Bildungspolitik Fritz-Erler-Forum Bildungspolitik von unten – Schule mal anders Bildungskongress im Haus der Architekten am Samstag, den 14.März 2009 Veranstaltungsinformation des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung Überblick Vorab Einführungsvortrag von Prof. Dr. Rita Süssmuth Podiumsrunde mit einer Themeneinführung zu den Nachmittagsforen Informationsstände im Foyer Ergebnisse aus den Foren Reaktionen auf die Tagung/Presseberichte Programm Impressum Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung 70182 Stuttgart, Werastraße 24 www.fritz-erler-forum.de Vorab Deutschland hat ein Bildungsproblem! Dieser Aussage widerspricht heute fast niemand mehr. Und welcher Art die Hauptfaktoren dieses Problems sind, ist ebenfalls unstrittig: zu wenig Chancengleichheit für Einwandererkinder oder für Kinder aus armen Familien, zu viele Schulabbrecher, zu wenig Studenten. Strittig hingegen sind die Lösungsansätze. Mit dem Zweiten Bildungskongress hat das Fritz-Erler-Forum den Schulbereich in den Fokus genommen. Wir fragten nach der Motivation für neu gegründete Schulen und für Modellprojekte innerhalb des bestehenden Schulsystems. Und wir haben deren Erfahrungen diskutiert. Ziel des Kongresses war es, anhand konkreter praktischer Beispiele mögliche Reformvorschläge zu diskutieren. Die Veranstaltung sollte zudem einen Rahmen bieten für persönliche Kontakte und Gespräche. Die rund 200 Schüler, Lehrer, Eltern, Kommunal- und Wirtschaftsvertreter und weitere Bildungsaktive aus ganz Baden-Württemberg riefen zu einer neuen Schulpolitik im Land auf. Gefordert wurde unter anderem, dass endlich Schluss gemacht wird mit der frühen Trennung von Kindern aufgrund von angeblich unterschiedlichen Begabungen und Voraussetzungen. Auch die Ausgliederung von Kindern mit Behinderungen in Sondereinrichtungen müsse überwunden werden. Prominente Unterstützung und Zuspruch erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der ehemaligen Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth."Veränderungen in der Schule hin zu längerem gemeinsamem Lernen sind nötig und gewünscht- man muss sie nur endlich auch zulassen. Auch eine moderne Pädagogik stößt im bestehenden System an Grenzen", sagte Frau Süssmuth. Längeres gemeinsames Lernen und die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes führten zu besseren Bildungschancen. Schließlich diene das gemeinsame Lernen in einer Schule auch dem Ziel, die Gesellschaft gemeinsam demokratisch zu gestalten. "Für die Zukunft unserer Gesellschaft ist es unumgänglich, milieu- und kulturübergreifende Erfahrungen zu sammeln. Wo, wenn nicht in der Schule, ist das sonst möglich?" Süssmuth ermunterte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in ihrem Engagement für bessere Bildungschancen für alle Kinder nicht nachzulassen."Die offizielle Bildungspolitik ist leider oft ein Hemmschuh für Innovation, anstatt ihr Promotor zu sein." Frank Mentrup MdL, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, fühlte sich bestätigt."Die Lust der Menschen an Visionen und ihre große Bereitschaft, sich einzubringen, bereichern die bildungspolitische Debatte im Land und machen Mut für die Zukunft. Die Landesregierung kann nicht länger die Augen vor dieser Bildungsbewegung von unten verschließen." Dr. Christine Arbogast Projektleiterin Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg Einführungsvortrag von Prof. Dr. Rita Süssmuth Bildung und Integration – Was kann und muss unsere Gesellschaft leisten? Auszüge aus der Rede von Rita Süssmuth: Integration ist nötig Integration in der Bildungspolitik ist mehr als Teilhabe, sondern die konkrete Erfahrung, dass ich zugehörig bin. Daher muss der Faktor Mensch entscheidend sein und nicht primär das Festhalten an Systemen und überholten Schulformen. Wir haben in Deutschland ein allgemeines Integrationsproblem, das sich nicht nur auf Migranten reduzieren lässt. Es besteht vielmehr eine allgemeine Abwehrhaltung gegenüber heterogenen Gruppierungen im Bildungswesen, die auch die Frage aufwirft, ob wir eine Gesellschaft zusammenhalten wollen oder nicht. Überall dort wo Menschen die Möglichkeit bekommen Neues auszuprobieren, die Kooperation und Beteiligung von Eltern intensiviert und auch individuelle Förderung täglich praktiziert wird, scheint Integration möglich und erfahrbar. Längeres gemeinsames Lernen ist nötig Durch längeres gemeinsames Lernen profitieren alle Schüler und Schülerinnen. Die