Europäische Gewerkschaftsorganisationen Bestände im Archiv der sozialen Demokratie und in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Herausgegeben für die Friedrich-Ebert-Stiftung von: Uwe Optenhögel, Michael Schneider, Rüdiger Zimmermann 1 Herausgeber: Uwe Optenhögel, Michael Schneider, Rüdiger Zimmermann für die Friedrich-Ebert-Stiftung Abt. Internationaler Dialog Godesberger Allee 149, 53175 Bonn © Friedrich-Ebert-Stiftung Texte: Christine Bobzien, Willy Buschak, Christina Cron, Ralf Gräf, Rainer Gries, Sabina Huppertz, Michael Oberstadt, Hans-Holger Paul, Martin Raabe, Mike Zuchet Redaktion: Rainer Gries, Michael Oberstadt, Hans-Holger Paul Fotos: Archiv der sozialen Demokratie Da es in einigen Fällen nicht möglich war, die Rechteinhaber bzw.-nachfolger zweifelsfrei zu ermitteln, bittet der Herausgeber eventuelle Ansprüche bei ihm geltend zu machen. Layout: Druck: Pellens Kommunikationsdesign GmbH, Bonn Toennes Satz+ Druck, Erkrath Printed in Germany 2003 ISBN: 3-89892-155-7 2 Inhalt Vorwort Ernst Breit 5 Einleitung der Herausgeber 7 Der Europäische Gewerkschaftsbund und die Europäischen Gewerkschaftsverbände Willy Buschak 9 Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung Christine Bobzien, Christina Cron, Ralf Gräf, Sabina Huppertz, Michael Oberstadt, Hans-Holger Paul, Martin Raabe, Mike Zuchet Profil des Archivs 20 Übersicht über die Bestände europäischer Gewerkschaftsorganisationen im AdsD 22 Bestände europäischer Gewerkschaftsorganisationen im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung 23 Beschreibung der Bestände 28 Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Rainer Gries Profil der Bibliothek 44 Bestände europäischer Gewerkschaftsorganisationen in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung 46 Beschreibung der Bestände 49 Bestände von Gewerkschaften verschiedener europäischer Länder in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung 50 Anhang Auswahlbibliographie 67 Willy Buschak Verzeichnis der Abkürzungen 69 3 4 Vorwort Der Exekutivausschuss des Europäischen Gewerkschaftsbundes(EGB) hat im Juli 1999 in einer Entschließung zutreffend festgestellt: „1.Europa wird mehr und mehr ein integrierter Wirtschaftsraum, in dem Tausende Unternehmen ihre Aktivitäten entfalten und dabei traditionelle Grenzen überschreiten. Diese Realität macht eine Europäisierung der Gewerkschaften und eine Vergrößerung ihrer Handlungsfähigkeit auf europäischem Niveau in Form des Europäischen Gewerkschaftsbundes und seiner Europäischen Berufsverbände erforderlich. 2. Dies macht die Entwicklung grenzüberschreitender Solidaritäten notwendig, damit bei berufsbedingter Mobilität die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer garantiert und ihre Verteidigung sichergestellt wird, unabhängig von der ursprünglichen Gewerkschaftszugehörigkeit....“ Besonders in Zeiten von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen, von denen auch Europa erfasst ist, bleiben die Gewerkschaften national und auf europäischer Ebene die wichtigen Vertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die gesellschaftspolitischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa, der Zusammenbruch der politischen Systeme dort haben die Freiheit der persönlichen Entfaltung und der wirtschaftlichen Aktivitäten gebracht. Vor allem die Debatten über den Beitritt mittel- und osteuropäischer Nachbarländer zur Europäischen Union (EU) haben aber auch sowohl in der EU wie in den Beitrittsländern zu vielen Fragen und Verunsicherungen geführt. Die europäischen Gewerkschaftsorganisationen, vor allem der EGB, wie auch nationale Gewerkschaften haben sich hier sehr früh und intensiv engagiert, da den Gewerkschaften in solchen politischen und wirtschaftlichen Wandlungsprozessen eine besondere und wichtige Rolle zufällt. Die Dokumente und Publikationen in unserem Archiv und in unserer Bibliothek geben auch hierüber Aufschluss – und vermitteln damit eine Übersicht über eine besondere gewerkschaftspolitische wie europapolitische Dimension der Entwicklung in Europa. Angesichts der aktuellen Diskussion über die Erweiterung der EU werden diese Bestände auf ein noch weiter wachsendes öffentliches Interesse in Europa stoßen. Aus diesem Grunde begrüße ich es außerordentlich, dass mit dieser Veröffentlichung die umfangreichen Bestände von Dokumenten und Publikationen der europäischen Gewerkschaftsorganisationen in der Friedrich-Ebert-Stiftung einer noch größeren interessierten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden können. Dank der sehr engen Kooperation zwischen der Friedrich-Ebert-Stiftung und den europäischen Gewerkschaftsorganisationen sowie den Gewerkschaften in vielen europäischen Ländern können Archiv und Bibliothek der Stiftung der interessierten europäischen Öffentlichkeit große und vielfältige Bestände von Dokumenten und Publikationen zur europäischen Gewerkschaftsbewegung bieten. Die Öffnung der Grenzen in Europa schuf neue Perspektiven für die Menschen in allen Teilen Europas. Die lange Teilung Europas in politische Blöcke, die mangelnde Reise- und Informationsfreiheit für Menschen in Mittelund Osteuropa hat auch zu Bildern vom jeweils „anderen“ Teil Europas geführt, die mit der Realität häufig nicht übereinstimmten. Deshalb bieten wir die großen Archiv- und Bibliotheksbestände als Informationsquelle besonders auch unseren Nachbarn in Mittel- und Osteuropa an – für Forschungsarbeiten, Recherchearbeiten für Medien oder auch nur zur persönlichen Information über einen wichtigen Teil der europäischen Gewerkschaftsbewegung. Der Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung dankt Herrn Dr. Willy Buschak vom Europäischen Gewerkschaftsbund und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung, die an dieser Publikation mitgewirkt haben. Ernst Breit Stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung 5 6 Einleitung der Herausgeber Dass Gewerkschaften angesichts von Globalisierung einerseits und voranschreitender europäischer Integration andererseits zu beschleunigter politischer und organisatorischer Kooperation über nationale Grenzen hinweg aufgerufen, wenn nicht gezwungen sind, ist nahezu eine Binsenweisheit. Auch dass parallel zu diesen Prozessen internationale und europäische Gewerkschaftszusammenschlüsse immer stärker in den Fokus wissenschaftlichen Interesses rücken, liegt auf der Hand. Um historische und politikwissenschaftliche, überhaupt sozialwissenschaftliche Forschungen fundiert durchführen zu können, müssen die Unterlagen – Archivalien wie Publikationen – der internationalen wie der europäischen Gewerkschaftsorganisationen gesichert und zudem der Forschung zugänglich gemacht werden. Dieser Aufgaben haben sich in den letzten Jahren sowohl das Archiv der sozialen Demokratie als auch die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung in besonderer Weise angenommen. Doch es genügt nicht, die Materialien zu sammeln und für die Forschung aufzubereiten. Vielmehr müssen Forscherinnen und Forscher erfahren, welche Unterlagen ihnen überhaupt zur Verfügung gestellt werden können. Aus diesem Grunde haben wir uns – kurze Zeit nach der Publikation zu den Beständen Internationaler Gewerkschaftsorganisationen – dazu entschlossen, so rasch wie möglich eine Broschüre auch zu den Beständen der Europäischen Gewerkschaftszusammenschlüsse herzustellen. Wiederum haben Archiv der sozialen Demokratie und Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung eine gemeinsame Bestandsübersicht zusammengestellt, die wir mit der Hilfe der Abteilung Internationaler Dialog der interessierten Öffentlichkeit übergeben. Die Herausgeber danken den Bearbeiterinnen und Bearbeitern dieser Bestandsbeschreibung und zudem den Kolleginnen und Kollegen in den europäischen Gewerkschaftsorganisationen, die durch ihre Kooperation und Zulieferung von Dokumenten und Publikationen die Fortentwicklung der Bestände ermöglichen. Bonn, im Januar 2003 Uwe Optenhögel Michael Schneider Rüdiger Zimmermann 7 8 Der Europäische Gewerkschaftsbund und die Europäischen Gewerkschaftsverbände Willy Buschak Europa, schrieb der Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiter-Föderation, Edo Fimmen, 1924, dürfe nicht„zu einer großen Unternehmung zwecks Ausbeutung aller toten und lebenden Produktionsmittel“ werden, nicht die Europa-AG, sondern die Vereinigten Staaten Europas seien das Ziel. 1 Die Gewerkschaften müssten sich„ernstlich mit dem Problem der Errichtung der Vereinigten Staaten Europas“ befassen, forderte der Hamburger Kongress der ITF 1924. 2 1926 veröffentlichte Wladimir Woytinski sein Buch„Die Vereinigten Staaten von Europa“, in dem er sich für eine europäische Zollunion, eine gemeinsame Wirtschafts- und Sozialpolitik, eine gemeinsame Währung und nicht zuletzt eine gemeinsame Regierung in Europa aussprach. 3 Als die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft(EWG) 1958 gegründet wurde, blieb sie ohne gewerkschaftliche Antwort, die erfolgte erst 15 Jahre später, mit der Gründung des Europäischen Gewerkschaftsbundes(EGB). Trotz aller gedanklichen Vorarbeit schon in der Zwischenkriegszeit gab es keine einheitliche Stimme der europäischen Gewerkschaftsbewegung, als die europäische Einigung auf den Weg gebracht wurde. Es gab nicht einmal eine einheitliche Haltung zur EWG selbst. Befürworter und Gegner der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft lagen sich noch lange nach deren Gründung in den Haaren. Der einfache und so zwingende Schritt, die Gründung einer supranationalen Einrichtung wie der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft mit einer eben so supranationalen gewerkschaftlichen Struktur zu erwidern, wurde nicht getan, weder bei den überwiegend sozialistischen Gewerkschaften des IBFG, noch den christlichen Gewerkschaften des IBCG. Stattdessen existierten zeitweise bis zu fünf verschiedene Organisationen nebeneinander, die alle versuchten, europapolitisch tätig zu werden. Vorläuferorganisationen des EGB Als älteste entstand, schon 1950, die Europäische Regionalorganisation des IBFG(ERO), mit 20 Organisationen aus 18 europäischen Staaten(plus Saarland und Triest) als Mitgliedern und Sitz in Brüssel. Ihr Generalsekretär war, bis zu seinem Tod 1966, der frühere Generalsekretär des IGB, Walter Schevenels. Die ERO konzentrierte sich auf die Entwicklung von Vorschlägen zum Wiederaufbau Europas und entwarf u.a. ein soziales Wohnungsbauprogramm. Unter den pro-europäischen Gewerkschaften war strittig, von wo die entscheidende Initiative zur Einigung des Kontinents ausgehen würde, vom Europarat, oder vom Schuman-Plan, der die Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl(EGKS) vorsah. Nach Veröffentlichung des Schuman-Plans organisierte der IBFG eine Ruhrkonferenz vom 22.23.5.1950, auf der vorgeschlagen wurde, eine europäische Regionalorganisation der Gewerkschaften des Schuman-Plan-Gebietes zu schaffen. Daraus wurde, 1952, im Rahmen der EGKS, ein gemeinsames Beratungsgremium der Gewerkschaftsdachverbände sowie der Metall- und Bergarbeitergewerkschaften aus Deutschland, Frankreich, den Benelux-Ländern und Italien, der nach seiner Mitgliederzahl so genannte „21er Ausschuss“. Die eigentliche Initiative für 1 Edo Fimmen: Die Vereinigten Staaten Europas. Jena 1924, S. 124. 2 Hamburger Echo, 8.7.1924. 3 Wladimir Woytinski: Die Vereinigten Staaten von Europa. Berlin 1926. 9 seine Gründung lag bei den Metall- und Bergarbeitergewerkschaften, der IBFG stimmte nur widerstrebend zu. Aufgabe des Ausschusses war die Vertretung von Gewerkschaftsinteressen in der EGKS, er unterhielt ein Verbindungsbüro in Luxemburg(ein Generalsekretär und zwei weitere Angestellte). Nachdem der TUC kurzfristig ein eigenes Büro in Luxemburg aufgemacht hatte, wurde er als Beobachter in den 21er-Ausschuss aufgenommen, dessen Beziehungen zur ERO die meiste Zeit um den Gefrierpunkt pendelten. Die Bedeutung der ERO für die weitere Entwicklung gewerkschaftlicher Strukturen im Rahmen der europäischen Einigung war gering. Nennenswerten Einfluss auf die EGKS konnte aber auch der 21er Ausschuss nicht ausüben, da die Auffassungen seiner Mitglieder zu weit auseinander lagen. Nach der Gründung der EWG wurde der Ausschuss in ein Verbindungsbüro Montan umgewandelt, das 1994 im EMB aufging. Nach der Unterzeichnung der Römischen Verträge und der Gründung der EWG trafen sich IBFG-Gewerkschaften aus den sechs Mitgliedstaaten der EWG(DGB, FGTB, NVV, CISL, UIL, CGT-L, CGT-FO) in Düsseldorf(16.-17.1.1958) und gründeten das Europäische Gewerkschaftssekretariat(EGS) als unabhängige Organisation. Das EGS bestand aus Vertretern der nationalen Mitgliedsorganisationen, des 21er Ausschusses, der ERO und Beobachtern der Internationalen Berufssekretariate. Aufgabe des Sekretariates war die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen gegenüber EWG, Euratom und EGKS. Im April 1969 gab sich das Sekretariat eine neue Organisationsstruktur und wechselte den Namen in Europäischer Bund Freier Gewerkschaften, der de facto aber auch nicht mehr als ein Sekretariat war. Noch im gleichen Jahr löste sich die Europäische Regionalorganisation des IBFG auf. Parallel zum EGS gründeten die IBFG-Gewerkschaften des EFTA-Raumes 1960 ein Komitee, 1968 ein kleines Sekretariat zur Koordinierung ihrer Aktivitäten. Damit war ein EFTA-Gewerkschaftsbund entstanden, dessen Zuständigkeit allerdings ausdrücklich auf die EFTA-Staaten selbst beschränkt blieb. Ein Verbindungsausschuss mit dem Europäischen Bund der Freien Gewerkschaften wurde errichtet, der im März 1973, nach der Gründung des EGB, wieder aufgelöst wurde. Der Internationale Bund Christlicher Gewerkschaften baute 1951 zunächst ein Verbindungsbüro in Luxemburg auf und ging vier Jahre später, mit der Gründung des Verbandes christlicher Gewerkschaften in der EGKS, einen wesentlichen Schritt weiter, in Richtung einer supranationalen europäischen Gewerkschaftsorganisation. 1958 wurde daraus die Europäische Organisation des Internationalen Bundes Christlicher Gewerkschaften(IBCG) mit Sitz in Brüssel, in der ab 1961 auch die Brancheninternationalen Mitglied wurden. Ab 1969, mit der Umbenennung des IBCG in Weltverband der Arbeitnehmer, hieß sie Europäische Organisation des Weltverbandes der Arbeitnehmer. Einige Mitgliedsbünde(CGT, CGIL, niederländische EVC, luxemburgische FLA) des kommunistischen Weltgewerkschaftsbundes(WGB) richteten 1958 ein Aktionskomitee im Gemeinsamen Markt ein, das sich durch praktische Bedeutungslosigkeit und Unvermögen auszeichnete, die Gegensätze zwischen Europäern und Anti-Europäern zu überwinden. Die italienische CGIL schuf denn auch 1963 ein eigenes Büro in Brüssel und tat sich zwei Jahre später mit der CGT zusammen, um ein gemeinsames Verbindungsbüro zu eröffnen. Das Aktionskomitee des WGB wurde 1966 aufgelöst. Die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft war der erste Anlass zur Schaffung supranationaler Strukturen der europäischen Gewerkschaftsbewegung. Die Strukturen waren freilich noch extrem schwach und überlagerten sich gegenseitig. Der Anstoß zur weiteren Vereinheitlichung kam wieder von außen. Der europäische Gipfel von Den Haag 1969 proklamierte den Schritt von der Zollunion zur Wirtschafts- und Währungsunion und entwickelte weitgehende Pläne zur politischen Integration Europas. Die Beitrittsverhandlungen mit Großbritannien, Irland und Dänemark standen bevor. 10 Der Europäische Gewerkschaftsbund Nach heftigen Debatten zwischen den EWGund EFTA-Gewerkschaften des IBFG über eine klein- oder großeuropäische Lösung(Beschränkung auf die EWG oder Gründung eines Bundes für ganz Europa), wobei der DGB für die kleineuropäische, der TUC und die dänischen Gewerkschaften für die größere Lösung votierten, fiel die Entscheidung zugunsten der größeren Lösung. Im 1973 errichteten Europäischen Gewerkschaftsbund(Gründungskongress: 8.-9. 2.1973 in Brüssel) schlossen sich 17 Gewerkschaften aus 15 westeuropäischen Ländern zusammen. Der EGB ist seit seiner Gründung eine autonome Organisation und keine regionale Gliederung des IBFG. Als Ziele des EGB wurden in der Satzung festgehalten: Vertretung und Förderung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmer auf europäischer Ebene sowie Stärkung der Demokratie in Europa. 1974 folgte die Erweiterung des EGB um 12 christliche Gewerkschaftsbünde, nach deren Beitritt zum EGB wurde die Europäische Organisation des Weltverbandes der Arbeitnehmer aufgelöst. 1975 trat die CGIL dem EGB bei, der damit einen eigenständigen, die politischen Blöcke der Arbeiterbewegung überwindenden Charakter bekam. Der Beitritt der kommunistischen CCOO aus Spanien dauerte allerdings wesentlich länger. Er scheiterte 1980 auch am Widerstand des DGB und wurde erst 1990, diesmal mit Unterstützung des DGB, vollzogen. In den neunziger Jahren hat der EGB seine organisatorische Basis bedeutend ausgedehnt, die portugiesische Intersindical trat dem EGB nach dem Brüsseler Kongress, 1995, die französische CGT nach dem Kongress von Helsinki, 1999, bei. Ebenso wichtig wurde, dass der EGB sich nach 1989 vorsichtig, aber entschieden für Gewerkschaften aus Mittel- und Osteuropa öffnete und die Erweiterung der EU vorwegnahm. Heute gehören ihm alle repräsentativen Gewerkschaftsorganisationen Europas an. Der liberale Gewerkschaftsbund Belgiens, CGSLB, wurde im November 2002 aufgenommen, der Beitritt der polnischen OPZZ ist nur noch eine Frage der Zeit. Emblem des Europäischen Gewerkschaftsbundes Von der Organisationsstruktur her war der EGB von Anfang an mehr als ein Gewerkschaftssekretariat. Er besitzt einen Kongress, einen vom Kongress gewählten Exekutivausschuss, einen Ausschuss für allgemeine Verwaltung und Finanzen(später wurde der Name geändert in Präsidium) und ein Sekretariat. Jede selbständige, von Parteien und Regierungen unabhängige Gewerkschaft kann Mitglied des EGB werden. Mitgliedschaft in einem internationalen Dachverband darf nicht im Gegensatz zu den Grundsätzen einer freien und unabhängigen Gewerkschaftspolitik stehen. Die Aufnahme auf nationaler Ebene miteinander konkurrierender Mitgliedsbünde ist an die Bedingung geknüpft, dass sie sich im europäischen Rahmen zur Kooperation bereit erklären. In der Realität freilich war der EGB lange Zeit alles andere als ein Bund, eher ein Hybridwesen zwischen Briefkasten und Auskunftsbüro. Eigenständige Kompetenzen hatte er nicht, noch waren sie gewollt. Gewerkschaftliche Politikmodelle blieben nationalstaatlich fixiert. Die 11 Mitgliedsorganisationen des EGB waren mit der Existenz einer Informationsstelle in Brüssel zufrieden. Obendrein dümpelte die europäische Integration ohne Dynamik vor sich hin. Kein Wunder, dass der EGB aus seinem Dasein im Verborgenen nicht herauskam. Das große Erwachen kam 1985, mit der Verkündung der Einheitlichen Europäischen Akte, die die Vollendung des Binnenmarktes zum gesetzlichen Gebot machte und der erklärten Absicht, dieses Ziel bis 1992 zu erreichen. Der mit viel Theaterdonner der Öffentlichkeit vorgestellte Cecchini-Bericht über die Auswirkungen des Binnenmarktes führte in allen Mitgliedsstaaten zu Standortdebatten, die hohe Wellen schlugen. Die Prognose des Präsidenten der EU-Kommission, Jacques Delors, Mitte der 90er Jahre würden 80% aller Regelungen, die für das wirtschaftliche und soziale Leben der EG-Bürger von Belang seien, in Brüssel getroffen, war in aller Munde. Die mit dem Binnenmarkt angekündigte Deregulierungsoffensive jagte den Mitgliedsorganisationen des EGB einen gehörigen Schreck ein und führte zur Suche nach gemeinsamen Positionen zu dem bis dahin nur vage bekannten„sozialen Europa“. Auf dem Luxemburger Kongress des EGB, 1991, wurden weit reichende Organisationsreformen vorgenommen, vor allem wurden die Europäischen Gewerkschaftsverbände als vollberechtigte Mitglieder in den EGB aufgenommen. Politisch hat der EGB in den neunziger Jahren bedeutende Fortschritte erzielt, Richtlinien zu wichtigen Arbeitnehmerrechten erkämpft wie die Europäische Betriebsratsrichtlinie, 1994, die