovon 1,1 Mio.€ für die Stärkung der sozialen Gerechtigkeit und der politischen Teilhabe in der Region Mittlerer Osten/Nordafrika verwendet wurden. Auf Verwaltungskostenzuschüsse entfielen beim Auswärtigen Amt insgesamt 3,5 Mio.€. Insgesamt verringerten sich die 2024 vereinnahmten Bundeszuwendungen gegenüber 2023 um 6,3 Mio.€, wobei die Mittel des BMI um 1,1 Mio.€ und die AA-Mittel um 0,5 Mio.€ stiegen, während die BMBF-Mittel um 0,4 Mio.€ und die BMZ-Mittel um 7,5 Mio.€ sanken. Die Bundesländer und andere Gebietskörperschaften gewährten zweckbestimmte Zuwendungen zur Durchfüh rung von landesspezifischen Veranstaltungen der gesell schaftspolitischen Bildungsarbeit in Höhe von 4 Mio.€. Mit 1,9 Mio.€ ist das Land Nordrhein-Westfalen der größte Zuwendungsgeber, u. a. im Rahmen des Weiterbildungsgesetzes. Von sonstigen Zuwendungsgebern wurden von der Europäischen Union 2,6 Mio.€ und zur Durchführung entwick lungspolitischer Maßnahmen von verschiedenen Organisationen im Ausland insgesamt 80.000€ zugewendet. Die Eigenbeiträge der Teilnehmer:innen an den Bildungsveranstaltungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 509.000€. Die Position„Sonstige Erträge“ umfasst Erlöse aus der Durchführung von Gast- und Fremdveranstaltungen, dem Kantinenbetrieb in Bonn(insgesamt 488.000€), Kostenerstattungen(6.000€), Publikations- und Eintrittserlöse (272.000€) sowie Erträge aus Vermietung und Verpachtung(27.000€). Ausgaben und Aufwendungen Die zur Finanzierung von aktivierungspflichtigen Aufwen dungen gewährten Zuschüsse werden ab 1986 für Baumaßnahmen und ab 1991 auch für das übrige Anlagevermögen als Sonderposten aus Zuwendungen für Anlagevermögen passiviert(siehe Bilanz). Dieser Sonderposten wird in der Position„Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens aus Zuwendungen für Anlagevermögen“ entsprechend der Abschreibung erfolgswirksam aufgelöst. Die unter„Aufwendungen aus der satzungsmäßigen Tätig keit“ genannten Positionen belaufen sich auf 173 Mio.€. Sie enthalten auch die mit der Durchführung dieser Aufgaben unmittelbar verbundenen Personal-, Verwaltungs- und Betriebskosten. 62 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Der Personalaufwand für Inlandsmitarbeiter:innen und für die zeitlich befristet angestellten Aushilfen betrug insge samt 47,2 Mio.€ und setzte sich wie folgt zusammen: Lohn- und Gehaltskosten 37,1 Mio.€, Sozialabgaben und sonstige soziale Aufwendungen 10,1 Mio.€. Die Ausgaben für die staatsbürgerliche und gesellschaftspolitische Bildungsarbeit beziehen sich auf Seminarveran staltungen, Tagungen, Kongresse, Ausstellungen und die Erstellung von Publikationen. Die Veranstaltungen fanden in den Zentralen in Bonn und Berlin sowie an Veranstaltungsorten in der gesamten Bundesrepublik statt. Die Position„Internationale Zusammenarbeit, Völkerverständigung und Partnerschaft zu den Ländern des globalen Südens“ enthält die Ausgaben für die Auslandsarbeit der Stiftung in Ländern des globalen Südens, den Ländern Mittel- und Osteuropas und in Industrieländern. Der hier enthaltene Personalaufwand für Auslandsmitarbeiter:innen betrug 22,2 Mio.€. In der Position„Forschungsprojekte“ werden Ausgaben für den Betrieb des Karl-Marx-Hauses in Trier, für die historische Arbeit, für Archivalien des Archivs der sozialen Demo kratie und für Bücher und Zeitschriften der Bibliothek ausgewiesen. Die„Sonstigen Betriebs- und Verwaltungsaufwendungen“ enthalten die Personal-, Verwaltungs- und Betriebskosten der Gemeinkostenstellen in den Häusern in Bonn und Berlin. Eigene Einnahmen und Spenden Von besonderer Bedeutung für die Friedrich-Ebert-Stiftung sind die Erträge aus den unselbstständigen Stiftungen. Diese Vermögen aufgrund von Testamenten oder Schenkungen i. H. v. derzeit 8,5 Mio.€ stellen eine ganz besondere Verpflichtung für die Stiftung dar. Mit den Erträgen aus diesen Vermögen können im Sinne und im Namen der Spender Aufgaben dauerhaft übernommen werden, für die öffentliche Mittel sonst nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für die Spenden, die für die allgemeinen und wissenschaftlichen Satzungszwecke der Stiftung sowie für den Solidaritätsfonds der Studienförderung eingegangen sind. Die Höhe dieser Spenden belief sich auf 566.000€. Größere Einzelspenden erhielten wir im Jahre 2024 von Martin Brost i. H. v. 150.000€ sowie von Michael Vassiliadis i. H. v. 15.000€. Anhang 63 Bescheinigung des Abschlussprüfers An den Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Bonn Wir haben die Jahresrechnung – bestehend aus Bilanz und Einnahmen- und Ausgabenrechnung – unter Einbeziehung der Buchführung des Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Bonn, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung der Jahresrechnung nach den gesetzlichen Vorschriften und ihre Auslegung durch die IDW Stellungnahme zur Rech nungslegung: Rechnungslegung von Vereinen(IDW RS HFA 14) und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter des Vereins. Die Buchführung lehnt sich an die Vorschriften und die daraus abgeleiteten Regelungen der Bundeshaushaltsordnung an und enthält kameralistische Elemente. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über die Jahresrechnung unter Einbeziehung der Buchführung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung von Vereinen(IDW PS 750) vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durch zuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung der Jahresrechnung wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Vereins sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezo genen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresrechnung überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der ge setzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdar stellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Be anstandungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht die Jahresrechnung mit den unten aufgeführten Abweichungen den gesetzlichen Vorschriften und ihrer Auslegung durch den IDW RS HFA 14 und den Vorschriften der Satzung. Abweichend von den allgemeinen handelsrechtlichen Vorschriften und Empfehlungen der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung von Vereinen(IDW RS HFA 14) werden keine sonstigen Rückstellungen angesetzt. Ist das Finanzanlagevermögen zu Anschaffungskosten bilanziert, werden keine außerplanmä ßigen Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen vor genommen. Weiterhin werden Periodenabgrenzungen von Einnahmen und Ausgaben mit einer haushaltsrechtlichen Abrechnungsreichweite nur für das Berichtsjahr vorgenommen. Zudem werden in der Einnahmen- und Ausgabenrechnung außerordentliche Aufwendungen und das Ergebnis der gewöhnlichen Vereinstätigkeit ausgewiesen. Koblenz, 14. Juli 2025 DORNBACH GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft gez. Schmidt Wirtschaftsprüfer gez. Hochhuth Wirtschaftsprüfer 64 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Die Gender-Leitlinien der Friedrich-Ebert-­ Stiftung: Geschlechtergerechtigkeit ist soziale Gerechtigkeit Die Arbeit der FES orientiert sich an den Grundwerten der Sozialen Demokratie: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidari tät. Hieraus folgen konkrete politische Ziele, um gleiche Verwirklichungschancen und gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten zu garantieren – unabhängig von Ge schlecht, sexueller Identität und Orientierung. Die Soziale Demokratie war stets Vorreiterin für Geschlechtergerechtigkeit. Das gilt etwa für die Einführung des Frauenwahlrechts(1919) oder für die in der Verfassung verankerte Gleichberechtigung von Mann und Frau 1 . Dieses politische Vermächtnis prägt unser Selbstverständnis. Unsere Überzeugung ist: Ohne Geschlechtergerechtigkeit gibt es keine soziale Gerechtigkeit und keine lebendige, starke Demo kratie. Deshalb wollen wir mit unserer Arbeit dazu beitra gen, Diskriminierung abzubauen und tatsächliche Gleich stellung zu erreichen. Diese Leitlinien geben Orientierung über Ziele, Grundprinzipien und die Arbeitsansätze der FES, um zu mehr Ge schlechtergerechtigkeit beizutragen. Geschlechtergerechtigkeit bedeutet für die FES die„Freiheit zu unterschiedlichen und nicht nach Geschlecht vorge zeichneten Seins- und Lebensweisen auf der Basis von Gleichheit in der Verteilung von Ressourcen, Einflussmöglichkeiten und Wertschätzung“ 2 . Die FES setzt sich in ihrer Arbeit in Deutschland und weltweit daher für die folgenden Ziele ein: -> Eigenständige Existenzsicherung, gerechte Einkommensverteilung und gleiche Teilhabechancen Das bedeutet unter anderem existenzsichernde Erwerbs einkommen von Frauen, soziale Absicherung und ge schlechtergerechte Aufteilung von familiärer Fürsorge ­ arbeit, Abbau der geschlechtsbezogenen Einkommensun gleichheit, gerechte Verteilung von bezahlter und unbe zahlter Arbeit, eine gesamtgesellschaftliche und politische Verantwortung für Sorgearbeit, gleiche Teilhabe von Frauen am politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturel len Leben. -> Würde und Unversehrtheit Dazu gehören Bekämpfung von Sexismus, Bekämpfung jeglicher Form von geschlechtsbezogener Gewalt, Schutz vor sexueller Ausbeutung, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung von Frauen. -> Offenheit und Vielfalt Das bedeutet Abbau von Geschlechterstereotypen, Freiheit in der Gestaltung von Geschlechterrollen und Familienkonzepten, Anerkennung der Vielfalt aller Geschlechter. Die Grundprinzipien unserer geschlechterpolitischen Arbeit sind: -> Geschlechtergerechtigkeit in allen Lebensbereichen und Politikfeldern Das bedeutet die Umsetzung von Geschlechtergerechtig keit als Querschnittsaufgabe, strategisch, methodisch und inhaltlich, in allen Politikbereichen, z. B. Finanzpolitik, Ver kehrspolitik, Klimaschutz, Gestaltung der Digitalisierung. -> Geschlechtergerechtigkeit in Europa und der Welt Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit sind universelle Ziele für die nationale, europäische und internationale Zusammenarbeit und Politik sowie gleichzeitig Bedingun gen für Demokratie, nachhaltige Entwicklung, Armutsreduzierung und Friedenssicherung. Sie orientieren sich an in ternationalen Abkommen, Instrumenten und Konzepten wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) und dem UN-Übereinkommen über die Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau(CEDAW). Für unsere Arbeitsansätze nach innen und außen heißt das: Die FES befördert aktiv die Beachtung des Prinzips des Gender Mainstreaming in allen ihren Zuständigkeits- und Arbeitsbereichen sowie das Ziel der Geschlechtergerechtig1 Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes besagt:»Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frau en und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.