Neueröffnung des Karl-Marx-Hauses Trier 9. Juni 2005 Viehmarktthermen Trier Gesprächskreis Politik und Geschichte im Karl-Marx-Haus Heft 4 80 1925 2005 80 Jahre für Soziale Demokratie Gesprächskreis Politik und Geschichte im Karl-Marx-Haus Heft 4 Neueröffnung des Karl-Marx-Hauses Trier 9. Juni 2005 Viehmarktthermen Trier Friedrich-Ebert-Stiftung ISSN 1860-8280 ISBN 3-89892-424-6 Herausgegeben von Beatrix Bouvier Studienzentrum Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung, Trier Kostenloser Bezug im Studienzentrum Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung Johannisstr. 28, 54290 Trier (Tel. 0651 97068-0) E-mail: elke.becker@fes.de © 2005 by Friedrich-Ebert-Stiftung Trier Umschlag: Pellens Kommunikationsdesign GmbH, Bonn Druckerei: Bonner Universitäts-Buchdruckerei, Bonn Alle Rechte vorbehalten Printed in Germany 2005 3 Inhalt Begrüßung Anke Fuchs 5 Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung Grußworte Kurt Beck 11 Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz Helmut Schröer 15 Oberbürgermeister der Stadt Trier Festrede Franz Müntefering 21 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 4 Anke Fuchs, Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung 5 Begrüßung Anke Fuchs Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung Liebe Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung, meine sehr geehrten Damen und Herren! „Wir stehen alle auf den Schultern von Marx.“ Das hat nicht etwa ein Sozialist oder Kommunist so ausgedrückt, sondern der bekannte Jesuitenpater Prof. Dr. Oswald von Nell-Breuning, einer der Väter der katholischen Soziallehre, der übrigens wie Marx ein Sohn dieser Stadt war. Er ist ein ganz und gar unverdächtiger Zeuge für die Bedeutung des Mannes, dessen Geburtshaus wir heute mit einer völlig neugestalteten Ausstellung wieder eröffnen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat 1968 dieses Haus in ihre Obhut genommen – aus den Händen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Über die wechselvolle Geschichte des Hauses können Sie sich in der neuen Ausstellung im einzelnen unterrichten. Kein geringerer als Willy Brandt hat die erste Ausstellung am 150. Geburtstag von Marx eröffnet. Ich freue mich, zur heutigen Wiedereröffnung des Hauses Franz Müntefering begrüßen zu können, der als Vorsitzender der SPD in der Nachfolge Willy Brandts steht und zugleich die Bundestagsfraktion führt. Für Deine Bereitschaft, lieber Franz, trotz Deiner nicht aufhörenden Wahlkampfverpflichtungen heute die Festrede zu halten, danke ich Dir sehr. Ein Museum wie das Geburtshaus von Karl Marx hat eine kulturpolitische und auch eine touristische Ausstrahlung auf die weitere Region und auf die Stadt Trier. Ich begrüße daher mit 6 Freude in unserer Mitte den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, unseren Freund Kurt Beck, ebenso wie den Oberbürgermeister dieser schönen Stadt, Helmut Schröer. Beiden Herren danke ich für ihre Bereitschaft, ein Grußwort zu sprechen. Als Zeichen dafür, dass Karl Marx in seiner Heimatstadt Anstoß für lebendige Auseinandersetzungen auch in der jüngeren Generation ist, werte ich die Beteiligung von Lehrern und Schülern seines alten Gymnasiums, des heutigen FriedrichWilhelm-Gymnasiums, an unserer Feier. Ich danke der Theatergruppe des Gymnasiums unter der Leitung von Herrn Steimer für die angekündigte musikalische Parodie auf Marx und der Jazz-Band unter Leitung von Herrn Nink für die musikalische Begleitung, mit denen sie unsere Veranstaltung bereichern. Nicht versäumen möchte ich es, dem Hausherrn dieser schönen Stätte, Herrn Museumsdirektor Thomas Metz, dafür zu danken, dass wir hier sein dürfen. Es hat schon seinen tieferen Sinn, die Eröffnung einer neuen Marx-Ausstellung hier in den römischen Thermen abzuhalten. Es begegnen sich dabei die Kultur der alten Weltmacht Rom und ein Denker der Moderne, der wie nur wenige die Entwicklung des 20. Jahrhunderts beeinflusst hat. Darf ich Sie jetzt schon zu einem Empfang im Anschluss an die Feier im Bereich nebenan einladen? Danach werden Sie Gelegenheit haben, die neue Dauerausstellung im Karl-MarxHaus zu besichtigen. Manche von Ihnen werden sich gefragt haben, warum die Friedrich-Ebert-Stiftung nach dem Abdanken des Kommunismus in nahezu allen Ländern es unternimmt, eine neue Marx-Ausstellung einzurichten. Ist Marx nicht, wie man immer wieder hört, mausetot? Ist die Entwicklung nicht eindeutig über ihn hinweggegangen? 7 Will die Stiftung eine neue Marx-Renaissance anstoßen? Nein, das wollen wir keineswegs! Heldenverehrung ist auf keinen Fall in unserem Sinne! Aber es gibt gute Gründe, sich mit dem Denken von Karl Marx, das von den Verfechtern des Marxismus nicht nur ganz unterschiedlich interpretiert, sondern auch instrumentalisiert worden ist, differenziert und kritisch auseinander zu setzen. Marx ist aus der Geschichte des 19. Jahrhunderts nicht wegzudenken. Er hat sie geprägt wie nur wenige andere. Und die Sozialdemokratie, nicht nur die deutsche, hat sich jahrzehntelang an ihm orientiert, zunächst seiner Lehre folgend, dann in Auseinandersetzung mit ihr. Im übrigen war Marx, wie sich zunehmend zeigt, einer der letzten Universalgelehrten, dessen Denken zahlreiche Wissenschaftsgebiete umspannte. Aus all diesen Gründen ist es sinnvoll und notwenig, im Rahmen unserer politischen Bildung vorurteilsfrei zu fragen, wer Marx war, was er geschrieben, wie er gehandelt hat, vor allem aber – das ist neu in unserer Ausstellung –, wie die Ausstrahlungen und Folgewirkungen seines Werkes und Wirkens bis an die Schwelle unseres Jahrhunderts weltweit gewesen sind. Mit dem Zusammenbruch des Staatssozialismus in Mittelund Osteuropa und der Transformation des asiatischen Kommunismus in halbkapitalistische Entwicklungsdiktaturen endet der Einfluss von Karl Marx ja keineswegs. Denn die Kehrseite der wirtschaftlichen Erfolge des Kapitalismus, der sich global durchgesetzt hat, sind weltweit zunehmende Arbeitslosigkeit und verschlechterte Arbeitsbedingungen, soziale Ungleichheit und fortschreitende Zerstörung der natürlichen Umwelt. Angesichts der sich auftürmenden Probleme wird eine Auseinandersetzung mit Fragestellungen und Methoden von Karl Marx auch weiterhin sinnvoll sein. 8 