Solidarische Globalisierungsgestaltung Globalisierung und Armutsbekämpfung Podiumsdiskussion und Ausstellungseröffnung am 12.Mai 2006 in Göppingen Veranstaltungsinformation des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung 2 Überblick Trommelworkshop mit Schülern aus Göppingen Bakary Koné und Cyril Takin Einführung Helmut Elischer Fritz-Erler-Forum, Baden-Württemberg Podiumsdiskussion Walter Riester Mitglied des Bundestagssauschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Renate Müller-Wollermann amnesty international Deutschland Nana O.M. Aidoo-Wilde Paramount Queen mother(Fürstin) aus Ghana Monika Hoegen Journalistin Ausstellungseröffnung Presseausschnitte Impressum Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung 70182 Stuttgart, Werastraße 24 www.fritz-erler-forum.de 3 Globalisierung und Armutsbekämpfung- Think global, act local Sind die Ideen der Gerechtigkeit und der Solidarität im globalen Zusammenhang zu realisieren? Woran liegt es, dass sich bei steigendem globalen Wirtschaftswachstum die Situation für die Armen und Ärmsten vielfach nicht verbessert? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion zum Thema„Globalisierung und Armutsbekämpfung“ in Göppingen. Bundestagmitglied Walter Riester, ehemaliger Minister für Arbeit und Sozialordnung, betonte, dass der Kampf um den Sozialstaat im Rahmen des Nationalstaates lange gedauert habe und weltweite Gerechtigkeit und Solidarität Ziele seien, für die man kämpfen müsse. Schwierigkeiten bereiten jedoch die in der Öffentlichkeit einseitig geführte Diskussion über Globalisierung, bei welcher das Negative zu oft ausgeblendet würde.„Es kommt immer mehr zu einem Auseinanderklaffen der Schere zwischen arm und reich“, so Riester. In der globalen Welt bestünden keine sozialen Regeln und es fehle eine Ordnungsstruktur. Dr. Renate Müller-Wollermann von amnesty international betonte die Bedeutung der Menschenrechte in diesem Zusammenhang. Globalisierung sei für sie ein „wertneutraler Begriff“, denn es komme darauf an, was die Menschen aus der Globalisierung machen. 4 Es gebe viele Vorteile, so wie die Informationsfülle, Reisemöglichkeiten und den Kulturaustausch. Wichtig bei der Globalisierung sei vor allem die Stärkung der Vereinten Nationen und ihrer Mechanismen. Negativ beurteilte Müller-Wollermann das Wachsen der internationalen Kriminalität, Terrorismus und die weit auseinander liegenden Lohnstandards in den einzelnen Ländern. Riester nannte als zentrale Ziele, auf die man hinarbeiten müsse, in erster Linie den Kampf gegen die Armut. Des weiteren müsse eine ausreichende Bildung und Arbeit für alle anstreben. Hier könne die UNO eine Vorreiterrolle übernehmen und zur Durchsetzung von verbindlichen Regeln beitragen. Vorzugehen sei auch gegen die Kinder- und Zwangsarbeit. Wichtig hierfür seien die Gewerkschaften. Nana O.M. Aidoo-Wilde, die in ihrem afrikanischen Leben Fürstin of Drobo Traditional Area in Ghana ist und ihrem deutschen Lehrerin in Köln, betonte aus afrikanischer Sicht die Bedeutung von der Hilfe zur Selbsthilfe.„Think global, act local“ – nach diesem Richtsatz sollte Hilfe erfolgen. Besonders sollten die lokalen Initiativen gefördert werden, da zu oft finanzielle Unterstützung in undurchsichtigen Kanälen versickere. Lokale Entscheidungsträger und Bürger können besser zusammen ihre lokalen Probleme lösen. Solche Projekte„vor Ort“ helfen den Menschen mehr, als das Gießkannenprinzip. Waler Riester wies darauf hin, dass die Regierung bei der Vergabe der Entwicklungshilfe nicht umgangen werden könnte. Deutschland unter- 5 stützt jedoch auch Nicht-Regierungsorganisationen. In der anschließenden Diskussion wurde darauf hingewiesen, Bürgerinitiativen mehr zu unterstützen und aufgefordert, die Zivilgesellschaft zu stärken. Die Verbraucher könnten ihren Teil zu einer gerechteren Welt beitragen, indem sie zum Beispiel nur fair gehandelte Produkte kaufen und somit die Wirtschaft beeinflussen. Vor der Veranstaltung fand ein Trommelworkshop für Göppinger Schüler statt und nach der Diskussion wurde die Ausstellung„Farbe bekennen. Gegen globale Armut“, ein Plakatwettbewerb der Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul eröffnet. 6 Plakatbewerb zum Aktionsprogramm 2015 »Farbe bekennen. Gegen globale Armut.« – unter diesem Motto rief Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul zu einem Plakatwettbewerb auf. Das Ziel: besonders Jugendliche anzusprechen, zu mobilisieren, sie für ein Engagement zur Bekämpfung der Armut zu gewinnen. Plakate sollen informieren, aufklären. Dazu müssen sie aufrütteln, anregen: Zum Nachdenken, zum Handeln. Sie können auch provozieren. Wie das Thema selbst – Armut – eine Provokation für alle Menschen sein sollte. Die Entwürfe sind humorvoll, irritierend und provozierend. Sie bestürzen, prangern an, machen auf Defizite in unserer Wahrnehmung der Welt aufmerksam. Und sie machen nachdenklich. Viele Plakate rücken die Ursachen und Folgen von Armut in den Mittelpunkt. Bei den gelungensten Arbeiten irritieren ungewöhnliche Bildmotive in Kombination mit provokanten Slogans die Wahrnehmung. Sie regen an: zum Hinsehen, zum Nachdenken und zum Handeln. Und genau dies war das Ziel: Engagiertes Handeln, um die weltweite Armut zu überwinden. Das Göppinger Publikum konnte die Ausstellung zwei Wochen lang besuchen. www.aktionsprogramm2015.de www.fes.de/international www.fes.de/globalization