Bildungspolitik muss das Partnerschaftsdenken in der Schule wieder in den Vordergrund rücken, weil lernstärkere- und schwächere Schüler dadurch sozial und emotional gefördert und bestärkt werden. Nicht zuletzt deswegen schneiden die Grundschulen bei allgemeinen Kompetenztests am besten ab. Es müssen die Vorteile heterogener Gruppen eindeutiger betont werden. Eine frühe Aufteilung der Schüler führt dazu, dass mit der Akkumulation der Schwächsten ihre Lernfähigkeit vermindert wird. Statt zu fragen, welches Potenzial ein Kind hat und wie es weiter gefördert werden kann, verfällt die Bildungspolitik viel zu oft in ein Schubladendenken, das Chancen- und Bildungsungleichheit zementiert. Ganzheitliche Bildung ist nötig Menschen müssen emotional und sozial erreicht werden, sonst werden sie auch nicht im kognitiven Bereich erreicht. Deshalb bedarf es eines ganzheitlichen Konzepts an Bildung und pädagogischen Ansätzen, die sich am Kind orientieren sowie Elternwohl und Kinderwohl zusammenbringen. Interkulturelle Bildung ist nötig Man muss den Schülern und Schülerinnen im Unterricht die Gelegenheit geben milieu –und länderübergreifend Erfahrungen zu sammeln, um durch die Verschiedenheit auch voneinander und miteinander zu lernen. Damit verändert sich auf beiden Seiten die Sichtweise auf die eigene Kultur und die des Gegenübers. Äußere und innere Strukturreformen sind nötig Wenn Menschen nicht die Möglichkeit bekommen, außerhalb oder innerhalb der bestehenden Rahmenbedingungen Neues auszuprobieren, wird notwendige und förderliche Innovation im Voraus ausgegrenzt. Alternativen müssen möglich sein, wenn der Mensch zentraler Bestandteil der Bildungspolitik sein soll und nicht die Systeme. Reformen und Innovationen ergeben sich durch das voneinander und miteinander Lernen, welches ein partnerschaftliches Nebeneinander von heterogenen Modellen und Schulformen voraussetzt. Man muss für Alternativen offen sein, weil sie der Sauerteig für Veränderungen und Reformen sind, auf die jede Gesellschaft angewiesen ist. Vielfalt ist nötig In diesem Sinne hoffe ich, dass wir über Anerkennung von Vielfalt im administrativen Wege Vielfalt ausprobieren und innere und äußere Schulreform als eine Einheit fassen und dann die Durchlässigkeit in Deutschland nicht mehr bei einem Prozent liegt, sondern Ergebnisse zeigt, wo wir sagen können: Hier haben wir Menschen zu Bildung verholfen. Podiumsrunde mit einer Themeneinführung zu den Nachmittagsforen Dr. Frank Mentrup, MdL und bildungspolitischer Sprecher der SPDLandtagsfraktion moderierte die Themeneinführung. In kurzen Interviews wurden fünf konkrete praxisnahe Reformprojekte präsentiert. Außerdem thematisierte die Runde, inwiefern institutionelle Rahmenbedingungen und konzeptionelle Schwierigkeiten neuen Modellprojekte Grenzen setzen. Integration macht Schule Claudia Diez, Lehrerin und Mitglied des Schulleitungsteams der Integrativen Waldorfschule Emmendingen, eröffnete die Themeneinführung zu den Nachmittagsforen mit Erläuterungen zum Konzept eines integrativen Schulunterrichts. Ziel sei es dabei, Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen zu lassen und durch ein alltägliches Miteinander soziale Kompetenzen zu stärken sowie den Umgang mit dem angeblichen„Fremden“ in Vertrautheit zu wandeln. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten zudem bewiesen, dass durch integrative Modellversuche alle Kinder grundsätzlich vom gemeinsamen Unterricht profitieren können. Schule und Unterricht, so Claudia Diez, müsse sich dahin bewegen ein facettenreiches Abbild der Gesellschaft zu skizzieren, in dem Menschen mit Behinderungen als Menschen mit eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten anzusehen seien. Aussonderung und Ausgrenzung könne kein tragbares Fundament eines humanen Zusammenlebens darstellen. Wirtschaft macht Schule: Tim Wenniges, der als Vertreter des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Baden Württemberg(Südwestmetall) angereist war, gab eine konkrete Einführung in die Projekte, die vom Arbeitgeberverband Südwestmetall bisher gemeinsam mit Schulen in BadenWürttemberg initiiert wurden. Er verwies unter anderem auf das Modellprojekt „start2000plus“, das hauptsächlich darauf abziele, Hauptschülern durch intensive Betreuung während der Übergangsphase zwischen Schule und Beruf verbesserte Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Als Basis für das Gelingen spezifischer Projekte diene laut Wenniges vor allem