« 2 Pimminger, Irene, Geschlechtergerechtigkeit: ein Orientierungsrahmen für emanzipatorische Geschlechterpolitik/ Irene Pimminger. – Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, Forum Politik und Gesellschaft, 2014, S. 53. Anhang 65 keit. In unseren Prinzipien der Mitarbeiter:innen-Führung, verantwortet von der Personalabteilung, ist festgehalten: „Führungskräfte in der FES fördern Vielfalt sowie GenderGerechtigkeit und setzen sich für die Vereinbarkeit von Be ruf und Familie ein.“ Die Gleichstellungsbeauftragte der FES erfüllt ihre Aufgaben laut§ 6 der Gesamtbetriebsvereinbarung für die Mitarbeiter:innen. Die FES unterstützt und befähigt die Mitarbeiter:innen bei der fachlich-inhaltlichen Umsetzung des Gender Main streaming und begleitet sie durch die Gestaltung geschlechtergerechter Prozesse und Strukturen über eine zentrale Genderkoordinierung, mit Genderkoordinator:in nen in den Arbeitseinheiten(u. a. in Abteilungen, Referaten, Regionalbüros, Landesbüros), durch Fortbildungen, aber auch als Teil des Qualitätsmanagements durch Monitoring und Evaluation. Wir wollen mit unserer Arbeit dazu beitragen, die geschlechtsb­ ezogenen Benachteiligungen zu überwinden. Wir vermitteln in unseren Programmen und Formaten ein gleichberechtigtes, modernes Geschlechterbild. In unserer Gleichstellungsarbeit nehmen wir eine intersektionale Per­ spektive ein, d. h. wir berücksichtigen das Zusammenwirken von Geschlecht und weiteren sozialen Kategorien wie Ethnizität, Religion, soziale Position, ökonomische Un gleichheit, Behinderung und sexuelle Orientierung. Diese Kategorien interagieren mit Geschlecht und verstärken häufig soziale Ungleichheiten und Benachteiligungen. Das Eintreten für eine Überwindung der auf Identität basierenden Benachteiligungen steht nicht im Widerspruch zur Überwindung ökonomischer Ungleichheit, sondern bedeutet, gemeinsam für größere Gerechtigkeit – auch soziale Gerechtigkeit – für immer mehr Menschen einzutreten. Das Ideal einer diskriminierungsfreien, geschlechtergerechten und vielfältigen Gesellschaft verfolgen wir, indem wir die Inhalte, Methoden und Produkte unserer Arbeit immer wieder auch Gender-Analysen und-Evaluationen unterzie hen und sie gleichstellungsorientiert gestalten. In unseren Veranstaltungen, unseren Publikationen und unserer Kommunikation, z. B. über das Themenportal»Gender Matters« und seine Social-Media-Kanäle, machen wir auch nach außen sichtbar, dass wir für das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit sowie für einen modernen, intersektionalen, solidarischen und politischen Feminismus stehen und gesellschaftliche Transformation und soziale Gerechtigkeit einfordern. Unser Leitfaden„Eine Sprache für Alle“ gibt Orientierung für geschlechtersensible Kommunikation. Diese geschlechterpolitischen Leitlinien knüpfen an das Leitbild der Friedrich-Ebert-Stiftung an; hier heißt es: Wir engagieren uns für Geschlechtergerechtigkeit – in jedem Bereich des Lebens. Denn nur eine Demokratie, die wirkliche Gleichstellung zwischen den Geschlechtern schafft, ist eine Soziale Demokratie. Die Genderleitlinien wurden erarbeitet vom Gender-Koordinierungskreis der Friedrich-Ebert-Stiftung, beschlossen von der Abteilungsleiter:innen-Runde der FES am 23. September 2021. Weitere Quellen: Intern: → FESnet-Community Zentrale Genderkoordinierung, https://intranet.fes.de/workspaces/zentralegenderkoordinierung/apps/blog/blog → Leitfaden geschlechtersensible Sprache»Eine Sprache für Alle«(2021) → Gender in der internationalen Arbeit der FES: https://intranet.fes.de/pages/finanzhandbuches-der-internationalen-arbeit/apps/wiki/instrumente/list/ view/8de87e58-8a75-4765-8988-d6746b185655?currentLanguage=DE → Maier, Tanja, Re:framing Gender – Geschlechtergerechte politische Kommunikation verstehen und umsetzen, Berlin, 2021. Extern: → Deutscher Bundestag. DS 18/12640(2017): Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. → Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, BMFSFJ, 2021, https://www.bmfsfj.de/resource/blob/184544/665a7070dbc68f9984fe968dc05fd139/dritter-gleichstellungs­ bericht-bundestagsdrucksache-data.pdf. 66 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, eine nachhaltige Organisation Nachhaltigkeitsbericht 2025 Im März 2022 hat der Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung beschlossen, aus der FES eine sozial und ökologisch nach haltige Organisation zu machen. Den Einstieg zur Umset zung dieser Nachhaltigkeitsstrategie markieren mehrere Pi lotprojekte. Diese zeigen, dass Nachhaltigkeit kein elitäres Projekt ist, sondern machbar nicht nur für die FES, sondern auch für andere Organisationen. Ab dem Jahr 2024 erstellt die FES jährlich Nachhaltigkeitsberichte anhand von Leitfragen. Sie orientieren sich am Deutschen Nachhaltigkeitskodex(DNK) 1 , der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsbericht erstattung und den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen(SDGs). Leitfragen: Nachhaltigkeitskonzepte und Nachhaltigkeitsaspekte Strategie 1. Welche zentralen Handlungsfelder werden in der Nachhaltigkeitsstrategie der FES identifiziert? Die Nachhaltigkeitsstrategie(NSG) definiert zentrale Hand lungsfelder, Ziele, Ansätze und Verantwortlichkeiten, die dem Charakter der FES als in Deutschland und weltweit tätiger politischer Stiftung entsprechen. Die FES strebt dabei keine Nachhaltigkeitszertifizierung an – unter anderem, weil bereits ein Zertifikat der European Foundation for Quality Management(EFQM) vorliegt, das Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Da die FES keinen Lagebericht im Sinne des Handelsgesetzbuches erstellt, wird der Nachhal tigkeitsbericht der FES im Jahresbericht veröffentlicht. Zentrale Handlungsfelder der NSG sind das Veranstaltungsmanagement(Nachhaltige Bildungsveranstaltungen), der Gebäudebetrieb im In- und Ausland, die Weiterbildung der Mitarbeiter:innen sowie die Nachhaltigkeit der Auslandsbüros. Die Schwerpunkte liegen auf sozialer und öko logischer Nachhaltigkeit und sind in einem Positionspapier transparent beschrieben. Das Motto lautet„Fair – ökologisch – machbar für alle!“ 2 2. Wesentlichkeit/Relevanz: Welche Nachhaltigkeitsaspekte werden durch die Arbeit der FES beeinflusst? Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für die FES? Die politische Bildung und Beratung hat unmittelbaren Einfluss auf Nachhaltigkeitsaspekte, die sie thematisch aufgreift – v.a. Fragen der sozialen und ökologischen Nach haltigkeit. Sie werden bearbeitet mit Blick auf Wirtschaftsmodelle, Klimagerechtigkeit und soziale Sicherheit, Vermö gensverteilung, Geschlechtergerechtigkeit und internationale Solidarität. Auch Themen wie Urbanisierung und Mobilität werden in Deutschland und global adressiert. Methoden sind dabei Wissensvermittlung, Befähigung und Motivation zum Engagement, politische Analyse und Bera tung und Vernetzung mit Partnerorganisationen. In allen Arbeitsbereichen der FES – von politischer Bildung bis zur Archivierung von Dokumenten, Fotos, digitalen Vorund Nachlässen uvm. – ist der Verbrauch natürlicher Ressourcen ein zentraler Aspekt. Durch die Arbeit mit Men schen – als Seminarteilnehmende, Sitpendiat:innen, Referent:innen oder Beschäftigte der FES – sind soziale Nach haltigkeitsaspekte wie Inklusivität und Arbeitnehmer:innenrechte wesentlich. Die Chancen zur Stärkung von Nachhaltigkeit liegen für die FES in ihren besonderen Zugängen zu Menschen unter schiedlichster Zielgruppen sowie zu Wissens- und Ent scheidungsträger:innen. Glaubwürdigkeit und Kompetenz der FES als sozialdemokratischer Stiftung liegen vor allem bei sozialer Nachhaltigkeit in Verbindung mit ökologischen Aspekten. Als Zuwendungsempfängerin öffentlicher Mittel ist die FES verpflichtet, ihre Aktivitäten wirtschaftlich, sparsam und nachhaltig umzusetzen. Sie hat die Möglichkeit, im Seminar­betrieb durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen ggf. entstehende Mehrkosten bei Verpflegung und Unterbringung von Teilnehmenden auch aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Es besteht jedoch das Risiko, durch den erhöh ten Aufwand insgesamt weniger Menschen in Präsenzver anstaltungen erreichen zu können. 