Lokale Ökonomie in den Berliner Quartiersmanagementgebieten im Rahmen der Sozialen Stadt : Fortentwicklung und neue Ansätze Thomas Helfen Lokale Ökonomie in den Berliner Quartiersmanagementgebieten im Rahmen der Sozialen Stadt, Fortentwicklung und neue Ansätze Herausgeber: Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Berlin Hiroshimastr. 17 D 10785 Berlin Berlin, im Dezember 2005 © 2006 by Friedrich-Ebert-Stiftung Inhalt Seite 0. VORBEMERKUNG.............................................................................................. 6 1. EINLEITUNG....................................................................................................... 8 1.1. Strategische Neuausrichtung als Anlass der Studie................................................. 8 1.2. Wirtschaftsförderprojekte des Programms„Soziale Stadt“ als Gegenstand der Studie............................................................................................. 9 1.3. Identifikation von übertragbaren Handlungs- und Projektansätzen zur Einbeziehung der lokalen Wirtschaft als Ziel der Studie.................................. 10 2. AUFBAU UND METHODIK DER STUDIE..........................................................11 2.1. Struktureller Aufbau............................................................................................... 11 2.2. Methodische Vorgehensweise............................................................................... 12 2.3. Konzeption der Fallstudien und Projektvergleiche................................................. 13 3. LOKALE ÖKONOMIE IN DEN BERLINER QUARTIERSMANAGEMENTGEBIETEN...........................................................15 3.1. Lokale Ökonomie als zentrale Strategie für die Soziale Stadt............................... 15 3.2. 3.2.1. 3.2.2. 3.2.3. Lokale Ökonomie in den Berliner Quartiersmanagementgebieten........................ 17 Clusterbasierte Wirtschaftsentwicklungsstrategien für benachteiligte Stadtteile............ 18 Typologie der Wirtschaftsförderprojekte in den Berliner Quartiersmanagementgebieten........................................................................................................................... 20 Wirtschaftsstrukturprofile der Berliner Quartiersmanagementgebiete............................. 24 4. STADTTEIL- UND BRANCHENBEZOGENES GEWERBEFLÄCHENMARKETING...................................................................25 4.1. 4.1.1. 4.1.2 Fallstudie- Stadtteil- und branchenspezifisches Gewerbeflächenmarketing Stralauer Kiez........................................................................................................ 26 Leerstands- und Gewerbestrukturanalyse Stralauer Kiez............................................... 27 Marketinginstrumente- Gewerberaumbörse, Gründerbüros und 3-EuroAnsiedlungsinitiative Stralauer Kiez................................................................................ 30 4.2. 4.2.1. 4.2.2. Vergleich der Soziale Stadt Projekte im Bereich Gewerbeflächenmarketing........ 32 Stadtteilorientierte Leerstandsanalysen – Reuterkiez/Neukölln...................................... 33 Stadtteil- und branchenspezifische Gründerzentren – Gründerboxen M25/S23 und Kulturwirtschaftliches Innovationszentrum Christiania............................................. 34 4 4.2.3. Stadtteil- und branchenbezogene Gewerbeflächen-Marketingaktionen – Wedding Dress/Brunnenviertel........................................................................................ 39 4.3. Fortentwicklung und neue Ansätze für den Bereich Gewerbeflächenmarketing... 40 5. STANDORTMARKETING FÜR EINKAUFSSTRAßEN UND MÄRKTE ZUM ERHALT EINES WOHNORTNAHEN WAREN- UND DIENSTLEISTUNGSANGEBOTES.....................................................................................................43 5.1. Problemlagen, Ziele und Erfolgsfaktoren von Geschäftsstraßenmanagement..... 43 5.2. Fallstudie Geschäftsstraßenmanagement Frankfurter Allee................................. 46 5.3. Fortentwicklung und neue Ansätze für den Bereich Standortmarketing im Kontext der Zentreninitiative„MittendrIn Berlin!“................................................... 51 6. BESTANDSPFLEGE FÜR GEBIETSANSÄSSIGE UNTERNEHMEN ZUR FORTENTWICKLUNG DER LOKALEN WIRTSCHAFTSSTRUKTUR...............54 6.1. Stadtteilbetriebe als starker Partner für die unternehmensbezogene Bestandspflegestrategie in den Berliner Quartiersmanagementgebieten............. 55 6.2. Bedeutung türkischstämmiger Gewerbetreibender für die Wirtschaftsstruktur in den Stadtteilen SO 36 und Neukölln 44................................................................. 56 6.3. Fallstudie RETRA – Bestandspflege unter türkischstämmigen Gewerbetreibenden............................................................................................... 59 6.4. Fortentwicklung und neue Ansätze für den Bereich Bestandspflege im Kontext sich wandelnder Firmenstrukturen..........................................................................60 7. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK...................................................62 8. ÜBERBLICK ZU DEN WIRTSCHAFTSSTRUKTURPROFILEN DER 34 BERLINER SOZIALE STADT GEBIETE............................................................66 9. LITERATUR/QUELLEN......................................................................................85 5 0. Vorbemerkung Seit Ende des Jahres 2004 gewinnt das Thema der Einbeziehung von Wirtschaftsunternehmen in das Berliner Quartiersmanagementprogramm zunehmend an Bedeutung. Dies lässt sich zum einen an der Zunahme von Workshops, Arbeitstreffen und Fachtagungen zum Thema„Lokale Ökonomie“ in den Berliner Quartiersmanagementgebieten ablesen 1 , zum anderen schlägt sich das wachsende Interesse an der Aktivierung und Beteiligung von Wirtschaftsunternehmen in den Prozess des Quartiersmanagements und des Programms„Soziale Stadt“ auch in der Berücksichtigung der Wirtschaft als„starker Partner“ für die im Frühjahr 2005 beschlossene strategische Neuausrichtung des Berliner Quartiersmanagement nieder 2 . Angesichts der aktuellen Suche nach innovativen und nachhaltigen Wegen der Einbeziehung der lokalen Wirtschaft in die Prozesse der Stabilisierung von Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf zeigt die vorliegende Studie zunächst anhand von ausgewählten Praxisbeispielen auf, welche zentralen Projekte der Lokalen Ökonomie im Rahmen der Sozialen Stadt mit welchen Ergebnissen realisiert wurden. Angesichts der knapper werdenden öffentlichen Ressourcen auch im Rahmen des Programms Soziale Stadt zeigt die Untersuchung Bedarfe und Handlungsansätze auf, um bewährte Strategien fortzuentwickeln und neue innovative Projektansätze zu ermöglichen. Allerdings kann die Studie nur einen Impuls für weitere Erörterungen und nach Möglichkeit die Entwicklung von innovativen Projektideen für die zukünftige Ausgestaltung des Themenfeldes„Lokale Ökonomie“ in den Berliner Quartiersmanagementgebieten liefern. Die Formen zukünftiger Kooperationen von Wirtschaftsakteuren für die Soziale Stadt auf gesamtstädtischer und stadtteilbezogener Ebene sind genauso vielfältig und verschiedenartig wie die 34 Stadtteile, in denen das Programm Soziale Stadt bzw. die EU-Gemeinschaftsinitiative URBAN II praktiziert werden. 1 Den Auftakt bildete ein gemeinsamer Workshop von IHK Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, den Berliner Quartiersmanagementbeauftragten und Wirtschaftsvertretern zum Thema„Lokale Ökonomie im Quartiersmanagement“ am 16.12.2005. 2 vgl. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Die Soziale Stadt – Strategische Neuausrichtung des Berliner Quartiersmanagement; http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/quartiersmanagement/download/sozstadt_neuausrichtun g.pdf 6 Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der IHK zu Berlin, der Wirtschaftsförderung der Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln sowie vor allem den zahlreichen Wirtschaftsakteuren in den Stadtteilen, die durch ihre Initiative und Engagement zur Stabilisierung und Aufwertung der Quartiersmanagementgebiete beitragen. 7 1. Einleitung 1.1. Strategische Neuausrichtung als Anlass der Studie Das seit 1999 im Land Berlin bewährte Programm Soziale Stadt und das Instrument des Quartiersmanagements zur Stabilisierung und Aufwertung von benachteiligten Stadtteilen befindet sich angesichts der im Jahr 2006 auslaufenden Förderperiode des europäischen Fonds für die Regionale Entwicklung(EFRE) in einer Umbruch- und Neuorientierungsphase. Sichtbares Ergebnis dieses Veränderungsprozesses ist die im Frühjahr 2005 vom Berliner Senat beschlossene Neuausrichtung der Verfahren zur„Sozialen Stadt“. Neben der Konzentration auf die zentralen Handlungsfelder Integration, Bildung und Arbeit , wird im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Berliner Quartiersmanagement besonderer Wert auf die im Gebiet präsenten„ starken Partner “ gelegt, die im Sinne der effizienten Nutzung vorhandener Netzwerke und Ressourcen verstärkt einbezogen werden sollen, da deren „natürliches“ Interesse an einer positiven Entwicklung des Quartiers zur nachhaltigen und integrierten Gebietsaufwertung genutzt werden kann. Aus dem Handlungsfeld lokale Ökonomie sollen insbesondere die folgenden beiden Akteursgruppen frühzeitig in den Stabilisierungs- und Aufwertungsprozess für die benachteiligten Stadtteile eingebunden werden, um eine langfristige und nachhaltige Wirkung des Programms Soziale Stadt zu sichern 3 : Akteursgruppe Wohnungsunternehmen Rollenzuschreibung im Rahmen der strategischen Neuausrichtung Mit den Wohnungsbaugesellschaften existieren Partner mit hohem Eigeninteresse für sozial-integrative Verfahren zur Aufwertung ihrer Siedlungen und Stabilisierung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens, da sie durch die Konfrontation mit den konkreten Problemen in ihrem Wohnungsbestand(u.a. Leerstand, Fluktuation der Mieterschaft, Vandalismus) bezüglich der Quartiersentwicklung bereits besonders sensibilisiert sind. Teilweise haben sie bereits eigene Ansätze zur sozialen Stabilisierung ihrer Wohnanlagen entwickelt. Die Bereitschaft und Möglichkeit zur intensiven gemeinsamen Problembewältigung ist vorhanden; darüber hinaus können die investiven und personellen Ressourcen der Wohnungsbaugesellschaften zusammen mit den vorgesehenen Interventionsmaßnahmen starke Synergieeffekte und eine nachhaltige Anschubwirkung entfalten. 3 vgl. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/quartiersmanagement/download/sozstadt_neuausrichtung.pdf 8 Wirtschaft (Gewerbe, Einzelhandel) In den Quartieren ist die lokale Wirtschaft ein wichtiger Bündnispartner im Rahmen der Stabilisierung der Gebiete. Einerseits sichern dort ansässige Gewerbe- und Einzelhandelsunternehmen die Nahversorgung. Andererseits können sie einen Beitrag zur Verbesserung von Ausbildung, beruflicher Qualifizierung und Beschäftigung der Bewohnerinnen und Bewohner leisten. Eine enge Zusammenarbeit kann hier die in beiderseitigem Interesse liegende Quartiersentwicklung positiv befördern. Dazu können Projekte und Maßnahmen zur Unterstützung der lokalen Ökonomie, wie aber auch Ausbildungsund Beschäftigungsangebote der einzelnen Unternehmen gehören. 1.2. Wirtschaftsförderprojekte des Programms„Soziale Stadt“ als Gegenstand der Studie Zur Gewinnung von„starken Partnern“ unter den Wohnungs-, Gewerbe- und Einzelhandelsunternehmen in den Berliner Quartiersmanagementgebieten ist es erforderlich, die konkreten Vorteile eines Engagements im lokalen Standortumfeld aufzeigen zu können. Das Programm Soziale Stadt hat in den unterschiedlichen Quartiersmanagementgebieten auf vielfältige Weise die Initiative und das Engagement der lokalen Wirtschaftsakteure unterstützt. Vereinfachend lassen sich die vielfältigen Handlungsansätze und Projekte zur Verbesserung der lokalen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftssituation in den Berliner Quartiersmanagementgebieten folgenden Schwerpunkten zuordnen: Leerstandsmanagement zum Abbau von zunehmenden Leerständen von Büround Ladenflächen im Rahmen von Gewerberaumbörsen und darauf aufbauenden Ansiedlungsberatungsangeboten Standortmarketing für die traditionellen Nahversorgungsstandorte wie Einkaufsstraßen und Wochenmärkte zum Erhalt eines wohnungsnahen Waren- und Dienstleistungsangebotes Branchenspezifische Ansiedlungs- und Beratungsprojekte für Unternehmen aus dem Bereich der„Creative Industries“ bzw. der„ethnischen Ökonomie“ Existenzgründungsberatung und-begleitung für Unternehmensgründungen aus dem lokalen Umfeld und mit wenig finanziellen Ressourcen Berufsvorbereitung und Hilfestellung bei der Ausbildungsplatzsuche, insbesondere für Jugendliche mit schlechtem Qualifikationsprofil. 9 1.3. Identifikation von übertragbaren Handlungs- und Projektansätzen zur Einbeziehung der lokalen Wirtschaft als Ziel der Studie Die übergeordnete Zielstellung der Studie besteht darin, durch die Auswertung der bisherigen Erfahrungen mit verschiedenen Projektansätzen in unterschiedlichen Quartiersmanagementgebieten verallgemeinerungsfähige Erkenntnisse zu gewinnen, wie es gelingen kann, die Wirtschaft als starken und dauerhaften Partner für die Stabilisierung und Aufwertung in benachteiligten Stadtteilen zu gewinnen, deren Engagement die Laufzeit von Förderprogrammen überdauert. 10 2. Aufbau und Methodik der Studie 2.1. Struktureller Aufbau Zur Vermittlung eines inhaltlichen und methodischen Überblicks zu den Tätigkeitsbereichen in der lokalen Ökonomie der Berliner Quartiersmanagementgebieten orientiert sich der Aufbau der Studie an den gebietsspezifischen Stärken-SchwächenProfilen, daran ansetzenden Handlungsansätzen und einbezogenen Kooperationspartnern aus der Wirtschaft. Anhand dieser Unterscheidungskriterien lässt sich folgende Typologie für den strukturellen Aufbau der Studie ableiten, obwohl ausdrücklich darauf hinzuweisen ist, dass die Übergänge aufgrund der vielfältigen Verflechtungsbeziehungen zwischen den Themenfeldern fließend sind. Themenfeld Ausgangslage Leerstandsmanagement Erheblicher Leerstand von Gewerbeflächen aufgrund rückläufiger wirtschaftlicher Aktivitäten Standortmarketing Bedrohung der gewachsenen Nahversorgungsstandorte(Einkaufsstraßen, Märkte) aufgrund des negatives Standortimages, verschärften Standortwettbewerbs und sinkender Kaufkraft Ansiedlungsmanagement Entfaltung neuer wirtschaftlicher Aktivitäten durch die Anwerbung, Beratung und Unterstützung von Unternehmensansiedlungen Handlungsansät- Kooperations- Verflechtungen ze/Förderprojekte partner der Themenfelder GewerbeHauseigentüStandortmarraumbörsen mer/-verwal- keting Zwischennuttungen AnsiedlungszungsagentuVermarkmanagement ren tungsagentuVermarkren tungskampagnen GeschäftsEinzelhändler Leerstandsstraßenmanagement Hauseigentümanagement mer/-verwalAnsiedlungsImagekamtungen management pagnen VermarktungsBestandspfleAktionstage agenturen ge Ausbildung/ Qualifizierung ExistenzgrünExistenzgrünLeerstandsdungs-/ An- der management siedlungsberaUnternehmen Standortmartung keting BranchenspeHauseigentüzifische Anmer/-verwalBestandspflesiedlungsinitiatungen ge tiven UnternehMikrofinanziemensberater rungen 11 Bestandspflege Erhalt bestehender GeUnternehUnternehmen Standortmarwerbebetriebe durch Beratung und Unterstützung bei der Unternehmensentwicklung mensberatung Branchenspezifische StandortkoUnternehmensberater keting Ansiedlungsmanagement operationen Ausbildung/ Qualifizierung Schlechte Berufs- und Ausbildungsperspektiven aufgrund geringer Qualifikationsniveaus Freiwilliges Unternehmen StandortmarSoziales Trainingsjahr Bildungseinrichtungen keting BestandspflePraktika-, Jobge und Ausbildungsvorbereitung bzw. – vermittlung Fokussiert auf die zentrale Fragestellung, wie es gelingen kann, die Wirtschaft als starken und dauerhaften Partner für die Stabilisierung und Aufwertung in benachteiligten Stadtteilen zu gewinnen, wird als Ausgangspunkt der Studie der Grundannahme nachgegangen, dass nur die Einbettung und Vernetzung der stadtteilbezogenen Ökonomie in den gesamtstädtischen Wirtschaftskreislauf langfristigen Bestand und Wettbewerbsfähigkeit für die lokalen Wirtschaftsakteure der Quartiersmanagementgebiete sichert. 2.2. Methodische Vorgehensweise Im Rahmen der Studie ist eine vollständige Beschreibung und Bewertung der im Rahmen des Programms Soziale Stadt in den Berliner Quartiersmanagementgebieten seit dem Jahr 1999 realisierten Wirtschaftsförderprojekte aufgrund deren Vielzahl und Vielfältigkeit nicht möglich. Um dennoch einen anschaulichen Überblick zu den Handlungs- und Projektansätzen in den verschiedenen Themenbereichen lokaler Ökonomie zu vermitteln, wird folgende Vorgehensweise gewählt: Fallstudie zu einem charakteristischen Förderprojekt in den ausgewählten Themenfeld(Gewerbeflächenmarketing, Standortmarketing und Bestandspflege) Benennung vergleichbarer Förderprojekte in den Berliner Quartiersmanagement zur Gewinnung von Aussagen zur Verallgemeinerbarkeit der Projektergebnisse anhand von Gemeinsamkeiten und Unterschieden 12 Zusammenfassende Bewertung hinsichtlich der Übertragbarkeit der Erfahrungen im gesamtstädtischen Kontext Die Auswahl der Fallstudien erfolgte nach dem Kriterium der Menge, der Qualität und der Zugänglichkeit relevanter Projektinformationen. Aus diesem Grund sind die meisten ausgewählten Wirtschaftsförderprojekte diejenigen, an denen der Autor bei der Initiierung, Realisierung bzw. Evaluierung beteiligt war. Zur Benennung vergleichbarer Förderprojekte in den Berliner Quartiersmanagementgebieten konnte im Rahmen der Studie auf Grundlagenerhebungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zurückgegriffen werden, die in Vorbereitung des gemeinsamen Workshops von IHK Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, den Berliner Quartiersmanagementbeauftragten und Wirtschaftsvertretern zum Thema„Lokale Ökonomie im Quartiersmanagement“ am 16.12.2005 erstellt wurden. Die zusammenfassende Bewertung hinsichtlich der Übertragbarkeit der beschriebenen Erfahrungen berücksichtigt einschlägige Studien und Fachtagungen zum Thema Lokale Wirtschaftsförderung in Berlin, u. a. die OECD„Urban Renaissance Study“ und die Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung unter dem Titel„Quartier macht Arbeit“. 