Nachdem die Besucher die Ausstellung durchschritten haben, kehren sie wieder zum Ausgangspunkt zurück. Dort werden in deutscher, englischer, französischer und chinesischer Sprache Kernzitate von Marx auf eine Scheibe projiziert, ebenso sehr widersprüchliche Urteile über Marx – von der Glorifizierung bis zur Verdammung. Damit werden die Besucher nochmals aufgefordert, sich ihre eigene Meinung zu bilden – über Karl Marx und über den Zusammenhang von Politik, Ökonomie und Kultur. Wer über die Ausstellungstexte und die viersprachigen akustischen Führungen hinaus vertiefte Informationen erhalten will, kann diese von den Computerstationen abrufen oder im nahegelegenen Studienzentrum in der großen Spezialbibliothek gewinnen. Fotoserien und Filmclips sowie elektronische Bücher sollen auch jüngere Besucher zum Nachdenken über Marx anregen. Ich danke der Ausstellungsgruppe der Stiftung für ihre aus meiner Sicht überzeugende Arbeit. Dazu gehören die Leiterin des Karl-Marx-Hauses, Prof. Dr. Beatrix Bouvier, Herr Mario Bungert, dessen große Erfahrung im Gestalten von Ausstellungen sich in allen Phasen als besonders fruchtbar erwiesen hat, Prof. Dr. Dieter Dowe, Dr. Heiner Lindner und Prof. Dr. Michael Schneider. Ihnen ist es gelungen, ein differenziertes, für den heutigen Betrachter eingängiges und interessantes inhaltliches Konzept zu entwickeln, das Karl Marx‘ Bedeutung gerecht wird. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Karl-Marx-Hauses, besonders Herr Korn, haben zum Gelingen beigetragen. Die Gestaltung der Ausstellung, sowohl Planung als auch Ausführung, lag in den Händen von Anette und Matthias Hühnlein aus Eching am Ammersee. Die Ergebnisse ihrer Kreativität, ihres Einfühlungsvermögens in die komplizierte historische Problematik und in die Besonderheiten eines Barockhauses sowie ihrer haushaltsbezogenen Findigkeit und Beharrlichkeit werden die Besucher noch lange bewundern können. 9 Die Ausstellungsgruppe und das Ehepaar Hühnlein können gemeinsam stolz auf das Erreichte sein. Ich danke ihnen dafür. Natürlich haben zu einem solchen Projekt eine ganze Reihe Gewerke beigetragen: Ich danke allen beteiligten Firmen für ihre ausgezeichnete Arbeit. Ich wünsche mir, dass viele, hoffentlich auch viele jüngere Menschen, die Gelegenheit ergreifen, das Museum zu besuchen und sich anregen zu lassen, am historischen Beispiel von Karl Marx und seinen Folgewirkungen neue Fragen an unsere Gegenwart zu entwickeln und vor allem: sich politisch zu engagieren. 10 Kurt Beck, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz 11 Grußworte Kurt Beck Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz Sehr geehrte Frau Präsidentin der Friedrich-Ebert-Stiftung, liebe Anke Fuchs, verehrte Verantwortliche der Stiftung, sehr geehrter Herr Parteivorsitzender, lieber Franz Müntefering, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schröer, Landtagspräsident Grimm, meine sehr geehrte Damen und Herren aus politischer Verantwortung, aus den Parlamenten, Regierungen, frühere und heutige Ministerinnen und Minister, Staatssekretärinnen und Staatssekretäre, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich darüber, dass wir heute hier zusammengekommen sind. Ich freue mich darüber, dass das, was mit viel Mühe auf den Weg gebracht worden ist, nämlich das Geburtshaus von Karl Marx zu einer Stätte der Information und der Begegnung zu machen, zu einer Stätte der kritischen Auseinandersetzung mit seinem Werk, dass das heute einen neuen Höhepunkt erlebt. Willy Brandt hatte 1968 die erste größere Ausstellung hier eröffnet; 1981 und 1983 hat es entsprechende Erneuerungen und Aktualisierungen der Präsentation gegeben. Wenn man in den letzten Jahren nach heutigen museumspädagogischen Gesichtspunkten das Haus betrachtet hat, dann war einem schon klar, dass es notwendig sein würde, einen neuen Impuls, eine neue Erscheinungsform dem Haus zu geben. 12 Dass man dabei die Gelegenheit, wie ich finde, notwendiger- und richtigerweise ergriffen hat, diese Begegnung mit dem Werk von Karl Marx zu aktualisieren, seine Wirkgeschichte mit darzustellen und damit die kritische Auseinandersetzung für die Besucherinnen und Besucher zu erleichtern, das ist, glaube ich, von großer Bedeutung und verdient erwähnt zu werden. Ich denke, dass heute noch viel Kluges und Richtiges gesagt werden wird über diese nicht bruchfreie und spannungsgeladene Auseinandersetzung mit diesem großen Denker, aber es ist für mich – wenn ich dies hinzufügen darf – immer wieder eine Orientierung, wenn ich an einen Satz denke, den Ernst Bloch gesprochen hat zum Werk von Karl Marx. Er hat gesagt:„Wenn es zu einer intensiven Begegnung des Johannes-Evangeliums mit dem Werk von Karl Marx gekommen wäre, dann hätte da etwas ganz Interessantes daraus werden können“. Ich finde das eine ganz interessante Anregung, die da mitgegeben ist, die ich mir auf jeden Fall gedanklich zu Eigen gemacht habe. Ich freue mich als Ministerpräsident dieses Landes hier sein zu können, und als solcher bin ich gerne da. Ich freue mich besonders darüber, dass diese Investition in die Kulturgeschichte und in die geisteswissenschaftliche Präsentation unseres Landes getätigt wird. Und man darf sicher auch hinzufügen, dass dieses Haus neben der wichtigen Bedeutung für die inhaltliche Auseinandersetzung auch eine nicht unbeachtliche Wirkung auf die Anziehungskraft gegenüber Gästen in aller Welt hat, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister. Wenn die Zahlen, die ich im Kopf habe, richtig sind, waren es rund 28.000 Chinesinnen und Chinesen, die allein im letzten Jahr hier waren. Wir hoffen, dass es noch ein paar mehr werden, wenn nunmehr die Ausstellung aktualisiert ist. Ob es in China noch so ist, liebe Anke Fuchs, wie eben dargestellt, weiß ich manchmal nicht. Denn ich bin nicht sicher, ob 13 zwischenzeitlich Beckenbauer und einige Fußballspieler – seit die Bundesliga übertragen wird in China – den Bekanntheitsgrad von Karl Marx als bisher bekanntesten Deutschen nach hinten verdrängt haben. Aber sei es wie es wolle, es ist eine Tatsache, dass viele Menschen aus aller Welt Interesse an einer kritischen Auseinandersetzung mit Leben und Werk von Karl Marx haben, und ich denke, das ist eine gute