Die Chefs im Gespräch Die Chefs im Gespräch Wohltätigkeit contra Gewinnmaximierung – Welche Verantwortung hat die Wirtschaft? Jugendliche und junge Erwachsene diskutieren mit Wirtschaftsvertretern am Freitag, 31. März 2006 Mörike-Gymnasium, Stuttgart Veranstaltungsinformation des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung Überblick Einführung : Dr. Christine Arbogast, Fritz-Erler-Forum Stuttgart Bärbel Hess, BPO Beratergruppe Als Wirtschaftsvertreter stellten sich der Diskussion: Nikolaus Gräf, Geschäftsführer Dunkerrmotoren Martina Hunzelmann, Geschäftsführerin Hochland Kaffee Am Gespräch beteiligten sich Schülerinnen und Schüler folgender Schulen: Freie Waldorfschule Filderstadt Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach Merz-Schule Stuttgart Mörike Gymnasium Stuttgart Schickhardt-Gymnasium Stuttgart Moderation: Bärbel Hess Anhang: Themeneinführung Die fünf Themenkreise und Statements der Wirtschaftsvertreter Zusammenfassung der Diskussion Feed-back und Auswertung Impressum Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung 70182 Stuttgart, Werastraße 24 www.fritz-erler-forum.de 2 Themeneinführung Unter dem Stichwort Wirtschaftsethik wird aktuell wieder verstärkt darüber diskutiert, welche Verantwortung die Wirtschaft in Deutschland für das Gemeinwohl habe. Auf der einen Seite stehen dabei eine ganze Reihe von Forderungen: Wirtschaftsbetriebe sollen dafür sorgen, dass es in Deutschland genug Arbeit gibt; sie sollen verhindern, dass ihre Produkte durch Kinderarbeit oder durch extrem niedrige Löhne im Ausland hergestellt werden; sie sollen sich für den Umweltschutz einsetzen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut behandeln. Nicht zuletzt sollen sie einen deutlichen Beitrag im Bereich der Ausbildung leisten. Auf der anderen Seite sehen sich die Betriebe einem wachsenden Konkurrenzdruck ausgesetzt: Gemäß dem„Geizist-geil“-Prinzip sollen sie ihre Produkte möglichst billig anbieten, technische Neuerungen schnellstmöglichst umsetzen und dabei zugleich ihren Gewinn steigern, um die Gesamtwirtschaft zu stärken und die Arbeitsplätze zu sichern. Das alles sei nicht mehr leistbar meinen viele Unternehmen und konzentrieren sich vorrangig auf die Rentabilität. In der Veranstaltung haben Jugendliche und junge Erwachsene die Gelegenheit, mit Wirtschaftsvertretern über diese Fragen und die unterschiedlichen Positionen zum Thema zu diskutieren. 3 Die fünf Themenkreise und Statements der Wirtschaftsvertreter Damit wir die Diskussion etwas eingrenzen und strukturieren können, haben wir im Vorfeld fünf Themenkreise definiert, zu denen die Wirtschaftsvertreter in vorbereitenden Interviews Stellung bezogen. Ethik beschäftigt sich immer mit Fragen des Handelns und der Verantwortung. Verantwortung wofür? Verantwortung … 1. … für einen nachhaltigen Schutz der Umwelt weltweit … bedeutet konkret: Klimaschutz(Co2-Bilanz) • Tierschutz • Müllvermeidung • Recycling • Emmissionsschutz(Abgase, Lärm, Staub) • Produktlebenszeit(langlebig, leicht reparierbar, wieder verwendbar) • Energiesparen • Rohstoffe sparen • Wasserschutz … Statement Frau Hunzelmann, Hochlandkaffee „Das ist uns wichtig: Für die Qualität unserer Produkte sind wir darauf angewiesen, dass die Kaffeebauern weder Spritzmittel zur Schädlingsbekämpfung noch künstliche Düngemittel verwenden. Wegen der optimalen Lage der Kaffeeplantagen ist dies kein Problem. Das tun wir: Die Kaffeebauern haben schon vor Jahren mit dem Bauen von Kläranlagen begonnen. Das unterstützen und begrüßen wir. Auch wurde ein Trocknungsverfahren entwickelt, bei dem Abfälle der Kaffeebohnen verwendet werden und somit der Holzverbrauch für die Trocknung minimiert wird. Bei diesem Trocknungsverfahren wird sehr wenig Energie verbraucht. Grenzen: Wir haben die Umwelt im Auge, doch wir müssen in erster Linie wirtschaftlich denken und unserem Produkt Vorrang geben. Beispielsweise eignet sich nicht jede umweltfreundliche Verpackung für unsere qualitativ hochwertigen Produkte.