80 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung Das Berliner Haus Das Bonner Haus Dokumentation der Jubiläumsveranstaltung am 8. März 2005 in Berlin 80 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung Dokumentation der Jubiläumsveranstaltung am 8. März 2005 in Berlin Hans Eichel, Klaus Wowereit, Ingrid Matthäus-Mayer Horst Köhler, Anke Fuchs, Heinz Fischer, Österreichischer Bundespräsident Friedrich-Ebert-Stiftung Impressum © Friedrich-Ebert-Stiftung Herausgeber: Friedrich-Ebert-Stiftung Presse, Kommunikation und Grundsatzfragen Hiroshimastraße 17 10785 Berlin Redaktion: Fotos: Historische Fotos: Layout: Druck: Peter Donaiski Liebe, FES Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Pellens Kommunikationsdesign GmbH, Bonn Printservice von Wirth, Bergheim Printed in Germany 2005 Bundespräsident Horst Köhler, Anke Fuchs, Antje Vollmer 2 Horst Köhler, Louise Fréchette Holger Börner, Joachim Gauck Friedrich-Ebert-Stiftung Inhalt Vorwort Demokratie braucht Demokraten Anke Fuchs Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung 4 Wie alles begann 80 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung – Eine Außenansicht Dr. Bernd Braun Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg 6 Jahrzehnte der Entfaltung 80 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung – Eine Innenansicht 8 Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Friedrich-Ebert-Stiftung am 8. März 2005 in Berlin Begrüßung Anke Fuchs Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung 12 Prof. Dr. Horst Köhler Bundespräsident 16 Louise Fréchette Stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen 19 Franz Müntefering Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion 23 Prof. Dr. Heinz Fischer Bundespräsident der Republik Österreich 26 Sankie Mthembu-Mahanyele Stellvertretende Generalsekretärin des African National Congress(ANC) und Ministerin a.D. 29 Husnia Baraki Ehemalige Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Afghanistan 34 Auswahl von Grußworten aus aller Welt 36 3 Friedrich-Ebert-Stiftung Vorwort Demokratie braucht Demokraten Anke Fuchs Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist die traditionsreichste politische Stiftung in Deutschland. Sie entstand 1925 aus der bitteren Einsicht des Reichspräsidenten der ersten deutschen Republik, dass es in der Weimarer Zeit nicht gelungen war, die Mehrheit der Bürger von den Werten der Demokratie zu überzeugen. Die Stiftung wurde kurz nach dem Tode Friedrich Eberts ins Leben gerufen, um in seinem Sinne jungen Menschen Bildungschancen zu eröffnen und ihnen die Grundwerte der Demokratie zu vermitteln. „Demokratie braucht Demokraten“ – dieser berühmte Ausspruch Friedrich Eberts ist gewissermaßen sein politisches Vermächtnis, das die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung bestimmt. Die Stiftung hat es stets verstanden, eingedenk ihrer großen Tradition in ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabenstellung Kontinuität und Perspektive zu verbinden. Die Kontinuität beruht dabei auf unseren grundlegenden Aufgaben als Stiftung der Sozialen Demokratie, die den Grundwerten der Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität verpflichtet ist. In unserer politischen Bildungsarbeit stärken wir die demokratische Praxis durch ein umfangreiches Angebot zur Qualifizierung für ein demokratisches und bürgerschaftliches Engagement. In einer Vielzahl von Seminaren, Diskussionsveranstaltungen, Fachkonferenzen und Gesprächskreisen versuchen wir, die Ab4 „Demokratie braucht Demokraten“ – dieser berühmte Ausspruch Friedrich Eberts ist gewissermaßen sein politisches Vermächtnis, das die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung bestimmt. Die Stiftung hat es stets verstanden, eingedenk ihrer großen Tradition in ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabenstellung Kontinuität und Perspektive zu verbinden. Friedrich-Ebert-Stiftung läufe politischer Entscheidungsprozesse darzustellen und dabei auch die gegensätzlichen Interessen in der Gesellschaft deutlich werden zu lassen. Die Stärkung der Zivilgesellschaft ist dabei ein zentrales Arbeitsfeld der Stiftung. Unsere Dialogreihen, Gesprächs- und Arbeitskreise bringen partei- und gruppenübergreifend die Spitzenvertreter der Gewerkschaften, der Wirtschaft, namhafte Politiker mit Akteuren aus Handel, Industrie, Banken, Versicherungen, Medien und Wissenschaft zusammen. Als Ideenwerkstatt der Sozialen Demokratie geben wir Impulse für die gesellschaftspolitische Diskussion in unserem Land und die Entwicklung neuer Politikkonzepte. Wir stellen Analysen, Forschung und Beratung zu historischen, aktuellen und künftigen Fragen der Entwicklung unserer Gesellschaft zur Verfügung, die komplexe Probleme lösungsorientiert und politikwirksam aufbereiten. In über 100 Ländern der Erde sind unsere Büros daran beteiligt, zivilgesellschaftliche Strukturen und Organisationen zu stärken, demokratische Beteiligungs- und Entscheidungsprozesse zu fördern, Konfliktpotenziale zu reduzieren und ein solidarisches, gleichberechtigtes Miteinander zu ermöglichen. Hierbei sind uns die Gewerkschaften ein wichtiger Partner. In den letzten 15 Jahren sind auch die Länder Mittel- und Osteuropas sowie der ehemaligen Sowjetunion zu Partnern geworden. Wir leisten hier unseren Beitrag, ihnen den Weg zu Demokratie und Marktwirtschaft zu erleichtern. Unsere Dialog- und Beratungsarbeit, die auf gute Nachbarschaft in Europa und auf eine Vertiefung des transatlantischen Dialogs zielt, ergänzt diese Kooperation. Nicht zu Unrecht werden die politischen Stiftungen inzwischen als komplementäre Elemente der deutschen Außenund Entwicklungspolitik begriffen. Der Stiftung ist und bleibt die intensive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein zentrales Anliegen. Über 1.700 Stipendiatinnen und Stipendiaten werden aktuell gefördert und wir sind stolz darauf, dass etwa 90% unserer Stipendiaten mit einem Prädikatsexamen abschließen. Insgesamt konnten durch die Friedrich-Ebert-Stiftung bislang rund 12.000 Stipendiaten gefördert werden. Wichtiges Element für die gesellschaftspolitische Arbeit der Stiftung ist schließlich ihre renommierte historische Forschungsarbeit, die dazu beiträgt, den geistigen Standort zu sichern, von dem aus Zukunftsgestaltung erst möglich ist. Die demokratische Bildungsarbeit ist, wie es Bundespräsident Johannes Rau formuliert hat, für das Gemeinwesen und für seine Bürgerinnen und Bürger ein Gebot der Selbsterhaltung. Das politische Vermächtnis Friedrich Eberts ist nach wie vor von höchster Aktualität. Ihm fühlen wir uns auch in Zukunft verpflichtet. 5 Friedrich-Ebert-Stiftung Wie alles begann 80 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung – Eine Außensicht Dr. Bernd Braun Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg Am 28. Februar 1925 starb Reichspräsident Friedrich Ebert im Alter von nur 54 Jahren, ein Schock für die republikanisch-demokratischen Kräfte in Deutschland. Der Tod des maßgeblichen Mitbegründers der Republik von Weimar dominierte die Berichterstattung, zumal der sozialdemokratischen Presse, in den folgenden Tagen. Im Zentralorgan„Vorwärts“ erschien in der Abendausgabe vom 2. März 1925 ein zwar auf dem Titelblatt platzierter, aber wegen seines Umfangs von gerade einmal sieben Zeilen doch leicht zu übersehender Artikel, der die Geburtsstunde der Friedrich-Ebert-Stiftung markiert: „Der Parteivorstand hat beschlossen, eine Friedrich-Ebert-Stiftung im Sinne der Lebensarbeit des Entschlafenen zu errichten. Der Parteivorstand bittet im Einverständnis mit der Familie, von Kranzspenden und von Entsendung von Deputationen abzusehen und die dafür vorgesehenen Beträge der Stiftung zuzuführen.“ Die in diesem kurzen Aufruf noch nicht genannten Aufgaben der Stiftung fasste das Jahrbuch der Deutschen Sozialdemokratie für das Jahr 1926 prägnant zusammen:„Die Friedrich-Ebert-Stiftung verfolgt den Zweck, jungen, befähigten Proletariern Beihilfen für einen Studiengang an staatlich anerkannten Instituten zu geben. Es werden grundsätzlich nur solche Personen unterstützt, die eine Empfehlung der Parteiorganisation beibringen.“ Dieser Stiftungszweck war tatsächlich ganz im Sinn Friedrich Eberts, der die Diskriminierung der Arbeiterschaft auf dem Gebiet der Bildung durch seine Herkunft und seinen Geburtsort von Kindheit auf kennen gelernt hatte. Für den Sohn eines Schneiders, aufgewachsen in einem acht Personen umfassenden Haushalt in einer Wohnung von nur 45 Quadratmetern, kam nur der Besuch der Volksschule in Frage. Geld für den Unterricht an einer höheren Schule, für gute Bücher zur eigenen Weiterbildung warf die Werkstatt seines Vaters nicht ab. Die beengten Wohnverhältnisse boten zudem keine Rückzugsmöglichkeiten zum konzentrierten Lernen. Der tägliche Schulweg in der Heidelberger Altstadt konfrontierte Friedrich Ebert zudem mit der so genannten„Elite“ der Bildungshierarchie im Deutschen Reich. Er passierte die Gebäude der altehrwürdigen Heidelberger Universität, begegnete Studenten, zumeist aus studentischen Verbindungen, deren Zugang zur Hochschule nur, deren Studienabschluss nicht selten vom sozialen Status und Einfluss des Herrn Papa abhing.(…) Für Ebert folgten harte Jahre autodidaktischer Bildung, voller Neugier und Disziplin, um im Kreis der formal weit besser Gebildeten bestehen zu können. Vor allem als Arbeitersekretär in Bremen in den Jahren 1900 bis 1905 musste Ebert komplizierteste juristische Sachverhalte in Gesetzen und Vorschriften erfassen und zugunsten der von ihm vertretenen Arbei6 Friedrich-Ebert-Stiftung Das Geburtshaus in der Heidelberger Pfaffengasse Friedrich Ebert im Alter von etwa 18 Jahren Friedrich Ebert, Eduard David, Philipp Scheidemann in Weimar ter vor Arbeitgebern und Gerichten anwenden. Der Erfolg seines Bildungsstrebens ebnete ihm 1913 den Weg an die Spitze der deutschen Sozialdemokratie und 1919 den Weg an die Spitze der deutschen Republik. Fast könnte man die Parallele ziehen, dass sich auch die Friedrich-Ebert-Stiftung wie ihr Namensgeber aus kleinsten, bescheidenen Anfängen emporgearbeitet hat. Das Jahrbuch der deutschen Sozialdemokratie für das Jahr 1930 resümiert, dass die Zahl der bezuschussten Studenten seit Gründung der Stiftung auf nunmehr 220 angewachsen sei. Im abgelaufenen Kalenderjahr seien 70„befähigte Genossinnen und Genossen mit kleineren Studienbeihilfen von insgesamt 11.300 Mark unterstützt worden. Die Durchschnittssumme ergibt pro Kopf und Monat rund 13,50 Mark, weshalb die Charakterisierung der Unterstützung als„kleinere Beihilfe“ als durchaus angemessen erscheint. Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise im Oktober 1929 wurde auch die Stiftungsarbeit untergraben. Im letzten, 1932 in der Weimarer Republik publizierten Jahrbuch der SPD, wird für das Jahr 1931 bilanziert, dass jetzt sogar 75 Studenten gefördert worden seien, die allerdings nur noch 7.015 Mark erhalten hätten. Die Gesamtförderung seit 1925 habe für insgesamt 295 Studierende 51.960,50 Mark betragen. Allerdings lautet der deprimierende Schlusssatz der Bilanz:„Die Mittel der Stiftung waren am Ende des Jahres völlig erschöpft.“ 1933 wurde die Friedrich-Ebert-Stiftung ebenso zerschlagen wie die SPD und die Gewerkschaften. Die vom „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ errichteten Ebert-Denkmäler wurden zerstört, die EbertStraßen umbenannt. Nach dem Untergang des NS-Regimes wurde die Friedrich-Ebert-Stiftung neubegründet. Auch wenn die größte und älteste politische Stiftung in Deutschland heute nur noch wenige Gemeinsamkeiten mit ihrer Anfangsphase aufweisen kann, so gibt es doch wichtige Anknüpfungspunkte, die auch für die Zukunft Orientierung bieten könnten. Mit seinem Gründungsaufruf für die Ebert-Stiftung wollte der Parteivorstand der SPD Proletariern helfen, die von den Parteiorganisationen vorgeschlagen werden sollten. Nicht umsonst wurde das Kriterium Bedürftigkeit an erster Stelle genannt. Es sollte auch heute und in Zukunft im Vordergrund stehen. Gesinnung ohne materielle Notwendigkeit bedarf der Förderung nicht. 1933 wurde die Friedrich-EbertStiftung ebenso zerschlagen wie die SPD und die Gewerkschaften. Die vom„Reichsbanner SchwarzRot-Gold“ errichteten EbertDenkmäler wurden zerstört, die Ebert-Straßen umbenannt. 7 Friedrich-Ebert-Stiftung Jahrzehnte der Entfaltung 80 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung – Eine Innenansicht Die Gründung der Friedrich-Ebert-Stiftung geht auf ein Vermächtnis Friedrich Eberts zurück: Kurz vor seinem Tode hatte Ebert, der erste demokratisch gewählte Reichspräsident der ersten deutschen Republik, in seinem politischen Testament verfügt, eine Stiftung ins Leben zu rufen, die der politischen und gesellschaftlichen Erziehung von Menschen aller Schichten im demokratischen Geist, der Förderung des Verständnisses zwischen Deutschland und anderen Ländern und der Förderung begabter junger Menschen dienen sollte. Die Bedeutung dieser Aufgabenfelder hatten Ebert und mit ihm die deutsche Sozialdemokratie auch und gerade in den ersten Jahren der Weimarer Republik immer wieder erfahren müssen. Ebert wurde Opfer von Rufmord-Kampagnen, gegen die ihn die Gerichte nicht wirksam schützten. Die Probleme der jungen Weimarer Demokratie waren den Sozialdemokraten nur allzu bewusst: Die Kontinuität von vor-, wenn nicht anti-demokratischem Denken in der Weimarer Republik, der aggressive Nationalismus, der in den Ersten Weltkrieg geführt hatte und das politische Klima der 1920er Jahre vergiftete, und der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs vor allem aus der Arbeiterschaft für Spitzenpositionen in Staat und Gesellschaft. Nach dem Tode Friedrich Eberts trug der Parteivorstand am 2. März 1925 dem politischen Vermächtnis des ersten Reichspräsidenten durch Beschluss zur Errichtung einer Friedrich-EbertStiftung Rechnung(Abendausgabe des Vorwärts vom 2. März 1925). Aus der bitteren Erkenntnis heraus, dass es in der Weimarer Republik nicht gelungen war, die Mehrheit der Bürger von den Werten der Demokratie zu überzeugen, sollte eine Stiftung ins Leben gerufen werden, die der politischen und gesellschaftlichen Erziehung von Menschen aller Schichten im demokratischen Geist und der internationalen Verständigung dienen sollte. Insbesondere sollte es Aufgabe der Stiftung sein, jungen Menschen aus dem Arbeiterstande zu ermöglichen, sich an Hochschulen und Universitäten zu qualifizieren, um in der jungen Demokratie Verantwortung übernehmen zu können. Es war der Parteikassierer Konrad Ludwig, der diesen Beschluss umsichtig und zielstrebig in die Tat umsetzte, und damit letztlich als Gründer der Friedrich-Ebert-Stiftung gelten darf. Den Kapitalstock bildeten die Spenden, die anstelle von Kranzspenden anlässlich des Todes von In Erfüllung des Vermächtnisses Friedrich Eberts beschloss der Parteivorstand der SPD am 2. März 1925 die Gründung einer Friedrich-Ebert-Stiftung. 