2.3. Konzeption der Fallstudien und Projektvergleiche Die Auswahl der zu untersuchenden Wirtschaftsförderprojekte im Rahmen des Berliner Programm„Soziale Stadt“ betrifft die Projektbeispiele, die sowohl als repräsentativ für das jeweilige Themenfeld als auch als gute Praxis aufgrund der erzielten Ergebnisse gelten können. Die Beschreibung und Auswertung der Fallbeispiele erfolgt nach folgendem Muster: Situations-/Problembeschreibung : Welche spezifische Problem- oder Ausgangslage ist für die Initiierung des Projektes maßgeblich? Projektbeschreibung : Welche Ziele verfolgt das Projekt und mit welchen Mitteln sollen diese erreicht werden? Akteurskonstellation : Welche Akteure sind bei der Verwirklichung des Projektes beteiligt und in welcher Form kooperieren sie miteinander? Praxisempfehlungen : Inwieweit lassen sich Erfahrungen und Handlungsansätze des Projektes auf vergleichbare Problemlagen und Stadtteile übertragen bzw. in13 wieweit liefert es Impulse und Innovationen für die stadtweite Wirtschaftsförderpraxis? Zur Einordnung der jeweiligen Fallstudie in den Gesamtzusammenhang des Berliner Quartiersmanagement werden vergleichbare Wirtschaftsförderprojekte des jeweiligen Themenfeldes im Programm Soziale Stadt anhand von Zielen, Akteuren und Ergebnissen der Maßnahme beschrieben. Die Darstellung konzentriert sich auf die Informationen, die sich aus leicht zugänglichen öffentlichen Quellen(Internet) sowie der systematisierten Projekterfassung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erheben lassen. Ziel dieser Darstellung ist es weniger, dass erfolgreiche Projektbeispiele in möglichst vielen Stadtteilen imitiert werden, sondern vielmehr aufzuzeigen, dass die auf die jeweiligen Stadtteilverhältnisse abgestimmten Projektansätze ein Schlüssel für Innovationen im Handlungsfeld stadtteilorientierte Wirtschaftsstrukturentwicklung sind. 14 3. Lokale Ökonomie in den Berliner Quartiersmanagementgebieten 3.1. Lokale Ökonomie als zentrale Strategie für die Soziale Stadt Die Strategie„Lokale Ökonomie“ ist im Rahmen des Bund-Länder-Programms„Soziale Stadt“ auf arbeitsmarkt-, beschäftigungs-, struktur- und sozialpolitische Ziele ausgerichtet, wobei folgende Handlungsfelder abgedeckt werden: Lokale Wirtschaftsförderung Beschäftigungsförderung und Qualifizierung/Ausbildung Soziale Ökonomie Mit den Strategie- und Handlungsansätzen der Lokalen Ökonomie werden die Potenziale und Bedürfnisse von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Betrieben vor Ort aufgegriffen und daran ansetzend kleinräumig wirksame Instrumente zur Belebung und Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung eingesetzt. Im Ergebnis der vom Deutschen Institut für Urbanistik(difu) durchgeführten Evaluation des Programms Soziale Stadt sind für die Wirksamkeit von lokal-ökonomischen Ansätzen neben der politischen Absicherung folgende Voraussetzungen unabdingbar 4 : Die Ansätze sind in gesamtstädtische und regionale Strategien einzubinden, denn Beschäftigungs- und Wertschöpfungspotenziale sowie Wirtschaftskreisläufe machen nicht an Stadtgrenzen halt. Der Gebietszuschnitt muss für eine lokal-ökonomisch zukunftsfähige Entwicklung genügend positive wirtschaftliche Ansatzpunkte bieten. Das Quartiersmanagement ist in Entwicklung und Umsetzung lokal-ökonomischer Ansätze unbedingt einzubeziehen, um ein ganzheitliches, abgestimmtes Vorgehen im Gebiet und die notwendige Verbindung zu Entscheidungsträgern und Kommunikations- und Koordinationsgremien aller lokale wirksamen Akteure zu gewährleisten. Es bedarf eines differenzierten Bestandswissens über die im Gebiet angesiedelten Betriebe als Grundlage für die integrierte Gebietsentwicklung. Daten sollen daher prozessbegleitend erhoben, aufbereitet, ergänzt und den verschiedenen 15 Ebenen des Gebiets und der Gesamtstadt zur Verfügung gestellt werden; nur so lässt sich eine breite Verfügbarkeit der erhobenen Kennziffern, Aussagen und Einschätzungen im Gebiet gewährleisten. Die inhaltliche Ausgestaltung der Strategie„Lokale Ökonomie“ wird anhand der Zielstellungen für die drei Handlungsfelder„Lokale Wirtschaftsentwicklung und Existenzgründungsförderung“,„Beschäftigung und Qualifizierung“ sowie„Soziale Ökonomie“ aufgezeigt 5 : Handlungsfeld Ziel- und Maßnahmenbeschreibungen Lokale WirtZiel: Ortsansässige Unternehmen zu stärken und Unternehmensgründunschaftsgen zu fördern, stabilisiert und erhöht die Zahl der Arbeitsplätze in den Geentwicklung bieten, gewährleistet die Versorgung mit wesentlichen Gütern und Dienstund Existenzleistungen und schafft oder erhält eine wettbewerbsfähige Unternehmensgründungsförstruktur. Wohnortnahe Beschäftigung und Versorgung kommen besonders derung den weniger mobilen und den auf niedrigschwellige Angebote angewiesenen Bevölkerungsgruppen zugute. Beschäftigung Ziel: Mit Beschäftigungsförderung und Qualifizierungsmaßnahmen sollen und Qualifiziedie Arbeitsmarktchancen der Bewohnerinnen und Bewohner in Stadtteilen rung mit besonderem Entwicklungsbedarf erhöht werden, z.B. durch Ausbildung, vorübergehende Beschäftigung und gezielte Vermittlung. Zugleich wird hierdurch auch die lokale Wirtschaft stabilisiert: Quartiersbewohnerinnen und –bewohner, die in Arbeitsmarktprojekte eingebunden sind, tragen durch ihr erhöhtes Einkommen zur Steigerung von Kaufkraft und Nachfrage im Stadtteil bei. Soziale Öko- Ziel: Entwicklung von neuen„sozialen Unternehmen“, die vor allem lokal nomie nachgefragte Dienstleistungen anbieten, die über den Markt nicht bereitgestellt werden können. Beispiele hierfür sind gemeinwesenbezogene Stadtteilbetriebe, Stadtteilservices, hauswirtschaftliche Dienstleistungsagenturen, Schulküchen sowie Stadtteil- und Kulturcafés. Projekte der Sozialen Ökonomie, die gleichermaßen soziale, gemeinwesenorientierte und ökonomische Ziele verfolgen, sind besonders geeignet, Einkommens- und Arbeitsmöglichkeiten für gering qualifizierte Personengruppen zu schaffen. 4 Lokale Ökonomie – eine zentrale Strategie für die Soziale Stadt; http://www.sozialestadt.de/programm/grundlagen/lokale_oekonomie.sthtml, S. 2 5 Lokale Ökonomie – eine zentrale Strategie für die Soziale Stadt; http://www.sozialestadt.de/programm/grundlagen/lokale_oekonomie.sthtml, S. 2-8 16 3.2. Lokale Ökonomie in den Berliner Quartiersmanagementgebieten Die Neuausrichtung des Berliner Quartiersmanagement im Frühjahr 2005 hat sowohl zu einer deutlichen Ausweitung der Gebietskulisse als auch zu einer Abstufung in den Quartiersverfahren geführt. Nunmehr gibt es im Rahmen des Programms Soziale Stadt in Berlin folgende Quartiersverfahren: Quartiersmanagement(QM) Stadtteilmanagement Intervention(StM-I) Stadtteilmanagement Prävention(StM-P) Quartiersmanagement im Verstetigungsprozess(QM-P) Zur Veranschaulichung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Hinblick auf die Voraussetzungen und Handlungsansätze lokaler Ökonomie in den Berliner Quartiersmanagementgebieten findet sich in Kapitel 8 eine Gesamtübersicht mit stichwortartigen Wirtschaftsstrukturprofilen der 34 Berliner Soziale Stadt Gebiete. Als Verständnis- und Erklärungshilfe für die tabellarische Auflistung findet sich in Kapitel 3.2.1 eine Darstellung des auf den Harvard Wirtschaftsprofessor Michael E. Porter zurückgehenden Strategieansatz der Clusteranalyse und –entwicklung, der zur Überprüfung seiner Praxistauglichkeit bereits in zahlreichen krisenbehafteten USInnenstadtteilen erfolgreich implementiert wurde. In der deutschen Debatte gibt es keinen vergleichbaren wissenschaftlich fundierten Strategie- und Handlungsansatz, der die Standort- und Wettbewerbsvorteile von Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf analysiert und in konkrete Handlungsempfehlungen umsetzt. Die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bereitgestellte Auswertung der in den Integrierten Handlungskonzepten der Berliner Quartiersmanagements aufgeführten Wirtschaftsförderprojekte im Zeitraum 1999 bis 2003 bildet die Grundlage der Typisierung der Soziale Stadt Projekte im Handlungsfeld Lokale Ökonomie(siehe Kapitel 3.2.2.). 17 3.2.1. Clusterbasierte Wirtschaftsentwicklungsstrategien für benachteiligte Stadtteil Zu den weniger rezipierten Arbeiten des Harvard-Professors Michael E. Porter gehören jene zum"Wettbewerbsvorteil der Innenstadt" 6 , die auf empirischer Forschung und Beratungstätigkeit in krisengeplagten Innenstadtteilen US-amerikanischer Metropolen beruhen. Um die Bedeutung dieser Arbeiten für das Thema der Studie zu verstehen, sind einige typische Charakteristika der Entwicklung US-amerikanischer Metropolen zu vergegenwärtigen. Ihre Struktur ist seit langem durch"Suburbanisierung" gekennzeichnet- die Mittelklasse und die Oberschicht ziehen vorzugsweise in die mehr oder weniger grünen Vorstädte. Die Innenstädte werden zu Problemregionen mit hohem Anteil an Fürsorgeempfängern, hoher Arbeitslosigkeit und hohen Kriminalitätsraten. Insofern hat die Frage nach den wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten von Innenstädten eine ganz andere stadtpolitische Dimension als die Frage nach den Perspektiven von High-Tech-Regionen wie Silicon Valley/Kalifornien oder Research Triangle/North Carolina. Porters Überlegungen zur Revitalisierung von Innenstädten gehen von zwei Kernfragen aus: Wie kann man von einer Strategie, die Zwangsmaßnahmen(z. B. Quotierungen oder Präferenzen bei öffentlicher Beschaffung) mit Sozialpolitik kombiniert, zu einer genuin ökonomischen Entwicklungsstrategie gelangen? Welche spezifischen Faktoren von Innenstädten können Grundlage der Schaffung von Wettbewerbsvorteilen sein? Porter identifiziert unter Anwendung seiner theoretischen Modelle zur Analyse der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften vier Standortvorteile von Innenstädten: 1. Strategische Lage : Sie sind häufig nicht weit entfernt von wichtigen Geschäftszentren, sind verkehrstechnisch erschlossen und liegen häufig in der Nähe von Freizeit- und Tourismusangeboten. In Boston beispielsweise gibt es in der Innenstadt ein Cluster von Nahrungsmittelfirmen, die ihre Lage nutzen, um Mahlzeiten schnell in den nahegelegenen Bürobezirk zu liefern. Ursprung dieses Clusters sind traditionelle 6 vgl. Michael E. Porter: The competitve advantage of the inner city, in: Harvard Business Review, 73, S. 55-71 18 Betriebe(Bäckereien, Schlachtereien etc.), dynamischer Faktor aber sind Cateringfirmen. Sie schließen die Lücke zwischen Produzenten, die in diesem Fall Zulieferer werden, und einer anspruchsvollen Nachfrage, die rasche Lieferung hochwertiger Mahlzeiten in großer Vielfalt erwartet. Auf diese Weise erwerben sie eine Kompetenz, die ihnen auch auf anderen Märkten als dem unmittelbar räumlich benachbarten einen Wettbewerbsvorteil verschafft. 2. Lokale Nachfrage : Eine interessante Beobachtung in vielen US-Innenstädten ist die Unterversorgung, weil der Mengeneffekt unterschätzt wird. Zwar liegen die Durchschnittseinkommen der Bewohner der Innenstadt deutlich unter dem Landesschnitt, aber letztlich schafft auch eine große Konzentration von geringverdienenden Personen eine beachtliche Nachfrage. In der Innenstadt von Boston ist beispielsweise die Kaufkraft pro acre genauso groß wie im Rest der Stadt, obwohl das durchschnittliche Haushaltseinkommen um 21% niedriger liegt. Das eigentlich Besondere ist freilich die Qualität der Nachfrage. Einwohner in US-Innenstädten sind überproportional häufig Afro-Amerikaner und Latinos, und dementsprechend florieren in Innenstädten Läden, die sich auf die spezifische Nachfrage dieser ethnischen Gruppen eingestellt haben- bei Produktgruppen wie Nahrungsmitteln und Kosmetik, aber z. B. auch auf dem Medienmarkt. Daraus entstehen Ketten, die landesweit agieren- für ihre angestammte Zielgruppe, aber auch für andere Kunden, die z. B. ethnic food mögen. Dies wiederum beflügelt das Geschäft der Produzenten von ethnic food. Ein weiterer Aspekt: In mancherlei Hinsicht- nicht nur bezogen auf Musik- leben in der Innenstadt Konsumpioniere, deren Verhalten später von breiten Bevölkerungskreisen übernommen wird. Es kann daher für Unternehmen strategisch bedeutsam sein, diesen Markt zu kennen. 3. Einbindung in regionale Cluster : Hier hat Porter zwei Varianten im Blick. Auf der einen Seite können Unternehmen in der Innenstadt Zulieferfunktionen für nahegelegene Cluster übernehmen, etwa in arbeitsintensiven Industriezweigen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen(z. B. Herstellung einfacher Autoteile in der Innenstadt von Detroit). Auf der anderen Seite können Firmen in der Innenstadt das Know-how nahegelegener Cluster anzapfen und in ihrem Umfeld neue Produkte anbieten. Ein Beispiel dafür sind Finanzdienstleistungen, ein Bereich, in dem sowohl Haushalte als auch insbesondere Kleinbetriebe in Innenstädten unterversorgt sind. Der Transfer von Finanzierungs-Know-how in kommerzielle Kreditinstitutionen in Innenstädten führt zur Schaffung von innovativen Finanzierungsinstrumenten, die auf die spezifi19 sche lokale Klientel zugeschnitten sind- und die Finanzprodukte, die in diesem schwierigen Umfeld funktionieren, lassen sich auch anderswo vermarkten. Porter zitiert das Beispiel der Bank of America, die 1990 ein spezielles Immobilienfinanzierungsprogramm aufgelegt hat, das in den ersten fünf Jahren seiner Existenz ein Volumen von 6 Mrd. US$ erreichte. 4. Arbeitskräfte : In den USA sind die Bewohner von Innenstädten als unqualifiziert, unzuverlässig und arbeitsscheu stigmatisiert. Die Erfahrungen von Firmen, die in Innenstädten operieren, zeigen, dass davon so pauschal keine Rede sein kann. Viele von ihnen sind hochzufrieden mit ihren Beschäftigten, die für relativ niedrige Löhne hart und zuverlässig arbeiten- und eine geringe Neigung zum job-hopping haben (nicht zuletzt deswegen, weil die Alternativen vergleichsweise rar sind). Hinzu kommt, dass sich in den Innenstädten keineswegs nur gering qualifizierte Arbeitskräfte finden. Es gibt eine Reihe von Beispielen für dynamische Unternehmer, von denen nicht wenige einen MBA-Abschluss als Hintergrund haben. 3.2.2. Typologie der Wirtschaftsförderprojekte in den Berliner Quartiersmanagementgebieten Die Grundlage für die nachfolgende Typologie der Wirtschaftsförderprojekte in den Berliner Quartiersmanagementgebiete bildet die Auswertung von mehr als 100 Einzelmaßnahmen, die im Rahmen der Aufstellung und Fortschreibung der Integrierten Handlungskonzepte für die Berliner Soziale Stadtgebiete im Zeitraum 1999 bis 2003 seitens der Quartiersmanagementteams benannt wurden. Diese Zusammenfassung von Praxisbeispielen lokaler Ökonomie kann nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da auch in den Jahren 2004 und 2005 weitere Wirtschaftsförderprojekte in den Gebieten realisiert wurden und zum anderen auch im Rahmen weiterer Förderprogramme wie LOS, E&C oder Wirtschaftsdienliche Maßnahmen/EFRE wirtschaftsrelevante Maßnahmen mit inhaltlichem und räumlichem Bezug zu den Quartiersmanagementgebieten realisiert wurden. Gleichwohl gibt die nachfolgende Typologie einen strukturierten Überblick zu den Themen- und Handlungsfeldern, in denen die Quartiersmanagements und ihre Kooperationspartner aktiv sind. Die Typenbildung bezeichnet das Themenfeld, beschreibt den Kerngehalt der jeweiligen Wirtschaftsförderprojekte und führt die Quar20 tiersmanagementgebiete auf, in denen beispielhafte Maßnahmen initiiert bzw. realisiert wurden. Tabelle: Typologie der Wirtschaftsförderungsprojekte in den Berliner Quartiersmanagementgebieten Themen- Inhalt und Methode des Wirtschaftsförderpro- Einsatzgebiete feld jektes GewerbeGewerberaumbörse – angesichts der für viele GeQM Moabit-West, Magflächen- biete prägenden Leerständen von Ladenflächen deburger Platz, Soldiner marketing werden diese Bestände im Rahmen von GewerbeKiez, Sparrplatz, Reiniraumbörsen systematisch und kontinuierlich in Kockendorfer-/Pankstraße, operation mit einer Vielzahl von Hauseigentümern/Falkplatz, Helmholtzplatz, verwaltungen erfasst und ansiedlungsinteressierten Boxhagener Platz, WranUnternehmen via Internet, Telefon und in Beragelkiez, Oberschöneweitungs- und Besichtigungsterminen angeboten de, Reuterplatz, Ostkreuz Stadtteil-Gründerzentren – gebietsprägende leerQM Magdeburger Platz, stehende Büro- und Gewerbegebäude werden in Soldiner Kiez, BoxhageKooperation mit den jeweiligen Hauseigentümern/ner Platz, Zentrum Kreuverwaltungen kleinteilig und kurzfristig an Existenzberg, Marzahn-Nord, gründer und Kleinstbetriebe aus dem Stadtteil verOstkreuz mietet, teilweise mit explizitem Branchenbezug – Design, IT, Musik Flächenvermarktung-Events – zur Ankurbelung der QM Moabit-West, Soldistadtteilbezogenen Gewerbeflächennachfrage werner Kiez, Sparrplatz, den mit Unterstützung der Hauseigentümer/Brunnenviertel, Ackerverwaltungen Events mit überbezirklicher Öffentstraße, Falkplatz, Boxhalichkeitswirkung in Form von Schaufenstergestalgener Platz, Wrangelkiez, tungen, künstlerischen Zwischennutungen etc. verOberschöneweide, Reuanstaltet terplatz, Schillerpromenade, Ostkreuz 21 Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Geschäftsstraßenmanagement – die für die NahQM Magdeburger Platz, versorgung und Stadtteilidentifikation bedeutsamen Schöneberger Norden, Einkaufsstraßen und Märkte sind durch StrukturFalkplatz, Helmholtzplatz, wandel und Kaufkraftverluste zunehmend in ihrem Boxhagener Platz, WranBestand gefährdet; zur Stabilisierung und Aufwergelkiez, Zentrum Kreuztung dieser Einkaufsstandorte werden daher geberg, Ostkreuz meinsame aktionsbezogene Kooperationen von