Richtlinie über Arbeitnehmerbeteiligung in der Europäischen Aktiengesellschaft(SE), 2001. Die mit den europäischen Arbeitgeberverbänden UNICE und CEEP 1991 ausgehandelte Vereinbarung zur Sozialpolitik wurde zum Muster für das Sozialprotokoll des Maastrichter Unionsvertrages. Der Soziale Dialog machte den Quantensprung von beliebigen Erklärungen zu verbindlichen europäischen Rahmenvereinbarungen, zuletzt der Rahmenvereinbarung über Telearbeit, 2002. In einer Reihe von eindrucksvollen Demonstrationen anlässlich der europäischen Gipfel, die größte davon mit 100.000 Teilnehmern im Dezember 2001, hat der EGB auch seine Mobilisierungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Mit den Interregionalen Gewerkschaftsräten (IGR) hat der EGB eine Struktur für die Zusammenarbeit von Gewerkschaften in Grenzregionen geschaffen. Der erste entstand 1976 in der Region Saarland-Lothringen-Luxemburg, in der Zwischenzeit gibt es 39 dieser Gewerkschaftsräte. Frauen- und Jugendausschuss existieren seit der Gründung des EGB, ein Koordinierungsausschuss für Arbeitnehmer im Ruhestand wurde vom EGB 1988 gegründet und 1993 umbenannt in Europäischer Verband der Rentner und alten Menschen. Das 1978 geschaffene Europäische Gewerkschaftsinstitut(EGI) leistet für den EGB Forschungsarbeit zu Themen wie Europäisierung der Arbeitsbeziehungen sowie Arbeitsmarktpolitik, das 1989 entstandene Europäische Technikbüro der Gewerkschaften für Gesundheit und Sicherheit(TGB) unterstützt den EGB mit Expertisen zu allen Bereichen der Normung und Arbeitsschutzpolitik, die Europäische Gewerkschaftsakademie(EGA) wurde 1990 als Bildungseinrichtung des EGB gegründet. Ursprung der Europäischen Gewerkschaftsverbände Die Internationalen Berufssekretariate standen in den 50er Jahren der sich anbahnenden europäischen Einigung verständnislos gegenüber. Der IMB lehnte es ab, gewerkschaftliche Aktivitäten im Rahmen der EGKS zu koordinieren. Ebenso bestritt die Internationale Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften(IUL) den Sinn einer besonderen Struktur zur gewerkschaftlichen Koordinierung in der EWG. Anstöße zur Bildung europäischer Regionalorganisationen auf Branchenebene gingen vom EGS und weniger von den IBS aus. Es gibt nur eine europäische Branchenorganisation, die vor der Gründung des EGS entstand: die 1953 gegründete Europäische Union der Film- und Fernsehschaffenden, die 1961 in 12 europäischen Ländern 13 Mitgliedsorganisationen mit 14.990 Mitgliedern hatte. Alle an12 deren europäischen Regionalorganisationen der Gewerkschaften, die anfangs oft noch nicht einmal über ein Sekretariat in Brüssel verfügten, bildeten sich erst mit der EWG-Gründung, und dann in den Bereichen, in denen die EWG eine gemeinsame Marktordnung besaß: Landwirtschaft, Lebensmittel, Stahlindustrie. Die Europäische Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors(EFA), der Gewerkschaftliche Verkehrsausschuss, die Kommission für den Bauund Holzsektor, entstanden 1958. Ausgerechnet in der Stahlindustrie ließ die Gründung eines eigenen gewerkschaftlichen Branchenausschusses aber noch bis fünf Jahre nach der Entstehung der EWG auf sich warten, da mit dem„21er Ausschuss“, aus dem dann das Verbindungsbüro Montan hervorging, zunächst ein Bezugspunkt vorhanden war. 1965 entstand der Beratende Europäische Ausschuss der Kommunikationsarbeiterinternationale, aus dem 3 Jahre später ein Komitee für die IPTT-Mitgliedsgewerkschaften aus der Europäischen Union wurde. Die nächste Gründungswelle erfolgte in den siebziger Jahren, unter dem Einfluss der Entstehung des EGB: Die Europäische Regionalorganisation des Internationalen Bundes der Privatangestellten wurde 1972, der Europäische Gewerkschaftsausschuss für Bildung und Wissenschaft sowie der Europäische Ausschuss des Internationalen Sekretariats der Künstlergewerkschaften(Comité Européen du Secrétariat International des Syndicats du Spectacle) wurde 1975 gegründet. Andere schon bestehende Gewerkschaftsverbände änderten, beeinflusst durch den EGB, ihre Organisationsstruktur. „Nachzügler“ sind die 1985 entstandene Europäische Journalisten-Föderation(EJF) und die Europäische Grafische Föderation(EGF) sowie der im Oktober 1991 gegründete Europäische Bergarbeiterverband(EBV). Mit als erste reagierten die Chemiegewerkschaften auf die Gründung der EWG: Am 24. Juni 1958 schlossen sich die Mitgliedsgewerkschaften der Internationalen Föderation von Industriegewerkschaften und Fabrikarbeiterverbänden aus den 6 Mitgliedsstaaten der EWG zu einem„Europäischen Koordinationsausschuss von Chemie- und Fabrikarbeitergewerkschaften in der Europäischen Gemeinschaft“ zusammen. Ein eigenes Brüsseler Sekretariat wurde aber erst dreißig Jahre später errichtet. Von 1961 bis 1988 wurde das Sekretariat des Koordinationsausschusses von der Hauptverwaltung der IG Chemie-Papier-Keramik in Hannover geführt. Der Europäische Koordinationsausschuss repräsentierte in den achtziger Jahren 19 Gewerkschaften aus den 9 Mitgliedstaaten der EU und insgesamt 1,4 Millionen Mitglieder, die aber alle aus dem Einzugsbereich des IBFG stammten, christliche Gewerkschaften blieben, trotz der Erweiterung des EGB, noch längere Zeit außen vor. Neun Bau- und Holzarbeitergewerkschaften aus den sechs EG-Ländern gründeten 1958 eine„Gemeinschaftliche europäische Kommission für den Bau- und Holzsektor“, deren Sitz sich bis 1964 in Amsterdam befand, von 1964 bis zum August 1968 in Frankfurt a.M. und anschließend nach Brüssel verlegt wurde. Der Schritt zu einer eigenständigen„Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter in der Gemeinschaft“(EFBHG) wurde aber erst 1974 getan. Die gegenüber der Internationalen Föderation der Bau- und Holzarbeiter(IFBH) autonome europäische Föderation beschränkte sich zunächst auf eine Informationsrolle, und erst nach einer Reformdiskussion wurde ihr, ab 1979, auch die Möglichkeit gewerkschaftlicher Koordinierung in Europa zugestanden. Gleichzeitig wurde ein ständiges Sekretariat in Brüssel eingerichtet, der Posten des Generalsekretärs aber erst 1988 hauptamtlich besetzt. Die Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter(EFBH) wurde 1983 vom EGB aufgenommen. Der Gewerkschaftliche Verkehrsausschuss in der Europäischen Gemeinschaft(GVEG) wurde 1958 von den Mitgliedsorganisationen der ITF in der EWG gegründet, aber ohne die Beteiligung und sogar gegen die Widerstände der ITF selbst. Aus seiner Doppelrolle, einerseits Organ zur Vertretung der von der ITF festgelegten Politik innerhalb der EWG, andererseits autonomes Organ mit eigenen Gremien, kam er erst nach der ersten Erweiterungsrunde der EU in den siebziger Jahren und nach der Gründung des EGB heraus. Der Gewerkschaftliche 13 Verkehrsausschuss wurde zu dieser Zeit als eigenständige Organisation konstituiert, die bis dahin übliche Finanzierung seines Haushaltes durch die ITF mit 20% fallengelassen. Zwischen beiden Organisationen wurden die Kompetenzen abgegrenzt, beide wurden aber auch personell verzahnt: der Generalsekretär der ITF wurde gleichzeitig Vizepräsident des GVEG, den Sekretariaten beider Organisationen die Vertretung auf der Generalversammlung und im Koordinationsausschuss der jeweils anderen zugestanden. Nach den Organisationsreformen wurde der Ausschuss auch vom EGB formell anerkannt. Die Erweiterung des Organisationsund Tätigkeitsgebietes führte 1996 zur Bildung des Verbandes der Verkehrsgewerkschaften in der EU, der seinen ersten Kongress vom 10.11.11.1997 in Luxemburg abhielt. Die Organisation wurde in sieben Sektoren(nach den wichtigsten Transportbereichen) gegliedert. Durch Satzungsänderungen wurde der Generalsekretär ermächtigt, den Verband gegenüber der EU zu vertreten. Der Kongress regte an, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um die Kompetenzen und Zuständigkeiten gegenüber der ITF zu regeln, die immer noch eine europäische Sektion unterhielt. Nur wenige Gewerkschaften aus mittel- und osteuropäischen Ländern waren auf dem Gründungskongress vertreten, keine von ihnen war Mitglied des Verbandes, aus dem drei Jahre später die Europäische Transportarbeiter- Föderation(ETF) wurde, Gründungskongress am 14.-15.6.1999 in Brüssel, als Zusammenschluss des Verbandes der Transportarbeitergewerkschaften in der Europäischen Union mit europäischen Mitgliedsgewerkschaften der ITF. Die in Brüssel angesiedelte ETF organisiert 3 Millionen Beschäftigte in 34 europäischen Ländern. Die europäische Gewerkschaftsarbeit in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der Hotelbranche war viele Jahre dadurch behindert, dass zwei Organisationen mit annähernd gleichen Aufgaben und weitgehend gleicher Mitgliedschaft nebeneinander her arbeiteten: der Europäische Gewerkschaftsausschuss Nahrung-Genuss-Gaststätten(EG NGG), 1959 entstanden, und die EURO-IUL. Der EG NGG erhob eigene Beiträge und verstand sich als Regionalorganisation im Rahmen des IBFG. Die Autonomie von EG NGG müsse man aus der besonderen Struktur der EWG heraus verstehen, argumentierte der seinerzeitige NGG-Vorsitzende, Herbert Stadelmeier, auf dem IUL-Kongress 1973 in Genf. Von einer IUL-Regionalorganisation könnten diese Aufgaben genauso gut wahrgenommen werden, schallte es zurück. 4 Die IUL schuf 1975 ihre eigene Regionalorganisation(Gründungskonferenz der EURO-IUL: 31.1.-1.2.1975). EG NGG und EURO-IUL beantragten die Anerkennung durch den EGB, die beiden verweigert wurde. Zwar bahnte sich schon 1976 eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen beiden an, die 1979 auch schriftliche Form erhielt: EURO-IUL sollte für multinationale Konzerne zuständig sein, EG NGG für die Beziehungen zur EWG. In der Praxis beschäftigten sich beide Organisationen in getrennten Zusammenkünften, an denen fast die gleichen Personen teilnahmen, mit den gleichen Themen, ohne sich abzusprechen und ohne immer zu den gleichen Schlussfolgerungen zu kommen. Die abgesprochene Arbeitsteilung wurde vollends obsolet, als die EU begann, Gesetzgebungsvorschläge zur Unterrichtung und Anhörung der Arbeitnehmer in multinationalen Konzernen zu entwickeln. Die NGG regte deshalb eine Fusion beider europäischen Organisationen an, die aber erst 1983 zustande kam. Der neue Europäische Ausschuss der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbegewerkschaften in der IUL(EAL-IUL) wurde als Regionalorganisation der IUL mit einer über das übliche Maß hinausgehenden Autonomie gegründet, ihm gehörten automatisch alle Gewerkschaften an, die zum Zeitpunkt der Gründung entweder Mitglieder des EG NGG bzw. der EURO-IUL waren. Die Dichotomie – einerseits autonome Organisation in der EU, andererseits Regionalorganisation eines Internationalen Be4 IUL: 17.Kongress, Genf 23.1.-1.2.1973. Unterlagen und Protokolle. Genf, o.J., S.10. 14 rufssekretariats(IBS), wurde auch mit der Fusion zwischen EAL-IUL und der Europäischen Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors(EFA) zur Europäischen Föderation der Gewerkschaften des Lebensmittel-, Genussmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektors(EFFAT), 2000, nicht aufgehoben. Die Statuten bezeichnen EFFAT als selbständigen europäischen Gewerkschaftsverband und gleichzeitig als Regionalorganisation der IUL. 1963 wurde der europäische„Metallausschuss“ von sieben Metallgewerkschaften aus dem EWG-Raum(allesamt Mitglieder des IBFG) gegründet, zunächst ein loser Zusammenschluss, ohne Organisationsstruktur und Programm. 1968 trat die Metallgewerkschaft der CFDT dem „Metallausschuss“ bei, aus dem 1971 der Europäische Metallgewerkschaftsbund(EMB) wurde. Zu Beginn der 1980er Jahre hatte der EMB 29 Mitgliedsorganisationen in 12 Ländern und insgesamt 6 Millionen Mitglieder. Seine Hauptaufgabe sieht der EMB in der Koordinierung der Lohn- und Arbeitszeitpolitik seiner Mitgliedsorganisationen, in der Förderung einer europäischen Industriepolitik, die zwischen Wettbewerb und Beschäftigung die Waage hält sowie in der Entwicklung des Sozialen Dialogs für die europäische Schiffsbau-, Metall- und Automobilindustrie. Das Sekretariat ist verantwortlich für drei ständige Ausschüsse: Kollektivverhandlungen, Europäische Betriebsräte, Industriepolitik. Im Bereich Industriepolitik bestehen Arbeitsgruppen für die Automobilindustrie, Stahl, Schiffsbau, Verteidigungsindustrie, Flugzeug und Raumfahrt, Informations- und Kommunikationstechnologien. Der Europäische Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst(EGÖD) entstand 1978. Er ist für eine Vielzahl von unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und beruflichen Tätigkeiten im öffentlichen Sektor zuständig. Seine Aufgabe sieht er darin, ein besseres Verständnis der Rolle des öffentlichen Dienstes im Prozess der europäischen Integration zu vermitteln, sowie im Aufbau geeigneter Strukturen von Arbeitsbeziehungen mit den Arbeitgebern des öffentlichen Sektors. Mit der Arbeitgebervereinigung der Elektrizitätsunternehmen wurde ein Ausschuss für den Sozialen Dialog in der Elektrizitätswirtschaft gegründet. Es gibt ähnliche Initiativen für einen Sozialen Dialog mit den Arbeitgeberorganisationen im Gesundheitssektor. Vier ständige Ausschüsse befassen sich mit der berufsbezogenen Entwicklung bei nationalen und europäischen Verwaltungen, Kommunalverwaltungen, Sozial- und Gesundheitsdiensten, öffentlichen Versorgungsbetrieben. Die EURO-FIET wurde 1972 als europäische Regionalorganisation der Angestellteninternationale FIET gegründet. Als einzige der FIETRegionalorganisationen erhob sie eigene Beiträge, erhielt aber auch weiterhin Zuschüsse der internationalen Organisation. EURO-FIET und die Nachfolgeorganisation UNI-Europa sind gegenüber der FIET bzw. UNI, dem internationalen Berufssekretariat, weniger autonom als die anderen europäischen Gewerkschaftsverbände. EURO-FIET wurde vom EGB schon 1975 als Gewerkschaftsausschuss anerkannt. Die europäische Regionalorganisation der Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeitergewerkschaften entstand 1975 aus einer schon 1963 gegründeten Informations- und Forschungsstelle, die den Gewerkschaften des Textil- und Bekleidungssektors bei der Vorbereitung auf den europäischen Binnenmarkt helfen sollte. Da die Regionalorganisation bis 1987 die Aufnahme der italienischen Branchengewerkschaft FILTEA, Mitglied der CGIL, ablehnte, wurde sie erst 1988 vom EGB anerkannt. Der erste Kongress fand 1993 statt. Auf ihm wurde der Europäische Gewerkschaftsverband der Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeitergewerkschaften (EGV-TBL) gegründet. Der zweite Kongress, 1997 in Porto, schloss die Umwandlung in einen europäischen Gewerkschaftsverband ab, der Exekutivausschuss bekam das Mandat, Forderungen für Tarifverhandlungen zu koordinieren; ein Komitee für Sozialen Dialog wurde eingerichtet. Sozialer Dialog in der Branche konzentriert sich auf ausgewählte Themen, vor allem auf die Respektierung internationaler Sozialstandards durch transnationale Unternehmen und die soziale Dimension der Globalisierung. Der Europäische Gewerkschaftsausschuss für Bildung und Wissenschaft entstand 1975 15 aus Mitgliedsgewerkschaften von IBFG, dem Weltverband der Arbeitnehmer(WVA) und einiger Organisationen, die keiner der(vier existierenden) Internationalen angehörten. Der EGB zögerte denn auch, bevor er den Ausschuss anerkannte. Von seiner Struktur her war der Ausschuss ein Unikum unter den Gewerkschaftsverbänden: Es gab kein Personal in Brüssel, entsprechende Aufgaben wurden von den Sekretariaten der Berufssekretariate des IBFG und des WVA übernommen, die Leitung des Ausschusses wurde von Vertretern der Internationalen Berufssekretariate übernommen, die europäischen Mitgliedsgewerkschaften selbst hatten keinerlei Einfluss. Mobilität für wissenschaftliches Personal, die Untrennbarkeit des allgemeinen Bildungssystems von der beruflichen Bildung, sowie die Rolle der Erziehung bei der Herausbildung einer europäischen Identität waren die politischen Schwerpunkte des Ausschusses. Im Gefolge der Fusion von zwei internationalen Gewerkschaftsorganisationen der Lehrer änderte auch der Ausschuss seine Struktur, 1993 wurde eine neue Satzung angenommen, die den Mitgliedsorganisationen endlich das Recht gab, direkt Vertreter in den Exekutivausschuss zu entsenden, und die Funktion eines hauptamtlichen Generalsekretärs vorsah. Der zuletzt gegründete und gleichzeitig kleinste europäische Gewerkschaftsverband ist der Europäische Gewerkschaftsbund der Diamantund Edelsteinarbeiter. Er wurde 1995 gegründet und vom EGB aufgenommen, hat seine Tätigkeit in der Zwischenzeit aber wieder eingestellt. 1993 wurde der Europäische Rat der Angestellten in Leitungsfunktionen(EUROCADRES) gegründet, dessen Sekretariat zunächst vom Gewerkschaftsverband EURO-FIET wahrgenommen wurde. Seit 2001 besitzt EUROCADRES ein eigenständiges Sekretariat im Haus des EGB. Formal gilt EUROCADRES nicht als eigenständiger Europäischer Gewerkschaftsverband, de facto wächst der Rat aber immer mehr in diese Rolle hinein. Er vertritt an die 5 Millionen Angestellte in Leitungsfunktionen. Struktur und Politik der Europäischen Gewerkschaftsverbände Die Struktur der meisten Europäischen Gewerkschaftsverbände ähnelt der Struktur des EGB. Es gibt einen Kongress, der alle vier Jahre zusammentritt, einen Exekutivausschuss, der mindestens zwei mal im Jahr zusammenkommt, ein Präsidium, das die Sitzungen des Exekutivausschusses vorbereitet, ein Sekretariat sowie eine Reihe von ständigen Ausschüssen und Adhoc-Arbeitsgruppen. Der Exekutivausschuss wurde bei der Europäischen Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften (EMCEF) durch eine einmal jährlich tagende Generalversammlung ersetzt. An der Spitze der Organisation steht ein Präsident(sowie Vizepräsidenten aus den größeren und kleineren Mitgliedsorganisationen), ein Generalsekretär und ein stellvertretender Generalsekretär, die in allen Verbänden vom Kongress gewählt werden. Die meisten europäischen Gewerkschaftsverbände haben ihre Sekretariate kräftig ausbauen können. Das Sekretariat der EMCEF z.B. umfasst jetzt 9 Personen. Die Entwicklung des Sozialen Dialogs in ihren Branchen ist ein Schwerpunkt aller europäischen Gewerkschaftsverbände. Während auf der Ebene des Dachverbandes, des EGB, der Soziale Dialog, der 1985 mit einfachen Treffen mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber begann, in der Zwischenzeit immerhin zu vier europäischen Rahmenvereinbarungen geführt hat, steckt er bei den europäischen Gewerkschaftsverbänden immer noch in den Kinderschuhen. Sicher, es gab 1998 neun paritätische Komitees in Branchen wie Transport oder Telekommunikation und weitere neun informelle Arbeitsgruppen sowie acht mehr informelle Diskussionsrunden zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern über die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der entsprechenden Sektoren. Keine der an die 100 gemeinsamen Erklärungen hat verbindlichen Charakter. Die Europäische Kommission entschied am 20.5.1998, die bis dahin bestehenden Branchenausschüsse zum Sozialen Dialog aufzulösen und, dies aber nur auf gemeinsamen Antrag von Gewerkschaf16 ten und Arbeitgebern, neue Branchenausschüsse einzurichten. Das ist in 14 Fällen geschehen. Bis jetzt sind einzig zwei Vereinbarungen geschlossen worden: eine zwischen der ETF und der Schiffseignervereinigung über Arbeitszeit und eine weitere zwischen der EFA und der europäischen Arbeitgeberorganisation des Agrarsektors Comité Professionnel Agricole(COPA) über die Begrenzung der jährlichen Arbeitszeit auf 1.800 Stunden. Alle Europäischen Gewerkschaftsverbände sehen in der Betreuung Europäischer Betriebsräte(mehr als 700 existieren inzwischen) und in der Entwicklung von Arbeitsbeziehungen auf europäischer Ebene ein vorrangiges Ziel. Die meisten haben, nach dem Muster des EMB und seiner Taskforce Europäische Betriebsräte, Gremien zur besseren Koordinierung der Arbeit mit und für Europäische Betriebsräte geschaffen, Koordinatoren eingesetzt, denen die Aufgabe zukommt, einzelne Europäische Betriebsräte in besonders wichtigen multinationalen Unternehmen zu betreuen. Tatsächlich reicht der Personalbestand in den meisten Gewerkschaftsverbänden für eine effektive Betreuung der Europäischen Betriebsräte aber nicht aus. Mit den bevorstehenden Verhandlungen über Arbeitnehmerbeteiligung in der Europäischen Aktiengesellschaft(SE) ab 1994 wird sich dieses Dilemma noch verschärfen. Nur vier der 14 europäischen Gewerkschaftsverbände verfügen zur Zeit über einen Ausschuss zur Koordinierung der Tarifverhandlungen. Abgesehen vom EMB, der einen solchen Ausschuss seit seiner Gründung kennt, wurde er bei den übrigen Verbänden erst in den neunziger Jahren gegründet: 1995(EGF), 1996(EMCEF), 1997 (EGV-TBL). Arbeitsgruppen zur Diskussion von und zum Austausch von Informationen bestehen im EGÖD und in der EFBH. Koordinierung von Tarifverhandlungen hat einen prominenten Platz im Aktionsprogramm der EFBH für die Jahre 2001-2003. Dass EAL-IUL und EUROFIET europäische Konferenzen zum Thema Koordinierung der Tarifverhandlungen durchführten, spricht dafür, dass man sich der Bedeutung des Themas bewusst ist, aber nicht unbedingt dafür, dass man sich schon an die praktische Broschüre des EGB, Brüssel o.J.