Bildungspolitik Fritz-Erler-Forum Enzkreis und Stadt Pforzheim Dossier zur Schulentwicklungsplanung Tragfähigkeit und Versorgungsleistung der Schulen 2010-2020/25 Tino Bargel/ Holger Bargel Publikation des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung Tino Bargel(Jg. 1943), Dipl. Soz. nach Studium in Bonn, Tübingen und Berlin; Mitarbeit im internationalen Projekt zur Hochschulsozialisation an der Universität Konstanz; später Ko-Leiter des bundesweiten Studierendensurveys. Mit-Begründer des Arbeitskreises"Qualität von Schule"; verschiedene Untersuchungen und Gutachten zur Schulentwicklung. Holger Bargel(Jg. 1975), M.A. Soziologie nach Studium in Konstanz; Wiss. Mitarbeiter der Universität Konstanz (AG Hochschulforschung und Kooperationsprojekt Absolventenstudien), auch an der Forschungsstelle informationstechnische Bildung(Konstanz). Ab 2010 im Projekt„Lernen vor Ort“ Aufbau eines Bildungsmonitorings in Frankfurt/Main. Impressum Friedrich-Ebert-Stiftung Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung Werastraße 24, 70182 Stuttgart Verantwortlich: Dr. Sabine Fandrych Tel.: 0711- 24 83 94 40 Fax: 0711 – 24 83 94 50 info.stuttgart@fes.de www.fritz-erler-forum.de © Friedrich-Ebert-Stiftung Die in dieser Publikation zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind nicht notwendigerweise die der Friedrich-Ebert-Stiftung 2 Überblick Vorab................................................................................................................................................ 4 Notiz zum Enzkreis und zur Stadt Pforzheim.................................................................................... 5 1 Kriterien und Modelle zur Schulentwicklung................................................................................ 7 2 Bestand und Probleme der Schulen............................................................................................ 8 3 Demographisches Potential: Bevölkerung und Lebendgeborene.............................................. 15 4 Übergangsverhalten und Schulwahlen....................................................................................... 20 5 Fortschreibung des gegliederten Schulwesens......................................................................... 24 6 Alternativen für die Schulentwicklung........................................................................................ 30 7 Leistungsvergleich zur Schulversorgung und Optionen............................................................. 35 8 Bilanz und Empfehlungen.......................................................................................................... 39 Tabellenverzeichnis........................................................................................................................ 42 Kartenverzeichnis........................................................................................................................... 43 3 Vorab Bildung ist mehr denn je der Schlüssel zu individuell erfolgreicher Lebensgestaltung, gesellschaftlicher Entwicklung und zum volkswirtschaftlichen Erfolg. Zentraler Ort der Bildung und des Lernens ist die Schule. Jedes Kind hat Anspruch auf bestmögliche Bildung. Kinder brauchen eine Schule, die stark macht, gerecht ist, Leistung fördert und dennoch Spaß macht. Und sie brauchen sie vor Ort. Wohnortnah bestmögliche Bildungsangebote vorzuhalten und gleiche Chancen für Kinder und Jugendliche in Stadt und Land zu gewährleisten, muss ein zentrales Anliegen unserer Gesellschaft sein und bleiben. Schulen im ländlichen Raum sehen sich jedoch besonderen Schwierigkeiten gegenüber: Der Rückgang der Schülerzahlen, teils massive Veränderungen in den Übergangsquoten zu den drei weiterführenden Schulformen und Sparzwänge sind Herausforderungen, die neue Wege erfordern. Um diese Problematik genauer zu untersuchen, hat das Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg, Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung, verschiedene Studien in Auftrag gegeben, die basierend auf einem landesweiten Gutachten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft(GEW) zur regionalen Schulentwicklung die konkreten Auswirkungen der zurückgehenden Schülerzahlen auf die Schulstandorte in Waldshut, Tübingen, Reutlingen, Hohenlohe, Pforzheim und Enzkreis analysieren. Die von Tino und Holger Bargel verfasste Publikationsreihe zeigt nachdrücklich, dass ein wohnortnahes Angebot weiterführender Schulen in ländlichen Regionen Baden-Württembergs nur dann zu erreichen ist, wenn alternative Konzepte des längeren gemeinsamen Lernens umgesetzt werden, und neue Schulformen zur Anwendung kommen. Ansonsten werden sich mittelfristig viele Orte nicht als Standorte für weiterführende Schulen halten lassen. Dagegen verdichtet sich die vergleichsweise hohe Konzentration aller Schulformen in den Städten. Das vorliegende Dossier zur Schulentwicklungsplanung für den Enzkreis und die Stadt Pforzheim zeigt darüber hinaus auf, dass durch die Entwicklung von alternativen Schulformen nicht nur die Effizienz der Schulen besser gewährleistet werden kann, z. B. im Ganztagsbereich, im Fachprofil und im breiteren kulturellen Angebot, sondern auch die Zahl der Ausbildungspendler und die Kosten verringert werden könnten. Schließlich wird durch eine solche Modernisierung das Bildungsklima verbessert und die Bereitschaft zum Schulbesuch bei Bildungsaufsteigern erhöht. Wir hoffen, dass wir mit den vorliegenden Studien zu einer sachlichen und konstruktiven Debatte über die Reform des Bildungswesens in Baden-Württemberg beitragen können. Dr. Sabine Fandrych Leiterin Fritz-Erler-Forum Baden Württemberg Dezember 2010 4 Notiz zum Enzkreis und zur Stadt Pforzheim Der Enzkreis umfasst nahezu vollständig die Stadt Pforzheim. Zum Enzkreis gehören 28 Gemeinden mit insgesamt 194.554 Einwohnern. Die Stadt Pforzheim weist 119.788 Einwohner auf. Der Stadt Pforzheim ist nicht nur ein eigenständiger Stadtkreis, sondern auch Sitz des Landratsamtes des Enzkreises und Oberzentrum für die Region Nordschwarzwald. Im Enzkreis fungieren fünf Orte als Stadt, von denen einzig Mühlacker mit 25.512 Einwohnern größer ist. Die anderen vier Städte haben weniger als 10.000 Einwohner(Knittlingen, Neuenbürg, Maulbronn und Heimsheim). Die anderen 23 Orte im Landkreis gelten als Gemeinden, darunter 4 Gemeinden mit etwas mehr als 10.000 Einwohner(Birkenfeld, Niefern-Öschelbronn, Remchingen und Straubenhardt), aber auch 4 Gemeinden mit weniger als 3.000 Einwohnern(Mönsheim, Sternenfels, Wimsheim und Wurmberg). Der Enzkreis gehört mit 339 Einw./km 2 zu den dichter besiedelten Landesteilen. Insgesamt umfasst er eine Fläche von 777 km 2 , die Stadt Pforzheim von 98 km 2 . Pforzheim ist in 16 Stadtteile unterteilt, wobei fünf der in den 1970er Jahren eingegliederten Gemeinden einen Ortschaftsrat und eine Ortsverwaltung haben(Büchenbronn, Eutingen, Hohenwart, Huchenfeld und Würm); die früher eingemeindeten Dörfer Brötzingen und Dillweißenstein haben dies nicht vorzuweisen. Der Enzkreis ist durch seine landschaftliche Vielfalt als Wohnplatz und auch als Wirtschaftsstandort attraktiv. Die Wirtschaftsstruktur ist geprägt durch leistungsstarke mittelständische Unternehmen, vor allem in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau, Metallverarbeitung, Medizintechnik und Elektrotechnik. Eine größere Rolle spielt die Zulieferfunktion für die Industrie in den Ballungsgebieten Stuttgart und Karlsruhe. Die Stadt Pforzheim hat als Oberzentrum eine hohe Industriedichte. Bekannt ist sie wegen ihrer Goldschmiedetradition(Beiname"Goldstadt"); aber die Uhren- und Schmuckherstellung dominiert nicht mehr. Neben der Metallverarbeitung, der Elektronik und der Elektrotechnik hat der Versandhandel eine führende Position inne – drei große Versandhäuser. 2009 hatte die Stadt mit 9% die höchste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg, weil sich die Wirtschaftskrise auf Produktion und Konsum stark ausgewirkt hat. Die administrative und die ökonomische Verzahnung zwischen der Stadt Pforzheim und dem Enzkreis ist eng. Durch das Kreisgebiet führt die Autobahn Karlsruhe-Stuttgart(BAB 8), mit Ausfahrten nach Pforzheim. Mitten durch den Kreis und die Stadt fließt die Enz und teilt beide in zwei Hälften. Der Enzkreis ist in drei Verwaltungsgemeinschaften und vier Gemeindeverwaltungsverbände, unterteilt. Es handelt sich um folgende Zusammenschlüsse von insgesamt 20 Gemeinden, die alle auch den Rahmen für Kooperationen im Schulbereich abgeben und die planerische Grundlage für Bildungsregionen darstellen. 1. Gemeindeverwaltungsverband"Heckengäu": Friolzheim, Mönsheim, Wiernsheim, Wimsheim, Wurmberg und Stadt Heimsheim(sechs Gemeinden), 2. Gemeindeverwaltungsverband"Kämpfelbachtal": Königsbach-Stein, Kämpfelbach und Eisingen(drei Gemeinden), 3. Verwaltungsgemeinschaft Stadt Maulbronn mit Sternenfels(zwei Gemeinden), 4. Verwaltungsgemeinschaft Stadt Mühlacker mit Ötisheim(zwei Gemeinden), 5. Verwaltungsgemeinschaft Stadt Neuenbürg mit Engelsbrand(zwei Gemeinden), 5 6. Gemeindeverwaltungsverband Neulingen mit Kieselbronn und Ölbronn-Dürrn(drei Gemeinden), 7. Gemeindeverwaltungsverband Tiefenbronn und Neuhausen(zwei Gemeinden). Das Schulangebot der 28 Gemeinden im Enzkreis beläuft sich insgesamt auf 103 allgemeinbildende Schulen, darunter 8 private Schulen. In der Stadt Pforzheim bestehen 51 allgemeinbildende Schulen, davon 6 private(Stand 2008/09). In der Sekundarstufe überwiegen quantitativ noch die Hauptschulen mit 13 öffentlichen Schulen in Pforzheim und 23 im Enzkreis; unter den insgesamt 36 Hauptschulen führen neun die 10. Klasse der Werkrealschule, davon nur eine Hauptschule in Pforzheim. Öffentliche Realschulen bestehen neun im Enzkreis und vier in Pforzheim. An öffentlichen Gymnasien sind sechs im Enzkreis und fünf in Pforzheim vertreten. Bereits zum Schuljahr 2008/09 sind nach einer Aufstellung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg(MKS) im Enzkreis 19 der 23 Hauptschulen nur noch einzügig, in der Stadt Pforzheim 9 der 13 Hauptschulen, was einem Anteil von 84% bzw. 69% des Angebotes dieser Schulform entspricht. Alle diese Hauptschulen befinden sich unter einem starken Problemdruck und sind in ihrem Bestand gefährdet. Denn nach den Vorgaben des Landes kommen sie für die neue Haupt-/Werkrealschule durchweg nicht in Frage, da diese Schule zumindest zweizügig(mit 36 und mehr Schüler/innen im Jahrgang) geführt werden sollte. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen nimmt im Enzkreis weiter ab, während in der Stadt Pforzheim deren Zahl in den letzten Jahren nahezu unverändert geblieben ist. Die Zahl der Lebendgeborenen ist im Enzkreis auf 1.463 gesunken, in der Stadt Pforzheim bei 1.040 stabil geblieben (2009). Angesichts der niedrigen Geburtenraten(deutlich unter 1,0%) sowie des leichten Rückgangs bei der Bevölkerung im Enzkreis wie in der Stadt Pforzheim kann von einer Zunahme in den Altersgruppen unter 20 Jahren bis zum Jahre 2030 nicht ausgegangen werden. Der Trend einer Abnahme der Kinder- und Jugendlichen im Schulalter wird sich in den kommenden zehn Jahren mehr oder weniger stark fortsetzen. Als Prognosewerte für die nachhaltige Schulentwicklung werden für die Jahre bis 2020/25 auf der Basis der Lebendgeborenen(Mittel 2007-2009) angesetzt: - für den Enzkreis 1.500 Schüler/innen, - für die Stadt Pforzheim 1.050 Schüler/innen, Diese Größenordnungen sind im Mittel als Zugangsjahrgang für die Sekundarstufe zu erwarten; sie werden als"demographisches Potential" bezeichnet. 6 1 Kriterien und Modelle zur Schulentwicklung Die beiden zentralen Größen des Schulwesens sind die Bildungsgänge und die Zertifikate. Ihre jeweils spezifischen Konfigurationen werden als"Schulen" bzw."Schularten", auch mit unterschiedlichen Profilen, gefasst. Dabei können traditionelle Formen von Schulen angesichts neuer Entwicklungen und Herausforderungen in ihrer Struktur und Tragfähigkeit problematisch werden. Das Schulangebot sollte wohnortnah, tragfähig, stabil, gerecht und anspruchsvoll ausgelegt sein. Darin sind die entscheidenden fünf Kriterien für die Versorgungsleistung zu sehen und daran hat sich die Leistungsfähigkeit im Sinne der Schulversorgung zu bemessen. Für die Tragfähigkeit sind die Vorgaben für Klassengrößen und Klassenteiler maßgeblich. Dafür werden die offiziellen Vorgaben herangezogen. Für die Klassengröße sind als Mindestzahl 16 Schüler/innen vorgesehen. Eine stabile, tragfähige voll ausgebaute Schule mit allen Möglichkeiten fachlicher Differenzierung sollte zwei Züge umfassen, d.h. zumindest 31 Schüler/innen pro Klassenstufe. Das gilt grundsätzlich für alle Schularten der Sekundarstufe, sei es die Hauptschule bzw. Werkrealschule, die Realschule oder das Gymnasium. Dieser Klassenteiler steht immer wieder zur Diskussion und kann sich in Zukunft in gewissem Rahmen ändern, d.h. möglicherweise auf 28 Schüler/innen abgesenkt werden. In der Sekundarstufe stehen sich grundsätzlich drei Modelle zur Gestaltung und Aufteilung des Schulangebotes gegenüber: zum einen das"gegliederte Modell" mit drei Schularten, das an der Aufteilung nach Hauptschule, Realschule und Gymnasium mehr oder weniger strikt festhält, zum zweiten als Alternative das"Zwei-Säulen Modell", das die Bildungsgänge der Hauptund Realschulen zusammenführt unter Wahrung der Gymnasien, entweder als"Regional-" oder"Mittelschule", hier als"Verbundschule" bezeichnet, zum dritten als weitestgehende Alternative das"integrierte Modell", in dem alle Kinder eine Schule der Sekundarstufe gemeinsam besuchen; sie wird oft als"Gemeinschafts-" oder "Gesamtschule", hier als"Sekundarschule" bezeichnet. Zu berücksichtigen ist, dass bei Themen und Problemen der Schulqualität Änderungen der Schulstrukturen nicht als alleinige Lösung angesehen werden können. Vielmehr spielt ein Bündel von Bedingungen dafür eine Rolle. Es ist nicht allein mit strukturellen Maßnahmen der Umorganisation getan, sondern die Lehrkräfte brauchen ebenfalls eine geeignete Ausbildung und die Schulen hinreichende Unterstützung sowie genügend Ressourcen an Zeit, Stellen und Mitteln. Eine regionalisierte Schulentwicklung stellt die unterschiedlichen Verhältnisse in den einzelnen Kreisen in Rechnung und setzt nicht für alle Verhältnisse ein gleiches Modell an. Damit eröffnet sie den Gemeinden unterschiedliche Optionen und zeigt mögliche Alternativen auf. Die Prognosen und Analysen gehen stets von den einzelnen Schulen und Gemeinden aus. Sie sind demnach grundsätzlich kommunal ausgerichtet. Sie berücksichtigen aber ebenso die Nachbarschaft von Schulen und Gemeinden, weil durch Zusammenführungen oder Kooperationen Schulen gesichert oder neue Angebote gemeinsam vorgehalten werden können. Für diese Absicht wurde das Konzept der Bildungsregion entwickelt: Sie stellen eine Einheit von einer oder mehreren Gemeinden eines Kreises dar, in der jeweils zumindest alle Bildungsgänge und Abschlüsse der Sekundarstufe angeboten und absolviert werden können. Sie bilden damit auch den Rahmen für Netzwerke, Aktivitäten und Kooperationen. 7 2 Bestand und Probleme der Schulen Die Ausgangslage der Schulversorgung dient als Maßstab für den weiteren Weg und die zukünftigen Möglichkeiten, die Schulangebote wohnortnah, tragfähig, stabil, gerecht und anspruchsvoll zu verteilen. Nachfolgend wird das Schulangebot des Enzkreises und der Stadt Pforzheim behandelt, wobei das öffentliche Angebot in der Sekundarstufe im Mittelpunkt steht. 2.1 Struktur und Verteilung des Schulangebotes Die Konstellation zur Schulentwicklung für eine Kommune und ihr regionales Umfeld ergibt sich aus drei Größen, die zur Bestimmung des Zustandes der Schullandschaft wie zur Einschätzung ihrer möglichen Zukunft gleichermaßen wichtig sind: der Schulbestand- mit den jeweiligen Klassen und Zügigkeiten; die Schülerzahlen- insgesamt und in den einzelnen Klassenstufen; die Übergänge- absolut und als Quote- in die Schularten der Sekundarstufe. Zu diesen drei Feldern werden nachfolgend die gegenwärtigen Verhältnisse dargestellt(in der Regel bezogen auf das Schuljahr 2008/09). Unter den allgemeinbildenden Schulen werden 2008/09 im Enzkreis 54 als Grundschulen geführt. Sie umfassen somit gut die Hälfte der insgesamt 103 allgemeinbildenden Schulen(öffentliche und private zusammen). Die Hauptschulen weisen 25 auf, davon 23 in öffentlicher Trägerschaft. Die bisherige Werkrealschule, hier gezählt als Hauptschule mit 10. Klasse der Werkrealschule, war im Kreis achtmal vertreten, verteilt auf sieben Gemeinden. Im Kreis bestehen 11 Realschulen, davon sind 9 öffentlich; die Zahl der Gymnasien beträgt nur 6 im Kreis, alle befinden sich in öffentlicher Trägerschaft. In der Stadt Pforzheim sind alle Schulangebote der Sekundarstufe mehrfach vertreten; allerdings gab es bisher(2009) nur eine Werkrealschule unter den 13 Hauptschulen in der Stadt. Die Zahl der Realschulen ist geringer als die der Gymnasien: 4 öffentliche Realschulen, aber 5 öffentliche Gymnasien. Es besteht nur ein kleines privates Gymnasium, zusätzlich noch eine Freie Walddorfschule(vgl. Tabelle 1). Tabelle 1: Anzahl öffentlicher und privater allgemeinbildender Schulen im Enzkreis, in der Stadt Pforzheim und in Baden-Württemberg(Stand 2008/09) Kreis GS HS RS GYM SuF öff. pr. öff. pr. öff. pr. öff. pr öff. pr. Enzkreis 54 2 23 2 9 2 6 0 3 2 Stadt Pforzheim 18 0 13 0 4 0 5 1 5 4 Land 2.473 82 1.176 40 427 51 377 67 427 150 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und eigene Berechnungen(Landesgutachten). Spannweite im Schulangebot der Gemeinden des Enzkreises Das Schulangebot in den 28 Gemeinden des Enzkreises weist eine große Spannweite auf. Zwar verfügen alle Gemeinden über zumindest eine Grundschule, aber 8 Gemeinden sind ohne eine öffentliche Hauptschule oder eine andere Schulform der Sekundarstufe. In 9 Gemeinden ist nur das Hauptschulangebot in der Sekundarstufe vorhanden. Weitere 9 Gemeinden bieten zusätzlich eine öffentliche Realschule und 5 Gemeinden ein öffentliches Gymnasium an. Die südöstliche Region zwischen Niefern-Öschelbronn und Neuhausen bzw. Heimsheim ist ohne Gymnasialangebot. Die vollständige Palette möglicher Schulformen der Sekundarstufe findet sich nur in 3 Orten: Mühlacker, Remchingen und Königsbach-Stein(vgl. Tabelle 2 und Karte 1 im Anhang). 8 Tabelle 2: Öffentliches, allgemeinbildendes Schulangebot in den Gemeinden im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2008/09), in Klammern private Schulen Nr. Gemeinde Schulen 1) Insgesamt GS HS RS GY SuF And. 01 Birkenfeld 3 1 1--- 5 02 Eisingen 1----- 1 03 Engelsbrand 1----- 1 04 Friolzheim 1----- 1 05 Heimsheim 1 1 1--- 3 06 Illingen 2 1 1--- 4 07 Ispringen 1 1-- 1- 3 08 Kieselbronn 1----- 1 09 Knittlingen 2 1 1--- 4 10 Maulbronn 2 1+ - 2(1)- 5(1) 11 Mönsheim 1 1+ ---- 2 12 Mühlacker 8(1) 3(1)/ 2+ 1(1) 1 1- 14(3) 13 Neuenbürg 2 1- 1-- 4 14 Neuhausen 1+ 1+ ---- 2 15 Niefern-Öschelbronn 2 1+ 1-(1)- 4(1) 16 Ötisheim 1 1---- 2 17 Sternenfels 1(1)(1)(1)--- 1(3) 18 Tiefenbronn 1----- 1 19 Wiernsheim 1 1---- 2 20 Wimsheim 1----- 1 21 Wurmberg 1----- 1 22 Keltern 2 1---- 3 23 Remchingen 3 1 1 1-- 6 24 Straubenhardt 5 1+ 1--- 7 25 Neulingen 3 1---- 4 26 Kämpfelbach 2 1---- 3 27 Ölbronn-Dürrn 2 1---- 3 28 Königsbach-Stein 2 2/ 1+ 1 1 1- 7 Enzkreis: Schulen 54(2) 23(2)/8+ 9(2) 6(0) 3(2) 0 95(8) Gemeinden 28 21 9 5 3 0 28 01 Pforzheim: Schulen 18 13/1+ 4(1+) 5(1) 5(4)(1) Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg und eigene Berechnungen 45(6) 1) Abkürzungen: GS= Grundschule; HS= Hauptschule – mit"+" wenn Werkrealschule(WRS) 10. Klasse; RS= Realschule; GY= Gymnasium; SuF= Sonder- und Förderschulen; And.= andere Schulen. In 18 Gemeinden des Enzkreises ist die Hauptschule jeweils nur einmal vertreten, nur in Mühlacker bestehen drei und in Königsbach-Stein zwei Hauptschulen. Diese Konstellation ist bei zurückgehenden Schülerzahlen, sei es demographisch begründet oder nachfragebedingt, für das kommunale und wohnortnahe Schulangebot besonders prekär, vor allem wenn die in der Regel geringen Ortsgrößen berücksichtigt werden. 15 Gemeinden weisen weniger als 6.000 Einwohner auf. Daher kann bei durchaus möglicher Gefährdung oder Verlust der Hauptschule entweder gar keine Schule der Sekundarstufe am Ort mehr vorhanden sein, wie in 9 Gemeinden, oder zumindest dieser Bildungsweg geht verloren(wie in weiteren 9 Gemeinden). Diese absehbare Entwicklung dürfte im Enzkreis die Pendlerzahlen in besonderer Weise erhöhen, mit entsprechenden Kostensteigerungen bei der Schülerbeförderung. 9 2.2 Grundschulen In allen Gemeinden ist zumindest eine Grundschule anzutreffen. 