8 Friedrich-Ebert-Stiftung Ebert gesammelt wurden. Die Stiftung wurde damit Teil des Geflechts der sozialdemokratischen Kultur- und Bildungseinrichtungen. 295 Studierende konten durch die Stiftung gefördert werden, bis sie 1933 von den Nationalsozialisten mit der SPD zerschlagen wurde. Bereits wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Diktatur wurde die Friedrich-EbertStiftung wiedergegründet, und zwar auf der Gründungsversammlung des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes(SDS) am 6. September 1946. In der Weimarer Republik, aber auch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, war die Stiftung im wesentlichen ein Sondervermögen, das im Sinne des Stiftungszwecks vom jeweiligen Parteikassierer(später Schatzmeister) verwaltet wurde. Über die Vergabe von Fördermitteln an bedürftige Studenten entschied zunächst der Vorstand des SDS. Rechtsfähigkeit erlangte die Stiftung Anfang der 50er Jahre und wurde hierdurch zu einer eigenständigen und unabhängigen Institution. Am 1. Februar 1954 wurde die„FriedrichEbert-Stiftung zur Förderung demokratischer Volkserziehung“ als gemeinnütziger Verein gegründet. Vorrangiges Vereinsziel war es,„die demokratische Erziehung des deutschen Volkes zu fördern.“ Erster Vorsitzender war Prof. Dr. Gerhard Weisser , sein Stellvertreter der SPD-Schatzmeister Alfred Nau. Als erste Bildungsstätte der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde, genau 31 Jahre nach dem Tode Friedrich Eberts, am 28. Februar 1956 in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss die Heimvolkshochschule in Bergneustadt eingeweiht. Am 1. April 1956 wurde Dr. Günter Grunwald Leiter des Kulturpolitischen Referats im Parteivorstand der SPD und Geschäftsführer der Friedrich-Ebert-Stiftung. Unter seiner Leitung begann – bei aller weltanschaulichen Nähe zu den Grundwerten der Sozialdemokratie – die organisatorische Verselbständigung der Friedrich-Ebert-Stiftung und ihre Entfaltung zu ihrer heutigen Gestalt und Bedeutung. Binnen weniger Jahre füllte die FriedrichEbert-Stiftung unter der Leitung von Dr. Grunwald und seinem Nachfolger Dr. Horst Heidermann sowie den Vorsitzenden Alfred Nau und Heinz Kühn den mit dem Vermächtnis Eberts abgesteckten Rahmen durch eine Vielzahl von Aktivitäten im In- und Ausland aus. Die Studienförderung wurde ausgebaut und auf ausländische Studierende ausgeweitet. Bei der Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten zählen vor allem Qualifikation und gesellschaftspolitisches Verantwortungsbewusstsein. 9 Friedrich-Ebert-Stiftung Dabei werden keineswegs nur Studentinnen und Studenten in die Studienförderung aufgenommen, die auf den ersten berufsbefähigenden Studienabschluss hinarbeiten; sondern im Laufe der Zeit gewann die Promotionsförderung einen hohen Stellenwert. Außerdem bietet die Studienförderung mit der ideellen Förderung ein studienbegleitendes Seminarprogramm an. Zahlreiche Bildungsstätten, vor allem Heimvolkshochschulen, wurden errichtet und boten der politischen Erwachsenenbildung den nötigen Raum zur Entfaltung. Tausende von Lernenden besuchten pro Jahr die Seminare und Kurse, die in den Schulen abgehalten wurden. Das Spektrum der Themen reichte von der Geschichte der Arbeiterbewegung über aktuelle politische Probleme bis hin zu Schulungen für ehrenamtliche politische und gewerkschaftliche Tätigkeiten. Außerdem wurde ein eigenes Forschungsinstitut eingerichtet, aus dem später das Historische Forschungszentrum und das Wirtschaftsund sozialpolitische Beratungszentrum hervorgegangen sind. Zum Historischen Forschungszentrum gehört das Archiv der sozialen Demokratie, das nicht nur die Schriftgutbestände der Sozialdemokratischen Partei und nahezu aller deutschen Gewerkschaften betreut, sondern zudem über 1.000 Bestände von wichtigen Persönlichkeiten – von Hans Böckler und Willy Brandt über Annemarie Renger und Helmut Schmidt bis zu Herbert Wehner – aufbewahrt; hinzu kommen die Sammlungen: 750.000 Fotos, 60.000 Plakate, 40.000 Flugblätter sowie Tausende von Film-, Video- und Tondokumenten und rund 250 historische Fahnen. Zu nennen ist sodann die reichhaltige Bibliothek, die mit ihren rund 650.000 Bänden zu den größten Spezialbibliotheken sowohl zur Geschichte der Arbeiterbewegung und zur Zeitgeschichte als auch zur internationalen Entwicklung zählt. Zum Historischen Forschungszentrum gehört schließlich das Karl-Marx-Haus in Trier; während das Geburtshaus von Karl Marx eine Dauerausstellung zu Leben, Werk und Wirken von Karl Marx beherbergt, bietet das angeschlossene Studienzentrum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit zur vertieften Forschung. Historische Grundsatzforschung wurde und wird darüber hinaus in der Abteilung Sozialund Zeitgeschichte betrieben, in der neben zahlreichen Studien zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit dem„Archiv für Sozialgeschichte“ eine umfangreiche Zeitschrift erarbeitet wird. Das Wirtschafts- und sozialpolitische Beratungszentrum widmet sich demgegenüber verstärkt eher aktualpolitischen Fragen der Wirtschafts- und der Sozialpolitik, zudem aber auch der Entwicklung von Arbeit, Technik und Gesellschaft. Mit eigenen Forschungsarbeiten, mit Publikationsreihen und dem Jahrbuch„Arbeit und Technik“ sowie mit Konferenzen und Seminaren bietet das Beratungszentrum zahlreiche Möglichkeiten der Information, aber auch der Diskussion über die drängenden Zeitprobleme. Seit Beginn der sechziger Jahre engagiert sich die Friedrich-Ebert-Stiftung verstärkt auf dem Gebiet der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Gemäß ihrem Satzungszweck, „die internationale Zusammenarbeit im demokratischen Geiste zu fördern“, weitete sie diese 10 Friedrich-Ebert-Stiftung Arbeit regional und thematisch immer weiter aus. Gleichberechtigt neben die Förderung der internationalen Kooperation trat – in Zusammenarbeit mit Partnern in den jeweiligen Ländern – die Unterstützung beim Ringen um Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit, Freiheitsrechte, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit. Die„Wende“ 1989/90 und die deutsche Einheit wurden von der Friedrich-Ebert-Stiftung, nun unter dem Vorsitz von Holger Börner und der Leitung von Dr. Jürgen Burckhardt , als Chance und Herausforderung angenommen: Die politische Bildung wurde auf die Neuen Bundesländer ausgeweitet; dabei wurden neue Möglichkeiten zur Vermittlung politischer Bildung erschlossen, die, koordiniert von den Landesbüros, heute in zunehmendem Maße dezentral organisiert wird. Intensiviert wurde die Kooperation mit Partnerorganisationen in den Ländern Mittel-Ost bzw. Osteuropas, womit die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Beitrag zum Zusammenwachsen Europas leistete und leistet. In den Stiftungsstandorten Bonn und Berlin bietet die Friedrich-Ebert-Stiftung in zahlreichen Veranstaltungen und Seminaren ein Forum für Information und Meinungsaustausch zu den drängenden Problemen der Zeit. Heute, unter dem Vorsitz von Anke Fuchs und der Leitung von Dr. Roland Schmidt, nimmt die Friedrich-Ebert-Stiftung ihren gesellschaftspolitischen Auftrag mit 14 Regionalbüros und einer Akademie in Deutschland und mit ihrem in 40 Jahren gewachsenen Netz von Auslandsvertretungen in fast 100 Ländern der Erde wahr. Als selbständige, gemeinnützige, private kulturelle Institution ist sie den Grundwerten der Sozialen Demokratie verpflichtet. Als selbständige, gemeinnützige, private kulturelle Institution ist die Friedrich-Ebert-Stiftung den Grundwerten der Sozialen Demokratie verpflichtet. 11 Friedrich-Ebert-Stiftung Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Friedrich-Ebert-Stiftung am 8. März 2005 in Berlin Begrüßung Anke Fuchs, Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung Herr Bundespräsident, Herr Bundespräsident der Republik Österreich, Exzellenzen, meine Damen und Herren Minister, meine Damen und Herren Abgeordnete, liebe Gäste, liebe Freunde und Freundinnen der Friedrich-Ebert-Stiftung, ich heiße Sie alle sehr herzlich willkommen! Politische Bildungsarbeit ist für die Demokratie ein Gebot der Selbsterhaltung. Demokratie muss stets aufs Neue erklärt und erfahrbar gemacht werden. Nur so kann sich Demokratie entwickeln, lebendig entfalten und unter Belastungen bestehen. Diese Überzeugung bildet das Fundament für die Arbeit einer politischen Stiftung. Hier liegt unsere Verantwortung, das ist unser Auftrag. Ich freue mich, dass Sie mit uns zusammen den 80. Gründungstag der Friedrich-Ebert-Stiftung feiern wollen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung wurde in der Weimarer Republik gegründet. Diese scheiterte auch daran, dass die Demokratie zu wenig Demokraten hatte, zu wenig engagierte Mitstreiter, denen die Demokratie ein eigenes Anliegen war. Friedrich Ebert – erster Reichspräsident der ersten deutschen Republik – hat bitter erfahren müssen, dass die Demokratie keine Chance hat, wenn nicht die Menschen von ihr überzeugt sind. Er hatte deshalb seine politischen Freunde gebeten, eine Stiftung ins Leben zu rufen, die jungen Menschen Bildungschancen geben und die Grundwerte der Demokratie vermitteln sollte. Nach seinem frühen Tod am 28. Februar 1925 hat der SPD-Parteivorstand am 2. März die Gründung der Friedrich-Ebert-Stiftung beschlossen. Nach einem bescheidenen Anfang, nach Verbot in der Nazizeit und den Schrecken des Zweiten Weltkrieges, begann die FriedrichEbert-Stiftung neu. Daraus wurde eine Erfolgsgeschichte; wie eine Erfolgsgeschichte auch für die Bundesrepublik Deutschland. Auf friedlichen Ausgleich hinzuwirken, Freiheit zu sichern, Demokratie zu festigen, für internationale Verständigung und partnerschaftliche Entwicklung zu arbeiten, Bildung und Ausbildung bei uns und in der Welt zu fördern: hierfür arbeiten wir, haben wir gearbeitet, werden wir auch weiter arbeiten. Lassen Sie mich drei Mosaiksteine willkürlich herausgreifen, um zu erläutern, was wir tun. 12 Friedrich-Ebert-Stiftung Holger Börner, Heinz Fischer, Horst Köhler, Louise Fréchette, Hans Eichel Egon Bahr, Katja Meyer Horst Heidermann, Jürgen Brummel, Roland Schmidt Erstes Beispiel: Im Jahr 2003 haben wir in Kabul in Afghanistan ein Büro eröffnet. Ich konnte dabei sein und sah Kabul in Trümmern, wie meine Heimatstadt Hamburg nach 1945. Ich begegnete Menschen, die froh waren, dass keine Bomben mehr fielen und dass die Gewalt aufhörte. Und ich konnte ihnen erläutern, dass wir unsere Städte wieder aufgebaut haben und dass man das kann. Und wir begegneten Frauen, die wieder lesen und schreiben durften; Kindern, die wieder mit Freude zur Schule gingen. Und wir begegneten Männern und Frauen, die sagten: Wir wollen unser Land aufbauen, wir wollen demokratische Strukturen erarbeiten, helft uns dabei! Und wir konnten aufgrund unserer Erfahrungen, aufgrund unserer Kenntnisse einen wesentlichen Beitrag leisten. Das zweite Beispiel stammt aus der politischen Bildungsarbeit in Deutschland: Das Thema Religionen in Staat und Gesellschaft – Christen, Juden, Muslime. Wie erhalten wir Offenheit und Toleranz und sind zugleich unerbittlich, wenn es darum geht die Rechte und Pflichten von Menschen auch im Alltag durchzusetzen? Ich habe für mich gelernt: Gesellschaftlich sind wir noch nicht gut vorbereitet auf diese Art der Diskussion. Weg von den Statements, hin zu wirklicher Debatte. Wie ist jeder von uns eigentlich ausgerichtet oder schon qualifiziert, eine solche Debatte zu bestehen? Hier können die politischen Stiftungen wichtige Arbeit leisten. Das gilt auch für den dritten Punkt: Bekämpfung des Rechtsextremismus. Die Friedrich-Ebert-Stiftung leistet wertvolle Beiträge. Wir sind sehr aktiv auch in den neuen Bundesländern. Aber auch bei diesem Thema möchte ich uns alle ermahnen. Es wird nicht funktionieren, wenn wir es anderen überlassen. Sondern es wird nur funktionieren, wenn jeder von uns überlegt: Was kann ich selbst beitragen? Wie mutig bin ich eigentlich in einer Kleinstadt, wo die einzige Kneipe in Hand der Rechtsextremisten ist? Dieses bewegt mich sehr und zurückkommend auf unseren Gründungsvater Friedrich Ebert denke ich, dieses wird unter anderem die Nagelprobe für unsere Demokratie sein und hier haben wir eine ganze Menge zu tun. Wie erhalten wir Offenheit und Toleranz und sind zugleich unerbittlich, wenn es darum geht die Rechte und Pflichten von Menschen auch im Alltag durchzusetzen? Wie ist jeder von uns eigentlich ausgerichtet oder schon qualifiziert, eine solche Debatte zu bestehen? Hier können die politischen Stiftungen wichtige Arbeit leisten. 