“ … Statement Herr Gräf, Dunkermotoren „Das ist uns wichtig: Wir fühlen uns dem Umweltschutz verpflichtet. Besonders wichtig ist uns der sparsame und effiziente Einsatz von Ressourcen, z.B. beim Einsatz von Material und Energie. Das spart auch Kosten. Das tun wir: Wir haben uns nach dem Umweltstandard DIN EN ISO 14001 zertifizieren lassen und wurden 2002 dafür als erster Hersteller von Elektrokleinmotoren ausgezeichnet. Grenzen: Es gibt finanzielle Grenzen. Aktivitäten, die keinen realistischen Gegenwert haben und sich nicht lohnen, gefährden unsere Flexibilität. Das können wir uns nicht leisten. Z.B. haben wir deshalb darauf verzichtet, unsere Dächer mit Photovoltaik auszustatten.“ 4 2. … für gute und menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit … bedeutet konkret: Kinderarbeit • Schutz der Gesundheit • Sicherheit und Unfallschutz am Arbeitsplatz • Arbeitszeiten • Gestaltung des Arbeitsplatzes … Statement Frau Hunzelmann, Hochlandkaffee „Das ist uns wichtig: Unser Anspruch ist es, unseren Kunden höchste Qualität zu verkaufen. Das ist nur möglich, weil wir seit 40 Jahren einen sehr guten persönlichen Kontakt zu der Genossenschaft, die uns beliefert, aufgebaut haben. Die Kaffeebauern, die dieser Genossenschaft angehören, können vom Kaffeeanbau leben. Das gute Management der Genossenschaft sorgt immer wieder für nötige Investitionen, so dass auch die Arbeitsbedingungen sehr gut sind. Das tun wir: Wir bezahlen den Kaffeebauern nach Qualität, die sie liefern. Je besser die Qualität, um so besser der Preis. Im Durchschnitt zahlen wir viel mehr als andere Kaffeehersteller. Grenzen: Wir sind nicht Arbeitgeber der Kaffeebauern, sondern stehen in einer partnerschaftlichen Lieferantenbeziehung. Wir sind aufeinander angewiesen, können einander aber nichts vorschreiben, eine positive Grenze.“ … Statement Herr Gräf, Dunkermotoren „Das ist uns wichtig: Dunkermotoren wurde in Bonndorf im Schwarzwald gegründet und ist noch heute stark regional verankert. Als Zulieferer sind wir aber darauf angewiesen, nah am Kunden zu sein. Daher haben wir uns im letzten Jahr für einen Standort in China entschieden. Das tun wir: In China sind die Arbeitszeiten länger, man arbeitet 6 Tage die Woche, es gibt weniger Automatisierung und mehr Handarbeit. Doch es ist uns wichtig, bestimmte Produktionsstandards, z.B. klimatisierte Arbeitsplätze auch in China zu gewährleisten. Das ist auch wichtig, damit unsere Mitarbeiter verinnerlichen, dass die beste Qualität unserer Leistungen oberstes Ziel ist. Grenzen: Aus unternehmerischen Gesichtspunkten ist dies die richtige Entscheidung. Volkswirtschaftlich gesehen finde ich die massive Auslagerung der vielen mittelständischen und großen Unternehmen nach China höchst problematisch.“ 5 3. … für genügend Ausbildungsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten … bedeutet konkret: Lehrstellen, auch über den betrieblichen Bedarf hinaus • Praxisbezogene Studiengänge Stipendien • Weiterentwicklung des Personals • Fortbildung der Angestellten • Praktikumsplätze … Statement Frau Hunzelmann, Hochlandkaffee „Das ist uns wichtig: Immer wieder werden wir angesprochen, ob wir nicht Plätze für Auszubildende schaffen könnten und permanent überlegen wir, ob wir das tun sollten. Das tun wir: Wir haben zurzeit keine Ausbildungsplätze. Grenzen: Zurzeit könnten wir keinen einzelnen Lehrling nach der Ausbildung übernehmen, da bei uns die Fluktuation sehr gering ist. Mit dieser Perspektive bilden wir ungern aus.