1  https://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/ 2  https://www.fes.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=82821&token=67f55300b1c20e352d9814e96835aae28b83c03b Anhang 67 Es besteht auch ein politisches Risiko, da Nachhaltigkeit als Thema nicht bei allen Zielgruppen der FES zwingend positiv belegt ist und auch in der Belegschaft nicht durchweg für eine Priorität gehalten wird. Dem wollen wir durch klare Thematisierung konstruktiv begegnen. Anderseits gibt es Zielgruppen und Partner der FES, aus deren Sicht die Stiftung nicht genug für Nachhaltigkeit tut. In jedem Fall wollen wir den in unserer Bildungsarbeit vertretenen Zielen auch in unserer Organisation gerecht werden. 3. Welche konkreten Ziele verfolgt die FES, um nachhaltiger zu werden? Warum hat sie diese priorisiert? Wie wird die Umsetzung kontrolliert? Die FES hatte als Grundlage für die Implementierung der Nachhaltigkeitsstrategie ein strategisches Ziel der Organisationsentwicklung festgelegt: Die Friedrich-Ebert-Stiftung setzt bis zum 100-jährigen Ju biläum 2025 ihre Nachhaltigkeitsstrategie um. Das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit wird durch Pilotprojekte für un sere Partner:innen und Zielgruppen sichtbar, trägt zur Moti­vation der Mitarbeiter:innen bei und ist ein ständiger Impuls für die Organisationsentwicklung der FES. Die Betonung von sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit in Verbindung mit ökologischer Nachhaltigkeit wird ein Markenzeichen der FES. Wesentliche Schritte zur Erreichung dieses strategischen Zieles wurden durch die Umsetzung von Pilotprojekten er reicht. Diese wurden mit der Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie gestartet, um zügig ins Tun zu kommen und Erfahrungen zu sammeln. Die dabei gewonnenen Er kenntnisse führten zur Formulierung folgender Ziele, die wesentliche Aspekte der Tätigkeit der FES erfassen: → Für die Liegenschaften der FES wird der Passivhaus­ standard im Energie- und Wärmemanagement erreicht. → Die Teilhabe lokal beschäftigter Kolleg:innen ist durch die Einführung sozialer Nachhaltigkeitsstandards ver bessert. → Der Leitfaden„nachhaltige Bildungsveranstaltungen“ wird bis 2025 in der FES verbindlich eingeführt. → Die Mitarbeiter:innenweiterbildung wird nachhaltiger ausgerichtet. 4. Welche Schritte gilt es bei der Vorbereitung, Umsetzung und Nachbereitung von Aktivitäten zu berücksichtigen? Die Durchführung von Bildungsmaßnahmen der FES ist in einen Qualitätsmanagementzyklus eingebettet. Nachhal tigkeitsaspekte sollten bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Für die Durchführung nachhaltiger Bildungsveranstaltungen hat eine Projektgruppe einen Leitfaden und eine Checkliste entwickelt. Dabei geht es um Thema/Inhalt, Organisation/Management und nachhaltige Wirkung von Veranstaltungen. Eine Auswertung erfolgt mit einem digitalen Erhebungsbogen. In der internationalen Arbeit werden für die Erfolgskontrolle externe Evaluierungen durchgeführt, die in Anwendung der OECD-DAC-Evaluierungskriterien auch die Nachhaltigkeit auf Programmebene betrachten. Prozess und Management 1. Wo liegt die Verantwortung für Nachhaltigkeitsfragen in der FES? Die Verantwortung für die Umsetzung der Nachhaltigkeits strategie liegt bei der Geschäftsführung und der Abteilung Finanzen und Organisation. Für die Implementierung der Pilotprojekte und die Erarbeitung von Nachhaltigkeitsstandards wurde zudem eine Projektgruppe mandatiert. In der Abteilung Internationale Zusammenarbeit ist das Referat Innovation und Qualitätsmanagement(IQM) für Nachhaltigkeit zuständig. 2. Mit welchen Regeln und Prozessen ist die Nachhaltigkeitsstrategie im Arbeitsalltag der FES verankert? Die Nachhaltigkeitsstrategie der FES setzt auf Leuchtturmbzw. Pilotprojekte und auf eine sukzessive Ausweitung von Nachhaltigkeitsstandards nach dem Prinzip„comply or ex plain“, was der FES als lernender Organisation entgegen kommt. Für das Veranstaltungsmanagement wurde die Anwendung des entsprechenden Leitfadens verbindlich für eine Maßnahme pro Arbeitseinheit eingeführt. Für die internationale Arbeit wurden Standards sozialer Nachhaltig keit bzw. Arbeitsstandards verbindlich eingeführt. 3. Kontrolle: Mit welchen Indikatoren und Leitfragen arbeitet die FES zur Steuerung und Kontrolle der Nachhaltigkeitsziele? Wie werden die Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit der Informationen gewährleistet? Als Grundlage für den Nachhaltigkeitsbericht wurden Leitfragen entwickelt, die sich an einschlägigen Nachhaltigkeitsstandards orientieren. Fortschritte werden nach Möglichkeit quantitativ unterlegt. Die Vorgehensweise, die Leit fragen und der Nachhaltigkeitsbericht werden den zustän digen Gremien für Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung vorgelegt. 4. Wie wurden wichtige Anspruchsgruppen der FES in den Dialog zur Nachhaltigkeitsstrategie eingebunden? Der Vorstand der FES, der zu Beginn des Prozesses durch die Geschäftsführung umfänglich informiert wurde, hat den Prozess beauftragt. Die Beschäftigten der FES wurden über die Projektgruppe eingebunden. Die Umsetzung der Strate gie wurde mehrfach in betriebsöffentlichen Dialogveranstaltungen vorgestellt. Die Personalabteilung hat für ihr Leuchtturmprojekt eine Umfrage unter Mitarbeitenden 68 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. durchgeführt. Das Büro Südafrika hat im Rahmen des Pilotprojekts Partnerorganisationen eingebunden. Die Abteilung Studienförderung hat Stipendiat:innen der FES konsultiert. 5. Wurden neue Technologien und neue Standards identifiziert und angewandt? Die Strategie setzt auf Innovation, Lernorientierung und die Verbesserung betrieblicher Nachhaltigkeitsstandards und wurde mit einem verbindlichen Organisationsentwicklungsziel unterlegt. In der internationalen Arbeit wurden Standards im Rahmen sozialer Nachhaltigkeit und des Qualitätsmanagements festgelegt. Für das Finanzanlagevermögen der FES wurden striktere Nachhaltigkeitsstandards vereinbart. Für den Gebäudebetrieb wurden neue Technologien zum Energiema nagement implementiert. Ökologische Nachhaltigkeit/Klimaschutz 1. Welche natürlichen Ressourcen verbraucht die FriedrichEbert-Stiftung? Der Ressourcenverbrauch der FES resultiert v.a. aus dem Gebäudebetrieb ihrer Haupthäuser in Bonn und Berlin (Strom, Wärme, Wasser), den Büros in den Bundesländern und an den Auslandsstandorten, den Veranstaltungen der politischen Bildung(Material, Verpflegung), der Herstellung von Publikationen sowie der Mobilität von Beschäftigten und Seminarteilnehmenden. 2. Welche Ziele und Maßnahmen verfolgt die FES, um die Ressourceneffizienz zu steigern? Ein Pilotprojekt zur Nachhaltigkeit ist der Gebäudebetrieb von Haus 1 in Berlin. Diverse Maßnahmen haben zu einem drastisch reduzierten Ressourcenverbrauch geführt(siehe Bericht zum Pilotprojekt). Auch in anderen Liegenschaften wie dem Haupthaus in Bonn und dem Landesbüro Thüringen in Erfurt sowie im Rahmen des Pilotprojekts„Nachhaltiges Auslandsbüro“ in Johannesburg wurden vergleichbare Maßnahmen umgesetzt. Beim nachhaltigen Veranstaltungsmanagement geht es insbesondere um eine Senkung des Materialverbrauchs (Bildungsmaterial, Publikationen). Für die Unterbringung von Seminarteilnehmenden sollen als nachhaltig zertifi zierte Häuser bevorzugt, Nachhaltigkeitsaspekte bereits im Vergabeverfahren berücksichtigt werden. 3. Welche klimarelevanten Emissionen verursacht die FES vor allem? Welche Ziele und Maßnahmen verfolgt die FES dabei? Neben dem Gebäudebetrieb verursacht v. a. die Mobilität von Mitarbeitenden und Seminarteilnehmenden Emissionen. Für die Anreise zu FES-Veranstaltungen im Inland wer den im Regelfall öffentliche Verkehrsmittel(Bus, Bahn) benutzt und nur im Ausnahmefall Kosten für Autofahrten oder gar Flugkosten erstattet. Da die FES eine international tätige Organisation ist, sind Flüge von Beschäftigen und Seminarteilnehmenden unvermeidbar. CO 2 -Kompensationszahlungen sind der FES als Empfängerin öffentlicher Zuwendungen nur in engem Rahmen erlaubt. Doch ist es gemäß den Vorgaben der öffentlichen Hand nun möglich, bei der Auswahl von Flügen vorrangig auf die CO 2 -Emission zu achten. Die FES hat dies in ihre internen Richtlinien aufgenommen. Eine Chance liegt in der verstärkten Umstellung auf Onlineformate, doch können diese Präsenzmaßnahmen nur ergänzen. Soziale Nachhaltigkeit 1. Welche Ziele und Maßnahmen verfolgt die FES zur Stärkung der Arbeitnehmer:innenrechte? Die Stärkung von Arbeitnehmer:innenrechten gehört zur Wertegrundlage der FES. Die Gewerkschaftsbewegung ist in Deutschland und weltweit ein zentraler Partner. Die Ak tivitäten der Stiftung spiegeln dies vielfältig wieder. 