Einzelhändlern, Stadtteileinrichtungen und öffentlicher Verwaltung realisiert, deren Bandbreite unter dem Titel“Geschäftsstraßenmanagement“ zusammengefasst werden kann Marketingaktionen zur Standortprofilierung – zur QM Soldiner Kiez, Verbesserung des Stadtteilimages sowie zur stadtSparrplatz, Helmholtzweiten Bekanntmachung des Gebietes werden präplatz, Boxhagener Platz, gende Branchenkonzentrationen/ Cluster – GastroZentrum Kreuzberg, nomie, Handwerk, Kunst/Kultur, Medien, Design Schönberger Norden, durch Marketingaktionen präsentiert und kommuniOstkreuz ziert Existenzgründerberatung im Stadtteil – angesichts QM Moabit-West, Soldides kontinuierlichen und dauerhaften Verlustes von ner Kiez, Magdeburger sozialversicherungspflichtigen BeschäftigungsverPlatz, Reinickendorferhältnissen stellt sich das Thema Selbstständig/Pankstraße, Helmholtzkeit/Existenzgründung als eine von wenigen Arplatz, Falkplatz, Boxhabeitsplatzmöglichkeiten für die Bewohner dar, um gener Platz, Wrangelkiez, sie auf diesem Weg zu unterstützen werden im Zentrum Kreuzberg, Stadtteil niedrigschwellige, zielgruppenorientierte Schöneberger Norden, Beratungsangebote etabliert, deren UnterstütRollbergsiedlung, Highzungsprofil durch Coaching, Investitions- und MarDeck-Siedlung ketingzuschüsse sowie öffentlichkeitswirksame Wettbewerbe für Unternehmensgründer ergänzt werden 22 Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Soziale Ökonomie – zur Schaffung von EinkomQM Sparrplatz, Falkplatz, mens- und Arbeitsmöglichkeiten für gering qualifiHelmholtzplatz, Boxhazierte Personengruppen im Bereich lokal nachgegener Platz, Marzahnfragter Dienstleistungen, die über den Markt nicht Nord, Ostkreuz bereitgestellt werden können, wird die Gründung von Stadtteilgenossenschaften und„sozialen Unternehmen“ initiiert und unterstützt Branchenspezifische Gründernetzwerke – zur ErQM Moabit-West, Soldihöhung der Marktchancen von Gründungskonzepner Kiez, Brunnenviertel, ten sowie zur Ansiedlung und Etablierung spezifiAckerstraße, Helmholtzscher Branchen, insbesondere aus dem Bereich der platz, Boxhagener Platz, Kulturwirtschaft, wird die Gründung in Netzwerken Wrangelkiez, Schillergefördert, die sich insbesondere im Bereich Markepromenade, Reuterkiez, ting und Akquisition wechselseitig unterstützen Ostkreuz Gewerbeanalysen und –gutachten – zur Gewinnung QM Moabit-West, Soldivon Basisinformationen über die lokalen Wirtner Kiez, Sparrplatz, Reischaftsstrukturen und als Grundlage für ein Gewernickendorfer Strabeentwicklungsmonitoring werden Bestanderheße/Pankstraße, Magdebungen in regelmäßigen Zeitabständen durchgeburger Platz, Boxhagener führt, die durch Sondergutachten zu ausgewählten Platz, Wrangelkiez, ZentStandorten und Branchenstrukturen ergänzt werden rum Kreuzberg, Schöneberger Norden, Ostkreuz Unternehmenskooperationen und-netzwerke – zur QM Moabit-West, SoldiVerbesserung der Zusammenarbeit der gebietsanner Kiez, Sparrplatz, Reisässigen Unternehmen werden standort- oder nickendorferbranchenspezifische Informations- und Kommunika/Pankstraße, Helmholtztionsplattformen geschaffen, die zur Verbesserung platz, Boxhagener Platz, der Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten UnternehSchöneberger Norden, men durch gemeinsames Marketing, Aus- und FortSchillerpromenade, Reubildung sowie Auftrags-akquise beitragen sollen terplatz, Marzahn-Nord, Ostkreuz 23 Bestands„Ethnische Ökonomie“ – charakteristisch für die QM Wrangelkiez, Zentpflege Gewerbestruktur zahlreicher Gebiete ist die hohe rum Kreuzberg, ReuterAnzahl von Gewerbetreibenden ausländischer Herplatz, Oberschöneweide kunft; zur Vermarktung der spezifischen Angebote und Dienstleistungen sowie zur Einbeziehung in den Gesamtprozess des Quartiersmanagement werden zunehmend Beratungs- und Unterstützungsangebote für türkische, vietnamesische oder arabische Gewerbetreibende verwirklicht Quelle: Eigene Darstellung; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin 3.2.3. Wirtschaftsstrukturprofile der Berliner Quartiersmanagementgebiete Anknüpfend an die vorherigen Ausführungen zur Ermittlung der Standortpotentiale und Wettbewerbsvorteile in den Quartiersmanagementgebieten sowie zur Kategorisierung der bisherigen Handlungsansätze lokaler Wirtschaftsförderung wird im Kapitel 8 ein stichwortartiger Überblick zu den Wirtschaftsstrukturprofilen der 34 Berliner Soziale Stadt Gebiete – 33 Quartiersmanagementgebiete und das URBAN-II-Gebiet - gegeben. 24 4. Stadtteil- und branchenbezogenes Gewerbeflächenmarketing Das Angebot an Gewerbeflächen in den Berliner Quartiersmanagementgebieten ist sowohl Problem als auch Potential für die lokale Wirtschaftsentwicklung. Ein Negativfaktor für die lokale Wirtschaftsentwicklung ist die Gewerbeflächenausstattung vor allem in den Fällen hoher Leerstandsquoten. Leerstände belasten den Stadtteil und seine Akteure in vielfältiger Weise: Haus- und Immobilieneigentümer verlieren Mieteinnahmen, die für Investitionen in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Gewerbestandortes fehlen Einzelhändler verlieren Kundenfrequenzen, da die Attraktivität einer vielfältigen Einkaufsstraße durch leerstehende Ladenlokale abnimmt; Büro- und Handwerksbetrieben fehlen mögliche gewerbliche Auftraggeber aus dem Standortumfeld, zudem müssen die Sicherheitsaufwendungen wegen erhöhter Vandalismus- und Einbruchsgefahr bei leerstehenden Gewerbeobjekten erhöht werden Gebietsbewohner büßen bei erhöhten Gewerbeflächenleerständen an Angebotsvielfalt in der Nahversorgung ein, zudem fehlen stadtteilnahe Ausbildungs- und Arbeitsplätze potentieller Arbeitgeber als Ganzes verliert der Stadtteil an Wettbewerbsfähigkeit und positivem Standortimage, da der erhöhte Leerstand als sichtbares Zeichen des wirtschaftlichen Niedergangs gewertet wird Vor diesem Problemhintergrund sind in zahlreichen Quartiersmanagementgebieten Methoden und Förderprojekte entwickelt worden, um mit Hilfe eines stadtteil- und branchenbezogenen Gewerbeflächenmarketings gemeinsam mit der Immobilienwirtschaft Flächeleerstände abzubauen und neue zukunftsfähige gewerbliche Nutzungen in den Soziale Stadt Gebieten zu etablieren. Zur Veranschaulichung der Einbeziehung der Kooperationspartner aus der(Immobilien-)Wirtschaft – Eigentümer, Gewerbemieter und Marketingagenturen- auf den verschiedenen Arbeitsebenen des stadtteil- und branchenbezogenen Gewerbeflächenmarketings dient nachfolgende Tabelle: 25 Partner/ Arbeitsschritte Analyse Umsetzung Leerstandserfassung und –analyse Gewerbebestandserfassung und –analyse Gewerbeflächenbörse Konzeptimmobilien Marketingaktionen Immobilienwirtschaft individuell kooperativ Informationen zu Mietkonditionen Vermarktungskonzept für Einzelobjekt Informationen zu allen vermietbaren Flächen Marketingaktion für bestimmte Angebotssegmente(z.B. Läden, Büros) Ansiedlungsinteressierte Unternehmen Indivi- kooperativ duell Informationen zu Standortanforderungen Anfragen zu Flächenangeboten Branchenspezifische Mieterakquise Anfragen zu Flächenangeboten Branchenspezifische Mieterakquise Management- und Marketingagenturen Gebietsbegehungen, Zeitungs- und Internetrecherche Gebietsbegehungen, Zeitungs- und Internetrecherche Online-Datenbank und zusätzliche Standortberatung Beratung bei der Umsetzung des standort- und branchenspezifischen Vermarktungskonzepts Eventorganisation und Öffentlichkeitsarbeit 4.1. Fallstudie- Stadtteil- und branchenspezifisches Gewerbeflächenmarketing Stralauer Kiez Die Fallstudie zum stadtteil- und branchenspezifischen Gewerbeflächenmarketing bezieht sich auf die Projekterfahrungen aus dem„Wirtschaftsorientierten Stadtteilmarketing für den Stralauer Kiez“, welches seit Juni 2003 im Rahmen der EUGemeinschaftsinitiative URBAN II für das Berliner Programmgebiet„Ostkreuz“ verwirklicht wird. In Anlehnung an die zuvor beschriebenen Arbeitsschritte des Gewerbeflächenmarketings werden die methodischen und inhaltlichen Schwerpunkte an Praxisbeispielen verdeutlicht. 26 4.1.1. Leerstands- und Gewerbestrukturanalyse Stralauer Kiez Zur Vorbereitung und Planung der verschiedenen Aktivitäten eines stadtteil- und branchenspezifischen Gewerbeflächenmarketings ist es notwendig zunächst mit einer Analysephase zu beginnen, die folgende Fragestellungen untersucht: Welchen Umfang und welche Erscheinungsformen hat der Gewerbeflächenleerstand im Stadtteil? Welchen Branchen bietet der Stadtteil spezifische Standort- und Wettbewerbsvorteile? Leerstandsstrukturanalyse Stralauer Kiez Der Ladenleerstand in den Erdgeschosszonen von Wohngebäuden sowie der Büroflächenleerstand an den neu entwickelten Gewerbestandorten sind sichtbare Zeichen für die unzureichende wirtschaftliche Entwicklungsdynamik im Stralauer Kiez. Beide Erscheinungsformen des Gewerbeflächenleerstandes sind Ausdruck stadtweiter Strukturkrisen der Berliner Wirtschaft, die sich im Gebiet deutlich sichtbar niederschlagen: Ladenflächen: Die stark rückläufigen Umsätze im Berliner Einzelhandel führen an den Nahversorgungsstandorten im Stralauer Kiez zu zahlreichen Geschäftsaufgaben, wobei der Stadtteil infolge sinkender Kaufkraft der Gebietsbevölkerung sowie der Standortkonkurrenz seitens großflächiger Einkaufszentren(Ring Center I und II, Park Center, Victoria Center) im unmittelbaren Verflechtungsbereich zusätzliche Wettbewerbsnachteile aufweist. Büroflächen: Angesichts des Überangebotes auf dem Berliner Büroflächenmarktes hat sich mit dem Niedergang der New Economy die Vermietung von hochwertigen und architektonisch einmaligen Gewerbeflächen im Bereich der Oberbaum City deutlich erschwert. Mit der Ansiedlung von Universal Music, MTV und BASF hat der Standort Osthafen/Oberbaum City in einem schwierigen Marktumfeld an Wettbewerbsfähigkeit und Markenimage(Mediaspree) gewonnen. Die Problemlagen des Gewerbeflächenleerstandes betreffen die Mikrostandorte im Stralauer Kiez nicht im gleichem Ausmaß. Dies zeigt die Auswertung von Online27 Angeboten für Gewerbeflächen im Gebiet, deren Ergebnisse der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen sind: Strukturdaten des Gewerbeflächenleerstandes im Stralauer Kiez nach Standorten Einzelstandorte Anzahl Flächenangebo- Gewerbeflächenleerstand der zu te Insgesamt vermietenden Flächen Am Rudolfplatz 1 60 m² 60 m² Bödikerstraße 2 80 m²- 120 m² 200 m² Bossestraße 2 60 m² 120 m² Corinthstraße 24 30 m²- 120 m² 1.688 m² Danneckerst- 4 58 m²- 106 m² 305 m² raße Laskerstraße 2 219 m²- 324 m² 543 m² Lehmbruck- 11 30 m²- 105 m² 707 m² straße Markgrafen- 12 32 m²-152 m² 953 m² damm Modersohn- 4 70 m²- 225 m² 445 m² straße Rochowstraße 3 50 m²- 100 m² 210 m² Rotherstraße 4 50 m²-103 m² 280 m² Stralauer Allee 8 40 m²- 87 m² 449 m² Getreidespei- 26 41 m²- 2.500 m² 11.437 m² cher Oberbaum City 86 4 m²- 527 m² 24.702 m² Quelle: www.gewerberaumboerse.de/rud, www.spreespeicher.de, www.oberbaumcity.de, Stand: Mai 2003 Am massivsten stellt sich das Leestandsproblem im östlichen Teilbereich des Gebietes – Corinthstraße, Markgrafendamm – mit Leerstandsquoten von Ladenlokalen im Erdgeschossbereich von mehr als 70 Prozent. Clusterbasierte Gewerbestrukturanalyse Zur Bestimmung der Standortvorteile und Ansiedlungspotentiale des Stralauer Kiezes wird auf die von Michael E. Porter entwickelte„Cluster“-Analyse zurückgegriffen. „Cluster“ sind nach Porter definiert als geographische Ansammlung von untereinander verbundenen Firmen, Zulieferern, verwandten Branchen und Fachinstitutionen in 28 einem bestimmten Bereich. Im Cluster können die Firmen produktiver werden, es erleichtert Innovationen und begünstigt die Gründung neuer Unternehmen 7 . Anhand der Branchenzugehörigkeit und der Standortwahl der im Stralauer Kiez ansässigen Unternehmen lassen sich drei Cluster in Teilbereichen des Stadtteils verorten: „Creative Industries“-Cluster(Neue Medien, Musik und Design) in der Oberbaum City und am Osthafen „Straße und Schiene“-Cluster(Bahntechnik, Taxidienste und Kfz-Handel) entlang der S-Bahntrasse „Nahversorgungs“-Cluster(Einzelhandel und haushaltbezogene Dienste) in der Corinthstraße und um den Rudolfplatz Genauere Angaben zur Zusammensetzung der drei Cluster im Stralauer Kiez lassen sich nachfolgender Tabelle entnehmen: Clusterstruktur des Wirtschaftsstandortes Stralauer Kiez Cluster Creative Industries Standorte Oberbaum City und Osthafen Straße Entlang der und SSchiene Bahntrasse Unternehmen und Fachinstitutionen(Auswahl) Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Fachbereich Gestaltung; Internationales Design Zentrum Berlin; Universal Music(Decca, Deutsche Grammophon, Island, Koch, Motor, Polydor, Polystar, Classics& Jazz); Adidas Salomon, Arte Interior Objekteinrichtung, Ceka Die Büroeinrichtung, Condor Communications, IVG infotec, Sky Orange media, Vitra, Airdata, DEKRA Medienakademie, itiendo, Pixelpark, RedDot Solutions, Sparkassen-Finanzportal, ad agenda, Berlin.de new media, DSPecialists, e-Trend media Consulting, M2S, IVISTAR, KA.DE Werksvertretungen für Sitzmöbel, Knoll International, LINUX Information Systems, LuraTech, PACE Aerospace Engineering& Information Technology, Algonet, Bauglas Berlin, Bisterfeld+ Weiss, Bosse Design, Burkhardt Leitner constructiv, COLOSSEUM, Comma soft, IQ International Incubator, MAGIX Entertainment Products, Rechtsanwälte Mönke Wiemann Krauss, punkt punkt komma strich werbeagentur, United Communications, Werner Works, Zumtobel Staff Autohaus Fritz, Autohaus Mohr und Wernecke, BärMobil KfzService, Autohaus Persius, Autohaus Reinecke& Partner, Autohaus Litsche, Motorradshop Persius-straße, Autohaus Ostkreuz, Zweiradfahrzeuge Kuhl, Autoreparaturwerkstatt Bohm, Fuhrunternehmung Süß, Autohandlung Özgül, Fahrschule Tom, Karasch Kfz-Reparatur, Taxi-Ausbildung, Taxischule Alligator, Taxi Funk Berlin, Spedition Schupetta, Deutsche Umschlagsgesellschaft Schiene-Straße, EPVGIV Europrojekt Verkehr, GE Transportation Systems, VSM Verkehrstechnik Service Montage, Spitzke Eisenbahnbau, Verkehrsautomatisierung Berlin, deutsche Bahn(Dialog Customer Care Center, Telematik, Bahnbau), Thyssen Krupp Gleistechnik 7 vgl Porter, Michael E.: Location, Competition and Economic Development: Local Clusters in a Global Economy, in: Economic Development Quarterly, Vol. 14 No. 1, February 2000, S. 15-34 29 Nahver- Corinthstra- Plus Lebensmittel, Stralauer Reisebüro, Physiotherapie Kaatz, sorgung ße – Rudolf- Markgrafen Apotheke, Zahnärzte Jonczyk-Hauke/Schubert, Friseur platz – Ro- Salon Sabine, Versicherungen Hensel, Versicherungen Fünfarek, therstraße Zahnärzte Brautzsch/Gunter, Café Musik Pamela, Lotto Toto Brand, Schlüsseldienst Hauff, Stralauer Apotheke, Facharzt Kinder, Hausärztin Heinzel, Gaststätte Zur Glühlampe, Bäckerei Pankow, Versicherungen Brink Quelle: www.spreespeicher.de, www.oberbaumcity.de, Branchenverzeichnis gewusstwo 2003/04, Stand: Mai 2003 4.1.2 Marketinginstrumente- Gewerberaumbörse, Gründerbüros und 3-EuroAnsiedlungsinitiative Stralauer Kiez Das Gewerbeflächenmarketing für den Stralauer Kiez setzt sich im wesentlichen aus drei Teilprojekten zusammen, die sich hinsichtlich der beteiligten Immobilieneigentümer(Angebotsseite) und den Zielgruppen ansiedlungsinteressierter Gewerbemieter (Nachfrageseite) folgendermaßen unterscheiden: Gewerberaumbörse : bildet die Informations- und Kommunikationsgrundlage des Gewerbeflächenmarketings und fasst alle Vermietungsobjekte, die von den Hauseigentümern und-verwaltungen angeboten werden, in einer einheitlichen Datenbank aufgeschlüsselt nach Lage, Objektart, Größe, Beschaffenheit und Mietpreis zusammen. Die Gewerberaumbörse erreicht sowohl auf der Angebotseite(Immobilieneigentümer) als auch auf der Nachfrageseite(Gewerbemieter) die größte Anzahl von Marktteilnehmern. 3-Euro-Ansiedlungsinitiative : ist eine Gemeinschaftsaktion von ca. 10 Hauseigentümern und-verwaltungen, die ihre häufig schon über einen längeren Zeitraum leerstehenden Gewerbeflächen zu Sonderkonditionen von 3 Euro nettokalt/m² anbieten. Auf Seiten der Gewerbemietinteressenten ist die Nachfrage nach diesen Gewerbeflächen hoch, da die Mietpreise im Markt- und Standortvergleich sehr günstig und transparent sind. Gründerbüros : sind eine Vermietungsaktion mit einem Einzeleigentümer, der über ein Büroflächengebäude mit mehr als 5.000 m² Nutzfläche verfügt. Teilflächen, die nicht vermietet sind, werden als Gründerbüros ab 12 m² für einen Mietpreis von 75 Euro angeboten. Das Vermarktungskonzept„Gründerbüros“ zielt auf die Gruppe der Existenzgründer, die häufig zum Start in die Selbstständigkeit Kleinsteinheiten nachfragen, die normalerweise nicht auf dem Gewerbeflächenmarkt angeboten werden. Die Nachfrage nach den„Gründerbüros“ ist von Seiten 30 der Unternehmensgründer hoch, zudem ermöglicht die flexible Raumaufteilung der Immobilie den Unternehmen bei positiver Geschäftsentwicklung schnell durch die Anmietung weiterer Räume zu expandieren. Die Gewerberaumbörse für den Stralauer Kiez ist in das Dachportal„Gewerberaumbörse in Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg“ eingebunden und online erreichbar. Die datenbankgestützte Erfassung von Gewerberäumen ermöglicht es ansiedlungsinteressierten Unternehmen mit Hilfe einer Suchfunktion, den Gesamtbestand verfügbarer Gewerberäume nach den für sie geeigneten Objekten zu sondieren. Bild 1: Gewerberaumbörse Stralauer Kiez im Dachportal der Bezirke FriedrichshainKreuzberg und Lichtenberg Quelle: http://www.gewerberaumboerse.de Zur Unterstützung der 3-Euro-Ansiedlungsinitiative der Hauseigentümer und Hausverwaltungen im Stralauer Kiez wird neben kontinuierlicher Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Bekanntmachung des Angebotes über die Wirtschaftsförderung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und weiterer Anlaufstellen für Gewerbetreibende und Existenzgründer auch mittels Sonderaktionen für das stadtteilbezogene Angebot 31 geworben. Ein Praxisbeispiel ist die von einem im Stadtteil ansässigen Graphikbüro entworfene Postkartenaktion. Bild 2: Postkartenaktion für die 3-Euro-Ansiedlungsinitiative im Stralauer Kiez Quelle: Stralauer Stadtteilmarketing/Carsten Giese 4.2. Vergleich der Soziale Stadt Projekte im Bereich Gewerbeflächenmarketing Zur Veranschaulichung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Methoden und Inhalten der Gewerbeflächenmarketingprojekte für die Berliner Quartiersmanagementgebiete werden nachfolgend einige Gute Praxis Beispiele aufgeführt. Die Übersicht der Projektbeschreibungen orientiert sich an der in den vorangegangenen Kapiteln vorgenommenen Differenzierung der Handlungsansätze: Stadtteilorientierte Leerstandsanalysen Stadtteil- und branchenspezifische Gründerzentren Stadtteil- und branchenbezogene Gewerbeflächen-Marketingaktionen 32 Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die ausgewählten Projektbeispiele nur einen kleinen Ausschnitt der Praxis in den Berliner Quartiersmanagementgebieten wiedergeben und es über die beschriebenen Projektbeispiele hinaus weitere innovative Projekte gibt, die vollständig und ausführlich beschrieben den Rahmen der Studie sprengen. 