(1984), Verfasser Willy Buschak Umsetzung macht. Die auf der dritten tarifpolitischen Konferenz des EMB, 9.-10.12.1998 in Frankfurt/M., verabschiedete Resolution schlug als„Formel“ für die Koordinierung von Tarifpolitik vor, der Inflationsausgleich müsse erreicht und Arbeitnehmern ein ausgewogener Anteil am Produktivitätszuwachs gesichert werden. Die vom EMB-Kongress im folgenden Jahr bestätigte Resolution setzt eine Orientierungslinie, der auch die anderen europäischen Gewerkschaftsverbände zu folgen versuchen. Das Informationsnetzwerk über Tarifverhandlungen verbreitet einen jährlichen Bericht über Verhandlungsresultate in der Metallindustrie. Der EGV-TBL verabschiedete 1998 ein Protokoll zur Arbeitszeitpolitik, in dem sich alle Mitgliedsorganisationen darauf verpflichteten, die 35-Stundenwoche oder ein Äquivalent in der Branche einzuführen. Ein Jahr später wurde ein Rahmen für Lohnforderungen definiert: Löhne sollten schneller steigen als die Inflation und den Arbeitnehmern einen fairen Anteil an den Produktivitätsgewinnen sichern. Der Kongress in Toledo, 2001, sprach 17 sich für europaweite Verhandlungen mit den Arbeitgebern über die Reduzierung und Reorganisierung der Arbeitszeit aus. Fusion von Gewerkschaftsverbänden In den neunziger Jahren fusionierten einige europäische Gewerkschaftsverbände aus verwandten, nahe beieinander liegenden Branchen. EAL-IUL und EFA fassten bereits 1993 den grundsätzlichen Beschluss zur Fusion, der von folgenden Kongressen bestätigt wurde, bis die Verschmelzung 1998 praktisch eingeleitet und auf dem Kongress in Luxemburg, 11.-12.12.2000 die neue Organisation EFFAT aus der Taufe gehoben wurde. Treibender Motor hinter der Fusion war das Ziel, alle Gewerkschaften, die sich – vom Anbau bis zum Verzehr – mit Nahrungsmitteln befassen, in einer europäischen Organisation zusammenzufassen. Diesmal fehlt der Zusammenfassung in einer europäischen Organisation aber die Entsprechung auf nationaler Ebene. In Deutschland etwa sind die Landarbeiter Mitglied der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, die Nahrungsmittelarbeiter weiterhin in der NGG. Die Fusionsprozesse auf nationaler Ebene liefen teilweise konträr zu denen auf europäischer Ebene. Die IG BAU ist damit in zwei europäischen Gewerkschaftsverbänden Mitglied: EFFAT und EFBH, ähnlich wie die IG Metall, die sogar drei Verbänden angehört: dem EMB, der EFBH und dem EGV-TBL. Aus der Verschmelzung der Europäischen Föderation der Chemiegewerkschaften und des Europäischen Bergarbeiterverbandes ging 1996 die EMCEF hervor. Mit der am 1.1.2000 UNI-EUROPA – Demonstration in Frankfurt/M. 2001 vollzogenen Fusion zwischen FIET, Kommunikationsinternationale, der Internationalen Grafischen Föderation und MEI zum Union Network International(UNI) schlossen sich auch die europäischen Regionalorganisationen zusammen. Die neue Organisation bekam den Namen UNI-Europa. UNI-Europa und UNI sind weiterhin, wie schon EURO-FIET und FIET, durch ein gemeinsames Sekretariat verbunden, das Sekretariat von UNI-Europa in Brüssel wird von einer Direktorin und keiner Generalsekretärin, wie bei den übrigen Gewerkschaftsverbänden, geleitet. EURO-MEI hat darüber hinaus mit zwei weiteren internationalen Organisationen, dem Internationalen Schauspielerverband(FIA) und der Internationalen Musiker-Föderation(FIM), einen europäischen Verbund gebildet, die European Arts and Entertainment Alliance(EAEA), mit dem Ziel, Tarifverhandlungen für Künstler in Europa zu koordinieren. Beziehungen zwischen Europäischen Gewerkschaftsverbänden und EGB Mit der Gründung des Europäischen Bundes Freier Gewerkschaften(EBFG), 1969, erhielten die europäischen Gewerkschaftsausschüsse beratende Stimme in den Organen des EBFG. Mit der Gründung des EGB musste die Frage der Beziehungen zwischen den europäischen Gewerkschaften und dem EGB neu geregelt werden. Der Exekutivausschuss des EGB entschied im Juni 1973, unter welchen Bedingungen europäische Gewerkschaftsausschüsse vom EGB offiziell anerkannt würden: Ihr Organisationsgebiet musste sich über die EG erstrecken, sie mussten offen sein für alle Branchengewerkschaften, die einem dem EGB angeschlossenen Dachverband angehörten, und es musste sich um eigenständige Organisationen handeln, mit eigenen permanenten Strukturen. Als erste wurden vom EGB die folgenden Gewerkschaftsausschüsse anerkannt: EMB, EFA, EURO-FIET, EGAKU, Montanausschuss, Europaausschuss der IPTT. Bis zum Ende der siebziger Jahre kamen der Gewerkschaftliche Verkehrsausschuss in der EG hinzu, der EGÖD, sowie EG NGG/EAL-IUL. 1983 folgte die EFBH, 18 1988 der EGV-TBL und die EFCG. Zu Konflikten zwischen EGB und einigen Gewerkschaftsverbänden kam es immer wieder um die Frage der Mitgliedschaft – nach den Statuten des EGB müssen die Europäischen Gewerkschaftsverbände jede Gewerkschaft aufnehmen, die einem Mitgliedsbund des EGB angeschlossen ist. In der Praxis wurde das nicht immer respektiert. Mit dem Luxemburger Kongress, Mai 1991, wurden die europäischen Gewerkschaftsverbände zu vollberechtigten Mitgliedern des EGB, mit Sitz und Stimme in all seinen Organen, vom Kongress über den Exekutivausschuss und das Präsidium bis hin zu den unterschiedlichen Arbeitsgruppen und bis hin zu Verhandlungsdelegationen. Nur bei Abstimmungen über die Finanzen dürfen sie sich nicht beteiligen, da sie keine Beiträge an den EGB abführen. Mit dem in Luxemburg beschlossenen Umbau des EGB, der nunmehr auf zwei Säulen ruht, den nationalen Mitgliedsbünden und den Europäischen Gewerkschaftsverbänden, wurde ein Gedanke verwirklicht, den Edo Fimmen zum erstenmal in den zwanziger Jahren geäußert hatte. Europäische Gewerkschaftsverbände EMB EGÖD EMCEF UNI-Europa EFFAT ETF EFBH EJF EGV-TBL EGBW EEA Mitgliedsorganisationen 60 191 119 282 120 199 49 56 81 Stand: 2002 Mitglieder im Organisationsgebiet des EGB Länder 26 32 33 33 35 34 17 32 19 Mitglieder (in Millionen) 6,0 7,8 2,4 6,0 1,8 2,4 2,3 0,3 1,1 2,1 0,3 19 Profil des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung Godesberger Allee 149 D-53175 Bonn Postanschrift: Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung D-53170 Bonn Telefon:(02 28) 883-425(Auskunftstheke) Telefon:(02 28) 883-480(Archiv-Sekretariat) Telefax:(02 28) 883-497 Internet-Adresse: http://www.fes.de E-Mail: archiv.auskunft@fes.de Das Archiv der sozialen Demokratie(AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde im Juni 1969 eröffnet. Es steht in der Tradition des ehemaligen Parteiarchivs der SPD, dessen Wurzeln in die Anfänge der deutschen Sozialdemokratie im 19. Jahrhundert zurück reichen. Heute ist das AdsD eine der führenden Einrichtungen zur Geschichte der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung in Europa. Es ist nicht nur das einschlägige Archiv zur Erforschung der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie, sondern inzwischen auch„das größte Gewerkschaftsarchiv in Deutschland und nimmt im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz ein“(Klaus Schönhoven). Sammelschwerpunkte Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag Freitag 9.00-17.00 Uhr 9.00-16.00 Uhr Das AdsD bewahrt die Altregistratur des Vorstandes der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands auf. Hinzu kommen die Bestände der SPD-Bundestagsfraktion, der SPD-Parlamentsfraktionen sowie regionaler Parteigliederungen(Landes-, Bezirksorganisationen und Untergliederungen). Seit der deutschen Einigung betreut das AdsD auch die Altregistraturen der Sozialdemokratischen Partei in der DDR(SDP/SPD) und der SPD-Fraktion in der Volkskammer der DDR. Außerdem übernimmt es fortlaufend die Altbestände der regionalen Parteigliederungen und der SPD-Landtagsfraktionen der neuen Bundesländer. 20 Daneben hat sich innerhalb der letzten 17 Jahre ein neues großes Sammelgebiet herausgebildet. Es handelt sich um das Archivgut der deutschen, europäischen und internationalen Gewerkschaftsbewegung. Zu erwähnen sind aus dem Bereich der deutschen Gewerkschaftsbewegung insbesondere das DGB-Archiv, das IG Metall-Archiv, das Archiv der DAG und der weiteren ver.di-Gründungsgewerkschaften DPG, HBV und IG Medien. Aus dem Bereich der internationalen Gewerkschaftsverbände seien die Aktenbestände des Internationalen Bundes der Bau- und Holzarbeiter(IBBH), des Internationalen Bundes der Privatangestellten(FIET), der Internationalen Grafischen Föderation(IGF), des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes(IMB) und der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften(IUL) genannt. Eine seiner wichtigsten Aufgaben sieht das AdsD in der Sicherung der Nachlässe und Deposita von Persönlichkeiten der deutschen Arbeiterbewegung. Zu den z.T. umfangreichen Beständen zählen persönliche Akten zahlreicher sozialdemokratischer Politikerinnen und Politiker sowie die Unterlagen von Persönlichkeiten aus der Gewerkschaftsbewegung und aus dem Umfeld der deutschen Sozialdemokratie. Erwähnt seien das Willy-Brandt-Archiv, das Helmut-Schmidt-Archiv und das Herbert-WehnerArchiv sowie die Nachlässe und Deposita von Gustav Heinemann, Paul Levi, Annemarie Renger, Ludwig Rosenberg und Carlo Schmid. Erheblich gewachsen ist darüber hinaus der Erwerb der Registraturen von Organisationen aus dem Umfeld der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung, der Europäischen Bewegung sowie neuer sozialer und emanzipatorischer Bewegungen. Hingewiesen sei hier auf die Bestände des Deutschen Rates der Europäischen Bewegung/ der Europäischen Bewegung Deutschland, der Europa-Union und der Jungen Europäischen Föderalisten. Das Archiv verfügt gegenwärtig(2002) über ca. 40.000 lfm Archivgut, darunter rund 1000 personenbezogene Bestände, Nachlässe und Deposita von Politikerinnen/Politikern und Gewerkschafterinnen/Gewerkschaftern. Weiter beherbergt das AdsD umfangreiche Sammlungen u.a. von Fotos, Flugblättern, Plakaten, Filmen, Videos, Tondokumenten und Traditionsfahnen. Nach Pilot-Projekten zur Flugblatt-Erschließung und Digitalisierung der Plakatbestände nimmt das AdsD an einem europaweiten Projekt zur Digitalen Aufbereitung von Druckwerken zur weltweiten Nutzung via Internat(METAe) teil. Das AdsD ist u.a. Mitglied des International Council on Archives(ICA), der International Association of Labour History Institutions(IALHI) und der Internationalen Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen(ITH). 21 Übersicht über die Bestände europäischer Gewerkschaftsorganisationen im AdsD Europäischer Ausschuss der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbegewerkschaften in der IUL(EAL-IUL) Europäische Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors(EFA) Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter(EFBH) Europäische Landarbeiter-Föderation(ELF)/ Internationale Landarbeiter-Föderation(ILF) Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften(EMCEF) Europäischer Metallgewerkschaftsbund(EMB) Europäische Transportarbeiter-Föderation(ETF) Europäischer Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung und Leder(EGV-TBL) Europäische Regionalorganisation – Internationaler Bund der Privatangestellten (EURO-FIET) Stand: Dezember 2002 1977 – 2000 44,50 lfm 1958 – 1997 23,50 lfm 1964 – 1999 32,50 lfm 1920 – 1970 3,40 lfm 1958 – 1997 1962 – 1999 1961 – 2001 17,50 lfm 89,75 lfm 68,00 lfm 1962 – 1993 0,65 lfm 1991 – 1998 1,00 lfm 22 Bestände europäischer Gewerkschaftsorganisationen im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert- Stiftung Hans-Holger Paul Entstanden vor allem zur Sicherung und Aufbereitung des historischen Erbes der Sozialdemokratischen Partei, hat sich das Archiv der sozialen Demokratie(AdsD) im letzten Jahrzehnt auch zu einem der größten Gewerkschaftsarchive Europas entwickelt. Inzwischen lagern unter dem Dach des AdsD nicht nur nahezu alle auf deutschem Boden befindlichen Akten des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes(ADGB), der bedeutendsten Vorläuferorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), sondern auch die Archive des DGB, der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft(DAG) und zahlreicher deutscher Einzelgewerkschaften, darunter der IG Metall. Das AdsD ist wegen seiner Aktenbestände aus der internationalen und europäischen Gewerkschaftsbewegung inzwischen zu einer bedeutenden Forschungseinrichtung für diesen Bereich geworden. Seit den sechziger Jahren sind hier Zugänge zu verzeichnen, wobei seit 1994 der Zuwachs beachtlich gestiegen ist: Über zwei Drittel des jetzt vorhandenen Bestandes gelangten innerhalb der letzten fünf Jahre in das Archiv. Die Bedeutung dieser Bestände für die Erforschung der nationalen und internationalen Gewerkschaftsbewegung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Während die Aktenbestände der deutschen Gewerkschaften aus der Zeit vor 1945 durch Kriegswirren und Nazi-Herrschaft weitgehend vernichtet wurden, blieben viele Bestände der internationalen Sekretariate mit Sitz der Büros in London und in der Schweiz vom Krieg verschont. So reicht die Überlieferung sehr oft bis in die Anfänge der Gewerkschaftsbewegung zurück und ist vergleichsweise dicht. Mit der Herausbildung zu einer zentralen Forschungsstätte zur Gewerkschaftsgeschichte gelang es dem AdsD ebenfalls, seine internationalen Gewerkschaftsbestände zu ergänzen. Der Gesamtumfang der Archivalien internationaler Berufssekretariate umfasst inzwischen über 1.100 lfm Archivgut. 5 Europäische Berufssekretariate Die Archivalien der Europäischen Berufssekretariate gerieten vergleichsweise spät in das Visier der Archivare des AdsD. Bereits vor mehreren Jahrzehnten hatte das AdsD allerdings den Gesamtbestand der Internationalen und Europäischen Landarbeiter-Föderation(ILF/ELF) übernommen. Zunächst als ILF 1920 gegründet, wurde der Verband 1960 aufgelöst, um kurz danach als ELF rekonstruiert zu werden. Seine Existenz reichte bis 1971, von wo an die Geschäfte durch die Internationale Föderation der Plantagen-, Landwirtschaftsund und anverwandten Arbeitnehmer(IFPLAA) in Genf übernommen wurden. Mitte der neunziger Jahre, nachdem bereits einige internationale Gewerkschaftsbestände in das AdsD gelangt waren, begann die erste Akquisitionsphase mit der Übernahme der wichtigen Archivalien des Europäischen Metallgewerk5 Vgl. Internationale Gewerkschaftsorganisationen. Bestände im Archiv der sozialen Demokratie und in der Bibliothek der FriedrichEbert-Stiftung, hrsg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Peter Rütters, Michael Schneider, Erwin Schweißhelm, Rüdiger Zimmermann, 2. Auflage, Bonn 2002 23 schaftsbundes(EMB). Zuvor waren 1990 mit dem Bestand der Internationalen Grafischen Föderation auch erste Splitter des Europäischen Arms dieser Organisation, der Europäischen Grafischen Föderation(EGF), in das AdsD gelangt. Im Gefolge weiterer Lieferungen sind inzwischen eine Reihe von Provenienzen der EGF mit dem IGF-Bestand übernommen worden. Um den Zusammenhang der gemeinsamen Überlieferung nicht zu zerstören, ist bisher allerdings auf eine Trennung der Bestände verzichtet worden. Im Jahre 1996 gelang es, mit der Akquisition der Archivalien der Europäischen Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors(EFA) und kurz danach 1997 des Archivguts des Europäischen Ausschusses der Lebens-, Genussmittelund Gastgewerbegewerkschaften in der IUL (EAL-IUL) eine wichtige Lücke in der Überlieferung der Gesamtbestände aus dem Bereich der europäischen Arbeitnehmeraktivitäten im Agrarund Landwirtschaftssektor zu schließen. In den letzten Jahren hat sich das AdsD auch unter den europäischen Berufssekretariaten als gute Adresse für die Archivierung der eigenen Altakten herumgesprochen, so dass inzwischen auch die Mehrheit der europäischen Sekretariate dem AdsD ihre Akten zur Aufbewahrung anvertraut haben. Hervorzuheben sind hier vor allem die bedeutenden Bestände der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter (EFBH) und der Europäischen Transportarbeiter-Föderation(ETF). In jüngster Zeit gelang es schließlich durch den Vertrag mit der Europäischen Föderation der Bergbau-, Chemie und Energiegewerkschaften(EMCEF), das Archivgut ihrer beiden Vorläuferorganisationen, des Europäischen Bergarbeiterverbandes(EBV) und der Europäischen Föderation der Chemiegewerkschaften(EFCG), für die Forschung zu sichern. Überlieferungswert EGF-Plakat zum Aktionstag des EGB 1993 Die Überlieferung der europäischen Gewerkschaftsakten teilt sich in zwei große Gruppen. Bei den einen wurde über lange Zeiträume hinweg die Arbeit des europäischen Berufssekretariats vom Büro des internationalen Sekretariats mit übernommen. Zu diesen Organisationen zählte der Verbund von IGF und EGF oder auch die eng verflochtene Arbeit von FIET und EURO-FIET. Andere Organisationen hatten in den fünfziger Jahren mit der Schaffung der ersten Europäischen Institutionen ihre eigene, absolut selbständige europäische Gliederung gebildet, wie z.B. die Europäische Föderation des Agrarsektors(EFA) oder die Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter(EFBH). Mit der wachsenden Bedeutung der Europäischen Union bildete sich nach und nach korrespondierend zur internationalen Organisation jeweils das selbständige europäische Generalsekretariat heraus, zu dessen Aufgaben die 24 Ausgestaltung des sog. Sozialen Dialogs und die europaweite Abstimmung und Koordinierung der nationalen Gewerkschaftsarbeit zählten. Als Beispiel sei hier auf die Arbeit des Aufbaus der Europäischen Betriebsräte verwiesen. Ein neues Aufgabenfeld entstand mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und damit verbunden des Ostblocks, der für alle westeuropäischen Gewerkschaften eine neue Herausforderung bedeutete. Galt es doch, korrespondierend zur Einführung marktwirtschaftlich-kapitalistischer Wirtschaftsstrukturen so schnell wie möglich im Interesse der arbeitenden Menschen demokratische Gewerkschaften in Mittel- und Osteuropa aufzubauen bzw. die alten Gewerkschaften grundlegend umzugestalten, mit dem Ziel, die konsequente Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen wahrzunehmen. Diese neuen gewandelten Aufgaben finden schon jetzt z.T. ihren Niederschlag im Archivgut der europäischen Berufssekretariate, wenn man auch davon ausgehen muss, dass hier bisher erst nur ein kleiner Teil des Aktengutes an das AdsD abgegeben wurde. Darüber hinaus zeichnen die Bestände ein deutliches Bild der Rolle der europäischen Gewerkschaftsverbände beim Aufbau eines sozialen Europas. Zum einen lassen sich sehr gut die Prozesse der frühen Aktivitäten der Gewerkschaften in Europa, z. B. beim Aufbau der Montan-Union nachvollziehen, zum anderen liefern die Archivalien ein deutliches Zeugnis für die Schwierigkeiten, überhaupt einen institutionellen Rahmen für die eigene Einflussnahme in einem zusammenwachsenden Europa zu gewinnen und bei diesem Prozess die eigenen Mitgliedsorganisationen zu koordinieren und zu gemeinsamen Aktionen zu bewegen. Schließlich belegen die Unterlagen auch die Handlungsbreite des Sozialen Dialogs in Europa, der Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit den Arbeitgeberorganisationen zur Entwicklung gemeinsamer sozialer Standards, Formen der Mitbestimmung etc. in Europa. Die Bestände im AdsD sind alle vorgeordnet und für die Forschung benutzbar, zu einigen Archiven existieren Findbücher oder zumindest Teilfindmittel. Da sich im AdsD sowohl die Registraturen vieler europäischer Vorläuferorganisationen und Ausschüsse als auch das Archivgut der europäischen und internationalen Sekretariate befinden, lassen sich durch die einander ergänzenden Bestände sehr leicht Gesamtzusammenhänge rekonstruieren. Dies umso mehr angesichts der Tatsache, dass viele Internationale Berufssekretariate ihren Anfang in Europa nahmen und häufig bis in die fünfziger und sechziger Jahre Gewerkschaften der europäischen Staaten die Mehrheit ihrer Mitgliedsorganisationen bildeten. So wurden nicht selten europäische bzw. europapolitische Gewerkschaftsaufgaben von den internationalen Berufssekretariaten mit wahrgenommen, was sich in den Akten der verschiedenen internationalen Gewerkschaftsorganisationen, wenn auch in unterschiedlicher Intensität, niederschlägt. Insofern spiegeln die korrespondierenden Bestände mancherorts auch den Entwicklungsprozess zu einer selbständigen europäischen Gewerkschaftsorganisation wider. Aber auch die umfangreichen Altakten der jeweiligen deutschen Gewerkschaftsorganisationen, von denen die Mehrzahl ebenfalls im AdsD lagert, bilden eine nicht unbedeutende Ergänzung. 