117 Felicitas Marwinski Gustav Hennig(1868 – 1948) Von Beruf Eisendreher, war Gustav Hennig als Buchhändler, Autor, Redakteur, Herausgeber, Lehrer, Schulleiter, Vortragender und Rezitator ein Leben lang im Dienste der sozialdemokratischen Arbeiterbildung tätig. Besondere Verdienste erwarb er sich aber als Arbeiterbibliothekar. 1 Am 5. Januar 1868 in Seifersdorf in der Nähe von Dresden geboren, verlebte er seine Kindheit zusammen mit drei Geschwistern auf dem kleinen Bauernhof seiner Eltern, die ein arbeitsames Leben führten. Von 1874 bis 1882 besuchte er die zweiklassige Schule des Ortes, damit war seine„offizielle“ Schulbildung abgeschlossen. Alle weiteren Kenntnisse erwarb er sich als Autodidakt. Der Dorfschullehrer hatte den begabten Jungen für den Lehrerberuf gewinnen wollen, doch dazu konnte er sich nicht entschließen. Die Liebe zum Buch zeigte sich bei Hennig bereits in jungen Jahren, er las gern und viel. Von 1883 bis 1885 war Hennig Maschinenbaulehrling in der Dippoldiswalder Fabrik für Landmaschinen von Eduard Mende. Ab Januar 1886 arbeitete er dort als Geselle und besuchte gleichzeitig die Fortbildungsschule. Als Leser in der Leihbibliothek entdeckte er den plattdeutschen Dichter Fritz Reuter, dessen humorvolle Werke und soziales Empfinden ihn ansprachen. Im Juni 1887 fand Hennig in der Bergstadt Freiberg eine Stelle als Eisendreher. In der Maschinenfabrik von E. Leinhaas kam er zum ersten Mal mit sozialistischen Ideen in Berüh1 Felicitas Marwinski, Sozialdemokratie und Volksbildung – Leben und Wirken Gustav Hennigs als Bibliothekar. München[u.a.] 1994. Mit Bibliographie und Dokumentation seiner Schriften; Dies., Verstaatlichung oder Verstadtlichung? Gustav Hennig und die Diskussion über die Perspektiven der Arbeiterbibliotheken vor und nach dem Ersten Weltkrieg, in: Stadt und Bibliothek. Literaturversorgung als kommunale Aufgabe im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Hrsg. von Jörg Fligge und Alois Klotzbücher. Wiesbaden 1997, S. 401-419; Dies., Gustav Hennig, in: Lebenswege in Thüringen. Sammlung 1. Weimar 2000, S. 85-88(Nr. 39). 118 rung. Durch die Lektüre sozialdemokratischer Blätter wie z. B. des „Wahren Jacob“ trat in seinem Denken ein Umschwung ein. Die Wurzeln für seine spätere,„im großen Stil betriebene Verbreitung sozialistischer und anderer guter Literatur“ sind hier zu suchen. Im Herbst 1887 wurde Gustav Hennig Mitglied einer kleinen Geheimgruppe von Sozialdemokraten, denn das Sozialistengesetz vom 19. Oktober 1878 hatte die Partei in die Illegalität gezwungen. Im Jahr darauf ging er nach Leipzig und arbeitete dort bis 1902 wiederum als Eisendreher. Von 1888 bis 1898 war er aktives Mitglied des Arbeitervereins Leipzig, Lindenauer Abteilung. In den wenigen Mußestunden, die ihm verblieben, war er darum bemüht, seine geistigen Fähigkeiten auszubilden und sein Wissen zu bereichern. Möglichkeiten boten ihm der 1861 von August Bebel gegründete Arbeiterbildungsverein, der zu Hennigs Zeit von Friedrich Bosse geleitet wurde, der Freidenkerverein „Humboldt“, dem er lange Jahre angehörte, und der Umgang mit seinem Freund Julius Hänsel, den er 1891 kennenlernte. Am 23. Januar 1892 heiratete er Pauline Kuhnert. 