die„Landesarbeitgemeinschaft SchuleWirtschaft“, die rund 40 Arbeitskreise in ganz BadenWürttemberg koordiniere und zum Erfahrungsaustausch zwischen Schule und Wirtschaft beitrage. Seminare und Veranstaltungen zur qualitätsorientierten Schülerentwicklung, Berufsvorbereitung und Weiterqualifizierung würden dabei nicht nur zu Innovationen und neuen Impulsen an Schulen anregen, sondern auch Anstöße an Unternehmen geben, so Wenniges. Schüler machen Schule Das nächste, weitaus unorthodoxere Konzept wurde von Lenya Bock vorgestellt. Die ehemalige Waldorfschülerin hatte im Jahr 2007 die Schule verlassen und sich mit 9 weiteren Mitstreitern selbständig auf das Abitur vorbereitet. Die Gründe für die autonome Vorbereitung gab Lenya Bock sehr anschaulich und pointiert wieder:„Wir Schüler sind selbst Experten fürs Lernen und wollten daher ein auf unsere Bedürfnisse konzipiertes Lernmodell haben.“ Auf die Frage, welche institutionellen Hürden diesem selbständigen Lernkonzept im Wege gestanden seien, verwies Lenya Bock darauf, dass es zuerst der Gründung eines eingetragenen Vereins(Methodos e.V.) bedurft habe, um für einen verbindlichen rechtlichen sowie finanzielle Rahmen zu sorgen. Lehrer wurden größtenteils aus dem Bekanntenkreis angeworben oder seien durch die Medien auf ihre Initiative aufmerksam geworden. Kommune macht Schule Als nächste Podiumsrednerin stellte Gabriele Warmiski-Leitheußer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung in Mannheim, das Modellprojekt Maus(Mannheimer Unterstützungssystem Schule) vor. Das Projekt wurde als Reaktion auf die hohen Schulabbrecherzahlen in Mannheim gegründet und basiert auf einer Wissenskooperation von verschiedenen Mannheimer Bildungseinrichtungen. Ab dem Schuljahr 2008/09 werde dabei die Unterstützung von acht Schulen mit 10 000 zusätzlichen Schulstunden im Rahmen einer zweijährigen Pilotphase erprobt, so Gabriele Warminski-Leitheußer. In Kooperation mit den örtlichen Institutionen(z.B. Volkshochschule oder Musikschule) trete neben die klassischen Förderinstrumente wie Hausaufgabenhilfe oder Ferienkurse auch Bereiche der Spracherziehung, Leseförderung sowie des Lern- und Rechentrainings. Primär würden dabei Abschlussklassen und Übergangsklassen der Hauptschulen gefördert. Als Vorteile nannte Gabriele WarminskiLeitheußer, dass die teilnehmenden Schulen gezielt nach ihrem Bedarf die geeigneten und erforderlichen Maßnahmen auswählen könnten. Eine Abschlussklasse habe dabei beispielsweise zielgerecht für die Vorbereitung der Schüler auf die mündliche Englischprüfung einen Muttersprachler zu Übungszwecken einsetzen können. Eltern machen Schule Muammer Akin, Geschäftsführer und Schulleiter der Bil-Privatschule Stuttgart, vermittelte während seiner kurzen Einführung erhellende Einblicke in die Arbeit und Entstehungsgeschichte dieser Privatschule. Vor 12 Jahren war dabei auf Basis einer Elterninitiative türkischstämmiger Migranten zuerst eine Hausaufgabenbetreuung entstanden, die sich im Laufe der Zeit zu einer Privatschule weiterentwickelt hatte. Ziel sei es vor allem gewesen, so Muammer Akin, die wirtschaftliche und bildungspolitische Absicherung von Migranten schon frühzeitig zu erhöhen, weil viele erst durch die„Ochsentour“ des 2. Bildungsweges höhere Abschlüsse erreichen konnten. Deshalb habe es signifikante Bedeutung auf eine frühere Bildungsintegration hinzusteuern. Laut Muammer Akin sei die Privatschule aber nicht bestrebt sich von der Gesellschaft abzukapseln, sondern wolle als eine offene, transparente Begegnungsstätte auftreten, die auch zum Abbau von Vorurteilen beitrage. Die Schule habe sich nicht nur als Initiative für Kinder mit Migrationhintergrund etabliert, sondern auch aufgrund ihres pädagogischen und guten Lernkonzepts sowie der Möglichkeit der Ganztagesbetreuung kommunale Akzeptanz erfahren, resümierte Muammer Akin. Auf die Frage nach einer finanziellen Beteiligung des Fetullah Gülen Netzwerkes an der Bil-Privatschule antwortete Muammer Akin ausweichend. Gaby Groß berichtete über die aus einer Elterninitiative entstandenen Gründung der Freien Aktiven Schule Stuttgart, deren Unterricht im September 2002 beginnen konnte. Basis sei ein reformpädagogischer und bedürfnisgerechter Ansatz, der es Kindern ermöglichen soll, sich individuell zu entwickeln. Die Schule startete mit 9 Schülern. Aktuell sind es 80. Anstoß für die Gründung der Freien Aktiven Schule sei nach Angaben von Gaby Groß vornehmlich das Fehlen innovativer und alternativer Schulmodelle in Baden-Württemberg gewesen. Auf die Frage, mit welchen Problemen und Schwierigkeiten die Gründer zu Beginn konfrontiert waren, entgegnete Gaby Groß:„Wer die ersten drei Jahre überlebt, hat die schwerste Zeit überstanden.