Entwicklung. Ich wünsche auch meinerseits dem Haus in der neuen Gestaltung, Ihnen, Frau Professor Bouvier, und Ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern eine interessante Entwicklung im Sinne von geistiger Begegnung und Auseinandersetzung mit vielen Menschen. Ich hoffe in der Tat, dass viele junge Menschen kommen und sich mit dem Gedankengut offen, intensiv und kritisch und nicht nur vorurteilsbeladen auseinander setzen. Das gilt in jede denkbare Richtung, und ich hoffe, dass viele Menschen die Chance nutzen, einen Teil der Geschichte dieser Welt, so darf man ja an dieser Stelle formulieren, in der unmittelbaren Begegnung intensiver kennen zu lernen. Mein Dank gilt noch einmal der Stiftung, weil ich weiß, welche Anstrengung es bedeutet, auch finanzieller und materieller Art, in dieser Zeit eine solche Erneuerung auf den Weg zu bringen. Ich wünsche uns allen einen guten Tag und hoffe, dass wir nicht nur diese Begegnung heute haben, sondern dass sich – das wäre ein Wunsch, wenn ich den äußern darf – in der Tat entlang der großen Töchter und Söhne dieser Stadt manch‘ Dialog geisteswissenschaftlicher Art an diesem Ort in der Zukunft organisieren lässt. Ich hoffe, dass wir auf diese Weise ein gutes Stück realisieren, was die Stadt Trier für unser Land Rheinland-Pfalz sein kann und ist, nämlich ein Bindeglied zu unseren europäischen Nachbarn und eine Stätte, von der die europäische Arbeit, das europäische Zusammenleben, und – wie ich gerade in diesen Tagen besonders hoffe – das europäische Zusammenwachsen Impulse erhält. 14 Blick in das Auditorium (von links nach rechts: Franz Müntefering, Jürgen Burckhardt, Christoph Grimm, Malu Dreyer) Helmut Schröer, Oberbürgermeister der Stadt Trier 15 Grußworte Helmut Schröer Oberbürgermeister der Stadt Trier Sehr geehrte Frau Fuchs, meine sehr verehrten Damen und Herren, 2004, vor einem Jahr, erinnerte die Stadt Trier an die Gründung der Stadt 16 vor Chr. Im Rahmen unserer Aktion„Trier 2020“ organisierten wir auch einen Wettbewerb.“ Wer ist der größte Trierer?“ lautete die Frage. Kaiser Augustus, Kaiserin Helena, Balduin von Luxemburg, Friedrich Spee, Oswald von NellBreuning, Kaiser Konstantin, Caspar Olevian oder Karl Marx? Meine Damen und Herren, Sie können sich schon vorstellen, wie das Ergebnis dieser Abstimmung ausgefallen ist. Karl Marx wurde als der größte, soll heißen auch der berühmteste Trierer ausgerufen. Vor dem Hintergrund der weltweiten Bekanntheit von Karl Marx war dieses Ergebnis sicherlich wenig überraschend. Für das Leben dieser Stadt mag mancher Sohn Triers mehr bewirkt haben als der zumeist in London ansässige Philosoph und ökonomische Schriftsteller, der bekanntlich schon in jungen Jahren seiner Vaterstadt verlassen hatte. Aber an weltweiter Wirkung wird er kaum von jemanden übertroffen. Konstantin der Große – zwar nicht hier geboren, aber hier aufgewachsen – begann von hier aus mit der Neuerung des römischen Weltreiches. Und auch ein anderer bedeutender Trierer, der Jesuit und Begründer der Katholischen Soziallehre, Oswald von Nell-Breuning, Ehrenbürger unserer Stadt, hat die herausragende Bedeutung von Karl Marx hervorgehoben, wenn 16 er sagte:„Wir stehen alle auf den Schultern von Karl Marx!“ Dann aber zu präzisieren, Karl Marx habe zwar die richtigen Fragen gestellt, aber die falschen Antworten gegeben. In seiner Heimatstadt Trier wurde Karl Marx am 5. Mai 1818 als drittes Kind des Anwalts Heinrich Marx und dessen Ehefrau Henrietta in der Brückenstraße 10 geboren. Allerdings lebte die Familie dort nicht lange. Bereits 1819 bezog sie ein kleines Wohnhaus in der Simeonstraße. Dass der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus ausgerechnet aus dem katholischen Trier und zudem noch aus einer Bürgerfamilie stammt, wurde und wird zum Teil auch heute noch als paradox empfunden. Und doch zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass die Stadt zu jener Zeit geradezu prädestiniert dafür war, revolutionäre Impulse zu geben. Trier wurde nach dem Wiener Kongress von 1815 der Herrschaft des Königreichs Preußen zugeschlagen, was mit geistiger und politischer Unterdrückung sowie wirtschaftlichem Abstieg einherging. Die preußische Zollpolitik unterband den Handel der Weinbauern mit den westlichen Nachbarn und erschwerte den Weinabsatz in Preußen selbst. Dies führte in Verbindung mit hohem Steuerdruck und stetig steigenden Preisen zu großer wirtschaftlicher Not: 1831 lebte fast ein Drittel der Bevölkerung am Rand oder unterhalb des Existenzminimums. Die soziale Lage und die politischen Spannungen mit dem preußischen Staat stürmten auf den jungen Karl Marx ein, den es nach seinem Abitur 1835 erst zum Jurastudium nach Bonn und ein Jahr später nach Berlin zog. Marxs späterer Schwiegervater, Ludwig von Westphalen, mit dessen Tochter Jenny der kleine Marx gemeinsam aufwuchs, war damals bei der Trierer Regierung für das Armen- und Gefängniswesen zuständig. Er hat vielleicht als erster dem jungen Marx Eindrücke vom unsäglichen menschlichen Elend vermittelt, 17 das sich im Trierer Land ausgebreitet hatte und das bei dem 17-jährigen Gymnasiasten des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums die Überzeugung weckte, so der Abituraufsatz, entscheidender Antrieb für die Berufswahl müsse„das Wohl der Menschheit“ sein. Aber auch die damaligen politischen Verhältnisse – hier noch einmal der Hinweis auf Preußen – erklären, warum Marx zu der Auffassung kam, es reiche nicht aus, die politischen Verhältnisse zu interpretieren, es komme vielmehr darauf an, sie zu verändern. Dies ist sein Vermächtnis. Es gilt auch heute noch, so umstritten seine Theorien im Einzelnen auch sein mögen. Karl Marx ist natürlich ein großer Sohn unserer Stadt. Und Dank gilt der Friedrich-Ebert-Stiftung, die seit 1968, als die Sozialdemokratische Partei Deutschlands das Gebäude aus Anlass des 150. Geburtstages der Stiftung übergab, das Haus als Forschungsinstitut und Museum führt. Durch dieses Haus und durch die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung hier in Trier wird die Erinnerung an den großen Sohn der Stadt Trier, an Karl Marx, in besonderer Weise wachgehalten. Die erneute Innenrenovierung und Neukonzeption der Dauerausstellung ist für unsere Stadt ein Geschenk. Es ist so, sehr geehrte Frau Professor Bouvier, wie Sie vor einigen Tagen in der Presse erklärten:„Eine gute Investition, mit der wir das Museum fit für das 21. Jahrhundert gemacht haben.