2. Welche Ziele und Maßnahmen verfolgt die FES zur Stärkung gerechter Teilhabe und Vielfalt in der Organisation, angemessener Bezahlung aller Mitarbeitenden, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Integration? In der gültigen Personalstrategie der FES spielen Chancengerechtigkeit, Vielfalt, angemessene Vergütung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Rolle. Eine wichtige Maßnahme ist die Betriebsvereinbarung Mobiles Arbeiten, die mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr erfolgreich ist und Anfang 2026 um zwei Jahre verlängert wurde. Mit externer Unterstützung wird die Gleichstellungsbeauftragte in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung 2026 ausgewählte Fragen zum Thema Vielfalt und Integration bearbeiten. Zum Aspekt der Bezah lung strebt die FES eine angemessene und faire Vergütung an, wobei die tarifvertraglichen Vorgaben(TVöD) zu be achten sind. Zur Stärkung der Teilhabe lokal beschäftigter Kolleg:innen wurde eine Vielzahl von Maßnahmen implementiert, u. a.: → eine Ombudsstelle für lokal Beschäftigte → ein regionaler Beschwerdemechanismus bei Fällen sexueller Belästigung in mehreren Regionen/IZ-Referaten → Feminist Minimum Standards für die internationale Arbeit →(Mindest-)Standards für Arbeitsbedingungen und Organisationskultur in den Auslandsbüros weltweit Anhang 69 → Verbesserung des Fortbildungsangebots für lokal Beschäftigte(u. a. Digital Experts Ausland, QUIZ-Schulungen, Sprechstunden zum eKubo, thematische Fortbil dungen und Fachkonferenzen) 3. Welche Ziele und Maßnahmen werden zur Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden verfolgt, v. a. zu Qualifizierung, Gesundheitsmanagement und Digitalisierung? Da die FES in ihrer Personalstrategie auf Mitarbeiter:innenbindung setzt, hat die Personalentwicklung eine hohe Prio rität. Die Stiftung bietet vielfältige Ausbildungsprogramme an(Berufsausbildungen, Duales Studium und Projektassistenzen). Außerdem organisiert die FES umfangreiche Wei terbildungsmöglichkeiten, die auf einer digitalen Lernplattform bereitgehalten und intensiv genutzt werden. Zum Ge sundheitsmanagement werden zudem in unregelmäßigen Abständen Gesundheitstage oder-wochen angeboten. Um die Digitalisierung voranzutreiben, wurden 2024 sogenann te Digital Experts ausgebildet, die in den Arbeitseinheiten als Multiplikator:innen für die Einführung digitaler Tools fungieren. In der Abteilung Internationale Zusammenarbeit wurde ein Projektteam Wissen gegründet, das u. a. das Onboarding, das Wissensmanagement, die Fortbildung sowie die interne Kommunikation für lokal beschäftigte Kolleg:innen verbessern soll. Zudem wird ein Projekt zur weltweiten Standardisierung und Integration der Versorgung der FESAuslandsbüros mit IT-Dienstleistungen umgesetzt. 50 lo kale Kolleg:innen weltweit werden zu Digital-Expert:innen ausgebildet. 4. Wie macht die FES ihren Charakter als politische Stiftung transparent? Alle demokratischen politischen Stiftungen haben in der Gemeinsamen Erklärung von 1988 als Selbstverpflichtung und als Information der Öffentlichkeit die Grundlagen ihrer Arbeit transparent gemacht. 3 Als gemeinnütziger Verein arbeitet die FES gemäß ihrer Satzungszwecke. Als politische Stiftung erhält sie öffentli che Zuwendungen auf Grundlage des Stiftungsfinanzie rungsgesetzes. Die Veranstaltungen der FES wie ihre For schungsergebnisse sind öffentlich zugänglich. Zudem ver öffentlicht die FES einen Jahresbericht, in dem ihre Arbeitsweise, Gremienzusammensetzung und der Jahresabschluss transparent dargestellt werden. 5. Welche Maßnahmen ergreift die FES zur Einhaltung von Compliance-Regeln, Gesetzen und Richtlinien? Beschäftige werden verpflichtend zu den Compliance-Re geln der FES geschult. Die FES wendet zudem ein internes Kontrollsystem(IKS) an, die interne Revision berichtet direkt an die Geschäftsführung. Der Jahresabschluss wird von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und der Mitgliederversammlung des Vereins vorgelegt. Die FES hat einen unabhängigen Datenschutzbeauf tragten eingesetzt. Gemäß EU-Hinweisgeberrichtlinie wur de eine interne Meldestelle zum Schutz von Hinweisge ber:innen eingerichtet. Berichte zu aktuellen Pilotprojekten Nachhaltige Bildungsveranstaltungen Mit ihren politischen Bildungsveranstaltungen erreicht die FES jährlich mehr als 100.000 Menschen. Ein Team der Studienförderung und des Landesbüros Mecklenburg-Vorpommern hat einen Leitfaden für nachhaltigere Bildungsveranstaltungen entwickelt, dazu eine interaktive Infogra phik 4 und eine Checkliste für den Arbeitsalltag. Der Leitfaden beruht auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit – Schutz der Umwelt, soziale Auswirkungen und wirtschaftliche Kri terien – und umfasst die drei Bereiche der Veranstaltungsorganisation: → technisch-organisatorische Hinweise für eine ökologisch und sozial nachhaltigere Veranstaltung, etwa zur Wahl des Tagungshauses, zur Verpflegung, zu Mobilität und Barrierefreiheit sowie zur Besetzung des Podiums; → das Themensetting Nachhaltigkeit zeigt, wie das The ma stärker in die Veranstaltungen einfließen kann. Damit fördern wir die„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ – ein weltweites Programm, das Menschen zu zu kunftsfähigem Denken und Handeln befähigt; → im Bereich wirkungsvolle Veranstaltung wird dazu an geregt, die Ressourcen möglichst effektiv einzusetzen, etwa indem die Inhalte nachträglich aufbereitet und auch über andere Kommunikationskanäle verbreitet werden. Weitere Möglichkeiten sind die Umsetzung von Ver anstaltungsreihen sowie digitale Vernetzungsangebote für Teilnehmende und Referent:innen. In einer Projektgruppe aus allen Arbeitseinheiten der FES fand ein regelmäßiger Austausch zur praktischen Anwen dung des Leitfadens statt. Für die FES als lernende Organisation wurde beschlossen, zunächst eine Aktivität pro Ar beitseinheit nachhaltiger zu machen und die Checkliste nach dem Prinzip„comply or explain“ anzuwenden. Ein Fragebogen dient der systematischen Auswertung. Seit 2024 wurden über zwei Dutzend Veranstaltungen auf die 3  https://library.fes.de/pdf-files/bibliothek/03178.pdf 4  https://www.fes.de/content/share/nachhaltigkeit/index.html 70 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. ser Basis durchgeführt, darunter die Einführungsseminare der Abteilung Studienförderung, die Sommeruniversität in Berlin-Schmöckwitz, die Verleihung des Matthöfer-Preises, der Tag der progressiven Wirtschaftspolitik, ein kommunalpolitisches Seminar in Bayern und der Besuch einer internationalen Delegation in Berlin. Zwar konnten nicht alle Ziele auf einmal umgesetzt wer den, doch war vieles gut machbar: Bei den Seminarmaterialien und-einladungen wurde durch Digitalisierung auf Papier verzichtet, Rückwände des Konferenzraums wurden wiederverwertbar gestaltet. Für die Anreise wurde auf Erreichbarkeit mit ÖPNV geachtet, Fahrgemeinschaften wurden gebildet, eine Delegation bewegte sich mit Fahrrädern durch Berlin. Bei der Seminarverpflegung wurde auf fleischloses und gesundes Essen geachtet und auf Einweggeschirr verzichtet. Beim Catering ist die FES stark vom Anbieter abhängig und bei der Auswahl eines Tagungsortes muss sie langfristig und mit entsprechenden Vergabekriterien planen. Die Studienförderung hat dafür eine Liste zer tifizierter Tagungshäuser erstellt. Auch Aspekte sozialer Nachhaltigkeit wie Inklusion, Barrie refreiheit und Geschlechtergerechtigkeit konnten gut umgesetzt werden, u. a. durch Kinderbetreuung, Angebote für sehbehinderte Menschen, Awareness-Teams und eine diverse Zusammensetzung des Seminarstabes. Die positiven Beispiele zeigen allerdings auch: Mit Blick auf das Budget müssen Kompromisse eingegangen werden. Doch mit der verbindlichen Einführung des Leitfadens 2025 wird das nachhaltige Veranstaltungsmanagement in der FES sukzessive ausgeweitet. Nachhaltiges Gebäudemanagement Um Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen, wurde das Leuchtturmprojekt„Nachhaltiges Gebäudemanagement“ gestartet. Als Zielsetzung wurde aus dem Pro jekt abgeleitet, dass perspektivisch für alle Liegenschaften der FES der Passivhausstandard im Energie- und Wärmemanagement erreicht werden soll. In den Häusern der FES in Berlin und Bonn wurden in den Vorjahren bereits zahlrei che Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt. 2025 lag der Schwerpunkt nun auf der energetischen Sanierung des Büros der FES in Erfurt. Das Hermann-Brill-Haus: Zwischen Altstadt-Charme und Energiewende Wenn man das„Hermann-Brill-Haus“ in Erfurt betrachtet, sieht man ein Gebäude, das seine Geschichte atmet – erbaut in den 90ern, mitten in der historischen Altstadt. Doch hinter der Fassade hat sich im Jahr 2024 etwas Grundlegendes gewandelt. Wir haben uns gefragt: Wie bringt man echten Klimaschutz in ein Haus, das sich ei gentlich nicht verändern darf? Es war ein Balanceakt. Denkmalpflege trifft hier nicht auf „neues Design“, sondern auf hochmoderne Technik. Das Ziel war klar: Unser CO₂-Fußabdruck muss schrumpfen. Und wenn wir das in einem sensiblen Erfurter Altstadt-Ensemble schaffen, dann schaffen wir es fast überall. Damit ist das Hermann-Brill-Haus für uns nicht nur ein Büro, sondern ein Pilotprojekt für die Umsetzung der FES-Nachhal tigkeitsstrategie. Die Kunst des Möglichen: Wenn Solardachziegel Denkmalpflege„überzeugen“ Die größte Hürde? Der Denkmalschutz. Man kann bei ei nem solchen Gebäude nicht einfach mit der dicken Dämmplatte anrücken. Wir haben gerungen, geplant und wieder verworfen. Statt Standardlösungen haben wir bei der Fassade auf Hochleistungsdämmstoffe gesetzt, die trotz geringer Stärke wahre Wunder wirken. Und beim Thema Solar auf dem Dach haben uns Solardachziegel – die sich optisch kaum von traditionellen Ziegeln unterscheiden – weitergebracht. Wir haben das Haus nicht nur„hübsch“ gemacht, sondern „smart“ saniert: → Dämmung 2.0: Die alte Mineralwolle(ca. 6,5 cm, WLG 045) ist Geschichte. Wir nutzen jetzt leistungsfähigere Dämmstoffe, die deutlich mehr Wärme halten(WLG 030 oder besser), ohne dass die Wände„aufgehen“ müssen. → Fenster-Upgrade: Von außen sieht alles aus wie immer, aber innen steckt Dreifachverglasung(Uw-Wert von ca. 0,8), die das Klima im Haus stabil hält. → Energie-Mix: Herzstück unserer Wärmeversorgung ist nun ein hybrider Ansatz: Die Gasheizung – die perspek tivisch