6 Da die deutschen Gewerkschaften im europäischen und internationalen Gewerkschaftsverbund fast immer eine wichtige Rolle einnahmen und heute noch einnehmen, ist es nicht überraschend, dass sich in den deutschen Gewerkschaftsbeständen zahlreiche schriftliche Überlieferungen der europäischen Ausschüsse und Berufssekretariate und ihrer gewerkschaftlichen Aktivitäten befinden. 6 Z.Zt. befinden sich ca. 11.000 lfm Archivgut der deutschen Gewerkschaftsorganisationen im AdsD, vgl. Hans-Holger Paul, Gewerkschaftsakten im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, in: Mitteilungen der Fachgruppe 6: Archivare an Archiven der Parlamente, der politischen Parteien, Stiftungen und Verbände im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V., S. 11-25 und Klaus Mertsching, Das DGB-Archiv im Archiv der sozialen Demokratie, ebenda, S. 27-31 25 Schließlich ist noch hervorzuheben, dass gerade die anderen vielfältigen Bestände aus dem Bereich Europa, die sich inzwischen im AdsD befinden, die Deposita und Nachlässe zahlreicher sozialdemokratischer Europapolitikerinnen und-politiker, das Archivgut von Persönlichkeiten der europäischen Administration, wie z. B. die persönlichen Unterlagen der EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies, und die Bestände verschiedener europäischer Organisationen, eine wesentliche Ergänzung für die Forschung zu Europa und seiner Geschichte bilden. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die außerordentlich breite Quellenlage im AdsD für die Forschung zur europäischen Wirtschaftsund Sozialgeschichte ebenso wie zur Gewerkschaftsgeschichte außerordentlich günstig ist. Dabei soll ergänzend nicht verschwiegen werden, dass sich das Archivgut der internationalen und europäischen gewerkschaftlichen Dachverbände WGB(Restarchiv), IBFG und EGB im Internationalen Institut für Sozialgeschichte (IISG) in Amsterdam befindet und einige wichtige europäische Archivalien, wie z. B. die Altregistraturen des Wirtschafts- und Sozialausschusses(WSA) und Restakten der europäischen Sozialistischen Fraktion im historischen Archiv der Europäischen Gemeinschaften in Florenz lagern. Eine weitere nicht hoch genug einzuschätzende Ergänzung bilden die korrespondierenden Aktivitäten der Bibliothek der FriedrichEbert-Stiftung, die z.T. mit Unterstützung des AdsD, z.T. auf eigene Initiative hin umfangreiche Bibliotheksbestände der internationalen und europäischen Berufssekretariate übernehmen konnte und inzwischen bibliothekarisch erschlossen hat. Gegenwärtig und mit Blick in die Zukunft läuft die Übernahme des aktuell produzierten Bibliotheksguts(Bücher, Broschüren, Info-Dienste und Periodika), z.T. über Projekte, weiter. Sie wird durch Serviceleistungen per Internet für die abgebenden Sekretariate ergänzt. Akquisition Während das AdsD sich im nationalen Gewerkschaftsbereich beim Aktenerwerb eher zurückgehalten hat und z.B. die Beratung und Unterstützung einzelner Gewerkschaften beim Archivaufbau präferierte, verfolgte man im internationalen wie europäischen Bereich bewusst die Strategie einer offensiveren Aktensicherung. Ziel war es, den Untergang historisch wertvoller Archivalien zu verhindern und dadurch eine möglichst breite Überlieferung der europäischen und internationalen Gewerkschaftsaktivitäten für die Forschung zu sichern, eine Aufgabe, die immer noch aktuell ist. In diesem Zusammenhang sei lediglich auf die zahlreichen Fusionsprozesse im internationalen und europäischen Gewerkschaftssektor verwiesen. Da es sich besonders im europäischen Bereich häufig um kleinere Sekretariate handelt, deren historische Tradition nicht so weit in die Vergangenheit der Gewerkschaftsgründungen zurückreicht wie bei den internationalen Berufssekretariaten, lassen sich in jüngster Vergangenheit immer wieder Aktenverluste feststellen, die oft mit räumlichen Veränderungen, Umzügen etc. einhergehen. Hier kommt den Archivarinnen und Archivaren eine besondere Aufgabe der Aktensicherung zu. Im Rahmen der Aktensicherung war es den MitarbeiterInnen des AdsD durchaus wichtig, dort, wo es aus Forschungsgesichtspunkten sinnvoll erschien, auch andere Archive zum Zuge kommen zu lassen. So sprachen sich Vertreter des AdsD, befragt, ob es sinnvoll sei, die Archivalien des EGB in die Obhut des IISG oder des Historischen Archivs der Europäischen Gemeinschaften in Florenz zu geben, nach Abwägung aller Argumente für das IISG aus, nicht zuletzt deshalb, weil dort bereits die Archive der anderen Gewerkschaftsdachverbände, einschließlich der Splitter einiger Berufssekretariate lagern und im Zweifel die Mehrheit der Wissenschaftler inzwischen bei Projekten zur Geschichte der internationalen oder europäischen Arbeiterbewegung zunächst das IISG oder das AdsD aufsuchen. 26 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das AdsD – anders als im nationalen Gewerkschaftsbereich, wo es sich beim Aktenerwerb eher zurückgehalten hat und Unterstützung beim Archivaufbau präferierte – im europäischen und internationalen Bereich bewusst die Strategie einer offensiven Aktensicherungspolitik betrieben hat und weiter betreibt, um eine möglichst breite Überlieferung der europäischen und internationalen Gewerkschaftsaktivitäten für die Forschung zu sichern. In diesem Sinne begreift sich das AdsD gemeinsam mit der Bibliothek der Friedrich-EbertStiftung als Dienstleistungseinrichtung für die Forschung und als Partner der Gewerkschaften. 27 Beschreibung der Bestände European Federation of Food, Catering and Allied Workers’ Unions within the IUF(ECF-IUF) Europäischer Ausschuss der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbegewerkschaften in der IUL(EAL-IUL) Christina Cron Der Europäische Ausschuss der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbegewerkschaften in der IUL(EAL-IUL) bildet einen wichtigen Abschnitt in der Entwicklung der Lebensmittelgewerkschaften auf europäischer Ebene. Seine Gründung verband die beiden auf europäischer Ebene bestehenden Parallelorganisationen miteinander. Der Europäischer Gewerkschaftsausschuss Nahrung-Genuss-Gaststätten(EG NGG) und die Europäische Regionalorganisation – IUL (EURO-IUL) beschlossen die Fusion auf der 3. Generalversammlung des EG NGG am 25.11. 1981 in Helsingör(Dänemark). Seitdem bestand der EAL-IUL als europäische Regionalorganisation der IUL, die innerhalb der IUL über Finanzhoheit und Unabhängigkeit in politischen Entscheidungen verfügte. Diese Sonderrechte ermöglichten dem EAL-IUL eine stärkere Eigenständigkeit auf europäischer Ebene. Der EAL-IUL wurde als Gewerkschaftsausschuss vom Europäischen Gewerkschaftsbund(EGB) anerkannt. Zum ersten Präsidenten des EALIUL wurde Erik-Toxvaerd Nielsen gewählt. Da er noch während der Legislaturperiode ausschied, folgte ihm Arthur Ladrille, der das Amt des Präsidenten am 5. Juli 1983 übernahm. Erster Generalsekretär wurde Otto Staadt, der sein Amt acht Jahre später an Harald Wiedenhofer weitergab. Das Ziel des EAL-IUL war die Abstimmung, Bündelung und aktive Vertretung der Arbeitnehmerinteressen gegenüber den nationalen Institutionen der jeweiligen Mitgliedsverbände und den europäischen Institutionen. Dazu gehörte auch die Förderung des Sozialen Dialogs mit den Arbeitgeberverbänden auf europäischer Ebene. Im Frühjahr 1993 wurde der grundsätzliche Entschluss zu einer Fusion mit der Europäischen Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors(EFA) gefasst, um eine schlagkräftigere europäische Gewerkschaftsorganisation zu bilden. In der Folge fanden Verhandlungen beider Gewerkschaftsverbände statt, die am 11. Dezember 2000 zur Fusion führten. Die neue europäische Organisation trägt den Namen Europäische Föderation der Gewerkschaften des Lebensmittel-, Genussmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektors (EFFAT). Das AdsD hat seit 1997 fortlaufend Archivgut des EAL-IUL übernommen. Für Teile des Bestandes liegt ein Kurzverzeichnis vor. Die Organakten der Organisation reichen bis in die Gründungsphase zurück. So sind z.B. die Protokollserien des Präsidiums und des Exekutivausschusses nahezu vollständig vorhanden. Aus den anderen Materialien sind Archivalien des Sozialen Dialogs, Korrespondenz und Sachakten zur Kooperation mit den Mitgliedsorganisationen, Unterlagen des Frauenausschusses und Rundschreiben hervorzuheben. Dem Or28 3. Generalversammlung der EG NGG in Helsingör 1981 – Gründungskongress der EAL-IUL ganisationsbestand sind auch einige persönliche Unterlagen von Otto Staadt, dem früheren Sekretär des Brüsseler Büros der EG NGG und der EAL-IUL, angefügt. Die Gesamtlaufzeit des Bestandes reicht von 1977 bis 2000. Er enthält auch Akten der Vorläuferorganisation EG NGG. Der Gesamtumfang liegt bei 44,50 lfm. 29 European Federation of Agricultural Workers’ Trade Unions(EFA) Europäische Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors (EFA) Martin Raabe Tagungsmappe der EFA Die EFA wurde 1958 als autonomer Dachverband der europäischen Landarbeitergewerkschaften gegründet. Sie war Mitglied des Europäischen Gewerkschaftsbundes(EGB) und verfolgte als Ziele eine zukunftssichere Landwirtschaft, eine einheitliche wirtschaftliche und ökologische Ordnung in Europa sowie sozial gerechte Arbeitsstandards. Ihr gehörten zuletzt 40 Mitgliedsorganisationen aus 25 Ländern an. Am 11. Dezember 2000 fusionierte die EFA mit dem Europäischen Ausschuss der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbegewerkschaften in der IUL(EAL-IUL) zur Europäischen Föderation der Gewerkschaften des Lebensmittel-, Genussmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektors(EFFAT). Seit 1995 obliegt die Archivierung der Akten der EFA dem Archiv der sozialen Demokratie(AdsD), das in den Jahren 1995, 1996, 1998 und 2000 entsprechendes Aktenmaterial übernommen hat. Der Bestand wurde gemäß der Organisationsstruktur des Dachverbandes gegliedert, die meisten Bereiche sind chronologisch nahezu lückenlos dokumentiert. Der Schwerpunkt der Überlieferung deckt die siebziger bis späten neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts ab. Zu den ältesten Dokumenten zählen die Kongressakten einiger Vorläuferorganisationen der EFA aus den Jahren 1958 bis 1967, Kongresse des Dachverbandes selbst sind von 1973 bis 30 1997 belegt. Teilweise umfasst das Aktenmaterial den Prozess der Kongressvorbereitung, die Delegierten- und Gästelisten, Einladungsschreiben, Programme bis hin zu den verabschiedeten Beschlüssen. Die Aktivitäten der Gremien lassen sich anhand der jeweiligen Sitzungsprotokolle(Exekutivausschuss: 1973-1997; Präsidium: 19761997), der entsprechenden Korrespondenz (1974-1997) sowie zahlreicher Rundschreiben samt Anlagen(1983-1997) für die genannten Zeiträume sehr detailliert nachvollziehen. In diesem Zusammenhang findet sich auch Material zur Arbeit der Ausschüsse(1990-1994) und des Europäischen Bildungszentrums im Agrarsektor(CEEFA, 1980-1993). Des weiteren belegen die Akten eine rege Tätigkeit der EFA vor allem im Paritätischen Ausschuss. Hier wechselt sie sich im Vorsitz mit der europäischen Arbeitgeberorganisation des Agrarsektors, Comité professionnel agricole (COPA), ab. Besondere Schwerpunkte innerhalb dieses Teils des Bestandes bilden die Arbeitsgruppen, wie z. B.„Forst“ oder„Harmonisierung“, sowie das Engagement der EFA bei den Ostintegrationsprojekten(1989-1996) der Europäischen Union. Die jeweiligen Informationen liefern in erster Linie Kurzberichte aus den Arbeitsgruppen, der allgemeine Schriftwechsel (bis 1997), Sitzungsprotokolle und Mitgliederlisten des Paritätischen Ausschusses. Schließlich sind im vorliegenden Bestand noch Konferenzen, Tagungen und Seminare für den Zeitraum von 1986 bis 1995 dokumentiert. Die Gesamtlaufzeit der EFA-Akten reicht von 1958 bis 1997, ihr Gesamtumfang beläuft sich auf 23,5 laufende Meter. Ein Kurzverzeichnis des bis 1998 übernommenen Aktenmaterials liegt vor. 31 European Federation of Building and Woodworkers(EFBWW) Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter(EFBH) Ralf Gräf Die Wurzeln der EFBH lassen sich auf den 1958 in Luxemburg gegründeten„Gemeinschaftlichen Europäischen Ausschuss für die Bau- und Holzsektoren“ zurückführen. Unter dem Dach des Internationalen Bunds der Bau- und Holzarbeiter(IBBH) beschlossen die Bau- und Holzgewerkschaften der damaligen sechs EWG – Mitgliedsstaaten ein Verbindungsorgan zu gründen, das neben der Interessenvertretung aller Bau- und Holzarbeiter der Kooperation zwischen den einzelnen Bau- und Holzbearbeitungsgewerkschaften der EWG – Länder dienen sollte. Eine Vorreiterrolle in der Zusammenarbeit nationaler Gewerkschaftsbewegungen in Europa nahm daneben der bereits 1952 in Stockholm gegründete„Nordische Bund der Bau- und Holzarbeiter“(NBTF) ein. Durch den NBTF konnten die Bau- und Holzarbeitergewerkschaften in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Island parallel zum Gemeinschaftlichen Ausschuss als gemeinsamer Block die Interessen ihrer Mitgliedsverbände wirkungsvoll vertreten. Der Gemeinschaftliche Ausschuss des EFBH arbeitete neben und unabhängig vom IBBH, stand aber in regelmäßigem Kontakt mit dem Internationalen Bund. Im Mai 1974 wurde auf der ersten Generalversammlung in Salerno(Italien) beschlossen, den Gemeinschaftlichen Ausschuss zur„Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter in der Gemeinschaft“(EFBHG) umzugestalten. Innerhalb der Föderation wurden zwei Industrieausschüsse für die Sektoren Holz und Bau gegründet, um auf sektorspezifische Probleme reagieren zu können. Seit 1981 ist das Sekretariat dauerhaft in Brüssel angesiedelt. Im Jahr 1983 wurde durch eine erneute Satzungsänderung der Wortlaut„in der Gemeinschaft“ im Föderationsnamen gestrichen, so dass ab diesem Zeitpunkt von der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter(EFBH) gesprochen werden kann. Zum Zeitpunkt der 7. Generalversammlung im November 1995 zählte die EFBH 50 Mitgliedsverbände aus 18 europäischen Ländern, die insgesamt ca. 3 Millionen Mitglieder vertraten. Neben früheren Schwerpunkten der Gewerkschaftsarbeit ist seit 1980 eine Erweiterung und Intensivierung der Aufgabenbereiche der EFBH zu beobachten. Als wichtige Eckpfeiler der EFBH – Politik sind hier die Entwicklung einer europäischen Gewerkschaftspolitik für die Sektoren Holz und Bau, Arbeiten im Rahmen des europäischen Sozialen Dialogs sowie Koordinierung der Gewerkschaftsaktionen in europäischen Großbetrieben(EFBH – Multiprojekt) zu nennen. Die Archivalien wurden 1999 und 2000 im Büro der EFBH in Brüssel übernommen. Aus der Zeit des Gemeinschaftlichen Ausschusses befinden sich Korrespondenzakten zu einzelnen Mitgliedsverbänden aus den Jahren 1964-1968 im Bestand. Wesentlich umfangreicher ist der Zeitraum von 1975-1999 dokumentiert: Vorhanden sind Akten der Vorstandsgremien Exekutivausschuss(1976-1999) und des Geschäftsführenden Vorstands(1991-1994). Die verschiedenen Generalversammlungen sind von 1976-1991 belegt. Hinzu kommen Akten über die Arbeit des 32 Teilnehmer einer Jugendkonferenz der NBTF bei Stockholm Industrieausschusses Holz von 1991-1999 und des Industrieausschusses Bau für den Zeitraum von 1976-1999. Besonders hervorzuheben ist hier die Ausgestaltung des Sozialen Dialogs, Korrespondenzakten der Sozialpartner des Bausektors dokumentieren einen Zeitraum von 1990-1996. Der Bestand enthält außerdem Tätigkeitsberichte des Sekretärs und Archivgut über Kontakte zum Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) und zum Europäischen Gewerkschaftsinstitut(EGI). Das o.a. EFBH-Multiprojekt ist im Bestand mit ca. 3,5 lfm Akten für den Zeitraum 1991-1995 dokumentiert. Ferner befinden sich im Bestand Korrespondenzakten(1981-1995) und Rundschreiben(1981-1994). Aus dem Bereich Sammlungsgut ist eine umfangreiche Überlieferung von Tonbändern und-cassetten hervorzuheben. Dokumentiert sind einzelne Sitzungen des Exekutivausschusses, der Industrieausschüsse und Generalversammlungen für den Zeitraum von 1979-1987. Der Gesamtbestand umfasst 32,50 lfm und erstreckt sich über eine Laufzeit von 19641999. 33 European Landworkers’ Federation(ELF)/ International Landworkers’ Federation(ILF) Europäische Landarbeiter-Föderation(ELF)/ Internationale Landarbeiter-Föderation(ILF) Sabina Huppertz Die Gründung der Europäischen Landarbeiter-Föderation(ELF) ist unmittelbar verbunden mit dem Zusammenschluss der Internationalen Landarbeiter-Föderation(ILF) und der Internationalen Föderation der Plantagenarbeiterverbände(IFPA) zur Internationalen Föderation der Plantagen-, Landwirtschafts- und anverwandten Arbeitnehmer(IFPLAA). Die ILF, der direkte Vorgänger der ELF, wurde im August 1920 in Amsterdam gegründet. Die organisatorische Spitze bildeten das Exekutivkomitee und der sog. Internationale Sekretär; zum ersten Internationalen Sekretär wurde Piet Hiemstra, der Präsident des holländischen Landarbeiterverbands, gewählt und somit Utrecht zum Sitz des Sekretariats. In den folgenden Jahren zog das Sekretariat, bedingt durch die wechselnden Sekretäre, mehrfach um. Zuletzt verlagerte sich 1950 der Sitz durch die Wahl des Holländers Adri de Ruijter wieder in die Niederlande nach Utrecht. 