Internationale Politikanalyse Globalisierung und Gerechtigkeit, Februar 2006 Michael Dauderstädt Sind unsere Löhne zu hoch? Schlaflose Nächte in der Basarökonomie “qÜÉ=êáÅÜ=~êÉ=åçí=ïçêâáåÖ=Ü~êÇ=ÉåçìÖÜ=ÄÉÅ~ìëÉ=íÜÉó= ~êÉ=åçí=ÄÉáåÖ=é~áÇ=ÉåçìÖÜI=ïÜáäÉ=íÜÉ=éççê=~êÉ=åçí= ïçêâáåÖ=Ü~êÇ=ÉåçìÖÜ=ÄÉÅ~ìëÉ=íÜÉó=~êÉ=ÄÉáåÖ=é~áÇ=íçç= ãìÅÜKÒ==== = gKhKd~äÄê~áíÜ=EòáíáÉêí=ÄÉá=m~ääÉó=NVVUW=NPOF= Wirtschaftswissenschaftler haben schlaflose Nächte in Deutschland. Sie haben schließlich das Faktorpreisausgleichstheorem(Sinn 2005: 19ff.) verstanden, das aussagt, dass sich die Löhne in globalisierten Wirtschaften angleichen. Bald ist es also Schluss mit dem guten deutschen Gehalt auf der C4-Stelle. Wie soll man all den gewohnten Luxus, das schöne Auto, gute Essen, die teure Wohnung, den langen Urlaub, die Kindererziehung noch mit den polnischen oder gar chinesischen Löhnen bezahlen können, an die man sich ja anpassen muss? Oder wenn man gar den Job verliert, weil der Staat schlanker werden muss und die Politiker bei jenen Staatsdienern mit dem Sparen anfangen, die ihnen die einschlägigen Empfehlungen gaben? Wenn der Leser jetzt stutzt, dann mit Recht. Weder werden die Basarökonomen ihren Job verlieren noch nur noch ein polnisches oder chinesisches Gehalt beziehen. Denn der Wink mit dem Zaunpfahl des Faktorpreisausgleichstheorems gilt natürlich nie dem Winkendem selbst, sondern anderen Mitbürgern in viel prekäreren Arbeitsverhältnissen. Konkurrieren wir mit Niedriglohnländern? Wer von Niedriglohnkonkurrenz betroffen ist, bestimmt sich durch die Marktmechanismen, die Arbeitnehmer in reichen Ländern mit denen in armen in Wettbewerb bringen. Es sind deren drei: Konkurrenz durch den Import billigerer Güter und Dienstleistungen, Produktionsverlagerung ins Ausland und Einwanderung von Arbeitnehmern aus Niedriglohnländern. Diese Prozesse gehen öfter Hand in Hand, wenn die verlagerte Produktion als billiger Import zurückkehrt, oder der Import von Dienstleistungen sich durch Einwanderung scheinselbständiger Subunternehmer vollzieht. Davon sind überwiegend relativ gering qualifizierte Jobs betroffen, die keine Kundennähe und/oder keine zeitnahe, enge Interaktion mit anderen, nur in reichen Ländern verfügbaren Koproduzenten erfordern. Diese Konkurrenz ist nicht neu. Spätestens seit den 1970er Jahren gingen Wirtschaftszweige wie die Textilindustrie oder der Schiffbau an Billiglohnländer verloren, was schon damals zu einer Debatte um die„neue internationale Arbeitsteilung“ führte. Viele der ausländischen Anbieter waren nationale Unternehmen, oft aber auch damals schon multinationale Konzerne, also in der Regel Töchter von Unternehmen in reichen Ländern. Auch Arbeitsmigration ist kein neues Phänomen, sondern war in den 1960er Jahren eine gewünschte Politik, um durch angeworbene Gastarbeiter Engpässe auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland und anderen westeuropäischen Länder zu überwinden. Was sich geändert hat, ist zunächst die Lage auf eben diesem westeuropäischen Arbeitsmarkt. Angesichts von Massenarbeitslosigkeit(die auf vielfältige Ursachen zurückgeht) werden vorher als vorteilhaft empfundene Prozesse skeptischer bewertet. Neben dieser subjektiven Komponente gibt es aber auch objektive neue Wettbewerbslagen, die schlagwortartig mit Globalisierung zu beschreiben sind. Mit der Öffnung Osteuropas drängt ein neues, räumlich nahes und relativ gut qualifiziertes Arbeitskräftepotential auf den westeuropäischen Markt. Die Senkung der Transport- und Informationskosten und die Welle liberaler Reformen während der letzten 20 Jahre haben die Bedingungen für Investoren nicht nur in den postkommunistischen, sondern auch in vielen anderen armen Ländern enorm verbessert. Schließlich hat die europäische Integration einschließlich der Osterweiterung und der Assoziierung von Nachbarländern die Risiken und Schranken sowohl für Investoren als auch für Migranten deutlich reduziert. Michael Dauderstädt Sind unsere Löhne zu hoch? Schlaflose Nächte in der Basarökonomie Globalisierung und Gerechtigkeit (02/2006) 2 Hätte Westeuropa keine Arbeitslosigkeit, würden lich das Endprodukt billiger in der Herstellung. Der auch diese neuen Bedingungen mit Wohlwollen beProfit steigt in dem Maße, wie die sinkenden Kosten trachtet. Aber inwieweit sind diese Veränderungen für nicht in die Preise weitergegeben werden. Für die die Beschäftigungsprobleme wirklich verantwortlich verbliebenen Jobs in den reichen Ländern verbessert bzw. verschärfen sie diese noch? Um diese Frage zu sich die Lage, dank höherer Wettbewerbsfähigkeit beantworten, sind die drei Marktmechanismen geund Absätze(Klodt 2004). In den transnationalen trennt zu betrachten: Wertschöpfungsketten nehmen sie in der Regel ohnehin die privilegierten Stufen ein, auf denen die 1. Internationaler Handel: An sich soll der Handel höchsten Wertzuwächse(sie entsprechen den hodie Wohlfahrt aller beteiligten Länder mehren, d.h. hen Löhnen) anfallen. Bei der Produktion eines zu höherem Realeinkommen(wenn auch nicht unMarkenturnschuhs etwa machen die eigentlichen bedingt höherer Beschäftigung) führen. Aber die Produktionskosten(Material und Arbeit) weniger als klassische Ökonomie setzt dabei voraus, dass die ein Fünftel aus, während Design, Werbung und VerProduktionsfaktoren, vor allem Arbeit, sich rasch trieb an kaufkräftigen Standorten den Rest einnehaus den durch Importkonkurrenz ruinierten Branmen. chen in die expandierenden Exportsektoren bewegt. 