auf Wasserstoff umgestellt werden kann – bekommt tatkräftige Unterstützung durch eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das Besondere daran: Der Strom für die Wärmepumpe kommt direkt vom eigenen Dach und aus dem Hof. Wir nutzen hierfür die Kombina tion aus Solardachziegeln(ca. 5 kWp), einer klassischen PV-Anlage auf der Westseite(ca. 10,5 kWp) und einem neuen, 40 Quadratmeter großen Solar-Carport, das noch einmal rund 6 kWp beisteuert. So wird das Gebäude selbst zum kleinen Kraftwerk. → Licht aus, LED an: Auch das Innenleben des Hauses haben wir fit für die Zukunft gemacht: Alle alten Halogenund Leuchtstofflampen sind raus – stattdessen sorgt nun flächendeckend moderne LED-Technik für das richtige Licht. Und auch in der Kaffeeküche haben wir aufgerüstet: Durch den Austausch der alten Elektrogeräte gegen neue, hocheffiziente Modelle sparen wir nun bei jedem Handgriff im Alltag Energie ein. Anhang 71 Auf dem Foto, anlässlich der Wiedereröffnung des umgebauten FESBüros in Erfurt sind zu sehen(v.l.n.r.): Saskia Podzimek(LB Thüringen), Yasmina Weidemann(Kollegin ZD Berlin), Jürgen Gerber(ZD Berlin), Sigrun Nobis-Dietzel(betreuende Bauingenieurin), Nicole Krüger (LB Thüringen), Dr. Manuela Erhart(AL PBD), Justus Hauenherm ­(Architekt), Dr. Sabine Fandrych(GF Vorstandsmitglied), Martin Schulz (Vorstand), Tino Ernst(Referatsleitung ZD Berlin), Mirko Hempel ­ (LB Thüringen), Pascal Mix(PersRef Vorstand), Wolfgang Höffken (LB Thüringen) Und in Berlin? Ein Kraftakt für das„Haus 1“ Während wir in Thüringen im Kleinen beweisen, was möglich ist, nehmen wir uns in Berlin eine Nummer größer vor. Unser Hauptstandort(Baujahr 1999) ist in die Jahre gekommen – vor allem, was die Kühlung und Heizung angeht. Für dieses Gebäude(Haus 1) wird ein nachhaltiges Ressourcenmanagement geplant und z.T. bereits umgesetzt. Dabei im Fokus: die bisherige Beheizung mittels Fernwärme, die sich zu rund 90 Prozent aus fossilen Brennstoffen speist. Wir verabschieden uns nun von veralteter Technik und setzen auf reversible Luft-Wasser-Wärmepumpen, die stattdes sen bis zu 90 Prozent des Wärmebedarfs nachhaltig decken werden. Das System ist genial: Im Sommer kühlt es die Konferenzsäle, im Winter wärmt es das Gebäude – und das mit einem Bruchteil der Energie, die wir bisher verschwendet haben. Das ist kein kleines Projekt, sondern ein echtes „Leuchtturm-Update“ für unsere Infrastruktur. Mit Solaranlagen auf den Flachdächern ihrer Berliner Häuser produziert die FES Strom. Auf einer Fläche von mehr als 1.500 Quadratmetern befinden sich 340 Module. Der nicht unmittelbar verbrauchte Strom fließt in zwei Spei chermedien, um ihn später nutzen zu können. Mit rund 92.000 Kilowattstunden pro Jahr decken die Anlagen circa 8 Prozent des Energiebedarfs der Gebäude und sparen cir ca 54 Tonnen CO 2 ein. 2024 wurde der Wärmebedarf bereits um ca. 10 Prozent und der Stromverbrauch um ca. 8 Prozent reduziert, etwa indem auf Warmwasser verzichtet wird, die Lüftungsanlage und Wärmezufuhren optimiert und Kühlungen abgeschal tet wurden. Durch die Umrüstung auf LED-Leuchtmittel(zu 75 Prozent umgesetzt) wurde der jährliche Stromverbrauch bereits von 85.000 kWh auf 25.000 kWh gesenkt. Nachhaltiges Auslandsbüro Am Standort Johannesburg wurde das Pilotprojekt„Nachhaltiges Auslandsbüro“ umgesetzt. Nachhaltiger zu arbei ten heißt dabei, nicht nur ökologischer, sondern insbesondere feministischer und postkolonial sensibler zu sein. Im Interesse sozialer Nachhaltigkeit wurden feministische Mindeststandards für die Projektarbeit und Veranstaltungen definiert, die nun auch Gegenstand der Vereinbarungen mit Partnerorganisationen sind. Zudem verfolgt das Team eine Null-Toleranz-Politik gegen jede Form von Ge walt und Diskriminierung. So wurde eine Strategie für den Umgang mit sexueller und geschlechterbasierter Belästigung sowie ein entsprechendes Beschwerde- und Sanktionsverfahren eingeführt. Aus einer Dekolonialisierungsperspektive setzt sich das Team in Südafrika kritisch mit internen Hierarchien sowie den Beziehungen zu Partnerorganisationen auseinander, um diese Beziehungen gemeinsam zu gestalten. Diese Ini tiative wird mittlerweile in einem extern begleiteten Beratungsprozess des Afrikareferates aufgegriffen. Die Erfah rungen aus Südafrika sind dabei nicht nur vor Ort wichtig, sondern haben einen wichtigen Impuls für soziale Nach haltigkeitsstandards und die Stärkung der Teilhabe lokal beschäftigter Kolleg:innen in der FES gegeben. Feminist Minimum Standards wurden für die internationale Arbeit eingeführt, ebenso wie Mindeststandards für die Organisationskultur in den FES-Auslandsbüros weltweit. Ein regionaler Beschwerdemechanismus bei Fällen sexueller Belästigung wurde in mehreren Regionen eingeführt und eine zentrale Ombudsstelle für lokal Beschäftigte geschaffen. Um in Johannesburg mehr ökologische Nachhaltigkeit zu erreichen, wurde eine ganze Reihe an Maßnahmen imple mentiert. Zentral ist die Solarenergie. In den ersten zwei Jahren nach Installation von Photovoltaik wurden 80 MWh Strom produziert. Damit wurden 90 Prozent des Stromver brauchs gedeckt, inklusive fast 15.000 Kilometer mit dem neuen Elektroauto. Damit wurden etwa 26 Tonnen CO 2 gespart. Diese guten Werte wurden erreicht, obwohl sich der Strombedarf gegenüber der Schätzung um 40 Prozent er höht hatte. Weitere Maßnahmen sind Regenwassersammlung und nachhaltiges Wassermanagement im Büro, sozialökologische Ausschreibungskriterien und die Reduzierung von Plastikmüll. Dabei zeigte sich, dass ein gemeinsamer Lernprozess mit den Partnern der FES nottut. So wurde die Umstellung von Plastik- auf Glasflaschen für die Seminarverpflegung zunächst hinterfragt, da Plastikflaschen mitun ter günstiger sind und als hygienischer gelten. Als Zielsetzung wurde aus dem Pilotprojekt abgeleitet, suk zessive mehr Auslandsbüros der FES nachhaltiger zu ma chen und die Teilhabe lokal beschäftigter Kolleg:innen durch die Einführung sozialer Nachhaltigkeitsstandards weiter zu verbessern. 72 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Nachhaltige Weiterbildung der Mitarbeiter:innen Die Personalentwicklung soll die Kompetenzen der Mitar beitenden durch systematische Personalentwicklungsmaßnahmen verbessern. Dafür möchte die Personalabteilung Verbindlichkeit schaffen, Methodenvielfalt nutzen sowie zielgerichtete und funktionsgruppenübergreifende Angebo te unterbreiten. Die interne Weiterbildung der FES bietet ein Grundlagenund Aufbauprogramm über das Lernportal an. Feedbackprozesse helfen, bedarfsorientierte Entwicklungsmaßnah men für Mitarbeiter:innen festzulegen und durchzuführen. Die Führungskräfteentwicklung wurde für alle Funktionsgruppen geöffnet, was eine gemeinsame Weiterbildung ermöglicht. Im Rahmen der Nachhaltigkeit wurden die Dienstleister:innen zu den Gepflogenheiten der FES ge schult, vermitteln FES-spezifische Inhalte und Werte und sollen langfristig mit der Stiftung zusammenarbeiten. Einige Seminare werden verpflichtend für spezifische Ziel gruppen angeboten und sind Voraussetzung dafür, be stimmte Tätigkeiten auszuüben. Die verpflichtenden Semi nare finden einheitlich, optimiert und nachhaltig statt. Die Teamentwicklung und individuelles Coaching werden ergänzend genutzt, um die für die jeweiligen Tätigkeiten er forderlichen Kompetenzen zu optimieren. Grundlage für die Weiterentwicklung der Personal-, Kompetenz- und Führungskräfteentwicklung war eine Umfrage im Dezember 2021, an der sich 236 Kolleg:innen aus dem Inund Ausland beteiligten. Die Weiterbildungsangebote 2021 wurden von 45 Prozent mit der Schulnote„gut“ bewertet. Die Bewertung der wichtigsten Kriterien im Zusammenhang mit der Personalentwicklung fiel auf Werte der Stiftung, Mitarbeitenden-Zufriedenheit, Mitarbeitenden-Qualifizierung, zielgenaue Seminare und digitale Formate. Dem zufolge nahmen diese Kriterien auf die Entscheidungen Einfluss. Auch nach dem Pilotprojekt wird das Ziel weiterverfolgt, die Weiterbildung der Mitarbeiter:innen nachhaltiger auszurichten. Anhang 73 Mitglieder des Vorstands Stand: April 2026 Vorsitzender Martin Schulz Stellvertretende Vorsitzende Reiner Hoffmann Anke Rehlinger Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Dr. Sabine Fandrych Ehrenvorsitzender Kurt Beck Mitglieder des Vorstands Prof. Dr. Peter Brandt Dr. Barbara Hendricks Reiner Gerd Hoffmann Christina Kampmann Barbara Ludwig Dr. Rolf Mützenich Matthias Platzeck Dr. Manja Schüle Anschrift für Vorstand, Verein und Kuratorium Postadresse: Friedrich-Ebert-Stiftung 53170 Bonn Haus-/ Lieferadresse: Friedrich-Ebert-Stiftung Godesberger Allee 149 53175 Bonn Zahl und Art der Führungspositionen, die mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages, der Landtage und der Bundes- oder Landesregierungen oder der Bundes- oder Landesparteivorstände besetzt waren: Von den zehn Mitgliedern des Vorstandes sind → sechs Mitglieder ohne o. a. Funktion → ein Mitglied des Deutschen Bundestages → ein Mitglied eines Landesparlaments → zwei Mitglieder eines Landesparlaments, zugleich Mitglied einer Landesregierung Geschäftsführung und Abteilungsleitungen der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V.: keine:r in einer der o. a. Funktionen Den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und des Parteiengesetzes zur Sicherung der Unabhängigkeit der politischen Stiftungen wird auf Grundlage der gemeinsamen Erklärung der politischen Stiftungen Rechnung getragen. Hiernach üben »der Vorsitzende des Vorstands, der Vorstandssprecher, der geschäftsführende Vorsitzende, das geschäftsführende Vor standsmitglied und der Schatzmeister einer politischen Stiftung[…] in der jeweils nahestehenden Partei keine vergleichba ren Funktionen aus«. 