13 Friedrich-Ebert-Stiftung Die Mitglieder der Friedrich-Ebert-Stiftung, ihre Mitarbeiter, Vertrauensdozenten und Stipendiaten sind Ihnen, verehrter Herr Bundespräsident, dankbar, dass Sie anlässlich unseres 80-jährigen Gründungsjubiläums bei uns sind und zu uns sprechen werden. Hierdurch unterstreichen Sie die Bedeutung der Arbeit der politischen Stiftungen für Demokratie und internationale Verständigung. Mein besonderer Gruß gilt auch dem Bundespräsidenten der Republik Österreich, Prof. Dr. Heinz Fischer, der uns besonders gut bekannt ist, denn er war viele Jahre Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ich begrüße die Stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen. Liebe Frau Fréchette, ich danke Ihnen, dass Sie den weiten Weg auf sich genommen haben, um heute ein Grußwort an uns zu richten. Aber die Zusammenarbeit ist so gut, dass ich glaube, Sie sind gern zu uns gekommen. Wir freuen uns, dass der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Franz Müntefering zu uns gekommen ist und zu uns sprechen wird. Aus Südafrika ist die stellvertretende Vorsitzende des African National Congress(ANC) bei uns, mit dem uns eine tiefe und lange Beziehung verbindet, um ebenfalls ein Grußwort zu sprechen. Frau Mthembu-Mahanyele, herzlich willkommen! Wenn die Zeit reichte gäbe es natürlich viele Geschichten zu erzählen, von der besonders guten Zusammenarbeit zwischen Ihnen und der Friedrich-Ebert-Stiftung, seit vielen Jahren. Liebe Frau Baraki, Ihr Weg war nicht ganz so weit. Sie stammen zwar aus Afghanistan, kommen jetzt aber aus Göttingen, wo Sie als Ärztin in einer Klinik arbeiten. Wir danken Ihnen, dass Sie heute stellvertretend für unsere Stipendiaten aus dem Ausland ein Grußwort an uns richten werden. Jetzt begrüße ich die, die kein Grußwort halten. Ich fange an mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit. Ich begrüße sehr herzlich die Bundesminister, die zu uns gekommen sind: Hans Eichel und Dr. Manfred Stolpe. Wir wissen zu würdigen, dass prominente Vertreter der deutschen Gewerkschaftsbewegung bei uns sind: Stellvertretend für alle begrüße ich ganz besonders den Vorsitzenden des DGB Michael Sommer. Ich begrüße die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und der Länderparlamente. Ohne die Unterstützung der Parlamente gäbe es die politischen Stiftungen nicht. Besonders begrüße ich in Vertretung aller die beiden Vizepräsidentinnen des Deutschen Bundestages, Susanne Kastner und Antje Vollmer. Ich freue mich sehr darüber, dass auch wichtige Freunde und Förderer unserer Stiftung bei uns sind, ohne deren Hilfe und großzügige Unterstützung viele unserer Projekte im In- und Ausland nicht realisierbar wären. Ganz herzlich heiße ich deshalb Herrn Dr. Erich Schumann sowie Herrn Prof. HeinrichAugust Winkler und seine Frau Dörte willkommen. Ein besonderer Gruß geht an alle, mit denen wir in der politischen Bildung, der Studienförderung, in der wissenschaftlichen und internationalen Arbeit zusammenwirken – vor allem auch an die Vertreter der Ministerien. Wir sind für diese enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit dankbar. 14 Friedrich-Ebert-Stiftung Franz Müntefering, Holger Börner Horst Köhler, Heinz Fischer, Karin Schubert Günter Grunwald, Horst Ehmke Viele gute Freunde der Stiftung in Deutschland und in aller Welt haben zum heutigen Tag Grußworte übermittelt. Stellvertretend für viele nenne ich den Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan, unseren Bundeskanzler Gerhard Schröder und den Präsidenten Polens Aleksander Kwasniewski, den brasilianischen Staatspräsidenten Lula da Silva, Kim Dae-Jung, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Präsident Koreas, sowie Tabare Vazquez, den Präsidenten von Uruguay. Willkommen heiße ich ebenfalls die Botschafter aus vielen der über 100 Länder, in denen die Stiftung weltweit arbeitet. Ich freue mich auch darüber, dass viele Vertreter aus Medien und Presse zu uns gekommen sind. Und wir schätzen uns glücklich, dass am heutigen Tag auch die Vertreter der Hans-Böckler-Stiftung und der anderen politischen Stiftungen bei uns sind. Die politischen Stiftungen arbeiten gemeinsam für Demokratie und internationale Verständigung. Besonders schön finde ich, dass auch Vertreter der Familie Ebert unter uns sind. Stellvertretend für sie möchte ich ganz herzlich Herrn Karl-Heinz Ebert, den Enkel Friedrich Eberts, hier bei uns in der Friedrich-Ebert-Stiftung begrüßen. Abschließend möchte ich meine große Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass der Ehrenvorsitzende unserer Stiftung Holger Börner heute bei uns ist. Ich freue mich einfach, dass Sie alle da sind. Wenn Sie stehen müssen, tut mir das leid, aber das ist ein Zeichen dafür, dass wir ein volles Haus haben. Und darüber freue ich mich. Herr Bundespräsident, Sie haben das Wort. 15 Friedrich-Ebert-Stiftung Horst Köhler Bundespräsident Liebe Frau Fuchs, lieber Herr Börner, dear Louise – I didn‘t expect you to be here, but it‘s nice to see you – hochverehrter Herr Bundespräsident Fischer, Excellenzen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Es ist mir eine Freude, heute in Ihrer Mitte zu sein und mit Ihnen den 80. Jahrestag der Friedrich-Ebert-Stiftung zu feiern. Ich gratuliere der Stiftung – weniger zu ihrem Alter als zu ihren Leistungen in diesen acht Jahrzehnten – und ich beglückwünsche uns alle, dass wir sie haben. Wir verdanken sie Friedrich Ebert. Sie gehört zu seinem bleibenden Vermächtnis. Und die Stiftung hat dazu beigetragen, die Wurzeln der Demokratie in Deutschland zu festigen. Zwischen dem Amt des Reichspräsidenten, wie er es ausfüllte, und dem Bundespräsidentenamt gibt es natürlich wichtige Unterschiede; aber wenn ich Friedrich Eberts Amtsführung betrachte, dann fallen mir auch Gemeinsamkeiten auf. Die Gemeinsamkeiten gibt es beim Biographischen: Er war wie ich ein siebtes Kind und stammt aus so genannten„einfachen Verhältnissen“. Er hatte in seinem Elternhaus keine Not zu leiden, aber seine Eltern mussten in der Tat die Mark schon umdrehen, ehe sie ausgegeben wurde. Er lernte und arbeitete mit Begeisterung und setzte sich immer neue Ziele, aber er bekam auch zu spüren, wie ungerecht die Bildungs- und Aufstiegschancen verteilt waren und wie dringend das korrigiert werden musste. Auch in seiner Amtsführung kommt mir manches bekannt vor: Im August 1919, unmittelbar nach seiner Wahl, begann er, den Ländern Antrittsbesuche abzustatten – ich mache morgen den vierzehnten meiner eigenen Antrittsbesuche, diesmal im schönen Rheinland-Pfalz. Dabei setzte Friedrich Ebert sich für einen vernünftigen Ausgleich der Interessen zwischen dem Reich und den Ländern ein – das ist mir unter dem Stichwort Föderalismusreform – oder eben auch nicht Reform – sehr vertraut. Damit möchte ich es bei der Suche nach Gemeinsamkeiten aber lieber bewenden lassen. Theodor Heuss hat in seinem Nachruf auf Friedrich Ebert gesagt, er sei„der Abraham Lincoln der deutschen Geschichte“. Dem will ich 16 Friedrich-Ebert-Stiftung Egon Bahr, Anke Fuchs Anke Fuchs, Manfred Stolpe, Roland Schmidt mich gern anschließen. Mit meinen Worten heißt dies: Friedrich Ebert war ein großer Präsident, und das in einer für Deutschland besonders schweren Zeit. In seinem Testament gab Friedrich Ebert drei Ziele vor: die Förderung begabter junger Menschen aus einfachen Verhältnissen, die Erziehung aller Schichten im demokratischen Geist und die Förderung des Verständnisses zwischen Deutschland und dem Ausland. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat diese drei Aufgaben vorzüglich erfüllt und ich bin überzeugt davon, dass ihr das auch künftig gelingen wird. Deutschlands wichtigster Rohstoff liegt nicht unter der Erde, er steckt in den Köpfen: Wir dürfen kein Talent ungehoben lassen, wir müssen mit allen wuchern. Niemand darf durch seine materiellen Verhältnisse daran gehindert werden, seine Begabungen zum Wohle des Ganzen zu entwickeln. Darum bleibt die Förderung junger Leute„aus einfachen Verhältnissen“ eine wichtige Aufgabe auch heute. Alle Bildung ist politische Bildung, hat Hartmut von Hentig mit Recht einmal gesagt. Freilich gibt es spezifische Kenntnisse, die unabdingbar sind: Es ist nötig, die Grundzüge unserer Verfassungsordnung zu kennen, den Gehalt der Grund- und Menschenrechte zu begreifen und die Bedeutung des Rechtsstaates zu erkennen. Alle Bildung ist politische Bildung, hat Hartmut von Hentig mit Recht einmal gesagt. Freilich gibt es spezifische Kenntnisse, die unabdingbar sind: Es ist nötig, die Grundzüge unserer Verfassungsordnung zu kennen, den Gehalt der Grundund Menschenrechte zu begreifen und die Bedeutung des Rechtsstaates zu erkennen. Nur dann lässt sich überhaupt verstehen, wieviel Freiheit, Frieden und Sicherheit diese Ordnung allen bietet. Zu diesen soliden Kenntnissen muss die Bereitschaft hinzukommen, auch als Demokrat zu handeln, Verantwortung zu übernehmen und mitzugestalten. Das steckt hinter Friedrich Eberts berühmtem Wort:„Demokratie braucht Demokraten.“ Die Friedrich-Ebert-Stiftung leistet Beispielhaftes für eine so verstandene politische Bildung, aber ihr Anspruch geht längst noch weiter, so wie ich das sehe. Denn sie leistet politische Bildungsarbeit nicht allein für die Mehrheit interessierter Bürger, sondern sie verhilft auch den Profis des politischen Betriebs zu mehr politischer Bildung. Ich will wirklich niemanden entmutigen, aber die Handreichungen der FES zur Theorie und Praxis der Politik sind – zusammen natürlich auch mit der Arbeit anderer politischer Stiftungen – von großem Wert für jeden, der im politischen Bereich tätig ist. Und das ist ein Beitrag zur Politikberatung, um den uns viele andere Länder beneiden. Deutschland ist nicht nur das Land mit den meisten Nachbarn in Europa, es ist auch ein Land, das besonders intensiv mit der Welt ver17 Friedrich-Ebert-Stiftung Horst Köhler Klaus Uwe Benneter Jürgen Burckhardt, Inge Wettig-Danielmeier bunden ist – durch Handel, durch Reisen, durch die politische Zusammenarbeit mit vielen Partnern und Freunden. Für diese politische Zusammenarbeit und für das gegenseitige Verständnis sind die Friedrich-Ebert-Stiftung und ihre Schwesternstiftungen längst unentbehrlich geworden. Davon profitieren wir Deutschen vielleicht am meisten, weil wir dadurch immer wieder erfahren, dass hinter dem Berg auch noch Leute wohnen – und zwar Leute mit vielen guten Ideen. Letztlich ist die internationale Zusammenarbeit aber ein gemeinsames Lernen. Auch ich selber habe das gemeinsame Lernen als IWF-Chef durchaus auch mit den Papieren der Friedrich-Ebert-Stiftung vollzogen. Und wenn ich Louise Fréchette hier sehe, dann weiß ich, wie sich der Zirkel schließt. Auch zu den Vereinten Nationen in New York. Es bringt uns alle miteinander voran, und das wissen auch unsere Freunde in aller Welt zu schätzen – Ihr Besuch, liebe Frau Fréchette und Frau Mthembu-Mahanyele, ist der beste Beweis dafür. Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist durch diese internationale Zusammenarbeit über die Jahrzehnte auch zu einer Expertin für Entwicklungspolitik und für den Aufbau demokratischer Ordnungen geworden. Das hat das Leben ungezählter Menschen in aller Welt durchaus doch ein bisschen zum Besseren verändert. So trägt die Stiftung den Namen und die Ideale von Friedrich Ebert hinaus in die Welt. Sein Vermächtnis lebt. Ich möchte dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FriedrichEbert-Stiftung sehr herzlich danken für die Arbeit, die Sie für unser Land und in aller Welt leisten. Wir sind heute in Deutschland eine gefestigte„Demokratie mit Demokraten“, und daran haben Sie maßgeblichen Anteil. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen für die Zukunft und auch die dafür notwendigen Finanzierungen. 18 Friedrich-Ebert-Stiftung Louise Fréchette Stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen Meine Herren Präsidenten, Excellencies, Ladies and Gentlemen. It is a pleasure and a privilege to address you today. Let me congratulate you on this milestone of your existence, during which you have truly lived up to Friedrich Ebert’s motto that“We must work and create values, otherwise we collapse.” Above all, I am heartened that you have asked for the United Nations to be present at this anniversary celebration. For many years, and on many fronts, the Friedrich-Ebert-Stiftung has been a wonderful partner to the UN. You have worked to promote peace and human rights, strengthen political education, and support democratization in developing countries and societies in transition. And the fact that you are turning 80, in the same year as the UN is turning 60, makes our organization a mere spring chicken compared to yours! So this is a special year for both our institutions. But for the United Nations, 2005 not only marks the 60th anniversary of our founding at the end of World War Two. It is also a year in which we are thinking ahead, and engaging in a constructive debate about the future: how to build a collective security system able to meet the threats and challenges of today – a system in which all States can have confidence; how to forge a true global partnership to alleviate poverty and promote development; how to advance greater tolerance and understanding among the peoples of the world. Five years ago, all the world’s Governments came together to adopt the Millennium Declaration, seen as a blueprint for building a better world in the 21st century. That landmark document captured the aspirations of the international community for a world united by common values, striving to achieve peace through collective security, and decent standards of living for every man, woman and child through a global partnership for development. But extraordinary developments have taken place since the Declaration was adopted – most notably the 11 September terrorist attacks on the United States, and the deep divisions over the war in Iraq. This led the Secretary-General to conclude that the world had arrived at a fork in the road: a transformed international security environment in which the international community could either come together and 19 Friedrich-Ebert-Stiftung agree on how best to handle the grave threats we face, or else remain at odds, letting history take the decisions for us, with all that that implies for our safety and prosperity. That is why, in a few weeks from now, the Secretary-General will be placing before Member States a report setting out proposals for far-reaching reforms of the international security system, and recommending ways to reach the Millennium Development Goals, endorsed in the Millennium Declaration. The Secretary-General’s proposals will draw heavily on two documents. The first is the Report of the High-level Panel on Threats, Challenges and Change, which sets out a new and comprehensive vision of collective security for the 21st century. It offers 101 recommendations for fundamental change both in our policies and in the United Nations itself. Let me take this opportunity to thank the Friedrich-Ebert-Stiftung for the very active and constructive support you have provided for the work of the High-level Panel. The other document, the report of the United Nations Millennium Project, is no less visionary. It challenges the international community to turn into reality its ambition to reduce poverty, and eventually eradicate it. It suggests specific investments and policies that can be readily applied over the coming decade, on a scale large enough to make the difference. Drawing on both these documents, and on his own wideranging consultations, the Secretary-General aims to put forward an agenda that is both bold and achievable. This will provide a focus of discussion and debate in the months leading up to a summit meeting at the United Nations in September. The fundamental message is simple: our global security