3. Migration: Einwandernde Arbeitnehmer können Die Löhne müssten in diesem Prozess eher steigen nur dann langfristig zu niedrigeren Löhnen arbeiten, und nicht fallen, da ja die neuen Arbeitsplätze per wenn sie entweder ihren Lebensmittelpunkt im Herdefinitionem produktiver sind. Die absoluten Lohnkunftsland beibehalten, wo sie sich und ihre Familie und Produktivitätsunterschiede spielen keine Rolle, zu niedrigeren Kosten ernähren können(steht hier da sie durch einen entsprechenden Wechselkurs für die gesamte Reproduktion), oder wenn sie dauausgeglichen werden. Andere Ansätze der Außenerhaft mit einem erheblich schlechteren Lebensnihandelstheorie gehen davon aus, dass Länder die veau zufrieden wären als ihre neuen Mitbürger im Branchen aufgeben, die knappe ProduktionsfaktoGastland. Im ersten Fall sind sie eher Pendler, was ren benutzen, und die expandieren, die reichlich ihre Zahl beschränkt; im zweiten ist anzunehmen, vorhandene Faktoren nutzen. Dabei wird unterstellt, dass sie nach und nach auf einer Annäherung von dass sich reiche Länder auf kapitalintensive ProdukBezahlung und Lebensniveau bestehen werden, tion spezialisieren, die qualifizierte Arbeitskräfte bewenn sie nicht durch andere Unterdrückungsmenötigt, und arme Länder auf arbeitsintensive Prochanismen davon abgehalten werden(weil sie z.B. duktion, die vor allem gering qualifizierte Kräfte einals illegale Einwanderer die Abschiebung befürchten setzt. Damit würde die Lohnspreizung in den reimüssen). Solche, auch oft schlechte Jobs sind attchen Ländern zu- und in den armen Ländern abraktiv für Einwanderer oder Pendler, da die in reinehmen. Inzwischen ist allerdings in den reichen chen Ländern erzielten – auch oft für dortige VerLändern die unqualifizierte Arbeit nicht mehr knapp hältnisse niedrigen – Löhne in ihren armen Herund in vielen armen Ländern das Kapital dank hoher kunftsländern eine erheblich(5-10 mal) höhere Auslandsinvestitionen(siehe 2.) auch nicht. Aber Kaufkraft haben. Gäbe es ein Nachbarland, das Knappheit definiert sich letztlich über den Preis. Da deutschen Arbeitnehmern zehnmal höhere Reallöhauch die Löhne der unqualifizierten Arbeitnehmer in ne als in Deutschland(also 250€/Std.) anböte, dann reichen Ländern höher sind als in den armen, ist es würden deutsche Arbeitnehmer sie auch eifrig animmer noch günstiger, derartige Produktionen dort nehmen, selbst wenn es Spargelstechen wäre. anzusiedeln, solange nicht die dort niedrigere Produktivität die Stückkosten über das Niveau der reiAlle diese Prozesse sind mit einer Fülle von Beispielen chen Länder treibt. zu belegen. In der volkswirtschaftlichen Statistik er2. Produktionsverlagerung: Diese Logik treibt die scheint ihre Bedeutung aber in einem deutlich schwäProduktionsverlagerung, bei der Firmen Stufen des cheren Licht. Die meisten empirischen Untersuchungen Produktionsprozesses und damit auch der Wert(Kinkel 2006, Kierkegaard 2004, Clement/Natrop schöpfung an die Standorte verlegen, wo sie am 2004, Geishecker/Görg 2004, Klodt 2004, Kucera/ kostengünstigsten und profitabelsten zu realisieren Milberg 2003, Geishecker 2002, Cline 1996, Wood sind. Nicht alle Produktionsprozesse bieten sich da1994) finden nur eine geringe Wirkung des internatiofür gleichermaßen an, aber dank immer weiter vernalen Wettbewerbs auf Beschäftigung und Löhne in besserter Transport- und Informationstechnologien den reichen Ländern. Zwar gingen dort Millionen Arlassen sich immer mehr Arbeiten„outsourcen“ – beitsplätze durch die Konkurrenz verloren; aber ihnen oder genauer –„offshoren“. Damit wird letztendstehen Millionen anderer neuer Jobs gegenüber. Zwar Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Unit hat sich in den meisten Ländern die Einkommensverteilung verschlechtert, aber dahinter verbergen sich auch hausgemachte Prozesse wie technologischer Wandel, Strukturen im Bildungssystem oder spezifische Marktkonstellationen, die Renten erlauben. Allerdings können manche dieser hausgemachten Veränderungen (z.B. Automatisierung) auch als präventive Antwort auf die drohende Konkurrenz gesehen werden, um die Lohnkosten zu senken. Außerdem gehen weder die meisten deutschen(oder allgemein von reichen Ländern ausgehenden) Investitionen in Niedriglohnländer, noch kommen von dort die meisten Importe(siehe Tabelle 1). Tabelle 1: Regionale Struktur deutscher Außenwirtschaftsbeziehungen Warum sind die Löhne woanders so niedrig und was sind die Folgen? Der Hauptgrund liegt in der niedrigen Produktivität der Arbeit in den armen Ländern. Arme Länder sind arm, weil die Arbeitskräfte dort eine geringe Wertschöpfung haben, also in einer gegebenen Arbeitszeit eine geringere Menge an Gütern und Dienstleistungen erbringen. Das wiederum liegt an verschiedenen Ursachen, primär an einer geringen Kapitalausstattung mit Maschinen, Infrastruktur und Humankapital(Bildung, Gesundheit). Wenn internationale Investoren für die Arbeiter ähnliche Bedingungen wie in den hoch entwickelten Ursprungsländern bereitstellen, können sie in der Regel auch eine ähnliche Produktivität erzielen. Region Direktinvestitionen Import Derartige Modernisierungsprozesse verlaufen aber (in%) aus weder flächendeckend noch gleichzeitig. Es entstehen (in%) Inseln und Zonen, in denen sich moderne Produktion Industrieländer 86,1 71,4 ansammelt, während in anderen Regionen Stagnation EU 53,5 60,0 oder Niedergang die Entwicklung bestimmen. Das gilt Reformländer* 6,6 17,7 Entwicklungsländer 7,3 10,6 * Mittel- und Osteuropa+ China+ Vietnam Quellen: Direktinvestitionen: Deutsche Bundesbank; Importe: Statistisches Jahrbuch 2005 für die BRD; eigene Berechnungen sowohl für die ärmeren Länder als auch für die reichen Länder, in denen ebenfalls Agglomerationszentren neben Krisenregionen bestehen, die auch ein erhebliches gegenseitiges Einkommensgefälle aufweisen. Dabei unterscheiden sich nicht nur die Einkommen, sondern auch die Preise, deren Niveau in den reichen Ländern Trotz der gigantischen weltweiten Unterschiede im Lohnniveau sind aber nicht alle Arbeitsplätze in die billigsten Länder abgewandert, wofür es gute Gründe gibt(Lucas 1990). Auch die Einkommensunterschiede zwischen armen und reichen Ländern haben sich nicht verringert, sondern sind eher gewachsen. Auch innerhalb der Länder gleichen sich die Faktorpreise anscheiund Boomregionen höher ist als in armen Ländern und Krisenregionen. Insofern resultiert der Wettbewerbsdruck auf Hochlohnstandorte nicht nur aus anderen, ärmeren Ländern, sondern immer auch aus dem Angebot billigerer Arbeitskräfte im eigenen Land, die häufig aus Krisenregionen(wie z.B. Ostdeutschland) stammen. nend nicht aus, sondern die Einkommensunterschiede nehmen zu. Obwohl innerhalb von nationalen Wirtschaften die Wettbewerbsintensität höher ist als in der Weltwirtschaft mit ihren vielfältigen Schranken, hält sich auch in ihnen der Faktorpreisausgleich in Grenzen. Auch in der globalisierten Wirtschaft