18 Gemeinden weisen mehr als eine Grundschule auf(Mühlacker sogar 8 sowie Straubenhardt 5 öffentliche Grundschulen). Demnach haben 14 Gemeinden je eine Grundschule. In der Stadt Pforzheim sind 18 Grundschulen vorhanden. Bereits in den letzten Jahren gingen die Schülerzahlen merklich zurück. Das ist im Vergleich der Klassenstufen abzulesen(für 2008/09): In der 4. Klasse gab es im Enzkreis damals insgesamt 2.245 Schüler/innen, in Klasse 1 noch 1.902 Schüler/innen, was einen Rückgang von 343 Schüler/innen bedeutet, also ein Minus um 15% in den letzten vier Jahren. In fast allen Gemeinden ist eine Verringerung der Schülerzahl in den Grundschulen eingetreten, allerdings in unterschiedlichem Umfang. Am geringsten ist sie in Neulingen mit einem Rückgang von 73 auf 71. In der Stadt Pforzheim ist die Abnahme der Schülerzahlen in der Grundschule geringer und erreicht mit 1.016 Schüler/innen in Klasse 1 offenbar bereits den demographischen Tiefstand(vgl. Tabelle 3). Tabelle 3: Schüler/innen an den öffentlichen und privaten Grundschulen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim (2008/09) Nr. Gemeinde Anzahl GS Schüler/innen 1) Insgesamt Klasse 1 Klasse 4 Mittel Klasse 1- 4 01 Birkenfeld 3 447 98 104 112 02 Eisingen 1 217 46 68 54 03 Engelsbrand 1 189 35 54 47 04 Friolzheim 1 186 36 53 47 05 Heimsheim 1 208 45 52 52 06 Illingen 2 320 62 88 80 07 Ispringen 1 206 63 51 52 08 Kieselbronn 1 147 29 44 37 09 Knittlingen 2 321 96 99 80 10 Maulbronn 2 304 63 84 76 11 Mönsheim 1 129 28 35 32 12 Mühlacker 8(1) 1.125 253 290 281 13 Neuenbürg 2 266 55 83 67 14 Neuhausen 1 203 40 53 51 15 Niefern-Öschelbronn 2 525 125 139 131 16 Ötisheim 1 175 36 45 44 17 Sternenfels 1(1) 181 33 47 45 18 Tiefenbronn 1 223 47 62 56 19 Wiernsheim 1 266 56 66 67 20 Wimsheim 1 104 23 29 26 21 Wurmberg 1 158 36 42 40 22 Keltern 2 368 81 100 92 23 Remchingen 3 537 144 144 134 24 Straubenhardt 5 507 120 138 127 25 Neulingen 3 306 71 73 77 26 Kämpfelbach 2 246 59 69 62 27 Ölbronn-Dürrn 2 143 28 34 36 28 Königsbach-Stein 2 433 94 99 108 Enzkreis insgesamt 54(2) 8.440 1.902 2.245 2.110 01 Stadt Pforzheim 18 4.389 1.016 1.072 Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg und eigene Berechnungen 1.097 1) Schülerzahlen an privaten Grundschulen hinzuaddiert; Anzahl private Grundschulen in Klammern gesetzt. 10 Für die unmittelbare Schulentwicklung der nächsten Jahre ist festzuhalten: Die Schülerzahlen in den Klassen 1 bis 4 der Grundschulen sind aussagekräftig für das Schülerpotential der Sekundarschulen in den Jahren 2011 bis 2014, sie sind als"Mittel der Klassen 1 bis 4" ausgewiesen. Daran ist die zeitlich kurzfristige Phase der Schulentwicklung für die kommenden vier Jahre erkennbar. Demnach können in diesem kurzfristigen Zeitraum für den Enzkreis im Schnitt noch 2.110 Schüler/innen pro Jahrgang erwartet werden, eine noch recht hohe Zahl, allerdings mit stark zurückgehendem Trend. Für die Stadt Pforzheim beläuft sich deren Zahl auf knapp 1.100, ein bereits reduziertes demographisches Potential. Für die kurzfristige Planungsperspektive stellt sich demnach das Schülerpotential für die Sekundarstufe in den 28 Gemeinden des Enzkreises folgendermaßen dar(vgl. Tabelle 3): In einer Gemeinde ist es kurzfristig bereits unter der Zweizügigkeit, d.h. es gibt maximal 26 Schüler/innen im Jahrgang(in Wimsheim). In weiteren 13 Gemeinen übersteigt es auch nicht die Zahl 60(maximal 56 in Tiefenbronn). Es ist leicht nachrechenbar, dass in all diesen Gemeinden eine Haupt-Werkrealschule in der Regel nicht zweizügig geführt werden kann(bei zumindest 36 Schüler/innen im Jahrgang, wie offiziell vom Land vorgegeben), da nicht einmal bei einem sehr hohen Zugang die vorausgesetzte Schülerzahl erreicht werden kann. Auch in den 8 Gemeinden mit einem kurzfristig erwartbaren Mittel zwischen 62 und 92 Schüler/innen, dürfte eine zweizügige Hauptschule kaum erreichbar sein, wenn nicht mehr als 30% der Kinder in diese Schulart wechseln. Nur fünf Orte weisen noch über 100 Schüler/innen auf: knapp Königsbach-Stein(mit 108), etwas mehr Birkenfeld(112), Straubenhardt(127), Niefern-Öschelbronn(131) und Remchingen(134) als Mittel der kommenden Jahre. Allein die Stadt Mühlacker hat mit durchschnittlich 281 erwartbarer Jahrgangsbreite im Zeitraum bis 2014 ein Schülerpotential, das alle Optionen für die Schulentwicklung eröffnet. 2.3 Hauptschulen/ Werkrealschule Im Jahr 2008/09 bestehen 23 öffentliche Hauptschulen in 20 der insgesamt 28 Gemeinden im Enzkreis. In 9 Gemeinden mit Hauptschule ist die Hauptschule die einzige Schule der Sekundarstufe, weswegen ihre Schließung einen besonderen Verlust für den Schulstandort darstellt. Bei dem Vergleich der Kreise im Land fällt auf, dass im Enzkreis sehr viele Hauptschulen höchstens einzügig und damit unmittelbar von Schließung bedroht sind, ein Anteil von 83%, der sogar den Landesschnitt(65%) weit übertrifft. In der Stadt Pforzheim entspricht der Anteil einzügiger Hauptschulen(69%) annähernd den Landesverhältnissen(vgl. Tabelle 4). Tabelle 4: Hauptschulen nach Zügigkeit im Enzkreis, in der Stadt Pforzheim und in Baden-Württemberg (2008/09) Kreis Insgesamt 1-züg. 2-züg. 3-züg.+ Anteil 1z. Anteil 2z. Anteil 3z.+ Enzkreis 23 19 4 0 83 17 0 Stadt Pforzheim 13 9 3 1 69 23 8 Land 1.197 782 354 40 65% 30% 3% Quelle: Liste Kultusministerium, Statistisches Landesamt und eigene Berechnungen(vgl. Landesgutachten). An 8 Hauptschulen im Enzkreis wird die 10. Klasse der Werkrealschule geführt, aber nur an einer Hauptschule in Pforzheim(Schuljahr 2008/09). Insgesamt wird die 10. Klasse der Werkrealschule 2008/09 von nicht mehr als 128 Schüler/innen im Kreis und nur von 22 Schüler/innen in der 11 Stadt Pforzheim besucht. Ein Jahr später(2009/10) sind es noch weniger: im Kreis 124 und in der Stadt 13 Schüler/innen in Klasse 10 der Hauptschulen. Alle 10. Klassen können demnach nur einzügig geführt werden(vgl. Tabelle 5). Tabelle 5: Schüler/innen und Klassenzüge an den Haupt-/Werkrealschulen(WRS) im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2008/09) Nr. Gemeinde HS Insges. Kl. 5(Züge) Schüler/innen Kl. 7(Züge) Kl. 9(Züge) WRS Kl. 10(Züge) 01 Birkenfeld 1 121 29(1) 21(1) 25(1) 0(0) 05 Heimsheim 1 59 9(0) 12(0) 12(1) 0(0) 06 Illingen 1 90 16(1) 18(1) 21(1) 0(0) 07 Ispringen 1 87 0(0) 21(1) 19(1) 0(0) 09 Knittlingen 1 117 21(1) 28(1) 28(1) 0(0) 10 Maulbronn 1+ 129 29(1) 16(1) 27(1) 16(1) 11 Mönsheim 1+ 169 26(1) 16(1) 41(2) 19(1) 12 Mühlacker 1 110 19(1) 22(1) 29(1) 0(0) 2+ 233 46(2) 39(2) 44(2) 15(1) 3+ 73 11(0) 0(0) 0(0) 19(1) (4) 106 21(1) 18(1) 23(1) 0(0) 13 Neuenbürg 1 96 12(1) 14(1) 27(1) 0(0) 14 Neuhausen 1 176 31(1) 28(1) 36(2) 15(1) 15 Niefern-Öschelbr. 1+ 144 27(1) 29(1) 27(1) 12(1) 16 Ötisheim 1+ 94 19(1) 25(1) 41(2) 0(0) 17 Sternenfels (1) 71 9(1) 10(1) 10(1) 0(0) 19 Wiernsheim 1 145 23(1) 30(1) 42(2) 0(0) 22 Keltern 1 72 14(1) 10(0) 20(1) 0(0) 23 Remchingen 1+ 195 28(1) 39(2) 44(2) 15(1) 24 Straubenhardt 1 149 38(2) 27(1) 34(2) 0(0) 25 Neulingen 1 93 16(1) 21(1) 16(1) 0(0) 26 Kämpfelbach 1 58 31(2) 0(0) 10(1) 0(0) 27 Ölbronn-Dürrn 1 75 13(1) 15(1) 23(1) 0(0) 28 Königsbach-Stein 1 93 21(1) 18(1) 20(1) 0(0) 2+ 147 21(1) 17(1) 30(1) 17(1) Enzkreis insg. 23(2) 2.902 530(25) 494(23) 649(31) 128(8) 01 Stadt Pforzheim 1 128 24(1) 25(1) 23(1) 0(0) 2 296 58(3) 56(3) 67(3) 0(0) 3 100 16(1) 18(1) 21(1) 0(0) 4 248 52(2) 42(2) 51(3) 0(0) 5 208 35(2) 42(2) 52(3) 0(0) 6 122 27(1) 21(1) 25(1) 0(0) 7 109 23(1) 17(1) 19(1) 0(0) 8 185 39(2) 36(2) 38(2) 0(0) 9 71 11(0) 9(1) 27(1) 0(0) 10+ 124 19(1) 0(0) 40(3) 22(1) 11 117 21(1) 24(1) 25(1) 0(0) 12 99 21(1) 18(1) 21(1) 0(0) 13 93 18(1) 21(1) 16(1) 0(0) Pforzheim insg. 13 1.900 364(17) 329(17) 425(22) Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg und eigene Berechnungen 22(1) Von den 23 öffentlichen Hauptschulen im Enzkreis sind fast alle, nämlich 19, bereits 2008/09 in der Eingangsklasse unter die Zweizügigkeit gefallen, darunter erreichen 6 Hauptschulen theoretisch nicht einmal die Einzügigkeit, weil sie unter 16 Schüler/innen bleiben. Bereits in 6 Hauptschu12 len sitzen höchsten 14 Kinder in der Eingangsklasse: in Heimsheim, Ispringen, Neuenbürg, Keltern, Ölbronn-Dürrn und einer Hauptschule in Mühlacker. Nur noch 3 Hauptschulen im Kreis werden in der Eingangsklasse mit zwei Zügen geführt, und zwar in Straubenhardt(38), Kämpfelbach (31) und einer Hauptschule in Mühlacker(46). Von den 13 öffentlichen Hauptschulen in der Stadt Pforzheim weist eine Hauptschule noch drei Züge auf(mit 58 Schüler/innen in Klasse 5); weitere 3 Hauptschulen haben zwei Züge. Aber auch in Pforzheim sind 9 Hauptschulen unter der Zweizügigkeit(höchsten 27 Schüler/innen). Sowohl im Enzkreis als auch in Pforzheim ist von der 7. auf die 5. Klassenstufe eine Zunahme eingetreten, ganz entgegen dem allgemeinen Trend: im Enzkreis stieg die Zahl von 494 auf 530 und in Pforzheim von 329 auf 364 Schüler/innen. Im Enzkreis hat sich damit auch die Zügigkeit von 22 auf 25 Zügen erhöht, in Pforzheim ist sie dagegen unverändert geblieben: bei 17 Zügen. Eine solche bemerkenswerte Zunahme der Schülerschaft zwischen Klassenstufe 7 und 5 ist an elf Hauptschulen zu beobachten, während an den anderen zwölf Hauptschulen sich der Rückgang in der Schülerzahl mehr oder weniger fortgesetzt hat(im Vergleich zu Klassenstufe 9). Es ist aber zu beachten, dass gegenüber der Schülerzahl in der 9. Klassenstufe ein merklicher Rückgang eingetreten ist, denn in dieser 9. Klassenstufe liegt die Schülerzahl im Enzkreis bei 649(mit 31 Zügen) und in Pforzheim bei 425(mit 22 Zügen). 2.4 Realschulen und Gymnasien Die gegenwärtige Situation der neun öffentlichen Realschulen in neun Gemeinden des Enzkreises stellt sich folgendermaßen dar: eine Realschule hat über 800 Schüler/innen und weist fünf Züge auf, ist demnach sehr groß(in Mühlacker); zwei weitere Realschulen haben vier Züge und sind damit groß: in Königsbach-Stein(710 Schüler/innen) und in Heimsheim(672 Schüler/innen). Drei Realschulen können drei Züge einrichten: Knittlingen, Remchingen und Straubenhardt, wobei die Schülerschaft zwischen 508 und 612 liegt. Schließlich sind drei Realschulen recht klein und haben jeweils nur zwei Züge: in Illingen beläuft sich die Schülerzahl auf 250, in NiefernÖschelbronn auf 314 und in Birkenfeld auf 374 insgesamt(vgl. Tabelle 6) Tabelle 6: Schüler/innen und Züge an den Realschulen im Enzkreis(2008/09) Nr. Gemeinde RS Insg. Schüler/innen und Züge Kl. 5(Züge) Kl. 7(Züge) Kl.10(Züge) 01 Birkenfeld 1 374 58(2) 60 (2) 05 Heimsheim 1 672 127(4) 122 (4) 06 Illingen 1 250 42(2) 42 (2) 09 Knittlingen 1 508 75(3) 78 (3) 12 Mühlacker 1 816 133(5) 145 (5) (1) 139 22(1) 21 (1) 15 Niefern-Öschelbr. 1 314 62(2) 54 (2) 17 Sternenfels (1) 122 15(1) 17 (1) 23 Remchingen 1 517 86(3) 75 (3) 24 Straubenhardt 1 612 79(3) 122 (4) 28 Königsbach-Stein 1 710 114(4) 108 (4) Enzkreis insges. 9(2) 5.034 813(30) 844(31) Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg und eigene Berechnungen 68(3) 90(3) 38(2) 84(3) 138(5) 24(1) 52(2) 20(1) 82(3) 101(4) 131(5) 828(32) In der Stadt Pforzheim befinden sich vier Realschulen in öffentlicher Trägerschaft. Davon kann eine Realschule als groß bezeichnet werden: mit einer Schülerschaft von 843 insgesamt und mit 13 fünf Zügen in allen Klassenstufen. Die anderen drei Realschulen werden alle dreizügig geführt mit einer Schülerschaft zwischen 476 und 605. Tabelle 7: Schüler/innen und Züge an den Realschulen in der Stadt Pforzheim(2008/09) Nr. Gemeinde RS Insg. Schüler/innen und Züge Kl. 5(Züge) Kl. 7(Züge) 01 Stadt Pforzheim 1 476 74(3) 76 (3) 2 843 138(5) 140 (5) 3 605 93(3) 112 (4) 4 539 74(3) 110 (4) Pforzheim insges. 