1958 wurde auf dem 15. Kongress der ILF in Kopenhagen beschlossen, Verhandlungen mit der ein Jahr zuvor gegründeten Internationalen Föderation der Plantagenarbeiterverbände(IFPA) über die gemeinsame Gründung eines neuen Berufssekretariats einzuleiten. Auf dem Außerordentlichen Kongress der ILF am 1. Dezember 1959 in Brüssel wurde die Resolution zur Vereinigung mit der IFPA verabschiedet, am 2. Dezember 1959 fand am gleichen Ort der Verschmelzungskongress beider Organisationen statt. Als Internationale Föderation der Plantagen-, Landwirtschafts- und anverwandten Arbeitnehmer(IFPLAA) nahm das neue Berufssekretariat zum 1. Januar 1960 seine Arbeit auf, zum Sitz der Organisation wurde Brüssel bestimmt. Gleichzeitig wurde die Einrichtung von Regionalorganisationen beschlossen. Die ILF, in ihrer bisherigen Form aufgelöst, wurde ebenfalls zum 1. Januar 1960 als Europäische Landarbeiter-Föderation(ELF) rekonstituiert, in der die europäischen Mitgliedsorganisationen der alten ILF ihre Tätigkeit fortsetzten. Der Organisationsbereich umfasste die Landarbeiterverbände in Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schottland, Schweden und der Schweiz. Helmut Schmalz wurde zum ersten Präsidenten dieser Regionalorganisation gewählt. Adri de Ruijter, der seit 1950 amtierende Sekretär der ILF, wurde Generalsekretär der ELF bis zu seinem Tod im Januar 1971. Der dreijährige Kongressrhythmus der ILF wurde beibehalten, Vermögen und Schulden der ILF von der ELF übernommen, der Sitz des Sekretariates blieb in Utrecht. In den folgenden Jahren führten finanzielle und organisatorische Probleme dazu, dass die ELF nach einem Kongressbeschluß am 30. Juni 1971 aufgelöst wurde. Die Weiterführung der Geschäfte wurde vom Sekretariat der IFPLAA in Genf übernommen. Der dem AdsD auf Initiative von Adri de Ruijter übergebene Bestand enthält sowohl 34 Sitzung des Exekutivkomitees der ELF 1960 in Genf Akten der ELF als auch ihrer Vorgängerorganisation ILF: Protokolle der Vorstandssitzungen ab 1950, Rundschreiben des Sekretariats ab 1958, Korrespondenzserien ab 1957, Publikationen der ILF/ELF ab 1920 und das ILFBulletin, das seit März 1960 als ELF-Bulletin erschien, ab 1946. Er dokumentiert zugleich den – durch die allgemeinen Verhältnisse in der Landwirtschaft(starke Abnahme der Zahl der Arbeitskräfte usw.) bedingten – Niedergang der alten Landarbeiter-Internationale. Da nach dem Zusammenschluss zur IFPLAA die ILF-Struktur für die europäische Regionalorganisation erhalten blieb, wurden die Akten der ILF und der ELF nicht voneinander getrennt. Der Bestand hat einen Umfang von 3,40 lfm und ist durch ein Findbuch erschlossen; die Laufzeit erstreckt sich von 1920 bis 1970. 35 European Mine, Chemical and Energy Workers’ Federation (EMCEF) Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften(EMCEF) Sabina Huppertz Die Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften(EMCEF) konstituierte sich am 20. März 1996 auf ihrem Gründungskongress in Luxemburg. Sie ist ein Zusammenschluss der Europäischen Föderation der Chemiegewerkschaften(EFCG) und des Europäischen Bergarbeiterverbands(EBV). Die EMCEF ist eine selbständige Organisation, die auf regionaler Ebene eng mit der 1995 gegründeten Internationalen Föderation von Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften(ICEM) zusammenarbeitet. Beide Organisationen haben ihren Sitz in Brüssel. Die höchste Instanz der EMCEF ist der alle vier Jahre abzuhaltende Kongress. Zwischen den Kongressen liegt die politische Verantwortung und Entscheidungsgewalt bei der Generalversammlung, die jährlich durchzuführen ist. Weitere Entscheidungsgremien sind Präsidium und Sekretariat. In Sektorenausschüssen werden industriespezifische Probleme untersucht, intersektorielle Ausschüsse erörtern sektorenübergreifende Themen. Bei ihrer Gründung zählte die EMCEF 87 Gewerkschaften aus 25 Ländern, bis zum Oktober 2002 ist die Zahl auf 119 Mitgliedsgewerkschaften in 32 Ländern angewachsen. Vorläufer der EFCG und damit auch der EMCEF war der Koordinierungsausschuss(später: Koordinationsausschuss) Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Auf seiner Gründungsversammlung am 24. Juni 1958 in Straßburg beschlossen die der Internationalen Föderation von Industriegewerkschaften und Fabrikarbeiterverbänden(IFIF) angeschlossenen Gewerkschaften der sechs an der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beteiligten Länder, einen Koordinierungsausschuss in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu gründen. Gleichzeitig wurden Industrieausschüsse für die spezifischen Probleme der betreffenden Industriezweige gebildet, die eine beratende Funktion für den Koordinierungsausschuss hatten. Bevor ein eigenes Sekretariat eingerichtet wurde, wurden die Verwaltungsarbeiten des Koordinierungsausschusses und der Industrieausschüsse zunächst durch das Büro des Vorsitzenden des Koordinierungsausschusses in Verbindung mit dem Generalsekretariat der IFIF erledigt. 1961 wurde beschlossen, den Sitz des Sekretariats nicht mehr an den Vorsitzenden zu binden, sondern dauerhaft bei der IG Chemie, Papier, Keramik in Hannover einzurichten. Von Anfang an bestand eine enge Zusammenarbeit mit dem Sekretariat der IFIF und dem Europäischen Gewerkschaftssekretariat. In den Jahren 1984 und 1985 wurden mehrfach Diskussionen über die Anerkennung des Koordinationsausschusses durch den Europäischen Gewerkschaftsbund(EGB) geführt. Nach der Aufnahme des Europäischen Gewerkschaftsausschusses Textil, Bekleidung und Leder war der Koordinationsausschuss der einzige nicht vom EGB anerkannte Ausschuss, was für eine effektive Arbeit erhebliche Nachteile mit sich brachte. 1988 entschloss man sich, dem Koordinationsausschuss durch Satzungsänderungen die erforderliche Struktur zu geben, um die Anerkennung durch den EGB zu ermöglichen. Die neue, selbständige Organisation, die Europäische Föderation der Chemiegewerkschaften(EFCG), wurde am 2. Mai 1988 in Rom gegründet. Ihre Organe waren die alle vier Jahre stattfindende Generalversammlung, der Exe36 Embleme der beiden Vorläuferorganisationen der EMCEF, EFCG und EBV, 1993 kutivausschuss sowie die Sektorenausschüsse. Das Sekretariat wurde von Hannover nach Brüssel verlegt. Der spätere Fusionspartner der EFCG, der Europäische Bergarbeiterverband(EBV), wurde am 22./23. Oktober 1991 auf seiner Gründungsversammlung in Buk(Polen) konstituiert. Personell und strukturell eng mit dem seit 1890 existierenden Internationalen Bergarbeiterverband verbunden, galt er dennoch als formal eigenständiger Bergarbeiterverband auf europäischer Ebene. Sitz des Sekretariats wurde Brüssel. Auf den Kongressen der EFCG im Juni 1993 und des EBV im Juni 1994 wurden die Entschließungen zur Fusion der beiden Organisationen auf europäischer Ebene einstimmig angenommen; die Fusion zur EMCEF wurde am 20. März 1996 in Luxemburg vollzogen. Die im August 2000 in Brüssel von der EMCEF übernommenen Akten sind zum überwiegenden Teil Archivalien ihrer Vorläuferorganisationen. Der Koordinationsausschuss ist durch Sitzungsprotokolle, Rundschreiben, Korrespondenz sowie Akten der Industrieausschüsse gut dokumentiert, die Laufzeit der Akten reicht zurück bis zur Gründung im Jahr 1958. Von der EFCG sind Kongressunterlagen, Korrespondenz, Aufzeichnungen und Materialien des Exekutivkomitees und der Sektorenausschüsse ab 1988 vorhanden. Die vom EBV stammenden Archivalien umfassen Korrespondenz und Akten des Management Committee ab 1991. Der Bestand hat insgesamt einen Umfang von 17,50 lfm; die Gesamtlaufzeit der Akten erstreckt sich von 1958 bis 1997. 37 European Metalworkers’ Federation(EMF) Europäischer Metallgewerkschaftsbund(EMB) Christine Bobzien dustrien die Notwendigkeit europaweiter gewerkschaftlicher Kooperation. In Reaktion auf die zunehmend transnational agierenden Konzerne suchten sie als Gegengewicht die Interessen der Arbeitnehmer gezielt gegenüber der EGPolitik zu vertreten. Im April 1963 gründeten sieben Gewerkschaften aus den sechs Mitgliedsstaaten den „Europäischen Ausschuß der Metallgewerkschaften“, im folgenden als„Metallausschuß“ bekannt, der zunächst eine lose Verbindung von Einzelorganisationen ohne Satzung und Programm darstellte. Die sieben Gründungsgewerkschaften des Metallausschusses waren: Eröffnung der Generalversammlung des EMB in Amsterdam 1977 Als im Jahre 1952 die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), des Inter Trade Union Committee(Contact Office of the Miners’ and Metalworkers’ Free Trade Unions in the European Communities) und schließlich der Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft(EWG) durch die Rom-Verträge von 1957 der steigenden Bedeutung grenzüberschreitender politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit Rechnung trugen, sahen auch die Gewerkschaften der eisenschaffenden InCMB IGM FOM FIM-CISL UILM LAV Metaal-NVV (Centrale des Métallurgistes de Belgique) (Industriegewerkschaft Metall) (Fédération Confédérée Force Ouvrière de la Métallurgie) (Federazione Italiana Metalmeccanici – CISL) (Unione Italiana Lavoratori Metallurgici) (Letzeburger Arbechter-Verband) (Metaalbedrijfsbond NVV) 1968 stieß die FGM-CFDT(Fédération Générale de la Métallurgie – CFDT) hinzu. In diesem Jahr war Günter Köpke zum Sekretär des Metallausschusses berufen worden mit der Maßgabe„geordnete Strukturen aufzubauen“. Im Juni 1971 schließlich konnten die acht Organi38 sationen ihre Gründungsversammlung halten und bildeten den Europäischen Metallgewerkschaftsbund in der Gemeinschaft(EMB), der zu diesem Zeitpunkt bereits über 3 Millionen Mitglieder vertrat. Köpke wurde zum ersten General-Sekretär des EMB ernannt. Um Abhilfe für die nach seinen Worten„minimale personelle Besetzung, weder klar definierten Aufgaben noch Strukturen, das sehr enge Budget und den mangelnden Einfluß auf die Kommission“ zu schaffen, wurde eine Arbeitsgruppe bestellt, die Statuten aufzusetzen, Wahlverfahren festzulegen und einen Finanzierungsrahmen zu entwickeln hatte. Die langfristigen politischen Ziele des EMB wurden in einem grundlegenden Aktionsprogramm niedergelegt, das über dreizehn Jahre hinweg bestehen blieb und danach schrittweise modifiziert wurde. 1973 traten die britischen, irischen und dänischen Gewerkschaften der neuen EG-Mitgliedsstaaten dem EMB bei, zeitlich gefolgt von den norwegischen und schwedischen Metallgewerkschaften. In den achtziger Jahren schlossen sich spanische, portugiesische und griechische Verbände an, und nach 1990 türkische, zypriotische und osteuropäische Organisationen. Seit 1974 ist der EMB als erste europäische Gewerkschaftsorganisation Mitglied im EGB und arbeitet besonders eng mit dem EGB-Sekretariat und den angeschlossenen Einrichtungen zusammen. Die Altregistraturen des EMB(sowie einige wenige Unterlagen aus der Zeit des Metallausschusses) gelangten aufgrund eines Beschlusses des EMB-Exekutiv-Komitees seit 1994 in regelmäßigen Teillieferungen in das AdsD. Der Bestand ist im wesentlichen strukturiert und geordnet, die ersten Lieferungen sind zudem durch ein Kurzverzeichnis erschlossen. Überliefert sind vor allem Tätigkeitsberichte, die EMB-Generalversammlungen und der Exekutiv-Ausschuß(ab 1974), der Tarifausschuß bzw. Tarifpolitische Ausschuß(ab 1968), Schriftwechsel(ab 1974), Arbeitsgruppen und Konferenzen(ab 1965) sowie Pressemitteilungen, Bulletins und Rundschreiben(ab 1969 bzw. 1973). Der Bestand umfasst gegenwärtig 89,75 lfm Archivgut mit einer Laufzeit von 1962 bis 1999. 39 European Transport Workers’ Federation(ETF) Europäische Transportarbeiter-Föderation(ETF) Mike Zuchet Am 14. Juni 1999 beschlossen die Mitgliedsgewerkschaften des Verbands der Verkehrsgewerkschaften in der Europäischen Union(Federation of Transport Workers’ Unions in the European Union, FST) und die europäischen Mitgliedsverbände der Internationalen Transportarbeiter-Föderation(ITF), eine neue Organisation zu gründen: die Europäische Transportarbeiter-Föderation(ETF). Die ETF vertritt als europäischer Gewerkschaftsverband die Interessen der Arbeitnehmer in den Sektoren Verkehr, Fischerei und Fremdenverkehrsdienste. Der Verband richtet sein Hauptaugenmerk auf die Weiterentwicklung der sozialen Gerechtigkeit. Darüber hinaus koordiniert die ETF die nationalen Gewerkschaften bei der Durchsetzung ihrer Interessen im Rahmen der Europäischen Union, insbesondere in Fragen der Sozialpolitik, der Gesundheit der Arbeiter und ihrer Sicherheit am Arbeitsplatz. Der Verband ist anerkannter Sozialpartner im europäischen Sozialen Dialog und vertritt die Interessen der Transportarbeiter europaweit gegenüber den Gremien der Europäischen Union. Die Organe der ETF umfassen den Kongress, den Exekutivausschuss – höchste Instanz zwischen den Kongressen – und den Geschäftsführenden Ausschuss. Weitere Einrichtungen sind die Sektionen Eisenbahn, Straßentransport, Binnenschifffahrt, Häfen, Seeleute, Fischerei, Zivilluftfahrt, Fremdenverkehrsdienste. Das Generalsekretariat der ETF befindet sich in Brüssel. Derzeitig gehören dem Verband über drei Millionen Arbeitnehmer aus 180 Gewerkschaften in 40 Ländern an, weit über die Grenzen der Europäischen Union hinaus. Die ETF beschloss am 17. Dezember 1999, ihre Altbestände(einschließlich der Akten der Vorgängerorganisationen) dem AdsD zu überlassen. Bei den Altakten der ETF, die aufgrund des Alters des Gewerkschaftsverbandes in verhältnismäßig geringer Zahl vorliegen, handelt es sich überwiegend um Akten aus den verschiedenen Sektionen Eisenbahn, Straßentransport, Binnenschifffahrt, Häfen, Seeleute, Fischerei, Zivilluftfahrt, Fremdenverkehrsdienste. Schwerpunktmäßig ist darin Korrespondenz mit der Europäischen Kommission und verschiedenen Gremien und Institutionen der Europäischen Union bezüglich gewerkschafts- und europapolitischer Fragen zu finden. Darüber hinaus liegt ein ausführlicher Schriftwechsel zwischen der ETF und der ITF vor, der für die Zeit zwischen 1999 und 2001 sehr dicht überliefert ist. Protokolle der Kongresse und des Exekutivausschusses der ETF sind nicht überliefert. Dies trifft auch auf die Organe der Vorgängerorganisationen zu. Der überwiegende Teil des ETF-Bestandes setzt sich aus Altregistraturen der Vorläuferorganisationen zusammen. Hierbei dominieren Schriftwechsel der einzelnen Sektionen mit entsprechenden Gremien der Europäischen Union, wie etwa dem Gewerkschaftlichen Verkehrsausschuss in der Europäischen Gemeinschaft, die auf breiter Basis überliefert sind. Hinzu kommt ebenso Korrespondenz der Einzelsektionen der Vorgängerorganisationen mit den entsprechenden nationalen Mitgliedsgewerkschaften. Der Bestand ist vorgeordnet. Er umfasst 68 lfm Archivgut und hat eine Laufzeit von 1961 bis 2001. 40 Protokoll des Koordinationsausschusses des Gewerkschaftlichen Verkehrsausschusses der Gemeinschaft 1967(Vorläuferorganisation der ETF) 41 European Trade Union Federation for Textiles, Clothing and Leather(ETUF-TCL) Europäischer Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung und Leder(EGV-TBL) Christine Bobzien Im Jahre 1997 wurde der frühere Europäische Gewerkschaftsausschuß Textil, Bekleidung und Leder in Europäischer Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung und Leder(EGV-TBL) umbenannt. Er ist Mitgliedsorganisation des EGB und vertritt die Interessen von ArbeitnehmerInnen im Kontext des Europäischen Parlamentes und der Kommission, verfügt über eigene beschlußfassende Organe und organisiert Konferenzen und Veranstaltungen auf europäischer Ebene. Als das AdsD im Jahre 2000 historisches Aktengut der Internationalen Textil-, Bekleidungsund Lederarbeiter-Vereinigung(ITBLAV) für die Forschung sicherte, gelang es, auch einen kleinen Teil des Aktengutes ihrer europäischen Regionalorganisation mit einer Laufzeit von 1962 bis 1993 vor der Vernichtung zu retten und in das AdsD zu überführen. Dieser Restbestand umfaßt Satzungen, Präsidiumssitzungen und Rundschreiben an die Mitglieder des Präsidiums; Rundschreiben und Mitteilungen an Mitglieds- und sonstige Organisationen; Sachakten zur Europäischen Union und zur Kommission sowie zum General Agreement on Tariffs and Trade(GATT), zum„multi fibre agreement“ des Trade Union Congress und zu bilateralen Verträgen unter dem Welt-Textil-Abkommen, fernerhin Unterlagen verschiedener Arbeitsgruppen. Der Bestand umfasst 0,65 lfm Archivgut mit einer Laufzeit von 1962 bis 1993. Deckblatt des Aktionsprogramms von 1997 des Europäischen Gewerkschaftsverbandes Textil, Bekleidung und Leder 42 International Federation of Commercial, Clerical, Professional and Technical Employees-European Regional Organisation (EURO-FIET) Europäische Regionalorganisation – Internationaler Bund der Privatangestellten(EURO-FIET) Christina Cron Mitglieder des Exekutivkomitees der EURO-FIET, Kopenhagen 1992 Die Geschichte der Fédération Internationale des Employés, Techniciens et Cadres(FIET) geht, wie die vieler anderer internationaler Gewerkschaften, auf eine europäische Gründung zurück. An dem ersten internationalen Kongress im September 1900 nahmen Gewerkschaftsvertreter aus Belgien, England, Frankreich, Holland und Italien teil. Es musste also zunächst eine Ausdehnung auf die internationale Ebene erfolgen, bevor ein erneuter Regionalisierungsprozess einsetzen konnte. Im Jahr 1968 wurde mit der Gründung der Regionalorganisation IRO-FIET in Amerika ein erster Schritt in diese Richtung unternommen. Auf dem FIET-Weltkongress 1970 in Dublin wurde die Regionalisierung unter dem Aspekt der Gründung dreier Regionalorganisationen verhandelt. Als Einheiten wurden Nord- und Lateinamerika, Europa und Afrika, und Asien angestrebt. Für den europäischen Bereich war bereits ein Binnenmarkt-Ausschuss gebildet worden, dem Gewerkschaftsvertreter der EG-Mitgliedsländer angehörten. Die erste europäische Regionalkonferenz im Jahr 1972 in Kopenhagen war Gründungskongress der EURO-FIET. Es wurde ein Brüsseler Büro eingerichtet, um den direkten Kontakt zu den Behörden der EG zu erleichtern. Nachdem, durch den EGB gefördert, eine ideologische Öffnung der europäischen Gewerkschaften stattfand, bewirkte das auch für die EURO-FIET einen erheblichen Mitgliederzuwachs. 1994 hatte EURO-FIET Mitgliedsgewerkschaften aus 12 europäischen Staaten. Das AdsD verfügt über einen kleinen Aktenbestand der EURO-FIET, der im August 2000 von Mitarbeitern des Archivs übernommen wurde. Im wesentlichen handelt es sich um Korrespondenz aus den Jahren 1991 bis 1994, ergänzt durch einzelne Publikationen. Der Gesamtumfang des Archivguts beträgt 1 lfm, mit einer Laufzeit von 1991-1998. 43 Profil der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Godesberger Allee 149 D-53175 Bonn Funktion: öffentlich zugängliche wissenschaftliche Spezialbibliothek Postanschrift: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung D-53170 Bonn Telefon:(0228) 883-426(Auskunftstheke) Telefax:(0228) 883-626 Internet-Adresse: http://library.fes.de/ E-Mail: fachauskunft@fes.de Benutzungsmöglichkeiten: Präsenzbibliothek, nationale und internationale Fernleihe, Dokumentlieferdienste, Online-Angebote Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 9.00-17.00 Uhr Freitag: 9.00-16.00 Uhr Bibliothekssigel: Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde im Juni 1969 im Rahmen des Archivs der sozialen Demokratie gegründet und ist heute eine der weltweit größten wissenschaftlichen Spezialbibliotheken mit den Sammelschwerpunkten Geschichte der Arbeiterbewegung, Sozialund Zeitgeschichte: q Geschichte und Gegenwart der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung, q deutsche und internationale Sozial- und Zeitgeschichte, q aktuelle Veröffentlichungen von Parteien und Gewerkschaften in Deutschland und ausgewählten Ländern. In Deutschland ist die Bibliothek der Stiftung die größte und weltweit eine der größten Gewerkschaftsbibliotheken mit den kompletten Beständen der Bibliothek des Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes(DGB) und vieler seiner Einzelgewerkschaften sowie vieler internationaler Gewerkschaftsorganisationen. Die Bibliothek gehört zu den wenigen wissenschaftlichen Spezialbibliotheken, die zur Geschichte der Arbeiterbewegung, zur Sozialgeschichte sowie von Gewerkschaften und Parteien auch Publikationen(vor allem„Graue Literatur“) in ausgewählten Ländern Westeuropas, Nordamerikas und der Dritten Welt sowie der internationalen Gewerkschaftsorganisationen(Internationaler Bund Freier Gewerkschaften, Internationale Berufssekretariate) und der Sozialistischen Internationale(SI) sammelt. Die Bibliothek verfügt gegenwärtig(2003) über mehr als 650.000 Bände(Bücher, Broschüren, Periodika), über 60.000 Mikroformen (Filme, Fiches). Der jährliche Zuwachs beträgt ca. 12.000 Bände. Laufend werden 2.000 Zeitungen, Zeitschriften und sonstige Periodika gehalten, über 1.000 Periodika(historische und aktuelle) liegen auf Mikrofilm vor. 44 National kooperiert die Bibliothek u.a. mit dem GBV(Gemeinsamer Bibliotheksverbund der Länder Bremen, Hamburg, MecklenburgVorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen), HBZ(Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen), Kooperativen Bibliotheksverbund BerlinBrandenburg(KOBV), WEBIS(WWW-Bibliotheksinformationssystem zur überregionalen Literaturversorgung in Deutschland) und der ZDB(Zeitschriftendatenbank) sowie international vor allem mit der IALHI(International Association of Labour History Institutions), die 1970 mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung in London gegründet wurde und ca. 90 PartnerInstitute umfasst, sowie im Rahmen des 1997 gegründeten„European Network of Labour Historians“. Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung wird als wissenschaftliche Spezialbibliothek von der Deutschen Forschungsgemeinschaft anerkannt und gefördert. 45 Bestände der europäischen Gewerkschaftsorganisationen in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Rainer Gries Willy Buschak hat in seinem einleitenden Beitrag kurz und prägnant geschildert, dass die mit dem europäischen Binnenmarkt Mitte der 80er Jahre angekündigte Deregulierungsoffensive den Mitgliedsorganisationen des Europäischen Gewerkschaftsbundes(EGB) nicht nur einen„gehörigen Schreck“ eingejagt hatte, sondern auch die Arbeit und Zusammenarbeit der Gewerkschaften auf europäischer Ebene beflügelte. Nehmen wir einmal an, ein Gewerkschaftssekretär in Warschau oder ein Journalist in Frankfurt möchte sich in möglichst kurzer Zeit und möglichst umfassend über den Stand gewerkschaftlicher Positionen in Europa zu Deregulierungs- und Privatisierungsstrategien in EU-Staaten informieren. Wie könnten sie vorgehen? Sie könnten mittels Korrespondenz und Telefonaten die Recherche relativ zeitaufwendig betreiben. Sicher wären auch einige Quellen über Suchmaschinen im Internet zu erschließen. Ein schneller und einfacher Weg ist jedoch der direkte Zugang über den Online-Katalog der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung(s. Profil der Bibliothek) zu ihren großen Beständen von europäischen und internationalen Gewerkschaftsorganisationen sowie von Gewerkschaften in einer großen Zahl europäischer Länder – auch zum Thema Deregulierungs- und Privatisierungsstrategien. Über den Katalog sind Publikationen der Gewerkschaften(„Graue Literatur“) wie auch wissenschaftliche Sekundärliteratur zu recherchieren. Ergänzend findet der Nutzer Publikationen(im Volltext) in der Digitalen Bibliothek der Stiftung, eine Online-Edition von Programmen europäischer Gewerkschaften wie auch Link-Sammlungen, die den direkten Zugang zu den Gewerkschaftsorganisationen erleichtern. Überdies bietet die„FES-Netz-Quelle: Geschichte und Politik“ Anfang 2003 im Internet ein neues Themenmodul zur europäischen Gewerkschaftsbewegung an – ein Informationsangebot besonders für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit in Europa. 46 Literaturversorgung: Bedeutung für Wissenschaft, Medien, Politik Die Literaturversorgung auf nationaler(und europäischer) Ebene zu den Sammelschwerpunkten Sozial- und Zeitgeschichte sowie Geschichte der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung bildet das„Kerngeschäft“ der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Unter Nutzung neuer Medien hat sie sich zu einem multifunktionalen Informationszentrum entwickelt, das der interessierten Öffentlichkeit zur Nutzung zur Verfügung steht. Als wissenschaftliche Spezialbibliothek von der Deutschen Forschungsgemeinschaft(DFG) anerkannt und seit 1976 gefördert bei der Beschaffung und Erschließung nichtkonventioneller Literatur von Parteien und Gewerkschaften Westeuropas und Nordamerikas konnte die Bibliothek einen in Europa sonst kaum zu findenden umfangreichen Bestand von Publikationen vor allem von Gewerkschaften verschiedener europäischer Länder aufbauen. Als Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung gehen ihre Möglichkeiten über die anderer wissenschaftlicher Bibliotheken hinaus: Bestandsaufbau und-entwicklung werden stark gefördert durch die enge Kooperation mit dem Archiv und anderen Arbeitsbereichen der Stiftung wie auch mit den Gewerkschaften auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dies und die Beteiligung an nationalen und internationalen Bibliotheksverbünden verbessern das Publikationsangebot für Nutzer und vergrößern die Reichweite für die Publikationen der Gewerkschaften. Die enge Kooperation mit den Gewerkschaften auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene einerseits und die guten Kontakte und Arbeitsbeziehungen zu wichtigen Teilen des„Wissenschaftsbetriebes“ andererseits ermöglichen es der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, hier eine wichtige Scharnierfunktion auszuüben. In diesem Sinne geht es nicht nur um die ordentliche Verwaltung von Publikationen, sondern auch um die Entwicklung und Bereitstellung gesellschaftspolitisch relevanter Informationsdienstleistungen. Es gibt in den EU-Staaten kaum andere gesellschaftliche Organisationen, die einen so breiten und großen Zugang zu den Menschen, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern haben und gleichzeitig so entschieden für die europäische Einigung eintreten wie Gewerkschaften. Sie sind Garanten gegen einen Rückfall in erneute nationalistisch oder ethnisch geprägte Abgrenzung. Dadurch und durch die Debatte über die politische und soziale Entwicklung der Europäischen Union werden Gewerkschaften weiter an politischem Gewicht gewinnen. Vor dem Hintergrund von Gefühlen der Unsicherheit und mangelnder Orientierung, die die Entwicklung und Erweiterung der Europäischen Union begleiten, haben die Beiträge der Gewerkschaften vor allem einen vertrauensbildenden und nicht einen besorgniserregenden Charakter. Gerade Gewerkschafter, Politiker, Wissenschaftler und Journalisten aus den mittel- und osteuropäischen Ländern werden sich künftig noch häufiger mit den Publikationen der europäischen Gewerkschaftsorganisationen und mit dem Stand der transnationalen Gewerkschaftsbeziehungen in Europa beschäftigen. Auch für sie ist die Bibliothek der Stiftung eine wichtige Informationsquelle. Die Bibliotheksbestände liefern nicht nur einen wichtigen historischen Hintergrund zum besseren Verständnis der aktuellen Diskussionen über die Entwicklung der Europäischen Union, sondern die fortlaufend gesammelten Publikationen zu einem breiten Spektrum gewerkschaftspolitisch relevanter Themen stellen unverzichtbares Quellenmaterial für die Beschäftigung mit ökonomischen, industriesoziologischen oder politischen Themen dar. Historiker und Sozialwissenschaftler, die sich mit gewerkschaftspolitischen Themenstellungen befassen, sowie die gewerkschaftspolitisch interessierte Öffentlichkeit finden in den Bibliotheksbeständen der Friedrich-Ebert-Stiftung eine zentrale Informationsquelle! 47 Zu den Beständen Die Sammlung von Publikationen europäischer Gewerkschaftsorganisationen konnte durch die Übernahme kompletter Bibliotheksbestände von Internationalen Berufssekretariaten sowie von Bibliotheksbeständen der deutschen Gewerkschaften, vor allem der großen Bibliothek des Deutschen Gewerkschaftsbundes, und durch die aktive Sammeltätigkeit der Bibliothek in Verbindung mit der Zulieferung aktueller Publikationen durch die europäischen Gewerkschaftsorganisationen stark ausgeweitet werden. Die Bibliothek bemüht sich nicht nur um das Füllen der Bestandslücken, sondern durch Beschaffungsreisen und in Kooperation mit den Gewerkschaftsorganisationen auch um die weitere kontinuierliche Bestandsentwicklung, die fortlaufende Sammlung der aktuellen Veröffentlichungen(„Graue Literatur“), die systematisch durch den Erwerb der entsprechenden wissenschaftlichen Literatur ergänzt werden. Diese Bestandsbeschreibung kann nur einen kurzen Überblick über Umfang, Vielfalt, Arten der Publikationen, Sprachen und Besonderheiten der Einzelbestände bieten. Dem Leser möchten wir einen Eindruck von der Reichhaltigkeit und der Bedeutung der Bestände vermitteln – der ihn zu einer weitergehenden Recherche in unserem OPAC(Online-Katalog) und zur Nutzung unserer Online-Angebote ermuntern möge. Die Bibliothek konzentriert sich auf ihre Funktion als Informationsdienstleister in einer zunehmend als Informations- und Wissensgesellschaft charakterisierten Umgebung: Sie sichert, erschließt und stellt auch diese Bestände der europäischen Gewerkschaftsorganisationen – nicht zuletzt unter Nutzung neuer Medien – einem weltweiten gewerkschaftspolitisch interessierten Publikum zur Verfügung. Die Bibliothek entwickelt sich zu einer zentralen multimedialen Informationsquelle über und für die internationale Gewerkschaftsbewegung. Die neuen Medien schaffen neue Möglichkeiten der Sicherung und Nutzung: Neben den schon in der Vergangenheit umfangreichen Verfilmungs- und Verfichungsaktivitäten werden heute Gewerkschaftspublikationen auch auf CD ROM gesichert oder – wie z.B. Pressedienste – als Datenbank ins Netz gestellt. Gegenwärtig ist eine Datenbank im Aufbau, in der die Publikationen der heutigen internationalen Gewerkschaftsorganisationen und ihrer Vorläufer nachgewiesen sind. 48 Beschreibung der Bestände Beschrieben werden die Bestände des Europäischen Gewerkschaftsbundes/EGB(European Trade Union Confederation/ETUC), seiner Institute und der Europäischen Gewerkschaftsverbände(European Trade Union Federations) sowie ihrer Vorläuferorganisationen in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung – insgesamt über 1300 Titel. Um häufige Wiederholungen zu vermeiden, sei hier darauf verwiesen, dass die Publikationen soweit wie möglich in Deutsch und Englisch gesammelt werden, häufig aber auch in Französisch, Spanisch oder anderen europäischen Sprachen vorliegen. Zum besseren Verständnis werden den Beschreibungen der Einzelbestände einige kurze Hinweise zu den heutigen Organisationen und Vorläuferorganisationen vorangestellt. Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung hat seit längerer Zeit begonnen, digitale Publikationen auch von europäischen Gewerkschaftsorganisationen zu sichern. Aus urheberrechtlichen Gründen liegen diese aber meist nur lokal im Volltext vor. Da die Bestände der europäischen Gewerkschaftsorganisationen zu einem sehr großen Teil mit den Bibliotheksbeständen des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften übernommen wurden und eine aktive Sammlung mit dem Ziel der Vollständigkeit durch die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung erst 1998/99 umfassend begonnen werden konnte, ergeben sich sowohl bei den periodischen wie monografischen Veröffentlichungen Lücken, auf die einzeln im Text nicht besonders eingegangen wird. 49 European Trade Union Confederation(ETUC) Europäischer Gewerkschaftsbund(EGB) 1973 schlossen sich 17 westeuropäische Mitgliedsverbände des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften/IBFG(International Confederation of Free Trade Unions/ICFTU) aus 15 Ländern zum Europäischen Gewerkschaftsbund/ EGB(European Trade Union Confederation/ ETUC) zusammen. Gegenwärtig gehören dem EGB 76 Mitgliedsverbände aus 35 Ländern in West-, Mittel- und Osteuropa an sowie 11 europäische Industriegewerkschaftsverbände, die ca. 60 Millionen Gewerkschaftsmitglieder vertreten. Schon 1950 wurde die Europäische Regionalorganisation des IBFG/ERO-IBFG mit 20 gewerkschaftlichen Dachverbänden aus 18 westeuropäischen Ländern gegründet. 1958(nach der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft/EWG 1957) folgte die Gründung des Europäischen Gewerkschaftssekretariates, das 1969 in Europäischer Bund Freier Gewerkschaften/EBFG umbenannt wurde und zunächst nur Mitgliedsverbände aus den 6 EWG-Staaten hatte(ERO-IBFG wurde 1969 aufgelöst). Zum Bestand des Europäischen Gewerkschaftsbundes/EGB(European Trade Union Confederation/ETUC) gehören Tätigkeitsberichte von 1973 bis zur Gegenwart, Kongress- wie Finanzberichte sowie Pressemitteilungen oder z.B.„Forum facts: ETUC newsletter; Forum for cooperation and integration“. Satzungen liegen von der Gründung 1973 bis 1999 vor. Von Fachkonferenzen gibt es eine große Zahl von Veröffentlichungen:“In the public interest: public services for the people of Europe”(Brüssel, 1998),„Industrial relations in the information society“: Brussels, 2 February 1998, workshop documentation”(1998) oder„A time for working, a time for living“(Düsseldorf/Neuss, 1994). Einen thematischen Schwerpunkt bilden die Europäischen Betriebsräte: Willy Buschak„Die Umsetzung der EBR-Richtlinie in nationales Recht“(1998);„Europäische Betriebsräte: Erfahrungen und Ausblick, Bruxelles, 28, 29& 30.04.1999[Konferenz„Europäische Betriebsräte“]“(Brüssel, 1999) oder„European works councils and the europeanisation of industrial 50 relations: report of a conference organised by the European Trade Union Confederation and the European Trade Union Institute“(Brüssel, 1997). Weitere programmatische Aussagen finden sich u.a. in„Unsere Prioritäten: Resolutionen des EGB 1998“(1998);„European Trade Union Confederation: Aktionsziele des EGB 1976-1979: angenommen vom zweiten satzungsmässigen Kongress London, 22., 23., 24. April 1976“ (Brüssel, 1976);„European Trade Union Confederation: Aktionsprogramm/Europäischer Gewerkschaftsbund: allgemeine Entschließung und Einzelentschließungen 1979-1982; angenommen vom 3. satzungsgemäßen Kongress, München, 14.-18. Mai 1979“(Brüssel, 1979) oder„Die europäische Gewerkschaftsbewegung inmitten einer sich verändernden Welt: allgemeine Entschließung; angenommen vom 7. ordentlichen Kongreß des EGB, Luxemburg, 13.-17. Mai 1991“(Brüssel, 1991) – und natürlich Titel zur Entwicklung der Europäischen Union: “The future of the European Union: the trade unions’ demands and expectations for the Intergovernmental Conference 1996; documentation of the joint conference of the European Trade Union Confederation(ETUC) and the European Trade Union Institute(ETUI)(November 1995)”(Brüssel, 1996) oder„For a Europe of civil and social rights: a joint call by the citizens and workers of Europe on the eve of the IGC“, European conference, 3-4 June 1997, European Parliament, Brussels, organised by ETUC …” (Brüssel, 1997). Mehrere Publikationen über den EGB liegen ebenfalls vor, u.a.„Der Europäische Gewerkschaftsbund(EGB): Geschichte, Struktur, Politik/Europäisches Gewerkschaftsinstitut(EGI)“ (hrsgg. von Günter Köpke, 1991);„European Trade Union Confederation: European Trade Union Confederation: profile of the ETUC“, (1987); Silvia Dürmeier, Alfons GrundheberPilgram„Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) und die Europäisierung der industriellen Beziehungen“,(1998); Bouwe Hijma„Inventory of the archives of the European Trade Union Confederation(ETUC) and its predecessors: (1939-) 1950-1992“(Amsterdam, 1996); Ulrich Mückenberger u.a.(Hrsg.)„Die Modernisierung der Gewerkschaften in Europa“(1996). Vom Europäischen Bund Freier Gewerkschaften/EBFG und vom Europäischen Gewerkschaftssekretariat befinden sich nur wenige Veröffentlichungen im Bestand, u.a. Kongressberichte von 1969 bis 1972, Pressemitteilungen von 1969-1972;„Wirtschaftliche und industrielle Konzentrationen: Antwort der Gewerkschaften; Jahresversammlung 1970, Düsseldorf, 14. und 15. Oktober 1970“, Europäischer Bund der Freien Gewerkschaften in der Gemeinschaft, Brüssel, 1970 sowie Tätigkeitsberichte von 1966-1969„International Confederation of Free Trade Unions/European Trade Union Secretariat: Tätigkeitsbericht/Europäisches Gewerkschaftssekretariat(IBFG): Generalversammlung“, Freie Gewerkschaften(IBFG) in der Europäischen Gemeinschaft, Brüssel, oder„Die Beziehungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen auf europäischer Ebene“, Europäisches Gewerkschaftssekretariat(IBFG), Luxemburg, 1967. Von der Europäischen Regionalorganisation des IBFG/ERO-IBFG fand eine große Zahl von Publikationen in den Bestand der Bibliothek, z.B. Satzungen(1950, 1956); Tätigkeitsberichte(1966-68) und weitere Konferenzberichte wie„Bericht über die Europäische Gewerkschafts-Konferenz für die Wiederbelebung der Europaidee: Brüssel, 25.-27. August 1955“; „Report on the European Trade Union Conference for the Revival of the European Idea: Brussels, 25-27 August, 1955 oder„Die Demokratie im Wirtschaftsleben und im Betrieb: gekürzter Bericht über Vorträge und Diskussionen der europäischen Gewerkschaftsschule, durchgeführt in der dänischen Gewerkschaftsschule Esbjerg von 12. bis 24. September 1955“, Europäische Regional-Organisation des I.B.F.G., Brüssel, 1956. 51 European Trade Union Institute(ETUI) Europäisches Gewerkschaftsinstitut(EGI) Das Europäische Gewerkschaftsinstitut/EGI (European Trade Union Institute/ETUI) wurde 1978 auf Initiative des EGB(ETUC) gegründet, um eine Brücke zwischen der Gewerkschaftsbewegung und der Wissenschaft in Europa zu bilden. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Europäisierung der Arbeitsbeziehungen, Arbeitsmarkt, Beschäftigung und Sozialpolitik sowie Wirtschafts- und Industriepolitik. Vom Europäischen Gewerkschaftsinstitut/ EGI(European Trade Union Institute/ETUI) wurde eine große Zahl von Publikationen übernommen bzw. erworben, sie reichen von„European Trade Union Confederation: The institutes of the ETUC:[ETUI, research; ETUCO/ AFETT, education and training; TUTB, health and safety]”(Brüssel, 1999); Pressemitteilungen und Tätigkeitsberichten(1.78 bis heute) über die Zeitschrift„Transfer: European review of labour and research; quarterly of the European Trade Union Institute“(1.1995 bis heute) bis zu den Themenbereichen der Arbeitsfelder des Institutes. Hier sind zum Thema Gewerkschaften zu nennen u.a. Jeremy Waddington„Trade unions in Europe: facing challenges and searching for solutions“, 2000; Heikki Aintila„Trade union membership in Western Europe“, 1993 oder die Reihe von Einzeldarstellungen der Gewerkschaften in europäischen Ländern wie von John Evans, David Foden„The trade union movement in Great Britain“, 1986 oder Martin Hutsebaut „The trade union movement in the Netherlands“, 1992. Weitere Titel sind„Strike and structural change: the future of the trade unions’ mobilisation capacity in Europe“, vorbereitet für eine Tagung von Klaus Pumberger(1992); Giuseppe Fajertag(Hrsg.)„Social pacts in Europe“(1997); David Foden(Hrsg.)„Globalisation and the social contract“(2001) oder„European works councils and the europeanisation of industrial relations: report of a conference organised by the European Trade Union Confederation and the European Trade Union Institute, Brussels, October 2-4, 1996”(Brüssel, 1997). Natürlich nehmen Europa und die Entwicklung der Europäischen Union einen breiten Raum ein, zu nennen sind z.B.„Arbeitsbedingungen in den Ländern des europäischen Wirtschaftsraumes. Sozialvergleich in der Europäischen Union“(1997);„Die soziale Architektur Europas auf dem Prüfstand: gewerkschaftliche Ideen zum europäischen Entwicklungsmodell“ (Arbeitsdokumente, Brüssel, 1993); Brian Bercusson(Hrsg.)„A manifesto for social Europe“ (1996). 52 European Trade Union College(ETUCO) Europäische Gewerkschaftsakademie(EGA) Die Europäische Gewerkschaftsakademie/ EGA(European Trade Union College/ETUCO) wurde 1990 als Bildungseinrichtung des EGB (ETUC) gegründet, um stärker europäische Themen und Fragen der transnationalen Zusammenarbeit in die gewerkschaftliche Bildungsarbeit einzubringen. (1995 wurde vom EGB(ETUC) beschlossen, den 1986 gegründeten Verein für die europaweite Ausbildung von Arbeitnehmern in der Wirkung neuer Technologien(Association for European Training of Workers on the Impact of New Technology; Association pour la formation européenne des travailleurs aux technologies/AFETT) mit der EGA(ETUCO) unter einem Dach organisatorisch zu vereinen.) Neben Publikationen wie„European Trade Union College: EGA-Arbeitsprogramm 19942000“(Online-Ressource) oder Jeff Bridgford (Hrsg.)