environment has been transformed, and our global collective security system must be transformed too. Take the threat of nuclear proliferation. Since 1970, the Nuclear Non-Proliferation Treaty has helped prevent the cascade of nuclear proliferation many predicted only a few years before. But unless new and decisive steps are taken now, current challenges to the NPT threaten to realize those old fears. The High-Level Panel has recommended several urgent measures to strengthen the nonproliferation regime, including tougher inspection rules, incentives for States to voluntarily forego the development of sensitive fuel cycle activities and swift negotiation of a fissile material cut-off treaty. Equally, we must take decisive action to ensure that catastrophic terrorism never becomes a reality. The United Nations must show zero tolerance of terrorism, of any kind, for any reason, while putting to good use its convening power, its normative strength and global reach. The High-level Panel was able to reach consensus on a definition of terrorism – something that has eluded Member States until now. Their Anke Fuchs, Manfred Stolpe 20 Lisheth Ebert, Karl-Heinz Ebert(Enkel Friedrich Eberts), Horst Köhler Michael Sommer, Ernst Breit, Dieter Schulte Friedrich-Ebert-Stiftung Anke Fuchs, Uwe Ziegler Klaus Wowereit, Lore Maria Peschel-Gutzeit definition makes clear that the targeting of civilians or non-combatants is totally unacceptable, no matter under what circumstances. We urge Heads of State to unite behind that definition at the September summit, and hope that this will lead to the finalization and adoption of a comprehensive anti-terrorism convention in the General Assembly. I also urge you to pay close attention on Thursday, when the Secretary-General will outline an anti-terrorism strategy for the United Nations. We must also equip ourselves with the collective tools we need to succeed in building lasting peace in war-torn countries – a task in which the United Nations and regional organizations are engaged today in a wide range of nations. The Panel recommends the creation of a new intergovernmental organ in the United Nations in the form of a Peacebuilding Commission. Such a Commission would give Member States, the UN, international financial institutions, regional organizations, donor countries, troop contributors and the country being helped a forum for consensus and action: to agree on strategy, provide policy guidance, mobilize resources, and coordinate the efforts of all involved. On development, a big part of the challenge is to make operational the framework that is already in place, in the form of the Millennium Development Goals. We must ensure that the goals are at the centre of national strategies and international assistance alike. All developing countries should commit to put forward, by 2006, practical national strategies to meet the goals. And donors must take the goals as seriously as they expect developing countries to do, while stepping up their support for efforts at the national level. The September Summit must produce a pact, to which all nations subscribe, and on which all will be held accountable for progress, or lack of it, towards the Millennium Development Goals. Of course, our work for both security and development must rest squarely on the pillars of human rights and the rule of law. The Secretary-General’s report will be making important recommendations for action in those areas too. And his report will call on all States to look closely at the architecture of the United Nations itself, which in many ways still reflects the world of 1945. This includes, of course, the thorny question of enlargement of the Security Council’s membership – as I am sure everyone in this room is aware. The United Nations must be updated to reflect today’s realities, so that it brings to bear, in the most effective way, the capacities and contributions of all States in meeting the threats and challenges of our world. Ladies and gentlemen, the 2005 process is meant to produce results. We hope that Governments will come to the summit ready to take farreaching measures. We believe that historic, fundamental progress is possible. But it will de21 Friedrich-Ebert-Stiftung pend on the will of Governments, and on the engagement of civil society groups such as yours. Ladies and gentlemen, as I mentioned, the Friedrich-Ebert-Stiftung has already provided valuable support for the process I have just described. We in the United Nations welcome and embrace partnerships with foundations such as yours. Foundations have always played pivotal roles in advocating and acting for change. And for our part, in the United Nations, we have opened up to ways of working with non-State actors on a scale that no one could have imagined a few decades ago. So, as we seek to broaden and deepen coalitions for change around our agenda, we know that we can do this only with the full participation and support of organizations like yours. There is a multitude of ways in which We in the United Nations welcome and embrace partnerships with foundations such as yours. Foundations have always played pivotal roles in advocating and acting for change. And for our part, in the United Nations, we have opened up to ways of working with non-State actors on a scale that no one could have imagined a few decades ago. you can continue your work to engage constituencies around the world ahead of the September summit. You can use your ideas and expertise on ways to address global challenges on our agenda. You can raise public consciousness, and speak to people’s conscience. You can use your extensive network around the world, spanning offices in more than 100 countries, and your knowledge of the political landscape of those countries. You can work with your local partners among NGOs, labour organizations, business and others around the world, to promote specific projects and programmes on the ground. That kind of real-life approach is exactly what we need in the year to come. As Friedrich Ebert said,“not roaming in the interminable and losing oneself in the theoretical, not hesitating and wavering, but with clear vision and a firm hand, taking a firm hold on practical life.” Friends, that is indeed what we must aspire to. I thank you for listening to me today, and I wish you all the best for this anniversary. May you keep going strong for many years to come. Vielen Dank. Thank you very much. Franz Müntefering, Holger Börner, Heinz Fischer Peter Brandt, Dieter Dowe, Peter Lösche 22 Friedrich-Ebert-Stiftung Franz Müntefering Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion Sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler, sehr geehrter Herr Bundespräsident Fischer, sehr verehrte Frau Fréchette, liebe Anke Fuchs, lieber Roland Schmidt, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, das Wichtigste zuerst: Herzliche Gratulation und herzlichen Glückwunsch zum 80.(1925-2005), das waren Zeiten mit Höhen und Tiefen. Anstrengend – herausfordernd. Ihr habt sie erfolgreich bestanden. Die Ebert-Stiftung hat einen guten Namen, nicht zufällig, in Deutschland und in der Welt. Darauf könnt Ihr stolz sein. Die deutsche Sozialdemokratie sagt Ihnen, sagt Euch: Dankeschön für diese Leistung. Und: Macht so weiter. Denn wir wissen: Nichts ist fertig, nichts sicher, alles muss immer wieder neu erstritten und erkämpft werden. Wir wollen sozialen Fortschritt. Manche Philosophen erklären uns, dass es Fortschritt eigentlich gar nicht gibt. Wir wollen ihn trotzdem. Denn wir finden uns nicht ab mit den Dingen, wie sie sind. Wir wollen es besser machen, im Großen wie im Kleinen. Die Soziale Demokratie glaubt nicht an das Paradies auf Erden und nicht an den neuen Menschen, mit dem dann alles gut sein würde. Aber wir sind sicher, dass Menschen, wenn sie sich engagieren, Gutes für Menschen bewirken können. Und daran wollen wir, wollen Sie, wollt Ihr Anteil haben. Das gilt für die Bildungspolitik. Freiheit und Gerechtigkeit gibt es nicht ohne gleiche Bildungschancen. Informiert sein, Bescheid wissen, nicht für dumm verkauft werden können, mitreden und damit auch mitwirken können – das sind zentrale Maximen der Arbeiterbewegung gewesen. Und sie sind es noch heute. Die Ebert-Stiftung gehört zu dieser Bewegung dazu. Das gilt auch für die Förderung begabter junger Menschen. Rund 1.500 Studierende pro Jahr werden von der Ebert-Stiftung gefördert. In einer Zeit, in der viele im Lande leichthin von Studiengebühren schwärmen, sorgt die FES dafür, dass junge Menschen Chancen bekomDie Ebert-Stiftung hat einen guten Namen, nicht zufällig, in Deutschland und in der Welt. Darauf könnt Ihr stolz sein. Die deutsche Sozialdemokratie sagt Ihnen, sagt Euch: Dankeschön für diese Leistung. Und: Macht so weiter. 23 Friedrich-Ebert-Stiftung men, die bisher benachteiligt sind. 75% der Kinder aus Akademikerfamilien kommen auf der Universität an. 12% der Studierenden kommen aus Arbeiterfamilien. Da bleibt was zu tun. Dank auch für die große internationale Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung. In rund 100 Ländern ist die Ebert-Stiftung vor Ort. Und nicht nur vor Ort, sondern hoch engagiert in Sachen Kulturaustausch, Demokratieaufbau und Entwicklung. Meine Erfahrung dabei ist: Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist ein dicker Pluspunkt für Deutschland in der Welt. Da wird erstklassige Arbeit geleistet. Ich selbst möchte in diesem Jahr als Vorsitzender der SPD im Nahen Osten und in China sein und bin schon heute sicher: Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist schon da. Deutsche Einheit/Aufbau Ost. Das ist ein besonderes Kapitel, eine besondere Leistung der Friedrich-Ebert-Stiftung in den vergangenen 15 Jahren. Ich bin sicher, dass das weitergehen wird. Die Ebert-Stiftung hat entscheidend mitgeholfen, demokratische Strukturen zu festigen und die Prinzipien der Sozialen Demokratie zu vermitteln und populär zu machen. Manchmal sogar mehr – denke ich –, als wir Parteien es schaffen. Meinen Respekt dafür. Vor 80 Jahren, am 4. 3. 1925, begann die Geschichte der Stiftung, wenige Tage nach dem Tode von Friedrich Ebert am 28. Februar 1925. Der SPD-Parteivorstand beschloss damals: „Das Leben Friedrich Eberts bietet das bisher glänzendste Beispiel für den Aufstieg eines Mannes aus den arbeitenden Massen zu höchsten Leistungen im Dienste der Allgemeinheit. Auf sein Vorbild hinzuweisen, die heranwachsende Generation zur Nacheiferung anzuspornen und besondere Begabungen aus der Jugend des arbeitenden Volkes zu fördern, das ist der Zweck der Friedrich-Ebert-Stiftung.“ Die Nazis verboten sie. Nach dem Krieg entstand sie zunächst in eher rudimentärer Form, bis sie sich 1953/54 wieder voll konstituierte und sich vornahm,„zur Förderung demokratischer Volkserziehung“ ihre Arbeit zu verbreitern und zu intensivieren. Bedeutende Persönlichkeiten standen seitdem an ihrer Spitze: Gerhard Weisser 1953-1970, Alfred Nau 1970-1983, Heinz Kühn 1983-1987, Holger Börner 1987-2003 und jetzt Anke Fuchs. Fast keiner aus meiner Generation, der sich der Sozialen Demokratie verpflichtet fühlt, ist nicht irgendwann einmal in einer der Heimvolkshochschulen der Friedrich-Ebert-Stiftung gewesen und hat dort„aufgetankt“. Die erste dieser Heimvolkshochschulen wurde am 28. 2. 1956 eröffnet, in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss, in Bergneustadt. Wieso genau dort, weiß ich nicht. Aber es liegt angenehm nahe zum Sauerland und insofern bedanke ich mich. Viele weitere Namen von Schul-Standorten wären zu nennen. Ich will es bei Bad Münstereifel belassen und dem Hinweis auf 1973, als Mario Soares nach der portugiesischen Revolution gegen die faschistische Diktatur dort mit seinen Freunden die Sozialistische Partei Portugals gründete. Ein Jahr später, 1974, war Bad Münstereifel noch einmal in aller Munde. Friedrich Ebert selbst war keine revolutionäre Erscheinung. Aber dass er, der Mann aus dem Volke, der Sattler-Geselle, 1918/19 an die Spitze des Landes kam, das war revolutionär. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte einer ohne militärischen Hintergrund, nicht adelig, demokratisch legitimiert. 24 Friedrich-Ebert-Stiftung Manfred Stolpe, Husnia Baraki, Sankie Mthembu-Mahanyele Horst Köhler, Hans Eichel, Michael Sommer, Susanne Kastner Im Jahre der Reichsgründung, 1871, geboren, wurde Friedrich Ebert 1913, nach dem Tode von August Bebel, einer der Mitvorsitzenden der SPD. Er war gerade 42. Nach dem Krieg, in der ersten Demokratie, wurde er Reichskanzler, dann Reichspräsident. Ein Mann mit Anstand, von seinen Gegnern verhöhnt und verspottet und nie respektiert. Er war kein Mann des großen Pathos; er war geradezu ein leidenschaftlicher Pragmatiker. Ihm war die Tat wichtiger als die große Geste. Friedrich Ebert war ein bedeutender Politiker und eine große Persönlichkeit in der deutschen Geschichte. Er stand gegen die Räterepublik und für freie und gleiche Wahlen zur Nationalversammlung. Er stand gegen das rücksichtslose Bemühen um Macht, wenn es durch die Diffamierung und Demütigung des politischen Gegners angestrebt wird. Denn er wusste, das ist gefährlicher für die Demokratie als manches andere. Der Anstand im Umgang der Demokraten war ihm viel wert. So viel, dass seine Gesundheit darüber zerbrach. Er war erst 54 Jahre alt als er starb. Heute ist Weltfrauentag und deshalb will ich besonders gerne auch etwas zu Louise Ebert sagen, der Frau Friedrich Eberts. Wie er, kam auch sie aus einfachen Verhältnissen und fand früh, als Etikettkleberin, zur Gewerkschaft und zur Sozialdemokratie. Auch in den Jahren nach Eberts Tod war sie über die Arbeiterbewegung hinaus eine geschätzte Persönlichkeit. Erich Ollenhauer würdigte sie als eine tapfere Kampfgefährtin. Freiheit muss man lernen und Freiheit hat Voraussetzungen. Die Ebert-Stiftung weiß das und hilft dabei mit, diese Gewissheit der Demokratie zu verbreiten und zu verbreitern. Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist unverzichtbar für unser Land. Jetzt und für die Zukunft. Schöneres kann man ja eigentlich nicht sagen. Ich freue mich darauf, liebe Anke, wenn Ihr mich zum 100-Jährigen einladet. Bis dahin halten wir die Ärmel hochgekrempelt und tun unsere Arbeit. Es lohnt sich. Freiheit muss man lernen und Freiheit hat Voraussetzungen. Die Ebert-Stiftung weiß das und hilft dabei mit, diese Gewissheit der Demokratie zu verbreiten und zu verbreitern. 