“ Nach dieser Anfangsphase würden auch staatliche Zuschüsse fließen, aber die öffentliche Überzeugungsarbeit für die Schule und die Rechtfertigung des neuen Schulmodells gegenüber Eltern und Kommune gehe dabei kontinuierlich weiter. Informationsstände im Foyer Während des gesamten Bildungskongresses konnten sich die Teilnehmer/innen an den verschiedenen Ständen informieren, die im Foyer neben dem Hauptsaal aufgebaut waren. Folgende Initiativen, Interessenvertretungen und Institutionen präsentierten sich und ihre Arbeit: die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Robert-BoschStiftung, die Initiative Schule mit Zukunft, die Initiative Bildungneu-denken, die Waldorfschule Emmendingen, der Verein Goldader Bildung, der Landesschülerbeirat, der Landesverband der Schulfördervereine, die Freie Aktive Schule Stuttgart, der Bundesverband Aktion Humane Schule, der Montessoriverein Weissach i.T., der Verband berufstätiger Mütter und die SPDLandtagsfraktion. Die Teilnehmer und Referenten des Bildungskongresses nutzten die Mittagspause dabei zum Erfahrungsaustausch und zur ausgiebigen Diskussion. Zudem konnten die Teilnehmer vor Ort direkt kompetente Ansprechpartner antreffen und über den Bildungskongress hinaus zusätzliche Netzwerke schließen. Ergebnisse aus den Foren Forum I Integration macht Schule mit Claudia Diez und Edgar Bohn Moderation durch Norbert Zeller Thesenprotokoll von Dörte Keller Zentrale Thesen Die Integration von Menschen mit Behinderungen ist eine zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert, dass ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten ist und Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund dieser Behinderungen vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden dürfen. Der deutsche Text der UN-Konvention enthält eklatante Übersetzungsfehler. Zu den Fehlern zählt u.a. die Übersetzung von"Inclusion" mit"Integration". Diese Übersetzung entspricht nicht dem Geist und Inhalt der Konvention und muss dringend nachgebessert werden. Es müssen politische Bündnispartner gesucht und Netzwerke mit anderen Organisationen geschlossen werden. Feststellungen und Fragen táÉ=ëáåÇ=ÇáÉ=bêÑ~ÜêìåÖÉå=ÇÉê=ÄÉáÇÉå=pÅÜìäÉå=ãáí=ÇÉã=áåíÉÖê~íáîÉå=^åë~íò\= Beide Schulen haben sehr gute Erfahrungen mit der inklusiven Form des Unterrichtens gemacht. Besonders im sozialen Bereich wirkt das Miteinander der Kinder stärkend. Die Wirkung von Beiträgen der Kinder mit Behinderungen ist enorm, sie sind oft direkter und in ihrer Kommunikation unverstellter. Doch nicht nur die Sozialkompetenz aller Kinder wird gestärkt, sondern auch die erstaunlichen Fortschritte mancher Kinder mit Behinderungen im kognitiven Bereich sind dem inklusiven Lehren und Leben zu verdanken. An beiden Schulen wird auf ein gut funktionierendes Teamteaching geachtet. Zu Beginn des Schuljahres gibt es Teamvereinbarungen, das ganze Jahr hindurch Teamsitzungen, in Freiburg zusätzlich das Angebot von Supervision. In Freiburg arbeiten zwei Lehrer im Team(davon ein Sonderschul-/oder Förderlehrer). Die Klasse hat max. 20 Kinder, davon 4 Kinder mit(unterschiedlichsten) Behinderungen. Beide Lehrer sind für alle Kinder ihrer Klasse zuständig. In Emmendingen arbeiten ein Lehrer, ein Heil-/Sonderpädagoge und ein FSJ(für die Assistenz) zusammen, die Klassen haben nicht mehr als 28 Schüler, davon 4 Kinder mit Behinderung. Das Klassenteam bereitet den Unterricht gemeinsam vor und für jedes Kind mit Behinderung wird ein Förderplan mit Förderzielen festgelegt. Einheitlicher Unterricht und teilweise Differenzierungsangebote für die Schüler haben sich ergeben. táÉ=ëáÉÜí=ÇáÉ=wìâìåÑí=ÇáÉëÉê=pÅÜìäÉå=~ìë\= Beide Schulen stehen nun vor der Entscheidung, wie es in Zukunft für sie weitergeht. Das Regierungspräsidium entschied, dass der Schulversuch der Freien Waldorfschule Emmendingen- der vor 13 Jahren begann- nicht fortgesetzt werden könne.