“ Damit haben Sie auch für unsere Stadt eine Zukunftsinvestition getätigt. Denn für die Fremdenverkehrsstadt Trier ist es, was die Zukunft angeht, schon von besonderer Bedeutung, welche Museumsinfrastruktur sie anbieten kann. Und hier sind wir auf einem guten Weg. Bis zum Jahr 2007, wenn wir über Luxemburg an der„Europäischen Kulturhauptstadt“ teilhaben, wird der großzügige Umbau unseres städtischen Museums abgeschlossen sein. Das Land Rheinland-Pfalz investiert beachtlich in den Umbau des Rheinischen Landesmuseums, unser römisches Museum. 18 Blick in das Auditorium (von links nach rechts: Roland Schmidt, Kurt Beck, Anke Fuchs, Franz Müntefering, Jürgen Burckhardt, Christoph Grimm, Malu Dreyer, Klaus Jensen) Beide Museen dienen 2007 der großen Konstantin-Ausstellung als Ausstellungsraum. Und mit dem neu gestalteten Karl-MarxHaus haben wir, ich deutete es schon an, eine großartige, auf die Zukunft ausgerichtete Museumsinfrastruktur. Dafür möchte ich mich im Namen der Stadt Trier bei der Friedrich-EbertStiftung sehr herzlich bedanken. Ich bin sicher, das Karl-Marx-Haus wird nicht zuletzt durch diese neue Präsentation weiterhin an Attraktivität und Zuspruch gewinnen. Die Struktur der Besucher unterscheidet sich aufgrund der weltweiten politischen Entwicklung natürlich von der Besucherstruktur in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Das Gästebuch des Karl-Marx-Hauses ist ein„Who ist Who“ in nationaler und internationaler Politik – zumindest wenn es um sozialistische oder kommunistische Partein oder Länder ging. Der Besucherstrom hat nicht nachgelassen, er ist anders 19 geworden, viele Schüler, viele Studenten, aber auch generell interessierte Touristen aus der ganzen Welt. Karl Marx ist, wie ich eben sagte, ein berühmter Sohn dieser Stadt. Und, wer will es bestreiten, wir zählen zunehmend chinesische Gäste im Karl-Marx-Haus und damit auch in unserer Stadt. Die größte Gruppe unserer Übernachtungsgäste bilden die Niederländer. Aber bereits auf dem zweiten Platz folgen unsere Gäste aus China. Trier ist, glaubt man den Leuten, die bereits in China zu Besuch waren, ohnehin die bekannteste deutsche Stadt. Für die Moselmetropole Trier hat dies in vielen Facetten positive Auswirkungen auf die Fremdenverkehrsbilanz – eine durchaus willkommene Begleiterscheinung. Heute jedoch feiern wir die Wiedereröffnung dieses Geburtshauses eines bedeutenden Philosophen. Ich möchte mich sehr herzlich dafür bedanken, dass sich durch diese Investition das Karl-Marx-Haus in Trier in einer Art und Weise präsentiert, die der Bedeutung eines großen Sohnes unserer Stadt angemessen ist. Vielen Dank. 20 Franz Müntefering, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 21 Festrede Franz Müntefering Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Verehrte Festversammlung, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, das Geburtshaus von Karl Marx hat eine große Tradition als eine Stätte der Beschäftigung mit der Geschichte der Arbeiterbewegung, für die breite Öffentlichkeit in Form eines Museums, aber für die Fachwelt auch mit angeschlossenem Studienzentrum. Nach dem Umbau wird es heute neu eröffnet, deshalb sind wir alle miteinander hier und freuen uns darüber. Ich will beginnen mit einem herzlichen Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass diese Modernisierung möglich geworden ist. Es ist ein Verdienst der Friedrich-Ebert-Stiftung, aber vieler anderer Beteiligter auch. Herzlichen Dank dafür! Ich glaube, es war gut und richtig, das gemacht zu haben. Es wird vielen Menschen Anregungen geben und eröffnet einen Blick in die Geschichte der Arbeiterbewegung und in die Geschichte Karl Marx’. Vielen Dank dafür! Das Karl-Marx-Haus hat eine bewegte Geschichte: 1928 von der SPD gekauft, aber Museum wurde es nicht mehr, sondern es wurde 1933 von den Nazis enteignet und für ihre Zwecke missbraucht – auch das ein Stück der Geschichte. 1947 konnten Museum und Gedenkstätte dann dank des Einsatzes eines internationalen Komitees unter Leitung des damaligen Stellvertreters des französischen Ministerpräsidenten Léon Blum doch noch entstehen. In diesem Komitee haben Internationale Sozialisten, 22 Parteien, Gruppen, Jugendorganisationen mitgearbeitet, um den Aufbau des Karl-Marx-Hauses zu unterstützen. 1968/1969 ging das Museum in die Hand der Ebert-Stiftung über. Ein großer internationaler Ruf geht ihm voraus: Als Forschungsstätte und Bibliothek. Es genießt großes Ansehen bei Menschen aus aller Welt, die hierher zu Besuch kommen. Als ich in China war, habe ich gelernt, dass Trier, Herr Oberbürgermeister, die Stadt im Zentrum von Deutschland ist, und dass Trier die wichtigste Stadt überhaupt ist. Einige Verwirrung habe ich damit gestiftet, dass ich ihnen erzählt habe, dass selbst der neue Bischof von Trier Marx heißt. Das war sehr schlecht zu vermitteln, aber es war eine interessante Information, die ich ihnen geben konnte. Ich selbst bin zum ersten Mal hier und als SPD-Vorsitzender überlegt man natürlich einen Augenblick: Ist das ein Termin, der wichtig ist, der nötig ist und zu welchen Kommentaren könnte das Anlass geben? Den einen oder anderen habe ich auch schon gelesen. Als Kind der Bundesrepublik muss ich natürlich zugeben: Marx war mein Lehrmeister nicht, die Geschichte der letzten 50 Jahre und des lange geteilten Deutschlands hat wohl dazu beigetragen, dass es bei mir eine gewisse Fremdheit gibt gegenüber Marx und Marxismus, vielleicht auch Verklemmtheit. Weil er von manchen in Anspruch genommen worden ist, mit denen man nicht zusammen gesehen sein wollte. Aber hierher bin ich gern gekommen, denn das Marx-Haus ist ja noch mehr als vorher Ort der kritischen Auseinandersetzung mit Marx und seinem Werk. Es ist keine Weihesstätte und keine Ruhmeshalle, sondern hier setzen sich Menschen auseinander mit einem wichtigen Stück Geschichte. Und mit der Frage, welche Lehren kann man ziehen aus dem, was Marx gesehen, geschrieben, gesagt hat, und dem, was daraus geworden ist. 23 Das Haus eröffnet den Blick auf die Arbeiterbewegung, auf