74 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Mitglieder des Vereins Stand: April 2026 Doris Ahnen Thorben Albrecht Dr. Gerd Andres Niels Annen Dr. Katarina Barley Doris Barnett Bärbel Bas Sabine Bätzing-Lichtenthäler Kurt Beck Uwe Beckmeyer Christiane Benner Erik Bettermann Jens Böhrnsen Klaus Brandner Prof. Dr. Peter Brandt Ilse Brusis Prof. Dr. Udo Bullmann Dr. Edelgard Bulmahn Dr. Jürgen Burckhardt Delara Burkhardt Hans Martin Bury Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin Heide Dörrhöfer-Tucholski Malu Dreyer Garrelt Duin Martin Dulig Hans Eichel Dr. Gernot Erler Petra Ernstberger Nancy Faeser Yasmin Fahimi Dr. Sabine Fandrych Elke Ferner Sigmar Gabriel Klara Geywitz Franziska Giffey Günter Gloser Reinhard Grätz Bettina Hagedorn Nina Hauer Dr. Volker Hauff Hubertus Heil Dr. Barbara Hendricks Antje Hochwind-Schneider Reiner Gerd Hoffmann Dr. Eva Högl Prof. Dr. Uwe Holtz Berthold Huber Verena Hubertz Klaas Hübner Hedda Jungfer Johannes Kahrs Christina Kampmann Sabine Kaspereit Cansel Kiziltepe Reinhard Klimmt Daniela Kolbe Carmen König-Rothemund Stefan Körzell Hannelore Kraft Ute Kumpf Dr. Gerlinde Kuppe Prof. Dr.Manfred Lahnstein Barbara Ludwig Christoph Matschie Serpil Midyatli Franz Müntefering Dr. Rolf Mützenich Andrea Nahles Dietmar Nietan Aydan Özoguz Johannes Andreas Pflug Matthias Platzeck Joachim Poß Florian Pronold Prof. Dr. Christa Randzio-Plath Anke Rehlinger Prof. Dr. René Repasi Walter Riester Dennis Rohde Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis Axel Schäfer Thorsten Schäfer-Gümbel Rudolf Scharping Günter Schlatter Dr. Nils Schmid Renate Schmidt Dr. Roland Schmidt Ulla Schmidt Wilhelm Schmidt Hubertus Schmoldt Carsten Schneider Olaf Scholz Gerhard Schröder Dr. Manja Schüle Martin Schulz Werner Schulz Svenja Schulze Dr. Angelica Schwall-Düren Rolf Schwanitz Manuela Schwesig Stefanie Seiler Dr. Carsten Sieling Peer Steinbrück Dr. Frank-Walter Steinmeier* Dr. Wolfgang Thierse Franz Thönnes Michael Vassiliadis Ute Vogt Dr. Klaus von Dohnanyi Dr. Klaus Wedemeier Dr. Ernst Welteke Frank Werneke Detlef Wetzel Heidemarie Wieczorek-Zeul Dr. Bettina Wieß Klaus Wowereit Dr. Monika Wulf-Mathies Dr. Jens Zimmermann Prof. Dr. Jürgen Zöllner Prof. Dr. Christoph Zöpel * Mitgliedschaft ruht während der Amtszeit als Bundespräsident. Anhang 75 Mitglieder des Kuratoriums Stand: April 2026 Vorsitzende MP a. D. Hannelore Kraft Stellv. Vorsitzende Heike Taubert Prof. Dr. Wilhelm Bender Klaus Uwe Benneter Dr. Claudia Bogedan Dr. Carsten Brosda Ulla Burchardt Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer Prof. Dr. h.c. Cornelia Füllkrug-Weitzel Martin Gerster Iris Gleicke Prof. Dr. Helene Harth Ingrid Häußler Dietmar Hexel Dr. Christine Hohmann-Dennhardt Roland Issen Gerhard Jochum Prof. Dr. Dr. Karl Kaiser Dr. Karl Kauermann Prof. Dr. Jürgen Keßler Prof. Dr. Dr. Jürgen Kocka Hannelore Kraft Moritz Leuenberger Markus Meckel Siegmar Mosdorf Michelle Müntefering Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin Dr. Edith Niehuis Aydan Özoguz Prof. Dr. Winfried Polte Dr. Simone Raatz Steffen Reiche Dr. Nikolaus Schneider Wolfgang Schneiderhan Karin Schubert Rolf Schwanitz Karl Starzacher Dr. Ralf Stegner Ludwig Stiegler Prof. Dr. Johano Strasser Heike Taubert Dr. Gerald Thalheim Dr. Carl Tham Wolfgang Tiefensee Dr. Klaus von Dohnanyi Gerd Walter Prof. Gert Weisskirchen Dr. Rosemarie Wilcken Dr. Monika Wulf-Mathies Brigitte Zypries 76 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Mitglieder des Auswahlausschusses der Studienförderung Stand: April 2026 Vorsitzende Prof. Dr. Dorothée de Nève Stellv. Vorsitzende PD Dr. Simone Raatz Prof. Dr. Birgitt Riegraf Prof. Dr. Michael Schmidt Leiterin der Abteilung Studienförderung Judith Illerhues Stipendiatischer Sitz Dr. Theresa Krause Dr. Daniel Meis Dr. Franziska Fiona Valdés Cifuentes Prof. Dr. Sabine Achour Prof. Dr. Sigrid Baringhorst Prof. Dr. Michael Bäuerle Prof. Dr. Dr. Christian Bernzen Prof. Dr. Ulrike Bick Christine Biehler Dr. Michael Dauderstädt Prof. Dr. Frank Decker Dr. Karamba Diaby Staatssekretärin Dr. Antje Draheim Prof. Henning Eichinger Dr. Stefanie Elies Dr. Sonja Emmerling Prof. Dr. Frank Engehausen Prof. Dr. Roland C.E. Francis Dr. Florian Freund Prof. Dr. Hermann Frister Prof. Dr. Brigitte Georgi-Findlay Prof. Dr. Bernd Gössling Prof. Dr. Norbert Grulke Prof. Dr. Uwe Volker Haneke Prof. Dr. Peter Hantel Prof. Dr. Dr. Dr. hc Ernest W. B. HessLüttich Silke Hillesheim Prof. Dr. Gunther Hirschfelder Prof. Prof. Dr. Anke Holler Prof. Dr. Felix Hörisch Dr. Hans-Gerhard Husung Judith Illerhues Dr. Laura-Alice Jantke Dr. Thomas Keidel Prof. Dr. Hannes Kopf Prof. Dr. Christopher Kopper Prof. Dr. Sascha Krannich Dr. Anja Kruke Dr. Regine Mehl Dr. Eric Mülling Prof. Dr. Nils Metzler-Nolte Prof. Dr. Christoph Meyer Prof. Dr. iur. Andreas Müglich Prof. Dr. Thomas J. J. Müller Prof. Dr. Daniela Münkel Dr. Thomas Mütze Paul F. Nemitz Prof. Dr. Rachid Ouaissa Prof. Dr. Walter Reese-Schäfer Prof. Dr. Emanuel Richter Prof. Dr. Mandy Roheger Prof. Dr. Heike Roll Prof. Dr. Hermann Rösch Prof. Dr. Florian Schacht Dr. Marina Scharlaj Dr. Petra Schmitt-Frister Dr. Ilja-Kristin Seewald Dr. Jasmin Siri Dr. Ralf Stegner Prof. Dr. Franz Streng Prof. Dr. Jochen Struwe Prof. Prof. Dr. Marion Tacke Dr. Marita Unden Elisabeth Vogelheim Dr. Christian von Haldenwang Prof. Dr. Andrea Walter Prof. Dr. Rainer Walz Prof. Dr. Katina Warendorf Prof. Dr. Mathias Witzens-Harig Dr. Meik Woyke Prof. Dr. Maren Ziese Anhang 77 Vertrauensdozentinnen und Vertrauensdozenten der Studienförderung Stand: April 2026 Aachen Fachhochschule Professor Dr. Markus Fredebeul-Krein Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule(RWTH) Professor Dr. Jan-Christoph Heilinger Professor Dr. Hermann Wagner Augsburg Universität Professor Dr. Dietmar Süß Bad Honnef IU Internationale Hochschule Professor Dr. Jens Rieger Bamberg Universität Professor Dr. Frank Westerhoff Bayreuth Universität Professor Dr. Manfred Miosga Berlin Charité Universitätsmedizin Berlin Professor Dr. Volker Köllner Freie Universität Professor Dr. Thorsten Faas Professorin Dr. Sabine Kropp Professorin Dr. Eun-Jeung Lee Professor Dr. Martin Lücke Professor Dr. Stefan Rinke Dr. Damir Softic Hertie School of Governance Professorin Prof. Dr. Anke Hassel Hochschule für Technik und Wirtschaft Professor Dr. Sebastian Dullien Professor Dr. Susan Kamel Professorin Dr. Julia Schwarzkopf Humboldt-Universität Professorin Dr. Ulrike Auga Professor Dr. Stephan Bröchler Dr. Holger Brohm Professor Dr. Philipp Dann Professor Dr. Andreas Eckert Professor Dr. Kurt Graulich Professor Dr. Martin Heger Professor Dr. Bernd Henningsen Professor Dr. Thomas Mergel Präsidentin Dr. Julia von Blumenthal Katholische Hochschule für Sozialwesen Professor Dr. Axel Bohmeyer Professor Dr. Stefan Rappenglück Professor Dr. Jens Wurtzbacher Technische Universität Professor Dr. Etienne Emmrich Biberach Hochschule Biberach Professor Dr. Ismail Kasikci Bielefeld Fachhochschule Professorin Dr. Helen Knauf Professor Dr. Riza Öztürk Professor Dr. Johannes Voit Bochum Fachhochschule Professorin Dr. Nataliya Makarova Universität Professor Dr. Stefan Berger Professor Dr. Stefan Goch Professor Dr. Traugott Jähnichen Dr. Alexander Kochinka Professor Dr. Klaus Kost Professor Dr. Hendrik Milting Professor Dr. Karsten Rudolph Professorin Dr. Adina Carmen RusuKlappheck Professor Dr. Manfred Wannöffel Dr. Eva Weber-Guskar Professor Dr. Gereon Wolters Bonn Universität Professorin Prof. Dr. Ursula Bitzegeio Professor Dr. Matthias Hullin Professorin Dr. Doris Mathilde Lucke Professor Dr. Heiko Sauer Dr. Arne Schneidewind Brandenburg Technische Hochschule Professorin Dr. Burghilde WienekeToutaoui Braunschweig Hochschule für Bildende Künste Professorin Dr. Rahel Puffert Technische Universität Professorin Dr. Katja Koch Prof. Dr. Dr. Hermann Wätzig 78 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Bremen Hochschule Bremen Professorin Dr. Corinna Grühn Professor Dr. Ernst Mönnich Universität Professorin Dr. Jutta Günther Professor Dr. Sebastian Haunss Professor Dr. Sigrid Kannengießer Dr. Benjamin Müller Dr. Gabriele Richter Professorin Dr. Ursula Rust Dr. Cordula Weißköppel Professor Dr. Arndt Wonka Chemnitz Technische Universität Professor Dr. Stefan Garsztecki Juniorprofessor Dr. Simon Kahmann Jun.