13(2) 2.463 379(14) 438(16) Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg und eigene Berechnungen Kl.10(Züge) 80(3) 144(5) 110(4) 86(3) 420(15) Entgegen dem allgemeinen Trend ist an den Realschulen in Pforzheim in Klasse 5 ein Rückgang der Schülerzahl gegenüber den Klassenstufen 7 und 9 eingetreten: insgesamt von 438(Klasse 7) auf 379(Klasse 5). Das hat dazu geführt, dass zwei Realschulen die Zügigkeit von vier auf drei Züge zurückgenommen haben(vgl. Tabelle 7). Die sechs öffentlichen Gymnasien im Enzkreis verteilen sich auf fünf Gemeinden. Von den Gymnasien im Kreis sind zwei als klein zu bezeichnen: Sie haben höchstens zwei Züge(wie in Remchingen) oder sogar nur einen(zweites Gymnasium in Maulbronn). In Maulbronn führen übrigens beide Gymnasien keine Oberstufe. In Mühlacker ist das Gymnasium sehr groß: mit einer Schülerschaft von 1.389 insgesamt und mit sechs Zügen in den Klassenstufen. In Pforzheim bestehen fünf öffentliche Gymnasien und ein kleines privates Gymnasium. Zwei Gymnasien haben mehr als 1.000 Schüler/innen; drei weitere Gymnasien weisen etwas mehr als 900 Schüler/innen auf. Alle fünf Gymnasien sind demnach recht groß und haben in Klasse 5 zwischen drei und fünf Zügen eingerichtet(vgl. Tabelle 8). Tabelle 8: Schüler/innen und Züge an den Gymnasien im Enzkreis und in Pforzheim(2008/09) Nr. Gemeinde GY Insg. Kl. 5(Züge) Schüler/innen und Züge Kl. 7(Züge) Kl.10(Züge) Kl. 11(Züge) Kl. 13 10 Maulbronn 1 408 76(3) 59(2) 74(3) 0(0) 0 2 49 0(0) 0(0) 26(1) 0(0) 0 12 Mühlacker 1 1.389 182(6) 167(6) 148(5) 187(6) 151 13 Neuenbürg 1 994 125(4) 111(4) 134(5) 107(4) 78 23 Remchingen 1 501 61(2) 66(2) 69(3) 39(2) 0 28 Königsb.-Stein 1 907 101(4) 100(4) 87(3) 87(3) 112 Enzkreis insg. 6 4.248 545(19) 503(18) 538(20) 420(15) 341 01 Pforzheim 1 1.111 125(4) 138(5) 132(5) 113(4) 88 2 925 96(3) 102(3) 110(4) 114(4) 87 3 928 126(4) 128(4) 87(3) 80(3) 81 4 917 117(5) 134(5) 80(3) 100(3) 88 5 1.048 129(4) 123(4) 103(4) 117(4) 118 (6) 442 52(2) 50(2) 51(2) 54(2) 45 Pforzheim insg. 5(1) 5.371 645 22 675(23) 563(21) 578(20) 507 Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg und eigene Berechnungen 14 3 Demographisches Potential: Bevölkerung und Lebendgeborene Das demographische Potential in den Gemeinden bestimmt sich über die Zahl der Geburten(Lebendgeborene) und die zahlenmäßige Stärke der Altersjahrgänge. Sie setzen für den Kreis und seine Gemeinden den Rahmen für das erwartbare Schülerpotential. 3.1 Bevölkerung und Lebendgeborene Insgesamt werden 2007 im Enzkreis 1.541 Lebendgeborene verzeichnet. 2009 dann nur noch 1.463, also erneut deutlich weniger, auch gegenüber dem Mittel von 2003 bis 2007 mit 1.589 Lebendgeborenen. In der Stadt Pforzheim ist die Zahl der Lebendgeborenen in den letzten Jahren dagegen nahezu unverändert geblieben und liegt zwischen 1.040 und 1.043 zwischen 2007 bis 2009; auch gegenüber dem Mittel von 2003 bis 2007 ist die Abnahme als"Trend" mit Minus-20 vernachlässigbar gering(vgl. Tabelle 9). Tabelle 9: Bevölkerung und Lebendgeborene 2003-2009 im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim: Anzahl, Trend und Quote(2007) Nr. Gemeinde Bevölkerung insgesamt 2007 2003 – 2007 Mittel Lebendgeborene pro Jahr 2007 2008 2009 2007 – 2009 Mittel Trend* Quote 2007 pro Tausend 01 Birkenfeld 10.570 78 74 73 75 74-4 0,70% 02 Eisingen 4.509 40 46 23 31 33-7 1,02% 03 Engelsbrand 4.303 32 31 26 20 26-6 0,72% 04 Friolzheim 3.655 31 30 26 27 28-3 0,82% 05 Heimsheim 5.214 43 45 41 55 47 4 0,86% 06 Illingen 7.204 57 49 72 50 57 0 0,68% 07 Ispringen 6.019 44 39 50 42 44 0 0,65% 08 Kieselbronn 3.014 24 24 17 26 22-2 0,80% 09 Knittlingen 7.700 70 70 77 66 71 1 0,91% 10 Maulbronn 6.794 60 53 56 47 52-8 0,78% 11 Mönsheim 2.755 25 17 27 22 22-3 0,62% 12 Mühlacker 25.863 226 213 207 194 205-21 0,82% 13 Neuenbürg 7.610 58 54 60 62 59 1 0,71% 14 Neuhausen 5.422 41 38 34 26 33-8 0,70% 15 Niefern-Öschelbr. 12.044 105 105 101 91 99-6 0,87% 16 Ötisheim 4.894 34 25 32 31 29-5 0,51% 17 Sternenfels 2.827 24 34 22 19 25 1 1,20% 18 Tiefenbronn 5.422 38 29 41 39 36-2 0,53% 19 Wiernsheim 6.443 52 41 66 42 50-2 0,64% 20 Wimsheim 2.669 21 20 20 21 20-1 0,75% 21 Wurmberg 2.909 29 26 19 39 28-1 0,89% 22 Keltern 8.951 67 55 73 57 62-5 0,61% 23 Remchingen 11.785 102 81 109 104 98-4 0,69% 24 Straubenhardt 10.751 80 84 80 77 80 0 0,78% 25 Neulingen 6.650 52 53 40 47 47-5 0,80% 26 Kämpfelbach 6.198 50 63 46 50 53 3 1,02% 27 Ölbronn-Dürrn 3.489 34 31 24 31 29-5 0,89% 28 Königsbach-Stein 9.793 74 84 77 72 78 4 0,86% Enzkreis insges. 195.457 1.589 1.541 1.539 1.463 1.505-84 0,79% 01 Pforzheim insges. 119.423 1.062 1.043 1.043 1.040 1.042-20 0,87% Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg und eigene Berechnungen. *Trend: Differenz von Lebendgeb. 2007-2009(aktuell) minus Mittel Lebendgeb. 2003-2007. 15 Es besteht eine deutliche Stufung der Zahl Lebendgeborener zwischen den 28 Gemeinden im Enzkreis. In 20 Gemeinden bleibt die Jahrgangsstärke unter 60 Lebendgeborenen, gleich ob man das Mittel der Lebendgeborenen für 2003-2007 oder 2007-2009 anlegt. In allen diesen Gemeinden reicht ein Übergang selbst von 50% auf eine Schulform nicht aus, um die Zweizügigkeit zu sichern; und selbst die Einzügigkeit verlangt in der Regel einen Zugang von 30% und mehr. In diesen Gemeinden ist daher bei Dreigliedrigkeit des Schulwesens die Führung einer Schule in der Sekundarstufe kommunal alleine nicht möglich. Weitere fünf Gemeinden bleiben unter 90 Lebendgeborenen im Mittel: auch dort würde selbst bei 30% Übergang in eine Schulform nicht die Zweizügigkeit erreicht(wenn sie bei zumindest 30 Schüler/innen angesetzt würde). Demnach verfügen fast alle Gemeinden im Enzkreis allein nur über ein geringes Schülerpotential. Nur drei Gemeinden haben im Schnitt über 90 Lebendgeborene, darunter aber zwei Gemeinden nur knapp: Remchingen mit 98 und Niefern-Öschelbronn mit 99 Lebendgeborenen im Mittel(20072009). Einzig Mühlacker hat mit 205 Lebendgeborenen(im Mittel) ein breites Potential für das dreigliedrige Schulangebot. Alle anderen Gemeinden im Enzkreis erscheinen dafür allein gar nicht oder kaum tragfähig(vgl. Tabelle 9). Aufschlussreich ist die Verteilung der Ortsgrößen. Es gibt keine größere Stadt mit über 30.000 Einwohnern. Nur ein Ort hat etwas mehr als 25.000 Einwohner, nämlich Mühlacker(25.863). Nur vier weitere Orte überschreiten die Marke von 10.000 Einwohnern, zumeist knapp: Birkenfeld (10.570), Straubenhardt(10.751), Remchingen(11.785) und Niefern-Öschelbronn(12.044). Recht viele Gemeinen, insgesamt 13 im Kreis, liegen zwischen 5.000 und 10.000 Einwohnern. Schließlich haben 10 Gemeinden weniger als 5.000 Einwohner, darunter Mönsheim, Sternenfels und Wurmberg sogar unter 3.000 Einwohnern und weisen einen dörflichen Charakter auf. In allen Orten unter 5.000 Einwohnern kann kommunal allein eine Haupt-/Werkrealschule in der Regel nicht tragfähig sein, wenn zwei Züge vorausgesetzt werden, und ihre Einrichtung bliebe sehr ungesichert(vgl. Tabelle 9). Beachtung verdient zur Orientierung über das demographische Potential einer Gemeinde auch die Quote der Lebendgeborenen, d.h. ihr Anteil an der Bevölkerung. Diese Quote der Lebendgeborenen im Enzkreis beträgt nunmehr 0,79%. Nur noch in drei Gemeinden liegt sie bei 1% oder etwas darüber, was noch in den 70er Jahre das Mittel bildete. In den meisten Gemeinden liegt die "Geburtenrate" mit 0,80% bis 0,90% nah am Mittel für den Kreis und der Rückgang im demographischen Trend ist analog zum Kreis insgesamt verlaufen. In acht Gemeinden ist diese"Geburtenquote" bereits unter 0,70% gefallen. Für die Stadt Pforzheim ist die Geburtenquote mit 0,87% nur wenig günstiger als für den Enzkreis insgesamt. 3.2 Prognosen zu den zukünftigen Jahrgangsstärken: 2010 bis 2020/25 Für die zukünftige Bevölkerungsentwicklung im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim liegen(neue) offizielle Prognosen des Statistischen Landesamtes vor(in der Basisvariante, Stand 2009): Anhand dieser Prognosen kann nicht nur die Bevölkerungsentwicklung allgemein eingeschätzt werden, sondern auch die zahlenmäßige Entwicklung in den verschiedenen Altersgruppen. Dabei interessiert besonders die Altersgruppe der 10- bis unter 15-Jährigen, weil dies die Altersstufe für die Schulen in der Sekundarstufe I abgibt. 16 Landesprognose zum Enzkreis: Der Bevölkerungsumfang insgesamt nimmt in den kommenden Jahren im Enzkreis wenig ab: von 8.143 in 2008 auf 7.664 in 2025, also um etwa 479 Einwohner/innen(entspricht-5,9%). In den schulbezogenen Altersgruppen ist im Unterschied dazu ein beachtlicher Rückgang abzusehen, besonders bei den 10 bis 14-Jährigen. Für den Zeitraum von 2015 bis 2025, der im Mittelpunkt für die nachhaltige Schulentwicklung steht, werden in der Landesprognose nunmehr angenähert 1.881 Schüler/innen(2015) bzw. 1.645 Schüler/innen(2025) für den Enzkreis im Jahrgang als Richtgröße angeführt. Gegenüber 2008 ist dies ein Rückgang um 464(2015) bzw. 691(2025) Schüler/innen, was in Anteilen einer Abnahme um 19,8% bis zu 29,5% verglichen mit den bisherigen Schülerzahlen entspricht. Als Größenordnung kann mit einem Rückgang um ein Viertel beim demographischen Schülerpotential im Enzkreis gerechnet werden(vgl. Tabelle 10). Tabelle 10: Neue offizielle Landesprognose für den Enzkreis Bevölkerung insgesamt und Altersgruppen(Dezember 2009) Altersgruppen 2008 2010 2015 2020 2025 0 bis 4 8.143 7.762 7.717 5 bis 9 10.091 9.291 8.131 10 bis 14 11.725 11.367 9.406 Mittel(divid. 5) 2.345 2.273 1.881 15 bis 19 12.635 12.110 11.336 Bevölkerung insgesamt 195.315 194.867 193.337 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2009. 7.795 8.046 8.387 1.677 9.562 191.304 7.664 8.080 8.272 1.654 8.651 188.824 Landesprognose zur Stadt Pforzheim: Die Bevölkerung insgesamt nimmt in Pforzheim nur leicht ab: bis 2015 liegt die Abnahme unter 1.000 Personen(verglichen mit 2008), bis 2025 beträgt sie dann 3.283 Personen, was einen Anteil von nur Minus-2,7% entspricht. Auch in Pforzheim ist der erwartbare Rückgang in der Altersgruppe von 10 bis 14 Jahren erheblicher: statt 1.190, wie noch 2008, sind 2015 nur mehr 1.059 und 2025 sogar nur 1.005 pro Jahrgang im Mittel zu erwarten. Damit beläuft sich der Rückgang bis 2015 auf 10,0%, bis 2025 auf 15,5%(absolut:-185 im Jahrgangsmittel). Tabelle 11: Neue offizielle Landesprognose für die Stadt Pforzheim: Bevölkerung insgesamt und Altersgruppen (Dezember 2009) Altersgruppen 2008 2010 2015 2020 2025 0 – 4 5.238 5.185 5.083 5 – 9 5.485 5.250 5.098 10 – 14 5.949 5.932 5.296 Mittel(divid. 5) 1.190 1.186 1.059 15 – 19 6.598 6.343 6.218 Bevölkerung insgesamt 119.839 119.599 118.944 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2009. 