“ … Statement Herr Gräf, Dunkermotoren „Das ist uns wichtig: Schon immer hat Dunkermotoren auch Lehrlinge ausgebildet. Wir haben ein unternehmerisches Interesse daran, unseren Nachwuchs selbst auszubilden. Das tun wir: Derzeit haben wir 28 Auszubildende im technischen und gewerblichen Bereich, sowie 6 Studenten der Berufsakademie. Wir können alle Lehrlinge übernehmen. Außerdem kooperieren wir mit einigen Universitäten und Fachhochschulen. Wir vergeben regelmäßig Diplomarbeiten, was für die Forschung und Entwicklung im Unternehmen wichtig ist. Grenzen: Da der Platz in der Lehrlingswerkstatt begrenzt ist, können wir nicht mehr Ausbildungsplätze stellen.“ 4. … für genügend und sichere Arbeitsplätze … bedeutet konkret: Unternehmensstandorte im Inland • Sicherung des Unternehmens durch Innovation und Wirtschaftlichkeit • Kinderbetreuung • Flexible Arbeitszeiten • Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle • Frauenförderung • Arbeitsverträge(Kündigungsschutz, …) … Statement Frau Hunzelmann, Hochlandkaffee „Das ist uns wichtig: Wir haben derzeit 85 Mitarbeiter und haben eine sehr geringe Fluktuation. Mitarbeiter scheiden eigentlich nur aus Altersgründen aus. Das tun wir: Wenn jemand in Rente geht, halten wir die Stelle eine Weile vakant bevor wir sie wieder besetzen. Besonders wichtig ist uns unsere Unternehmenskultur. Hier kennt man sich, und es wird allgemein viel gelacht. Ich habe hier vor 8 Jahren einen völlig neuen Führungsstil eingeführt, von einem patriarchalischen Führungsstil hin zu mehr Eigenverantwortung und Aufgabendelegation. Grenzen: Wir sehen momentan keine Notwendigkeit zu wachsen. Daher werden wir nicht mehr Stellen schaffen.“ 6 … Statement Herr Gräf, Dunkermotoren „Das ist uns wichtig: Oberste Priorität hat das weitere erfolgreiche Bestehen unseres Unternehmens. Dafür müssen wir den Anschluss am Markt behalten. Als Zulieferer hat die Nähe zu unseren Kunden höchste Priorität. Das tun wir: Die Entscheidung für einen Standort in China hat viele interne Diskussionen im Unternehmen ausgelöst. Nicht nur der Betriebsrat hatte die Befürchtung, dass hier die eigene Konkurrenz im Unternehmen aufgebaut wird, und Bonndorf gegenüber China aus Kostengründen immer die„schlechteren Karten“ hat. Diese Befürchtung hat sich mittlerweile weitgehend zerstreut. Grenzen: Als globales Unternehmen am Markt sind auch wir gefordert, unsere Strukturen immer wieder neu zu korrigieren. Das geht häufig mit Stellenabbau einher. Kündigen müssen wir niemandem, wir lösen das in der Regel durch das Nicht-Wiederbesetzen frei werdender Stellen, oder über Altersteilzeitmodelle. Aber ein gutes Gefühl habe ich dabei nie.“ 5. … für Kultur und Wohlfahrt … bedeutet konkret: Förderung von Kunst • Förderung von Sport • Krankenhäuser • Soziale Projekte • Umweltprojekte • Spenden … Statement Frau Hunzelmann, Hochlandkaffee „Das ist uns wichtig: Soziales Engagement ist für mich eine Selbstverständlichkeit, aber ich möchte das eher im Stillen tun. Das tun wir: Wir unterstützen unterschiedliche Projekte und Vorhaben, vor allem in Stuttgart und in der näheren Umgebung, z.B. stellen wir der Vesperkirche Kaffee zu einem sehr geringen symbolischen Preis zur Verfügung, wir unterstützen neben vielen anderen Projekten ein Kinderhospiz und sponsern Kultur- und Künstlerprojekte. Grenzen: Natürlich können wir nur bis zu einer gewissen Grenze Geld spenden. Mindestens so wichtig ist mir ein gesunder Lokalpatriotismus. Ich finde, Unternehmen in Stuttgart und Baden-Württemberg sollten sich gegenseitig unterstützen und stärken, indem sie miteinander Geschäftsbeziehungen eingehen, beieinander einkaufen, usw.