25 Friedrich-Ebert-Stiftung Heinz Fischer Bundespräsident der Republik Österreich Herr Bundespräsident, lieber Holger Börner als Ehrenpräsident der Friedrich-EbertStiftung – den ich seit fast 30 Jahren als guten Freund bezeichnen darf –, hochgeschätzte Festgäste, Ehrengäste, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ich darf Anke Fuchs zur Zeugin aufrufen: Als sie mich gegen Ende des vergangenen Jahres angerufen und am Telefon gefragt hat, ob ich bereit wäre beim 80. Geburtstag der FES in Berlin als österreichischer Bundespräsident ein Grußwort zu sprechen, habe ich keine zehn Sekunden benötigt um JA zu sagen. Ich habe sofort und gerne zugesagt. Und das nicht nur deshalb, weil ich selbst einige Jahre Mitglied des Kuratoriums der FriedrichEbert-Stiftung war und weil ich 25 Jahre lang, nämlich von 1979 bis 2004, Vizepräsident des Kuratoriums des jüngeren und kleineren Bruders, des Karl Renner-Instituts in Wien war. Das mag auch eine Rolle gespielt haben. Aber vor allem habe ich zugesagt, weil ich die FES durch Jahrzehnte hindurch beobachtet, bewundert, geschätzt und vielleicht auch ein kleines bisschen beneidet habe. Ich habe zugesagt, weil ich der FES für viele Aktionen dankbar bin, z.B. für ihre Programme zur Förderung demokratischer Transformation und good governance“. Ich habe zugesagt, weil ich das weltweite Engagement der Friedrich-Ebert-Stiftung, ihr aktives Eintreten für Krisenprävention und Konfliktmanagement für außerordentlich eindrucksvoll und wertvoll halte. Ich habe zugesagt, weil ich im Umkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung viele gute Freunde gewonnen habe und weil das Eintreten der Friedrich-Ebert-Stiftung für Demokratie, für Menschenrechte, für friedliche Konfliktlösungen, für Chancengleichheit vorbildlich ist. Auf allen diesen Gebieten leistet die FES wertvolle Pionierarbeit, die heute in diesem Rahmen bedankt und gewürdigt werden kann. Apropos Pionierarbeit: Als Bruno Kreisky vor genau 35 Jahren Ende März 1970 zum österreichischen Bundeskanzler angelobt wurde, hat es zu den Elementen seiner Politik gehört über den Tellerrand des eigenen Landes hinauszuschauen, europäisch zu denken und von anderen Ländern zu lernen. Ich war während der Kanzlerschaft von Bruno Kreisky acht Jahre lang Fraktionsvorsitzender im österreichischen Parlament und er hat uns oft in andere Länder geschickt, um bestimmte Einrichtungen zu stu26 Friedrich-Ebert-Stiftung dieren oder bestimmte Aspekte der Politik zu analysieren. Das galt für den dänischen Ombudsmann, das schwedische System der Presseförderung, die finnische Landesverteidigung, das galt für Formen des Zivildienstes in anderen Ländern etc. Und die Förderung der politischen Bildung haben wir damals in Deutschland studiert, u.a. anhand der Friedrich-Ebert-Stiftung, und in den 70er Jahren haben wir dann auch in Österreich – übrigens einstimmig – ein Bundesgesetz über die Förderung der politischen Bildung beschlossen, das die finanzielle Grundlage für die Gründung des Dr. Karl RennerInstitutes geschaffen, aber auch den anderen Parlamentsparteien die Gründung Politischer Akademien ermöglicht hat. Etwas, was heute aus unserem politischen Leben nicht wegzudenken ist. Ich habe noch einen weiteren Grund für ein ganz konkretes Wort des Dankes. Nach der Wende in Europa von 1989 waren Willy Brandt und der damalige schwedische Ministerpräsident Ingvar Carlsson übereinstimmend der Meinung, die Europäische Sozialdemokratie benötige eine international zusammengesetzte Institution, die beim Aufbau demokratischer Strukturen in den ehemals kommunistisch regierten Staaten behilflich ist. In diesem Sinne wurde das Europäische Forum für Demokratie und Solidarität gegründet, das seinen Sitz zunächst in Stockholm und dann in Brüssel hatte. Um es kurz zu machen: Die wie ich glaube sehr erfolgreiche Tätigkeit dieses Forums für den Aufbau der Demokratie in Osteuropa wäre nicht möglich gewesen, ohne die nachhaltige Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung bzw. ohne die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen Friedrich-Ebert-Stiftung, Olaf-PalmeInstitut, Karl Renner-Institut, Alfred-Mozer-Stiftung, Westminster Foundation und anderen politischen Stiftungen. Meine Damen und Herren! Die FES ist untrennbar mit dem Gedanken, mit dem Prinzip der Demokratie verbunden. Es ist allein schon die„Biographie“ der Friedrich-Ebert-Stiftung – wenn ich so sagen darf –, die diese untrennbare Verbundenheit zum Ausdruck bringt. Ihre Gründung erfolgte unmittelbar nach dem Tode von Friedrich Ebert in der Mitte der schwierigen 20er Jahre, als die damals noch zarte Pflanze der Demokratie in der Weimarer Republik um ihr Überleben kämpfte. Dieser Überlebenskampf ist zunächst verloren gegangen: Das Ende der Demokratie war auch das Ende der FriedrichEbert-Stiftung. Aber nicht verloren gegangen sind die schmerzvollen Erfahrungen, die Erkenntnisse, die Einsichten, die man damals gewonnen hat und die uns nach 1945 unschätzbar wertvolle Dienste geleistet haben. Und alle – oder fast alle – haben wir dazugelernt: Die Demokratie muss gewollt werden. Sie ist nicht aus Beton, sondern etwas LebendiAnke Fuchs, Ingrid Matthäus-Mayer Anke Fuchs, Klaus Wowereit, Egon Bahr, Manfred Ehrenberg 27 Friedrich-Ebert-Stiftung Sankie Mthembu-Mahanyele, Franz Müntefering Herta Däubler-Gmelin, Gregor Keller, Horst Köhler, Heinz Fischer ges; sie braucht Lebensgrundlagen, Luft zum Atmen, ein erträgliches Klima. Und vor allem: Demokratie braucht Demokraten. Diese Erkenntnis hat die FriedrichEbert-Stiftung von allem Anfang an begleitet und wird uns weiterhin begleiten. Die Demokratie ist ein politisches System, aber eben nicht nur. Sie ist Ausdruck eines bestimmten Menschenbildes, einer politischen Kultur eines Wertekanons. Dies kommt ja auch im Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes mit seinem Bekenntnis zur Würde des Menschen und zu unveräußerlichen Menschenrechten zum Ausdruck. Meine Damen und Herren! Lassen sie mich zum Abschluss sagen, dass das demokratische Prinzip in den letzten Jahren und Jahrzehnten große Erfolge erzielt hat und reichlich belohnt wurde. Rufen wir uns in Erinnerung, wie viel Demokratie(oder wie wenig) es in Europa(und erst recht außerhalb Europas) vor 80 Jahren zur Zeit der Gründung der Friedrich-Ebert-Stiftung gegeben hat. Dann vergleichen wir das z.B. mit der Zeit der Gründung des Dr. Karl RennerInstitutes vor 30 Jahren und dann mit heute. Das Resultat ist eindrucksvoll und das Resümee lautet: Die Demokratie ist langfristig allen anderen politischen Systemen überlegen. Es lohnt sich für die Demokratie einzutreten und nötigenfalls zu kämpfen. Institute wie die FES sind dabei unverzichtbare, wertvolle Verbündete. Weiterhin viel Erfolg! In diesem Sinne ein herzliches und aufrichtiges Dankeschön an die FES als Pionier unserer Bemühungen im Interesse von Demokratie und Menschenrechten. Alles Gute zum 80. Geburtstag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Demokratie muss gewollt werden. Sie ist nicht aus Beton, sondern etwas Lebendiges; sie braucht Lebensgrundlagen, Luft zum Atmen, ein erträgliches Klima. 28 Friedrich-Ebert-Stiftung Sankie Mthembu-Mahanyele Stellvertretende Generalsekretärin des African National Congress (ANC) und Ministerin a.D. Programme Director and Head of the FES Ms. Anke Fuchs, Head of SPD and Chair of the SPD Caucus in Parliament, Franz Müntefering, Honorary president of the FES, Members of the Diplomatic Corps, Ministers from the German Govt, Mayor of Berlin, Parliamentary Representatives, Deputy Secretary General of the United Nations Ms Louise Frechette, Member of the FES in Afghanistan – Husnia Baraki, His Excellency, the President of Austria Prof. Dr. Heinz Fischer, His Excellency, the President of Germany Prof. Dr. Horst Kohler, Honourable Guests, Ladies and Gentlemen, It is a great honour for me to be part of this celebration of 80 years of the founding of the Friedrich Ebert-Stiftung(FES). It is not common for institutions to survive for so many years especially because they have to operate under circumstances not entirely controlled by them but are also influenced by competing and contending trends. The FES has survived 80 years of trials and tribulations as it developed in an environment that was hostile to progressive forces. This was the time of the Cold War, but it survived and continues to promote and work towards achieving the objectives set at the birth of the foundation. Congratulations to the leadership and staff and supporters of the foundation. My movement, the African National Congress is proud to have had a good relationship with the foundation FES since the early 1980’s in exile. Partners and friends worked together as a group of entities that shared a common outlook and ideological views and contested the terrain under the difficult circumstances of the dominance of powerful forces that controlled the environment. In the early 1980’s Freedom Fighters were called Terrorist and it took some courage to remain focussed when there was not enough resources and funds to assist us to run the Freedom Struggle. The African National Congress was supported by many in the world, but also shunned by some at the time. Friends of Apartheid South Africa made sure that our efforts were limited through laws and regulations that actually barred the door for acceleration of the 29 Friedrich-Ebert-Stiftung liberation struggle. The FES stuck its neck out and made it possible for us to do whatever work we needed to do by providing some support. The office in Germany, in Bonn covered the whole of Germany, Austria and German speaking Switzerland supported by the FES since 1981 up to 1994 when we finally attained our independence and freedom. We were able to manage our work because of the commitment the FES showed to the struggle of the South African people. There are therefore no regrets about the past and what we can talk about right now is a relationship and friendship that has been productive and fruitful. The principles that attracted the FES and organisations similar to the foundation are those we can characterise as progressive and therefore drawn towards common shared values of democracy. These are Equality, Non-Sexism, respect for Human Rights, Peace and Prosperity. They pursue values of Good Governance, Political stability of nations and are thus reflective of the implementation arms that promote in a practical way, what progressive agencies like the United Nations, the Commonwealth, Non-Aligned Movement, African Union( formerly called the OAU) in fact the entire progressive world would support and enhance in a way that would create a better world for all. The FES has according to its record and history been working with those who fight for a just cause through its own peculiar formation and approach to the needs of its friends. It found its niche in providing financial aid and assistance to organisations that were prepared to make a difference, prepared to build communities that can proudly claim that there are those that care for the less fortunate. This is a great history that has placed the FES amongst those that can honestly pronounce that the growing concern for the poor and currently the component of people admitting that there is immense poverty in the world, has had attention given by institutions such as the FES. As we work towards attaining the Millenium Development Goals enunciated by the United Nations, and work towards bridging the gap between the rich and the poor, it will be agencies like the FES that will be in the forefront of ensuring that programmes and projects that are meaningful and are bound to improve the quality of life of people are support. The African National Congress was allowed space to operate in Germany. This is the period that drew us closer to the German people and together we formed the human chain that grew longer and longer as Apartheid became isolated. They joined the progressive forces in the world in organising protests, Boycotts, Cultural activities, organising Public Meetings for us to interact with the ordinary citizens of this country. As we exchanged views with them we also learnt to understand where they came from. A nation that has been through difficult times of wars, and in the process experienced the wrath and debilitating effects of a war, understood how war can separate families, how conflict can hamper and deny generations of development. The German people joined us in the struggle against Apartheid so that we ourselves can begin to live a normal life in a Non-racial environment. They wanted to contribute to the psyche of peace for humanity particularly down south where race continued to divide people. The FES opened its official office in South Africa at the end of 1989. At this initial period FES concentrated on promoting dialogue between parties. But with time FES was involved in numerous projects such as Research, Workshops, Seminars for both the political and the labour movement and also supported political transformation in the country. 