5.035 4.997 5.113 1.023 5.589 117.974 4.912 4.936 5.023 1.005 5.392 116.556 Damit ist der Rückgang im Schülerpotential gegenüber den Zahlen von 2008 in der Phase von 2015 bis 2020/25 im Enzkreis weit stärker als in der Stadt Pforzheim. Der demographische Einbruch im Hinblick auf die Tragfähigkeit der Schulen fällt damit in der Stadt Pforzheim gemäßigter aus. Als Jahrgangspotential für die Sekundarstufe kann unmittelbar für 2012 bzw. 2013 entweder das Mittel der Altersgruppe von 5 bis 9 Jahren herangezogen werden oder das Mittel für die Klasse 1 17 bis 4 an den Grundschulen. Im ersten Fall ergibt sich für den Enzkreis die Zahl von 2.018 zu erwartenden Schüler/innen, im zweiten Fall von 2.110 Schüler/innen(vgl. Tabelle 3). Die beiden Werte liegen demnach recht nahe beieinander und ergeben für die kommenden drei Jahre noch ein größeres Schülerpotential, das durchaus knapp über 2.000 bleibt. Das ist ziemlich genau das Schülerpotential das in den Jahren 2012 bis 2014 für die Sekundarstufe im Enzkreis erwartet werden kann. Die zukünftige Schülerzahl wird sich für die kurzfristige Prognose, die sich auf die Jahre 2015 bis 2018 bezieht, dann erheblich ändern: Anhand der offiziellen Landesprognose läge die Zahl bei 1.881(für 2015) noch ganz günstig, anhand des Mittels für die Altersgruppen von 0 bis 4 Jahren (Stand 2008) ergäbe sich aber die deutlich geringere Zahl von 1.629. Die Landesprognose erscheint wegen des globalen Ansatzes positiv verzerrt, zumal im Kreis für die letzten beiden Jahre weder ein Geburtenüberschuss noch ein positives Wanderungssaldo besteht. Man kann recht gesichert davon ausgehen, dass sich zwischen 2015 und 2018 die Jahrgangsbreite für die Sekundarstufe von knapp 1.800 auf 1.600 verringern wird. In der langfristigen Prognose für den Zeitrahmen von 2020 bis 2025 kommt die amtliche Landesprognose für 2020 auf die Zahl 1.016 und für 2025 auf die Zahl 1.654 – als Mittel der der dann 10 bis 14 Jährigen. Dagegen ergibt die Prognose anhand des Mittels der Lebendgeborenen von 2007-2009 die Zahl von 1.505 Schüler/innen, aggregiert über die Zahl in den einzelnen Gemeinden. Wegen der impliziten Überschätzung im Rahmen der Landesprognose wird auf die angemessenen Werte anhand der Lebendgeborenen zurückgegriffen. Für die 28 Gemeinden im Enzkreis sind im"Prognoseblatt" die Datengrundlagen und der jeweilige Prognosewert für 2015-18(kurzfristig) und für 2020-25(langfristig) angeführt(vgl. Tabelle 10). Die kurzfristige Prognose des demographischen Potentials für die einzelnen Gemeinden, das anhand des Mittels für die Altersgruppe unter 4 Jahren berechnet wird, ergibt für den Enzkreis insgesamt die Zahl von 1.659 Schüler/innen pro Jahrgang. Die langfristige Prognose anhand des Mittels für die Lebendgeborenen in den letzten drei Jahren(2007 bis 2009) ergibt die Zahl von insgesamt 1.505 Schüler/innen pro Jahrgang im Kreis. Diese Zahlen stecken kommunal den kaum verrückbaren Rahmen für die Verteilung der Schüler/innen auf die Sekundarschulen ab. Nur 3 Gemeinden im Enzkreis können mehr als 90 Schüler/innen pro Jahrgang zukünftig erwarten; in allen anderen Gemeinden wird deren Zahl darunter bleiben, in 12 Gemeinden sogar weniger als 40 Schüler/innen als demographisches Potential ab 2020 für die Sekundarstufe(vgl. Tabelle 12). Anders als im Enzkreis müssen wir für die Stadt Pforzheim nicht zwischen der kurz- und der langfristigen Prognose unterscheiden: In beiden Fällen ist das erwartbare Jahrgangsaufkommen ganz ähnlich: 1.046 Schüler/innen in den Jahren 2015 bis 2018 und 1.042 Schüler/innen für die Jahre 2020/25(vgl. Tabelle 12). Gegenüber den Jahrgangsstärken in der 4. Klasse der Grundschulen in den letzten Jahren bedeutet das kaum eine Veränderung, denn sie lag zwischen 1.100(2006/07) und 1.026(2005/06) bzw. zuletzt 1.058(2009/10). Insofern kann für die Stadt Pforzheim von recht stabilen demographischen Rahmenbedingungen für den Schulbesuch ausgegangen werden. 18 Tabelle 12: Prognoseblatt zum demographischen Schülerpotential in den Gemeinden im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim: 2015-2020/25 Langfristige Prognose 2015- 2025 Nr. Gemeinde Altersgr. 5 – 9 Jahre (Mittel) Altersgr. 0 – 4 Jahre (Mittel) Leb.geb. 2007-09 (Mittel) Prognose- PrognoDifferenz 1) wert sewert 2015 2020-25 01 Birkenfeld 109 82 74-8 82 74 02 Eisingen 51 45 33-12 45 33 03 Engelsbrand 48 29 26-3 29 26 04 Friolzheim 45 34 28-6 34 28 05 Heimsheim 55 40 47 7 40 47 06 Illingen 77 61 57-4 61 57 07 Ispringen 52 40 44 4 40 44 08 Kieselbronn 36 27 22-5 27 22 09 Knittlingen 85 76 71-5 76 71 10 Maulbronn 80 63 52-11 63 52 11 Mönsheim 33 26 22-4 26 22 12 Mühlacker 264 243 205-38 243 205 13 Neuenbürg 74 60 59-1 60 59 14 Neuhausen 56 41 33-8 41 33 15 Niefern-Öschelbr. 132 101 99-2 101 99 16 Ötisheim 50 38 29-9 38 29 17 Sternenfels 27 26 25-1 26 25 18 Tiefenbronn 58 41 36-5 41 36 19 Wiernsheim 71 53 50-3 53 50 20 Wimsheim 27 21 20-1 21 20 21 Wurmberg 38 30 28-2 30 28 22 Keltern 95 67 62-5 67 62 23 Remchingen 134 110 98-12 110 98 24 Straubenhardt 118 89 80-9 89 80 25 Neulingen 76 59 47-12 59 47 26 Kämpfelbach 64 49 53 4 49 53 27 Ölbronn-Dürrn 37 33 29-4 33 29 28 Königsbach-Stein 108 75 78 3 75 78 Enzkreis insges. 2.100 1.659 1.505-154 1.659 1.505 01 Pforzheim, Stadt 1.122 1.046 1.042-4 1.046 1.042 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und eigene Berechnungen. 1) Differenz: Mittel Lebendgeborene 2007-2009 minus Mittel Altersgruppe bis 4 Jahre Die Prognose für die Stadt Pforzheim zum demographischen Potential für die Sekundarstufe kann daher als einfache Fortschreibung der gegenwärtigen Größenordnungen verstanden werden. Für die Stadt ist auch die Übereinstimmung mit der Landesprognose größer, die für die Jahre ab 2020 sogar eine geringfügig geringere Zahl ansetzt, nämlich 1.023 bzw. 1.005 im Mittel der entsprechenden Altersjahrgänge von 10 bis unter 15 Jahren. Welche dieser Prognosezahlen im Bereich von 1.005 bis 1.046 auch herangezogen werden, die Auswirkungen für die Schulen in der Stadt Pforzheim sind allemal gleich. Die Differenz zwischen dem"Mittel der Lebendgeborenen 2007-09" und dem"Mittel der Altersgruppe 0 bis 4 Jahre" ist erwartungsgemäß für den Enzkreis mit Minus-154 deutlich größer als für die Stadt Pforzheim mit nur Minus-4 Personen. Auch dies ist ein Ausweis der demographisch stabilen Verhältnisse in Pforzheim, während für den Enzkreis auch nach 2015 ein weiterer Rückgang in der Altersgruppe für die Sekundarstufe um 9,3% zu erwarten ist. 19 In den einzelnen Gemeinden des Enzkreises ist die Differenz zwischen kurz- und langfristiger Prognose unterschiedlich, in absoluten Zahlen aber zumeist gering. Dies kann als Beleg für die künftigen demographischen Verhältnisse vor Ort verstanden werden, auch wenn regionale und kommunale Entwicklungen nicht immer gleichsinnig verlaufen. So ist in drei Gemeinden, entgegen des allgemeinen Trends, kein weiterer Rückgang beim Schülerpotential für die Sekundarstufe nach 2015 zu erwarten. Vielmehr reichen die Zahlen in den positiven Bereich(wie in Ispringen, Kämpfelbach und Königsbach-Stein). In sieben weiteren Gemeinden ist der Rückgang höchsten Minus-3 und damit vernachlässigbar gering. Allerdings haben fünf Gemeinden dann nach 2015 eine stärkere Abnahme(in absoluten Zahlen) zu verzeichnen: Eisingen, Maulbronn, Mühlacker, Remchingen und Neulingen(zwischen-11 und-38). Für die vorausschauende Schulentwicklung, für die Fortschreibung wie für alternative Modelle des Schulangebotes, wird die langfristige Prognose für den Zeitraum 2020-2025 benutzt, weil die dauerhafte Tragfähigkeit der Schulen im Mittelpunkt steht. Für den Enzkreis geht diese langfristige Prognose von insgesamt 1.505 Schüler/innen im Jahrgang aus, welche als Potential für die Sekundarschulen der Klassenstufen 5 bis 10 in den Jahren ab 2020 zu erwarten sind. Aus dem Vergleich der Prognosewerte für 2015 und für 2020/25 wird ersichtlich, dass die weitere Verringerung nicht mehr erheblich ist. Insofern ist für die Gemeinden im Kreis der Sockel des demographischen Potentials zumeist ab 2015 erreicht. Für die Stadt Pforzheim trifft diese Stabilität der demographischen Größenordnungen in den Altersgruppen ab 2015 noch deutlicher zu. In der langfristigen Prognose wird die erwartbare Jahrgangsstärke für die Sekundarstufe mit 1.042 Schüler/innen in der Stadt Pforzheim angesetzt. 4 Übergangsverhalten und Schulwahlen Das Übergangsverhalten auf die Schulen der Sekundarstufe ist in den letzten zehn Jahren durch einen tief greifenden Wandel bestimmt. Die Hauptschulen werden kontinuierlich weniger besucht. Die Übergänge an Realschulen und Gymnasien steigen. Das Niveau der Übergänge und die Stärke der Entwicklung sind freilich von Kreis zu Kreis unterschiedlich. Selbst zwischen dem Enzkreis und der Stadt Pforzheim bestehen bemerkenswerte Unterschiede, trotz der engen Verflochtenheit. 4.1 Entwicklung der Übergänge und Schulwahlen im Kreis In einigen Kreisen des Landes haben die Realschulen, in anderen Kreisen die Gymnasien überproportional dazu gewonnen. Bei den Realschulen sind es die sechs Kreise Esslingen, Karlsruhe, Enzkreis, Reutlingen, Biberach und Ravensburg mit einem Zugewinn von über 100 bis zu 184 Schüler/innen beim Zugang zu den Realschulen. Die Gymnasien haben in den drei Kreisen Stuttgart, Esslingen und Rhein-Neckar einen außerordentlich großen Zugewinn von mehr als 300 Schüler/innen. Übergänge im Enzkreis: Seit 2000 ist im Enzkreis der Besuch der Hauptschule absolut wie anteilsmäßig stark zurück gegangen. Die Hauptschulen konnte noch zwischen 2000/01 und 2002/03 nahezu ein Drittel der Schüler/innen im Landkreis gewinnen(damals zwischen 33,9 und 32,0%). Danach fiel die Besuchsquote kontinuierlich und unterschritt mit 29,9% im Jahr 2003/04 erstmals die 30%-Marke. Zum Schuljahr 2008/09 betrug der Übergang auf die Hauptschule nur noch 23,1% – der Tiefststand in der Zeitreihe; aber zum Schuljahr 2009/10 ist ein knapper Wiederanstieg auf 23,8% eingetreten, der allerdings unter dem Landesmittel von 25% bleibt. Im Saldo bedeutet dies 20 einen Verlust für die Hauptschule um ziemlich genau 10-Prozentpunkte im Zeitraum der letzten zehn Jahre. Bei den Gymnasien liegt die Besuchsquote schon seit längerem über ein Drittel – stets zogen sie die meisten Schüler/innen an. Erstmals wurde 2006/07 die 40-Prozentmarke übertroffen(40,7%); allerdings sank sie in den letzten beiden Schuljahren auf 39,8% und 39,4% wieder knapp unter diese Marke. Die Gymnasien bleiben aber deutlich die meistbesuchte Schulform in der Sekundarstufe. Für die Realschulen wird seit 2004/05 durchweg eine Übergangsquote von über 33% gemeldet, zuletzt 2009/10 betrug sie 36,1%(vgl. Tabelle 13). Tabelle 13: Übergänge aus Grundschulen(öffentlich und privat) auf Schulen der Sekundarstufe im Enzkreis in den letzten 10 Jahren(2000/01-2009/10) Schuljahr Schüler/innen insg. Hauptschulen abs. in% Realschulen abs. in% Gymnasien abs. in% Sonstige abs. in% 2000/01 2.449 831 33,9 733 29,9 855 34,9 2001/02 2.587 829 32,0 802 31,0 923 35,7 2002/03 2.484 811 32,6 785 31,6 861 34,7 2003/04 2.389 715 29,9 732 30,6 930 38,9 2004/05 2.330 661 28,4 776 33,3 880 37,8 2005/06 2.212 573 25,9 769 34,8 857 38,7 2006/07 2.229 540 24,2 767 34,4 907 40,7 2007/08 2.348 577 24,6 787 33,5 964 41,1 2008/09 2.290 530 23,1 835 36,5 911 39,8 2009/10 2.211 527 23,8 798 36,1 871 39,4 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2009. 