scheint es starke Gründe zu geben, die den Wettbewerb der zu Wechselkursen umgerechneten Nominallohndifferenzen in seiner potentiell verheerenden Wirkung auf Beschäftigung und Lohnniveau in den wohlhabenden Ländern einschränken. Es macht einen riesigen Unterschied, je nach dem, ob man die Einkommen in reichen und armen Ländern zu Wechselkursen oder zu Kaufkraftparitäten vergleicht. Wechselt man einen Euro oder Dollar in die lokale Währung eines ärmeren Landes, so kann man dort mit dem eingetauschten Betrag mehr Güter und Dienstleistungen erstehen als zu Hause. Ein beliebter Indikator dafür ist der Preis eines Big Mac, der überall von fast gleicher Größe und Qualität ist, aber in China nur 1,26 USD kostet und im Euroland durchschnittlich dreimal so viel. Wäre der Big Mac typisch für den Warenkorb eines Arbeiters, so würde ein Chinese auch mit einem Drittel des europäischen Einkommens die gleichen Güter und Dienstleistungen kaufen können. Für den internationalen Arbeitgeber zählt aber sein in Wechselkursen umgerechneter Lohn, den er bei einem Kostenvergleich unterschiedlicher Standorte benutzt. 3 Michael Dauderstädt Sind unsere Löhne zu hoch? Schlaflose Nächte in der Basarökonomie Globalisierung und Gerechtigkeit (02/2006) 4 Offensichtlich funktioniert der Preisausgleich auf inTrotzdem nutzt diese internationale Arbeitsteilung ternationalen Märkten nicht nur bei Faktorpreisen erst einmal den reichen Ländern. Sie erhöht die Pronicht, sondern auch nicht bei Güterpreisen, obwohl die duktivität der Beschäftigten in den in Hochlohnländern Güter eigentlich viel mobiler sein sollten als die Menbefindlichen Produktionsstufen der transnationalen schen. Selbst im EU-Binnenmarkt und Euroraum variieWertschöpfungsketten, da Vorprodukte billiger hereinren noch die Preise selbst vieler handelbarer Güter(z.B. kommen. Solange die Kostensenkungen nicht in die Autos) stark von Land zu Land, ganz zu schweigen von Preise weitergegeben werden, steigt die WertschöpImmobilien wie Häuser und Grundstücke. Angewandt fung(= Differenz des Werts der Vorprodukte und Endauf die Frage nach den Ursachen der Lohnunterschieprodukte). Deswegen ist die Basarökonomie auch de, ergeben sich zwei Aspekte: wettbewerbsfähig und exportstark und kann sich hohe Löhne(in den verbleibenden Arbeitsplätzen) leisten. 1. Die Preise für die Güter und Dienstleistungen, die Inwieweit die höhere Wertschöpfung tatsächlich an die ein Arbeiter benötigt, sind niedriger als an HochBeschäftigten in Form höherer Löhne oder nur an die lohnstandorten. Sie sind das aber vor allem in LänKapitaleigner fließt, hängt von der Lage auf dem Ardern, in deren Wirtschaft Lohngüter produktiv und beitsmarkt und der Stärke der Tarifpartner ab. ausreichend hergestellt werden wie in Asien. Dagegen müssten die meisten Länder in Afrika oder Den Basarökonomen beunruhigt dabei, dass ein Arabien ihre Lohngüterimporte(vor allem von (sinkender) Teil der Wertschöpfung, der in den VorNahrungsmitteln) zu Weltmarktpreisen erhöhen, produkten inkorporiert ist, ans Ausland abgegeben um die Exportproduktion ausweiten zu können wird. Aber wo ist die Messlatte dessen, was sinnvoll im (Elsenhans 2001, 2004). Inland produziert werden soll? Sollen wir Benzin aus 2. Die Menge, die Zusammensetzung und die Qualiheimischer Kohle herstellen, damit auch diese Werttät der Güter und Dienstleistungen, die ein Arbeischöpfung im Inland verbleibt? Die ganze klassische ter sich – trotz der niedrigeren Preise – leisten Theorie des Freihandels und der Marktwirtschaft baut kann, ist geringer. Er muss für den Erwerb einzeldarauf auf, dass man alles, was man im Ausland billiner Produkte länger arbeiten als sein Kolleger kriegen kann, auch von dort holen sollte. Wenn ge/Konkurrent im Hochlohnland. man diese Politik übertreibt, merkt man es daran, dass die Handelsbilanz ins Defizit rutscht, und nicht daran, Der zweite Faktor ist mitverantwortlich für die geringedass man Arbeitslose hat. re Produktivität der Arbeitnehmer in armen Ländern. Schlechtere Ernährung, unzureichende Kleidung, eine Das Handelsbilanzdefizit wäre dann in der Tat durch dürftige Behausung, schlechtere Bildung und Gesundeine Abwertung und eine dadurch erleichterte Verlageheitsvorsorge führen auf Dauer zu einer geringeren rung von Produktion(mehr für Export oder zum Ersatz Leistungsfähigkeit. Diese Leistungsfähigkeit ist so gevon Importen) und Konsum(mehr einheimische und ring, dass auch zu den dort bezahlten schlechten Löhweniger importierte Produkte) wieder auszugleichen. nen keine Vollbeschäftigung herrscht. Die ArbeitslosigAber ohne ein solches Defizit macht eine allgemeine keit in vielen Niedriglohnländern ist erschreckend hoch. Anpassung des Preis- und Konsumniveaus an das Niveau armer Länder keinen Sinn. Der deutsche ExportIn der Folge der international ungleichen Löhne boom, der auch auf den – im Verhältnis zu den Hankommt es zu einem ungleichen Tausch. Die reichen delspartnern – geringen Lohnsteigerungen in DeutschLänder erhalten billige Arbeit in Form importierter Güland beruht, ist nämlich tatsächlich„pathologisch“ ter und Dienstleistungen. Ein Arbeitnehmer(und jeder (Sinn 2006). Aber die pathologischen Effekte spüren andere Konsument) muss hier nur einige Minuten arvor allem die von der deutschen Konkurrenz bedrängbeiten, um ein Produkt zu erwerben, an dem sein Kolten Importeure unserer Billigexporte im Euroraum, delege/Konkurrent im Niedriglohnland Stunden gearbeiren Wirtschaft immer tiefer ins Defizit gerät, was allertet hat. Leider sind die Arbeitnehmer in den armen dings dank der gemeinsamen Währung nicht sofort Ländern wegen dieser Austauschverhältnisse kaum in auffällt. Es ist aber auch nicht mehr durch Abwertunder Lage, die Produkte der reichen Länder im gleichen gen zu korrigieren, sondern nur durch Lohnsenkungen, Umfang zu kaufen. Das schränkt die Produktionsausdie das Wachstum im Euroraum weiter bremsen würweitung in den Exportsektoren der Hochlohnländer den(Flassbeck/Spiecker 2006). ein. Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Unit Wenn unsere Löhne auf Dauer sinken sollen, so stellt Die Basarökonomen haben ansatzweise gemerkt, in sich die Frage, ob es um die Reallöhne geht(also um welche Sackgasse sie mit ihrer Argumentation gelaueine Reduktion des Konsums) oder um im internationafen sind. Schon gibt es einige, die den Außenhandel – len Vergleich geringere Nominallöhne. Letzteres wäre jedenfalls bei den unterstellten Lohnrigiditäten – als am besten durch eine Abwertung zu erreichen. Eine wohlfahrtsmindernd ansehen, auch wenn sie keine Senkung der Geldlöhne in Euro würde – solange die realistische Alternative zur Weltmarktintegration sehen Preise nicht nach unten folgen – auf die erste Option (Schmid 2006:8; Seidel 2006: 15). Jedenfalls haben sie (Konsumreduktion) hinauslaufen. Dies dürfte auf Dausich entschlossen, Begriffe wie„Standortqualität“ und er die Produktivität der Arbeitskräfte senken, was wie„Wettbewerbsfähigkeit“ ohne Rücksicht auf den Exderum weitere Lohnsenkungen nötig machen würde. porterfolg daran zu messen, wie ein Land bei WachsIn der Tat sind in Europa dank entsprechender artum und Beschäftigung abschneidet. Das ist einerseits beitsmarktpolitischer„Reformen“ die Produktivitätsein Fortschritt, weil diese klassischen Kampfbegriffe zuwächse gesunken(Sapir 2003) und Deutschland der Reformdebatte für große Volkswirtschaften ohneweist ohnehin viel niedrigere Lohnsteigerungen als seihin weitgehend sinnlos sind. Andererseits müssen sie ne wichtigsten Handelspartner(Schulten 2005; Hirimmer noch krampfhaft nach außenwirtschaftlichen schel 2004) auf, was auch schon dazu geführt hat, Gründen für die Wachstumsschwäche und die Arbeitsdass im nicht-industriellen Bereich die deutschen Löhne losigkeit suchen. unter dem Durchschnitt der Eurozone liegen(DIW 2005: 420). Dabei muss man nicht komplizierte Modelle(Sauernheimer 2006, Seidel 2005, Schmid 2006) bemühen, Lassen wir mal das Geld außen vor und denken nur um zu erklären, wie Freihandel zu Arbeitslosigkeit in an den wirklichen Wohlstand der Güter und Dienstleisdem Land führt, dass sich für mehr Wohlstand(höhere tungen, die wir dafür erwerben. Dann produziert Löhne) entscheidet. Schon Ricardos klassische Theorie Deutschland einen gigantischen Berg von Gütern und der komparativen Vorteile liefert die gewünschte ErkläDienstleistungen, von dem es mehr als ein Drittel exrung. Entweder geben sich die beteiligten Länder mit portiert und im Gegenzug etwa ein Drittel importiert, dem Produktionsniveau vor der Spezialisierung zufriewomit schon ein deftiger Exportüberschuss entsteht. den und reduzieren die Beschäftigung oder sie konsuWas soll eine Lohnsenkung bewirken? Dass die Lohnmieren mehr, um das bei Vollbeschäftigung und höheempfänger einen geringeren Teil dieses Güterbergs rer Produktivität gewachsene Produkt zu absorbieren. beanspruchen? Was soll dann mit dem Rest gescheNur eine Steigerung des Konsums und der Nachfrage, hen? Soll er den Überschuss erhöhen oder von anded.h. der Reallöhne, im Gleichschritt mit der Produktiviren Menschen in Deutschland, also den Vermögensbetät verhindert Arbeitslosigkeit! sitzern, verbraucht werden? Dabei gibt es einen intranationalen(einheimischen) Bedroht die Globalisierung unseren Wohlstand? Konflikt um die Nutzung der Produktivitätsgewinne, also um die Höhe der Einkommen im Exportsektor und in der von Importen bedrohten Branche, und einen internationalen um die Austauschverhältnisse. Die gewählten Austauschverhältnisse legen dabei auch den Es ist das Paradox der Globalisierungs- und Standortnationalen Verteilungsspielraum fest. Wenn Vollbedebatte, dass sie einerseits gern am Befund der Auschäftigung herrscht(alle Arbeitskräfte werden eingeßenwirtschaftstheorie, dass der Freihandel den setzt), dann bestimmen die Austauschverhältnisse die Wohlstand mehre, festhalten will, andererseits aber Verteilung der Spezialisierungsgewinne. Wenn die Proständig Einkommensbeschränkungen zum Erhalt der duktion und der Konsum nach Spezialisierung nicht Wettbewerbsfähigkeit fordert. Politisch gilt: Entweder wachsen, dann kann Vollbeschäftigung nur in dem senkt die Teilnahme an der globalen Ökonomie den Land erzielt werden, das – paradoxerweise – für sich nationalen Wohlstand, dann sollte die Politik für Proungünstigere Austauschverhältnisse gegenüber dem tektionismus und politische Beschränkungen der Handelspartner und damit niedrigere Reallöhne durchgrenzüberschreitenden Wirtschaftsbeziehungen eintresetzt(siehe Zahlenbeispiel im Kasten). ten. Oder sie erhöht ihn, dann kann es politisch nur um die gerechte Verteilung dieses Wohlstandszuwachses gehen. 5 Michael Dauderstädt Sind unsere Löhne zu hoch? Schlaflose Nächte in der Basarökonomie Globalisierung und Gerechtigkeit (02/2006) 6 Zahlenbeispiel zum Ricardo-Modell In zwei Regionen, dem produktiveren Westen/Norden und dem weniger produktiven Osten/Süden, produzieren je 1000 Arbeiter Kleider und Computer. mêçÇìâíáîáí®í=éêç=oÉÖáçå=ìåÇ=mêçÇìâí= Land/Region Ost/Süd West/Nord Arbeiterjahre/Kleider 4 2 Arbeiterjahre/Computer 100 10 Bei gleicher Verteilung der Arbeiter(also je 500) auf die beiden Produkte im Autarkiefall(vor Aufnahme des Handels) ergibt dies das unten in Spalte 2 und 3 ausgewiesene Produktionsvolumen. Bei der Spezialisierung wechseln im Westen 200 Arbeiter aus der Textilproduktion in die Computerindustrie. Bei völliger Spezialisierung des Westens auf Computer würden insgesamt zu wenig Kleider produziert. Im Osten wechseln alle in die Textilindustrie. Der hier angenommene Konsum ergibt sich bei einem Austausch von 10 Computern für 120 Kleider. Land/Region Produkt Ost/Süd West/Nord Summe Produktion bei Autarkie Kleider Computer 125 5 250 50 375 55 Produktion bei Spezialisierung Kleider Computer 250 0 150 70 400 70 Konsum nach Handel Kleider Computer 130 10 270 60 400 70 Verteilungsprobleme bei stagnierender Nachfrage Erhöhen sich Produktion und Konsum nicht, so werden auch bei Spezialisierung nur 375 Kleider und 55 Computer produziert. Allerdings benötigt der Westen zur Produktion der 55 Computer nur 550 Arbeiter, was ihm erlauben würde, mit den übrigen 450 Arbeitern 225 Kleider herzustellen. Bei einem Tausch von 5 Computern gegen 25 Kleider erreicht der Westen wieder sein ursprüngliches Konsumniveau. Im Osten benötigt die Produktion der 150 Kleider, von denen 25 exportiert würden, nur 600 Arbeiter. 