4.2.1. Stadtteilorientierte Leerstandsanalysen – Reuterkiez/Neukölln Eine beispielhafte stadtteilorientierte Leerstandsanalyse ist für das Quartiersmanagementgebiet Reuterkiez im Jahr 2002 erstellt worden 8 , deren Ergebnisse im Rahmen des Gewerbeflächenmarketingprojekts„Zwischennutzungsagentur“ im Gebiet weiterverfolgt werden. Neben einer photographischen Bestandsaufnahme und der Beschreibung der sozioökonomischen Ursachen von Ladenleerständen beinhaltet die Untersuchung der Leerstandssituation im Reuterkiez Erhebungsmethoden für Mikrostandorte, Leerstandsarten, Leerstandseffekte und Instrumente der Leerstandsvermeidung. Eine Übersicht zu wesentlichen Elementen der Leerstandsanalyse ist der nachstehenden Tabelle zu entnehmen: 8 vgl. HVD Quartiersmanagement Reuterkiez(Hrsg.): Leerstände verwalten, verringern, vermeiden. Eine Untersuchung des Leerstands im„Reuterkiez“ im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und des Bezirksamtes Neukölln, Berlin 2002 33 Ebene der Leerstandsanalyse Mikrostandorte Leerstandsarten Leerstandseffekte Instrumente zur Leerstandvermeidung Ergebnisse der Leerstandsanalyse für den Reuterkiez Anhand der Kriterien Bausubstanz, Ausländeranteil, Größe der Ladenflächen, ÖPNV-Anschluss, Anzahl der Leerstände, Anzahl der Parkplätze, Passantenfrequenz und Mietniveau wurde das Quartiersmanagementgebiet Reuterplatz in zwei Teilbereiche unterteilt 9 : 0. Koronalstraßen, die Kiez-Begrenzungsstraßen: Maybachufer, Weichselstraße, Sonnenallee, Kottbusser Damm 1. Binnenkiez – und hierbei die Untergebiete: westlich der Reuterstraße, östlich der Reuterstraße, nordwestlich der Pannierstraße, südöstlich der Pannierstraße Anhand des Kriteriums„Dauer des Leerstandes“ werden folgende Leestandsarten für das Quartiersmanagementgebiet Reuterplatz definiert 10 : kurzfristige – eine Leerstandsphase zwischen zwei Vermietungen nicht länger als zwei bis drei Monate mittelfristige – der Vermietungserfolg stellt sich nicht binnen der ersten sechs Monate nach Freiwerdung ein langfristige- der Vermietungserfolg stellt sich nicht bis zu einem Jahr nach Freiwerdung ein Dauerleerstände- der Vermietungserfolg stellt sich nicht nach mehr als einem Jahr nach Freiwerdung ein Hinsichtlich der Auswirkungen von Leerständen wird zwischen Wertverlusten der Immobilie, Image-Wirkung auf das Standortumfeld sowie Leerstandkosten unterschieden. Folgende ausgewählte Instrumente werden zur Leerstandsvermeidung im Quartiersmanagementgebiet Reuterplatz empfohlen 11 : Ermittlung der Vergleichsmiete, Mietvertragsverwaltung, Mietensammlung/-datenbank Technische Instandhaltung, bauliche Veränderungen Kommunikation zwischen Eigentümern und Mietern, zwischen Eigentümern und öffentlicher Hand, zwischen Eigentümer und Eigentümer Werbemaßnahmen: Insertion in Tageszeitungen, Insertion mittels Internet, Plakatierung und Schilder Makler, Verwaltung 4.2.2. Stadtteil- und branchenspezifische Gründerzentren – Gründerboxen M25/S23 und Kulturwirtschaftliches Innovationszentrum Christiania Eine besondere Form der Gewerbeflächenvermarktungsprojekte in den Berliner Quartiersmanagementgebieten ist die Initiierung, die Realisierung und das Management von stadtteil- und branchenspezifischen Mikro-Gründerzentren. Ausgangspunkt für derartige Wirtschaftsförderprojekte ist der Leerstand von großflächigen Büroein9 vgl. ebenda, S. 10 10 vgl. ebenda, S. 14 11 ebenda, S. 24-30 34 heiten, für die sich aufgrund der stadtteilbezogenen Marktlage für Gewerbeflächen langfristig kein solventer Mieter findet. Demgegenüber steht eine Nachfrage nach Kleinstflächen ab ca. 20 m² von zahlreichen Existenzgründern aus den Soziale Stadt Gebieten, für die es faktisch keine Angebote an Gewerbeflächen gibt. Der Kerngedanke der Stadtteil-Gründerzentren ist es daher, die großflächigen Bürostandorte kleinteilig an Existenzgründer und Kleinstunternehmen aus dem Stadtteil zu vermieten. Im Rahmen der Sozialen Stadt ist es gelungen, starke Partner aus der Immobilienwirtschaft für die Verwirklichung dieser Konzeptimmobilien zu finden. Beispielhaft für vergleichbare Projekte in anderen Quartiersmanagementgebieten – Gründergalerie am Kottbusser Tor oder Kulturwirtschaftliches Gründerzentrum auf dem RAWGelände/URBAN II – werden nachfolgend die Gründerboxen M25 und S23 im Boxhagener Kiez sowie das Kulturwirtschaftliches Innovationszentrum Christiania im Quartier Soldiner Kiez vorgestellt. Gründerboxen M25 und S23 : Eigentümer und starker Partner aus der Immobilienwirtschaft für die Verwirklichung der Stadtteilgründerzentren M25 und S23 im Quartiersmanagementgebiet Boxhagener Platz ist die städtische Wohnungsgesellschaft IHZ GmbH(vormals Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain- WBF). Bei beiden Gewerbeobjekten handelt es sich um Bürogebäude bzw. Büroetagen, die von der Wohnungsbaugesellschaft für eigene Zwecke genutzt wurden, jedoch seit mehr als 2 Jahren leer standen. Eine Nachfrage nach Büroflächen, die in viele Einzeleinheiten aufgeteilt sind, gibt es im Stadtteil kaum, vielmehr beziehen sich entsprechende Büroflächennachfragen auf Fabriketagen mit Großbürocharakter. Gleichwohl gibt es im Quartiersmanagementgebiet Boxhagener Platz eine starke Nachfrage von Unternehmensgründern, die häufig in Wohnungen ihre Selbstständigkeit beginnen, jedoch nach kurzer Zeit an räumliche Grenzen stoßen und nach Kleinsteinheiten an Gewerbeflächen im Stadtteil suchen, um so Wohnen, Arbeiten, Familie und Freizeit in kurzer Wegeentfernung miteinander verbinden zu können. Im Rahmen des Programms Soziale Stadt wurden daher in der Mainzer Straße 25 und in der Scharnweber Straße die beiden stadtteil- und branchenbezogenen„Gründerboxen“ mit dem Ziel verwirklicht, Existenzgründern und Jungunternehmern einen kostengünstigen Standort anzubieten, mit einem flexiblen Angebot an Räumen, 35 Raumgrößen und Mietvertragskonditionen sowie der notwendigen infrastrukturellen Ausstattung. Nach Vermietungsstart im Juni 2003 für den Gründerbox-Standort Mainzer Straße 25 konnte innerhalb weniger Wochen eine Vollvermietung mit ca. 70 Arbeitsplätzen erreicht werden. Aufgrund dieser überraschend großen Nachfrage wurde von der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain im November 2003 ein zweiter Gründerbox-Standort in der Scharnweber Straße 23 mit Ansiedlungspotential für ca. 80 Arbeitsplätze in Angriff genommen. Insgesamt stehen an beiden Standorten 78 Büroeinheiten mit Größen zwischen 12 und 48 m² zur Verfügung inklusive zweier Konferenzräume mit entsprechender Ausstattung durch den Vornutzer, die WBF. Ausgerichtet sind beide Stadtteil-Gründerzentren auf Freiberufler und Gewerbebetriebe aus dem Bereich Neue Medien und Kommunikationsdienstleistungen, die einen schnellen und kostengünstigen Internetzugang benötigen. Diese infrastrukturelle Voraussetzung konnte bis Mitte des Jahres 2004 im Quartiersmanagement Boxhagener Platz wegen fehlender DSL-Anschlüsse nicht erfüllt werden. Der Bereich der beiden Gründerzentren lag jedoch auf einer„Insel“ mit alten Kupferkabeln, die für schnelle und kostengünstige DSL-Anschlüsse reaktiviert werden konnten. Bild 3: Internetauftritt des Stadtteil-Gründezentrums BOX M25 im Boxhagener Kiez/Friedrichshain Quelle: http://www.box-m25.de 36 Kulturwirtschaftliches Innovationszentrum Christiania : Eigentümer und starker Partner aus der Immobilienwirtschaft für die Realisierung des Kulturwirtschaftlichen Innovationszentrums Christiania im Quartiersmanagementgebiet Soldiner Kiez ist Vattenfall Europe(vormals Bewag). Das Umspannwerk und dann als Verwaltungsgebäude umgenutzte Objekt an der Osloer Straße Ecke Prinzenallee stand langfristig leer und angesichts der im Stadtteil zahlreichen aufgegebenen Industriestandorte mit umfangreichen Flächenangeboten zeichnete sich auch keine Neuvermietung an einen einzelnen Gewerbemieter ab. Infolge der erfolgreich praktizierten Zwischennutungsprojekte für leerstehende Ladenlokale„Kolonie Wedding“ im Soldiner Kiez entstand die„Christiania“ als stadtteil- und branchenbezogenes Gründerzentrum für Freiberufler aus den breitgefächerten Bereichen der Kulturwirtschaft, den Creative Industries(CI). Bild 4: Internetauftritt des Kulturwirtschaftlichen Innovationszentrums Christiania im Soldiner Kiez/Wedding Quelle: http://www.christiania.de 37 Das in expressionistischer Klinkersteinbauweise errichtete Eckgebäude verfügt über eine Nutzfläche von 1260 m², die sich auf 5 Ebenen verteilen. Die Größe der Räume variiert zwischen 10 und 276 m². Von den 19 zur Verfügung stehenden Gewerbeeinheiten sind bisher 15 vermietet, das entspricht fast 85% der Fläche. Dabei reicht die Spannweite der angesiedelten Branchen von Design über Fotodesign, Fotografie, Grafik, IT-Technik, Malerei, Musik, Tondesign bis zur Videokunst. Wichtige Aufgabe des Innovationszentrums CHRISTIANIA ist es, die unterschiedlichen Gruppen der Creative Industries zu konzentrieren und ihnen bei der Vernetzung zu helfen, so dass sie ihre eigenen Interessen optimal wahrnehmen und umsetzen können. Dabei ist die räumliche Nähe innerhalb des Gebäudes von großem Vorteil, da somit die Ideen und Energien auf kurzem Weg ihre Ziele finden können. Die Nutzung weiterer Leerstände im Umfeld zählt ebenso zu den zukünftigen Aufgaben wie die Etablierung des neuen Standortes in Berlin und darüber hinaus. Die Creative Industries(CI) stellen keinen homogenen Wirtschaftszweig dar, sondern sind vielmehr eine bunte Mischung unterschiedlicher Branchen. Das verbindende Merkmal ist dabei die Kreativität, die ein wesentlicher Bestandteil bei der Erstellung der Dienstleistungen und Waren ist. Die wichtigsten Branchen der CI sind dabei: Architektur, audiovisueller Bereich, bildende Kunst und Kunstmarkt, darstellende Kunst und Unterhaltungskunst, Grafik, Mode und Design, Literatur/Verlagswesen und Printmedien, Multimedia, Software, Spiele und Internet, Museen und Bibliotheken, Musikwirtschaft und nicht zuletzt Werbung. So unterschiedlich wie die Vielfalt der Wirtschaftszweige ist auch die Orientierung der Gewerbetreibenden. Einige agieren stark marktwirtschaftlich geprägt, während andere sich eher an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kunst ansiedeln 12 . 12 zu Zielen und Aufgaben des kulturwirtschaftlichen Innovationszentrums Christiania s. http.//www.christiania.de 38 4.2.3. Stadtteil- und branchenbezogene Gewerbeflächen-Marketingaktionen – Wedding Dress/Brunnenviertel Als beispielgebend für die zahlreichen stadtteil- und branchenbezogenen Gewerbeflächen-Marketingaktionen in den Berliner Quartiersmanagementgebieten wird an dieser Stelle die Marketingaktion„Wedding Dress“ der städtischen Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO vorgestellt, die sich im Stadtteil Brunnenviertel auch schon vor der offiziellen Ausweisung als„Stadtteilmanagementgebiet Intervention“ als größter Immobilieneigentümer im Bereich der stadtteil- und branchenbezogenen Wirtschaftsförderung engagierte. Angesichts der Vielzahl leerstehender Ladenlokale im Brunnenviertel, deren Geschäftsinhaber einstmals auf die Nahversorgung der Gebietsbewohnerschaft ausgerichtet, jedoch in den Konkurrenz mit nahegelegenen Discountern und Shopping Centern nicht mehr bestehen konnten, zielt die Marketing-Kampagne„Wedding Dress“ darauf ab, neue Unternehmenskonzepte aus dem Bereich des Modedesigns anzusiedeln. Zur Auswahl der innovativsten Ladenkonzepte wurde ein Wettbewerb unter Studierenden der Berliner Modeschulen ausgelobt. Die ausgewählte Ladenkonzepten wurden zur internationalen Modemesse Bread& Butter einer breiten Fachöffentlichkeit und dem Berliner Publikum präsentiert. Zwei Modedesignläden in der Brunnenstraße nahe des U-Bahnhofes Voltastraße erhielten zudem die Möglichkeit für den Zeitraum eines Jahres die Markttauglichkeit des Standortes Brunnenviertel zu erproben. 39 Bild 5: Corporate Design für die DEGEWO Gewerbeflächen-Marketingaktion„Wedding Dress“ Quelle: http://www.degewo.de 4.3. Fortentwicklung und neue Ansätze für den Bereich Gewerbeflächenmarketing Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen in den Berliner Quartiersmanagementgebieten mit Förderprojekten im Handlungsbereich stadtteil- und branchenorientiertes Gewerbeflächenmarketing lassen sich folgende Verbesserungsbedarfe für die zukünftige Fortentwicklung und die Initiierung neuer Handlungsansätze feststellen: Einbeziehung des Wohnungsmarktes in das Flächenmarketing : Bei den Berliner Quartiersmanagementgebieten handelt es sich weit überwiegend um Wohnquartiere, so dass den Großteil des Immobilienbestandes die Wohngebäude und flächen bilden. Problematisch ist jedoch, dass in zahlreichen Soziale Stadt Gebieten zunehmende Wohnungsleerstände zu verzeichnen sind. Zudem sind die 40 Wohnungen trotz günstiger Mietpreise und guter Ausstattung aufgrund des negativen Images der Quartiersmanagementgebiete über die Gebietsgrenzen hinaus kaum zu vermieten. Zur Stabilisierung und Aufwertung der Gebiete ist es jedoch unabdingbar, dass neue sozial integrierte Bevölkerungsgruppen in diese Stadtteile zuziehen. Die bestehenden Handlungsansätze wie Wohnraumbörsen, StadtteilImagekampagnen und Wohnungs-Marketingaktionen, z.B. die Kampagne„Home Sweet Home“ der DEGEWO, sind daher fortzuentwickeln und in ein stadtteilbezogenes Gesamtkonzept für die Einbeziehung der Immobilienwirtschaft zu integrieren. Entwicklung von stadtteilübergreifenden Gewerbeflächenplattformen : Die bisherigen Plattformen zu verfügbaren Gewerbeflächen in den Quartiersmanagementgebieten sind bisher aufgrund der Förderlogik des Programms Soziale Stadt zumeist auf die unmittelbaren Gebietsgrenzen beschränkt und lassen sowohl das Stadtteilumfeld als auch mögliche Standortalternativen in anderen Quartiersmanagementgebieten außer Acht. Angesichts der Anzahl und der vorliegenden Standortinformationen für die 34 Quartiersmanagementgebiete sollten die Überlegungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der IHK Berlin weiterverfolgt werden ein Dachportal für die starken Partner aus der Immobilienwirtschaft in den Quartiersmanagementgebieten einzurichten. Zur Vermeidung von Überschneidungen sowie zur Nutzung von Synergieeffekten ist es unabdingbar, die bezirklichen Wirtschaftsförderungsabteilungen in die Initiierung und Realisierung eines derartigen Dachportals miteinzubeziehen, da über andere Förderprogramme in den Bezirken vergleichbare Flächenportale für Gewerbeimmobilien verwirklicht werden. Know-how-Transfer zwischen Sozialer Stadt und(Immobilien-)Wirtschaft : Übertrieben formuliert wurde mit dem Label„Soziale Stadt“ bisher bei den potentiellen Partnern aus der(Immobilien-) Wirtschaft häufig„Mulitkulti-Sozialarbeit“ und fast nie Produktinnovationen und Zukunftsmärkte verbunden. Der Blick in die Wirtschaftsförderpraxis der Quartiersmanagementgebiete zeigt jedoch trotz der verschärften Problemlagen in diesen Stadtteilen, dass es dort gelungen ist, innovative Wege für gesamtwirtschaftliche Problemlagen zu beschreiten, so z.B. die Erschließung neuer Nachfragergruppen für Gewerbeflächen trotz steigender Leerstandsquoten. Im Sinne eines Know-Transfers ist es daher sinnvoll, die Erfahrungen aus den Quartiersmanagementgebieten einer breiteren Öffentlichkeit aus der 41 Wirtschaft bekannt zu machen, wobei bereits am Quartiersmanagementprozess beteiligte Wirtschaftsunternehmen besonders überzeugend und glaubhaft wirken können. Know-how-Transfer zwischen Sozialer Stadt und städtischer Wirtschaftsförderung: Im Rahmen der bisherigen Quartiersmanagementarbeit ist es fast durchweg gelungen, eine intensive und partnerschaftliche Kooperation zu den bezirklichen Wirtschaftsförderungen aufzubauen. So wird ein Know-how-Transfer aus den Soziale Stadt Gebieten in die bezirkliche Wirtschaftsförderpraxis und in umgekehrter Richtung ermöglicht. Wenig Beachtung finden die kleinteiligen Handlungsansätze lokaler Wirtschaftsförderung jedoch auf gesamtsstädtischer Ebene, obgleich die Gewerbeflächenpotentiale, die Anzahl der Existenzgründungen oder die Cluster der Creative Industries in der Summe aller Quartiersmanagementgebiete einen bemerkenswerten Umfang haben. Für die Fortentwicklung der Handlungsansätze im Bereich Gewerbeflächenmarketing besteht ein zunehmender Bedarf an Einbindung und Vernetzung in die berlinweite Wirtschaftsstrukturpolitik, um auf diese Weise eine Isolation und Abkoppelung der Quartiersmanagementgebiete von der gesamtstädtischen Entwicklung zu vermeiden. 