30 1,2 33 1,3 27 1,1 12 0,5 13 0,6 13 0,6 15 0,7 20 0,9 14 0,6 15 0,7 Die Schülerzahl für die 25 Hauptschulen im Enzkreis ist von 831(2000/01) auf 527 in der Eingangsklasse 5 im Jahr 2009/10 gefallen. Diese Differenz von-304 Schüler/innen stellt einen Rückgang um über ein Drittel(36,6%) dar – eine drastische Abnahme. Auch die Schülerzahl an den sechs Gymnasien ist gegenüber dem Höchststand von 964(2007/08) abgefallen, und zwar auf nur 871 Schüler/innen(2009/10), fast so gering wie zuletzt 2002/03 mit 861 Schüler/innen. Der Zugang zu den Gymnasien schwankt im Enzkreis von Jahr zu Jahr beträchtlich, im Trend ergibt sich dennoch eine Zunahme um annähernd 5 Prozentpunkte im neuen Jahrtausend. Bei den elf Realschulen sind die Schülerzahlen ebenfalls wechselhaft und bewegen sich seit Beginn des Jahrtausends zwischen 732(2003/04) und 835(2008/09). 2009/10 haben 798 Schüler/innen auf eine Realschule gewechselt. Übergänge in der Stadt Pforzheim: Der Besuch der Schularten in der Sekundarstufe hat in Pforzheim einen anderen Verlauf genommen als im Enzkreis. Die Realschule wird deutlich weniger besucht, während die Hauptschule eine vergleichsweise hohe Besuchsquote gehalten hat. In den 1990er Jahren wurde die Hauptschule allerdings noch durchweg von deutlich mehr als 40% eines Jahrgangs besucht(Spitzenwert 1995/96 mit 45,7%). Ab der Jahrtausendwende ist der Besuch der Hauptschule stets unter 40% geblieben; am geringsten war der Zugang 2007/08 mit genau 30,0%. Er hat sich danach aber wieder etwas erholt auf zuletzt 32,0%(2009/10). Die Realschule hat noch nie 30% oder mehr Schüler/innen angezogen; bis 2006/07 schwankte die Besuchsquote zwischen 23% und 26%. Seitdem hat sie sich etwas erhöht und erreichte 2008/09 sogar 29,7%, ist aber 2009/10 wieder auf 28,4% gefallen. Bei den Gymnasien schließlich lag seit 2000 der Übergang stets über einem Drittel, mit dem Spitzenwert von sogar 42,3% zum Schuljahr 2006/07. Danach ging die Zahl wieder auf unter 40% zurück und erreicht 2008/09 dann 38,7%(vgl. Tabelle 14). 21 Trotz noch recht hoher Besuchsquote der Hauptschule in Pforzheim ist der Rückgang der absoluten Schülerzahlen beträchtlich: sie sind von 481(2000/01) auf 339(2009/10) gefallen, ein Verlust von fast einem Drittel. Bei den Realschulen nehmen zuerst die Schülerzahlen etwas ab: von 310 (2000/01) auf 258(2004/05), steigen danach aber wieder auf knapp über 300(2008/09 wie 2009/10). Die Gymnasien weisen recht wechselhafte Zugangszahlen auf: von etwa 390 Schüler/innen(2000/01, 2004/05 und 2008/09) bis zu 501 Schüler/innen(2007/08); zuletzt waren es knapp über 400(2009/10). Tabelle 14: Übergänge aus Grundschulen(öffentlich und privat) auf Schulen der Sekundarstufe in der Stadt Pforzheim in den letzten 10 Jahren(2000/01-2009/10) Schuljahr Schüler/innen insg. Hauptschulen abs. in% Realschulen abs. in% Gymnasien abs. in% Sonstige abs. in% 2000/01 1.208 481 39,8 310 25,7 393 32,5 24 2,0 2001/02 1.191 463 38,9 280 23,5 423 35,5 25 2,1 2002/03 1.193 455 38,1 301 25,2 414 34,7 23 1,9 2003/04 1.128 421 37,3 285 25,3 409 36,3 13 1,2 2004/05 1.087 421 38,7 258 23,7 392 36,1 16 1,5 2005/06 1.026 346 33,7 269 26,2 405 39,5 6 0,6 2006/07 1.100 366 33,3 312 28,4 408 37,1 14 1,3 2007/08 1.185 355 30,0 314 26,5 501 42,3 15 1,3 2008/09 1.019 318 31,2 303 29,7 388 38,1 10 1,0 2009/10 1.058 339 32,0 301 28,4 409 38,7 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2009. 9 0,9 Aktuelle Übergangsquoten im Enzkreis und in Pforzheim Die Konstellation der Übergänge ist im Enzkreis im Vergleich zum Land ganz ähnlich, in der Stadt Pforzheim aber anders gelagert, mit einer hohen Besuchsquote bei der Hauptschule, aber einer geringeren bei den Realschulen. Der Besuch des Gymnasiums fällt im Land- wie im Stadtkreis gleich aus und ist fast so hoch wie im Land insgesamt(Daten für 2009/10): Enzkreis: 24% Hauptschule, 36% Realschule, 39% Gymnasium; Stadt Pforzheim: 32% Hauptschule, 28% Realschule, 39% Gymnasium; Baden-Württemberg: 25% Hauptschule, 34% Realschule, 40% Gymnasium. Große Differenzen im Übergangsverhalten nach Gemeinden Um diese Durchschnittswerte schwanken die Quoten der einzelnen Gemeinden im Enzkreis erheblich. In nur 2 Gemeinden findet die Hauptschule einige Resonanz, insofern sie von mehr als 30% gewählt wird(Sternenfels und Königsbach-Stein). Auf der anderen Seite ist in 12 Gemeinden die Abwendung von der Hauptschule fortgeschritten: die Quote des Übergangs beträgt 2008/09 höchstens 20% oder liegt sogar darunter. Der Gymnasialbesuch ist in 13 Gemeinden auf über 40% gestiegen bis hin zu 55% in Ölbronn-Dürm; in 3 Gemeinden ist er gering geblieben und liegt dort unter 30%(vgl. Tabelle 15). 22 Tabelle 15: Übertritte von der Grundschule(öffentlich und privat) in die Schulen der Sekundarstufe in den Gemeinden im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2008/09) – Angaben in Prozent Nr. Gemeinde Schüler Klasse 4 Hauptschule % Realschule % Gymnasium % Sonstige % 02 Birkenfeld 104 28 43 29 1 03 Eisingen 68 15 48 37 0 04 Engelsbrand 54 25 36 39 0 05 Friolzheim 53 27 48 25 0 06 Heimsheim 52 19 41 35 6 07 Illingen 88 16 36 48 0 08 Ispringen 51 27 32 41 0 09 Kieselbronn 44 19 33 49 0 10 Knittlingen 99 28 38 34 0 11 Maulbronn 84 28 33 39 0 12 Mönsheim 35 21 43 36 0 13 Mühlacker 290 27 36 37 1 14 Neuenbürg 83 20 28 53 0 15 Neuhausen 53 29 38 33 0 16 Niefern-Öschelbr. 139 18 35 46 1 17 Ötisheim 45 28 26 44 2 18 Sternenfels 47 33 43 22 2 19 Tiefenbronn 62 18 38 45 0 20 Wiernsheim 66 16 39 45 0 21 Wimsheim 29 14 49 37 0 22 Wurmberg 42 14 56 30 0 23 Keltern 100 12 42 45 0 24 Remchingen 144 23 36 39 2 25 Straubenhardt 138 26 26 47 1 26 Neulingen 73 20 29 51 0 27 Kämpfelbach 69 29 35 35 0 28 Ölbronn-Dürrn 34 21 24 55 0 29 Königsbach-Stein 99 35 37 28 0 Enzkreis* insgesamt 2.245 23 36 40 1 01 Pforzheim, Stadt 1.072 31 30 38 1 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und eigene Berechnungen*ohne Pforzheim 23 5 Fortschreibung des gegliederten Schulwesens Das gegliederte Schulwesen nimmt eine Trennung der Schülerschaft in Besucher von Hauptschule, Realschule und Gymnasium ab dem 5. Schuljahr vor. Diese Aufteilung soll für die 28 Gemeinden und die 23 Hauptschulen im Enzkreis ebenso wie für die Stadt Pforzheim und ihre 13 Hauptschulen betrachtet werden, wobei eine Fortschreibung in die Zukunft vorgenommen wird. 5.1 Zukunft der Hauptschulen und Werkrealschulen Ausgangspunkte sind der Prognosewert für die Jahrgangsbreite zur Sekundarstufe ab 2020 und die Variation der Übergangsquote an die Hauptschule. Von der zukünftigen Jahrgangsstärke ausgehend und die Zugänge zur Hauptschule variierend(30%, 25%, 20% und 15%) kann somit ein gestuftes Bild der Schülerzahlen und Tragfähigkeit gezeichnet werden. Tragfähigkeit der Hauptschulen im Enzkreis Im Enzkreis gibt es 23 Hauptschulen in 20 Gemeinden, davon bieten 8 eine Werkrealschule(10. Klasse) an. Auf kommunaler Ebene ergibt sich eine deutliche Stufung der Gefährdung dieser Hauptschulen, weil die Klassengröße(16 Schüler/innen) oder die Zweizügigkeit(31 Schüler/innen) zukünftig als Kriterien nicht erreicht werden. Wegen der im Enzkreis bereits geringeren Übertrittsquote an die Hauptschule(23%) werden, laut Verzeichnis des Kultusministeriums, im Schuljahr 2008/09 bereits 19 Hauptschulen nur einzügig geführt, ein sehr hoher Anteil(vgl. Tabelle 16 und Karte 2 im Anhang). Sehr starke Gefährdung von 13 Hauptschulen: unter Klassenbildung Insgesamt 13 Hauptschulen erreichen zukünftig nicht die Stärke für eine Klasse, d.h. sie bleiben unter 16 Schüler/innen im Jahrgang. An fünf Hauptschulen wird die Schülerzahl sogar dauerhaft unter zehn bleiben. Insgesamt sind es im Kreis mehr als die Hälfte der Hauptschulen, denen unmittelbar in den nächsten Jahren die Schließung droht, wenn nicht schon vollzogen(fast alle diese Schulen sind bereits 2008/09 nur einzügig). In sieben Gemeinden handelt es sich um die einzige Schule der Sekundarstufe am Ort, weshalb ihre Auflösung einen besonderen Verlust für den Schulstandort bedeuten würde. Es handelt sich um Ispringen, Keltern, Kämpfelbach, Neulingen, Ölbronn-Dürrn, Ötisheim und Wiernsheim. Starke Gefährdung bei weiteren 4 Hauptschulen: nur einzügig(öfters knapp) Weitere vier Hauptschulen haben kommunal allein wenige Schüler/innen in Klasse 5(zwischen 15 und 20), könnten aber die Einzügigkeit zeitweise halten, allein oder mit einer Nachbargemeinde, die ohne Hauptschule ist und mitversorgt wird: bei Birkenfeld etwa Keltern, Niefern-Öschelbronn und Kieselbronn und Ötisheim, auch Neuhausen mit Tiefenbronn und Friolzheim. Zur weiteren Absicherung wäre zudem ein Zugang aus dem Nachbarkreis vonnöten, etwa bei Neuhausen oder Heimsheim, was aber nur auf Kosten der dortigen Hauptschullandschaft zu erreichen wäre. Gewisse Gefährdung bei 5 Hauptschulen: nur kooperativ zweizügig Im Kreis werden fünf weitere Hauptschulen zwar allein weniger als 31 Schüler/innen haben(zum Teil deutlich), aber mit Nachbargemeinden könnte die Größenordnung von 31 und mehr Schüler/innen erreicht werden: in Straubenhardt(eventuell mit Neuenbürg und Engelsbrand), Remchingen(mit Kämpfelbach), Königsbach-Stein(mit Eisingen und Neulingen), Knittlingen(mit Maulbronn und Sternenfels) sowie im Bereich Mönsheim(mit vielen Gemeinden wie Wiernsheim, Wimsheim, Wurmberg, auch Friolzheim und Heimsheim), wobei dort sich auch ein anderer Standort durchsetzen könnte. In diesen Fällen ist eine Zweizügigkeit und damit auch eine Werkrealschule(WRS) möglich, wobei aber nicht durchweg von einer langfristigen, tragfähigen Sicherung gesprochen 24 werden kann, vor allem in Mönsheim(alternativ in Wiernsheim) oder auch in Remchingen. Außerdem wird damit durchweg die Schließung einer anderen Hauptschule in einer oder mehreren Nachbargemeinde vorausgesetzt. Ohne Gefährdung ist eine Hauptschule: stabil zweizügig Wenn die stabile Tragfähigkeit mit zwei Zügen angestrebt wird, ist im ganzen Enzkreis nur eine Hauptschule in Mühlacker stabil und ungefährdet, weil allein nachhaltig deutlich mehr als 31 Schüler/innen erwartet werden können. Allerdings wären dann auch in Mühlacker zwei bisherige Hauptschulen nicht mehr tragfähig, da die gesamte Nachfrage im Ort sich auf 41-51 Schüler/innen belaufen dürfte. Tabelle 16: Schülerzahlen, Bestand und Verlust von Haupt/-Werkrealschulen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2015-2020/25) ÜberProgÜbergänge in HS bei… Bilanz für HS Gemeinde HS Schüler gang Kl. 5 2008 nose Jg. 30% 25% 20% 15% in% 2020-25 Schülerpotential Bestand Verlust Pforzheim, Stadt 13 364 31 1.042 313 261 208 156 261- 313 Ispringen 1 0 27 44 13 11 9 7 9- 11 Neuenbürg 1 12 20 59 18 15 12 9 9- 12 Engelsbrand - 25 26 8 7 5 4 (5 – 7) Straubenhardt 1 38 26 80 24 20 16 12 16- 20 Keltern 1 14 12 62 19 16 12 9 9- 12 Birkenfeld 1 29 28 74 22 19 15 11 15- 19 Remchingen 1+ 28 23 98 29 25 20 15 15- 20 Kämpfelbach 1 31 29 53 16 13 11 8 11- 13 Königsbach-Stein 2+ 42 35 78 23 20 16 12 20- 23 Eisingen - 15 33 10 8 7 5 (5 – 7) Neulingen 1 16 20 47 14 12 9 7 7- 9 Ölbronn-Dürrn 1 13 21 29 9 7 6 4 6- 7 Niefern-Öschelbr. 