400 werden dort arbeitslos. Bei einem Tauschverhältnis wie oben(1 Computer gegen 12 Kleider) würde der Westen für die fünf exportierten Computer 60 Kleider erhalten. Bei gleichbleibender Nachfrage von 250 sinkt die einheimische Produktion auf 190, wozu nur 380 Arbeiter benötigt werden. Zusammen mit den 550 in der Computerproduktion beschäftigten Arbeitern sind somit noch 930 beschäftigt und 70 arbeitslos, während im Osten jetzt 185 Kleider herzustellen sind, wozu 740 Arbeiter benötigt werden. Die Arbeitslosenzahl im Osten sinkt also auf 260. Bei einem Tauschverhältnis von 25 Kleidern pro Computer muss der Osten 250 Kleider herstellen(125 für den Export), was ihm Vollbeschäftigung sichert. Der Westen produziert dann nur noch 125 Kleider und die 55 Computer, wozu er 250+ 550= 800 Arbeiter benötigt. Die Arbeitslosenzahl steigt im Westen auf 200. Quelle: Dauderstädt 2000 Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Unit Findigen Basarökonomen(Schmid 2006, Seidel 2005 und 2006) ist es gelungen, theoretische Modelle auf der Basis der neoklassischen Außenhandelstheorie (Heckscher-Ohlin u.a.) zu konstruieren, bei denen rigide Löhne im mit Importen konkurrierenden Sektor nicht nur dazu führen, dass dort die Beschäftigung sinkt, sondern die Exporte zusätzlich(„pathologisch“) steigen und trotzdem netto die Beschäftigung fällt. Allerdings brauchen sie – wie jedes Modell(auch das Ricardo-Modell oben) – recht unrealistische Annahmen (z.B. über Produktionsfunktionen – ohne Rücksicht auf Lucas 1990) und vernachlässigen den Wechselkurs. 1 So bleibt offen, warum bei niedrigeren Löhnen der Export niedriger als bei den hohen rigiden Löhnen sein sollte. Die Erklärung könnte nur darin liegen, dass gar nicht genug Arbeit vorhanden wäre, was angesichts der hohen Arbeitslosigkeit kaum Sinn hat. Verblüffenderweise fehlt eine naheliegendere Erklärung, nämlich dass Deutschland an einer„holländischen Krankheit“ leidet, d.h. der superwettbewerbsfähige Exportsektor(im Fall Hollands war das in den 1970er Jahren das Erdgas) die Währung real so aufwertet, dass andere Produktionen nicht mehr wettbewerbsfähig sind(Elsenhans 2001). tung und Arbeitslosigkeit. Diese Strategie bringt naturgemäß Wachstumseinbußen mit, da die nicht mehr Beschäftigten weder zum Angebot an Gütern und Dienstleistungen beitragen(außer wahrscheinlich in der Schattenwirtschaft) noch zur Nachfrage, da das Geld, das sie ausgeben können, ja aus den Taschen der aktiven Beschäftigten stammt und dort das verfügbare Nettoeinkommen und damit die Nachfrage reduziert. Wer also mehr Beschäftigung und Wachstum haben will, muss Wege finden, um möglichst viele der derzeit nicht Arbeitenden wieder in Arbeit zu bringen. Das Konzept der liberalen Basarökonomen ist einfach: Der Preis für die Arbeit muss runter, damit mehr Arbeit nachgefragt wird. Und da menschenwürdige Sozialleistungen eine Untergrenze für attraktive Löhne darstellen, müssen auch die Transfereinkommen weiter abgesenkt werden, um die dann stärker bedürftigen Empfänger zur Annahme auch schlecht bezahlter Arbeit zu bewegen. In einer sozial etwas abgefederten Variante sieht diese Politik eine Aufstockung der Niedriglöhne durch Entlastung bei Steuern und Sozialabgaben oder direkte Lohnsubventionen vor. Die Grundidee ist dabei, dass die Arbeitskosten für Warum kommen wir so schwer zu mehr den Arbeitgeber unter der(Grenz-) Produktivität liegen Wachstum und Beschäftigung? müssen. Nur wenn die(erwartete) zusätzliche Wertschöpfung des zusätzlich einzustellenden Arbeitnehmers höher ist als sein Lohn, wird er eingestellt. Neben Der Zustand der Basarökonomie lässt sich auch so beder Lohnsenkungsstrategie erlaubt das einen weiteren schreiben: Wir produzieren mit immer weniger Arbeschäftigungspolitischen Zugang, den der Qualifiziebeitseinsatz ein – allerdings sehr langsam – steigendes rung der Arbeitslosen, um ihre Produktivität über ein Sozialprodukt, ohne in außenwirtschaftliche Probleme akzeptables Lohnniveau zu heben. Aber alle diese Anzu geraten. Für die klassische Wirtschaftswissenschaft sätze bleiben auf einige Fragen die Antworten schulist das erst mal Wohlstandsmehrung, da sie Arbeit als dig: ein notwendiges Übel oder Leid ansieht(eine Meinung, die sie mit vielen Menschen teilt, die aber nicht mehr 1. Was bestimmt eigentlich die Produktivität eines poöffentlich ausgesprochen werden darf). Die Basarökotentiellen Arbeitsplatzes, unter der der Lohn liegen nomie hat die Produktivitätsgewinne aus dem internasollte? tionalen Handel(und dem technischen Fortschritt) also 2. Wie wird vermieden, dass einfach bestehende, bisher vor allem in Arbeitsreduktion umgesetzt, sei es durchaus wettbewerbsfähige Hochlohnjobs durch – eher in den 1970er Jahren – in kürzere WochenarNiedriglohnjobs ersetzt werden? beitszeiten und längeren Urlaub, sei es in Frühverren3. Wo kommt die zusätzliche Nachfrage her, die die Güter und Dienstleistungen kauft, die von den so 1 Dabei ist das Modell von Seidel(2005), das in den Beiträgen zum Schwerpunkt„Pathologischer Exportboom“ im ifoSchnelldienst 1/2006 gern als Beleg zitiert wird, völlig ungeeignet, den Exportboom zu erklären. Im Gegenteil: In Seidels wieder beschäftigten Arbeitnehmern angeboten werden? Die zusätzliche Nachfrage muss sowohl monetär gesichert werden(also durch interne Kreholzschnittartigem Ein Gut-Zwei Faktoren-Modell hätte das Hochlohnland ein Handelsdefizit, da es ja nach dem Kapitalexport höhere Kapitalerträge hat, die einer Produktion im Niedriglohnland entsprechen. Dieser Produktionsanteil(Differenz von Nationaleinkommen und Inlandsprodukt) wird parallel zu den Erträgen an die Investoren im Hochlohnland gelieditschöpfung oder Außenhandelsüberschuss) als auch in ihrer stofflichen Zusammensetzung(also Angebot von Gütern und Dienstleistungen, an denen Bedarf besteht). fert, wie es empirisch auch im Fall Irland zu sehen ist(Dauderstädt 2001). 