42 5. Standortmarketing für Einkaufsstraßen und Märkte zum Erhalt eines wohnortnahen Waren- und Dienstleistungsangebotes Für die Stabilisierung und Aufwertung der Quartiersmanagementgebiete in Berlin besitzen die traditionellen Einkaufsstraßen und Wochenmärkte eine besondere Bedeutung, da sie das Rückgrat für die kleinräumliche Nahversorgung der Gebietsbewohnerschaft mit Waren und Dienstleistungen bilden. Zudem spielt sich an diesen Orten ein beträchtlicher Teil des öffentlichen Lebens in den Stadtteilen ab. Der Niedergang der stadtteilbezogenen Einkaufsstraßen und Marktplätze infolge sinkender Kaufkraft und wachsender Konkurrenz durch zusätzliche großflächige Shopping Center wirkt sich unmittelbar negativ auf die Attraktivität der Quartiersmanagementgebiete aus. Nachfolgend wird beschieben, welche Handlungsansätze in den Berliner Quartiersmanagementgebieten zur Stärkung der stadtteilbezogenen Einkaufsstraßen und Marktplätze verfolgt werden. Zunächst wird dazu das Instrumentarium des Geschäftsstraßenmanagement vorgestellt, woran sich zur praxisnahen Veranschaulichung eine Fallstudie zum„Geschäftsstraßenmanagement Frankfurter Allee“ in Friedrichshain anschließt. Da das Thema Stärkung der Stadtteilzentren auch auf gesamtstädtischer Ebene eine hohe Priorität genießt, wird die Quartiersmanagementpraxis im Lichte der stadtweiten Zentren-Initiative„MittendrIn Berlin!“ 13 betrachtet. Es handelt sich dabei, um eine Gemeinschaftsaktion der Senatsverwaltungen für Wirtschaft und Stadtentwicklung, der IHK Berlin und weiterer starker Partner aus der Wirtschaft, die beispielgebend für weitere Handlungsfelder der lokalen Wirtschaftsförderung sein kann. 5.1. Problemlagen, Ziele und Erfolgsfaktoren von Geschäftsstraßenmanagement Geschäftsstraßenmanagement 14 greift die komplexen Ansätze anderer Marketinginstrumente auf und fokussiert sie auf den ausgewählten Standort. Es unterscheidet sich von anderen dialog- und umsetzungsorientierten Marketinginstrumenten wie z.B. Stadtmarketing oder City-Management durch folgende Kriterien: 13 vgl. http.//www.mittendrin-berlin.de 14 vgl. BIS Stadtteilmanagement GmbH/Komet Stadtmarketing GmbH: Projektbericht. Geschäftsstraßenmanagement im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin 2003 43 Stärkere Einbeziehung von Einzelinteressen Klare Abgrenzung des Standortes Direkte Orientierung auf die lokalen Akteure starke Umsetzungsorientiertheit. Die in den Geschäftsstraßen registrierten Ausgangssituationen bzw. Problemlagen sind trotz großer Unterschiede in der Charakteristik der jeweiligen Straße recht ähnlich: Billiganbieter, Unbefriedigender Branchenmix, Leerstand, Keine einheitlichen(Kern-) Öffnungszeiten unattraktive Geschäftsgestaltung, fehlende Aufenthaltsqualität, sinkende Kundenfrequenz, Inaktivität der Gewerbetreibenden, Fehlende Gesamtvermarktung hohes Verkehrsaufkommen, Parkplatzmangel und Parkgebühren etc. Die Erfolgsaussichten hängen von der Aktivierung vieler Partner ab, da jedes Problem nur im komplexen Zusammenhang wirklich bewältigt werden kann. Außerdem sind meistens mehrere unterschiedliche Interessengruppen in die Lösung einzubeziehen: Ladenleerstand, Branchenmix und Verschmutzung können z.B. nur gemeinsam mit den Hauseigentümern und Geschäftsinhabern gelöst werden. Zur Steigerung der Attraktivität der Geschäftsstraße sind Investitionen der Kommune und von privaten Eigentümern mit der entsprechenden Vorlaufzeit zu tätigen und auch viel Überzeugungsarbeit mit den Anliegern von Nöten, um die Ladenauslagen, Blumenkübel oder Fahrradständer einladend zu gestalten. In der folgenden Übersicht wird aufgezeigt, in welcher Frist aufgrund von Zeit- und Finanzbedarf welche Probleme gelöst werden können: 44 Fristigkeit Kurzfristig Problem Leerstand X Niveauverlust(Billiganbieter) Unbefriedigender Branchenmix Kaufkraftabwanderung X Verschmutzung X Keine oder inaktive Kooperation/ Organisation X Uneinheitliche Öffnungszeiten X Ungenügende Information X Unattraktive Geschäfte X Stockende Sanierung Mangelhafte Aufenthaltsqualität X Parkplatzmangel X Unangepasste Parkgebühren X Verkehrsaufkommen/-führung Sinkende Kundenfrequenz Fehlende Gesamtvermarktung Mittelfristig Langfristig X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X Ziel von Geschäftsstraßenmanagement ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu verbessern und damit auch positive Effekte für die Umsatz- und Rentabilitätsentwicklung der dort ansässigen Betriebe zu erreichen. Um ein Geschäftsstraßenmanagement erfolgreich durchzuführen und die dauerhafte Arbeit der beteiligten Akteure zu sichern, sollten folgende Faktoren beachtet werden: Eine kritische Bestandsaufnahme mit dem„Blick von Außen“ schafft einen ersten Ansatz für ein Standortproblembewusstsein. Externe können und dürfen dabei die Dinge eher beim Namen nennen. 45 Mit einer neutralen Projektbetreuung lassen sich Personenkonflikte und Befindlichkeiten mindern oder lösen. Damit wird eine Aktivierung von Personen erreicht, die kooperativen Arbeitsformen skeptisch gegenüber stehen. Ideen sind für die Kooperationsgemeinschaften häufig wichtiger als die Finanzen. Diese kollektive Ressource lässt sich mit verschiedenen Kreativitätstechniken erschließen. Bewährt hat sich die Regel, dass auch ungewöhnliche, ausgefallene und absurde Ideen erlaubt sind. Durch das Einüben von Moderationsspielregeln werden Meinungsbildner, Dauerkritiker oder Nörgler im Rahmen gehalten und andere Teilnehmer zur Meinungsäußerung ermutigt. Durch Einzelgespräche mit den Unternehmern bspw. wird ihr Interesse verstärkt und das Gefühl vermittelt, einen eigenen Nutzen zu erhalten. Disziplin in den Sitzungen, ein gutes Zeitregime und eine gute Vor- und Nachbereitung helfen den Akteuren, die Arbeit erfolgreich fortzusetzen. Mit Maßnahmen, die mit Verantwortlichkeit und Terminen versehen werden sowie ihrer Umsetzung, wird eine aktive Mitwirkung gesichert. Es ist wichtig, neben der Kommunalverwaltung auch kommunale Unternehmen wie Wohnungsverwaltungen oder Verkehrsbetriebe als Partner einzubeziehen. Die Erfahrungen der externen Moderatoren unterstützen die Verwaltungsarbeit zugunsten der Projektziele. Insbesondere die zielgerichtete Auslegung von Vorschriften unterstützt die Schaffung öffentlich-privater Partnerschaften. Bei sich regelmäßig wiederholenden Aktionen und Veranstaltungen können Verfahrensvereinfachungen für notwendige Genehmigungswege verabredet werden. Kurze Verfahrens- und Entscheidungsebenen sowie der enge Kontakt zu den Verwaltungsbereichen erleichtert die unkomplizierte Lösung von Problemen. 5.2. Fallstudie Geschäftsstraßenmanagement Frankfurter Allee Die Frankfurter Allee ist eine der umsatzstärksten Einkaufsstraßen im Ostteil Berlins, die jedoch durch einen tiefgreifenden Strukturwandel geprägt ist. So wird ein Großteil der Einzelhandelsumsätze an integrierten Standorten in Form von Shopping Centern 46 erzielt. Demgegenüber ist der inhabergeführte Einzelhandel in seiner Existenz bedroht, zudem fällt die Kundenfrequenz mit zunehmender Entfernung vom RingCenter massiv ab. Diese Rahmenbedingungen waren Anlass ein Pilotprojekt zur Standortprofilierung der Frankfurter Allee als abwechslungsreiche Einkaufsstraße zu starten. Die Laufzeit dieser Wirtschaftsfördermaßnahme zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen reichte von Dezember 2001 bis Juni 2003 und wurde aus Mitteln der Technischen Hilfe des Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung finanziert. Stichwortartig sind nachfolgend einige der realisierten Maßnahmen zur Standortprofilierung der Frankfurter Allee als Geschäftsstraße benannt: Standortinformation und-marketing zur Frankfurter Allee für Kunden und Unternehmen • Kundenbefragung auf der Frankfurter Allee und Karl-Marx-Allee: Im Rahmen der Projektwochen im Fach Geografie haben Schüler des Andreas-Gymnasiums mehr als 300 Kunden auf der Frankfurter Allee und der Karl-Marx-Allee befragt, was für sie das Einkaufen in dieser gewachsenen Geschäftsstraße attraktiv macht. Gleichzeitig wurden Vorschläge und Anregungen gesammelt, wie die Frankfurter Allee aus Sicht der Kunden einladender werden kann. • Herstellung und Vertrieb des Service- und Einkaufsführers„Frankfurter Allee – immerhin“: Mit Unterstützung der Schüler des Andreas-Gymnasiums sowie mehr als 50 Unternehmen aus der Frankfurter Allee und benachbarter Seitenstraßen entstand ein Service- und Einkaufsführer, in dem mehr als 400 Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe sowie das breite Spektrum von medizinischen Angeboten vorgestellt werden. Die Gesamtauflage beträgt 50.000 Exemplare und wurde in den an die Frankfurter Allee angrenzenden Wohngebieten verteilt. 47 BiId 5: Service- und Einkaufsführer Frankfurter Allee Quelle: BIS Stadtteilmanagement GmbH/Graphikbüro uv2 • Entwicklung eines Corporate Design für die Frankfurter Allee: Gemeinsam mit der ortsansässigen Design-Agentur UV 2 entwickelte das Geschäftsstraßenmanagement ein ganzheitliches Kommunikationskonzept. So wird unter dem Slogan "Frankfurter Allee- immerhin" in Info-Flyern, auf Fahrradständern oder im Internet die Frankfurter Allee als attraktiver Einkaufs- und Gewerbestandort kommuniziert. 48 Bild 6: Internetauftritt der Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden Frankfurter Allee Quelle: http://www.frankfurter-allee.net Erhöhung der Aufenthalts- und Erlebnisqualität der Frankfurter Allee • Weihnachtsbeleuchtung in der Frankfurter Allee: Dank der Initiative einiger Gewerbetreibender an der Frankfurter Allee erstrahlt die Geschäftsstraße seit dem Jahr 2000 in vorweihnachtlichem Lichterglanz. Diese Initiative wurde auch seitens des Geschäftsstraßenmanagements und der neugegründeten Interessengemeinschaft Frankfurter Allee e.V. hinsichtlich der technischen Umsetzung und der Einwerbung finanziellen Beiträge unter den ortsansässigen Firmen unterstützt. • 50 neue Fahrradständer für mehr Kundenfreundlichkeit: Mit Unterstützung des Tiefbauamtes konnten im Sommer 2002 an 50 Standorten neue Fahrradständer in der Frankfurter Allee installiert werden. Kunden, die per Rad ihre Einkäufe erledigen, finden nun noch einfacher eine Abstellmöglichkeit. • Verbesserung der Sauberkeit in der Frankfurter Allee und angrenzender Seitenstraßen: In Abstimmung mit der Berliner Stadtreinigung bemühen sich die Ge49 werbetreibenden und das Geschäftsstraßenmanagement der Frankfurter Allee um eine Erhöhung der Sauberkeit auf öffentlichen und privaten Flächen. Eines der augen- und geruchsfälligsten Probleme ist der Hundekot in den Gehwegbereichen der Frankfurter Allee und in deren Seitenstraßen. Bild 7: Plakatentwurf zur Gemeinschaftsaktion für mehr Sauberkeit in der Frankfurter Allee Quelle: BIS Stadtteilmanagement GmbH/Vipermedia 50 5.3. Fortentwicklung und neue Ansätze für den Bereich Standortmarketing im Kontext der Zentreninitiative„MittendrIn Berlin!“ Dem Geschäftsstraßenmanagement Frankfurter Allee vergleichbare Standortmarketingaktionen zur Profilierung von Einkaufstraßen und Marktplätzen finden sich in weiteren Berliner Quartiersmanagementgebebieten, so z.B. für die Geschäftsstraßen Schönhauser Allee/Pankow, Potsdamer Straße/Mitte und Schöneberg oder KarlMarx-Straße/Neukölln. Wegen der hohen Bedeutung dieser Einkaufsstandorte für die gesamtbezirkliche Wirtschaftsstrukturentwicklung beschränken sich derartige Marketing- und Managementansätze jedoch nicht auf das Programm Soziale Stadt, sondern werden vielfach über die klassischen Wirtschaftsförderprogramme wie„Wirtschaftsdienliche Maßnahmen“ im Rahmen des Europäischen Fonds für die Regionale Entwicklung oder über den Titel„Regionalmanagement“ im Rahmen der BundLänder-Gemeinschaftsaufgabe„Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gefördert. Zudem bildet auf Ebene der IHK Berlin die Unterstützung der ca. 60 Straßenarbeitsgemeinschaften von Einzelhändlern in den Berliner Einkaufsstraßen einen Tätigkeitsschwerpunkt. Bei den Überlegungen zur Fortentwicklung und möglicher neuer Projektansätze im Handlungsbereich Standortmarketing ist es daher sinnvoll, sich zunächst mit der Gemeinschaftsaktion„MittendrIn Berlin!“ der Senatsverwaltungen für Wirtschaft und Stadtentwicklung, der IHK Berlin und weiterer starker Wirtschaftspartner auseinanderzusetzen, denn immerhin zwei von berlinweit fünf Preisträgern des Wettbewerbs 2005 lagen in der Gebietskulisse der Sozialen Stadt bzw. URBAN II. Grundgedanke des Standortmarketingwettbewerbs für Berliner Zentren und Geschäftsstraßen„MittendrIn Berlin!“ ist die Ansicht,„dass durch die Bespielung des öffentlichen Raumes mit Aktionen und Ereignissen aus den Bereichen Kultur, Kunst und Kommunikation die öffentliche Wahrnehmung der Zentren verändert, die Attraktivität gesteigert und neue Bindungswirkungen geschaffen werden können.“ 15 Die zentralen Ziele des Wettbewerbs lassen sich auch auf die Nahversorgungszentren und Einkaufsorte in den Quartiersmanagementgebieten übertragen 16 : 15 vgl. http://www.mittendrin-berlin.de/idee_ziele.html 16 vgl. Ausschreibungstext des Wettbewerbs 2006 MittendrIn Berlin! mit dem Motto jugend_bildet_stadt 51 Förderung lokaler Netzwerke zur Stärkung der Handlungsfähigkeit und Nutzung der eigenen kreativen Potenziale Stärkung der lokalen Identität und des spezifischen Profils der Zentren und damit auch der Identifikation von Anwohnern und Besuchern Stärkere Verankerung der städtischen Zentren im Bewusstsein der Bevölkerung und der Besucher als orte vielfältiger Nutzungs- und Erlebnismöglichkeiten Stärkung der gewachsenen Zentren gegenüber der„Grünen Wiese“ und Erhöhung der Besucherfrequenzen Erhalt und Entwicklung der Funktionsvielfalt der Zentren, Schaffung neuer Aufenthalts- und Erlebnisqualitäten Nutzung und Entwicklung lokaler Potenziale und Qualitäten, um die Gesamtstadt als attraktiven Standort herauszustellen Nach dem der Wettbewerb im Jahr 2005 erstmalig durchgeführt wurde, lässt sich noch keine abschließende Aussage zum nachhaltigen Erfolg dieser Gemeinschaftsaktion von Senat, IHK und Wirtschaftspartnern treffen. Angesichts der aktuellen Situation im Berliner Einzelhandel sowie der bisherigen Erfahrungen des Geschäftsstraßenmanagements in den Berliner Quartiersmanagementgebieten lassen sich jedoch folgende Hinweise zur Fortentwicklung im Bereich Standortmarketing für Einkaufsstraßen und Märkte ableiten: Priorität für Marketingaktionen mit sichtbaren und schnell wirksamen Umsatzsteigerungen : So begrüßenswert die Bespielung des öffentlichen Raumes mit Aktionen und Ereignissen aus den Bereichen Kultur, Kunst und Kommunikation auch sein mag, den inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften in den Geschäftsstraßen bringen derartige Aktivitäten selten neue Kunden und zusätzliche Umsätze. Zum Erhalt der Nahversorgungsstandorte sowie zur Sicherung des Engagements und der Initiative der inhabergeführten Geschäfte sind in erster Linie Maßnahmen gefragt, die sichtbar und schnell zu Umsatzsteigerungen beitragen. In der Auswertung des Wettbewerbs„MittendrIn Berlin!“ sollte diese Frage nach messbaren Umsatzsteigerungen der ortsansässigen Unternehmen Berücksichtigung finden. Stärkung der Straßenarbeitsgemeinschaften im Sinne einer nachhaltigen Partnerschaft : Zahlreiche Straßenarbeitsgemeinschaften müssen ihren Tätigkeitsbereich deutlich einschränken, da sich die ehrenamtliche Vereinsarbeit auf immer weniger Schultern verteilt. Zudem sind viele Gewerbetreibende in den Geschäftsstraßen weniger an einer kontinuierlichen Vereinsarbeit, sondern eher an akti52 onsbezogenen, zeitlich begrenzten Kooperationen interessiert. Im Rahmen des Wettbewerbs„MittendrIn Berlin!“ ist daher zu überlegen, inwieweit es gelingen kann, mit Hilfe eines professionalisierten Event-Managements die ehrenamtlich arbeitenden Straßenarbeitsgemeinschaften zu stärken, oder ob es ergänzender Projektbausteine zur Einbindung der ortsansässigen Gewebetreibenden bedarf. Einbindung der„ethnischen Ökonomie“ in das Standortmarketing : Eine immer größere Anzahl der Gewerbetreibenden und Kunden in den Geschäftsstraßen und Nahversorgungszentren der Berliner Quartiersmanagementgebiete sind nicht-deutscher Herkunft. Die Vielfalt türkischer, russischer, arabischer, vietnamesischer, afrikanischer oder indischer Waren- und Dienstleistungsangebote wird im Rahmen des Standortmarketings für die Einkaufsorte in den Stadtteilen kaum genutzt, da bei einer zu intensiven Betonung der„ethischen Ökonomie“ die Gefahr gesehen wird, bisherige Stammkunden an andere Einkaufsstandorte zu verlieren. Der Spagat neue Kundengruppen zu gewinnen ohne die alte Stammkundschaft zu verlieren, gestaltet sich auch deshalb besonders schwierig, da es keine etablierten und funktionstüchtigen Kooperationsstrukturen gibt, in denen deutsche und ausländische Gewerbetreibende für den gemeinsamen Wirtschaftsstandort zusammenarbeiten. Die Entwicklung neuer Ansätze zur Einbindung der„ethnischen Ökonomie“ als starker Partner im Quartiersmanagementund Standortmarketingprozess ist daher eine wichtige Zukunftsaufgabe im Rahmen des Programms Soziale Stadt. Einbindung der stadtteilbezogenen Einkaufsstraßen in das Tourismusmarketing Berlins: Der einzige Sektor der Berliner Wirtschaft mit zweistelligen Wachstumsraten ist der Stadttourismus. Um an dieser positiven Wirtschaftsdynamik auch in den Quartiersmanagementgebieten profitieren zu können, gibt es zahlreiche kleinteilige Stadtteilaktivitäten, die seitens der bezirklichen Wirtschaftsförderung unterstützt werden. Auf stadtweiter Ebene mit millionenschweren Marketingbudgets finden die stadtteilbezogenen Ansätze kaum Unterstützung, Im Geiste der erfolgreich praktizierten Public Private Partnership für den Wettbewerb„MittendrIn Berlin!“ ist der Frage nachzugehen, ob Tourismusmarketingaktionen wie der „Winterzauber“ nicht auch auf die stadtteilorientierte Einkaufstraßen und Märkte ausgeweitet werden können. 