1+ 27 18 99 30 25 20 15 15- 20 Kieselbronn - 19 22 7 6 4 3 (3 – 4) Knittlingen 1 21 28 71 21 18 14 11 14 – 18 Maulbronn 1+ 29 28 52 16 13 10 8 10- 13 Sternenfels (1) 9 33 25 8 6 5 4 (6 – 8) Mühlacker 3(1)+ 97 27 205 62 51 41 31 41- 51 Illingen 1 16 16 57 17 14 11 9 9- 11 Ötisheim 1 19 28 29 9 7 6 4 6 – 7 Wiernsheim 1 23 16 50 15 13 10 8 8- 10 Wurmberg - 14 28 8 7 6 4 (4 – 6) Wimsheim - 14 20 6 5 4 3 (3 – 4) Mönsheim 1+ 26 21 22 7 6 4 3 3- 6 Heimsheim 1 9 19 47 14 12 9 7 7- 9 Friolzheim - 27 28 8 7 6 4 (6 – 7) Neuhausen 1 31 29 33 10 8 7 5 7- 8 Tiefenbronn - 18 36 11 9 7 5 (5 – 7) Enzkreis: Schulen 23(2) 530 23% 1.505 452 376 301 226 274- 349 Gemeinden 20(1) 100% 18%- 23% Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und eigene Berechnungen.*Ohne Pforzheim 8/-5 -1 -1 --1+ -1 (1)/-1 1+ -1 1+/-1 ---1 -1 (1)/-1 --1+ -1 --1+/-2 -1 -1 -1 ----(1)/ 1+ -1 --(1)/-1 --6+(3)/ -17 6(9)/-15 Insgesamt dürften nach 2015 statt 20 Gemeinden wie gegenwärtig, nur noch 6 Gemeinden im Kreis eine tragfähige Haupt-/Werkrealschule anbieten können; zusätzlich könnten 3 Gemeinden versuchen, eine einzügige Hauptschule zu halten: Nur wenn solche Hauptschulen weiter eine Bestandsga25 rantie erhalten, könnten sie in Birkenfeld, in Niefern-Öschelbronn oder in Neuhausen(mit Tiefenbronn) fortgeführt werden. Die acht Gemeinden, die bisher ohne öffentliche Hauptschule sind, werden auch in Zukunft keine einrichten können – ohne Berücksichtigung der sehr kleinen, privaten Hauptschule in Sternenfels. Ihre Zahl kann sich auf 19 bis 22 Gemeinden erhöhen, je nachdem wie die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit erfolgt und wie streng oder nachsichtig die Bestandsregeln gehandhabt werden, etwa bei regionalen Sonderfällen. Tragfähigkeit und Gefährdung der Hauptschulen in der Stadt Pforzheim In der Stadt Pforzheim sind von den 13 Hauptschulen zukünftig fünf Hauptschulen alleine stabil tragfähig, darunter sind absehbar drei Hauptschulen völlig gesichert(HS Brötzingen, Insel-HS und Weiherberg-HS), zwei weitere sind es knapp. Die Tragfähigkeit wird etwas labil bei der Nordstadtschule und der Haidachschule. Auf der anderen Seite sind fünf Hauptschulen nur noch knapp einzügig oder darunter: Sie sind unmittelbar in ihrem Bestand bedroht(Buckenbergschule, Waldschule, Karl-Friedrich-Schule, Huchenfeldschule und auch die Südstadtschule). Für drei Hauptschulen könnte es bei Kooperation zur Zweizügigkeit reichen(Arlinger Hauptschule, Schanzschule und Hersteinschule), was allerdings die Auflösung anderer Hauptschulen voraussetzt. Insgesamt zeichnet sich für die Stadt Pforzheim ebenfalls ein starker Rückgang bei den Hauptschulangeboten ab, wobei je nach weiterem Zugang(der noch recht hoch ist) und möglichen Kooperationen(auch Sonderregelungen) der Bestand von 13 Hauptschulen auf fünf bis acht Hauptschulen zurückgehen dürfte. Planungen und Genehmigungen zur Werkrealschule(Stand 2010) Insgesamt können im Enzkreis gemäß den Planungsanalysen langfristig und weitgehend tragfähig fünf Haupt-Werkrealschulen eingerichtet werden: Nur in Mühlacker erreicht die Hauptschule eigenständig gesichert die verlangte Eingangsgröße mit zumindest zwei Zügen(36 und mehr Schüler/innen). Alle anderen Gemeinden bleiben kommunal wohl unter dieser Voraussetzung und können daher nur in Kooperation mit anderen Gemeinden eine Haupt-Werkrealschule einrichten – was zugleich deren Auflösung in der jeweiligen Nachbargemeinde bedeuten würde. Kurzfristig sind somit Haupt-/Werkrealschulen im Kreis planerisch in fünf Gemeinden möglich, kommunale Kooperationen vorausgesetzt. In drei Fällen(Straubenhardt, Remchingen und Königsbach-Stein) müssten im Grunde auch Schulzugänge aus dem Nachbarkreis gesichert werden, um langfristig stabil und tragfähig eine Haupt-/Werkrealschule vorhalten zu können. Nach diesen Planungsanalysen würden die bis 2008/09 vorhandenen acht Haupt-Werkrealschulen nicht alle erhalten bleiben können(etwa in Maulbronn, Niefern-Öschelbronn oder in Neuhausen). Es könnte aber in Knittlingen mit Sternenfels(statt in Maulbronn) und in Straubenhardt(mit Neuenbürg bzw. Birkenfeld oder Keltern) je eine neue Haupt-/Werkrealschule eingerichtet werden. Allerdings bleiben die Werkrealschulen Remchingen und Mönsheim(bzw. Wiernsheim) langfristig durchweg instabil (vgl. Tabelle 13). Die Größenordnung der genehmigten Zahl von sieben Werkrealschulen(zusätzlich vier Außenstellen) für den Enzkreis durch das Kultusministerium erscheint überzogen. Nach dessen Aufstellung (April 2010) sind es zwei Hauptschulen in Mühlacker(davon eine gesichert mit Außenstelle Ötisheim) sowie Königsbach-Stein(zusätzlich eine Außenstelle in Königsbach-Stein), Remchingen(mit Außenstelle Kämpfelbach), Neuhausen, Niefern-Öschelbronn, sowie Wiernsheim(mit Außenstelle Mönsheim). Anzumerken ist, dass Neuhausen, Wiernsheim und Niefern-Öschelbronn trotz absehbarer Einzügigkeit der Haupt-Werkrealschule eine Genehmigung erhalten haben; in allen drei Fäl26 len erscheint auch durch Einbezug von Nachbargemeinden die Tragfähigkeit mit zwei Zügen dauerhaft kaum erreichbar. Keine Genehmigung haben trotz Beantragung die Gemeinden in Knittlingen und Birkenfeld erhalten, was angesichts der vorhandenen Größenordnung und Nachbarschaftskonkurrenz für Birkenfeld nachvollzogen werden kann, für Knittlingen(bzw. Maulbronn) aber nicht. Strittig bleibt die Einrichtung an mehreren Standorten:(1) in Neuhausen, weil ohne erweitertes Einzugsgebiet über die Kreisgrenze hinaus allein keineswegs tragfähig;(2) in Wiernsheim, da in Konkurrenz zu Niefern-Öschelbronn und zudem mit Mönsheim(nun Außenstelle) nur knapp einzügig;(3) für Niefern-Öschelbronn ebenfalls; da in Konkurrenz zu Wiernsheim und zwischen Pforzheim und Mühlacker gelegen. Die Schule bliebe selbst bei Zugang aus Kieselbronn und Wurmberg unter einer tragfähigen Zweizügigkeit. Diese drei Genehmigungen erscheinen problematisch und langfristig gefährdet. Außerdem bleibt festzuhalten, dass die Gemeinden in der südöstlichen Hälfte des Enzkreises nur sehr schwer, auch bei gemeinsamer Planung und Zusammenlegungen eine Haupt-/Werkrealschule erhalten und sichern werden, da sie alle von der Klassenbildung weit entfernt sind(von Wiernsheim über Mönsheim und Heimsheim bis Neuhausen). Die Haupt-Werkrealschulen für diese Gemeinden liegen dann in Mühlacker oder in Pforzheim bzw. in einer Gemeinde im Nachbarkreis. Die anderen elf Hauptschulen sollen laut Kultusministerium weitergeführt werden, jedenfalls sind bis 2013/14 keine Schließungen vorgesehen. Alle diese Hauptschulen sind nur einzügig oder noch kleiner. Angesichts der erwartbaren Schülerzahlen von durchweg höchstens zwölf pro Eingangsklasse an diesen Hauptschulen ist deren Weiterführung sehr fraglich, zumal wenn die Aufhebung der Schulbezirke greift und sie weitere Schüler/innen an die Nachbargemeinden mit Werkrealschule verlieren können. Diese Entwicklung droht vor allem in Birkenfeld, Heimsheim, Illingen, Ispringen, Keltern, Maulbronn, Neuenbürg, Neulingen und Ölbronn-Dürrn. Allerdings bliebe zu prüfen, ob nicht in Knittlingen(mit Maulbronn als Außenstelle) oder in Straubenhardt bzw. Neuenbürg(mit jeweils der anderen Hauptschule als Außenstelle) eine Werkrealschule eingerichtet werden könnte. Planerisch wären beide zumindest eher tragfähig als die genehmigten Werkrealschulen in Neuhausen, Niefern-Öschelbronn oder in Wiernsheim(bzw. Mönsheim). Für die Stadt Pforzheim sind amtlich fünf Werkrealschulen ab Schuljahr 2010/11 genehmigt worden: Brötzinger-, Insel-, Nordstadt-, Weiherberg- und Haidachschule.(Stand April 2010). Bislang bestand in Pforzheim nur eine Haupt-/Werkrealschule mit 10. Klasse(Haidachschule). Die anderen acht Hauptschulen sind bislang nicht zur Schließung vorgesehen; bei Aufgabe der Schulbezirke könnte dann aber der Wald-, Buckenberg-, Huchenfeld- und Südstadtschule unmittelbar die Auflösung drohen. Längerfristig könnte dies auch für die Otterstein-, Arlinger- und Schanzschule eintreten. Bei Zusammenlegungen aus dem Kreis dieser acht Hauptschulen könnten zwei bis drei weitere Werkrealschulen mit Zweizügigkeit eingerichtet werden, bei Verlust von fünf Hauptschulen. 5.2 Fortschreibung bei Realschulen und Gymnasien Die Fortschreibung für Realschulen und Gymnasien muss berücksichtigen, dass trotz gestiegener Übergänge das Angebot nicht erweitert worden ist. Deshalb ist die Einrichtung neuer Realschulen wie Gymnasien im Rahmen der Fortschreibung zu prüfen. 27 Der Bestand der vorhandenen neun öffentlichen und zwei privaten Realschulen im Enzkreis ist auch bei unterschiedlichen Besuchsquoten ungefährdet. Allerdings sind die meisten Standorte auf das überörtliche Einzugsgebiet angewiesen, außer die drei Realschulen in Remchingen, NiefernÖschelbronn und Mühlacker, die allein kommunal tragfähig und stabil bleiben. Bewegt sich die Nachfrage nach der Realschule weiterhin zwischen 35% und 40%, dann wäre im Enzkreis die Einrichtung einer weiteren Realschule nicht nötig. In der Stadt Pforzheim wäre die Einrichtung einer weiteren Realschule, neben den vorhandenen vier Realschulen, planerisch möglich(vgl. Tabelle 17). Tabelle 17: Schülerzahlen und Bestand von Realschulen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2015-2020/25) Gemeinde ÜberPrognose Übergänge in RS bei… RS Schüler gang Jg. 2020Kl. 5 2008 25 45% 40% 35% 30% in% Bilanz für RS SchülerBestand potential Pforzheim, Stadt 4 2463 30 1042 469 417 365 313 313- 365 4 /+1 Ispringen - 32 44 20 18 15 13 13- 15--Neuenbürg - 28 59 27 24 21 18 18- 21--Engelsbrand - 36 26 12 10 9 8 9- 10--Straubenhardt 1 612 26 80 36 32 28 24 24- 28 1 Keltern - 42 62 28 25 22 19 25- 28--Birkenfeld 1 374 43 74 33 30 26 22 30- 33 1 Remchingen 1 517 36 98 44 39 34 29 34- 39 1 Kämpfelbach - 35 53 24 21 19 16 19- 21--Königsbach-Stein 1 710 37 78 35 31 27 23 27- 31 1 Eisingen - 48 33 15 13 12 10 13- 15--Neulingen - 29 47 21 19 16 14 14- 16--Ölbronn-Dürrn - 24 29 13 12 10 9 9- 10--Niefern-Öschelbr. 