1894 eröffnete Hennig seine jahrzehntelange Vortragstätigkeit(über 3 000 Veranstaltungen) mit dem Thema„Frankreich vor der Revolution von 1789“. In seinen Vorlesestunden versuchte er Literatur zu„verlebendigen“ mit dem Ziel, die Zuhörer zur Lektüre anzuregen. Von 1898 bis 1906 war er Vorsitzender des Volksvereins Plagwitz-Lindenau. Er gestaltete ein geistig reges Vereinsleben, in dessen Mittelpunkt eine Bibliothek stand, die unter seiner Leitung zur ersten zentralisierten Arbeiterbibliothek umgestaltet wurde. Ihre vorbildliche Organisation strahlte auf viele Arbeiterbibliotheken aus. Ein vorrangiges Problem war der Ankauf neuer Bücher, der in Leipzig aus den Überschüssen der gut besuchten Vereinsveranstaltungen finanziert wurde. 1902 trat Hennig als Buchhandlungsgehilfe in die parteieigene, mit der „Leipziger Volkszeitung“ verbundene Volksbuchhandlung ein. Nach einer schwierigen Anfangsphase fand er sich in der neuen Berufssphäre gut zurecht und entwickelte sogar neue Vertriebsmethoden: Zu jedem seiner Vorträge nahm er einen Rucksack voll Bücher mit, legte sie aus und verkaufte so im Laufe der Jahrzehnte viele Zehntausende Bücher. 119 Von 1902 bis 1932 war Hennig Mitglied im Zentralverband der Angestellten, von 1903 bis 1905 des Ausschusses für volkstümliche Hochschulkurse in Leipzig. Er war Delegierter der Parteitage in Dresden (13./20. September 1903) und Mannheim(23./29. September 1906), auch hatte er den Vorsitz der Zentralorganisation der Partei für den 13. Wahlkreis(Leipzig-Land, 1906) inne. Er machte die Erfahrung, dass ihm zur Teilnahme an parteipolitischen Auseinandersetzungen die rechte Neigung und Eignung fehlte. Sein Interesse galt vielmehr der Kulturund Bildungsarbeit. Die Werbung für das Buch, eine leserverbundene und-fördernde Lektürevermittlung und die Organisation des Arbeiterbibliothekswesens sollten in der Folgezeit die wesentlichsten kulturpolitischen Tätigkeitsfelder Hennigs werden. Im August 1907 nahm er am Internationalen Sozialisten-Kongress in Stuttgart teil. 1908 erschien als ein Wegweiser für Bibliotheksverwaltungen Hennigs vielbeachtete Schrift„Zehn Jahre Bibliothek[s]arbeit“, die Leistungsnachweis und Arbeitsanleitung in sich vereinte. Sie sollte zur Nachahmung der in Leipzig erprobten Praxis anregen. Im Berichtszeitraum wuchs der dortige Bestand von 299 auf 4 000 Bände an, die Entleihungen stiegen von 108 auf 34 564 Bände. Der Bibliotheksbestand war nach vierzehn Sachgruppen aufgestellt, laufend aktualisierte Kataloge informierten über den Inhalt. Die vierte Ausgabe des Lindenauer Katalogs(1908) enthielt einen Anhang„Wie schafft man sich mit wenig Mitteln eine gute Privatbibliothek an?“. Für Hennig stand die Bibliotheksbenutzung im Vordergrund. Sie wurde deshalb statistisch erfasst und sorgfältig analysiert. Im Laufe der Jahre bildete sich, als Vorstufe zur Erwachsenenbibliothek, mit der Jugendbücherei ein eigener Bestandsbereich heraus. Als Voraussetzung für eine effektive Bibliotheksarbeit in größeren Städten entwickelte Hennig das Modell einer Zentralbibliothek mit örtlichen Filialbibliotheken unter einheitlicher Oberleitung(Bildungsausschüsse der Sozialdemokratie) und Bestandsnachweis in einem Zentralkatalog. Zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Bündelung von Initiativen sollten dagegen in kleineren und mittleren Orten sämtliche Buchbestände(einschließlich die der Gewerkschaftsbibliotheken) in Zentralbibliotheken vereinigt werden. 