7 Michael Dauderstädt Sind unsere Löhne zu hoch? Schlaflose Nächte in der Basarökonomie Globalisierung und Gerechtigkeit (02/2006) 8 • Produktivität hat nur noch wenig mit dem klassisinnvoll, wenn damit netto Arbeitsplätze gerettet schen Konzept zu tun, dass produzierte Güterwerden würden. mengen pro aufgewandte Arbeitszeit misst. In einer kapitalistischen Marktwirtschaft zählt nicht die phy• Unternehmen werden nur neue Stellen für bisher sische, sondern die monetäre Produktivität, die bei Arbeitslose schaffen, wenn sie erwarten, dass sie vollständiger Konkurrenz überall gleich wäre, da die den zusätzlichen Output auch absetzen können. Die Produktionsfaktoren solange von der weniger erklassische Angebotstheorie geht davon aus, dass jetragreichen zur profitableren Verwendung wandern des Angebot auch seine Nachfrage findet(Say’sches würden, bis der Ausgleich erreicht ist. Aber die Theorem). In der Tat würden die Löhne der neu einWirklichkeit sieht anders aus. Preiseffekte bei Vorgestellten Arbeitnehmer ja auch zur Nachfrage beiund Endprodukten bestimmen die Wertschöpfung tragen. Das gilt übrigens für jede Lohnhöhe. Höhere oft mehr als prozessbedingte Mengeneffekte. EinLöhne würden auch mehr nachfragen. Aber die mal sind viele Märkte so strukturiert, dass die Preise Wirklichkeit mangelnder Angebots- und Beschäftider Vorprodukte und der Endprodukte sich weniger gungsexpansion zeigt deutlich, dass hier in der durch Wettbewerb als durch Sonderbedingungen Marktwirtschaft ein Koordinationsproblem besteht. bestimmen. Dazu zählen z.B. konzerninterne VerNur wenn viele Unternehmen gleichzeitig einstellen rechnungspreise, die die Wertschöpfung an steuerund expandieren, entsteht auch die Nachfrage. Augünstigen Standorten anfallen lassen – wie z.B. im ßerdem fallen die Erträge erst nach verkaufter Probei Basarökonomen geschätzten Irland, wodurch duktion an, während die Investitionskosten eindort buchhalterisch eine extrem hohe Produktivität schließlich der ersten Löhne ja vorher fällig sind. Es entsteht, hinter der die Löhne weit zurückbleiben, bedarf also zunächst einer Kreditexpansion, d.h. Unoder monopolartige Situationen(z.B. Microsoft) und ternehmen, Haushalte oder der Staat müssen KrediNischenmärkte, die teilweise auch durch Patente te aufnehmen oder frühere Ersparnisse abbauen, geschützt sind. Zum anderen bestimmen gerade im um neue Nachfrage zu finanzieren. Die Alternative zunehmend bedeutsameren Dienstleistungssektor ist das Ausland, also Exportnachfrage, die aber die die Löhne die Produktivität. Ein HochlohnarbeitsImporte übersteigen muss, um einen Nettoeffekt platz ist per definitionem hochproduktiv. Ein Friseur, auf die Nachfrage zu haben. Ein solcher Exportüberder 100€ pro Haarschnitt verdient, ist zehnmal so schuss ist aber monetär auch ein Kredit ans Ausland produktiv wie einer, der nur 10€ pro Schnitt und sei es in der Form angesammelter Devisennimmt. Was ist die Produktivität einer Lehrerin, eireserven. ner Krankenschwester, eines Putzmanns? Sie entspricht den Löhnen, die entweder politisch festgeIn welchen Sektoren und Produktionslinien könnten legt sind oder durch den Wettbewerb bestimmt neue Arbeitsplätze entstehen, weil ihr Output nachgewerden, an dem auch Billiglohnanbieter teilnehmen, fragt wird? Die ganze Geschichte des bisherigen Strukder aber auch durch staatliche und tarifvertragliche turwandels deutet darauf hin, dass neue Jobs ganz Regelungen beschränkt wird. überwiegend im Dienstleistungsbereich entstehen werden(Klodt 2003). Zu einem wichtigen Teil geht es da• Bei Lohnsubventionen droht die Gefahr, dass – im bei um die Verlagerung von haushaltsinternen, unbeExtremfall – Unternehmen Arbeitnehmer entlassen, zahlten Tätigkeiten(kochen, putzen, Kinder- und Alderen Löhne keineswegs die Ertragskraft des Untertenbetreuung) in den Markt(Freeman/Schettkat 2005). nehmens überfordern, und sie – eventuell sogar Dabei haben sich in verschiedenen nationalen Wohldurch dieselben Personen – zu subventionierten fahrtsstaatskontexten unterschiedliche Strategien Niedriglöhnen ersetzen. Natürlich steht das Unterdurchgesetzt. In den USA(und partiell auch in Großbrinehmen danach noch besser da: Es kann entweder tannien) kam es zu einer Expansion privater Dienstleisseine Preise senken und damit seinen Marktanteil tungen, oft zu niedrigen Löhnen, während die skandivergrößern oder seine Gewinne erhöhen. Wenn es navischen Länder(und Großbritannien nach 1998) den den Absatz steigern kann, so entstehen dabei vielöffentlichen Sektor ausdehnten. Die kontinentalen leicht sogar weitere Arbeitsplätze, allerdings potenWohlfahrtsstaaten leiden insofern unter den hohen tiell auf Kosten anderer Unternehmen, was im Fall Lohnnebenkosten, als sie Dienstleistungen zwischen ausländischer Konkurrenten für die BeschäftigungsHaushalten unattraktiv machen, da ein Dienstleister bilanz hier weniger problematisch wäre. Aber eine etwa zwei Stunden arbeiten muss, um im Gegenzug direkte oder indirekte Subventionierung wäre nur eine Stunde der Arbeit seines Auftraggebers einkaufen zu können, wenn man davon ausgeht, dass auf beiden Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Unit Seiten nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben jeweils nur die Hälfte des Bruttoeinkommens als Nettoeinkommen bleibt. Output dieser Zonen nicht mit den eigenen Unternehmen und ihren einheimischen Arbeitsplätzen konkurriert, werden nur Produktionen gefördert, die Importe aus Billiglohnländern ersetzen. Fabrikgesellschaft statt Basarökonomie? Das letzte große Leck, aus dem die Wertschöpfung aus Deutschland(zwar nicht aus dem Land, aber aus dem„Volk“) strömt, ist die Beschäftigung von AuslänNehmen wir einmal ausnahmsweise die Basarökonodern in Deutschland. Ihre Löhne steigern zwar das men ernst und unterstellen, dass wir zu viele ArbeitsBruttoinlandsprodukt, senken aber das Nationalplätze an Niedriglohnländer verlieren. Wie können wir einkommen(eine Erfahrung, die Irland bei ausländiunsere Arbeitsplätze verteidigen oder gar wieder zuschen Investoren macht). Diese Menschen dürften nur rückholen? dann eine Arbeitserlaubnis erhalten, wenn keine deutschen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Damit sind Zur Verteidigung bestehender Arbeitsplätze stehen auch die Spargelstecher gemeint. Das impliziert umgedie klassischen Optionen nicht mehr zur Verfügung: kehrt, dass derartige Arbeiten zumutbar sein müssen. Das europäische Gemeinschaftsrecht und diverse inAuch hier