(Nachtrag für die Dokumentation: Die Waldorfschule hat gegen die Entscheidung geklagt und Ende März 2009 in erster Instanz gewonnen). An der Freiburger Anne-Frank-Schule begann 2001 die Arbeit mit dem ersten ISEP(Integratives Schulentwicklungsprojekt), es gibt bis heute drei Jahrgänge. Für ISEP braucht es immer Einzelfallgenehmigungen durch das Ministerium. Derzeit werden diese Projekte nicht mehr verlängert(insgesamt 20 Klassen in BW sind davon betroffen). Bildungsstandards der Kinder sind entscheidend, kann ein Kind nicht dem Regelunterricht folgen, muss es umgeschult werden. An einigen Schulen in B-W gibt es sog. Außenklassen, die Gast an dieser sind und eigene Lehrkräfte haben. Gegen diese Form, die ihnen vorgeschlagen wurde, hat sich das Kollegium der Anne-Frank-Schule entschieden. Auch die integrative Waldorfschule Emmendingen sprach sich gegen die Anregung des Regierungspräsidiums aus, eine eigenständige Schule für Geistigbehinderte zu gründen. t~ë=â ∏ ååÉå=ÇáÉ=_ÉíÉáäáÖíÉå=áå=_~ÇÉåJt Ω êííÉãÄÉêÖ=íìå\= Alle Eltern sollten ein konkretes Wahlrecht haben, welche Schulform ihr Kind besuchen soll. Es wird deutlich, dass es immer wieder die Eltern sind, die für ein inklusives Schulsystem kämpfen und es immer mehr werden, die mit ihren Kindern nicht den von der derzeitigen Landespolitik vorgezeichneten Bildungsweg gehen wollen und Alternativen suchen. Das gemeinsame Unterrichten von Kindern mit und ohne Behinderung ist kostenintensiv. Den integrativen Unterricht gibt es nicht zum„Nulltarif“. Forum II Wirtschaft macht Schule mit Phillip Glatt, Joachim Ruth und Claus Munkwitz Moderation durch Wolfgang Klenk Thesenprotokoll von Samuel Stiefel Zentrale Thesen Der Übergang zwischen Schule und Beruf muss besser gesichert werden. Es müssen frühzeitig Unterstützungssysteme für alle Kinder mit ihren individuellen Kompetenzen erarbeitet und eingeführt werden. Es sollten Bildungsregionen etabliert werden, welche die verschiedenen Projekte besser koordinieren können. Ziele und Projekte I. Herr Philipp Glatt, Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg Projekte der Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg: Schüler-Patenschaften Stufen zum Erfolg(fast flächendeckend in Baden-Württemberg) Teen Spirit Ziele: Bessere Vernetzung zwischen Schule und Wirtschaft Intensivere Vorbereitung auf das Berufsleben durch • Bewerbertraining • Vorstellung von Berufsbildern • Betriebsbesichtungen • Stärkere Einbindung von Lehrern und Eltern II. Herr Joachim Ruth, Deutscher Gewerkschaftsbund Projekte des DGB in Baden-Württemberg: Workshop Zukunft Arbeitskreise Schule-Gewerkschaften Courage-Projekttage(Flucht, Migration, Integration, Rassismus) Vortragsmodule zur Studienwahl Unterrichtsmaterialien von Gewerkschaften und HBS Gewerkschaftliche Informationen, Kampagnen, Modellprojekte Planspiel„Ready-Steady-Go“ Ziele: Primär Beratung von jungen Berufsanfängern, aber auch von Studienanfängern bezüglich finanzieller Fragen Vernetzter Know-How Transfer durch biographieorientiertes Coaching Übergang von Schülern(primär Hauptschüler) in das Berufsleben erleichtern Vorbereitung auf veränderte Arbeits- und Lebenswelt III. Herr Claus Munkwitz, Handwerkskammer Region Stuttgart Projekte der Handwerkskammer Stuttgart: Berufe-Parcours Große Kampagnen zur Werbung um Migranten Ziele: Förderung der Lernmotivation der SchülerInnen Anwendungskompetenzen schaffen für die Berufswelt Gemeinschaftlichkeit, Persönlichkeit und Sozialkompetenz der SchülerInnen fördern Allgemeines Fazit: Schule allein reicht nicht (mehr) für eine„Ausbildungsreife“. Der Übergang ist a) zu früh, b) zu unklar, c) zu eng vorgegeben Forum III Schüler machen Schule mit Lenya Bock und Max Träger Moderation durch Ute Kratzmeier Thesenprotokoll von Claudia Beck Zentrale Thesen Lernen muss individuell gestaltet werden. Schüler brauchen mehr Freiheit, Raum und Zeit, um sich auszuprobieren, sich den Stoff selbständig zu erschließen und dabei ihre persönliche Lernstrategie zu entwickeln. Aufgabe der Schule ist es, hierfür Möglichkeitsräume zu schaffen und den eigenverantwortlich arbeitenden Schülern beratend zur Seite zu stehen. Bildungsinitiativen, Lehrer, Schüler und Eltern können zum Motor für Veränderung werden, wenn sie sich gut vernetzen und aufeinander abstimmen. Gemeinsam können sie sich wirkungsvoller für mehr Offenheit und Flexibilität im Umgang mit neuen Ansätzen einsetzen. Feststellungen und Fragen t~êìã=ëáåÇ=ÇáÉ=pÅÜ Ω äÉê=~ìë=ÇÉã= ł póëíÉã=pÅÜìäÉ“= ~ìëÖÉëíáÉÖÉå\= Schüler wollten freie Methodenwahl Der 45-Minuten-Takt passte nicht zum eigenen Lernrhythmus fehlende Flexibilität Nicht nur die bemängelten Strukturen der Waldorfschule, sondern auch das ebendort erlernte eigenständige und selbstbestimmte Handeln haben zum Ausstieg