120 Dem Berufsbild des Arbeiterbibliothekars schenkte Hennig besondere Aufmerksamkeit. Diese Funktion sollte von belesenen, unterrichteten, arbeitsfreudigen und ordnungsliebenden Vereinsmitgliedern im Nebenamt ausgeübt werden. Es gehörte zu ihren Aufgaben, die in der Wahl der Bücher noch unschlüssigen Leser, wo es nötig war, individuell zu lenken und zu leiten. Vermutlich hat Walter Hofmann, der die Methode der individuellen Leserberatung etwa ab 1906 in der Freien öffentlichen Bibliothek Dresden-Plauen praktizierte, hierzu auch Anregungen von seinem späteren Schwager Gustav Hennig erhalten. Im April 1909 erschien in Leipzig die erste Nummer der von Hennig herausgegebenen Fachzeitschrift für Arbeiterbibliothekare unter dem Titel„Der Bibliothekar“. Im Dezember 1921 stellte sie infolge der Inflation ihr Erscheinen ein. Ein Wiederbelebungsversuch 1925/26 unter dem Titel„Der Arbeiterbibliothekar“ scheiterte. Die Fachzeitschrift enthielt allgemeingehaltene, kurze Artikel zu aktuellen Problemen und Originalberichte aus dem Bibliotheksalltag. Sie wurde in alle Welt versandt, aufgrund ihres Informationsgehalts ist sie heute eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte des Arbeiterbibliothekswesens. Im Sommer 1911 nahm Hennig am 8. Gewerkschaftskongress in Dresden teil, der sich erstmals eingehend mit Bildungs- und Bibliotheksfragen befasste. Bereits seit 1907 war er ehrenamtlich als Sekretär des neuentstandenen Leipziger Allgemeinen Arbeiterbildungsinstituts (ABI) tätig, dessen Satzungen er ausgearbeitet hatte. 1912 wurde durch den Parteivorstand die Stelle eines besoldeten Bildungssekretärs geschaffen und, nach einigem Hin und Her, Hennig mit großer Mehrheit in dieses Amt gewählt, das er nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses in der Leipziger Volksbuchhandlung am 1. Mai 1912 antrat. Kurz vorher, am 19. Februar, war seine Frau verstorben. Ende März 1913 ging Hennig eine zweite Ehe mit Magdalene Bosse, einer Tochter von Friedrich Bosse, ein. Im ABI galt es, ein umfangreiches Arbeitspensum zu erledigen: Auf dem Programm standen Theatervorstellungen, Vorträge, Kurse, Konzerte, Feste, Ausstellungen und die Bibliotheksarbeit. Auf der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik(BUGRA) 1914 in 121 Leipzig führte das ABI sein Bibliotheksnetz vor, das aus 59 Bibliotheken mit 60 000 Bänden bestand. 17 000 Leser hatten 214.976 Entleihungen vorgenommen. 163 ehrenamtliche Mitarbeiter waren hierbei tätig gewesen. Mit den Ergebnissen des Jahres 1913, auf denen die Ausstellung fußte, war allerdings der Höhepunkt in der Bibliotheksentwicklung erreicht. Nach dem„vereinfachten Leipziger System“ waren in den zwanziger Jahren über 500 deutsche Arbeiterbibliotheken organisiert. Von Ende Januar bis Ende Mai 1919 war Hennig als Vertreter der USPD Stadtverordneter im Leipziger Stadtparlament. Er arbeitete u.a. im Schulausschuss, im Ausschuss für Jugendfürsorge und in der Kommission für künstlerische Belange mit. Von Juli 1919 bis März 1923 leitete er die Heimvolkshochschule Tinz bei Gera, die im Ergebnis der Novemberrevolution 1918 als Bestandteil der Stiftung„Volkshochschule Reuß“ im damaligen Volksstaat Reuß gegründet worden war. Die Konzeption dieser Volkshochschule (Bildungsveranstaltungen, Gründung einer Freien öffentlichen Landesbücherei, Wanderbüchereien zur Pflege des örtlichen Bibliothekswe sens, Errichtung einer Heimvolkshochschule) orientierte sich an dänischen Vorbildern, die besonders dem Wirken von Nikolaj Frederik Severin Grundtvig verpflichtet waren. Sie wurde am 15. September 1919 eröffnet. Am 20. Oktober 1920 folgte als nächster Schritt die Gründung der Freien öffentlichen Landesbücherei Gera, die als letzte von insgesamt