„Trade union education in Europe“(2000), stehen Veröffentlichungen zu den Programmschwerpunkten Sprachkurse, gewerkschaftliche Organisation und Interessenvertretung sowie Europapolitik im Vordergrund. Als Beispiele aus einer größeren Zahl von Titeln sollen weiter genannt werden: Jacky Barry „Language tutors’ manual: for tutors involved in language training for European trade unionists/ ETUCO“(1995);„Making it work: effective language training strategies for European trade unionists; proceedings of ETUCO seminar, University of Northumbria, Newcastle 1994“(Brüssel, 1995), Schulungsmaterial für Sprachkurse z.B.für Deutsch oder Englisch für Gewerkschafter oder auch„The European works council directive: explanatory guide to the EU directive of 22 September 1994”(1995); Renate Langewiesche, Agnes Kende, Jacky Barry„Europe European Trade Union Education Network „Ressouce pack: Network: introduction to the Internet – publishing on the World Wide Web“, 1996 united!: Trade unions and the enlargement of the European Union”(2001) und die deutsche Ausgabe Renate Langewiesche, Agnes Kende, Jacky Barry„Europa gemeinsam!: Gewerkschaften und die Erweiterung der Europäischen Union“(Materialien für die Weiterbildung, Brüssel, 2001). 53 European Trade Union Technical Bureau for Health and Safety (TUTB) Europäisches Technikbüro der Gewerkschaften für Gesundheit und Sicherheit(TGB) Das Europäische Technikbüro der Gewerkschaften für Gesundheit und Sicherheit/TGB (European Trade Union Technical Bureau for Health and Safety/TUTB) wurde auf Initiative des Europäischen Gewerkschaftsbundes/EGB (European Trade Union Confederation/ETUC) 1989 gegründet, um in Europa an den Arbeitsplätzen einen hohen Gesundheitsschutz und ein hohes Niveau der Arbeitssicherheit zu fördern. Das Europäische Technikbüro der Gewerkschaften für Gesundheit und Sicherheit/TGB (European Trade Union Technical Bureau for Health and Safety/TUTB) ist bisher mit einem begrenzten Bestand vertreten:„European Trade Union Technical Bureau for Health and Safety: TUTB newsletter: newsletter of the European Trade Union Technical Bureau for Health and Safety“(ab 2.1996); Ringelberg, J. A., P. Voskamp„Integrating ergonomic principles into C-standards for machinery design: TUTB proposals for guidelines“(1996) oder„Verbesserung von Gesundheitsschutz und Sicherheit in der Europäischen Gemeinschaft: grundlegende Informationen für Gewerkschaften“(1991). Council of European professional and managerial staff (EUROCADRES) Europäischer Rat der Angestellten in Leitungsfunktionen Der Europäische Rat der Angestellten in Leitungsfunktionen(Council of European professional and managerial staff/EUROCADRES) wurde 1993 gegründet, um die Interessen leitender Angestellter in den EGB-Mitgliedsverbänden auf europäischer Ebene besser vertreten zu können. Der Europäische Rat der Angestellten in Leitungsfunktionen(Council of European professional and managerial staff/EUROCADRES) ist mit mehreren Titeln vertreten:„Eurocadres: Eurocadres flash“; Tätigkeitsberichte(19932000) sowie mit themenbezogenen Veröffentlichungen wie von Jean-Yves Boulin, Robert Plasman„Die Arbeitszeit von Fach- und Führungskräften in Europa: Eurocadres-Symposium, 2. und 3. Dezember 1997“,(einführender Bericht, 1997); Jean-Yves Boulin, Robert Plasman„Professional employees’ working hours in Europe: Eurocadres Symposium, 2nd and 3rd December, 1997“(introductory report, 1997);„Professional and managerial staff in the labour force: issues and opportunities for trade unions/ Trades Union Congress …“(London, 1998) oder „Symposium Career and Family Life – How Can Professional and Managerial Staff Strike the Right Balance? 1995, Bruxelles Conclusions Eurocadres Symposium Career and Family Life – How Can Professional and Managerial Staff Strike the Right Balance?“(Brüssel, 1995). 54 European Trade Union Federations Europäische Gewerkschaftsverbände Die europäischen Industriegewerkschaftsverbände(European Trade Union Federations) (z.Z. 11) sind seit 1991 Vollmitglieder des EGB (ETUC), bis 1991 gehörten sie dem EGB(ETUC) mit beratender Stimme an. European Federation of Building and Woodworkers(EFBWW) Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter(EFBH) Die Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter/EFBH(European Federation of Building and Woodworkers/EFBWW) entstand 1983 durch Umbennung aus der 1974 gegründeten Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter in der Gemeinschaft/EFBHG, die auf die 1958 gegründete Gemeinschaftliche europäische Kommission für den Bau- und Holzsektor zurückgeht. (Ein Besonderheit unter den europäischen Industriegewerkschaftsverbänden ist hier die zusätzliche regionale Organisation Nordische Föderation der Bau- und Holzarbeiter(Nordic Federation of Building and Woodworkers), die 1952 gegründet wurde und der heute 23 Mitgliedsgewerkschaften in den nordeuropäischen Ländern angeschlossen sind.) Von den Publikationen der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter/EFBH (European Federation of Building and Woodworkers/EFBWW) sind u.a. zu nennen„EuroBetriebsräte Ausstellung= Exposition on European works councils/ EFBH“(Frankfurt, 2001); Jan Cremers„Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer in Europa: welche Probleme bleiben bisher ungelöst?“(1999); Jan Cremers„The free movement of workers in Europe: outstanding problems“(1999);„Eurosite: Informations- und Konsultationsverfahren auf großen europäischen Baustellen; ein Leitfaden für gute Praktiken“ (1999);„Eurosite: information and consultation procedures on large European construction sites; a guide book of good practice“(1999) oder„Das ist die EFBH: Ursprung, Geschichte, Wirkung“ (1997). 55 European Federation of Food, Agriculture and Tourism Trade Unions(EFFAT) Europäische Föderation der Gewerkschaften des Lebens-, Genussmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektors und verwandter Branchen Die Europäische Föderation der Gewerkschaften des Lebens-, Genussmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektors und verwandter Branchen(European Federation of Food, Agriculture and Tourism Trade Unions/EFFAT) entstand 2000 durch die Fusion des Europäischen Verbandes der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbegewerkschaften/EAL-IUL(European Federation of Food, Catering and Allied Workers’ Unions(ECF-IUF), der 1981 aus dem Zusammenschluss des Europäischen Gewerkschaftsausschusses Nahrung-Genuss-Gaststätten/EG NGG (gegründet 1959) und der europäischen Regionalorganisation der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften/IUL(International Union of Food, Agricultural, Hotel, Restaurant, Catering, Tobacco and Allied Workers Associations/IUF), der EuroIUL(gegründet 1975) entstand mit der 1958 gegründeten Europäischen Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors/EFA(European Federation of Agricultural Workers’ Trade Unions/EFA). Die 1960 gegründete Europäische Landarbeiter-Föderation/ELF(European Landworkers’ Federation/ELF) wurde 1971 aufgelöst, ihre Aufgaben von der Internationalen Föderation der Plantagen-, Land- und Anverwandten Arbeiter/ IFPLAA(International Federation of Plantation, Agricultural and Allied Workers/IFPAAW) übernommen. Aufgrund des Anschlusses von IFPLAA (IFPAAW) 1994 an die Internationale Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften/IUL(International Union of Food, Agricultural, Hotel, Restaurant, Catering, Tobacco and Allied Workers Associations/IUF) werden die Bestände von ELF in diesem Zusammenhang dargestellt. Von der neuen Regionalorganisation Europäische Föderation der Gewerkschaften des Lebens-, Genussmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektors und verwandter Branchen (European Federation of Food, Agriculture and Tourism Trade Unions/EFFAT) ist zu nennen„Newsletter“(die deutsche und englische Ausgabe als Online-Ressource), vom Europäischen Verband der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbegewerkschaften/EAL-IUL(European Federation of Food, Catering and Allied Workers’ Unions(ECF-IUF)„Newsletter“(die deutsche und englische Ausgabe), Tätigkeitsberichte oder den„Report Mittel- und Osteuropa: Nachrichten der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften und deren Europäischer regionalen Organisation EAL-IUL in Mittel- und Osteuropa“ und vom Europäischen Gewerkschaftsausschuss Nahrung-Genuss-Gaststätten/EG NGG das„Euro-Bulletin“(Europäischer Ausschuss der Lebens-, Genußmittel- und Gastgewerbegewerkschaften zusammen mit der Europäischen Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors/EFA(European Federation of Agricultural Workers’ Trade Unions/EFA), Brüssel(1.1974-31.1990) und„International Confectionery Industry Workers’ Meeting: Internationale Konferenz der Arbeitnehmer in der Süsswarenindustrie: Unterlagen d. Konferenz, Protokoll/Internationale Union d. Lebens- u. Genußmittelarbeiter-Gewerkschaften; European Committee of Food, Catering and Allied Workers’ Unions within the IUF(ECF-IUF)“(1981). Die Europäische Landarbeiter-Föderation/ ELF(European Landworkers’ Federation/ELF) ist vertreten mit„ELF-Bulletin/European Landworkers’ Federation“(21.1965-35.1969), Sekretariatsberichten oder mit der„Constitution of the International Federation of Plantation, Agricultural and Allied Workers. Rules of the European Landworkers’ Federation“, Utrecht, 1960. 56 European Federation of Journalists(EFJ) Europäische Journalistenföderation(EJF) Die Europäische Journalistenföderation/EJF (European Federation of Journalists/EFJ) wurde 1989 gegründet(mit Vorläuferorganisation seit 1985). Mit Mitgliedsgewerkschaften in 31 Ländern ist sie die größte Organisation von Journalisten in Europa. Von der Europäischen Journalistenföderation/EJF(European Federation of Journalists/EFJ) können beispielhaft folgende Veröffentlichungen genannt werden:„Euronews“(gedruckte und Online-Ausgaben, 1995 bzw. 1998 bis heute);„Freelance newsletter: Bulletin of European Federation of Journalists, Freelance Expert Group“(1.1998 bis heute); Tätigkeitsberichte sowie„Reuters Holding PLC: training for European works council: seminar report; Brussels, January 16-17, 1996“;„The information society and authors’ rights of media employees and freelances“(1996) oder„Moral rights in the information society: a need for harmonisation in the EU, seminar report, Rome, October 9-10, 1998“. European Mine, Chemical and Energy Workers’ Federation (EMCEF) Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften Die Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften(European Mine, Chemical and Energy Workers’ Federation/EMCEF) wurde 1996 gegründet und ging hervor aus der 1988 gegründeten Europäischen Föderation der Chemiegewerkschaften/EFCG, mit dem 1958 gegründeten Vorläufer Europäischer Koordinierungsausschuss der Internationalen Föderation von Industriegewerkschaften und Fabrikarbeiterverbänden, sowie aus dem 1991 gegründeten Europäischen Bergarbeiterverband/EBV. Die Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften(European Mine, Chemical and Energy Workers’ Federation/EMCEF) ist u.a. mit Kongressberichten und Protokollen(2000-2002) vertreten. 57 European Metalworkers’ Federation(EMF) Europäischer Metallgewerkschaftsbund(EMB) Der Europäische Metallgewerkschaftsbund/ EMB(European Metalworkers’ Federation/EMF) entstand 1995 und ging aus dem 1971 gegründeten Europäischen Metallgewerkschaftsbund in der Gemeinschaft/EMB(European Metalworkers’ Federation in the Community/EMF) sowie dem Europäischen Ausschuss der Metallgewerkschaften /Metallausschuss, gegründet 1963, hervor. Der EMB(EMF) vereinigt 60 Mitgliedsgewerkschaften aus 26 europäischen Ländern. Für den Europäischen Metallgewerkschaftsbund/EMB(European Metalworkers’ Federation/EMF) sind von einer größeren Zahl von Titeln u.a. zu nennen:„Collective bargaining policy in the European metal industry: annual report/ European Collective Bargaining Information Network“; Tätigkeitsberichte(1971-1999); „EMF collective bargaining conference“(deutsche und englische Ausgabe, 1998 und 2001); „Die sozialverträgliche Gestaltung der Umstrukturierung:(managing restructuring report)“ (1998);„Working time survey 1997: initial evaluation; findings of the EMF’s 1997 survey on working time policy in the European metalworking industry“(1998) sowie zur Geschichte des EMB„European Metalworkers’ Federation: Geschichte des EMB: zwischen Kontinuität und Transformation“(1995) bzw.„European Metalworkers’ Federation: History of the EMF: the key concerns: continuity and change”(1995). Vom Europäischen Metallgewerkschaftsbund in der Gemeinschaft/EMB(European Metalworkers’ Federation in the Community/ EMF können genannt werden„European Metalworkers’ Federation in the Community: Europäischer Metallgewerkschaftsbund in der Gemeinschaft“(1978-85); Sekretariatsberichte (1991-1998) oder„Ergebnisse der Untersuchung des E.M.B. über die Löhne, die Arbeitszeit und die Zusatzsysteme zur sozialen Sicherheit in einigen europäischen Werften: September 1979“. 58 European Federation of Public Service Unions(EPSU) Europäischer Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst(EGÖD) Der Europäische Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst/EGÖD(European Federation of Public Service Unions/EPSU) wurde 1978 gegründet. Er vereinigt 180 Mitgliedsgewerkschaften in über 30 Ländern Europas. Ein Vorläufer war der 1974 gegründete Europäische Gewerkschaftsausschuss für den öffentlichen Dienst/EGÖD(European Public Service Committee/EPSC). Der Europäische Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst/EGÖD(European Federation of Public Service Unions/EPSU) ist mit einer größeren Zahl von Veröffentlichungen vertreten, u.a. mit Tätigkeitsberichten, Satzungen sowie mit Titeln, die sich auf die Fach- bzw. Vertretungsbereiche beziehen wie z.B.„Economic and monetary union and its consequences for public services: the EPSU position“(1998); „Basic points of the EPSU for a EU energy Policy“ (2000);„The municipal waste management industry in Europe, issues, trends and multinationals“(1997);„Privatisation in health services in Western Europe: an interim research report by the Public Sector Privatisation Research Unit, UK”(1996) oder für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit Jane Pillinger,“Promoting quality public services for Europe’s citizens: education modules”(2000). 59 European Transport Workers’ Federation(ETF) Europäische Transportarbeiter-Föderation(ETF) Die 1999 gegründete Europäische Transportarbeiter-Föderation/ETF(European Transport Workers’ Federation/ETF) vereinigt die Mitgliedsorganisationen des 1958 gegründeten Verbandes der Verkehrsgewerkschaften in der Europäischen Union(Federation of Transport Workers’ Unions in the European Union/FST(aufgelöst) mit den europäischen Mitgliedsgewerkschaften der Internationalen Transportarbeiter-Föderation/ITF(International Transport Workers’ Federation/ITF). Von der erst 1999 gegründeten Europäischen Transportarbeiter-Föderation/ETF(European Transport Workers’ Federation/ETF) liegt nur die Gründungssatzung(im Ausdruck) vor. Da ETF nur online publiziert, wird die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung auch künftig diese Online-Publikationen sichern und erschließen. Sie stehen allerdings zunächst nur lokal zur Verfügung. European Trade Union Committee for Education(ETUCE) Europäisches Gewerkschaftskomitee für Bildung und Wissenschaft(EGBW) Das Europäische Gewerkschaftskomitee für Bildung und Wissenschaft/EGBW(European Trade Union Committee for Education/ETUCE) wurde 1975 gegründet. Neben der elektronischen Ausgabe von„Constitution and standing orders of the European Trade Union Committee for Education(ETUCE)“ (1996) liegen von dem Europäischen Gewerkschaftskomitee für Bildung und Wissenschaft/ EGBW(European Trade Union Committee for Education/ETUCE) bisher nur wenige Publikationen vor, u.a. der Bericht von der Konferenz „Report of the ETUCE Colloquium on Teachers’ Salaries and Working Conditions in the EC Countries: Dorint Hotel, Offenburg, Federal Republic of Germany, May 17-20, 1988“;„Study on stress: the cause of stress for teachers, its effects, and suggested approaches to reduce it“ (1999) oder der Konferenzbericht:„ETUCE round table, Berlin, March 12-13, 2001: a challenge to education in the new economy-indicators, new skills and lifelong learning in Europe; report” (2001). 60 European Trade Union Federation – Textiles Clothing and Leather(ETUF-TCL) Europäischer Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung und Leder(EGV-TBL) Der Europäische Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung und Leder/EGV-TBL(European Trade Union Federation – Textiles Clothing and Leather/ETUF-TCL) entstand 1993/97, er geht auf die 1975 gegründete Europäische Regionalorganisation der Internationalen Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeiter-Vereinigung zurück. Von den wenigen Publikationen des Europäischen Gewerkschaftsausschusses Textil, Bekleidung und Leder/EGA-TBL(European Trade Union Federation – Textiles Clothing and Leather/ETUF-TCL) im Bestand der Bibliothek sollen zwei genannt werden:„Kinderarbeit: eine Charta der europäischen Sozialpartner für den Schuhsektor“(herausgegeben vom Europäischen Verband für die Schuhindustrie, Europäischen Gewerkschaftsausschuss Textil, Bekleidung und Leder/EGA-TBL, Brüssel, 1997) sowie„Verhaltenskodex: eine Charta der europäischen Sozialpartner des Textil- und Bekleidungssektors“ (1997). UNI-Europa/ Union Network International UNI-Europa entstand im Zuge der Fusion der internationalen Berufssekretariate der Privatangestellten, des Post- und Kommunikationsbereiches, des graphischen und des Sektors für Kunst, Medien und Unterhalt im Jahr 2000 als europäische Regionalorganisation, deren Mitgliedsverbände 7 Millionen Gewerkschaftsmitglieder in Europa vertreten. Die Vorläufer sind vor allem die 1972 gegründete Europäische Regionalorganisation des Internationalen Bundes der Privatangestellten(International Federation of Commercial, Clerical, Professional and Technical Employees/European Regional Organisation/EURO-FIET) mit den verschiedenen Fachgruppen, der Europäische Ausschuss der Kommunikations-Internationale/KI, der auf den 1965 gebildeten Europäische Ausschuss der Internationale des Personals der Post-, Telegraphen- und Telefonbetriebe/ IPTT zurückgeht, die 1985 gegründete Europäische Grafische Föderation/EGF(European Graphical Federation/EGF) und die 1993 gebildete Euro-MEI, die europäische Regionalorganisation der Media and Entertainment International/ MEI, die wiederum auf den 1973 gegründeten Europäischen Gewerkschaftsausschuss Kunst und Unterhaltung/EGAKU zurückgeht. Neben der Gründungssatzung(2000) beziehen sich die Veröffentlichungen von UNI-Europa vor allem auf Sachthemen der unterschiedlichen Vertretungsbereiche, die fast alle in Deutsch und Englisch vorliegen – einige Beispiele: Andrew Bibby,„Organising in financial call centres“(Genf, 2000, dt. Ausg. u.d.T.: Organisierung in Finanz-Call Centern); Lionel Fulton,„Ausweitung der europäischen Betriebsräte im graphischen Sektor auf Mittel- und Osteuropa: eine einführende Studie“(2001);„The impact of mergers and acquisitions in banking and insurance“(Nyon, 2000, dt. Ausg. u.d.T.: 61 Auswirkungen von Fusionen und Übernahmen in Banken und Versicherungen); Eric Lee,„Online-Rechte für Online-Beschäftigte in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union: Bericht über ein Forschungsprojekt für UNI Europa“ (Nyon, 2000, engl. Ausg. u.d.T.: Online rights for online workers in member states of the European Union) oder der Titel„Der Mensch im Mittelpunkt in eEuropa: eine Antwort von UNI-Europa auf eEuropa: eine Informationsgesellschaft für alle“(Nyon, 2000, engl. Ausg. u.d.T.: People first in Europe). Von der Europäischen Regionalorganisation des Internationalen Bundes der Privatangestellten(International Federation of Commercial, Clerical, Professional and Technical Employees/European Regional Organisation/ EURO-FIET) befindet sich ein sehr großer Bestand in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung – hier nur wenige Beispiele, um das Spektrum zu veranschaulichen: Neben einer großen Zahl von Kongressberichten, Tätigkeitsberichten und Berichten über Fachgruppenkonferenzen orientieren sich die Themen an den Vertretungsbereichen. Zu nennen sind u.a.