könnte ein Teil der gesparten Arbeitslosenternationale Mitgliedschaften und Verträge erlauben unterstützung als Subvention eingesetzt werden, um Deutschland nur noch in engen Grenzen Zölle, Quoten die Beschäftigung der – vielleicht weniger leistungsfäoder andere Handelshemmnisse zur Rettung bedrohter higen – deutschen Arbeiter für beide Seiten attraktiver Unternehmen. Obendrein schützt das nur Jobs, die für zu machen. den(dann theoretisch geschützten) Binnenmarkt produzieren, aber nicht die, die von Konkurrenten auf Im Erfolgsfall, wenn eine Million deutsche Langzeitausländischen Märkten bedroht sind. Subventionen, arbeitslose wieder arbeiten, sinken unsere Importe, die die auch die Wettbewerbsfähigkeit auf Drittmärkten einheimische Wertschöpfung steigt und in einigen arunterstützen, sind in der EU von der Zustimmung Brüsmen Ländern verlieren eine Million Arbeiter ihren bissels abhängig. Aber nichts spricht dagegen, dass die herigen Job, der jetzt wieder von niedrig qualifizierten Arbeitnehmer – wie ja auch schon mehrfach geschedeutschen Ex-Arbeitslosen ausgeübt wird. Deswegen hen –„freiwillig“ auf einen Teil ihres Lohnes verzichsteigt der Exportüberschuss allerdings vielleicht gar ten. Der Staat könnte solche Konzessionen honorieren, nicht so sehr, weil ja in diesen Ländern Kaufkraft verloindem er die Lohndifferenz mindestens bis in die Höhe ren geht. Aber, wie die Basarökonomen sagen: Hauptdes sonst fälligen Arbeitslosengeldes ersetzt, etwa in sache, wir haben(wieder) Arbeit, denn„auf die FakForm einer Senkung oder gar negativen Lohnsteuer. tormärkte kommt es an!“(Sinn 2005: 13). Um der Gefahr unnötiger Subventionen vorzubeugen, müsste die subventionierende Stelle(sagen wir die ArDabei muss man sich fragen, ob es denn mit den beitsplatzsicherungsbehörde oder„Job Security AgenLöhnen überhaupt getan wäre? Der deutsche Standort cy“) in Verbindung mit dem Betriebsrat das Recht haweist ja in vielen lokalen Inputs hohe Kosten auf. Was ben, die Unternehmensfinanzen im Detail zu prüfen, ist mit den Grundstückspreisen? Wie sieht es mit den um die wirkliche Gefährdung der Arbeitsplätze einzuMieten aus? Was ist mit den Managergehältern(siehe schätzen. Tabelle 2)? Alles Kosten, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produkte auf den globalen Märkten beWie könnte der Gegenangriff aussehen? Deutscheinträchtigen und dafür verantwortlich sind, dass Proland(bzw. andere Hochlohnländer) richten„Import duktion an billigere Standorte verlagert wird. Da gibt Processing Zones“ ein(das Gegenstück zu den notories auch noch eine Menge einzusparen, um schlank schen„Export Processing Zones“ der Billiglohnländer). und stark zu werden. Ganz zu schweigen von den UnIm Zuge der„Onshoring“-Offensive stellen dort Unterternehmenssteuern, die ja um der Wettbewerbsfähignehmen oder staatlich organisierte Arbeitsbeschafkeit willen immer weiter zu senken sind, wie gerade fungsmaßnahmen Arbeitslose zu Löhnen ein, die dewieder die„Stiftung Marktwirtschaft“ fordert(Komnen in Billiglohnländern entsprechen, wobei dieser mission„Steuergesetzbuch“ 2006). Lohn ebenfalls(ähnlich wie im Defensivfall) durch die bisherige Arbeitslosenunterstützung aufgestockt wird. Damit halten sich die Lohnkosten für den Staat auf der Höhe der derzeitigen Transferleistungen. Damit der 9 Michael Dauderstädt Sind unsere Löhne zu hoch? Schlaflose Nächte in der Basarökonomie 10 Tabelle 2: Die Kaufkraft deutscher Managerund die Beschäftigung illegaler Einwanderer werden gehälter im internationalen Vergleich(in€) entschlossen unterbunden und mit prohibitiven Strafen belegt. Globalisierung und Gerechtigkeit (02/2006) Deutschland Irland Spanien Portugal Polen Slowakei Estland Lettland Indien Vietnam 107 734 85 855 79 795 62 724 62 202 42 253 30 922 27 957 23 825 21 252 Quelle: http://www.mercerhr.com/pressrelease/details.jhtml/dynamic/ idContent/1179670(Zugriff am 20.6.2005) • Eine expansive Nachfragepolitik in Deutschland: Die von der Globalisierung verursachte Nachfrageschwäche muss durch Politiken bekämpft werden, die das Einkommen und die Ersparnisse der Globalisierungsgewinner wieder in den Kreislauf realer Investitionen(im Gegensatz zu spekulativen Vermögensmarktaktionen, die nur die Vermögenspreise inflationieren) und Nachfrage bringen. Dazu können eine Vermögenssteuer, die Schließung von Steuerschlupflöchern und/oder öffentliche Kreditaufnahme zum Zweck öffentlicher Investitionen dienen. Die realen Zinsen müssen fallen. Da die nominalen Zinsen im Euroraum nur begrenzt zu beeinAber, wie oben schon gesagt, alle Kosten in Deutschland zu senken, um alle Preise senken zu können, macht keinen Sinn, außer man will das Ausland dauerhaft mit Exportüberschüssen und dem dazugehörigen flussen sind, sollte die Lohnpolitik expansiver werden. Die positiven Effekte auf die Binnennachfrage dürften die negativen auf die Lohnstückkosten überwiegen(Hallwirth 2005). Geld beglücken. Die Kosten der einen sind die Einkommen der anderen. Wer die Kosten und damit die Einkommen senkt, muss sich fragen, wer die billigeren Produkte kaufen soll. Letztlich entspricht der gesamte Konsum in etwa der Bruttolohnmasse und nur, wenn diese wächst, wächst auch der Konsum und das Volkseinkommen. • Eine Europäische Wirtschaftspolitik: Im Euroraum kann Deutschland zwar real abwerten, indem es(wie auch in den letzten Jahren) seine Lohnstückkosten durch eine zurückhaltende Lohnpolitik senkt – gegenüber Italien um 40% seit 2000(Economist 21. Mai 2005: 66). Wenn gleichzeitig der Euro aufwertet, hilft das nichts gegenüber Drittländern. Was benötigt wird, ist also eine Kombination von euroWelche alternativen Strategien gegen den Lohndruck sind vorstellbar? paweiter Lohnpolitik, Zins- und Wechselkurspolitik und Fiskalpolitik im Sinne einer makroökonomischen Koordination. Ziel dieser koordinierten euroFolgt man also weniger dem basarökonomischen Paradigma, so bieten sich eine Reihe andere Politiken an, um aus einem Nullsummenspiel um Arbeitsplätze herauszukommen: päischen Politik muss es sein, die Wettbewerbsfähigkeit nach außen zu erhalten, ohne die Binnennachfrage abzuwürgen(Filc 2005, Flassbeck/ Spiecker 2005). • Eine rigorose Kontrolle des deutschen