“ … Statement Herr Gräf, Dunkermotoren „Das ist uns wichtig: Besonders wichtig ist uns, ein interessanter Arbeitgeber für unsere Mitarbeiter zu sein. Das ist an einem Standort wie Bonndorf im Schwarzwald nicht immer einfach. Das lokale Eingebundensein ist uns sehr wichtig. Das tun wir: Daher sponsern wir ein Kulturprogramm im Schloss Bonndorf und unterstützen lokale Sportvereine. Als größter Arbeitgeber Bonndorfs veranstalten wir zweimal im Jahr ein großes Fest in der Stadthalle, zu dem die Bonndorfer Bevölkerung eingeladen ist. Grenzen: Oberste Priorität hat das weitere erfolgreiche Bestehen unseres Unternehmens. Wir müssen Beschäftigung für die nächsten 10 Jahre garantieren können. Dafür müssen wir den Anschluss am Markt behalten.“ 7 Zusammenfassung der Diskussion Zusammen mit über 80 Schülerinnen und Schülern der Oberstufe und ihren Lehrerinnen und Lehrern diskutierten Herr Nikolaus Gräf, Geschäftsführer Dunkermotoren, und Frau Martina Hunzelmann, Geschäftsführerin Hochland Kaffee, über die Verantwortung von Unternehmen für das Gemeinwohl in Deutschland. Diskutiert wurde im Fishbowl-Format unter der Leitung von Bärbel Hess. Im Fishbowl gibt es einen inneren Stuhlkreis, in welchem unter Leitung einer Moderatorin/eines Moderators diskutiert wird, und äußere Stuhlkreise für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese haben jederzeit die Möglichkeit, auf einem freien Stuhl im inneren Kreis Platz zu nehmen und sich temporär an der Diskussion zu beteiligen. Das FishbowlFormat ist eine der partizipativsten und dynamischsten Diskussionsformen in Großgruppen. Um das Leitthema„Wohltätigkeit contra Gewinnmaximierung – Welche Verantwortung hat die Wirtschaft?“ einzuschränken, bildeten die Schüler fünf Gruppen und besetzten fünf Bereiche um die zentrale Frage, wofür die Wirtschaft die Verantwortung übernehmen sollte: 1. Arbeitsplätze in Deutschland 2. Umweltschutz 3. Kultur, Wohlfahrt, soziales Engagement 4. Ausbildung 5. Personal Nach einer kurzen Vorstellung der Wirtschaftsvertreter wurde die Diskussion eröffnet, die sich zwischen zwei Polen bewegte: 1. Was brauchen Unternehmen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein und 2. Wie lässt sich das mit ethischen Fragen also mit Fragen nach dem Umweltschutz, nach menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, nach Sicherheit und Gesundheit und nach der Standortsicherung in Deutschland vereinbaren. Die ersten Fragen kamen aus dem Bereich des Umweltschutzes. Die Schüler wollten von Herrn Gräf wissen, ob seine Firma mit ihrer Niederlassung in China die gleichen Umweltschutzstandards befolge wie in Deutschland oder ob sie sich den chinesischen Vorgaben anpasst. Ein Schüler formulierte es sehr direkt: „Leiten Sie ihre Abwässer in China auch in den nächsten Fluss, wenn das erlaubt ist?“ Die Antwort war ehrlich: Dunkermotoren passe sich der lokalen Infrastruktur an. Das entfachte eine Diskussion, über die moralische Verantwortung von Unternehmen, trotz technischer Möglichkeiten aus wirtschaftlichen Gründen auf den höheren und besseren Umweltschutz zu verzichten, um Marktpositionen nicht zu gefährden.