geführt táÉ=ÑìåâíáçåáÉêíÉ=ÇáÉ=ëÉäÄëí®åÇáÖÉ=sçêÄÉêÉáíìåÖ\= Abmeldung von der Waldorfschule, Zeit und Geldmittel wurden frei ein Raum wurde gemietet, Lehrer wurden angestellt 3er-Lernteams lernten vormittags gemeinsam in größeren Blöcken, wenn nötig auch nachmittags Fragen wurden notiert für die„Lehrerstunden“ bei Bedarf auch Frontalunterricht Schüler suchten auf eigene Faust nach Material, das den Stoff für sie verständlich und gut lernbar darstellte Lehrer als Berater Zentrale Frage: Wie lerne ich am besten? Was brauche ich dazu? Erkenntnis: Kein erhöhter Lehrerbedarf:„Betreuungsleistung“ ist zwar individueller, durch die selbständige Gruppe aber seltener nötig jçíáî~íáçå=òìã=ëÉäÄëí®åÇáÖÉå=iÉêåÉå= dadurch, dass Verantwortung für andere übernommen wird durch Gruppendynamik durch Vertrauen, das die Schüler in ihre Fähigkeitensetzen speziell bei Methodos e.V.: durch Medienaufmerksamkeit Ist solches selbständiges Lernen auch in der Unter- und Mittelstufe durchführbar? Welche Rolle spielt die zeitliche Begrenztheit des Projektes, der Druck durch die Abitursprüfung? iÉáëíìåÖ= Leistungskontrolle bei Methodos durch freiwillige Probeklausuren Gute Leistungen werden von Eltern im Hinblick auf die Zukunft ihrer Kinder in zunehmendem Maß gefordert(Ängste) verstärkte Ausrichtung der Schule auf gesellschaftliche Forderung nach Leistung kritisiert Selbstgesteuertes Lernen ist nicht nur für Schüler geeignet, die eh schon gut sind: Die Gründer von Methodos e.V. starteten mit sehr unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen und erreichten in der Abitursprüfung einen ähnlichen Notendurchschnitt wie ihre alte Klasse Forum IV Kommune macht Schule mit Gabriele Warminski-Leitheußer Moderation durch Marita Gröger Thesenprotokoll von Tinette Schnatterer Zentrale Thesen Der Ausbau der Ganztagesschulen muss forciert werden. Es müssen Alternativen zum Ehrenamt geschaffen werden. Kooperationen mit Bündnispartnern aus Wirtschaft und Gesellschaft ausbauen. Verschiedene Unterstützungssysteme müssen zusammengeführt werden. Das Modellprojekt von„Kommunalen Schulen“ muss mit Inhalten und konkreten Vorschlägen gefüllt werden. Hintergrundüberlegung Jedes Jahr verlassen in Mannheim 300 Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Nötig ist eine:„biographiebegleitende Bildungskette ohne Brüche“. Die Kommune muss alle Spielräume nutzen im Bildungsbereich aktiv zu werden. Praxisbeispiele der Stadt Mannheim: Dormagener Modell: alle Eltern Neugeborener besuchen und über Angebote informieren - Ausbau Krippenbetreuung - Beitragsfreies 3.(alternativ 1.) Kindergartenjahr - Ganztagsschulen: bis 2016 für 50% der Schüler - 1Euro-Mittagessen an den Schulen - Mannheimer Unterstützungssystem Schule(MAUS): 10.000 Schulstunden wurden für die nächsten 2 Jahre eingekauft(vor allem bei der Volkshochschule) über die acht ausgewählte Schulen frei verfügen können - 1 Quadratkilometer Bildung(Koordinierungsstelle für wohnortnahe Bildungsangebote) in Diskussion: Gründung einer kommunalen Schule? Feststellungen und Fragen Es muss länger gemeinsam gelernt werden • Soll dies anhand von Gesamtschulen oder Orientierungsstufen in der 5./6. Klasse erreicht werden? Die Umstellung auf eine Gesamtschule muss ohne Überlastung der Schule ablaufen • Wie kann die Qualität des Angebots gesichert und Sportvereine bzw. andere Initiativen einbezogen werden? Das Projekt MAUS setzt vor Ort an und kann konkret und effizient intervenieren • Muss man nicht für eine allgemeine Trendwende im gesamten Schulsystem eintreten statt Modelschulen zu schaffen? Forum IV Eltern machen Schule mit Gaby Groß und Anne Kreim Moderation durch Hans-Peter Hauke Thesenprotokoll von Ariane Raad Zentrale Thesen Die Leistung und aktive Arbeit der Eltern muss gesellschaftlich anerkannt werden. Verbesserung des politischen und gesellschaftlichen Bewusstseins für Modellprojekte und Schulreformen. Bereitschaft der Lehrer für Änderungen muss erhöht werden. Bessere Absprachen und Mitspracherechte zwischen Schulleitung, Lehrern, Schülern und Eltern. Heterogenität der Projekte und Schulinitiativen muss als Chance begriffen werden. Einführung eines„lebenslangen Lernbegleiters“, da Lernen als Prozess aufgefasst werden muss. Feststellungen und Forderungen Weder sind alternative Schulsysteme weitreichend bekannt, noch wissen die meisten Eltern wie das Schulsystem funktioniert. Es ist wichtig Öffentlichkeit zu schaffen und die Medien dabei so gut es geht für Sensibilisierung