Die Chefs im Gespräch Fritz-Erler-Forum Die Chefs im Gespräch Retten oder nicht retten? Wie viel Staatsgeld braucht die Wirtschaft Jugendliche und junge Erwachsene diskutieren mit Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertretern am Freitag, 27. November 2009 im Gewerkschaftshaus Mannheim Veranstaltungsinformation des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung Überblick Einführung Dr. Christine Arbogast, Fritz-Erler-Forum Stuttgart Als Vertreter von Wirtschaft und Gewerkschaft stellten sich der Diskussion: Klaus Stein, Geschäftsführer IG Metall Mannheim Ingolf Prüfer Personalleiter John Deere Am Gespräch beteiligten sich Schülerinnen und Schüler folgender Schulen: Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium Mannheim Auguste Pattberg Gymnasium Mosbach Kurpfalz Gymnasium Mannheim Moderation : Jochen Häussermann-Schuler, klip AG Anhang: Programm Themenschwerpunkte Zusammenfassung der Diskussion Feed-back und Auswertung Impressum Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung 70182 Stuttgart, Werastraße 24 www.fritz-erler-forum.de 2 Programm zur Diskussion Die Chefs im Gespräch Retten oder nicht retten? Wie viel Staatsgeld braucht die Wirtschaft? 10:00 Begrüßung durch Dr. Christine Arbogast, Friedrich-Ebert-Stiftung Ziel der Veranstaltung Vorstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung 10:15 Vorstellung und„Spielregeln“ Vorstellung des Moderators Erläuterung des Programmablaufs samt„Spielregeln“ Vorstellung der Gesprächspartner 10:20 Themenvorbereitung Ausschnitt aus der Kabarettsendung„Neues aus der Anstalt“ Gruppenarbeit zur Vorbereitung der Diskussion Sammeln von Argumenten, Beispielen und Fragen 11:00 Diskussion mit Klaus Stein und Ingolf Prüfer 12:45 Schlussrunde Blick zurück – Blick nach vorn Verabschiedung, Feed-back 3 Themenschwerpunkte Weltweit haben Regierungen Milliardenbeträge für die in der Finanzkrise gebeutelten Geldinstitute zur Verfügung gestellt. Und auch für andere Branchen sind reichlich Mittel geflossen. In Deutschland versuchte die Bundesregierung mit zwei großen Konjunkturpaketen die Krise abzumildern. Zu den Maßnahmen gehörten die Abwrackprämie oder auch die befristete Neuregelung für das Kurzarbeitergeld. Ob und inwieweit diese und weitere Rettungsmaßnahmen wirtschaftlich und sozial notwendig sind, darüber gehen die Meinungen auseinander. Insbesondere im Fall Opel gab und gibt es kontroverse Debatten. Ist es grundsätzlich sinnvoll, Betriebe mit staatlichen Mitteln zu unterstützen, um den Abbau von Arbeitsplätzen zu verhindern? Oder gehört es zu den normalen und quasi gesunden Prozessen einer Marktwirtschaft, dass Firmen und Großkonzerne pleite gehen? Wie viel staatliche Unterstützung braucht unsere Wirtschaft tatsächlich? Über diese Fragen und über das Für und Wider der einzelnen Positionen sind wir mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch gegangen. 4 Diskussion – Statements der Beteiligten ‐ Vor der Vergabe von Hilfsgeldern muss es eine angemessene Wirtschaftlichkeitsprüfung bedrohter Unternehmen geben.(Schülerin) ‐ Es gibt eine gesellschaftliche Verantwortung zur Rettung von Opel, um Schaden von den Betroffenen abzuwenden.( Stein) ‐ Unklar, wo Grenzen gezogen werden sollen: Die Gesellschaft muss entscheiden, was sie sich von Hilfe verspricht: Nach Steins Meinung sollen Unternehmen Gewinn machen, aber v.a. deshalb, um die Gelder in Forschung zu investieren. ‐ Wenn Unternehmen Fehlentscheidungen treffen(und der Staat die Probleme beheben muss), dann muss der Staat und die Arbeitnehmer zukünftig mehr Verantwortung tragen dürfen.(Stein) ‐ Staatshilfen für die Wirtschaft sind angemessen, weil es in den meisten Fällen günstiger ist als soziale Hilfsgelder aller Art für potentielle Arbeitslose.(Schüler) ‐ Nicht nur die größeren Unternehmen müssen unterstützt und geschützt werden, kleinere und mittlere Unternehmen haben es genauso nötig.(Schüler) ‐ Wettbewerbsregeln müssen eingehalten werden. Es kann nicht sein, dass wegen der Sicherung der Arbeitsplätze ein Wettbewerber gegenüber dem anderen bevorzugt wird!(Prüfer) ‐ Bei der Bankenkrise waren die Kriterien egal, es musste gerettet werden, was zu retten war.(Schüler) ‐ „Die Gier ist ein gesellschaftliches Phänomen“(und nicht allein nur jenes der Finanzindustrie).(Prüfer) ‐ Im Sinne des Liberalismus ist die Krise auch eine Chance, die Überkapazitäten abzubauen.