-Prof. Dr. Thomas Laux Professorin Dr. Teresa Pinheiro Cottbus-Senftenberg Brandenburgische Technische ­Universität Professor Dr. Ludwig Bilz Professor Dr. Jacob Spallek Darmstadt Evangelische Hochschule Darmstadt Professorin Dr.in Laura Wallner Dortmund International School of Management Lars Jeschio Universität Professor Tillmann Damrau Dresden Evangelische Fachhochschule Professorin Dr. Anja Katharina Peters Fachhochschule Dresden Professorin Dr. Alexandra Geisler Technische Universität Professor Dr. Wolfgang Melzer Professor Dr. Christian Prunitsch Professor Dr. Karl-Siegbert Rehberg Professor Dr. Mike Schmeitzner Professorin Dr. Klavdia Smola Duisburg Universität Duisburg-Essen Professor Dr. Tobias Debiel Düsseldorf Heinrich-Heine-Universität Professor Dr. Guido Thiemeyer Professor Dr. Till Zimmermann Eberswalde Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde Professor Dr. Peter Spathelf Eichstätt Universität Professor Dr. Stefan Schieren Erfurt Fachhochschule Professorin Dr. Barbara Lochner Professor Dr. Klaus Merforth Erfurt Universität Professorin Dr. Heike Grimm Dr. Jochen Voit Erlangen-Nürnberg Universität Dr. Susanna Brogi-Däufel Professor Dr. Peter Dabrock Professor Dr. Andreas Funke Professor Dr. Christian Merkl Esslingen Hochschule Esslingen Professorin Dr. Claudia Daigler Professorin Dr. Gabriele Gühring Professor Dr. Reiner Marchthaler Professorin Prof. Dr. Karin Reiber Anhang 79 Frankfurt/Main FRA School of Finance& Management Professor Dr. Adalbert Winkler Frankfurt University of Applied Sciences Professorin Dr. Veronika Kneip Professorin Dr. Michaela Köttig Universität Professor Dr. Alexander Ebner Juniorprofessorin Dr. Nicole Kramer Professorin Dr. Astrid Wallrabenstein Frankfurt/Oder Europa-Universität Viadrina Professorin Dr. Eva Kocher Professor Dr. Albrecht Söllner Freiberg Technische Universität Bergakademie Dr. Martin Rudolph Freiburg Pädagogische Hochschule Professor Dr. Albert Scherr Universität Professorin Dr. Sabine Dabringhaus Professor Dr. Tim Epkenhans Professorin Dr. Johanna Pink Professor Dr. Ralf Poscher Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen Westfälische Hochschule Professor Dr. Andreas M. Heinecke Professor Dr. Karl-Martin Obermeier Gießen Universität Professor Dr. Jürgen Bast Peter Brändle Dr. Johannes Diesing Prof. Dr. Ulrich Ellinghaus Professorin Prof. Dr. Andrea Gawrich Dr. Alexandra Kurth Greifswald Universität Professor Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann Professor Dr. Marko Pantermöller Göttingen Universität Professorin Dr. Andrea Dorothea Bührmann Dr. Stephan Klecha Professor Dr. Rainer Marggraf Hagen Fernuniversität Professor Dr. Frank Hillebrandt Friedrichshafen Zeppelin Universität Friedrichshafen Professor Dr. Simon Koschut Fulda Hochschule Professor Dr. Peter Haller Professorin Prof. Dr. Martina Ritter Halle Universität Professor Dr. Till Kössler Professor Dr. Thomas Thurn-Albrecht Hamburg Bucerius Law School Professor Dr. Thomas Rönnau Fachhochschule für Ökonomie und Management(FOM) Professor Dr. Marco Zimmer Hochschule für Bildende Künste Professor Robert Bramkamp Hochschule für angewandte Wissenschaften Professor Dr. Tilman Lutz Professorin Dr. Julia Neumann-Szyszka Professor Dr. John-Philipp Siegel Kühne Logistic‘s University Dr. Astrid Biele Mefebue Medical School Hamburg Dr. Verena Klein Technische Universität HamburgHarburg Professor Dr. Klaus Michael Reininger Universität Professorin Dr. Doerte Bischoff Professorin Dr. Kathrin Fahlenbrach Professor Dr. Peter Heisig Professor Dr. Kai-Oliver Knops Professorin Dr. Gertraud Koch Professor Dr. Reiner Lehberger Professorin Dr. Ursula Schröder Universität der Bundeswehr Dr. Charalampos Karpouchtsis Professorin Dr. Dana-Sophia Valentiner Hamm Hochschule Hamm-Lippstadt Professorin Dr. Constanze Beierlein Hannover Hochschule Hannover Professor Dr. Frank Austermann Dr. Monika Pinski Medizinische Hochschule Dr. Thela Wernstedt Heide Fachhochschule Westküste Professor Dr. Thomas Haack 80 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Heidelberg Universität Professor Dr. Sebastian Harnisch Dr. Lena Henningsen Professor Dr. Andreas Kruse Hildesheim Hochschule für angewandte ­Wissenschaft und Kunst Professorin Franziska Junge Hildesheim Universität Professor Dr. Wolfgang Schneider Professor Dr. Wolfgang Schröer Professor Dr. Wolf Jürgen Schünemann Ilmenau Technische Universität Professor Dr. Joachim Weyand Iserlohn Fachhochschule Südwestfalen Professor Prof. Dr. Stefan Lennardt Jena Universität Professor Dr. Klaus Dörre Professor Dr. Hermann Funk Professor Dr. Ulrich Hilpert Professor Dr. Thomas Kroll Professor Dr. Roland Merten Professorin Dr. Kim Siebenhüner Kaiserslautern Technische Universität Professorin Prof. Dr. Inken Heldt Professor Dr. Marcus Höreth Professor Dr. Michael Schroda Professor Dr. Bernd Streich Karlsruhe Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft Professor Dr. Hagen Krämer Karlsruher Institut für Technologie KIT Professor Dr. Michael Schefczyk Professor Dr. Dr. Ulrich Walter Professor Dr. Manfred Wilhelm Kassel Universität Kassel Professorin Dr. Sonja Buckel Professor Dr. Wolfgang Schroeder Professor Dr. Felix Welti Kehl Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Professor Dr. Ewald Eisenberg Kiel Universität Professor Dr. Federico Foders Professor Dr. Wilhelm Knelangen Kleve Hochschule Rhein-Waal Professorin Dr. Eva Maria Hinterhuber Koblenz/Landau Universität Professor Dr. Werner Sesselmeier Konstanz Universität Konstanz Professor Dr. Sven Jochem Professorin Dr. Bianka Pietrow-Ennker Juniorprofessor Dr. Jan Vogler Köln Deutsche Sporthochschule Professor Dr. Jürgen Mittag Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW Professor Dr. Christian Krell Katholische Hochschule NRW Professor Dr. Werner Schönig Universität Professor Dr. Fabian Klose Professor Dr. Joybrato Mukherjee Dr. Claudia Nikodem Professorin Dr. Ute Planert Technische Hochschule Professorin Prof. Dr. Zelal Ates Professor Thorsten Burgmer Landshut Hochschule Landshut Professor Dr. Matthias Laub Leipzig Hochschule für Musik KS Professor Dr. Roland Schubert Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Professor Dr. Manuel Bärwald Professor Dr. Thilo Fehmel Universität Professor Dr. Oliver Czulo Professor Dr. Alexander Deeg Professor Dr. Christian Fandrych Professorin Dr. Birgit Harreß Professor Dr. Alfons Kenkmann Professor Dr. Harald Morgner Professor Dr. Julian Schmitz Professor Dr. Sebastian Stehr Ludwigsburg Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Professor Dr. Marco Althaus Professor Dr. Rafael Bauschke Professorin Dr. Eleonora Kohler-Gehrig Anhang 81 Ludwigshafen Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Professorin Dr. Karin A. Kersting Lüneburg Universität Professor Dr. Axel Halfmeier Professor Dr. Wolfgang Ruck Magdeburg Hochschule Magdeburg-Stendal Dr. Irmtraut Mecke Professor Dr. Matthias Morfeld Professorin Dr. Claudia Wendel Professorin Dr. Ilona Melanie Wuschig Universität Magdeburg Professor Dr. Horst Gischer Mainz Fachhochschule Professor Jean Ulysses Voelker Mainz Universität Professor Dr. Thomas Guido Maria Blank Dr. Bernhard Dietz Professor Dr. Oliver Scheiding Professorin Dr. C. Katharina Spieß Mannheim Hochschule der Wirtschaft für Management Dr. Annette Bornhäuser Professor Dr. Lars Castellucci Professorin Dr. Wera Hemmerich Universität Professor Dr. Philipp Gassert Marburg Universität Professorin Dr. Ursula Birsl Professorin Dr. Isabelle Borucki Dr. Alisa Susann Cosan Professor Dr. Volker Mergenthaler Dr. Karin Marita Naase Professor Dr. Harald Renz Merseburg Fachhochschule Professor Dr. Erich Menting Professor Dr. Malte Thran München Hochschule für Angewandte Wissenschaften Professor Dr. Peter Hammerschmidt Professorin Dr. Katja Stoppenbrink Katholische Stiftungshochschule Professorin Dr. Birgit Dorner Professorin Dr. Constanze Giese Technische Universität Professor Dr. Björn Garbrecht Professor Dr. Stefan Wurster Universität Dr. Susanne Krones Professor Dr. Kiran Klaus Patel Professor Dr. Markus Paulus Professor Carsten Reinemann Professor Dr. Andreas Renner Professor Dr. Berthold Rittberger Professor Dr. Rudolf Tippelt Universität der Bundeswehr Professor Dr. Stephan Stetter Münster Universität Professor Dr. Sascha Buchholz Professor Dr. Matthias Freise Dr. Netaya Lotze Professorin Dr. Bettina Zeis Neuruppin Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane Professor Dr. Joachim Behr Nürnberg Evangelische Fachhochschule Professor Dr. Andreas Scheulen Fachhochschule für Ökonomie und Management(FOM) Dr. Melanie Woitas Oldenburg Universität Professor Dr. Stefan Appelius Professorin Dr. Gunilla-Friederike Budde Dr. Arne Eppers Professor Dr. Tonio Oeftering Osnabrück Fachhochschule Professor Dr. Peter Mayer Universität Professor Dr. Roland Brandt Paderborn Universität-Gesamthochschule Professor Dr. Britt-Marie Schuster Passau Universität Professor Dr. Bernhard Stahl Potsdam Fachhochschule Professor Dr. Tobias Schröder Universität Professor Dr. Werner Jann Professorin Prof. Dr. Nina Kolleck Professor Dr. Thomas von Winter 82 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Ravensburg(inkl. Außenstelle Friedrichshafen) Duale Hochschule Baden-­ Württemberg(DH BW) Professor Dr. Ernst Deuer Regensburg Universität Professor Dr. Thorsten Kingreen Rostock Hochschule für Musik und Theater Professorin Marion Küster Universität Professor Dr. Malte Brasholz Professor Dr. Ralf Ludwig Dr. Ludmila Lutz-Auras Saarbrücken Hochschule für Musik Professor Dr. Matthias Handschick Universität des Saarlandes Professor Dr. Nikolaus Marsch Dr. Luitpold Rampeltshammer Professor Dr. Roland Rixecker Professor Dr. Lucia Scherzberg Dr. Magdalena Telus Sankt Augustin Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Professor Dr. Hartmut Ihne Schwerin Hochschule der Bundesagentur für Arbeit Professor Dr. Holger Brecht-Heitzmann Professorin Dr. Michaela Schulze Siegen Universität Siegen Professor Dr. Heiko Ihmels Speyer Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Professorin Prof. Dr. Gisela Färber Stralsund Fachhochschule Professor Dr. Ralph Sonntag Stuttgart Universität Professor Dr. Dr. Ulli Arnold Dr. Christine Heinke Professor Dr. Rudolf Large Trier Hochschule Professor Dr. Michael Bottlinger Professor Dr. Christian Mock Universität Professor Dr. Laszlo Goerke Professor Dr. Uwe Jun Professorin Dr. Helga Schnabel-Schüle Professor