Arbeitsmarktes verbunden mit Mindestlohnregelungen: Alle in Deutschland tätigen Arbeitnehmer dürfen nur zu den gleichen Bedingungen wie die einheimischen Arbeitskräfte arbeiten, was Entlohnung, soziale Sicherung und sonstige Rechte und Pflichten betrifft. Mindestlöhne müssen sicherstellen, dass jeder Arbeiter eine ausreichende Nachfrage nach zu seiner Reproduktion notwendigen Gütern und Dienstleistungen entfalten kann. Dazu zählen auch die Ausgaben für soziale Sicherung und öffentliche Güter und Dienstleistungen. Die Zuwanderung sollte weitgehend auf EU-Mitgliedstaaten beschränkt werden. Der Bruch dieser Regelungen • Eine Industriepolitik in Deutschland: Da höhere Einkommen in transnationalen Wertschöpfungsketten nur in bestimmten Produktionsstufen oder in innovativen Sektoren zu erzielen sind, muss deren Entwicklung gefördert werden. Der Materialingenieur, Designer oder der creative director der Werbekampagne des Markenturnschuhs verdienen mehr als der Produktionsarbeiter, nicht weil sie länger und härter arbeiten, sondern weil von ihrem Erfolg der Verkauf von Millionen Schuhen abhängt, während der einzelne Arbeiter nur die Qualität weniger Schuhe beeinflusst. Investitionen in Forschung, Bildung und eine Kultur der Kreativität und Innovation tragen dazu bei, den lokalen Jobmix qualitativ zu verbessern. Internationale Politikanalyse International Policy Analysis Unit • Eine Wachstumspolitik in Billiglohnländern: Der wertmäßig 30% des BIP exportiert werden, obwohl wichtigste Beitrag zur Lösung der Probleme der diese Teilökonomie in der Küstenregion nur einen Niedriglohnkonkurrenz ist die Erhöhung der EinBruchteil der Chinesen integriert – was z.B. an den kommen in den armen Regionen und Ländern. Sie niedrigen Exporten pro Kopf der Bevölkerung deutlich kann nicht schneller als die Produktivität dort erfolwird(Dauderstädt/Stetten 2005). Millionen Arme in gen, sollte aber auch nicht langsamer sein. Die der globalen Wirtschaft wollen reich werden, nicht um Menschen dort sollten rasch mehr Güter und uns billig zu versorgen, sondern um selbst mehr zu Dienstleistungen(auch öffentliche) konsumieren, konsumieren. Langfristig bedeutet diese Entwicklung was letztlich wieder ihre Produktivität erhöht. Soziauch das einzig sinnvolle Ende der Niedriglohnkonkuralstandards in der Produktion(insbesondere in der renz. Der künftige Reichtum heute noch armer Länder weltmarkt-orientierten) sollten rigoros kontrolliert sollte uns nicht ängstigen, sondern erfreuen. Ein beund durchgesetzt werden. scheidener Teil dieses Einkommens wird immer nach Deutschland fließen und sei es in die Hotels bei Neu• Eine internationale Finanzpolitik und schwanstein oder beim Karl-Marx-Museum in Trier. –ordnung, die Unterbewertungen entmutigt und nominale Aufholprozesse erleichtert: Aber Schlimmstenfalls droht mittel- bis langfristig ein nicht nur der reale Konsum pro Kopf sollte in den „Kampf um Rohstoffe“, der unsere terms of trade verarmen Ländern zunehmen. Das wachsende Einschlechtert. Eine zweite langfristige Gefahr ist parakommen sollte sich auch nominal zu Wechselkursen doxerweise die Umkehr der heutigen Bedrohung, die dem der reichen Länder schnell annähern. Dazu ist aus der Verlagerung arbeitsintensiver Produktionen in die Lücke zwischen Kaufkraftparität und MarktLänder wie China herrührt. Denn, wenn die Moderniwechselkurs so schnell wie möglich zu schließen, sierung z.B. Chinas vollzogen ist, ist der Austausch um den armen Ländern ausreichend Kaufkraft auf wegen des Verschwindens komparativer Vorteile nicht den„reichen“ Märkten zu verschaffen und den unmehr sinnvoll(Samuelson 2004) und die jetzt spürbagleichen Tausch zu beenden. Innerhalb der EU geht ren Wohlfahrtsgewinne(die unangenehm als Beschäfdas besser(wenn auch noch sehr langsam), wie die tigungsverluste auffallen) werden wieder verloren gereale Aufwertung der neuen Mitgliedstaaten zeigt. hen(und unangenehm als Zwang zur eigenen Arbeit Ein rascher Beitritt zur Eurozone ist dagegen eher auffallen). Aber von dieser Situation dürften wir noch hinderlich. Allerdings drängen die Strukturen der einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte entfernt sein. Weltfinanzordnung die armen Länder dazu, ihre Währungen unterzubewerten und Überschüsse zu In der Zwischenzeit sollten wir die Situation nutzen, erzielen, um Schulden zurückzuzahlen oder Deviin der wir vieles im Ausland billiger kriegen. Dieser zusenreserven anzuhäufen, um sich vor verheerenden sätzliche Wohlstand ist aber auch gerecht zu verteilen. Finanz- und Schuldenkrisen zu schützen. EntschulWer Deutschlands Wachstumsschwäche beklagt, kann dung, verstärkte Kontrolle vor allem spekulativer inkaum für niedrigere Löhne sein. Welche Einkommen ternationaler Kapitalbewegungen und bessere Gasollen denn in einer Wirtschaft wachsen, etwa nur die rantien für den Fall von Krisen könnten diese falGewinne? Mehr Wachstum heißt immer auch eine höschen Anreize korrigieren. here Lohnsumme, d.h. mehr Lohnempfänger und/oder höhere Löhne. Lohnzurückhaltung, wie in den letzten Jahren praktiziert, hat offensichtlich das Wachstum Ausblick: Ist Armut unser Schicksal? Nein! kaum befördert. Für Deutschland gilt das gleiche wie für China: Wir arbeiten, um zu konsumieren. Der Rat der Basarökonomen treibt den globalen KonvergenzDer Pessimismus schlägt Wogen. Das Wachstum andeprozess in die falsche Richtung. Wir würden ärmer, rer Länder(besonders Chinas) wird nur noch als Beohne dass die armen Länder dadurch reicher würden. drohung gesehen(O’Neill 2005). Aber das Wachstum anderer Länder schadet uns nicht, vor allem dann nicht, wenn deren eigene Nachfrage wächst. Jetzt geht es erst einmal darum, den Menschen in den armen Ländern den gleichen Lebensstandard zu ermöglichen wie uns. Das bedeutet dort vor allem Produktion für den eigenen Markt. Dazu muss z.B. China seine außenhandelsorientierte Schieflage aufgeben, bei der 11 Michael Dauderstädt Sind unsere Löhne zu hoch? Schlaflose Nächte in der Basarökonomie 12 Bibliographie Kirkegaard, Jacob F.(2004) Offshore Outsourcing – Much Ado about What?, in:`bp=áÑç=cçêìã Vol. 5, No. 2, Summer, S. 22–29. 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