30 Friedrich-Ebert-Stiftung Klaus-Uwe Benneter, Inge Wettig-Danielmeier Michael Domitra, Hans Eichel The foundation located its Southern Africa office in South Africa at the right time. It came in at a time when South Africa was negotiating for a peaceful political settlement and a dispensation that would be based on respectable values. A Constitution that was to accommodate the needs of a formerly oppressed people was crafted and once more with the support of the FES that helped bring in South Africans from different political parties to study the German Constitution. The involvement of the FES enabled us to put into place a foundation for a South Africa that would be keen to include and involve opposition parties to also benefit from the experience of forming a basis for a solid nation. The FES hosted different interest group who were received by the ANC office and assisted them in visiting relevant centres and States so that at the point of deciding on the Constitution every one should have had the opportunity to make the right choices as we planted the first seeds of a Free South Africa. The FES continues to support the progressive forces in South Africa. The Economic policy debates are organised on a continuous basis as an attempt to refine what we have but also to include elements of approach and variations we deem necessary for the development of the South African economy. This process remains on our agenda as we consolidate the gains of the revolution and Freedom that was achieved after hardship and pain. Therefore the FES is considered a body of activists who are interested in promoting bodies and institutions that have respect for Human Rights, support the poor in their countries, stand for Equality, Non-Racialism and Non-Sexism because that is what the African national Congress stands for. We are happy to have forged such a productive relationship with the SPD and its Foundation the FES because the relationship continues to provide opportunities for Transformation and Change to develop under policies that are meant to improve the conditions of life of people especially the poor. A good foundation usually lays the basis for good results. In South Africa the status of the poor is gradually but surely in the process of changing, and if we talk of millions of people who now have clean water, electricity, houses etc, it is a sign that we are on the right path, we are gradually creating opportunities in South Africa that promote growth and development at a pace that has to date encouraged many to support the African National Congress. The FES has indeed invested in peace and development in my country. With the support of the FES, we were able to prepare our members and the public for the first elections in South Africa after visits by officials from my party who drew some experience from the way the FES organised for elections. We are currently one of the few parties in the world that has succeeded to get a two-thirds majority in the last Parliamentary elections of 2004. The organisation of the workings of Parlia31 Friedrich-Ebert-Stiftung ment where we have the National Council of Provinces(what you call the“Bundesrat” Upper House in Germany) was a model we looked at in our exchange of views with the FES in the early 1990s as we prepared for taking over power from a repressive regime into a pro-people government led by the African National Congress. After 1994 the FES intensified its work with the Union and funded the establishment of NEDLAC(National Economic Development and Labour Council) an organisation of Labour, Business and Government to discuss issues of common interest that relate to the economy, where each parties’ Rights are interrogated and are coupled with the obligation to work towards a United Democratic Non-Racial South Africa supported by a reasonable approach to development and change in this young dispensation. The Foundation of Global Dialogue was supported in its formation by funding from the FES set up towards the end of 1994. This entity has developed into a Foreign Policy Think Tank now called the Institute for Global Dialogue. Issues of Local Economic Development are critical for the detailed processing of policies aimed at speeding up a cohesive integrated pattern of policy implementation. The FES is involved in these units of economic activity since 1996. And as we grow as a democracy the FES has witnessed more co-operation with us in the election preparations around training of cadres and members of the public on voting and how to access their rights during such periods. Strategic management and leadership training is provided by the FES to assist individuals and groups to develop their competences at local and national level. There is specific focus on Women and Youth. It is important that we look at what the FES is doing currently. It is involved in the following projects: Here the Parliamentarians are assisted in developing methods of how to monitor work done mainly by the Executive. This includes strategic planning and educational seminars for members of Committees such as the Finance Committee in the National Assembly and the Provincial Legislatures Strategic management and leadership training is provided by the FES to assist individuals and groups to develop their competences at local and national level. There is specific focus on Women and Youth. Forum discussions and seminars are organised to discuss policies in the country. I have already mooted to this activity earlier. But it is important to emphasize the point that the focus of the activity here is the field of Black Economic Empowerment. The South African Economy cannot succeed unless the majority of the people become part and parcel of the engine of economic transformation and change. Politics without well managed and properly structured policies will collapse over time. For us this is the main important aspect of the work done currently, but this should not suggest that the rest of the work is not important. It only means that the focus right now is to ensure that the transformation of the economy is guided in the right direction. Discussion is around the approach to housing and social security and poverty problems. Dialogue in the SADC countries is supported by the FES. This includes support for the South Africa-Congolese Women’s Peace Forum(SA-DRC) and the development of approaches and methods for the African Peer Review mechanism. 32 Friedrich-Ebert-Stiftung Jürgen Peters, Michael Sommer, Hans Eichel Karl-Heinz Ebert, Anke Fuchs Franz Müntefering, Roland Schmidt Seminars, Strategy papers, and funding of publications to strengthen the unions is amongst the activities of the FES in South Africa. In conclusion ladies and gentlemen, what is critical about the relationship between the African National Congress and the FES is that a very productive partnership has emerged over time. This relationship was born out of the need to support an organisation that required reliable friends who believed in it. The FES believed in the ANC and provided a form of Solidarity that also gave us the opportunity to develop our policies without any conditionalities placed by the conference, workshop or seminars funded by them. FES supported and promoted an environment that would allow the National Liberation Movement to conduct a struggle for Independence and Self-determination of a nation that was under siege. Solidarity remains a very important ingredient of supporting those that need the support without taking over the task of liberation from the victims. This also helps in ensuring that nations are able to make their own choice of leadership, reflect on options they have and choose the path they want to pursue when the time comes. Congratulations to the FES for 80 years of existence but more so for having chosen the path of genuine support for those who need the foundations’ support. We particularly want to thank those who laid the foundation and prompted its leaders and members to go the route the foundation has chosen. We hope that the leadership at the helm of the foundation and the SPD continue with the good work they have always done. You were friends of the ANC in the past and continue to be currently. 80 years is a sign of resilience and courage, you will always be appreciated by those you assisted. Thank you and VIELEN DANK. 33 Friedrich-Ebert-Stiftung Husnia Baraki Ehemalige Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Afghanistan Sehr geehrter Herr Bundespräsident Prof. Köhler, sehr geehrter Herr Präsident Prof. Fischer, sehr verehrte Damen und Herren, vor dieser Festgemeinde heute sprechen zu dürfen, ist für mich als ehemalige Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung eine besonders große Ehre. Sie werden nun eine Geschichte hören, die Ihnen klein erscheinen mag. Ich kann mich noch gut entsinnen, als kleines Mädchen in Afghanistan oft davon geträumt zu haben zu studieren, um eines Tages Ärztin zu werden. Doch schon als Kind war mir bewusst, für ein Mädchen in Afghanistan, einem von Bürgerkrieg gezeichneten Land, konnte dies nur ein Traum bleiben. Sei es Schicksal, Zufall oder Glück, die politischen Umstände zwangen meine Familie zur Flucht aus Afghanistan nach Deutschland; somit zählten wir zu den glücklichen Afghanen, die dem Elend des Krieges entkommen konnten. Ich betrat ein mir bis dahin unbekanntes Land, ein fremdes Land. Menschen, Sprache, Tradition, Religion und die politischen Wertvorstellungen, sie waren mir alle fremd. Im Laufe der Jahre lernte ich sie kennen und schätzen. Als ich endlich glaubte, meinen Traum verwirklichen zu können, rückten aufenthaltsrechtliche und finanzielle Probleme ihn in die Ferne. Dank der unbürokratischen und schnellen Unterstützung aus den Mitteln des Solidaritätsfonds der Friedrich-Ebert-Stiftung konnte ich schließlich das Medizinstudium in Göttingen aufnehmen und auch erfolgreich beenden. Während meines Studiums kam ich in den Genuss des studienbegleitenden Programms der Friedrich-Ebert-Stiftung zur individuellen Förderung ihrer Stipendiatinnen und Stipendiaten. Veranstaltungen zu aktuellen politischen Themen, zu internationalen Problemen und der Erfahrungsaustausch mit anderen Stipendiaten aus aller Welt schärften meinen Blick für gesellschaftspolitische Zusammenhänge. So entwickelte ich vor allem ein Verständnis für die besondere Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft, nicht nur der deutschen sondern auch der afghanischen und der ganzen Weltgemeinschaft. Nicht zuletzt zählt Solidarität zu den von der FriedrichEbert-Stiftung vermittelten Wertvorstellungen. Die Bildungsarbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung gab mir die Kraft und den Mut gemeinsam mit anderen Ärzten aus dem Umfeld von Göttingen den Verein„Afghan Medical Staff Association 34 Friedrich-Ebert-Stiftung Franz Müntefering, Holger Börner, Heinz Fischer, Anke Fuchs Martin Tchiba Anke Fuchs, Husnia Baraki e.V.“ zu gründen. Dieser Verein unterstützt den Wiederaufbau des Gesundheitswesens in Afghanistan. Seit Anfang 2002 ist die Friedrich-EbertStiftung mit einem Projektbüro in Kabul vertreten. Wichtigste Zielsetzung des Friedrich-EbertStiftungs-Projekts in Afghanistan ist die aktive Unterstützung des Bonner Friedensabkommens vom Dezember 2001 und die Friedenskonsolidierung. Deshalb arbeitet die Friedrich-EbertStiftung an dem Aufbau von Strukturen und Institutionen für einen demokratischen Neuanfang. An diesem Prozess beteiligen sich verschiedenste gesellschaftliche Gruppen. Dazu zählen neben Parteien vor allem politisch engagierte Frauen und herausragende junge Leute des Young Leaders‘ Forum, gegründet von der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im vergangenen Jahr standen die ersten Präsidentschaftswahlen in Afghanistan im Mittelpunkt. Mit allen Partnern wurde an deren Vorbereitung gearbeitet. So gab es zum Beispiel ein politisches Bildungsprogramm, das in über 10 Provinzen durchgeführt werden konnte. Insbesondere Frauen wurden über Verfassung und demokratische Wahlen aufgeklärt. Zu den Höhepunkten der Projektarbeit zählten die Konferenz„Youth and Elections“ im Juni letzten Jahres, aber auch die Ausbildung junger politisch aktiver Menschen, die während der Präsidentschaftswahl in ihren Heimatprovinzen als Wahlbeobachter tätig waren. Der niedrige Bildungsstand junger und erwachsener Afghanen, insbesondere der Frauen, zeigt mir sehr deutlich, wie wertvoll die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung für mein Land ist. Die Unterstützung durch Stipendien der Studienförderung und die direkte Arbeit vor Ort leisten einen wichtigen Beitrag für die Zukunft Afghanistans. Das lässt hoffen, dass das Land nicht wieder in Unterdrückung und Gewalt zurückfällt, sondern sich langfristig friedlich und demokratisch entwickelt. So hoffe ich, wenn in Zukunft ein kleines Mädchen in Afghanistan einen großen Traum hat, dass sie ihn auch in Afghanistan verwirklichen kann. Die Studienförderung ist das Herzstück der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung und möge es künftig bleiben. Wir, die Stipendiatinnen, Stipendiaten und die Ehemaligen sind und bleiben der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung als Mitglieder einer großen Familie in der Zielsetzung und Verwirklichung von heute und in der Zukunft verbunden. Ich möchte mich im Namen aller Stipendiatinnen und Stipendiaten, im Namen all derer, die je auf direktem oder indirektem Wege Unterstützung und Bildung durch die Friedrich-EbertStiftung erfahren haben, aus tiefstem Herzen bedanken. Die Studienförderung ist das Herzstück der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung und möge es künftig bleiben. 35 Friedrich-Ebert-Stiftung Auswahl von Grußworten aus aller Welt Kofi A. Annan UN-Generalsekretär Gerhard Schröder Bundeskanzler „Als Friedrich Ebert kurz vor seinem Tode testamentarisch verfügte, eine Stiftung ins Leben zu rufen, war er sich bewusst, wie gefährdet die noch junge, erste deutsche Demokratie war.(...) Heute wissen wir, dass die Demokratie von Weimar unter anderem daran scheiterte, dass es zu wenige Demokraten gab. Dies war der Hintergrund für die breit gefächerte politische Bildungsarbeit, die von der Friedrich-EbertStiftung in allen Teilen des Landes geleistet wird und zur Akzeptanz und Weiterentwicklung unserer Demokratie erheblich beigetragen hat. Die Friedrich-Ebert-Stiftung zeichnet heute neben der politischen Bildungsarbeit aus, dass sie an langfristigen Lösungen und Konzepten arbeitet, damit unsere Gesellschaft und unser Land die Herausforderungen der Zukunft – wie Globalisierung und demographischer Wandel – besser bewältigen kann. Die Innovationsthematik etwa ist ein wichtiges Arbeitsfeld der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Zeitalter der Globalisierung brauchen wir solche Plattformen für Information, Austausch und lebenslanges Lernen. In ihren zahlreichen Veranstaltungen und Publikationen erreicht die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Vielzahl von Menschen. Ihre Analysen, ihre Expertisen und ihre Gesprächsforen machen die Stiftung darüber hinaus zu einem wichtigen Akteur bei der langfristigen Entwicklung von Politikkonzepten. Nach wie vor gilt das Ziel, dass das Erreichen von Bildungsabschlüssen nicht von der sozialen Herkunft abhängen darf. Nicht allein aus Gründen sozialer Gerechtigkeit, auch wegen der Zukunft unserer wissensbasierten, innovationsorientierten Gesellschaft ist die Integration von Kindern aus so genannten„bildungsfernen“ Familien eine zentrale politische und gesellschaftliche Aufgabe. Demokratische Entwicklung und Zivilgesellschaft zu fördern, den Globalisierungsprozess möglichst gerecht zu gestalten, die mit der Globalisierung verbundenen Chancen zu nutzen, sind die Herausforderungen, vor denen Entwicklungspolitik gegenwärtig steht. Seit inzwischen mehr als 40 Jahren engagiert sich die FriedrichEbert-Stiftung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Die Projektarbeit wird von Büros in Asien, Lateinamerika, Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten koordiniert. Dem Internationalen Dialog dienen auch die Vertretungen der Friedrich-Ebert-Stiftung in den westlichen Industrieländern und in Osteuropa. 