Dr. Daniel Ulber Tübingen Universität Professor Dr. Thomas Diez Professor Dr. Ewald Frie Professor Dr. Klaus Gestwa Dr. Lars Schneider Professor Dr. René Ziegler Ulm Universität Professorin Dr. Birgit Liss Vechta Universität Professorin Dr. Gertrud M. Backes Professor Dr. Karl-Heinz Breier Professor Dr. Hildegard Theobald Villingen-Schwenningen Duale Hochschule Baden-­ Württemberg(DH BW) Professor Dr. Frank Francesco Birk Weimar Bauhaus-Universität Weimar Professor Dr. Thorsten Beckers Weingarten Hochschule Ravensburg-Weingarten Professor Dr. Marius Hofmeister Pädagogische Hochschule Professor Prof. Dr. Michael Henninger Wiesbaden Hochschule RheinMain Professor Dr. Matthias Harter Professor Dr. Bernd Wieberneit Wismar Hochschule für Technik, Wirtschaft Professor Dr. Andreas Bücker Professor Dr. Bodo Wiegand-Hoffmeister Wuppertal Bergische Universität Professor Dr. Roy Sommer Würzburg Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt Professor Dr. Peter Bradl Professor Dr. Lutz Frühbrodt Anhang 83 Weitere Vertrauensdozent:innen Dr. Annika Arnold Dr. Alexander Behrens Dr. Andrea Behrenswerth Ralf Beste Dr. Tilo Biesecke Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger Markus Bräuer Dr. Michael Bröning Stefan David Dr. Marcel du Moulin Dr. Hans-Georg Ehrhart Dr. Karim El-Haschimi Jan Niklas Engels Hülya Erbil Daniel Erk Jörg Fleck Dr. Meret Forster Professor Dr. Lars Garlepp Dr. Dirk Gastauer Professor Dr. Christoph-Martin Geilfus Professor Dr. Dr. Hans Joachim Gießmann Andrea Gronemeyer Tobias Gros Professor Dr. Simon Andreas Güntner Nils Haupt Dr. Kai Hecheltjen Professor Dr. Dorothea Hegele Timo Hempel Professor Dr. Ralph Jessen Dr. Torsten John Johannes Kagerer Dr. Arnim Karthaus Dr. André Kavai Dr. Ralf Kleindiek Dr. Christiane Kling-Mathey Dr. Stefan Klose Niklas Knust Melanie Köller Professorin Dr. Jolanda Koller-Tejeiro Vidal Professor Dr. Wulf-Winrich Lapins Gerhard Lechleitner Dr. Michael Lentze Dr. Anna Leuchtweis Dr. Raphael L‘Hoest Dr. Andreas Linde Norbert Lippok Dr. Fabio Longo Aydoğan Martin Makasci Holger Mann Dr. Stefan Marx Dr. Michael Mayer Dr. Stefan Mitzinger Markus Möller Dr. Dietmar Molthagen Brigitta Mühlenbeck Professor Dr. Walter Mühlhausen Dr. Eric Mülling Andrea Nahles Dr. Timo Noetzel Dr. Manfred Öhm Dr. Yvonne Ott Dr. Julia Plehnert Christoph Pohlmann Regina Rapp Dr. Maximilian Rinck Professor Dr. Steffen Rittig Dr. Tania Rödiger-Vorwerk Staatssekretär Dr. Fedor Rose Petra Rossbrey Bettina Schattat Professor Dr. Hans-Jörg Schmedes Dr. Christine Schmehl Dr. Jan-Hinrik Schmidt Professor Dr. Ulrich Schöler Michael-Marco Schönlein Dr. Torsten Sevecke Dr. Andreas Stamm Dr. Paul M. Starzmann Professor Dr. Peter Steinbach Professor Dr. Benno Stinner Ministerialdirektor Dr. Jan Stöß Dr. Sven Tode Dr. Tuan Anh Tran-Wigger Professor Dr. Gerd Turowski Dr. Franziska Valdés Cifuentes Dr. Alexandra von dem Knesebeck Dr. Matthias von Hellfeld Dr. Nicolai von Ondarza Professor Dr. Peter Vorderer Bürgermeister Dr. Sascha Weber Birgit Wentzien Dr. Almut Wieland-Karimi Dr. Sören Wiesenfeldt Professor Dr. Marcel Will Professor Dr. Armin Willingmann Maren Wintersberg Dr. Janna Wolff 84 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Ausland Belgien Professor Dr. Rudolf Mögele Dänemark Professor Dr. Wolfgang Gerstlberger Frankreich Professor Dr. Falk Bretschneider Professorin Dr. Sonja Zmerli Großbritannien Professor Dr. Holger Afflerbach Professor Dr. Andreas Gestrich Dr. Christian Krekel Professor Dr. Daniel Siemens Professor Dr. Benjamin Ziemann Italien Professor Dr. Philipp Genschel Niederlande Professor Dr. Frank Biermann Dr. Sebastian Krapohl Professor Dr. René Repasi Dr. Christoph Strauch Professor Dr. Wolfgang Wagner Schweiz Dr. Sascha Patrick Quanz Professorin Dr. Laura Rischbieter Professorin Dr. Manuela Spindler USA Professor Dr. Günther K. H. Zupanc Österreich Dr. Felix Butzlaff Dr. Reinhard Joachim Krumm Professor Dr. Felix Christian Pinkert Anhang 85 Anschriften Stand: April 2026 Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn Postadresse: 53170 Bonn Haus-/ Lieferadresse: Godesberger Allee 149 53175 Bonn Telefon 0228 883 0 presse@fes.de Berlin Hiroshimastraße 17 und 28 10785 Berlin Telefon 030 26935 6 Abteilung Studienförderung Godesberger Allee 149 53175 Bonn Telefon 0228 883 9225 stipendien@fes.de www.fes.de/studienfoerderung Museum Karl-Marx-Haus Brückenstraße 10 54290 Trier Telefon 0651 97068 0 Karl-Marx-Haus@fes.de www.fes.de/museum-karl-marx-haus Archiv der Sozialen Demokratie/ Bibliothek im Archiv der sozialen Demokratie Godesberger Allee 149 53175 Bonn Telefon 0228 883 9046 archiv.bibliothek@fes.de fernleihe@fes.de www.fes.de/archiv-der-sozialendemokratie 86 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Regional- und Landesbüros Baden-Württemberg Landesbüro Baden-Württemberg Werastraße 24 70182 Stuttgart Telefon 0711 248394-40 bawue@fes.de www.fes.de/landesbuero-bawue Hessen Landesbüro Hessen Marktstraße 10 65183 Wiesbaden Telefon 0611 341415 0 landesbuero.hessen@fes.de www.fes.de/landesbuero-hessen Sachsen Landesbüro Sachsen Burgstraße 25 04109 Leipzig Telefon 0341 960 2160 sachsen@fes.de www.fes.de/landesbuero-sachsen Bayern Büro München Herzog-Wilhelm-Straße 1 80331 München Telefon 089 5155524-0 bayern@fes.de www.fes.de/fes-in-bayern Büro Regensburg Lilienthalstr. 8 93049 Regensburg Telefon 0941 788 354-0 bayern@fes.de www.fes.de/fes-in-bayern Berlin Landesbüro Berlin Nürnberger Str. 49 10789 Berlin Telefon 030 398 88 4573 landesbueroberlin@fes.de www.fes.de/landesbuero-berlin Brandenburg Landesbüro Brandenburg Hermann-Elflein-Straße 30/31 14467 Potsdam Telefon 0331 29 25 55 potsdam@fes.de www.fes.de/landesbuero-brandenburg Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein Regionalbüro Bremen| Hamburg| Schleswig-Holstein Mönckebergstraße 22 20095 Hamburg Telefon 040 32 58 740 nord@fes.de www.fes.de/regionalbuero-nord Mecklenburg-Vorpommern Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern Arsenalstraße 8(Haus der Kultur) 19053 Schwerin Telefon 0385 51 25 96 schwerin@fes.de www.fes.de/landesbuero-mecklenburgvorpommern Niedersachsen Landesbüro Niedersachsen Theaterstraße 3 30159 Hannover Telefon 0511 357708 30 niedersachsen@fes.de www.fes.de/landesbuero-niedersachsen Nordrhein-Westfalen Landesbüro NRW Godesberger Allee 149 53175 Bonn Telefon 0228 883 7202 landesbuero-nrw@fes.de www.fes.de/landesbuero-nrw Büro Dresden Obergraben 17a 01097 Dresden Telefon 0351 80468 03 sachsen@fes.de www.fes.de/landesbuero-sachsen Sachsen-Anhalt Landesbüro Sachsen-Anhalt Otto-von-Guericke-Straße 65 39104 Magdeburg Telefon 0391 56876 0 info.magdeburg@fes.de www.fes.de/landesbuero-sachsen-­ anhalt Thüringen Landesbüro Thüringen Nonnengasse 11 99084 Erfurt Telefon 0361 5980 20 info.erfurt@fes.de www.fes.de/landesbuero-thueringen Landesbüro NRW(Büro Düsseldorf) Schwanenmarkt 15 40213 Düsseldorf Telefon 0211 436375 63 landesbuero-nrw@fes.de www.fes.de/landesbuero-nrw Rheinland-Pfalz Regionalbüro Rheinland-Pfalz| ­Saarland Große Bleiche 18-20 55116 Mainz Telefon 06131 96067 0 mainz@fes.de www.fes.de/mainz Anhang 87 Geschichte www.fes.de/100-jahre/unsere-geschichte 1925 Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert, erster demokratisch gewählter Reichspräsident der ersten deutschen Republik, stirbt am 28. Februar im Alter von 54 Jahren. ↓ 1925 Am 2. März wird die FriedrichEbert-Stiftung gegründet. Sie soll im Sinne Eberts der politischen Bildung von Menschen aller Schichten im demokratischen Geist, der Unterstützung begabter junger Menschen und der Förderung des Verständnisses zwischen Deutschland und anderen Ländern dienen. ↓ 1933 Verbot durch die Nationalsozialisten ↓ 1946 Wiederbegründung der Friedrich-Ebert-Stiftung ↓ 1956 Eröffnung der ersten Heimvolkshochschule der Friedrich-EbertStiftung zur politischen Bildung ↓ 1963 Aufbau der durch das BMZ geförderten Entwicklungs­ zusammenarbeit ↓ 1969 Eröffnung des Archivs der sozialen Demokratie und der Bibliothek in Bonn ↓ 1990 Aufbau der Vertretungen in den neuen Bundesländern und den Staaten Mittel- und Osteuropas ↓ 1999 Eröffnung eines Konferenz- und Tagungszentrums in Berlin ↓ 2001 Die OnlineAkademie der FES geht ins Netz, u.a. mit den Themen Glo balisierung, Rechtsextremismus, Geschichte, Soziale Demokratie. ↓ 2008 Erste E-Learning-Kurse zur Kom munalpolitik werden mit dem Label„kommcheckers“ angeboten. ↓ 2019 e-Bert, der erste KI-gesteuerte Chatbot der FES, tritt seinen Dienst in der politischen Bildung an. Spielerisch vermittelt er Kompetenzen in der kritischen Auseinander setzung mit europafeindlichen Parolen oder Klimamythen. ↓ 2022 Unter dem Motto„FES 100“ voll­ endet die Stiftung ihren mehrjährigen großangelegten Umstrukturierungsprozess, der sie zukunftsfähig aufstellt. ↓ 2024 Einführung des neuen Corporate Designs der Friedrich-Ebert-Stiftung durch die Stabsstelle Kommunikation ↓ 2025 Die Friedrich-Ebert-Stiftung feiert 100. Geburtstag Jahresbericht 2025 Am 2. März 2025 jährte sich die Gründung der Friedrich Ebert Stiftung zum hundertsten Mal. Politisch war 2025 ein Jahr großer Herausforderungen: Internationale Krisen, Kriege und demokratische Rückschritte weltweit. In ihrem Jubiläumsjahr war die Arbeit der Stiftung daher gefragter denn je. Unter dem Motto„Wir gestalten Soziale Demokratie. Seit 1925.“ machte sie deutlich, dass sie aus ihrer Geschichte Kraft schöpft, um Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart zu finden. Weitere Informationen erhalten Sie hier: ↗ fes.de