53 6. Bestandspflege für gebietsansässige Unternehmen zur Fortentwicklung der lokalen Wirtschaftsstruktur Ein Erfahrungswert im Einzelhandel besagt, dass der unternehmerische Aufwand für die Neugewinnung eines Kunden den für die Bindung eines Kunden um das Fünffache übersteigt. Analog gilt für die Wirtschaftsförderung in den Berliner Quartiersmanagementgebieten, dass der finanzielle und personelle Aufwand für die Neuansiedlung eines Unternehmens den für den Verbleib im Stadtteil beträchtlich übersteigt. Demzufolge besitzen Handlungsansätze und Förderprojekte zur Bestandpflege für gebietsansässige Gewerbebetriebe eine wichtige Bedeutung für das Programm Soziale Stadt. Zur Veranschaulichung der Bedeutung der Stadtteil- und Quartiersbetriebe für die gesamtsstädtische Wirtschaft für die lokalen Wirtschaftsstrukturen in den Soziale Stadt Gebieten Berlins werden zunächst Forschungsergebnisse zur Bestandserhebung und-analyse von Clustern stadtteilbezogener Unternehmen vorgestellt. Angesicht der differenzierten Wirtschaftsstruktur in den Berliner Quartiersmanagementgebieten und den damit verbundenen mannigfaltigen Unternehmensformen in unterschiedlichen Branchen, konzentriert sich die Fallstudie auf die Rolle und Bedeutung türkischstämmiger Berliner Gewerbetreibender in den Stadtteilen der Sozialen Stadt. Diese Wahl hat vor allem zwei Gründe, zum einen machen die türkischstämmigen Gewerbetreibenden in vielen Stadtteilen der Sozialen Stadt – Kreuzberg, NordNeukölln, Wedding, Moabit, Schönberg- einen großen Anteil der lokalen Ökonomie aus, zum anderen ist dieser Bereich der Stadtteilwirtschaft im Vergleich zu Wirtschaftssektoren wie den Creative Industries bisher weniger intensiv betreut und gefördert worden. Unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen in den Soziale Stadt Gebieten und den Überlegungen für innovative Förderprogramme und-maßnahmen auf bezirklicher und gesamtstädtischer Ebene abschließend beschrieben, in welche Richtungen sich die stadtteilbezogenen Bestandspflegeprojekte in den Berliner Quartiersmanagementgebieten entwickeln können. 54 6.1. Stadtteilbetriebe als starker Partner für die unternehmensbezogene Bestandspflegestrategie in den Berliner Quartiersmanagementgebieten Die„Stadtteil- und Quartiersbetriebe“ als wichtige Partner für die Stabilisierung und Entwicklung von Beschäftigungsmöglichkeiten im Stadtteil und Quartier waren Gegenstand eines Forschungsprojektes an der TU Hamburg-Harburg 17 . Unter dem Begriff„Stadtteil- und Quartiersbetriebe“ werden Unternehmen aus dem Einzelhandel, dem Handwerk, dem Gesundheitswesen, den sozialen und unternehmensbezogenen Dienstleistungen und dem Reparaturhandwerk zusammengefasst, für die der Stadtteil bzw. das Quartier einen wichtigen Bezugsrahmen ihrer unternehmerischen Aktivitäten darstellt. Nachfolgende Tabelle veranschaulicht für Hamburg die in den Teilökonomien zusammengefassten Branchen mit ihren jeweiligen Beschäftigungsanteilen und der Beschäftigungsentwicklung im Beobachtungszeitraum 1980 bis 1990: 18 Tabelle: Cluster der stadtteil- und quartiersbezogenen Betriebe in Hamburg Wirtschaftszweig (Anteil an Wirtschaftszweig) Einzelhandel(60%) Nahrungs- und Genussmittel(10%) Gesundheitswesen(50%) Haushaltsbezogene Dienstleistungen(100%) Kreditinstitute(60%) Bildung, Erziehung, Sport(100%) Hotel, Gastwirtschaft(50%) Kinder-, Altersheime(40%) Reparatur KFZ Fahrrad(25%) Schlosserei, Schmiede(25%) Holzverarbeitung(25%) Bauausbaugewerbe(25%) Organisationen ohne Erwerbscharakter(33%) GESAMT Anteil an Gesamtbeschäftigung in Hamburg in% 1980 abs. 38.546 2.323 16.325 9.402 11.417 11.100 7.934 3.435 1.499 461 869 4.171 3.845 111.32 6 14,6% 1990 abs. 34.880 1.800 19.292 7.705 11.584 15.452 8.434 4.564 1.831 494 786 3.918 6.111 116.84 9 15,6% 1980-1990 Abs. Änderung in % - 3.666- 9,5% - 523- 22,5% 2.967 18,2% -1.697-18,0% 167 1,5% 4.352 39,2% 500 6,3% 1.129 32,9% 332 22,2% 33 7,1% -83- 9,5% -253- 6,1% 2.265 58,9% 5.523 5,0% Quelle: Walter, Gerd: Gewerbliche Milieus in der Stadt, 1996 Ergänzend zu den Ergebnissen des Hamburger Forschungsprojektes, welches anhand der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse aufzeigt, welche 17 Walter, Gerd: Gewerbliche Milieus in der Stadt. Stadterneuerung mit und für Unternehmen, in: STEG Hamburg mbH(Hrsg.): FORUM-Stadterneuerung. Quartiere entwickeln statt erneuern, Hamburg 1996, S. 121-126 18 ebenda, S. 122 55 Bedeutung stadtteil- und quartiersbezogenen Betriebe für die gesamtsstädtische Beschäftigung aufweisen, wird anhand der nachfolgenden Übersicht aus dem Quartiersmanagementgebiet Boxhagener Platz deutlich, welche Anzahl von Gewerbetreibenden beteiligt sind, will man die stadtteilbezogenen Betriebe in den Quartiersmanagementprozess als starken Partner einbeziehen: Tabelle: Gewerbestruktur und –entwicklung im Quartiersmanagementgebiet Boxhagener Platz Branche Einzelhandel Anzahl der Betriebe 07/99 139 Anteil am Gewerbebestan d 33,3% Anzahl der Betriebe 06/00 122 Anteil am Gewerbebestan d 24,7% Anzahl der Betriebe 05/01 151 Anteil am Gewerbebestan d 23,2% Anzahl der Betriebe 08/02 160 Anteil am Gewerbebestan d 21,2% Gastronomie 92 22,0% 91 18,5% 113 17,3% 123 16,3% Dienstleis- 105 25,1% 153 31,0% 164 25,2% 208 27,6% tung Handwerk 58 13,9% 52 10,6% 73 11,2% 87 11,6% Freie Berufe 24* 5,7% 75 15,2% 151 23,2% 175 23,3% Gesamt 418 100% 493 100% 652 100% 753 100% Quelle: BIS Stadtteilmanagement GmbH;* nur Erfassung der EG-Nutzung 6.2. Bedeutung türkischstämmiger Gewerbetreibender für die Wirtschaftsstruktur in den Stadtteilen SO 36 und Neukölln 44 Eine umfassende Bestandsaufnahme und –analyse zu den türkischstämmigen Gewerbetreibenden in den Berliner Quartiersmanagementgebieten hätte den Rahmen dieser Studie deutlich gesprengt. Differenziertere Bestandserhebungen wie z. B. für das Quartiersmanagement Wrangelkiez liegen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nicht vor und auch die Studien des Zentrums für Türkeistudien zur türkischen Wirtschaft in Berlin differenzieren nicht nach Stadtteilen. Um dennoch die Bedeutung und Zusammensetzung der von türkischstämmigen Berlinern geführten Unternehmen in den Stadtteilen SO 36 und Nord-Neukölln geben zu können, wurde das türkische Branchenbuch Berlin 2004(I ş Rehberi) mit mehr als 2.500 Firmeneintragungen ausgewertet. Die nachfolgende tabellarische Übersicht veranschaulicht, welchen Anteil die beiden ausgewählten Stadtteile – SO 36 mit 12,8 % und Nord-Neukölln mit 18,5%- an der türkischen Wirtschaft Berlins haben und 56 welche Branchen besonders stark vertreten sind, so entfallen auf Lebensmittel und Gastronomie gut 37% aller aufgeführten Gewerbebetriebe. Tabelle: Branchenstruktur der türkischstämmigen Unternehmer in den Stadtteilen SO 36 und Neukölln 44 Brachenzugehörigkeit Kreuzberg SO36 (PLZ) (10997,1099 9) Oberkategorie Auto Bau Lebensmittel Facheinzelhandel Unterkategorien Handel – An- und Verkauf, Elektrik, Ersatzteile, Reifen, Niederlassungen Werkstätten – Lackiererei, Reparatur, Tankstellen Dienste – Abschleppen, Anmeldung, Vermietung Fahrschulen, KFZ-Gutachter Taxibetriebe Architekten/Ingenieure Baustoffhandel – Bädereinrichtung/armaturen, Elektronische Bauteile, Fenster und Türen, Jalousien und Markisen, Marmor, Maschinenverleih Ausführungen – Boden- und Fliesenarbeiten, Bohr- und Sägearbeiten, Dachdeckerei, Elektroinstallationen, Gartenbau und Baumdienst, Gas Wasser Installationen, Gerüstbau, Glasereien, Heiz- und Lüftungsanlagen, Kälteanlagenbau, Malerei, Sanitäre Anlagen, Tiefbau, Tischlereien, Metallbau, Putzarbeiten Einzelhandel – Vollsortiment, Fischläden, Getränke, Trockenfrüchte, Gewürze Bäckereien Großhandel – Fleisch, Getränke, Obst/Gemüse Dönerproduktion Kiosk-Lotto Blumen, Bücher Haushalts-/Fernsehgeräte – Handel, Reparatur Handyläden Möbel, Wohnungsauflösungen Anzahl der Betriebe 3 6 2 7 2 3 7 16 14 12 3 21 3 2 5 2 Neukölln 44 (PLZ) (12043, 12045, 12047, 12051, 12053, 12055, 12057, 12059) Anzahl der Betriebe 12 9 2 9 3 3 28 25 27 10 4 18 4 10 8 5 Berlin Anzahl der Betriebe 53 73 10 41 10 19 22 105 139 105 75 30 70 20 44 57 31 57 Gardinen, Teppichböden 1 7 Import –Export 3 7 Juweliere 3 13 Mode – Leder, Textil, Schuhe, Sport 8 10 Musik – Läden, Produktion 3 7 Hoch- Brautmoden 1 3 zeit Festsäle 2 4 Fotoläden 5 3 Musiker und Orchester k. A. k. A. Finan- Banken 3 2 zen Immobilien 1 Versicherungsagenturen 3 3 Freizeit Geld- und Spielautomaten 1 Internet /-cafés 5 4 Sport- und Fitnessstudios 1 2 Gastro- Ausstattung – Bäckereitechnik, Hygie- 3 7 nomie neartikel, Lüftungstechnik, Propangas, Geräteverkauf und –reparatur, Wäscheverleih, Kühlfahrzeuge Gaststätten, Restaurants, Cafés 40 26 Imbissläden 18 25 Türkische Lokale 27 44 Hotels und Pensionen 1 1 Gesund Ärzte 10 18 heit Medizin/Technik- Hörgeräte, Zahnlabo- 4 2 re, Apotheken, Optiker Hebammen, Krankenpflege, Tagespfle- 1 ge Haus- Änderungsschneidereien 5 8 haltbeKosmetik – Institute, Kliniken, Sau- 6 zogene na/Solarium/ Türkisches Bad DienstFriseure 22 33 leistunSchlüsseldienste, Alarm- und Sicher- 4 2 gen heitssysteme Nachhilfe, Sprachschulen, Ausbildungs- 4 1 werkstätten, Musikschulen Reisebüros 14 18 Unter- Buchhaltung, Steuer- und Unterneh- 8 8 neh- mensberatung mensWerbeagenturen, Druckereien 5 10 bezoComputer – Handel und Service 3 2 gene Gebäudereinigung, Reinigungsfirmen, 1 DienstEntsorgungs- und Containerdienste leistunMedien- Radio, TV, Zeitungen 2 gen Rechtsanwaltskanzleien 2 3 Transporte, Umzüge 3 6 Übersetzungsbüros 4 4 321 465 Quelle: Eigene Darstellung/Concept Verlag& Werbeagentur GmbH: I ş Rehberi 2004 29 38 46 54 24 10 21 15 25 9 9 19 17 28 6 39 220 184 139 5 76 12 9 59 27 152 15 12 91 49 42 23 22 15 27 26 20 2.518 58 6.3. Fallstudie RETRA – Bestandspflege unter türkischstämmigen Gewerbetreibenden Das Bestandpflegeprojekt„RETRA – Regionale Transferstelle für türkische Unternehmer“ ist in einer sechsmonatigen Pilotphase im Jahr 2004 im Quartiersmanagementgebiet Wrangelkiez erprobt worden und wird aufgrund der positiven Erfahrungen im Rahmen des EFRE-finanzierten bezirklichen Strukturförderprogramm„Wirtschaftsdienliche Maßnahmen“ im Jahr 2005 auf den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ausgeweitet. Wesentliche Ziele des vom Bundesfachverband des Türkischen Groß- und Einzelhandels e.V.(BTGE) verwirklichten Projektes gerichtet auf die türkischstämmige Bewohnerschaft des Quartiersmanagementgebietes Wrangelkiez sind 19 : Beratung von Existenzgründern bei der Verwirklichung ihrer Geschäftsidee Aktivierung des Gründungspotentials im Stadtteil Förderung der Existenzfestigung bestehender Unternehmen Integration ausländischer Unternehmen in die regionalen Wirtschaftsstrukturen Förderung der betrieblichen Ausbildung in türkischen Unternehmen Im Rahmen des Projektes RETRA wurde zu 53 türkischstämmigen Gewerbetreibenden im Wrangelkiez Kontakt aufgenommen und Beratungsgespräche durchgeführt, die folgende Strukturprobleme der Unternehmen offen legten: Familiäre Unterstützung als Grundlage der Selbstständigkeit: 47% der befragten Gewerbetreibenden waren Einzelunternehmer, die ohne familiäre Unterstützung ihre Geschäftstätigkeit nicht aufrecherhalten könnten. Lediglich 10% der aufgesuchten Unternehmer hatten 1 bis 3 Mitarbeiter. Sprachschwierigkeiten und Berührungsängste gegenüber Behörden: Über 50% der Firmeninhaber beherrschen die deutsche Sprache nur unzureichend. Zudem besteht gegenüber den öffentlichen Einrichtungen kein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis, was die Inanspruchnahme von Beratungs- und Förderangeboten merklich erschwert. Mangel an Planung und Organisation der unternehmerischen Tätigkeit: Über 80 % der türkischen Gewerbetreibenden gingen den Schritt in die Selbstständigkeit ohne die erforderlichen Kenntnisse, Beratungen und Informationen. Zudem haben 19 vgl. Bundesfachverband des Türkischen Groß- und Einzelhandels e.V.: Projektbericht. Regionale Transferstelle für türkische Unternehmer im Wrangelkiez, Berlin 2005 59 von den 53 konsultierten Unternehmen beinahe alle Probleme hinsichtlich der Buchhaltung. Die Gewerbetreibenden sind nicht in der Lage einfache Vorgänge eigenständig umzusetzen und entsprechend den Vorschriften bei ihren Steuerberatern einzureichen. 6.4. Fortentwicklung und neue Ansätze für den Bereich Bestandspflege im Kontext sich wandelnder Firmenstrukturen Der Wandel auf dem Berliner Arbeitsmarkt mit dem deutlichen und fortgesetzten Verlust von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen schlägt sich in den Berliner Quartiersmanagementgebieten nicht nur in weit überdurchschnittlichen Arbeitslosenquoten, sondern auch in veränderten Formen in den Firmenstrukturen nieder. Der„Normalfall“ eines Unternehmens mit spezialisiertem Know-How und mehreren Beschäftigten bildet eher die Ausnahme, vielmehr herrschen Gewerbestrukturen vor, in denen ein Einzelunternehmer ohne Beschäftigte in einem Marktumfeld geringer Eintrittsbarrieren tätig ist. Klassische Formen der Bestandpflege für KMU, d. h. Unternehmen mit 5 bis 200 Beschäftigten, können in den Soziale Stadt Gebieten kaum greifen. Die bisherigen Erfahrungen in den Bestandpflegeprojekten für die Quartiersmanagementgebiete zeigen, dass bei praxistauglichen Handlungsansätzen der„aufsuchenden Unternehmensberatung“ die Information und Hilfestellung für einen geordneten Marktaustritt (Insolvenzberatung) ein unerlässlicher Programmbestandteil ist. Angesichts der zahlreichen Betriebsaufgaben alteingesessener Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Handwerksfirmen in den Berliner Quartiersmanagementgebieten erscheint die sogenannte„ethnische Ökonomie“ als„Phönix aus der Asche“, mit der die Erwartung verbunden wird, dass türkische, arabische, vietnamesische, indische oder polnische Unternehmensgründer mit Risikobereitschaft, kulturellem Kapital und familiären Netzwerken den Stadtteilen neue ökonomische Perspektiven eröffnen. Was die Leerstandsentwicklung von Ladenflächen und die Belebung des öffentlichen Raumes anbetrifft, ist dies nachweislich und sichtbar der Fall. Die wirtschaftsstrukturellen Probleme in vielen Berliner Quartiersmanagementgebieten in Form von geringen Qualifikationsniveaus, hoher Arbeitslosigkeit, sinkender Kaufkraft, fehlenden Absatzmärkten für hochwertige Dienstleistungen und Produkte können die Unternehmen der„ethnischen Ökonomie“ nicht lösen, dazu fehlt ihnen als Nischenanbieter das wirtschaftliche Potential. 60 Zentrale Aufgabe für die Bestandspflegestrategie in den Sozialen Stadt Gebieten ist es daher, wachstums- und innovationsstarke Unternehmen – gleich welcher Herkunft des Firmeninhabers – zu identifizieren und zu fördern. Die Verwirklichung dieses Handlungsansatzes bedarf jedoch einer engen Zusammenarbeit von stadtteilbezogener, bezirklicher und gesamtstädtischer Wirtschaftsförderung, um sowohl dem einzelnen Unternehmen als auch dem Stadtteil und seiner Bewohnerschaft ein Höchstmaß an Entwicklungsperspektiven zu eröffnen. Ein in den USA und Großbritannien erfolgreich etabliertes Instrument zur Förderung von wachstumsstarken Unternehmen in den innerstädtischen Krisengebieten ist der Wettbewerb„Inner City 100“, dessen Hauptanliegen es ist, in der Gesamtwirtschaft das Bewusstsein zu stärken, dass Stadtteile vergleichbar den Berliner Quartiersmanagementgebieten keine„No Go Areas“, sondern attraktive Investitionsstandorte mit spezifischen Wettbewerbsvorteilen hinsichtlich Lage, Absatzmärkten und Arbeitskräften sind 20 . Es ist aus meiner Sicht eine lohnenswerte Anstrengung auf Ebene der Senatsverwaltungen und der IHK Berlin zu überlegen, ob auf Landes- oder Bundesebene die Voraussetzungen erfüllt sind, um mit starken Partnern aus der(Finanz-)Wirtschaft eine vergleichbare Initiative in Form einer Public Private Partnership zu starten. 20 New Economics Foundation: The Inner City 100. Secrets of their Success. Fast Growth Business in Britain’s Inner Cities, London 2002 61 7. Schlussfolgerungen und Ausblick Das Strategieprogramm des Berliner Quartiersmanagements wird seit dem Jahr 1999/2000 mit finanzieller Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung(EFRE) und aus dem Bund-Länder-Programm„Soziale Stadt“ zur Stabilisierung und Aufwertung von benachteiligten Stadtteilen verwirklicht. Angesichts sich verknappender öffentlicher Förderung steht den zahlreich praktizierten Handlungs- und Projektansätzen die größte Bewährungsprobe noch bevor, und zwar wie nachhaltig die verwirklichten Maßnahmen ohne zusätzliche öffentliche Fördergelder wirken. Einiges kann durch die Kooperationen und Netzwerke der Partner vor Ort weitergetragen werden, aber ganz ohne Geld und nur mittels ehrenamtlichen Engagements werden sich die Berliner Quartiersmanagementgebiete nicht positiv weiterentwickeln können. Vor diesem Hintergrund hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit der strategischen Neuausrichtung des Quartiersmanagement die Suche nach„starken Partnern“ aus der Wirtschaft verstärkt, die im eigenen Interesse wirtschaftliche Aktivitäten in benachteiligten Stadtteilen entfalten, um sich Absatzmärkte und besonders qualifizierte Arbeitskräfte in den Quartieren zu erschließen und zugleich zum nachhaltigen Erfolg des Programms Soziale Stadt beizutragen. Die vorliegende Studie ist daher der Frage nachgegangen, auf welche Erfahrungen aus bisherigen Aktivitäten und Projekten in den Berliner Quartiersmanagementgebieten für die Fortentwicklung und Neuorientierung im zentralen Handlungsfeld„Arbeit“ zurückgegriffen werden kann. Den beteiligten Akteuren auf Ebene von Verwaltung, Politik und Wirtschaft ist klar, dass sich die wirtschaftsstrukturellen Probleme der benachteiligten Stadtteile nicht allein aus eigener Kraft der Wirtschaftsbetriebe vor Ort lösen lassen, sondern es sich vielmehr um eine gesamtstädtische Aufgabe handelt. Im Rahmen der Untersuchung, die sich auf drei ausgewählte Themenbereiche lokaler Ökonomie – Gewerbeflächenmarketing, Standortmarketing und Bestandspflege – konzentrierte, konnte jedoch gezeigt werden, dass die konkrete Arbeit in den Quartiersmanagementgebieten hilfreiche Einblicke in das Wirtschaftsgeschehen in Berlin gewährt, die stadtweiter Aufmerksamkeit verdienen. Als Anregung und Ausblick für eine weitergehende Zusammenarbeit von Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der IHK Berlin werden nachfolgend einige Hinweise 62 auf innovative Modelle der Wirtschaftsförderung in den Quartiersmanagementgebieten aufgeführt: Entwicklung von stadtteilübergreifenden Gewerbeflächenplattformen : Die bisherigen Plattformen zu verfügbaren Gewerbeflächen in den Quartiersmanagementgebieten sind bisher aufgrund der Förderlogik des Programms Soziale Stadt zumeist auf die unmittelbaren Gebietsgrenzen beschränkt und lassen sowohl das Stadtteilumfeld als auch mögliche Standortalternativen in anderen Quartiersmanagementgebieten außer Acht. Angesichts umfangreichen Standortinformationen für die 34 Quartiersmanagementgebiete sollten die Überlegungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der IHK Berlin weiterverfolgt werden, ein Dachportal für die starken Partner aus der Immobilienwirtschaft in den Quartiersmanagementgebieten einzurichten. Know-how-Transfer zwischen Sozialer Stadt und(Immobilien-)Wirtschaft : Der Blick in die Wirtschaftsförderpraxis der Quartiersmanagementgebiete zeigt jedoch trotz der verschärften Problemlagen in diesen Stadtteilen, dass es dort gelungen ist, innovative Wege für gesamtwirtschaftliche Problemlagen zu beschreiten, so z.B. die Erschließung neuer Nachfragergruppen für Gewerbeflächen trotz steigender Leerstandsquoten. Im Sinne eines Know-Transfers ist es daher sinnvoll, die Erfahrungen aus den Quartiersmanagementgebieten einer breiteren Öffentlichkeit aus der Wirtschaft bekannt zu machen, wobei bereits am Quartiersmanagementprozess beteiligte Wirtschaftsunternehmen besonders überzeugend und glaubhaft wirken. Priorität für Marketingaktionen mit sichtbaren und schnell wirksamen Umsatzsteigerungen : Zum Erhalt der Nahversorgungsstandorte sowie zur Sicherung des Engagements und der Initiative der inhabergeführten Geschäfte sind in erster Linie Maßnahmen gefragt, die sichtbar und schnell zu Umsatzsteigerungen beitragen. In der Auswertung des Wettbewerbs„MittendrIn Berlin!