„Wenn wir 8 in China die deutschen Standards einführen würden“, so Gräf,„hätten wir Nachteile gegenüber anderen Unternehmen, die auf dem chinesischen Markt sind. Die Verantwortung für die Anhebung der Standards liegt in der Hand der Regierung, nicht in der Hand des Unternehmens.“ Auf die Frage nach den schlaflosen Nächten, weil er besseren Wissens niedrige Umweltstandards befolge, antwortete Gräf:„Ich schlafe gut, weil ich die Firma wettbewerbsfähig halte.“ Interesse zeigten die Schüler auch für die Frage nach der Entlohnung der Kaffeebauern, von denen die Firma Hochland Kaffee seine Rohstoffe bezieht. Die Darlegung von Frau Hunzelmann ließ dabei kaum Fragen offen: „Hochland bezieht seit 40 Jahren Kaffee von seinen Vertragslieferanten aus Costa Rica und bezahlt teilweise mehr als Fair-Trade-Händler.“ Frau Hunzelmann sieht die Bauern als gleichwertige Partner und überprüfe persönlich die Qualität des Kaffees und deren Arbeitsweise. Doch neben der Verantwortung in Mittelamerika sehe sich Hochland auch in seiner Verantwortung in Deutschland und delegiere möglichst viele Aufgaben, z.B. Verpackung, an regionale Unternehmen. Eine weitere Debatte entstand um das Thema der gerechten Bezahlung, angetrieben von der Frage, ob Herr Ackermann zu viel Geld verdiene. Während die Wirtschaftsvertreter kein Problem darin sahen, dass Herr Ackermann für das Erreichen seiner Ziele entsprechend seiner Vereinbarung mit dem Aufsichtsrat bezahlt wurde, zeigten einzelne Schüler Unverständnis für einen Menschen, der einerseits Tausende in die Arbeitslosigkeit entlässt und andererseits exorbitant viel verdiene. Herr Gräf war der Meinung, dass das deutsche Problem nicht die hohen Bezüge einiger weniger Top-Manager seien, sondern die Lohnkosten insgesamt. Nur eine Senkung der Lohnkosten und zusätzliche Investitionen können die Wirtschaftslage verändern. Zugleich betonte er:„Ich bin nicht dafür, dass der einzelne weniger verdient, sondern dass die Lohnkosten auf Unternehmerseite geringer werden.“ Frau Hunzelmann appellierte an die Schüler, möglichst früh ihr Verbraucherbewusstsein zu stärken und sich für die Qualität und gegen die„Geiz-ist-geil“-Mentalität zu entscheiden, um auch künftig Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten.„Die Qualität kann man sich leisten, in dem man nicht allein konsumiert, sondern bewusst genießt“, so Frau Hunzelmann. Da Dunkermotoren nach China expandiert, wollten die Schüler mehr über diesen Schritt erfahren und interessierten sich in erster Linie für die Standortfaktoren, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Herr Gräf betonte, dass sein Unter9 nehmen in China neue Kapazitäten aufgebaut habe und in erster Linie nach China gegangen sei, um seinen Kunden zu folgen. Als Firma mit Zuliefererprodukten bleibe hier keine andere Wahl. Und auch im Ausland werde die Standortentscheidung in erster Linie durch„weiche Faktoren“, wie z.B. die Nähe zu einer Universität beeinflusst. Auf die Frage nach dem Kopierschutz zeigte er sich wenig besorgt. Denn, so Gräf,„kopiert wird gleich ob in China produziert wird oder nicht“. Beide Wirtschaftsvertreter zeigten sich zuversichtlich, was die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland angeht und plädierten für mehr Investitionen in Bildung, Ausbildung und Forschung. Sie wünschten sich weniger Bürokratie und einen Abbau der Regulierungswut.„Entdecken Sie Ihren Pioniergeist!“, ermunterte Frau Hunzelmann die Schüler. Diese hoffen, dass der Glaube an Deutschland nicht verloren gegangen ist und forderten, dass die Idee des Sozialstaates, trotz erforderlicher gesellschaftlicher Veränderungen, erhalten bleibe. 