sieben thüringischen Landesbibliotheken entstand. Bis März 1923 hatte Hennig die Oberleitung inne, dann verselbständigte sich ihre Entwicklung, die Bibliothek wurde in das allgemein-öffentliche Bibliothekswesen integriert(heute: Stadt- und Regionalbibliothek Gera). Die erste, schon lange vorher von Hennig eingeforderte Konferenz der Arbeiterbibliothekare fand vom 3. bis 5. Juli 1921 in Schloss Tinz statt. Die Teilnehmer sprachen sich fast ausnahmslos gegen eine Verschmelzung von Arbeiterbibliotheken mit bürgerlichen freien öffentlichen Bibliotheken aus und lehnten damit den 1918 von Ernst Mehlich in der „Neuen Zeit“ gemachten Vorschlag, sie den städtischen oder Gemein- 122 debibliotheken anzugliedern, ab. Als Arbeiterbibliothekar genoss Hennig hohes Ansehen, er war u. a. Mitglied des dem Reichsausschuss für sozialistische Bildungsarbeit zugeordneten, 1924 gegründeten Beirats für das Arbeiterbüchereiwesen, dessen Arbeitsprogramm anfangs stark seine Handschrift trug. Der erste Entwurf eines„Leitfadens für Arbeiterbüchereien“ ging auf ihn zurück. Im Zuge der Herausbildung des Landes Thüringen nach 1918 wurde die sozialistische„Volkshochschule Reuß“ in Gera mit Wirkung vom 1. April 1923 aufgehoben. Als ihr im Mai 1924 die Mittel für das Vortragswesen und die Bildungstätigkeit im Lande entzogen wurden, wandelte sie sich in die Groß-Thüringische Zentralstelle für Arbeiterbildung um. Die Kontinuität wurde durch Hennig gewahrt, der als Bildungssekretär für Groß-Thüringen die Leitung übernahm. Betreut wurden 226 Orte in Thüringen, Preußen, Sachsen, Bayern und in Böhmen. Die Zentralstelle vermittelte Vorträge, Konzerte und Theaterveranstaltungen, außerdem Bücher, die zu Vorzugspreisen geliefert wurden. Hennig gab auch Literaturempfehlungen, 1927 betreute er die Kolumne„Für unsere Büchereien“ in dem von Ernst Preczang heraus­ gegebenen Beiblatt zu den Typographischen Mitteilungen„Das Schiff“. Am 3. Juni 1927 starb seine zweite Frau Magdalena Hennig, am 5. Januar 1928 ging er eine dritte Ehe mit Maria Ladebusch ein. Seit Mitte der 1920er Jahre richtete Hennig seinen Blick zunehmend auf das gesamte deutsche Arbeiterbüchereiwesen. Auf der Tagung der Reichskonferenz der Bezirksbildungsausschüsse der Sozialdemokratischen Partei am 9. Juni 1928 im Geraer Rathaus warnte er vor einer Überschätzung der zentralen Regelung des Büchereiwesens, eine bezirksweise orientierte Arbeit schien ihm sinnvoller zu sein. Im Herbst des Jahres 1928 begann er im Unterbezirk Altenburg mit dem systematischen Auf- und Ausbau der Arbeiterbüchereien in Thüringen, der 1931 kurz vor dem Abschluss stand. In 100 Orten waren die Bestände neu geordnet worden. In den Unterbezirken Altenburg, Arnstadt, Eisenach, Erfurt, Gera, Jena und Nordhausen befanden sich jetzt 171 Arbeiterbibliotheken. Anfang Januar 1933 schied Hennig aus der hauptamtlichen Parteiarbeit aus und beendete sein Berufsleben. Parteivorstand und Reichsaus- 123 schuss für sozialistische Bildungsarbeit würdigten zu seinem 65. Geburtstag in einer Grußadresse seine bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet des Arbeiterbüchereiwesens. Die politische Entwicklung setzte dem Aufwärtstrend der Arbeiterbibliotheken ein jähes Ende. Am 18. März 1933 wurde die Heimvolkshochschule Reuß Schloss Tinz durch die Nationalsozialisten aufgelöst, am 24. Juni 1933 die Volkshochschule Reuß verboten. Von den vor 1933 in großer Zahl vorhandenen thüringischen Arbeiterbibliotheken ist keine