die größte und wichtigste gesellschaftliche Entwicklung, die in den letzten 150, 200 Jahren Europa mitgeprägt hat – ich glaube, das darf man schon sagen, dass dieses Europa, so wie wir es heute kennen, davon mitgeprägt ist. Dass, wenn wir heute von sozialer Ordnung sprechen in den europäischen Staaten, viel von der Geschichte der Arbeiterbewegung darin steckt. Dass die Friedrich-Ebert-Stiftung dieses Museum und Studienzentrum betreibt, ist natürlich als ein zusätzliches Argument für mich hinzugekommen, denn Friedrich Ebert, der Demokrat und Sozialdemokrat, der erste deutsche Reichspräsident, der auf die gestaltende Kraft des Staates setzte und nicht auf Revolution und Anarchie, der an die Macht der Reformen glaubte, ist mir natürlich sehr viel näher als der Philosoph Marx. Liebe Anke Fuchs, ein Dankeschön dir und der Friedrich-Ebert-Stiftung für euer Engagement und für die Gelegenheit für den Parteivorsitzenden heute, das Karl-Marx-Haus zu besuchen und dabei zu sein. Vielen Dank dir und allen, die mithelfen. Der Blick in die Geschichte der Arbeiterbewegung ist wichtig, auch in Zeiten, in denen alles so auf die Gegenwart starrt, wie in diesem Sommer 2005. Wir stehen in Deutschland vor einigen wichtigen Wochen und Monaten am Beginn eines Wahlkampfes. Wir hoffen, dass wir am 18. September in Deutschland abstimmen können über die Frage, wie das in den nächsten Jahren in der Politik in Deutschland weitergehen soll. Die Luft wird voll sein in den kommenden Monaten vom konkreten Heute, von Bilanzen und Perspektiven und Konzepten für die nächsten vier Jahre, auch von Gerüchten und Spekulationen. Sei’s drum, der Blick in die Geschichte hat seinen Reiz, der Blick auf Ideen und ihre Wirkung auf Ursprünge, Ziele und Wege, auf Irrtümer und auf Errungenschaften. 24 Meine Damen und Herren, im neuen Teil der Ausstellung wird gezeigt, wozu Marx auch geführt hat. Kommunismus, kritische, europäische Philosophie, afrikanische lateinamerikanische Befreiungsbewegung – sie alle berufen sich auf Marx, mit Berechtigung, mit viel Berechtigung. Willy Brandt hat bei seiner Rede zum 30. Jahrestag der Eröffnung des Hauses 1977 festgestellt, dass man Marx am besten gerecht wird„wenn man ihm im Positiven wie im Negativen vom Podest der Unberührtheit herunterholt“. Marx habe keinen Heiligenschein verdient, aber auch keine Diffamierung. Und ich finde, das ist eine gute Einladung zur Auseinandersetzung. Zwischen Karl Marx und der SPD stehen heute das Godesberger Programm und 142 Jahre praktischer Politik. Das Verhältnis der Partei zum einstigen Vordenker der Arbeiterbewegung war immer schwierig, auch anregend, aber nicht prägend, wenigstens nicht in den Jahren, in denen wir hier Sozialdemokratie miterleben. Marx hat Zeit seines Lebens einen wichtigen Fehler gemacht, nämlich die soziale Leistungskraft des demokratischen Staates zu unterschätzen. Er wollte die Revolution. Er glaubte, sie sei nötig, weil er dem Staat und der Gesellschaft nicht zugetraut hat, für gerechte und menschenwürdige Verhältnisse in einer sozialen Marktwirtschaft zu sorgen. Er hat deswegen auch die praktische politische Tätigkeit innerhalb der bestehenden Produktionsverhältnisse abgelehnt. Er hat gedacht, nicht gehandelt. Die Faszination der Gedanken für die Handelnden war ihm bewusst; und sie ist auch nicht zu leugnen. Aber er war Philosoph, nicht Politiker. Ich stelle gegen ihn Hannah Arendt, die gesagt hat, dass Politik die„praktische Liebe zum Leben“ ist. Politiker dürfen auch stolz sein auf Politik. Immerhin ahnte Marx sein Dilemma und projizierte es bekanntlich auf Feuerbach in seiner These 11:„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert – es kommt aber darauf an, sie zu verändern“. Er war Philosoph. 25 Gerade in der deutschen Sozialgeschichte hat sich der Staat auch als Bedingung für Demokratie und als eine Ordnung erwiesen, die sozialen Ausgleich schaffen kann, die die Freiheit des Individuums bewahren und erweitern kann. Ein Staat, der Menschenrechte garantiert und der Grundrechte sichert. Die Arbeiterbewegung hat mitgestaltet. Sie blieb nicht in Idealen stecken. Sie war praktisch und konkret. Zwei Maximen schwingen seit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Vereins vor 142 Jahren am 23. Mai 1863 in Leipzig mit, damals und seitdem immer wieder. Lassalle legte sie den Delegierten damals auf den Tisch. Mit meinen Worten: Wenn du willst, dass etwas besser wird, im Großen und im Kleinen, dann warte nicht ab, dass irgendwer was tut, sondern mach dich selbst auf den Weg und arbeite daran, dass es besser wird. Und zweitens, wenn du willst, dass es besser wird, denke daran, dass es gemeinsam leichter gelingt. Gründe einen Verein, wir würden heute sagen, komm in die Partei, alleine schafft man es nicht. Das finde ich, meine Damen und Herren, liebe Freunde, ist das Credo sozialdemokratischer Arbeit seitdem: Sich nicht abfinden mit den Dingen, wie sie sind, sondern es besser machen wollen im Großen wie im Kleinen, es gemeinsam besser machen wollen. Einigkeit macht stark! Die lange Zeit deutlicher Diskrepanz zwischen dem programmatischen – auch von Karl Marx erheblich beeinflussten – Teil sozialdemokratischen Wirkens und dem praktischen Handeln der Sozialdemokraten in Gesellschaft und Parlamenten, diese Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis, ist heute Geschichte. Manchmal, so ganz leise, ahnt man den Streit von damals um Ziele und Wege immer noch. Die Auseinandersetzung um Ziel und Weg und ihr Verhältnis zueinander wird die SPD wohl nie verlassen. Aber es waren die pragmatischen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die sich an die Gestaltung 26 der Freiheit gemacht haben, die Mutigen, die Reformer, die Ausdauernden. Sie waren pragmatisch im guten Sinne: Sie hatten die richtige Mischung von Grundwerten und Handeln, von Ziel und Weg. Sie glaubten nicht an das Paradies auf Erden irgendwann, sie stritten für die Kaffeepause jetzt. So war das. Auf dem Parteitag 1890 in Erfurt, als die Sozialistengesetze zu Ende waren und Kautsky und Bernstein sich stritten – der eine Abschnitte aus dem Kapital verlas und der andere gesagt hat: 8-Stunden-Tag. Beide hatten Recht. Aber das, was praktische Politik ausmacht, das hat sich