10 Auswertung und Feed-back Die Fragen, die bepunktet wurden(von links nach rechts): Neues erfahren? Hat etwas mit mir zu tun? Inhaltlich überzeugend? Konstruktives, förderliches Gesprächsklima? 11 Auswertung Feed-back zur cáëÜÄçïäJaáëâìëëáçå= Die Chefs im Gespräch Wohltätigkeit contra Gewinnmaximierung – Welche Verantwortung hat die Wirtschaft? Lehrkräfte Die Atmosphäre bei der Veranstaltung war Gut 6 Nennungen Mittel 0 Nennungen Schlecht 0 Nennungen Der zeitliche Rahmen der Veranstaltung war Gut 6 Nennungen Mittel 0 Nennungen Schlecht 0 Nennungen Der Veranstaltungsort und die Räumlichkeiten waren Gut 6 Nennungen Mittel 0 Nennung Schlecht 0 Nennungen Das Gesprächsklima war Gut 5 Nennungen Mittel 1 Nennung Schlecht 0 Nennungen Die Gesprächspartner waren Gut 4 Nennungen Mittel 2 Nennungen Schlecht 0 Nennungen Die Diskussion knüpft an Unterrichtsthemen an Ja 5 Nennungen Nein 0 Nennungen Können Sie sich vorstellen, im Juni und /oder Herbst 2006 an einer Fortsetzungsveranstaltung unter dem Motto„Die Chefs im Gespräch“ mit Ihren SchülerInnen teilzunehmen? Ja 6 Nennungen Nein 0 Nennungen Wenn ja, was wären für Sie wichtige Themen, die bearbeitet werden müssten? • Tarifpartner: Standort D und seine Zukunft • Zukunft der Arbeit • Arbeitslosigkeit/Bildung • Ausbildung(Trainee, Berufsakademie), Personalwesen, Arbeitsmarkt • Sozialpartnerschaft • Personal-Management • Vertiefung einzelner Themen; Bandbreite der Themen war groß, daher wenig Neues Welche Zeiträume im Jahr und welche Uhrzeiten sind dafür günstig? • Vor den Herbstferien/nach dem mdl. Abitur • Vormittags • Herbst 2006 • Zeitraum: Herbst, Spätherbst, Uhrzeit: wie gehabt Wenn nein, was spricht gegen eine erneute Beteiligung? Welche Angebote würden Sie sich darüber hinaus von der Friedrich-Ebert-Stiftung wünschen? • Das Aufeinanderprallen der Kulturen/Zukunftsängste der Jugend • Auseinandersetzung über Reformen 12 Auswertung Feed-back zur cáëÜÄçïäJaáëâìëëáçå= Die Chefs im Gespräch Wohltätigkeit contra Gewinnmaximierung – Welche Verantwortung hat die Wirtschaft? SchülerInnen Die Atmosphäre bei der Veranstaltung war Gut 51 Nennungen Mittel 16 Nennungen Schlecht 0 Nennungen Der zeitliche Rahmen der Veranstaltung war Gut 28 Nennungen Mittel 30 Nennungen Schlecht 8 Nennungen lÜåÉ=m~ìëÉ=ìåÇ=ÖÉë~ãí=òì=âìêò=EN=kÉååìåÖF= Der Veranstaltungsort und die Räumlichkeiten waren Gut 37 Nennungen Mittel 27 Nennung Schlecht 3 Nennungen Das Gesprächsklima war Gut 44 Nennungen Mittel 21 Nennung Schlecht 2 Nennungen Die Gesprächspartner waren Gut 38 Nennungen Mittel 24 Nennungen Schlecht 3 Nennungen N=dìíLN=pÅÜäÉÅÜí=EQ=kÉååìåÖÉåF= Die diskutierten Themen sind wichtig Sehr 43 Nennungen Etwas 24 Nennungen Gar nicht 0 Nennungen Ich habe Neues erfahren Viel 5 Nennungen Etwas 52 Nennungen Gar nichts 10 Nennungen Die Diskussionsthemen betreffen mich persönlich Ja 51 Nennungen Nein 14 Nennungen òKqK=EO=kÉååìåÖÉåF= Ich möchte auch an weiteren solchen Veranstaltungen teilnehmen Ja 63 Nennungen Nein 4 Nennungen Wenn ja, was sind interessante Themen, die bearbeitet werden müssten? • Arbeitslosigkeit • Arbeitslosigkeit • Ausländerfeindlichkeit, Arbeitslosigkeit, Rückgang der Großfamilien, Gleichberechtigung, besser USA oder Deutsch-land • Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, Standort Deutschland • Arbeitslosigkeit • 1€ Jobs • Globalisierung, Reformen • Bildung • Wehrpflicht contra Berufsheer Fortsetzung nächste Seite... 