und Aufklärung zu verwenden. Zudem ist es schwer damit umzugehen, dass die Zuständigkeiten innerhalb der Bildung hin- und hergeschoben werden (Bund, Länder...). Der Schulsozialarbeit soll mehr Aufmerksamkeit und Beachtung geschenkt werden. Es sollten für direkte Jugendhilfe neue Stellen mit entsprechender Ausbildung geschaffen werden, die von der Stadt oder vom Land finanziert sind und mit denen beispielsweise Ergotherapeuten, Berufseinstiegsbegleiter oder lebenslange Lernbegleiter eingestellt werden können. Auch sollen Fördervereine mehr Unterstützung bekommen – ohne dass sie dabei jedoch die gesamte Verantwortung für das Bildungssystem tragen müssen. Zudem bestehen Schwierigkeiten für Eltern, die ihren Kinder eine andere Schulmöglichkeit geben wollen und die in Stadtteilen leben, in denen sie mit ihrer Unzufriedenheit bezogen auf die herkömmlichen Schulen relativ isoliert sind. Reaktionen auf den Bildungskongress: Der Rentner Friedrich Stark war von den Diskussionen und speziell vom Vortrag von Prof. Dr. Rita Süssmuth sehr angetan. Obwohl er primär aus dem naturwissenschaftlichen Fachbereich stamme, sei er auch interessiert an Pädagogik und habe durch den Bildungskongress die Vielseitigkeit von Reformmodellen und Initiativen erfahren können. Er selbst habe am Forum III „Schüler machen Schule“ teilgenommen, weil er das selbständige Lernmodell der Schüler als besonders spannendes Reform- und Organisationsprojekt betrachte. Er könne sich selbst gut vorstellen als Lehrer oder Mitarbeiter einige Stunden in der Woche mitzuarbeiten, um das Projekt zu unterstützen. Gleichwohl betonte er, dass es nach seiner Ansicht von signifikanter Bedeutung sei, die Koordinierung von solchen Initiativen zu bündeln und breitere Netzwerke zu etablieren. Dadurch könne man sich mehr Gehör in der Öffentlichkeit verschaffen und seine berechtigten Anliegen besser artikulieren. Susanne Pressel, Haushaltswissenschaftlerin, fand die Atmosphäre und die verschiedenen Foren, die während des Bildungskongresses angeboten wurden, sehr informativ und lehrreich. Sie selbst habe das Forum IV„Kommune macht Schule“ besucht und dadurch einen ersten Einblick in kommunale Schulprojekte erhalten. Als Außenstehende, die weniger Kenntnis von pädagogischen Initiativen und Reformprojekten besitze, sei es ihr ein Anliegen gewesen vor allem mit Gesprächspartnern in Kontakt zu kommen, die weitere Informationen und Hintergründe liefern konnten. Während der Mittagspause habe sie im kleinen Kreis interessante Themen- wie Integrationsmodelle- ausgiebig diskutieren können. Zudem hätten die zahlreichen Stände im Foyer hilfreiche Informationen und konkrete Daten zur späteren Kontaktaufnahme gegeben. Zusammenfassend könne sie sagen, dass der Bildungskongress als Initialzündung für zukünftige Vernetzungen im Hinblick auf neue Initiativen und schulische Reformmodelle einen wichtigen Beitrag geleistet habe. Pressebericht Stuttgarter Nachrichten 16.3.2009 Süssmuth: Kinder erreichen Länger gemeinsam lernen Deutschland hat ein Bildungsproblem: Chancenungleichheit für Kinder mit Migrationshintergrund oder aus armen Familien, zu viele Schulabbrecher, zu wenig Studenten. An fruchtbaren Lösungsansätzen mangelt es. ExBundestagspräsidentin Rita Süssmuth machte beim 2. Bildungskongress des Fritz-ErlerForums neue Vorschläge. VON I\ARLA SCHAIRER "Woran fehlt es eigentlich?" Rita Süssmuth liefert auf diese Frage zum Auftakt Antwor . ten, die für Diskussionsstoff sorgen. Noch stelle die Bildungspolitik durch ihre Bildungsstandards einen Hemmfaktor dar, klagt sie am Samstag im Haus der Architekten."Der Faktor Mensch ist der entscheidende. Es geht um Leistungsstandards, aber nicht um die Frage: Was ist der Mensch, das Kind, der Erwachsene, für ein Wesen?" Die Erziehungswissenschaftlerin Süssmuth sagt:" Veränderung ist möglich." Die Bildungspolitiker müssten erkennen, dass sie nicht nur für Funktionales, sondern für den ganzen Menschen da seien. Wer Menschen emotional und sozial erreiche, finde auch kognitiv zu ihnen. Integration laute die Lösung."Teilhabe bedeutet mehr, als nur Zugang zu haben, sondern auch das Gefühl zu haben, dazuzugehören." Das beziehe sich nicht nur auf Migrantenkinder. Zu beobachten sei leider ein"allgemeines Auseinanderdriften", unter anderem durch das frühe Einteilen der Kinder für die weiterführenden Schulen. Deshalb fordert Süssmuth: "Wir müssen dahin kommen, länger gemeinsam zu lernen" - milieuübergrei fend, voneinander und miteinander. Stets werde befürchtet, dass gute Schüler durch die schlechteren gebremst würden, dabei führe die Zusammenballung der Schwächeren nur dazu, dass sich ihre Chancen verringerten."Die schlechteren Schüler sind nur deshalb schwächer, weil sie nicht genügend gefördert werden." Die Vorteile gemischter Gruppierungen würden nicht gesehen."Die stärkeren können von den schwächeren Schülern lernen!" Zum Abschluss appelliert sie:"Seien Sie anspruchsvoll, gegenüber sich selbst und den Kindern!" Dadurch könnten sie besser werden. '\ Bericht in der Mitgliederzeitung der GEW, April 2009 KUIL berichtet / ff ctr. A-do::,I s t t = &S .