niedergeschlagen in dem, was Eduard Bernstein, der sich selbst einen Marxisten nannte, damals praktizierte. Sie wussten zweierlei: Man darf nicht irgendeines imaginären Zieles wegen zuerst mal Mauern bauen und die Menschen einsperren. Kein Ziel rechtfertigt so etwas. Aber man darf auch nicht einen Weg einschlagen, der nicht glaubwürdig Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität zum Ziel hat. Beides gehört zusammen. Für die SPD als Ganzes war der Impuls der Arbeiterbildungsvereine immer wichtiger als die Auslegung der marxschen Schriften. So manifestierte sich der Kerngedanke der sozialdemokratischen Bewegung, die Emanzipation des Einzelnen, die Befreiung der Köpfe zuerst, die Befähigung des Einzelnen zur Freiheit. Das meinte: Bescheid wissen, selbst entscheiden können, urteilsfähig sein. Die deutsche Sozialdemokratie hat sich nicht gegründet, um eine Krankenkasse zu gründen, das wurde irgendwann auch wichtig. Sondern sie sind zusammengekommen aus Arbeiterbildungsvereinen, und der erste große Impuls war 1863 und danach: Bescheid wissen, die Menschen frei machen von Unterdrückung, von Nicht-Bescheidwissen, sie fähig machen, sich selbst zu entscheiden – insofern war Sozialdemokratie immer Befreiungsbewegung. 27 In diesem guten Sinn, und ich hoffe wir tragen diesen Gedanken weiter. Das ist auch 2005 nicht anders. Das Wichtigste, was Politik leisten muss ist – wenn wir darüber sprechen, was wir als Rahmenbedingung setzen – die Menschen instand zu setzen, ihren eigenen Kopf zu gebrauchen, zu wissen und zu entscheiden. Deshalb bleiben Bildung und Qualifikation, gleiche Chancen für alle, unabhängig davon wie dick Papas Portemonnaie ist, die entscheidenste und zentralste sozialdemokratische politische Herausforderung, die ich mir überhaupt vorstellen kann. Da fängt das alles an. Da fängt die Sache mit der Freiheit an, die nicht zufällig der erste unserer Grundwerte ist seit 1863. Das mit der Gerechtigkeit und das mit der Solidarität geht nur, wenn davor die Freiheit gesetzt ist. Demjenigen, der mit 16 ohne Abschluss aus der Schule kommt, zu sagen„Bei dir sorge ich jetzt mal für soziale Gerechtigkeit“, ohne ihm im Kindesalter die Freiheit zu geben zu gleichen Bildungschancen, das ist keine Politik, die wir meinen. Wir müssen vorne anfangen. Willy Brandt hat in einer großen Rede ein Resümee seines politischen Lebens gezogen. Er hat damals gesagt:„Wenn ihr mich fragt, was das Wichtigste ist, sage ich euch, neben dem Frieden die Freiheit“. Ich bitte alle, die mithelfen wollen und können, diese Freiheit, diese große Idee, die Freiheit von und die Freiheit zu, nicht irgendwelchen zu überlassen, die das Wort Freiheit oder Liberalität auch aussprechen, sondern es als sozialdemokratisches Gut zu hegen und zu pflegen und deutlich zu machen, was Sozialdemokratie meint, wenn wir über Freiheit in diesem Lande sprechen: die zentralste Aufgabe, die wir haben. Mindestens seit dem Godesberger Programm von 1959 sagen wir es deutlich: Freiheit ist nicht Ziel einer freien Gesellschaft irgendwann, einer Utopie, sondern Freiheit ist Weg und Ziel in gleicher Weise. Und zwar in jedem Menschen und zwar jetzt. 28 Mit Godesberg hat sich die SPD zu dem bekannt, was sie vor allem ist,„eine demokratische soziale Reformpartei, die in Konkurrenz oder in Zusammenarbeit mit anderen Parteien, Staat und Gesellschaft gestalten will“, so hat das Susanne Miller gesagt, deren 90. Geburtstag wir vor kurzem gefeiert haben. Viele von Ihnen, von euch, werden sie kennen und wir werden es ihr weitersagen können, wir wollen ihr Beifall und Dankeschön schicken von hier, sie ist eine tolle Frau und hat viel beigetragen zu dem, was sozialdemokratische Geschichte in den vergangenen Jahrzehnten ausmacht, also Dank an Susi Miller bei der Gelegenheit! Das, was ich hier sage, ist mehr als Idealisierung von Freiheit, das will auch mehr, als dass die Gedanken frei sind. Das Lied von der Gedankenfreiheit, das singen viele, aber Sozialdemokraten waren der Meinung, es reicht nicht, wenn nur die Gedanken frei sind. Diese Freiheit, die wir meinen, will, dass es den Menschen besser geht, dass sie gut leben können, dass sie in Würde leben können. Diese Freiheit ist sehr konkret und sehr praktisch. Die Freiheit im Kopf, die Freiheit der Gedanken gehört dazu, aber Freiheit ist sehr viel konkreter. Wir wollen eine Gesellschaft, in der Menschen frei sind und unter gerechten Bedingungen solidarisch miteinander leben. Wir nehmen die Welt, wie sie ist, und gestalten sie zum Besseren. Das meinen wir, wenn wir von Fortschritt sprechen. Meine Damen und Herren, wenn Karl Marx uns heute noch etwas zu sagen hat, dann bestimmt nicht als politischer Ratgeber unmittelbar, sondern als Analytiker, der mit genauem Blick die Umstände beschrieben hat. Das Kommunistische Manifest übrigens schrieben Karl Marx und Friedrich Engels als sie 30 bzw. 28 Jahre alt waren, also als Jusos, das entschuldigt einiges. Marx‘ Hauptwerk, das„Kapital“, findet man heute immerhin als Lesetipp im Handelsblatt-Lexikon:„Die besten Managerbücher“. Ich habe mir das gestern Abend noch angeguckt, und die 29 beschreiben das ganz ernsthaft. Die sagen:„Doch, das sollte man schon lesen, das sollte man schon wissen“ – mit viel Respekt. Immerhin, wer heutzutage das Kommunistische Manifest von 1848 zur Hand nimmt, der findet neben vielen problematischen Passagen auch eine kluge und sehr prägnante Beschreibung der wirtschaftlichen Globalisierung. Er hat da was geahnt oder gewusst. Selbst unverdächtige Wirtschaftszeitungen wie Financial Times weisen auf die Aktualität dieses Textes hin. Da wird die Ausweitung der Profitlogik genauso beschrieben, wie der Verlust politischer Gestaltungsmöglichkeit. Das Verschwinden der nationalen Grenzen, genauso wie der Verlust von Verständnis für die existenziellen Sorgen der Menschen im Alter. Unter anderen Vorzeichen und auf anderem Sozialniveau stehen wir vor ähnlichen Problemen, wie Marx sie sah, aber wir müssen andere Lösungswege finden. Unsere Vorschläge dazu speisen sich aus einer aktiven Reformpolitik, die heute dafür sorgen will, das Wohlstand für alle gesichert wird, dass es den Menschen auch morgen gut geht, möglichst besser als heute. Wir stehen derzeit in der Politik der Bundesrepublik vor einer richtungsweisenden Entscheidung, keine Frage. Wir wollen den Menschen die Gelegenheit geben, für klare Verhältnisse zu sorgen. Der Souverän, das Volk soll entscheiden. Es geht dabei auch um den Primat der Politik. Wir wollen ihn erhalten. Manche sagen mir:„Der Anspruch auf Moral in der Politik, auf Unternehmerethik, dass ist sehr gut, aber du musst doch wissen: Geld regiert die Welt, lass die Finger davon.