“ sollte diese Frage nach messbaren Umsatzsteigerungen der ortsansässigen Unternehmen Berücksichtigung finden. Stärkung der Straßenarbeitsgemeinschaften im Sinne einer nachhaltigen Partnerschaft : Zahlreiche Straßenarbeitsgemeinschaften müssen ihren Tätigkeitsbereich deutlich einschränken, da sich die ehrenamtliche Vereinsarbeit auf immer weniger Schultern verteilt. Zudem sind viele Gewerbetreibende in den Geschäftsstraßen weniger an einer kontinuierlichen Vereinsarbeit, sondern eher an akti63 onsbezogenen, zeitlich begrenzten Kooperationen interessiert. Im Rahmen des Wettbewerbs„MittendrIn Berlin!“ ist daher zu überlegen, inwieweit es gelingen kann, mit Hilfe eines professionalisierten Eventmanagement die ehrenamtlich arbeitenden Straßenarbeitsgemeinschaften zu stärken, oder ob es ergänzender Projektbausteine zur Einbindung der ortsansässigen Gewebetreibenden bedarf. Einbindung der„ethnischen Ökonomie“ in das Standortmarketing : Eine immer größere Anzahl der Gewerbetreibenden und Kunden in den Geschäftsstraßen und Nahversorgungszentren der Berliner Quartiersmanagementgebiete sind nicht-deutscher Herkunft. Der Spagat neue Kundengruppen zu gewinnen ohne die alte Stammkundschaft zu verlieren, gestaltet sich besonders schwierig, da es keine etablierten und funktionstüchtigen Kooperationsstrukturen gibt, in denen deutsche und ausländische Gewerbetreibende für den gemeinsamen Wirtschaftsstandort zusammenarbeiten. Die Entwicklung neuer Ansätze zur Einbindung der„ethnischen Ökonomie“ als starker Partner im Quartiersmanagementund Standortmarketingprozess ist daher eine wichtige Zukunftsaufgabe im Rahmen des Programms Soziale Stadt. Einbindung der stadtteilbezogenen Einkaufsstraßen in das Tourismusmarketing Berlins: Der einzige Sektor der Berliner Wirtschaft mit zweistelligen Wachstumsraten ist der Stadttourismus. Um an dieser positiven Wirtschaftsdynamik auch in den Quartiersmanagementgebieten profitieren zu können, ist im Geiste der erfolgreich praktizierten Public Private Partnership für den Wettbewerb„MittendrIn Berlin!“ der Frage nachzugehen, ob Tourismusmarketingaktionen wie der„Winterzauber“ nicht auch auf die stadtteilorientierte Einkaufstraßen und Märkte ausgeweitet werden können. Förderung von wachstumsstarken Unternehmen zum Nutzen benachteiligter Stadtteile : Ein in den USA und Großbritannien erfolgreich etabliertes Instrument zur Förderung von wachstumsstarken Unternehmen in innerstädtischen Krisengebieten ist der Wettbewerb„Inner City 100“, dessen Hauptanliegen es ist, in der Gesamtwirtschaft das Bewusstsein zu stärken, dass Stadtteile vergleichbar den Berliner Quartiersmanagementgebieten keine„No Go Areas“, sondern attraktive Investitionsstandorte mit spezifischen Wettbewerbsvorteilen hinsichtlich Lage, Absatzmärkten und Arbeitskräften sind. Im Rahmen dieser Studie konnten nicht alle Themenfelder der lokalen Ökonomie gleichermaßen intensiv bearbeitet werden, so wird die programmatische und prakti64 sche Auseinandersetzung mit stadtteilbezogenen Wirtschaftsförderungsstrategien und-projekten im Rahmen des Programms Soziale Stadt in den Quartieren auch weiterhin eine Menge Arbeit machen. In diesem Zusammenhang verdienen folgende Fragestellungen eine weitergehende Beachtung: Mikrofinanzierungen für Kleinstbetriebe: Unter den Kleinstunternehmen in den Soziale Stadt Gebieten gibt es eine große Nachfrage nach Mikrozuschüssen/krediten bis zu einer Höhe von 10.000 Euro. Sowohl auf Ebene der Banken als auch der Förderinstitute ist der Bearbeitungsaufwand für solche Finanzierungen jedoch gegenwärtig so hoch, dass die Entwicklung innovativer Finanzprodukte notwenig ist, um der wachsenden Zahl von Kleinstunternehmen einen Zugang zum Kreditmarkt zu eröffnen Wertschöpfungsketten in Stadtteilen: Es gibt in zahlreichen Konzepten der lokalen Ökonomie den Strategieansatz zur Förderung von Wertschöpfungsketten in den Stadtteilen, um dort ein hohes Maß an Kaufkraft und Arbeitsplätzen zu sichern. Bisher fehlen jedoch Untersuchungen, die einerseits die empirische Relevanz für die stadtteilorientierte Wirtschaftsförderung nachweisen und andererseits auch die Einbindung in gesamtwirtschaftliche Wirtschaftskreisläufe zur Vermeidung der Ausgrenzung benachteiligter Stadtteile nicht vernachlässigen. Wirtschaftsstrukturentwicklungsagenturen auf Stadtteilebene: Vor dem Hintergrund bisheriger Erfahrungen in den Berliner Quartiersmanagementgebieten und der bevorstehenden neuen Förderperiode im Bereich der EU-Regionalpolitik stellt sich die Frage, ob zur Intensivierung der Wirtschaftsförderpolitik auf Stadtteilebene Wirtschaftsstrukturentwicklungsagenturen nach dem Vorbild der Glasgower „Local Economic Development Agencies“ 21 etabliert werden könnten. In diesen Koordinierungsstellen für Wirtschafts- und Arbeitsmarktfragen für benachteiligte Stadtteile mit Einwohnerzahlen von ca. 50.000 Einwohnern könnte dem Problem begegnet werden, dass sich zahlreiche Wirtschaftsförderungsansätze in der bisherigen Fördergebietskulisse der Sozialen Stadt mit Einwohnerzahlen von 3.000 bis 20.000 Einwohnern nur beschränkt verwirklichen lassen. Unabdingbare Voraussetzung derartiger Modelle ist die Vernetzung sowohl mit der bezirklichen als auch der gesamtsstädtischen Wirtschaftsförderung. 21 vgl. Investitionsbank Berlin: Konferenzbericht der IBB zu OECD Urban Renaissance Studien: Berlin Wege zu einer integrativen Strategie für sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Entwicklung, Berlin 2003 65 8. Überblick zu den Wirtschaftsstrukturprofilen der 34 Berliner Soziale Stadt Gebiete Tabellarische Zusammenfassung der Wirtschaftsstrukturprofile der 34 Berliner Soziale Stadt Gebiete Quartiersmanagementgebiet Moabit-West (QM) Magdeburger Platz(QM) Wirtschaftsstrukturprofil(Strukturdaten/Entwicklungspotentiale/ Handlungsansätze) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Altbauquartier in Innenstadtrandlage 19.827 Einwohner Industriegebiet Martinickenfelde Einkaufsstraße Turmstraße Großmarkt Beusselstraße Einzelhandel, insbesondere arabische Händler Huttenstraße/Ecke Beusselstraße Autohandel – BMW, VW, Meilenwerk Produzierendes Gewerbe – Siemens Turbinenwerk Städtische Gewerbesiedlungsgesellschaft(GSG) als Betreiber von Gewerbehöfen/-flächen Siemens als Großkonzern mit Unternehmenszentrale in Berlin Straßenarbeitsgemeinschaft Turmstraße Gewerberaumbörse Ladenflächenvermarktung: Zentrale Moabit Integriertes Standortmanagement IT-Regionalkonferenz Altbauquartier in Innenstadtlage 8.609 Einwohner Einkaufsstraße Potsdamer Straße Kleinteiliger Einzelhandel entlang der Potsdamer Straße Großflächiger Einzelhandel – Möbel Hübner Medien – Tagesspiegel Verlag Entertainment – Wintergarten Variete Straßenarbeitsgemeinschaft Potsdamer Straße Standortgemeinschaft Potsdamer Straße großer Immobiliengesellschaften, z.B. DEGEWO 66 Handlungsansätze GewerbeflächenmarGewerberaumbörse keting Start-up-Center Standortmarketing Geschäftsstraßenmarketing Potsdamer Straße – Bärenrummel, Leitbildentwicklung, Gestaltungssatzung AnsiedlungsmanageExistenzgründerunterstützung:„Café ment Joseph-Roth-Diele“, JugendLok Bestandspflege Gewerbebestandsanalyse/datenbank Kooperationsverbund im Bereich Solartechnik, Energie- und Umweltmanagement Soldiner Kiez (QM) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Sparrplatz (QM) Gebietsstruktur Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Altbauquartier in Innenstadtrandlage 15.136 Einwohner Gewerbeflächen auf dem ehemaligen AEG-Werksgelände Osloer Straße Lebensmittelproduktion – Kaplan Döner Gewerbehöfe Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen großflächiger Einzelhandel und Gewerbebetriebe auf dem ehemaligen AEG-Standort Städtische Gewerbesiedlungsgesellschaft(GSG) als Betreiber von Gewerbehöfen/-flächen Städtische Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO Gewerberaumbörse Christiania Gründerzentrum für Kreativberufe Ladenflächenvermarktung: Kolonie Wedding Marketingaktionen: Lange Nacht des Döner, Art and Beauty, Weihnachtsmarkt, Guppy-Ausstellung, Tag der offenen Tür Existenzgründerberatung Gründernetzwerk Kulturwirtschaft – Kolonie Wedding Gutachten zur Neuordnung von Gewerbeflächen und zur Gewerbesituation Unternehmensberatung für Bestandsfirmen Arbeitsgemeinschaft der Gewerbetreibenden Koloniestraße/Soldiner Straße/Prinzenallee Altbauquartier in Innenstadtlage 14.339 Menschen 67 Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Reinickendorfer/ Pankstraße (QM) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Geschäftsstraße Müllerstraße Fachhochschulstandort(TFH) Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Straßenarbeitsgemeinschaft Müllerstraße TFH Berlin Schering Gewerberaumbörse Ladenflächenvermarktung: Schaufenstergestaltung – Licht in den Kiez Marketingaktionen: Kneipenmusikfestival Soziale Ökonomie: Stadtteilgenossenschaft Wedding e.G. Gutachten zur Umnutzung von Gewerbeflächen als Grünflächen Aufbau von Kooperationsbeziehungen des ortsansässigen Kleingewerbes mit Schering Altbauquartier in Innenstadtlage 14.999 Einwohner Geschäftsstraße Müllerstraße Wochenmärkte Leopoldplatz und Nettelbeckplatz Großflächiger Einzelhandel – Möbel Höffner Gewerbehöfe Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Straßenarbeitsgemeinschaft Müllerstraße Markthändler Leopoldplatz und Nettelbeckplatz Städtische Wohnungsbaugesellschaften/-genossenschaften Schering Gewerberaumbörse Marketingaktionen: Kurort Wedding Existenzgründerberatung: Jugendlok,„Markt der Kulturen“, Internetplattform OECD Urban Renaissance Fallstudie Unternehmensberatung für Bestandsfirmen Unternehmenskooperationen: Einzelhändler Nettelbeckplatz, Kurort Wedding als Netzwerk der lokalen Kulturwirtschaft 68 Brunnenstraße(StM-I) Ackerstraße (StM-I) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Typus EW Räume/Standorte Branchen/Cluster Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Soziale Wohnungsbausiedlung in Innenstadtlage 12.159 Einwohner Geschäftsstraße Brunnenstraße Einkaufszentrum: Gesundbrunnen Center Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Straßenarbeitsgemeinschaft Brunnenstraße Städtisches Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO Ladenflächenvermarktung: Wedding Dress Geschäftsstraßenmanagement Brunnenstraße Centermanagement Gesundbrunnencenter Marketingaktionen: Wedding Dress, Sweet Home Soziale Wohnungsbausiedlung in Innenstadtlage 8.013 Einwohner Gewerbehöfe/-flächen auf dem ehemaligen AEG-Gelände inkl. Hochschuleinrichtungen und Innovationsund Gründerzentrum Betriebshof der BVG Nahversorgungszentrum ErnstReuter-Siedlung „Silicon Wedding“ – Cluster von medien- und Technolgieunternehmen Einzelhandel – Brunnenstraße, Ackerstraße Städtische Gewerbesiedlungsgesellschaft(GSG) als Betreiber von Gewerbehöfen/-flächen Straßenarbeitsgemeinschaft Brunnenstraße Städtische Unternehmen – Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO, BVG und IBB Ladenflächenvermarktung: Wedding Dress Geschäftsstraßenmanagement Brunnenstraße Marketingaktionen: Wedding Dress, Sweet Home, Wedding Days Technologieorientierte Start-ups: BIG Berliner Innovations- und Gründerzentrum 69 Helmholtzplatz(QM-V) Falkplatz (QM-V) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Altbauquartier in Innenstadtlage 20.574 Einwohner Einkaufsstraße Schönhauser Allee Gastronomiestandort Helmholtzplatz Szeneviertel LSD Einkaufszentrum: Schönhauser Allee Arcaden Kulturbrauerei Einzelhandel, insbesondere innovativer Facheinzelhandel – Design und Feinkost – in den Seitenstraßen um den Helmholtzplatz und im LSDViertel Gastronomie um den Helmholtzplatz Kulturwirtschaft in Form von Galerien und Designateliers Straßenarbeitsgemeinschaft Schönhauser Allee Centermanagement Schönhauser Allee Arcaden Zusammenschlüsse von Gastronomen um den Helmholtzplatz Zusammenschlüsse von Kulturwirtschaftsunternehmen in einzelnen Straßen Gewerberaumbörse Ladenflächenvermarktung: Werkstart Geschäftsstraßenmanagement Schönhauser Allee: Aktionsbündnis, Kundenparlament Marketingaktion:„Schöner November“ – Tag der offenen Ateliers, Werkstätten, Galerien und Läden Wochenmarkt Helmholtzplatz Existenzgründungsunterstützung: Service-Infotreff Wirtschaft& Arbeit als Bündelung vorhandener Beratungsangebote Soziale Ökonomie: BEST „Werkstart“ Gründernetzwerk für Design und innovative Dienstleistungen Service-InfoTreff Wirtschaft und Arbeit: Insolvenzvorbeugung, Unternehmens- und Rechtsberatung für KMU Altbauquartier in Innenstadtlage 8.937 Einwohner Einkaufsstraße Schönhauser Allee Einkaufszentrum: Schönhauser Allee Arcaden Event-Standort: Max-SchmelingHalle 70 Wrangelkiez (QM) Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Handlungsansätze Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Handlungsansätze Gewerbeflächenmarketing Einzelhandel Entertainment/Gastronomie im Umfeld der Max-Schmeling-Halle Straßenarbeitsgemeinschaft Schönhauser Allee Centermanagement Schönhauser Allee Arcaden Vitra Designmuseum Gewerberaumbörse Ladenflächenmarketing: Chickeria – Design und Kunst im Leerstand - Geschäftsstraßenmanagement Schönhauser Allee: Aktionsbündnis, Kundenparlament Existenzgründungsunterstützung: Service-Infotreff Wirtschaft& Arbeit als Bündelung vorhandener Beratungsangebote Soziale Ökonomie: BEST Service-InfoTreff Wirtschaft und Arbeit: Insolvenzvorbeugung, Unternehmens- und Rechtsberatung für KMU Altbauquartier in Innenstadtlage 12.368 Einwohner Gewerbehöfe entlang des Spreeufers –Lofts Szeneviertel entlang der Schlesischen Straße Einkaufsstraße Wrangelstraße Türkisch geprägter Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen innovativer Facheinzelhandel – Design und Feinkost Kulturwirtschaft in Form von Galerien und Designateliers Gastronomie entlang der Schlesischen Straße, Landwehrkanal und Görlitzer Park IT-/Medien und Ingenieurfirmen in den Gewerbehöfen am Spreeufer Musikwirtschaft – Universal, MTV Straßenarbeitsgemeinschaft Wrangelstraße Zusammenschlüsse von Gastronomen und Kulturwirtschaftsunternehmen in einzelnen Straßen Musikkonzerne – Universal, MTV städtische Gewerbesiedlungsgesellschaft(GSG) als Betreiber von Gewerbehöfen/-flächen Gewerberaumbörse Ladenflächenmarketing: laden-kette, wrangelei 71 Zentrum Kreuzberg (QM) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Geschäftsstraßenmanagement Wrangelstraße Marketingaktionen: Fete de la Soupe Existenzgründungsberatung: Jugendlok, Promotool, Ideen- und Gründerwettbewerb Kulturwirtschaftliches Gründernetzwerk: Wrangelei Unternehmenskooperationen: Wrangelvision Ethnische Ökonomie: RETRA – Bestandspflege für türkische Einzelhändler und Dienstleister, Grüße aus Bagdad – Postkartenmarketing für türkische Imbisse am Schlesischen Tor Soziale Wohnungsbausiedlung/Altbauquartier in Innenstadtlage 9.853 Einwohner Wochenmarkt und Nahversorgungsschwerpunkt Kottbusser Tor Einkaufsstraße Oranienstraße Gewerbehöfe Türkisch geprägter Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen innovativer Facheinzelhandel – Design und Feinkost – entlang der Oranienstraße Gastronomie entlang der Oranienstraße Produktions- und Dienstleistungsfirmen in den Gewerbehöfen Bankenstandort, insbesondere auch türkische Finanzinstitute Straßenarbeitsgemeinschaften Oranienstraße und Kottbusser Tor Zusammenschlüsse von Gastronomen und Kulturwirtschaftsunternehmen in einzelnen Straßen Wohnungswirtschaft – private und öffentliche Wohnungsbaugesellschaften städtische Gewerbesiedlungsgesellschaft(GSG) als Betreiber von Gewerbehöfen/-flächen Gründergalerie als StadtteilGründerzentrum Geschäftsstraßenmarketing Kottbusser Tor und Oranienstraße: Straßenfeste, Webauftritte und Einkaufsführer Existenzgründungsberatung: Gründergalerie, Jugendlok, Ideen- und Gründerwettbewerb 72 Mariannenplatz (StM-I) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Werner-DüttmannSiedlung Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Wassertor- Gebietsplatz(StM-P) struktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Gewerbestudien Altbauquartier in Innenstadtlage 5.828 Einwohner Kulturstandort Bethanien Türkisch geprägter Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen Städtische Wohnungsbaugesellschaften Soziale Wohnungsbausiedlung in Innenstadtlage 3.068 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Städtische Wohnungsbaugesellschaften Soziale Wohnungsbausiedlung in Innenstadtlage 7.842 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung Gewerbehöfe Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Produktions- und Dienstleistungsfirmen in den Gewerbehöfen Städtische Wohnungsbaugesellschaften städtische Gewerbesiedlungsgesellschaft(GSG) als Betreiber von Gewerbehöfen/-flächen Gründerzentrum für Modedesigner Kunstaktionen zur Standortprofilierung Existenzgründerunterstützung 73 Mehringplatz (StM-P) Boxhagener Platz(QM-V) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Gewerbestudie zur Bestandsaufnahme Soziale Wohnungsbausiedlung in Innenstadtlage 5.241 Einwohner Nahversorgungszentrum Mehringplatz Hotel- und Bürostandort Südliche Friedrichstraße Blumengroßmarkt Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Straßenarbeitsgemeinschaft Südliche Friedrichstraße Städtische Wohnungsbaugesellschaften Geschäftsstraßenmarketing Mehringplatz/ Südliche Friedrichstraße: Kunstaktionen, Webauftritt Altbauquartier in Innenstadtlage 19.464 Einwohner Einkaufsstraße Frankfurter Allee Einkaufzentrum: Ring-Center Gastronomiestandort Simon-DachStraße und Boxhagener Platz Wochen-/Trödelmarkt Boxhagener Platz Szeneviertel um den Boxhagener Platz Einzelhandel, insbesondere innovativer Facheinzelhandel – Design und Feinkost – in den Seitenstraßen um den Boxhagener Platz Gastronomie um den Helmholtzplatz Kulturwirtschaft in Form von Galerien und Designateliers Straßenarbeitsgemeinschaft Frankfurter Allee Centermanagement Ring-Center Zusammenschlüsse von Markthändlern auf dem Boxhagener Platz Zusammenschlüsse von Kulturwirtschaftsunternehmen und innovativen Einzelhändlern in einzelnen Straßen Gewerberaumbörse Stadtteil-Gründerzentren M25 und S23 Ladenflächenmarketing: boxion 74 Schillerpromenade (QM) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Rollbergsied- Gebietslung(QM) struktur Entwicklungspotentiale Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Geschäftsstraßenmanagement Frankfurter Allee Standortmarketingaktionen: 100 Jahre Wochenmarkt, domino – Ladenstraße Gärtner-/Mainzer Straße Existenzgründerunterstützung: Jobbox, Promotool, Ideen- und Gründerwettbewerb, Existenzgründerfonds Soziale Ökonomie: BEST Gründernetzwerk Kulturwirtschaft: boxion Gewerbeentwicklungsmonitoring Ladenhüterinnen – Netzwerk von innovativen Einzelhändlerinnen Kooperation Fachbereich Design FHTW: Schauraum, Modeführer Altbauquartier in Innenstadtlage 19.831 Einwohner Einkaufsstraße Hermannstraße Gewerbehöfe Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen Produktions- und Dienstleistungsfirmen in den Gewerbehöfen Straßenarbeitsgemeinschaft Hermannstraße Netzwerk privater Hauseigentümer/verwaltungen Ladenflächenvermarktung: Kunstund Zwischennutzungsaktionen Standortmarketing: Kunst- und Zwischennutzungsaktionen Existenzgründerunterstützung: Verein Wirtschaft und Arbeit in Neukölln Gewerbeanalysen/ Unternehmenskooperationen: Pro-KMU Soziale Wohnungsbausiedlung in Innenstadtlage 5.476 Einwohner Einkaufsstraßen Hermannstraße und Karl-Marx-Straße Einkaufszentrum: Kindl Boulevard Gewerbestandort: Kindl Brauerei Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen Lebensmittelindustrie Straßenarbeitsgemeinschaft Hermannstraße Centermanagement Kindl Boulevard Städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land 75 High-DeckSiedlung (QM) Reuterplatz (QM) Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale HandGewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Existenzgründerberatung, insbesondere auch für arabische Gebietsbewohner Soziale Wohnungsbausiedlung in Innenstadt-randlage 5.156 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land Existenzgründerunterstützung Unternehmens –und Rechtsberatung für bestehende Firmen Altbauquartier in Innenstadtlage 18.360 Einwohner Einkaufsstraße Kottbusser Damm und Sonnenallee Türkischer Wochenmarkt Maybachufer Gastronomiestandort Maybachufer Gewerbehöfe Türkisch geprägter Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen Türkische Wochenmarkt mit Schwerpunkt Lebensmittel und Textilien Kulturwirtschaft in Form von Galerien und Künstlerateliers Gastronomie entlang des Maybachufer Arabische Einzelhändler und Gastronomen an der Sonnenallee Produktions- und Dienstleistungsfirmen in den Gewerbehöfen Straßenarbeitsgemeinschaften Sonenallee Zusammenschlüsse der Markthändler am Maybachufer Zusammenschlüsse von Gastronomen und Kulturwirtschaftsunternehmen in einzelnen Straßen Ladenflächenmarketing: Zwischennutzungsagentur 76 lungsansätze RichardplatzSüd(QM) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Körnerpark (StM-I) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Standortmarketing: Kunst- und Zwischennutzungsaktionen Existenzgründerunterstützung: Zwischennutzungsagentur Stammtische der Gewerbetreibenden Krisen- und Präventionstelefon für bestehende Firmen Unternehmensberatung für türkische Gewerbetreibende Altbauquartier in Innenstadtlage 11.183 Einwohner Einkaufsstraße Karl-Marx-Straße Wochenmarkt Karl-Marx-Platz Gastronomiestandort Richardplatz Gewerbliche Einzelstandorte, u.a. Kfz-Betriebe Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen Wochenmarkt mit Schwerpunkt Lebensmittel Gastronomie um den Richardplatz Produktions- und Dienstleistungsfirmen an gewerblichen Einzelstandorten Straßenarbeitsgemeinschaft KarlMarx-Straße Zusammenschlüsse der Markthändler am Karl-Marx-Platz Zusammenschlüsse von Gastronomen und Kulturwirtschaftsunternehmen am Richardplatz Ladenflächenmarketing: 48Stunden Neukölln Marketingaktionen zur Fußball-WM 2006 Aufsuchende Unternehmensberatung Altbauquartier in Innenstadtlage 10.580 Einwohner Einkaufsstraßen Hermannstraße und Karl-Marx-Straße Kultur- und Galeriestandort Körnerpark Gewerbehöfe Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen Kulturwirtschaft in Form von Galerien und Künstlerateliers Produktions- und Dienstleistungsfirmen in den Gewerbehöfen 77 Flughafenstraße(StMP) Dammweg/ Weiße Siedlung(StM-P) Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Straßenarbeitsgemeinschaften KarlMarx-Straße und Hermannstraße Zusammenschlüsse von Einzelhändlern und Dienstleistern in der Emser Straße Zusammenschlüsse von Kulturwirtschaftsunternehmen im Umfeld Körnerpark Ladenflächenmarketing: 48Stunden Neukölln Couponaktion der Einzelhändler und Dienstleister in der Emser Straße Altbauquartier in Innenstadtlage 7.787 Einwohner Einkaufstraßen Karl-Marx-Straße und Hermannstraße Einkaufszentren: Neukölln Arkcaden, Kindl Boulevard Trödler-Cluster in der Flughafenstraße Gewerbestandort: Kindl Brauerei Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen Entertainment:“Karli” und Rollberg” – Multiplex-Kinos SecondHand/Wohnungsauflösungen: Trödler entlang der Flughafenstraße Straßenarbeitsgemeinschaften KarlMarx-Straße und Hermannstraße Centermanagement Neukölln Arcaden und Kindl Boulevard Zusammenschlüsse von Trödlern in der Flughafenstraße Multiplex-Kinos„Karli“ und„Rollberg“ Geschäftsstraßenmarketing: Anstoß Neukölln Soziale Wohnungsbausiedlung in Innenstadt-randlage 3.460 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen 78 Handlungsansätze Lipschitzallee/ Gropiusstadt(StM-P) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Schöneberger Norden(QM) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land Soziale Wohnungsbausiedlung in Stadtrandlage 24.046 Einwohner Einkaufzentrum Gropius Passagen Ärztehaus Gropiusstadt Einzelhandel und Entertainment mit überörtlichem Einzugsbereich in den Gropius Passagen(größtes Shopping Center in Berlin) Gesundheitsdienstleistungen Städtische und privatisierte Wohnungsbaugesellschaften Centermanagement Gropius Passagen Soziale Wohnungsbausiedlung/Altbauquartier in Innenstadtlage 17.061 Einwohner Einkaufstraße Potsdamer Straße Szeneviertel in Richtung Winterfeldtplatz Medienstandort Potsdamer/Bülowstraße Türkisch geprägter Einzelhandel, insbesondere Lebensmittel und haushaltbezogene Dienstleistungen innovativer Facheinzelhandel – Design und Feinkost – in Richtung Winterfeldtplatz Medienunternehmen – Verlage, Buchhandel, elektronische Medien Straßenarbeitsgemeinschaft Potsdamer Straße Zusammenschlüsse von innovativen Einzelhändlern und Gastronomen Zusammenschlüsse von Medienunternehmen im Bereich Potsdamer/Bülowstraße Städtische Wohnungsbaugesellschaften 79 Falkenhagener Feld-Ost (StM-P) Falkenhagener FeldWest (StM-P) Heerstraße (StM-P) Handlungsansätze Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Handlungsansätze Gebietsstruktur EntStarke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Geschäftsstraßenmarketing Potsdamer Straße: Gastronomie und Reiseführer, Event„Potsdamer Straße Bärenstark“, Kunstinstallationen Marketingkampagne für den Medienstandort Potsdamer/Bülowstraße Marketingaktion: Internationaler Bücherbasar unterm Bülowbogen Existenzgründungsberatung Unternehmenskooperationen: Imagebroschüre„Wir an der Potse“ Soziale Wohnungsbausiedlung in Stadtrandlage 11.166 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Städtische Wohnungsbaugesellschaften Soziale Wohnungsbausiedlung in Stadtrandlage 8.356 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Städtische Wohnungsbaugesellschaften Soziale Wohnungsbausiedlung in Stadtrandlage 17.277 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung 80 wicklungspotentiale Handlungsansätze MarzahnNord(QM) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Mehrower Allee(StM-P) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Städtische Wohnungsbaugesellschaften Plattenbausiedlung in Stadtrandlage 22.077 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung Musikstandort ORWO Haus Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Musikwirtschaft: Proberäume, Produktion, Vertrieb, Events Städtische Wohnungsbaugesellschaften/-genossenschaften Zusammenschlüsse von Musikschaffenden im ORWO Haus ORWO-Haus als StadtteilGründerzentrum im Bereich der Musikwirtschaft Marketingaktionen: Schallplatte Soziale Ökonomie: Gründung einer Stadtteilgenossenschaft für Handwerks- u.a. wohnungsnahe Dienstleistungen Einzelhändlercoaching:. Schulung der Einzelhändler im Bereich Kundenberatung und Schaufenstergestaltung Plattenbausiedlung in Stadtrandlage 5.060 Einwohner Gewerbegebiet Wolfener Straße Nahversorgungszentrum für die Siedlung Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Städtische Wohnungsbaugesellschaften/-genossenschaften Zusammenschlüsse von Gewerbebetrieben an der Wolfener Straße 81 Hellersdorfer Promenade (StM-P) Oberschöneweide(QM) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Handlungsansätze Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Gewerbeflächenmarketing Standortmarketing Ansiedlungsmanagement Bestandspflege Plattenbausiedlung in Stadtrandlage 5.155 Einwohner Nahversorgungszentrum für die Siedlung Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Städtische Wohnungsbaugesellschaften/-genossenschaften Altbauquartier in Stadtrandlage 6.196 Einwohner Industriegebiet Oberschöneweide entlang der Spree Geplanter Fachhochschulstandort (FHTW) Großflächiger Einzelhandel und Entertainment in umgenutzten Werkshallen Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Produktions- und Dienstleistungsfirmen auf dem Industrieareal Kulturwirtschaft in Form von Galerien und Künstlerateliers in ehemaligen Werkshallen Zusammenschlüsse von Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden im zentralen Nahversorgungsbereich des Gebietes Zusammenschlüsse von Produktions- und Dienstleistungsfirmen im Indsutriegebiet Immobilienunternehmen der ehemaligen Werkshallen im Industriegebiet Gewerberaumbörse/Ladenoffensive Stadtteil-Gründezentren im Bereich von Künstlerateliers Ladenleerstandmarketing: Kunstaktionen und Zwischennutzungen Marketingaktionen: Weihnachtsmarkt, Kunst- und Stadtteilevents Existenzgründerunterstützung Ethnische Ökonomie: Weiterbildung für vietnamesische Einzelhändler 82 Ostkreuz (Urban II) Gebietsstruktur Entwicklungspotentiale Typus EW Räume/Standorte Branchen/Märkte Starke Partner/ Netzwerke Handlungsansätze Gewerbeflächenmarketing Altbauquartier/Plattenbausiedlung in Innenstadt-randlage 28.560 Einwohner(2000) Geschäftsstraßen Weitlingstraße und Frankfurter Allee Einkaufszentren: Ring-Center, Victoria-center Gewerbeflächen entlang der Bahntrassen: Coppistraße, Rudolfstraße, Markgrafendamm, RAW Büro- und Dienstleistungsstandort OberbaumCity Musik- und Designstandort: Osthafen Clubszene auf untergenutzten Gewerbebrachen entlang der Bahntrasse Bahnverkehrsknotenpunkte: Ostkreuz, Bahnhof Lichtenberg Musik/Design/hochwertige Dienstleistungen an den Bürostandorten Oberbaumcity und Osthafen Clubszene entlang der Bahntrasse – RAW, Ostkreuz, U-Bahnhof Warschauer Straße Kulturwirtschaft in Form von Galerien und Künstlerateliers in der Victoriastadt Bahnbezogene Dienstleistungen entlang der Bahntrassen Einzelhandel, überwiegend Lebensmittel und hauhaltsbezogene Dienstleistungen Mediaspree als Zusammenschluss der Immobilieneigentümer entlang der Spree mit Mietern wie Unversal Music, MTV, Pixelpark und BASF Straßenarbeitsgemeinschaften Weitlingsstraße und Frankfurter Allee Zusammenschlüsse von Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden in zentralen Nahversorgungsbereichen des Gebietes – Rudolfkiez, Victoriastadt Centermanagement Ring-Center und Victoria Center Städtische Wohnungsbaugesellschaften/-genossenschaften Gewerberaumbörse: Stralauer Kiez Stadtteil-Gründerzentrum: RAW – Kulturwirtschaft, Markgrafendamm – Kommunikations- und Ingenieurdienstleistungen Ladenflächenvermarktung: Ladenleben, 3-Euro-Ansiedlungsinitiative 83 Standortmarketing Geschäftsstraßenmarketing Weitlingstraße: Gelbe Seiten Marketingaktionen: Sonnenblumenlabyrinth, Designfrühling, Kunst- und Stadtteilevents AnsiedlungsmanageExistenzgründerunterstützung: Jument gendLok Kulturwirtschaftliche Gründernetzwerke: RAW, Ladenleben Bestandspflege Gewerbegutachten zu wachstumsstarken Kleinbetrieben Quelle: Eigene Darstellung; Datengrundlage: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Auswertung„Lokale Ökonomie“ der Integrierten Handlungskonzepte für den Zeitraum 1999-2003 84 9. Literatur/Quellen Literatur BIS Stadtteilmanagement GmbH/Komet Stadtmarketing GmbH: Projektbericht. Geschäftsstraßenmanagement im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin 2003 Bundesfachverband des Türkischen Groß- und Einzelhandels e.V.: Projektbericht. Regionale Transferstelle für türkische Unternehmer im Wrangelkiez, Berlin 2005 bwp Büro für Wirtschafts- und Projektberatung: Gründerpoints. Eine Projektübersicht, Berlin 2004 bwp Büro für Wirtschafts- und Projektberatung: Gewerberaumbörsen. Eine vergleichende Untersuchung von Angeboten des Ansiedlungsmanagements, Berlin 2003 Concept Verlag& Werbeagentur GmbH: I ş Rehberi. Altin Sayfalar. Branchenbuch 2004 Berlin Brandenburg, Berlin 2004 HVD Quartiersmanagement Reuterkiez(Hrsg.): Leerstände verwalten, verringern, vermeiden. Eine Untersuchung des Leerstands im„Reuterkiez“ im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und des Bezirksamtes Neukölln, Berlin 2002 Investitionsbank Berlin: OECD Urban Renaissance Studien: Berlin. Wege zu einer integrativen Strategie für sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Entwicklung, Berlin 2003 Investitionsbank Berlin: Konferenzbericht der IBB zu OECD Urban Renaissance Studien: Berlin Wege zu einer integrativen Strategie für sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Entwicklung, Berlin 2003 Läpple, Dieter/Walter, Gerd: Lokale Ökonomie und soziale Stadt, in: Stadtbauwelt 157, 94. Jg.- Themenheft„soziale Stadt“, Berlin 2003, S. 24-33 New Economics Foundation: The Inner City 100. Secrets of their Success. Fast Growth Business in Britain’s Inner Cities, London 2002 Porter, Michael E.: Location, Competition and Economic Development: Local Clusters in a Global Economy, in: Economic Development Quarterly, Vol. 14 No. 1, February 2000, S. 15-34 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Die Soziale Stadt – Strategische Neuausrichtung des Berliner Quartiersmanagement, auf: http://www.stadtentwicklung.berlin. de/wohnen/quartiersmanagement/download/sozstadt_neuausrichtung.pdf 85 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung/IHK Berlin: Lokale Ökonomie im Quartiersmanagement. Möglichkeiten und Grenzen des Handlungsfeldes im Programm„Soziale Stadt“. Kurzdokumentation der Veranstaltung am 16.12.2004, Berlin 2005 Schuleri-Hartje, Ulla-Kristina/Floeting, Holger/Reimann, Bettina: Ethnische Ökonomie. Integrationsfaktor und Integrationsmaßstab, Schader–Stiftung/Deutsches Institut für Urbanistik, Darmstadt/Berlin 2005 Quartiermanagement mit Partnern vor Ort, in: Berliner Wirtschaft 6/2005, S. 34 Walter, Gerd: Gewerbliche Milieus in der Stadt. Stadterneuerung mit und für Unternehmen, in: STEG Hamburg mbH(Hrsg.): FORUM-Stadterneuerung. Quartiere entwickeln statt erneuern, Hamburg 1996 Wiezorek, Elena: Stadtteilzentren revitalisieren! Strategien für den Einzelhandel in der Greifswalder Straße. Schwerpunktarbeit am Institut für stadt- und Regionalplanung/TU Berlin, Berlin 2003 Internetquellen Dachportal der Berliner Quartiersmanagements: www.quartiersmanagement-berlin.de Dachportal des Programms Soziale Stadt: www.soziale-stadt.de Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden Frankfurter Allee: www.frankfurter-allee.net Gewerberaumbörse Friedrichshain-Kreuzberg/Lichtenberg: www.gewerberaumboerse.de Gründerbox M25: www.box-m25.de Kulturwirtschaftliches Innovationszentrum Christiania: www.christiania.de 86 Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Berlin Hiroshimastraße 17 10785 Berlin-Tiergarten Telefon: 030- 2 69 35- 8 35 Fax: 030- 2 69 35- 8 59 E-Mail: lbbmail@fes.de