36 Friedrich-Ebert-Stiftung Zu ihrem 80-jährigen Bestehen gratuliere ich der Friedrich-Ebert-Stiftung herzlich. Ich hoffe, dass der Kreis derjenigen, die Angebote der Stiftung nutzen, weiter anwächst. Ihnen allen gilt meine Ermunterung, sich auch weiterhin aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen und Verantwortung für das demokratische Gemeinwesen zu übernehmen.“ Franz Müntefering Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands „80 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung sind Grund für Rückblick, Ausblick und Dank. Ein wichtiger Schwerpunkt der Stiftungsarbeit war von Beginn an die Studienförderung. Schon in der Weimarer Republik konnte die FES mit Stipendien im Kleinen erreichen, was sozialdemokratische Bildungspolitik in den 70er Jahren endlich im Großen durchsetzte: Hochschulen öffnen auch für Arbeiterkinder. Weitblick zeigte die FES auch, als sie schon vor 80 Jahren für internationalen Dialog warb. Heute ist sie eine wichtige Stimme, die immer wieder neue Impulse gibt für Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit. Sie ist weltweit engagiert, aber auch ganz nah dran an den wichtigen Themen in unserem Land. Dabei war und ist sie der deutschen Sozialdemokratie immer ein wichtiger Partner. Ich wünsche der Friedrich-Ebert-Stiftung weiterhin Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit für die soziale Demokratie – und dass sie sich den Weitblick erhält, den ihre Gründer vor 80 Jahren hatten. Im Namen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gratuliere ich der FriedrichEbert-Stiftung zu ihrem 80. Gründungsjubiläum.“ Michael Sommer Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes „80 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung sind für den DGB und seine Gewerkschaften ein Rückblick mit Dank. Wir danken für die Jahrzehnte einer engen, von tiefem gegenseitigen Vertrauen geprägten Zusammenarbeit zugunsten der Internationalen Gewerkschaftsbewegung, der Förderung von freien, unabhängigen und demokratischen Gewerkschaften in allen Kontinenten. Das weit gespannte und umfassende Netzwerk der Auslandsvertretungen der FES, vor allem aber die darin tätigen engagierten und hochprofessionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter boten und bieten den deutschen Gewerkschaften die einzigartige Möglichkeit, weltweit in vielfältiger Form präsent zu sein. Begründet in den gemeinsamen Werten von Solidarität, Freiheit und Demokratie hat sich diese Zusammenarbeit vor allem bei der Unterstützung von Gewerkschaften bewährt, die unter widrigsten Bedingungen, ja unter Militärdiktaturen und Unrechtsregimen, aber auch in Transformationsgesellschaften und ökonomischen Krisensituationen mutig die Interessen der abhängig Beschäftigten vertreten haben und sich weiter für eine gerechtere Zukunft einsetzen. In Zeiten der Globalisierung sind starke Gewerkschaften wichtiger denn je, um diesem entfesselten Prozess endlich eine soziale Dimension einzuprägen. Die FES leistet für diese gemeinsame Herausforderung einen unschätzbaren Beitrag. Der DGB und seine Gewerkschaften gratulieren der Friedrich-Ebert-Stiftung zu dieser Erfolgsgeschichte.“ 37 Friedrich-Ebert-Stiftung Aleksander Kwasniewski Präsident Polens (...)„Mit großer Anerkennung betrache ich die Verdienste der Stiftung bei der Entfaltung und Stärkung der gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland sowie bei dem Aufbau des vereinigten Europas, an dem auch mein Land beteiligt ist. Diese Leistungen, die voll wertvoller Initiativen sind und auf dem deutsch-polnischen gesellschaftlichen Dialog, den zwischenmenschlichen Kontakten und dem Jugendaustausch basieren, widerspiegeln bestens das Wesen und den Sinn der Tätigkeit des Gründers der Friedrich-EbertStiftung, des Sozialdemokraten und Politikers, der sich der Vision des Aufbaus eines demokrati schen Deutschlands verschrieben hat, wie auch seiner Nachfolger, darunter Willy Brandt, der sich für die deutsch-polnische Versöhnung einsetzte. Als Präsident der Republik Polen hatte ich mehrmals die Gelegenheit, mich zu überzeugen, wie wertvoll und zukunftsorientiert die Tätigkeit der Friedrich-Ebert-Stiftung ist, wie nötig sie ist für die politische Bildung junger Polen und Deutschen.(...) Die Mitgliedschaft meines Landes in der Europäischen Union haben wir u.a. unseren deutschen Partnern und Freunden zu verdanken, die unsere europäischen Bestrebungen unterstützt haben. Ich kenne den Beitrag der FriedrichEbert-Stiftung zur Vorbereitung meines Landes auf die EU-Mitgliedschaft und weiß ihn zu schätzen. Ich bedanke mich bei der Friedrich-EbertStiftung für die Hilfe und Unterstützung, die sie Polen in dieser schwierigen historischen Zeit gewährt hat.(...) Ich vertraue darauf, dass die FriedrichEbert-Stiftung den partnerschaftlichen polnischdeutschen Dialog weiterhin aktiv unterstützt und zu einer Vertiefung der Beziehungen zwischen unseren Völkern beitragen wird. Sie wird somit ein besseres gegenseitiges Kennenlernen und Verständnis der Völker ermöglichen, was für den Aufbau eines Europas ohne Grenzen sehr wichtig ist. Möge das Jubiläum der Friedrich-Ebert-Stiftung zu weiterem aktiven Handeln in diesem Bereich inspirieren.“ Juan Somavia Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation(ILO) „Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Internationale Arbeitsorganisation stützen sich auf ein gemeinsames Erbe, das über die 80 Jahre ihrer Geschichte hinausreicht. Wir teilen den entschiedenen Einsatz für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Rolle von Arbeiterorganisationen in einer der schwierigsten Phasen unserer Geschichte. In der jüngeren Vergangenheit haben die FES und die ILO zusammengearbeitet, um besonders in den Entwicklungsländern die Gewerkschaftsorganisationen und den sozialen Dialog zu stärken.(...) Seit der Eröffnung eines Büros der FES in Genf wurde diese Zusammenarbeit mit Blick auf die Menschenrechte, Arbeitsstandards und eine zusammenhängende Politik für Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum vertieft.(...) Mit Blick auf die Zukunft hat die ILO eine Vision von ‚Akzeptabler Arbeit für Alle‘ als ein strategisches Ziel entwickelt, mit dem für Frauen und Männer die Chancen gestärkt werden sollen, angemessene und produktive Arbeit unter den Bedingungen von Freiheit, Gleichberechtigung und Menschenwürde zu erhalten. Dabei zählen wir auch in der Zukunft auf die weitere Zusammenarbeit mit der FES.“ 38 Friedrich-Ebert-Stiftung Supachai Panitchpakdi Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO) „Seit 80 Jahren arbeitet die Friedrich-Ebert-Stiftung daran, den Frieden überall auf der Welt zu fördern. Sie hat zu einem besseren Verständnis zwischen den Völkern durch ihre Bildungsprogramme, Publikationen und die Dialoge mit Regierungen, internationalen Organisationen, den Medien und der Zivilgesellschaft beigetragen.(...) Solche Bemühungen tragen entscheidend zu der dauerhaften Sicherung von Frieden und Freiheit bei.(...) Wir bei der Welthandelsorganisation sind stolz, zu den Partnern der FES zu gehören. Dank ihrer Entschlossenheit haben wir über viele Jahre gemeinsame Seminare organisiert, die besonders bei Journalisten aus Entwicklungsländern das Verständnis der WTO und des weltweiten Handelssystems fördern sollten. Die FES hat das WTO-Sekretariat ebenfalls bei der Verbesserung des Dialogs mit der Zivilgesellschaft unterstützt. Ich wünsche der FES und all ihren Mitarbeitern das Beste für die Zukunft.“ Dr. Heinrich v. Pierer Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG „Politische Stiftungen leisten einen wichtigen Beitrag in Politik und Gesellschaft. Sie treiben den gesellschaftlichen Diskurs voran und setzen damit Akzente als Ergänzung zur Tagespolitik, bei der Wahlzyklen das Zeitmaß mehr vorgeben als längerfristige Orientierungen. Als traditionsreichste politische Stiftung in unserem Land hat sich die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer 80jährigen Tätigkeit als Ideenwerkstatt für Demokratie und Freiheit verdient gemacht. Eine Zielsetzung dabei war es immer auch, an der Entwicklung von innovativen Zukunftsperspektiven für unsere Gesellschaft mitzuarbeiten und Impulse für Bildung und Wissenschaft zu geben. Die Stiftung tut dies zum Beispiel ganz konkret, indem sie hoch begabte Nachwuchsakademiker fördert.(...) Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist eine Institution, mit der wir gerne zusammenarbeiten.“ Professor Dr. Ernst-Ludwig Winnacker Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Bereits bei ihrer Gründung im Jahre 1925 sah die Friedrich-Ebert-Stiftung die Förderung begabter junger Menschen im Kontext internationaler Verständigung und Zusammenarbeit. In der Zeit der Globalisierung hat sich der Anspruch der Internationalität in allen gesellschaftlichen Bereichen weiter verstärkt, nicht zuletzt in der Forschungsförderung. Kooperation mit internationalen Partnern, offener Austausch, aber auch internationaler Wettbewerb bestimmen heute die internationale Hochschul- und Forschungslandschaft. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses einer Gesellschaft muss daher in ihrer finanziellen wie ideellen Komponente die Internationalität beinhalten. Dabei sollte die Begabung eines Studierenden, die Exzellenz der Forschung, das leitende Kriterium für die Förderung zu sein. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat sich dies in ihren Zielen auf die Fahnen geschrieben und legt mit der Förderung von Deutschen, Bildungsinländern und-ausländern und ihrer internationalen Arbeit in mehr als hundert Ländern der Welt ein beeindruckendes Zeugnis von der Umsetzung dieser Ziele ab. Ich gratuliere der Friedrich-Ebert-Stiftung daher zu ihrem 80-jährigen Bestehen, aber auch 39 Friedrich-Ebert-Stiftung zu ihrer Fähigkeit, sich in dieser Zeit stets den immer neuen Herausforderungen zu stellen und dabei ihre so wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe zu bewahren. Ich wünsche der Friedrich-Ebert-Stiftung, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und all jenen, die ihre Kraft und ihren Enthusiasmus für sie einsetzen, weiterhin viel Erfolg bei ihrer Förderung des höchsten Gutes, mit dem wir in einer Gesellschaft betraut sein können: der jungen Generation.“ Günter Verheugen Vizepräsident der EU-Kommission „Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, und all jenen, die eng mit der Friedrich-Ebert-Stiftung verbunden sind, möchte ich anlässlich ihres 80-jährigen Bestehens meinen Dank und meine Anerkennung ausdrücken. Friedich Ebert war die Schaffung einer Institution, die den Ideen und Grundwerten der Sozialen Demokratie verpflichtet ist, ein großes Anliegen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung des Jahres 2005 kann mit Stolz von sich behaupten, diesem Anspruch gerecht geworden zu sein. Ohne die Friedrich-Ebert-Stiftung wäre die gesellschaftliche Diskussion in der Bundesrepublik Deutschland um ein großes Stück ärmer. (...) Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist heute weltweit vertreten. Sie bewegt sich ebenso sicher auf Brüsseler Parkett wie in Moskau oder Washington. Sie ist nicht nur engagiert in der Balkanregion oder im Kaukasus, sondern ein Symbol der Hoffnung und ein wichtiger Partner im internationalen Dialog in vielen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Ich habe während vieler Besuche im Ausland auf die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FES bauen können und vor Ort erlebt, dass deren Wirken mit dazu beigetragen hat, dass die Bundesrepublik Deutschland heute ein anerkannter Partner ist. Demokratie, soziale Gerechtigkeit und eine solidarische Gesellschaft sind ohne Zweifel Schlüsselbegriffe, die mit dem Wirken der FES verbunden sind. Sie haben in der Welt des 21. Jahrhunderts nichts an Bedeutung verloren.“ Luiz Inácio Lula da Silva Staatspräsident von Brasilien „Die Geschichte der Arbeiterpartei(Partido dos Trabalhadores – PT) und der Gewerkschaftszentrale(Central Única dos Trabalhadores – CUT) ist aufs Engste mit dem Werdegang der Friedrich-Ebert-Stiftung in Brasilien verbunden. Über ihr Entwicklungsinstitut ILDES hat es die Stiftung verstanden, wichtige Brücken zwischen Brasilien und Europa zu schlagen, indem 40 Friedrich-Ebert-Stiftung sie Gewerkschafter, Vertreter politischer Parteien sowie Intellektuelle beider Kontinente zusammenführte und damit den bedeutenden Prozess der Erneuerung des politischen Denkens der Linken sowohl in unserem Land als auch in ganz Lateinamerika vorantrieb. In den nun fast 25 Jahren des Bestehens der Arbeiterpartei stand uns die Stiftung in guten und schlechten Zeiten, die wir erlebt haben, stets zur Seite. Gerade wenn die Schwierigkeiten am größten waren, verstand sie es, uns der internationalen Solidarität zu vergewissern. Sie unterstützte unsere Reflexionen und Initiativen in Momenten des sozialen und politischen Aufschwungs, als wir uns der Herausforderung gegenübersahen, wichtige Kommunen und Bundesstaaten in Brasilien zu regieren. Die Friedrich-Ebert-Stiftung war somit unsere Gefährtin auf dem Weg, der uns schließlich in das Amt des Staatspräsidenten geführt hat, wo es gilt, das große Projekt des gesellschaftlichen Wandels unseres Landes zu bewerkstelligen. Zur 80-Jahr-Feier möchte ich der Stiftung meine Anerkennung für die Arbeit ausdrücken, die sie zum Nutzen der politischen und sozialen Demokratie in Brasilien geleistet hat.“ Dr. Tabare Vazquez Präsident von Uruguay „Ich möchte die Friedrich-Ebert-Stiftung zu ihrem 80-jährigen Jubiläum beglückwünschen. Ich denke, die Losung, welche die FES gewählt hat, um dieses Jubiläum zu feiern, ist angemessen: ‚80 Jahre für soziale Demokratie‘. Die Demokratie ist eine gemeinsame und permanente Aufgabe, und obwohl sie nie perfekt sein wird, wird sie immer verbesserungswürdig sein. (...) In den letzten Jahren habe ich mich sowohl in meinem Land als auch in der Region von der Wichtigkeit der Arbeit der FES im Hinblick auf das Erreichen dieses gemeinsamen Zieles überzeugen können. In Anerkennung der Arbeit der FES in Uruguay möchte ich Ihnen persönlich meine Grüße senden und mich für die Zusammenarbeit bedanken.