~ Süssmuth appellien: an neue Schulpolitik in Baden-Württernberg Am 14. Mär-Lfand im Stuttganer Haus der Architekten der zweite Bildungskongress der Fric::drichEbert-Stiftung(FSE) Baden-WÜlttemberg statt. Rund 200 Schüler/innen. Lehn:r/innen. Eltern, Kommunal. und WlrtschaftsV'enreter/in. nm und weitere Bildungsaktive aus ganz:Baden-Württemberg riefen dabei zu einer neuen Schulpolitik im Land auf. Es müsse endlich Schluss sein mit der frühen Trennung von Kindern aufgrund von angeblich unterschiedlichen Begabungen und Voraussetzungen. Auch die Ausgliederung von Kindern mit Behinderungen in Sondereinrichcungc::n müsse überwunden werden. Prominente Unterstützung und Zuspruch erhielten die Teilnehmer/innen von der ehemaligen Bundestagspräsidentin Prof. . Süssrnuthermuntertedie TdlnehDr. Rita Süssmuth.»Veränderunmcr/inn~ auch, in ihrem Engagegen in der Schule hin zu längerem ment fllr bessere.Bildungscbancen gemeinsamem Lernen sind nötig fiir alle Kinder nidle nachzulassen. und gewünscht man muss. sie nur "Mischen-Sie$icllweiter;~in und endlich auch zu1assen.Auch~ine suchen ,S"ie:.:sicli~v:ijbündek; Die ,..... modeme Pädagogik stößdm bestenotWendigen Veranderungen in henden System an Gre.nzen",sagtc::.. der Bi1dun~1>olitik lassen sich nur Siissmuth. Längeres gemeinsames durCh eine: breite Bewegung von Lemen und die individuelle Förde. unten erreichen. Die offizielle Bilrung jedes einzelnen Kindes fUhrten zu besseren Bildungschancen. Schließlich dient: das gemeinsame Lernen in einer Schule auch dem Zid. die Gesellschaft gemeinsam dungspolitik ist leider oft ein Hc::nunschuhfUr Innovation, anStattihr Promotor zu sein.'"In den Foren am Nachmittag wurde lebhaft diskutiere,wdche Reform-Imdemokratisch zu gestalten."Für die Zukunft unserer Gesellschaft ist es unumgänglich, milieu. und kulturpulse Eltern, Schüler/innen, die W11'tschaft und die Komn1unc: innerhalb des Systems, aber auch übergr~ifende Erfahrungen zu auf neuen Wc::genaußerhalb der sammeln. Wo, wenn nicht in der besrehenden systemischen GrenSchule, ist das sonst möglich?" zen einbringenkönnen. Anhang: Tagungsprogramm 10:30 Empfang 10:45 Begrüßung durch Dr. Christine Arbogast, Friedrich-Ebert-Stiftung Stuttgart 11:00 Einführungsvortrag Bildung und Integration – Was kann und muss unsere Gesellschaft leisten? Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. 11:30 Podiumsrunde Themeneinführung zu den Nachmittagsforen mit Claudia Diez, Schulleiterin und Mitglied des Schulleitungsteams der Integrativen Waldorfschule Emmendingen e.V. Tim Wenniges, Südwestmetall, Verband der Metall- und Elektroindustrie BadenWürttemberg e.V. Lenya Bock, Studentin, die 2007 mit 9 Mistreitern die Schule verlassen hat, um sich in Eigenregie auf das Abi vorzubereiten, Methodos e.V. Gabriele Warminski-Leitheußer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung in Mannheim Muammer Akin, Geschäftsführer und Schulleiter der Bil-Privatschule in Stuttgart Gaby Groß, Freie Aktive Schule Stuttgart Moderation Dr. Frank Mentrup, MdL, Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion 12:30 Mittagsimbiss und Gelegenheit zum informellen Austausch 13:30 Forum I: Integration macht Schule, mit Claudia Diez und Edgar Bohn Moderation: Norbert Zeller, Mdl Forum II: Wirtschaft macht Schule, mit Phillip Glatt, Joachim Ruth und Claus Munkwitz Moderation: Wolfgang Klenk, Breuninger-Stiftung Forum III: Schüler machen Schule, mit Lenya Bock und Max Träger Moderation: Ute Kratzmeier, Referentin allgemein bildende Schulen GEW Forum IV: Kommunen machen Schule, mit Gabriele Warminski-Leitheußer Moderation: Marita Gröger, schulpolitische Sprecherin der SPD Gemeinderatsfraktion Forum V: Eltern machen Schule, mit Gaby Groß und Anne Kreim Moderation: Hans-Peter Hauke, SWR 15:30 Schlussworte Frank Mentrup und Christine Arbogast