“ Dazu sage ich, und dazu sagt die Sozialdemokratie: Wir finden uns nicht damit ab, dass Geld die Welt regiert, wir wollen, dass der Mensch im Mittelpunkt dessen ist, was auf diesem Stern in den Ländern und in der Politik stattfindet. Das ist unser Anspruch, und dafür machen wir Politik. 30 Wir wollen auch in einer globalisierten Welt, wo der Markt und das Geld entgrenzt sind, die Chance wahren, dass Menschen es durch gute Politik besser machen können. Wir wollen verhindern, dass die sozialen Verhältnisse nur vom Markt und seinen Mechanismen bestimmt werden. Wir wollen demokratische Gestaltung. Wir wollen sozialen Fortschritt. Der Markt, das wissen wir, ist unschlagbar, wenn es darum geht, Güter zu gewährleisten, die man mit Geld bezahlen kann. Aber es gibt eben auch andere Güter. Unverzichtbar und öffentlich: die Bildung, die Gesundheit, die Sicherheit, die Kultur, Dinge die Geld kosten, die aber nicht alleine der Profitlogik folgen. Aber sie müssen durchgesetzt werden. Gemeinsam mit dem Markt, manchmal auch gegen den Markt, wenn es gesellschaftlich vernünftig ist. Da geht es um die Rolle von Politik, um Gestaltung. Ob der Staat dann handlungsfähiger ist, wenn er für öffentliche Daseinsfürsorge eintreten kann oder nicht. Deshalb sagen Sozialdemokraten in diesem Jahr auch: Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat. Das Wort Staat ist etwas, das in Deutschland nicht populär ist, manche wagen es gar nicht mehr in den Mund zu nehmen, manche reden darüber, als ob das eine Krake wäre, die den Menschen aus der Tasche holt, was sie nur bekommen kann. Aber Staat ist nicht nur die Voraussetzung für Demokratie, sondern ist auch die Voraussetzung dafür, dass Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Solidarität organisiert werden können. Deshalb, ein schlanker Staat ist gut, ein kranker Staat nicht. Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat, und zwar als Bund, Länder und Gemeinden, einschließlich Europa. Dabei geht es auch darum klar zu machen, dass Wirtschaft für die Menschen da ist und nicht umgekehrt. Dasselbe gilt auch für den Staat. Der Staat ist für die Menschen da und nicht umgekehrt. Im Mittelpunkt muss der Mensch stehen, aber es wird ohne einen handlungsfähigen Staat nicht gehen. 31 Die Arbeiterbewegung hat Rechte für Arbeiter erkämpft, den 8-Stunden-Tag, den Kündigungsschutz, die Mitbestimmung, die Tarifautonomie. Ich will andere Inhalte der Arbeiterbewegung hier nicht besonders ansprechen, aber dieses doch, mit diesem klaren Wort: Diese Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, über Jahrzehnte, um nicht zu sagen über Jahrhunderte erstritten, sind ein hohes Gut, das erhalten und verteidigt werden muss. Eine Gesellschaft, eine Marktwirtschaft, eine soziale Marktwirtschaft, die auch Arbeitnehmerrechte kennt, wie wir sie haben, ist wettbewerbsfähig, sie ist nicht weniger wettbewerbsfähig als zum Beispiel andere Gesellschaftsordnungen und als Marktwirtschaft pur. Deshalb wird es ganz wichtig sein, in diesen und in den kommenden Jahren darauf zu achten. Wir dürfen nicht mit dem Verweis auf die Notwendigkeit der Wettbewerbsfähigkeit das aufgeben, was seit Jahrzehnten, Jahrhunderten erstritten worden ist: Dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich in gleicher Augenhöhe begegnen, dass keiner Herr und keiner Knecht ist. Beide müssen miteinander ihre Vereinbarung treffen können, und dazu gehört, dass die Arbeitnehmer ernst genommen und nicht nur zur Verfügung gestellt werden. Die Rechte der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerrinnen gehören zwingend zur sozialen Marktwirtschaft mit dazu und dürfen neuen Entwicklungen nicht geopfert werden. Wir wollen sozialen Fortschritt. Manche Philosophen sagen, Fortschritt gibt es nicht. Das ist der Streit, den es darüber gibt: Das ist eine Illusion, dass es besser werden könnte. Oder kann man nicht doch im Kleinen und im Großen das eine oder andere erreichen? Wir wollen den sozialen Fortschritt, wir wollen, dass Deutschland, das ein starkes Land ist, diese Stärke nutzt und dafür sorgt, dass es den Menschen gut geht, dass in Forschung, Bildung und Innovationen investiert wird, dass die Produktivität staatlichen Handelns hoch ist, indem wir investieren in Dinge, 32 die sich auszahlen – morgen und übermorgen noch mehr als heute und gestern. Deutschland, das ist unser Ziel muss Hochleistungs- und Hochlohnland bleiben. Das hat zur Bedingung, dass wir investieren in die Zukunftsfähigkeit des Landes, dass wir das hohe Niveau an Leistungsfähigkeit halten. Wer ernten will muss säen, und deshalb gehört zur Politik heute dazu, dass wir den Menschen sagen müssen, auch in den nächsten Wochen und Monaten:„Wir müssen einen Teil dessen, was wir erwirtschaften, und einen Teil dessen, was an Mehrwert da ist, investieren in die Köpfe und in die Herzen der jungen Menschen. Das ist die eigentliche Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes überhaupt; nicht immer leicht vermittelbar. Und ich weiß, wenn man darauf hinweist, dass wir den Etat beim Ministerium für Bildung und Forschung um 30% erhöht haben, gibt es drei kurze Klatscher in Wahlkämpfen und dann sofort die Frage: Was ist mit der Praxisgebühr? Ich verstehe das mit der Praxisgebühr, aber das ist genau das Thema, an dem wir zu arbeiten haben in den nächsten Wochen und Monaten. Wenn man will, dass wir auch morgen und übermorgen Hochleistungs- und Hochlohnland bleiben können, müssen wir heute investieren in Wissen, in die Bildung, in die Forschung, in die Technologie, in die Zukunftsfähigkeit des Landes und dürfen das, was wir haben, nicht verbrauchen. Im Sauerland, wo ich zu Hause bin, hieß das: Man darf die Saatkartoffel nicht verfuttern, man muss sie verpflanzen. Das ist das, was wir im Augenblick zu tun haben, was manchmal schwer zu vermitteln