“ Martin Torrijos Espino Präsident der Republik Panama 41 Friedrich-Ebert-Stiftung Alberto Monge Ex-Staatspräsident von Costa Rica Manuel Carballo Quintana Direktor CEDAL 42 Carlos A. Tomada Arbeitsministerium Buenos Aires Friedrich-Ebert-Stiftung 43 Friedrich-Ebert-Stiftung Amir Peretz Mitglied der Knesset und Vorsitzender der Neuen Histadrut die Stiftung eine äußerst wichtige Funktion bei der Verteidigung dieser Rechte und bei der Einbringung akuter Fragen des Themenfeldes Arbeit(Renten, Mindestlohn, Gesamtarbeitsverträge usw.) in die öffentliche Diskussion. Seid versichert, dass wir die enge Beziehung zwischen unseren beiden Organisationen und auch die besonderen und ausgezeichneten Beziehungen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund(DGB) weiter pflegen werden. Zudem werden wir weiter für den Frieden kämpfen und alles daran setzen, die Beziehungen mit den palästinensischen Gewerkschaften und die gemeinsamen Tätigkeiten wiederaufzubauen aus tiefer Überzeugung, dass Entspannung, wirtschaftliches Wachstum und friedliche Partnerschaft im Nahen Osten nur dann möglich sind, wenn es zu Koexistenz und zu einem gerechten umfassenden Frieden mit unseren Nachbarn kommt.“ „Im Namen der Histadrut, im Namen aller Arbeitnehmer in Israel und in meinem eigenen Namen beehre ich mich, der Friedrich-EbertStiftung hiermit die besten Wünsche zu Ihrem 80-jährigen Bestehen zu überreichen. Wir würdigen das große(gesellschaftliche) Interesse und den unermüdlichen Einsatz der Leiter und Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Israel und auf der ganzen Welt. Eure wertvolle Arbeit und die interessanten, vielfältigen, gemeinsamen Projekte mit der Histadrut, die bereits seit beinahe 30 Jahren durchgeführt werden, sind zentrale Bestandteile der Histadrut-Tätigkeit und verdienen jedes Lob. Kein Zweifel, in einer Zeit, in der die Regierungen versuchen, die redlich und durch ihre harte Arbeit verdienten Rechte der Arbeitnehmer und Rentner erbarmungslos zu beschneiden, erfüllt Yossi Beilin Ehemaliger Minister und Initiator der Genfer Initiative „Das Jubiläum zum 80-jährigen Bestehen der Friedrich-Ebert-Stiftung ist für viele von uns ein wichtiger Meilenstein und eine großartige Gelegenheit, eine besondere Freundschaft von großer Bedeutung zu würdigen. Es fallen mir nur wenige andere Organisationen auf der Welt ein, die sich ähnlich hilfreich und unterstützend für uns auf der israelischen Linken eingesetzt haben. Die Friedrich-EbertStiftung hat zu viele Projekte angestoßen und unterstützt, als dass man sie alle in einem einzigen Dokument – geschweige denn in einem einzigen Brief – aufzählen könnte. Wichtiger jedoch als das einzelne Projekt waren die Ziele und Werte, die allen diesen Projekten gemeinsam waren und gefördert wurden. 44 Friedrich-Ebert-Stiftung Denn hierbei handelt es sich um die Werte der Sozialdemokratie, der Menschenrechte und des Friedens, und damit um genau jene Werte und Ziele, aus denen die Linke Israels – wie jede andere linksgerichtete Bewegung, die diesen Namen verdient – ihre Kraft schöpft und für die sie unermüdlich arbeitet und darum ringt. Als Vorsitzender von Yahad, der sozialdemokratischen Partei Israels und der ersten im 21. Jahrhundert gegründeten sozialdemokratischen Partei, kann ich bestätigen, dass die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung uns bis zum heutigen Tage Kraft gibt. Durch harte Arbeit und engagierte MitarbeiterInnen in Israel, Deutschland und anderen Teilen der Welt war und ist die Stiftung ein Stützpfeiler und eine ständige Ermutigung für das Friedenslager in Israel. Ich bin der Friedrich-Ebert-Stiftung für alle diese Jahre dankbar und freue mich auf weiterhin gute und produktive Beziehungen in der Zukunft.“ Festus G. Mogae Präsident von Botswana 45 Friedrich-Ebert-Stiftung Kgalema Motlanthe Generalsekretär des Afrikanischen Nationalkongresses(ANC) „Der Afrikanische Nationalkongress unterstreicht anlässlich des 80-jährigen Jubiläums seine Verbundenheit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Friedrich-Ebert-Stiftung war ein wertvoller und zuverlässiger Partner im Kampf um den politischen und sozialen Wandel in Südafrika. Für den ANC ist es ein Privileg, die FES zu seinen vertrauensvollen Partnern im fortwährenden Bestreben nach mehr Freiheit zu zählen. An der Schwelle zur zweiten Dekade der Demokratie sehen wir der Fortsetzung und Vertiefung unserer Beziehungen mit der Stiftung entgegen.“ Mohamed Al Orabi Ägyptischer Botschafter 46 Armando Emílio Guebuza FRELIMO Friedrich-Ebert-Stiftung Morgan Tsvangirai Vorsitzender des Movement for Democratic Change(MDC), Simbabwe 47 Friedrich-Ebert-Stiftung Lee Hae Chan Premierminister der Republik Korea „Seit zwei Jahrzehnten ist die Friedrich-EbertStiftung im Geiste von Demokratie, Pluralismus und sozialer Gerechtigkeit in der Republik Korea tätig. In dieser Zeit haben sowohl die koreanische Regierung als auch zahlreiche Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft die Friedrich-Ebert-Stiftung als aufgeschlossenen und zuverlässigen Partner kennen gelernt. In Teilung und Wiedervereinigung schicksalhaft mit Deutschland verbunden, wird in Korea das Angebot der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Erfahrungen aus den Jahren der Teilung, der Wiederherstellung der Einheit und des wirtschaftlichen Aufbaus in Ostdeutschland zu vermitteln, besonders geschätzt. Ich möchte dem Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung meine Glückwünsche zum 80-jährigen Jubiläum aussprechen.“ Ihre Bemühungen und Ihren Einsatz für Gerechtigkeit, Demokratie und die notleidenden Menschen auf dieser Erde. Ich möchte Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche zum 80. Gründungstag der FriedrichEbert-Stiftung übermitteln und hege die Hoffnung, dass diese weiterhin Vorreiter für den Frieden auf dieser Welt und in der Kooperation zwischen Ost und West sein wird.“ Patricia A. STO. Thomas Philippinische Republik, Arbeitsministerium Kim Dae-Jung Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Präsident Koreas „In den vergangenen zwanzig Jahren hat die Friedrich-Ebert-Stiftung in der Republik Korea daran mitgewirkt, Freiheit und Demokratie zu festigen. Für die Unterstützung und Kooperation, die Ihre Stiftung Korea und mir sowohl offiziell als auch privat während der Regierungen der Kanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder entgegengebracht hat, möchte ich meinen Dank aussprechen. Die Hilfe, die ich während meiner Leidenszeiten und nach meiner Verurteilung zum Tode durch die Militärdiktatur erleben durfte, habe ich bis heute nicht vergessen. Die Erfahrungen der deutschen Einheit sind für unser noch immer geteiltes Volk von unschätzbarem Wert. Nachdrücklich begrüße ich Ronald Llamas Präsident, und Arlene Santos Generalsekretärin der Akbayan Citizens‘ Action Party, Philippinen „Wir von der ‚Akbayan Citizens‘ Action Party‘ senden Ihnen herzliche Grüße des Friedens und der Demokratie zum 80-jährigen Bestehen. Im 48 Friedrich-Ebert-Stiftung Laufe der Jahre waren die Initiativen der FES in Bereichen der lokalen Verwaltung und Entwicklung, der direkten Beteiligung der Bevölkerung an öffentlichen Angelegenheiten, der Menschenrechte, der Beziehungen zwischen Frauen und Männern, der Gewerkschaftsarbeit und der internationalen solidarischen Partnerschaft – um nur die wichtigsten zu nennen – von unschätzbarem Wert für die Entwicklung der philippinischen Zivilgesellschaft und die Demokratisierung des Landes.(...) Man kann die Arbeit der FES auf den Philippinen zur Förderung der politischen und gesellschaftlichen Bildung, zur Schaffung öffentlicher Räume für Dialog und Diskurs, für Initiativen zur internationalen Verständigung und multilateralen Kooperation und die umfassende Förderung von Frieden und Demokratie nicht genug würdigen.“ Sher Bahadur Deuba Ehem. Premierminister von Nepal Daniel Edralin Nationaler Vorsitzender, und Josua Mata Generalsekretär der Alliance of Progressive Labor(APL), Philippinen „Die ‚Alliance of Progressive Labor‘(APL)(...) übermittelt der FES allerherzlichste Glückwünsche zum 80. Gründungsjubiläum.(...) Wir nutzen die Gelegenheit dieses Jubiläums, um noch einmal die Partnerschaft zwischen der APL und der FES zu bekräftigen.(...) Es besteht in der Tat eine gewisse Parallelität zwischen den globalen Initiativen der FES einerseits und dem APL-Konzept und der Strategie einer Gewerkschaftsarbeit durch soziale Bewegungen andererseits, d.h. dem ernsthaften Bestreben, die ‚traditionellen‘ Gewerkschaften und die Arbeiterbewegung ‚neu zu erfinden‘ – die wesentlich zum Kampf der globalen Zivilgesellschaft für ein echtes ‚Empowerment‘ der Menschen und der Demokratisierung von Wohlstand beitragen.“ N. Sodnomdorj Präsident des Mongolischen Gewerkschaftsbundes(CMTU) „Der Mongolische Gewerkschaftsbund schätzt den Beitrag der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Entwicklung der Demokratie in der Mongolei sehr hoch ein. Wir sind zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit im Bereich der Stärkung der demokratischen Gewerkschaftsbewegung, Steigerung der politischen, ökonomischen und juristischen Kenntnisse der Werktätigen in der Mongolei künftig weiter ausgebaut wird.“ 49 Friedrich-Ebert-Stiftung Nambarien Enchbayar Vorsitzender der Mongolischen Revolutionären Volkspartei(MRVP) (...)„Die MRVP und die Friedrich-Ebert-Stiftung haben beständig eine sachliche Zusammenarbeit gepflegt und gemeinsam sehr nützliche Projekte verwirklicht. Ich bin zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit unserer beiden Organisationen in der Zukunft immer weiter ausgebaut wird.“ Prof. Dr. Wang Jiarui Minister der Internationalen Abteilung beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas „Zum 80. Jubiläum der Friedrich-Ebert-Stiftung möchte ich Ihnen im Namen der Internationalen Abteilung beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas herzlich gratulieren. Gleichzeitig möchte ich nicht versäumen, Ihnen aus diesem Anlass noch einmal ausdrücklich für die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen der Internationalen Abteilung beim Zentralkomitee der KP Chinas und der Friedrich-Ebert-Stiftung zu danken. Ich bin zuversichtlich, dass sich die gute Kooperation zwischen unseren beiden Organisationen auch in Zukunft fortsetzen wird.“(...) Lin Bocheng Stellvertretender Vorsitzender und Generalsekretär der Chinesischen Stiftung für die Förderung der Menschenrechte „Anlässlich des 80. Jahrestages der FriedrichEbert-Stiftung möchten wir Ihnen herzlich gratulieren und alles Gute wünschen. Seit dem Beginn der Kooperation zwischen unseren beiden Organisationen im Jahr 1999 haben wir auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts und von Gleich zu Gleich in einem offenen Meinungsaustausch vertrauensvoll zusammengearbeitet und viel zu den Menschenrechten beigetragen.“(...) 50 Friedrich-Ebert-Stiftung Wang Weiguang Vize-Präsident der Parteihochschule beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas Zum 80. Geburtstag der Friedrich-Ebert-Stiftung wollen wir herzlich gratulieren. Seit Jahren hat die FES durch erfolgreiche Arbeit in China den freundschaftlichen Austausch zwischen beiden Ländern kräftig gefördert und für die Entwicklung und den Aufbau Chinas Beiträge geleistet. Seit der Aufnahme der Beziehungen unserer beiden Seiten in den 80er Jahren ist die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen uns unaufhaltsam vertieft worden. Wir haben dabei gute Ergebnisse erzielt. Wir hoffen, dass wir die freundschaftlichen Beziehungen durch unsere gemeinsamen Bemühungen in eine neue Phase der Kooperation voranbringen können. Zhang Junjiu Erster Sekretär des Gesamtchinesischen Gewerkschaftsdachverbandes(ACFTU) „Zum 80. Gründungsjubiläum der FriedrichEbert-Stiftung möchte ich Ihnen im Namen des Gesamtchinesischen Gewerkschaftsdachverbandes(ACFTU) meine herzlichsten Grüße und Glückwünsche übermitteln und über Sie auch allen KollegInnen und Freunden bei der Stiftung. Die freundschaftlichen und kooperativen Beziehungen zwischen dem ACFTU und der Stiftung bestehen schon seit vielen Jahren zum Nutzen beider Seiten. Wir sind bereit zu weiteren freundschaftlichen Beziehungen und zur Kooperation mit Ihnen auch in den nächsten Jahren zur Förderung von Frieden, Entwicklung und Arbeitnehmerrechten und-interessen.“ T.M.R. Rasseedin Generalsekretär der National Association for Trade Union Research and Education (NATURE), Sri Lanka (...)„In Sri Lanka ist die FES seit 1965 vertreten; ich hatte die Ehre, von den frühen Anfängen an die Aktivitäten der Stiftung zu begleiten.(...) Schaut man sich die FES-Aktivitäten in Sri Lanka an, ist es sicherlich nicht übertrieben, wenn ich feststelle, dass die FES eine echte„Unterstützungsbasis“ für die Gewerkschaftsbewegung Sri Lankas darstellt. Die Arbeit der FES zur Stärkung und Förderung der Rolle der Zivilgesellschaft Sri Lankas ist umfassend und lobenswert. Gegenüber ihren Partnerorganisationen verzichtet sie auf Bevormundung und schafft somit Raum für Selbstbestimmung, Selbstorganisation und Selbstverwirklichung als Voraussetzung für die Entwicklung von Kapazitäten und Initiative. Gleichzeitig hat die FES nie gezögert, diese Organisationen dabei zu unterstützen, durch Selbsthilfe das Potenzial in ihrem Arbeitsbereich voll auszuschöpfen.“ 51 Friedrich-Ebert-Stiftung Lue Gui Stellvertretender Präsident der Shanghaier Parteihochschule/ Shanghaier Verwaltungshochschule (...)„Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist der wichtigste deutsche Kooperationspartner der Shanghaier Parteihochschule und der Shanghaier Verwaltungshochschule, sie spielt eine wichtige Rolle beim Kontaktaufbau zwischen deutschen und chinesischen Forschungseinrichtungen und bei der Förderung des beiderseitigen akademischen Austauschs.(...) Mit Blick auf das neu begonnene Jahr möchten wir nicht nur unseren besten Dank für die gute Zusammenarbeit mit der Friedrich-EbertStiftung zum Ausdruck bringen, sondern auch unseren Wunsch, dass sich die Kooperation der Shanghaier Parteihochschule und der Shanghaier Verwaltungshochschule mit der FriedrichEbert-Stiftung weiter entwickeln wird.“ Vu Khoan Vize-Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam 52