13 ...Fortsetzung(unterschiedliche Farben stehen für verschiedene Schulklassen) Wenn ja, was sind interessante Themen, die bearbeitet werden müssten? • Alles Mögliche • Politik und Entwicklung • Innovation und Fortschritt in der Wirtschaft • Personalstruktur • Personalanforderungen, Zukunft der Wirtschaft • Abschaffung von Arbeitsplätzen, Mindestlöhne ja oder nein?, Ausbildungsplätze, welche Anforderungen? • Zusammenarbeit Uni-Unternehmen, Ausbildungsanforderungen • Ausbildung/Zusammenarbeit mit Unis/Zukunft/Anforderungen • Einstellungskriterien • Bildung, Genfood, Globalisierung, Arbeitsmarkt • Genfood, Arbeitsstellen, Wirtschaftliche Probleme in Deutschland • Studiengebühren, Familienpolitik, Bildung, Genfood, Atomenergie, Wirtschaft, Globalisierung, Umwelt • Demokratie, Politik, Arbeit, Atomenergie, wirtschaft, Umwelt, Globalisierung, Genfood, Produkterstellung, Sozialfragen, Verbraucherrechte • Firmen und verstärkte Verantwortung für Umwelt auch in anderen Ländern • Nicht so oberflächlich, Arbeit in Deutschland, soziale Unternehmer • Soziale Marktwirtschaft, Gentechnik, Arbeitsklima, Produktherstellung wo? • Arbeitsplätze, Wohlstand • Gentechnik, Arbeitsmarkt, Verlagerung des Produktionsstandortes in den Osten • Arbeitsplätze, Gentechnik, Umwelt, Studiengebühren • Globalisierung, Genfood, Arbeitsmarkt, Kündigungsschutz • Genfood, Globalisierung, Umweltschutz, Gentechnik, Atom, Erneuerbare Energie, Kreationismus, Kulturkonflikte, Zukunft der Arbeit • Globalisierung, Kulturkonflikte, Gentechnik(Forschung), Erneuerbare Energie • Arbeitsplätze in Deutschland • Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Zukunft? • Integration • Arbeitsmarkt in ein paar Jahren, Integration • Wie sieht es in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt aus?(Arbeitsplätze etc.) • Globalisierung – was bedeutet sie für uns Deutsche, Integration • Forschung in Deutschland, Integration • Globalisierung – was bedeutet sie für uns Deutsche, Integrationsprobleme • Umwelt(Atomenergie), Politiker versch. Parteien im Gespräch • Politiker versch. Parteien und deren Ansichten, Arbeitssituation in der Zukunft • Arbeitslosigkeit, Ausbildungsplätze, mehr Lohn und Gehalt • Lobby-Gruppen-Macht • Einstieg von Jugendlichen ins Berufsleben • Umwelt- und Energieprobleme, Arbeitsplatzsicherung • Allgemein: Themen aus der Wirtschaft • Standortsicherung • Auslandsarbeit, Niedriglöhne • Auslandsarbeit, Niedriglöhne • Energieprobleme • Die gleichen Themen, aber mit anderen/mehreren Gesprächspartnern • Themen weltweit 14 Wenn nein, was spricht gegen eine erneute Beteiligung? • Es war langweilig und öde! • Keine Lust • Die katastrophale Abweichung vom Thema • Fehlendes Konzept, Themenorientiertes diskutieren • Abweichen vom Hauptthema • Zeit= Geld • Nicht wirklich Neues erfahren • Zeitfaktor Welche Angebote würden Sie sich darüber hinaus von der Friedrich-Ebert-Stiftung wünschen? • Bitte keine • Infoveranstaltung • Ich weiß gar nicht wofür sich die Stiftung einsetzt und was für Ansichten sie vertritt • Podiumsdiskussion • Weitere Gesprächsrunden, Diskussionen etc. Podiumsdiskussionen • Weiter Diskussion Info bzw. Aufklärung • Information etc. • Podiumsdiskussion • Über Staubsaugermodelle • Podiumsdiskussion • Informationsflyer, Podiumsdiskussion, Neue verschiedene Veranstaltungen • Mehr Gäste bei solchen Veranstaltungen • Leckeres Abendessen • Mehr Kompetenz • Mehr Fishbowl-Diskussion • Für uns Jugendliche gut verständliche und neutrale Infoveranstaltungen – politische Themen • Leicht verständliche Infoveranstaltungen(einfache Erklärung, politische Themen) • War gut so:-) • Seminare • Seminare, Gruppendiskussionen • Seminare • Seminare • Seminare • Seminare 15