„Collective bargaining trends in European banking 1987 – 1988“(1989, dt. Ausg. u.d.T.: Tarifverhandlungstendenzen im europäischen Bankensektor 1987-1988;„Equality of opportunity in insurance“(1991, dt. Ausg. u.d.T.: Chancengleichheit im Versicherungswesen);„The need for a social clause in the second EEC bank directive: submission by EURO-FIET to Jacques Delors“ (1989, dt. Ausg. u.d.T.: Die Notwendigkeit einer Sozialklausel in der 2. EG-Bankenrichtlinie). Von allgemeinerer organisations- und gewerkschaftspolitischer Bedeutung sind Titel wie „European works councils: a user’s guide“(1995); „Gewerkschaftliche Organisation junger Angestellter: EURO-FIET Jugendseminar und-konferenz, Malta, 3.-7. Mai 1982“(1983);„Die Herausforderung der Organisierung in Europa: Euro-FIET-Strategien“(1998, engl. Ausg. u.d.T.: The organising challenge in Europe) oder„Europäischer Arbeitsmarkt und Entwicklung von „Human Resources: Brüssel, 30. November 1. Dezember 1992“(1994, engl. Ausg. u.d.T.: European labour market and human resources development). Auch die Europäische Grafische Föderation/EGF(European Graphical Federation/EGF) ist mit einem umfangreichen Bestand vertreten: Neben Tätigkeitsberichten und Kongressberichten sowie Darstellungen von Verlagen wie „Axel Springer Verlag AG: Dokumentation“(erstellt von FAST, Forschungsgemeinschaft für Außenwirtschaft, Struktur- und Technologiepolitik e.V., Berlin, 1993) oder Raffaele Bruni „Die Gruppe Fininvest-Mondadori“(1992) finden sich Publikationen zu unterschiedlichen Themen wie„Auf dem Weg zu europäischen Betriebsräten: die europäische Koordinierung der gewerkschaftlichen Konzernbetreuung 1992 in der Medienindustrie, Druckindustrie und Papierindustrie“(1993); Kjell Christoffersen(Hrsg.)„Die Auswirkung des Europäischen Binnenmarkts auf 62 die Erwerbstätigkeit innerhalb der europäischen Druck- und Grafikindustrie“(1990);„Erklärung zu den Rechten, Grundsätzen und empfohlenen Verfahren hinsichtlich eingewanderter Arbeitnehmer in den grafischen und verwandten Medienindustrien Europas: abgegeben anlässlich der Internationalen Gewerkschaftskonferenz zum Thema„Immigration in Europa“, am 23. und 24. November 1992 in Rom, Italien (IGF, EGF, 1992);„Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umwelt: europäisches Handbuch für Arbeitnehmervertreter in multinationalen Unternehmen; Medienindustrie, Druckindustrie, Papierindustrie“(1993) oder Matthias Otto„A brief history of the International Graphical Federation and its forerunners“(1993). Neben einer Satzung(1996) können aus dem kleinen Bestand von EURO-MEI beispielhaft folgende Titel genannt werden:„12 Stunden: Mindestruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen; für alle Techniker und Arbeiter in der Kinound Fernsehproduktion; in ganz Europa“(1998); Nicola Frank,„European cinema and tv feature film co-productions and their effects on the labour market: report“(1998, dt. Ausg. u.d.T.: Europäische Co-Produktionen von Kino- und Fernsehspielfilmen und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt); Zoë Lanara,„The red book: trade union views on public broadcasting= Le livre rouge“(Athen, 1997, ein EURO-MEI Papier) oder„Working conditions of casual and freelance directors and technicians in documentary and magazine programme production in Europe: a survey in 9 European countries“(1996, dt. Ausg. u.d.T.: Arbeitsbedingungen von zeitweise beschäftigten und selbständigen Regisseuren und Technikern bei der Produktion von Dokumentarfilmen und Magazinsendungen in Europa). 63 Bestände von Gewerkschaften verschiedener europäischer Länder in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Rainer Gries Wenn auch mit dieser Veröffentlichung die Bestände der europäischen Gewerkschaftsorganisationen in der Friedrich-Ebert-Stiftung dargestellt werden sollen, so wird es sicher für den gewerkschafts- und europapolitisch interessierten Leser von Interesse sein zu erfahren, dass der Bibliotheksbestand ebenfalls eine sehr große Zahl von Publikationen von(und über) Gewerkschaften verschiedener europäischer Länder umfasst, mit Schwerpunkt West- und Südeuropa. Zusammen mit den Publikationen der europäischen Gewerkschaftsorganisationen bildet dieses Bestandssegment„Europa“ in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung für Wissenschaftler wie auch für die interessierte Öffentlichkeit eine sehr wertvolle Informationsquelle. In diesem Zusammenhang soll noch einmal auf die große Zahl von Veröffentlichungen der Friedrich-Ebert-Stiftung hingewiesen werden, die(im Volltext) in der Digitalen Bibliothek der Stiftung zugänglich sind. Zur Veranschaulichung von Umfang und Vielfalt dieses Bestandes soll zu drei Themenbereichen beispielhaft eine Auswahl von Titeln genannt werden. Zu dem schon oben genannten Thema Deregulierungs- und Privatisierungsstrategien in EU-Staaten können u.a. folgende Titel angeführt werden: Alan Tuffin„Privatisation of British Telecom: A response from the Union of Communication Workers to the Governments’s white paper ‚The future of telecommunications in Britain‘“ herausgegeben von der Union of Communication Workers(London, 1982);„Privatisation by order: The government plan for local services“, herausgegeben vom Trades Union Congress/TUC (London, 1985); Wilgart Schuchardt„European long-distance road haulage policy: between deregulation and ecological requirements“, herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung(Bonn 1993);„Privatisation in visegrád countries: old principles and new methods; proceedings of the international conference“, herausgegeben von Miklós Szanyi, Institute for World Economics (Budapest, ca. 1993); Frank Dobson„Deregulating disaster: the Tory threat to airport security and passenger safety; a report“(Labour Party, London 1993); Serge Gaillard„Deregulierung 64 ist keine Antwort auf Arbeitslosigkeit: 10 Thesen zur aktuellen Arbeitsmarktlage“, herausgegeben vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund/SGB(Bern, 1994);„Gesetz über kleine Aktiengesellschaften und zur Deregulierung des Aktienrechts“, herausgegeben von der IG Metall, Abt. Unternehmensmitbestimmung(Frankfurt am Main, 1994);„Deregulierung, EU und Gesundheitsdienstleistungen: die Struktur der gesetzlichen Krankenversicherung im Wandel“ herausgegeben von Günter Flemmich(Verl. des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Wien 1996); Berthold Busch„Deregulierung der Postmärkte in Deutschland und Europa“(Köln, 2001). Das Thema Europäische Betriebsräte gewinnt auch für die nationalen Gewerkschaften an Bedeutung: Dirk Buda„Auf dem Weg zum europäischen Betriebsrat“, herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung(Bonn, 1991);„Betriebsräte in Europa: eine Handlungshilfe“, herausgegeben von der Industriegewerkschaft Metall, Red.: Michael Blank-Abel(Frankfurt am Main, 1992); Paz Campos Ponce„De Europese ondernemingsraad: een korte toelichting op de richtlijn voor Europese ondernemingsraden“, herausgegeben vom Industriebond FNV/Federatie Nederlandse Vakbeweging(Amsterdam, 1996); Jutta Esser„European works councils and their significance for changing industrial relations in Britain“, herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung(London ,1996); Wolfgang Lecher„Gewerkschaften und industrielle Beziehungen in Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland: Rahmenbedingungen für die EBR“(Düsseldorf, 1997);„What will the Opt-in mean?: European works councils; implications for British trade unions and companies“, herausgegeben vom Trades Union Congress/TUC (London, 1997);„European works councils“, herausgegeben von der Amalgamated Engineering and Electrical Union/AEEU(Hayes, 1998); Wolfgang Lecher; Bernhard Nagel; Hans-Wolfgang Platzer„Die Konstituierung Europäischer Betriebsräte – vom Informationsforum zum Akteur?: eine vergleichende Studie von acht Konzernen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien“(Baden-Baden, 1998). Die Entwicklung der Europäischen Union, ihrer Vorläufer und die Europapolitik haben seit Jahrzehnten„einen festen Platz“ im Spektrum gewerkschaftlicher Publikationen in Europa: Otto Brenner„Die Aufgaben der Gewerkschaftsbewegung in einem integrierten Europa“(Referat, Paris,1964);„Die Gewerkschaften und die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas“ (Österreichischer Gewerkschaftsbund/ÖGB, Wien, ca. 1958);„Britain and the E.E.C.: a review of the principal economic and social issues“, herausgegeben vom Trades Union Congress/TUC (London, ca. 1967);„Europa y los trabajadores“ (Unión General de Trabajadores/UGT, Madrid, 1989);„Die Charta der Grundrechte der Europäischen Union“, herausgegeben vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Bundesvorstand, Abteilung Arbeitsmarktpolitik und Internationale Sozialpolitik(Berlin, 2001); Sophie G. Alf „Arbeitnehmerbeteiligung und Mitbestimmung 65 in der BRD und in Italien= Partecipazione dei lavoratori e codecisione nelle RFT e in Italia“ (Rom, 1991);„Que es el tratado de Maastricht?“ (Confederación Sindical de Comisiones Obreras/CC.OO, Madrid, 1992);„L’Europa e il sindacato“(Formazione Sindacale, Confederazione Italiana Sindacati Lavoratori /CISL, Rom, 1993); Otto Jacobi„The case for social democracy as the trade union perspective in Europe“, herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung(Bonn, 1993);„The European Union: trade union goals“ herausgegeben vom Trades Union Congress/TUC (London, 1996); Peter Jacob„20 Jahre Interregionaler Gewerkschaftsrat Europaregion Saarland, Lothringen, Luxemburg, Trier/Westpfalz: [1976-1996]= 20 ans Conseil Interrégional Région d’Europe Sarre, Lorraine, Luxembourg, Trèves/Palatinat Occidental“(Saarbrücken, 1996); „L’Euro en poche, l’Europe en marche“(Confédération Française Démocratique du Travail/CFDT, Paris, ca. 1997); Céderic Guinand„Die Beziehungen der deutschen und französischen Gewerkschaften seit der Gründung des Europäischen Gewerkschaftsbundes(1973) im Rahmen der Europäischen Integration“(Marburg, 1997); „Europapolitische Forderungen der IG Metall“, Industriegewerkschaft Metall(Frankfurt am Main, 1999); Andrea Ciampani„La Cisl tra integrazione europea e mondializzazione: profilo storico del ‚sindacato nuovo’nelle relazioni internazionali: dalla conferenza di Londra al trattato di Amsterdam“(Rom, 2000). Die nichtkonventionelle, die„graue Literatur“ der Gewerkschaften aus verschiedenen europäischen Ländern hat ihre Bedeutung nicht nur für die historische Forschung, die fortlaufende Sammlung der neueren Publikationen ermöglicht auch Einblicke in aktuelle Debatten der Gewerkschaften zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen in Europa heute. 66 Anhang Auswahlbibliographie Auf der Suche nach Solidarität. Eine Geschichte der internationalen Bau- und Holzarbeiterbewegung. Hrsg. von Konrad Carl und Bruno Köbele. Autorenteam: Dieter Fricke, Arno Klönne, Reinhard Krämer und Bernd Schütt. Köln 1993. Bendyxen, Jytte: EFFAT(European Federation of Food, Agriculture and Tourism Workers’ Unions) merger congress, Luxembourg 11-12 December 2000. In: Transfer. European Review of Labour and Research, 1/2001, S. 161-163. Botella, Louis: Les syndicalismes en Europe(1 continent, 47 pays et territoires). Paris 1999. 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European Review of Labour and Research, 6/2000, S. 160-162. 68 Abkürzungsverzeichnis ADGB AEEU AFETT Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund Amalgamated Engineering and Electrical Union Verein für die europaweite Ausbildung von Arbeitnehmern in der Wirkung neuer Technologien(Association pour la formation européenne des travailleurs aux technologies) CC.OO CEEFA CEEP CFDT CGIL CGSLB CGT CGT-FO CGT-L CISL CMB COPA Confederación Sindical de Comisiones Obreras Europäisches Studien- und Bildungszentrum im Agrarsektor (Centre Européen d’etudes et de formation dans le secteur agricole) Centre Européen des entreprises à participation publique et des entreprises d’intérêt économique général Confédération Française Démocratique du Travail Confederazione Generale Italiana di Lavoro Confédération Générale des Syndicats Libéraux de la Belgique Confédération Générale du Travail Confédération Générale du Travail – Force Ouvrière Confédération Générale du Travail – Luxembourg Confederazione Italiana Sindacati Lavoratori Centrale des Métallurgistes de Belgique Ausschuss der berufsständischen landwirtschaftlichen Organisationen (Comité Professionnel Agricole) DAG DGB DPG Deutsche Angestellten-Gewerkschaft Deutscher Gewerkschaftsbund Deutsche Postgewerkschaft EAEA EAL-IUL EBFG EBR EBV ECF-IUF EEA EFA EFBH EFBHG EFBWW EFCG EFFAT EFJ European Arts and Entertainment Alliance Europäischer Ausschuss der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbegewerkschaften in der IUL Europäischer Bund Freier Gewerkschaften Europäischer Betriebsrat Europäischer Bergarbeiterverband European Federation of Food, Catering and Allied Workers’ Unions within the IUF European Entertainment Alliance Europäische Föderation der Gewerkschaften des Agrarsektors Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter in der Gemeinschaft European Federation of Building and Woodworkers Europäische Föderation der Chemiegewerkschaften Europäische Föderation der Gewerkschaften des Lebens-, Genussmittel-, Landwirtschafts-und Tourismussektors und verwandter Branchen (European Federation of Food, Agriculture and Tourism Trade Unions) European Federation of Journalists 69 EFTA EG EGA EGAKU EGA-TBL EGB EGBV EGBW EGF EGI EGKS EG NGG EGÖD EGS EGV-TBL EJF ELF EMB EMCEF EMF EPSC EPSU ERO-IBFG ETF ETUC ETUCE ETUCO ETUF-TCL ETUI EU EURATOM EUROCADRES EURO-FIET EURO-IUL EURO-MEI EVC EWC EWG European Free Trade Area Europäische Gemeinschaft Europäische Gewerkschaftsakademie Europäischer Gewerkschaftsausschuss Kunst und Unterhaltung Europäischer Gewerkschaftsausschuss Textil, Bekleidung, Leder Europäischer Gewerkschaftsbund Europäisches Gewerkschaftskomitee für Bildung und Wissenschaft Europäisches Gewerkschaftskomitee für Bildung und Wissenschaft Europäische Grafische Föderation Europäisches Gewerkschaftsinstitut Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl Europäischer Gewerkschaftsausschuss Nahrung-Genuss-Gaststätten Europäischer Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst Europäisches Gewerkschaftssekretariat Europäischer Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung und Leder Europäische Journalistenföderation Europäische Landarbeiter-Föderation Europäischer Metallgewerkschaftsbund Europäische Föderation der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaften(European Mine, Chemical and Energy Workers’ Federation) European Metalworkers’ Federation European Public Service Committee European Federation of Public Service Unions Europäische Regionalorganisation des IBFG Europäische Transportarbeiter-Föderation European Trade Union Confederation European Trade Union Committee for Education European Trade Union College European Trade Union Federation for Textiles, Clothing and Leather European Trade Union Institute Europäische Union Europäische Atomgemeinschaft Europäischer Rat der Angestellten in Leitungsfunktionen (Council of European professional and managerial staff) Europäische Regionalorganisation – Internationaler Bund der Privatangestellten(Organisation régionale européenne – Fédération Internationale des Employés, Techniciens et Cadres) Europäische Regionalorganisation – Internationale Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und GenussmittelarbeiterGewerkschaften Europäische Regionalorganisation – Internationale der Medien- und Unterhaltungsgewerkschaften(European Regional Organisation – Media and Entertainment International) Eenheids Vak Centrale European Works Council Europäische Wirtschaftsgemeinschaft 70 FGM-CFDT FGTB FIA FIET FILTEA FIM FIM-CISL FNV FOM FST Fédération Générale de la Métallurgie-CFDT Fédération Générale du Travail de la Belgique Internationaler Schauspielerverband(Fédération Internationale des Acteurs) Internationaler Bund der Privatangestellten(Organisation régionale européenne – Fédération Internationale des Employés, Techniciens et Cadres) Federazione Italiano Lavoratori Tessili e Abbigliamento Internationale Musiker-Föderation(Fédération Internationale des Musiciens) Federazione Italiana Metalmeccanici – CISL Federatie Nederlandse Vakbeweging Fédération Confédérée Force Ouvrière de la Métallurgie Verband der Verkehrsgewerkschaften in der Europäischen Union (Fédération des Syndicats des Transports dans l’Union Européenne) GATT General Agreement on Tariffs and Trade GVEG Gewerkschaftlicher Verkehrsausschuss in der Europäischen Gemeinschaft HBV Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen IALHI IBBH IBCG IBFG IBS ICA ICEM ICFTU IFA IFBH IFIF IFM IFPA IFPAAW IFPLAA IFTU IGB IG BAU IG CPK IGF IGM IG Medien IGR ILF IMB IMF International Association of Labour History Institutions Internationaler Bund der Bau- und Holzarbeiter Internationaler Bund der christlichen Gewerkschaften Internationaler Bund Freier Gewerkschaften Internationales Berufssekretariat International Council on Archives Internationale Föderation von Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften(International Federation of Chemical, Energy, Mine and General Workers’ Unions) International Confederation of Free Trade Unions International Federation of Artists Internationale Föderation der Bau- und Holzarbeiter Internationale Föderation von Industriegewerkschaften und Fabrikarbeiterverbänden International Federation of Musicians Internationale Föderation der Plantagenarbeiterverbände International Federation of Plantation, Agricultural and Allied Workers Internationale Föderation der Plantagen-, Landwirtschafts- und anverwandten Arbeitnehmer International Federation of Trade Unions Internationaler Gewerkschaftsbund Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt Industriegewerkschaft Chemie, Papier, Keramik Internationale Grafische Föderation Industriegewerkschaft Metall Industriegewerkschaft Medien, Druck und Papier, Publizistik und Kunst Internationaler Gewerkschaftsrat Internationale Landarbeiter-Föderation Internationaler Metallgewerkschaftsbund International Metalworkers’ Federation 71 IPTT IRO-FIET ITBLAV ITF ITH ITUC IUF IUL Internationale des Personals der Post-, Telegraphen- und Telefonbetriebe Interamerikanische Regionalorganisation – Internationaler Bund der Privatangestellten Internationale Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeiter-Vereinigung Internationale Transportarbeiter-Föderation Internationale Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen Interregional Trade Union Council International Union of Food, Agricultural, Hotel, Restaurant, Catering, Tobacco and Allied Workers’ Associations Internationale Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften LAV Letzeburger Arbechter-Verband MEI Metaal-NVV Internationale der Medien- und Unterhaltungsgewerkschaften (Media and Entertainment International) Metaalbedrijfsbond NVV NBTF NGG NVV Nordischer Bund der Bau- und Holzarbeiter (Nordiska Byggnads- och Träarbetarefederationen) Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Nederlandse Verbond van Vakverenigingen ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund OPZZ Ogólnopolskie Porozomienie Zwia c zków Zawodowych SE Europäische Aktiengesellschaft(Societas Europaea) SGB Schweizerischer Gewerkschaftsbund SI Sozialistische Internationale TGB TUC TUTB Europäisches Technikbüro der Gewerkschaften für Gesundheit und Sicherheit Trades Union Congress European Trade Union Technical Bureau for Health and Safety UGT UIL UILM UNI UNI-Europa UNI-Europe UNICE Unión General de Trabajadores Unione Italiana del Lavoro Unione Italiana Lavoratori Metallurgici Union Network International Union Network International – Europäische Regionalorganisation Union Network International – European Regional Organization Union of Industrial and Employers Confederations of Europe WCL WGB WSA WVA World Confederation of Labour Weltgewerkschaftsbund Wirtschafts- und Sozialausschuss Weltverband der Arbeitnehmer 72