ist, aber was richtig ist, und deshalb werden wir es auch tun. Wir wollen sozialen Fortschritt, wir wollen Erneuerung und Zusammenhalt, das heißt wir wollen das, was wir mit der Agenda 2010 begonnen haben, weiterführen, es um neue Akzente ergänzen, dafür sorgen, dass, da wo etwas klemmt, es verbessert wird, und dafür sorgen, dass die großen Sozialsysteme solidarisch 33 finanziert bleiben. Solidarität hat auch etwas zu tun mit Almosen geben, mit der Bereitschaft, seinen Mantel zu teilen, das gehört zum Leben der Menschen auch dazu, und da kann man stolz sein, wenn in schwierigen Situationen die Menschen dazu bereit sind, zu helfen und zu teilen. Aber organisierte Solidarität gehört ebenso zum Leben. Organisierte Solidarität heißt, dass es große Sicherungssysteme gibt, die Menschen in der Stunde existentieller Not absichern. Solidarität ist nicht nur Helfen im Augenblick der Not, das muss auch sein, das ist normal, dass das nicht missverstanden wird, aber das andere, die sozialen Sicherungssysteme gehören auch dazu. Es soll so bleiben: Die, die gesund sind, helfen denen, die krank sind, die Arbeit haben, denen, die zurzeit keine Arbeit haben, und die stark sind und jung sind, denen, die nicht mehr oder noch nicht stark genug sind. Es gibt kein besseres System in unserer Gesellschaft als Menschen für Menschen, Generationen für Generationen. Das muss das dominierende Prinzip bleiben in unserer Sozialpolitik in Deutschland. Wir wollen Deutschlands Rolle in Europa und der Welt weiter akzentuieren. Über Europa wäre viel zu sagen im Augenblick. In diesen Tagen ist man manchmal ganz nachdenklich, wenn man die Verzagtheit hört bei manchen, was die europäische Perspektive angeht. Wir haben seit 60 Jahren Frieden in Europa. Das gab es, wenn man in die Geschichtsbücher guckt, noch nie, oder über Jahrhunderte nicht. Und wenn wir diese 60 Jahre Frieden nicht hätten, dann würden wir heute in Trier nicht über das sprechen, über was wir hier sprechen, sondern wir hätten ganz andere Sorgen. Dieses Europa muss eine Region des Friedens und der Friedensstiftung sein, eine Region der wirtschaftlichen Prosperität und eine Region der sozialen Gerechtigkeit sein. Das ist möglich, wir müssen dafür sorgen, dass diese große historische Chance – ich glaube, die größte, wichtigste historische 34 Entwicklung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts – nicht an Kleinkariertheiten zerbricht. Wir müssen dafür werben, dass dieses Europa gelingt. Wir müssen über dieses Europa hinaus in die Welt gucken: Die Welt ist kleiner geworden, durch die große Mobilität, die wir Menschen gewonnen haben. Das ist aber etwas, was ich durchaus noch mal zurückführen kann auf Marx. Der hat gewusst, dass das eine Welt ist, das hat er vor gut 150 Jahre schon gesehen. Wir wollen den Menschen Wege zeigen zu einer Gesellschaft, in der vieles von dem, was Marx und andere mit Recht beklagt haben, obsolet wird. Wir wollen unseren Weg der 142 Jahre weitergehen. Wir sind vorangekommen, aber wir wissen: Wir haben längst noch nicht alles erreicht und vor allen Dingen – das Letzte, was ich ansprechen will – nichts von dem, was erstritten ist, ist sicher. Das ist ein Problem meiner Generation, eher als der ganz jungen. Nach Ende des Krieges haben wir 50 relativ gute Jahre erlebt. Und irgendwo hat sich das Gefühl festgemacht, dass Wachstum und Wohlstand ein Naturgesetz ist in Deutschland, dass das immer so ist und dass das immer so bleibt. Das ist aber nicht so! Denn: Es hat in der Geschichte schon oft Völker gegeben und Städte, die haben geglaubt, sie liegen an der richtigen Krümmung des Flusses. Und nach zwei oder drei Generationen haben sie gemerkt: Es war einmal, die Wege laufen jetzt woanders her. Wir lesen in den Geschichtsbüchern über Städte oder über Handelswege, die bedeutend waren, und sagen: So war das damals, wir haben gedacht, die sind ganz gut und dann plötzlich war es ganz anders. Wir gehen aber davon aus, dass wir an der richtigen Krümmung liegen und auch an der richtigen großen Straße der Prosperität. Das kann auch weiter so sein. Deutschland ist stark, Europa auch. Wir müssen nur wissen, dass wir etwas dafür tun müssen. 35 Und das gilt in gleicher Weise auch für die Demokratie. Wir müssen dafür sorgen, dass die Demokratie und dass der Wohlstand und die Arbeitnehmerrechte, um diese drei Dinge zu nennen, nicht verloren gehen auf der Strecke, die vor uns liegt. Wenn die Menschen, die in das Karl-Marx-Haus kommen, sich mit Karl Marx beschäftigen, sich auseinander setzen mit seiner Zeit bei dieser Begegnung und bei dieser Auseinandersetzung lernen, sich in unsere konkreten politischen Probleme hineinzudenken, glaube ich, ist viel gewonnen. Geschichte wiederholt sich nicht ,aber man kann aus ihr lernen. In dem Sinne, liebe Anke, noch mal Dank für dieses Haus, für die neue Ausstellung, Dank all denen, die mitgewirkt haben, dass sie möglich geworden ist. Und jetzt wollen wir uns noch ein bisschen Zeit nehmen, sie uns auch anzugucken. Ich bedanke mich für ihre Geduld. Ich weiß, ich habe die einmalige Chance genutzt, das Mikrofon hier vorne zu haben, getreu Tucholsky: „Hast du das Mikrofon, gebrauche es“. Ich hab‘s versucht, ich hoffe, es war auszuhalten, ich bedanke mich bei ihnen, herzliches „Glück auf“, wie man bei mir zu Hause sagt. 36 Musikalische Parodie zu Karl-Marx Theater AG des Friedrich-Wilhem-Gymnasiums Trier 37 Musikalische Begleitung Jazzband des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Trier (Leitung: Bernhard Nink) 38 Impressionen des Tages Auf dem Weg von den Viehmarktthermen in Trier zum Karl-Marx-Haus (von links nach rechts, vorne: Anke Fuchs, Franz Müntefering, Kurt Beck, hinten: Jürgen Burckhardt, Dieter Dowe, Peter-Josef Mertes) 39 Eintragungen im Gästebuch 40 Franz Müntefering beim Besuch des Karl-Marx-Hauses Das Geburtshaus von Karl Marx(1818-1883) gehört zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt Trier. Das von der Friedrich-Ebert-Stiftung getragene barocke Bürgerhaus präsentiert eine Dauerausstellung zu Leben, Werk und Wirkung von Karl Marx und Friedrich Engels. Im nahegelegenen Studienzentrum steht zusätzlich eine große Spezialbibliothek zur Verfügung. www.fes.de/karl-marx-haus ISSN 1860-8280 ISBN 3-89892-424-6