(Schülerin) ‐ Wie verbindet man den unternehmerischen Anspruch, Gewinn zu machen, mit dem gesellschaftlichen Anspruch, dass dieses Unternehmen ihr(der Gesellschaft) gut tut? (Stein) ‐ Unternehmen müssen eine langfristige Strategie haben, eine Maßnahme dagegen wäre, dass die DAX-Unternehmen nicht vierteljährliche- sondern ganzjährige Berichte über ihre Profitabilität ablegen müssten.(Prüfer) 5 ‐ Probleme sind oft aufgestaute Subventionsprogramme, die Abhängigkeiten geschaffen haben, die man deshalb nun nicht einfach abschaffen kann, ohne dass es die entsprechenden Unternehmen nun nicht existentiell bedrohen würde. Subventionen müssen zukünftig zeitlich begrenzt werden.(Prüfer) ‐ Oftmals betriebswirtschaftliche vs. gesellschaftliche Interessen.(Moderator Häussermann-Schuler) ‐ Subventionen sind nicht gut, denn gleiche Chancen für alle!(Stein) ‐ Die Nachfrage müsste gestärkt werden, um Zukunftstechnologien zu fördern.(Schüler) ‐ Nachfrage ankurbeln? Gefahr des Teufelskreises!(Prüfer) ‐ Die Gesellschaft müsste per Volksentscheid entscheiden, ob Zukunftstechnologien subventioniert werden müssten, eine Kommission sollte dann bestimmen, wohin die Subventionen fließen, so dass ein Unternehmen, das nachhaltig arbeitet und in ökologische Technologien investiert, vom Staat großzügige Investitionen bekäme.(Stein) ‐ Die meisten unternehmerischen Investitionen laufen ins Leere, aber das ist unternehmerisches Risiko.(Prüfer) ‐ Die Politik müsste die Unternehmenssteuer anders strukturieren. Außerdem müssten junge Familien bei der Einkommenssteuer deutlich entlastet werden, um im Gegenzug die älteren Bürgerinnen und Bürger zu belasten.(Prüfer) ‐ Investitionen in Forschung, Bildung und Qualifikation müssten umgesetzt werden, so würde man die Profitabilität steigern.(Stein) ‐ Jeder muss selber entscheiden, ob ein Unternehmen für eine Gesellschaft(oder umgekehrt) da ist!(Stein) ‐ Sicher ist, dass das persönliche Gewinnstreben nicht Alles im Leben ist!(Stein) ‐ Gesellschaft bedeutet, dass man sich über die grundsätzlichen Regeln gemeinsam einigt.(s.o.„Volksentscheid“)(Stein) mêçíçâçääW=g~åJeÉåêáâ=hê~ãÉê Klaus Stein 6 Ingolf Prüfer Auswertung und Feed-Back Die Fragen, die bepunktet wurden(von links nach rechts): Haben Sie etwas Neues erfahren? Wie fanden Sie die Diskussion? Wie waren die Gäste? Wie fanden sie Ablauf und Organisation? 7 Rückmeldungen der Lehrkraft zur Diskussion Die Chefs im Gespräch Retten oder nicht retten? Wie viel Staatsgeld braucht die Wirtschaft tatsächlich? Die Atmosphäre bei der Veranstaltung war 1 x Gut mittel schlecht Der zeitliche Rahmen der Veranstaltung war 1 x richtig zu lang zu kurz Der Veranstaltungsort und die Räumlichkeiten waren 1 x Gut mittel schlecht Das Gesprächsklima war 1 x Gut mittel schlecht Die Gesprächspartner waren 1 x Gut mittel schlecht Besonders Herr Prüfer hat Eindruck hinterlassen! Die Diskussion knüpft an Unterrichtsthemen an X Ja Nein Können Sie sich vorstellen an einer Fortsetzungsveranstaltung unter dem Motto„Die Chefs im Gespräch“ mit Ihren Schüler/innen teilzunehmen? X Ja Nein Wenn ja, was wären für Sie wichtige Themen, die bearbeitet werden müssten? Demographischer Wandel Internationale Politik Welche Zeiträume im Jahr und welche Uhrzeiten sind dafür günstig? Oktober/ Januar/ Juli 10-13 Uhr Wenn nein, was spricht gegen eine erneute Beteiligung? keine Angaben 8 Rückmeldungen der Schüler/innen zur Diskussion Die Chefs im Gespräch Retten oder nicht retten? Wie viel Staatsgeld braucht die Wirtschaft tatsächlich? Die Atmosphäre bei der Veranstaltung war 13 X 3 X Gut mittel schlecht Der zeitliche Rahmen der Veranstaltung war 12 X 4 X richtig zu lang zu kurz Der Veranstaltungsort und die Räumlichkeiten waren 10 X 6 X Gut mittel schlecht Das Gesprächsklima war 8 X 8 X Gut mittel schlecht Die Gesprächspartner waren 11 X 5 X Gut mittel schlecht Die diskutierten Themen sind wichtig 13 X 3 X sehr etwas gar nicht Ich habe Neues erfahren 12 X 4 X viel etwas gar nichts Die Diskussionsthemen betreffen mich persönlich 8 X 8 X Ja Nein Ich möchte auch an weiteren solchen Veranstaltungen teilnehmen 4 X 12 X Ja Nein Wenn ja, interessieren mich folgende Themen: Bildung/ Klimawandel/ Social Business/ Umdenken in der Wirtschaft Wenn nein, was spricht gegen eine erneute Beteiligung? Keine Angaben 9