mehr überliefert. Hennig, dem in den folgenden Jahren jedes öffentliche Auftreten untersagt war, suchte vergeblich, im Buchhandel Fuß zu fassen. Von 1936 bis 1940 lebte er in Veitsberg bei Wünschendorf, wo er als Pächter eine kleine Landwirtschaft betrieb, anschließend in der Zurückgezogenheit des Dorfes Tautenhain(Kreis Stadtroda). Im September 1944 wurde sein Sohn Heinz als vermisst gemeldet, am 22. Februar 1945 fiel sein Sohn Karl. Nach Kriegsende trat Gustav Hennig erneut der Sozialdemokratischen Partei bei, im September 1945 nahm er unter schwierigsten Bedingungen die Vortragstätigkeit wieder auf. Aufgefordert, sich an der „Einziehung von Literatur und Werken nationalsozialistischen und militaristischen Charakters aus den Beständen der Bibliotheken und Buchhandlungen“ gemäß den Vorgaben der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland und des Alliierten Kontrollrats 1945/46 anhand der„Liste der auszusondernden Literatur“ zu beteiligen, stellte er seine Arbeitskraft bereitwillig zur Verfügung. Sein hohes Alter hinderte ihn nicht, Buch für Buch gründlich durchzusehen. Mit der im April 1946 auf dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD erfolgten Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands wurde Hennig deren Mitglied. Im November 1947 feierte er sein 60-jähriges sozialdemokratisches Parteijubiläum. Seit Oktober 1947 schrieb er an seiner Autobiographie, die er noch am 21. Mai 1948 abschließen konnte. Zu seinem 80. Geburtstag als„Pionier der Arbeiterbildung“ gewürdigt, wurde Hennig wegen seiner hervorragenden Verdienste um die Arbeiterbildung vom Ministerpräsidenten des Landes Thüringen Werner Eggerath am 6. August 1948 der Professorentitel verliehen. 124 Hennig verstarb am 23. Dezember 1948 nach kurzer Krankheit in Eisenberg und wurde auf dem Geraer Ostfriedhof beigesetzt. Der GustavHennig-Platz in Gera erinnert an den bedeutenden Arbeiterbibliothekar, 1988 erhielt die Wohngebietsbibliothek Gera-Lusan seinen Namen. Hennigs erste publizierte Mitteilung entstand aus Anlass der Feier von Goethes 150. Geburtstag im Volksverein Plagwitz-Lindenau, wo er im Winterhalbjahr 1899/1900 an 12 Abenden aus Goethes„Faust“ rezitierte. Soweit heute noch feststellbar, gingen zwischen 1900 und 1932, 1946 und 1948 aus seiner Feder 245 Arbeiten hervor. Er äußerte sich zu bibliothekarischen und kulturpolitischen Themen, aber auch zu Ausflugsrouten rund um Leipzig und über den überzeugten Republikaner Johann Gottfried Seume, zu dessen 100. Todestag er eine Gedenkfeier veranstaltete. Als Erzähler und Vortragender setzte sich Hennig für die Lektüre anspruchsvoller Belletristik ein, der“Schundliteratur” hatte er den Kampf angesagt. Er bevorzugte sozialkritische Schriftsteller und Autoren sozialistischer Tendenz, um Arbeiter als Leser zu gewinnen und zur Bibliotheksbenutzung anzuregen. Hinweis zum Angebot digitaler FES-Veröffentlichungen im Internetangebot der Friedrich-Ebert-Stiftung Die hier vorliegende Datei(PDF) enthält einen Einzelbeitrag aus der Monographie "Bewahren- Verbreiten- Aufklären: Archivare, Bibliothekare und Sammler der Quellen der deutschsprachigen Arbeiterbewegung/ Günter Benser und Michael Schneider(Hrsg.) Bonn-Bad Godesberg, 2009" Internetadresse des Gesamtwerks: http://library.fes.de/pdf-files/adsd/06730/index.html ©Friedrich Ebert Stiftung| Webmaster| technical support| net edition Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung| 7. Oktober 2009