1 314 35 99 45 40 35 30 35- 40 1 Kieselbronn - 33 22 10 9 8 7 7- 8--Knittlingen 1 508 38 71 32 28 25 21 25- 28 1 Maulbronn - 33 52 23 21 18 16 16- 18--Sternenfels (1) 122 43 25 11 10 9 8 10- 11(1) Mühlacker 1(1) 955 36 205 92 82 72 62 72- 82 1(1) Illingen 1 250 36 57 26 23 20 17 20- 23 1 Ötisheim - 26 29 13 12 10 9 9- 10--Wiernsheim - 39 50 23 20 18 15 18- 20--Wurmberg - 56 28 13 11 10 8 11- 13--Wimsheim - 49 20 9 8 7 6 8- 9--Mönsheim - 43 22 10 9 8 7 9- 10--Heimsheim 1 672 41 47 21 19 16 14 19 – 21 1 Friolzheim - 48 28 13 11 10 8 11- 13--Neuhausen - 38 33 15 13 12 10 12- 13--Tiefenbronn - 38 36 16 14 13 11 13- 14--Enzkreis: Schulen 9(2) 5.034 36 1.505 677 602 527 452 530- 600 9(2) Gemeinden 9 100% 35- 40% 9 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und eigene Berechnungen. Im Enzkreis bleiben fünf Gymnasien tragfähig, ein Gymnasium der beiden in Maulbronn wird offenbar aufgelöst. Aufgrund der zu erwartenden Nachfrage von 42% bis 48% Zugang, könnten drei weitere Gymnasien eingerichtet werden, und zwar in Straubenhardt, Niefern-Öschelbronn und Heimsheim, wobei die überregionale Mitversorgung zu berücksichtigen und zu gewährleisten ist. Dadurch würde eine deutlich bessere regionale Schulversorgung erreicht, vor allem im südöstli28 chen Kreisgebiet mit dem Standort Heimsheim, was die dort noch niedrige Beteiligungsquote erhöhen dürfte. In der Stadt Pforzheim erscheint das Angebot an fünf Gymnasien weiterhin für den Planungszeitraum hinreichend, auch bei einer Steigerung der Übergangsquote auf bis zu 45% des zukünftigen Schülerpotentials(vgl. Tabelle 18). Tabelle 18: Schülerzahlen und Bestand von Gymnasien im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2015-2020/25) Gemeinde ÜberPrognose Übergänge in GY bei… GY Schüler gang Jg. 2020Kl. 5 2008 25 50% 45% 40% in% Bilanz für GY Schülerpotential Bestand Pforzheim, Stadt 5(1) 645 38 1.042 521 469 417 417- 469 5 Ispringen 41 44 22 20 18 18- 20--Neuenbürg 1 125 53 59 30 27 24 30- 33 1 Engelsbrand - 39 26 13 12 10 10- 12--Straubenhardt - 47 80 40 36 32 36- 40+1 Keltern - 45 62 31 28 25 28- 31--Birkenfeld - 29 74 37 33 30 30- 33--Remchingen 1 61 39 98 49 44 39 39- 44 1 Kämpfelbach - 35 53 27 24 21 21- 24--Königsbach-Stein 1 101 28 78 39 35 31 31- 35 1 Eisingen - 37 33 17 15 13 13 – 15--Neulingen - 51 47 24 21 19 24- 27--Ölbronn-Dürrn - 55 29 15 13 12 15- 17--Niefern-Öschelbr. - 46 99 50 45 40 45- 50+1 Kieselbronn - 49 22 11 10 9 10- 11--Knittlingen - 34 71 36 32 28 28- 32--Maulbronn 2 79 39 52 26 23 21 26- 29 1/-1 Sternenfels - 22 25 13 11 10 10- 11 Mühlacker 1 182 37 205 103 92 82 82- 92 1 Illingen - 48 57 29 26 23 29- 32--Ötisheim - 44 29 15 13 12 13- 15--Wiernsheim - 45 50 25 23 20 23- 25--Wurmberg - 30 28 14 13 11 11- 13--Wimsheim - 37 20 10 9 8 8- 9--Mönsheim - 36 22 11 10 9 9- 10--Heimsheim - 35 47 24 21 19 18- 21+1 Friolzheim - 25 28 14 13 11 11- 13--Neuhausen - 33 33 17 15 13 13- 15--Tiefenbronn - 45 36 18 16 14 16- 18--Enzkreis: Schulen 6 545 40 1.505 753 677 602 647- 727 5/+3 Gemeinden 5 100% 43 – 48% 5/+3 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und eigene Berechnungen. Zeichenerklärung zur Bilanz:"+1" Neueinrichtung planerisch möglich; Bestand"n" bei gesicherter Zweizügigkeit. 29 6 Alternativen für die Schulentwicklung Für die Alternative des"Zwei-Säulen-Modells" in der Sekundarstufe werden hauptschulische und realschulische Bildungsgänge und Abschlüsse zusammengeführt(HS und RS) bei Erhalt des bisherigen Gymnasialangebotes. Diese teilintegrierte Schulform wird oft als Mittelschule oder Regionalschule geführt; hier wird sie als"Verbundschule" bezeichnet. Die Alternative der integrierten Schulform in der Sekundarstufe, öfters"Gemeinschafts-" oder "Gesamtschule" genannt, hier als"Sekundarschule" bezeichnet, versammelt alle Kinder der Gemeinde. Für sie wird eher Dreizügigkeit verlangt, um die Möglichkeit einer Oberstufe zu eröffnen; aber auch die zweizügige Einrichtung(bis Klasse 10) ist eine wichtige Option für die Gemeinden als Schulträger und Schulstandort. 6.1 Alternative I: Zwei-Säulen-Modell mit Verbundschule Für die Berechnung der Möglichkeiten für das Angebot der Verbundschule in den einzelnen Gemeinden werden, ausgehend vom langfristigen Prognosewert für die Jahrgangsbreite, drei Varianten berechnet, die unterschiedliche Ausmaße der Akzeptanz beinhalten. Es ist zu beachten, dass ein nicht unerheblicher Teil des Jahrgangs weiterhin ein Gymnasium besucht. Eine hohe Akzeptanz liegt demnach bei 60% Übergangsquote in die Verbundschule vor, eine mittlere Akzeptanz bei 55% und eine geringe ist bei 50% Übergang gegeben. Für jeden der erreichten Werte des Schülerpotentials wird die Möglichkeit der Einrichtung dieser Schulform ausgewiesen, wobei zugleich das Ausmaß der gesicherten Tragfähigkeit, durch eine Kommune allein oder in Kooperation mit einer anderen, berücksichtigt wird. Auf diese Weise kann schrittweise für die Gemeinden nachvollzogen werden, ob das Schülerpotential für eine Verbundschule ausreichend wäre. Anhand des Vergleichs mit dem gegenwärtigen und zukünftigen Schulangebot wird zudem ersichtlich, ob dadurch eine Wahrung und Sicherung des Bildungsangebotes oder sogar dessen Erweiterung erreichbar ist. Zur Orientierung kann dienen: Bei einem Übertritt von 55% in die Verbundschule muss die Jahrgangsbreite in der Gemeinde zumindest 60 Schüler/innen aufweisen, damit planerisch eine gesicherte Zweizügigkeit mit 36 Schüler/innen erreicht wird. Auf Grund der Einwohnerzahl erreichen 20 der 28 Gemeinden im Enzkreis dieses Quorum der Jahrgangsbreite von zumindest 60 Schüler/innen ab 2015/20 nicht – sie kommen deshalb auch nicht für die Alternative mit der teilgegliederten Lösung einer Verbundschule isoliert in Frage, möglicherweise nur in Kooperation mit einer Nachbargemeinde(vgl. Tabelle 19). Gewinn durch Verbundschulen: Sicherung und Erweiterung Im Enzkreis ließen sich bis zu 17 tragfähige Verbundschulen einrichten, je nachdem wie oft sie zweizügig bleiben oder auch mehrzügig geführt werden, wie dies in den größeren Städten möglich ist. Insgesamt können 16 Gemeinden aufgrund des erwartbaren Schüleraufkommens eine Verbundschule eröffnen, darunter sind fünf Gemeinden, die auf den Zugang aus Nachbargemeinden angewiesen wären: Neuenbürg(aus Engelsbrand), Neulingen(aus Ölbronn-Dürrn), Maulbronn (aus Sternenfels), Heimsheim(aus Friolzheim) und Neuhausen(aus Tiefenbronn). Die Sicherung des hauptschulischen Bildungsganges und die Erweiterungen um den realschulischen Bildungsgang sind durch die Einrichtung einer Verbundschule möglich. Im Enzkreis ließe sich an zwölf Standorten die bedrohte Hauptschule sichern. In fünf Gemeinden käme außerdem der realschulische Bildungsgang und Abschluss hinzu, eine attraktive Erweiterung: in Keltern, 30 Kämpfelbach, Neulingen, Wiernsheim und Neuhausen wäre eine solche Erweiterung des Schulangebotes durch die Verbundschule möglich(vgl. Tabelle 19). Tabelle 19: Schülerzahlen und Tragfähigkeit von Verbundschulen und Gymnasien im Zwei-Säulen-Modell im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2015-2020/25) Gemeinde Schulbestand HS RS GY Prognose Jg. 2020-25 Übergänge in VS bei… 60% 55% 50% Bilanz Schülerpot. VS Schulen VS GY Pforzheim, Stadt 13 4 5(1) 1.042 625 573 521 573- 625 10- 5 Ispringen 1- 44 26 24 22 24- 26-1--Neuenbürg 1- 1 59 35 32 30 32- 35 1 1 Engelsbrand -- 26 16 14 13 14- 16--Straubenhardt 1 1 80 48 44 40 44- 48 1--Keltern 1- 62 37 34 31 34- 37 1--Birkenfeld 1 1 74 44 41 37 41- 44 1--Remchingen 1 1 1 98 59 54 49 54- 59 1 1 Kämpfelbach 1- 53 32 29 27 29- 32 1--Königsbach-Stein 2 1 1 78 47 43 39 43- 47 1 1 Eisingen -- 33 20 18 17 18- 20--Neulingen 1- 47 28 26 24 26- 28 1--Ölbronn-Dürrn 1- 29 17 16 15 16- 17-1--Niefern-Öschelbr. 1 1 99 59 54 50 54- 59 1--Kieselbronn -- 22 13 12 11 12- 13--Knittlingen 1 1 71 43 39 36 39- 43 1--Maulbronn 1- 2 52 31 29 26 29- 31 1 1 Sternenfels -(1)(1) 25 15 14 13 14- 15--Mühlacker 3(1) 1(1) 1 205 123 113 103 113- 123 2 1 Illingen 1 1 57 34 31 29 31- 34 1--Ötisheim 1- 29 17 16 15 16- 17-1--Wiernsheim 1- 50 30 28 25 28- 30 1--Wurmberg -- 28 17 15 14 15- 17--Wimsheim -- 20 12 11 10 11- 12--Mönsheim 1- 22 13 12 11 12- 13-1--Heimsheim 1 1 47 28 26 24 26- 28 1--Friolzheim -- 28 17 15 14 15- 17--Neuhausen 1- 33 20 18 17 18- 20 1--Tiefenbronn -- 36 22 20 18 20- 22--Enzkreis: Schulen 23(2) 9(2) 6 1.505 903 828 753 828- 903 17 5 Gemeinden 20(1) 9(1) 55 – 60% 16 5 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und eigene Berechnungen.*Ohne Pforzheim 1) Einrichtung Verbundschule: ab Zweizügigkeit angesetzt; Gymnasien wie bei Fortschreibung behandelt Es liegt auf der Hand, dass in den sieben Gemeinden des Enzkreises, die bereits gegenwärtig keine Hauptschule haben, auch zukünftig keine gesicherte Tragfähigkeit für die Verbundschule erreicht wird, wie in Friolzheim, Tiefenbronn, Wurmberg, Wimsheim, Kieselbronn, Eisingen und Engelsbrand. In vier Gemeinden ist das Jahrgangspotential für die Sekundarschule insgesamt so gering, dass durch die Verbundschule die erwartbare Auflösung der bislang vorhandenen Hauptschule nicht aufgefangen werden kann. Diese schwierige Konstellation ist in den vier Gemeinden Ispringen, Ölbronn-Dürrn, Ötisheim und Mönsheim anzutreffen. In der Regel können diese Gemeinden auch bei überörtlicher Kooperation nicht dauerhaft als Standort für eine Verbundschule gehalten wer31 den, weil das Schüleraufkommen auch gemeinsam zu gering bleibt(unter gesicherter Zweizügigkeit). In der Stadt Pforzheim bliebe bei Einrichtung von Verbundschulen die Situation der 5 Gymnasien unberührt. Die 13 Hauptschulen und 4 Realschulen könnten planerisch in 10 Verbundschulen ungewandelt werden. Da ein Rückgang auf fünf bis acht Hauptschulen für die Stadt absehbar ist, können die Verbundschulen das Schulangebot günstiger bündeln und in manchen Stadtteilen das Schulangebot aufwerten. Dem entspricht zudem, dass für die Stadt Pforzheim bislang fünf Werkrealschulen vom Kultusministerium genehmigt wurden, was zukünftig nach Auflösung der verbliebenen kleinen Hauptschulen neun Schulen ergibt, die zum Realschul- und zum Hauptschulabschluss führen. Die Werkrealschule übernimmt damit die Funktion einer Verbundschule, denn zwei Abschlüsse können erreicht werden: der Hauptschulabschluss und die mittlere Reife – bei mehr oder weniger integrierten Bildungsgängen. Die Einrichtung dieser Schulart weist aber oftmals eine labile Tragfähigkeit auf, auch in der Stadt Pforzheim, weil sie in Konkurrenz zur Realschule und zu den Gymnasien bei zurückgehendem demographischen Schülerpotential steht. Da die Realschulen nicht mit einbezogen werden, nur um die Dreigliedrigkeit des Schulsystems zu retten, bleibt die wohnortnahe Schulversorgung über die Stadtgebiete auch in Pforzheim unausgewogen. Daher wäre auch für die Stadt Pforzheim das Zwei-Säulen-Modell mit Einführung der Verbundschule gegenüber der Dreigliedrigkeit der Sekundarstufe eine effizientere Lösung, weil diese Schulform tragfähiger, gerechter ausgelegt und anspruchsvoller gestaltet werden kann. 32 6.2 Alternative II: Integrierte Sekundarschule Werden die Schüler/innen über die vierte Klasse hinaus in der Sekundarstufe gemeinsam unterrichtet, so geschieht dies in einer vollintegrierten Schulform, die als Sekundarschule bezeichnet werden kann. Für diese Schulform steht die gesamte Jahrgangsbreite der Gemeinde als Potential zur Verfügung, wobei gewisse Abstriche zu machen sind, daher werden Übergänge von 95%, 90% und 85% berechnet. Die integrierte Sekundarschule kann bereits mit zwei Zügen eingerichtet werden und führt dann bis Klassenstufe 10. Bei verlangter Dreizügigkeit(zur Sicherung der Oberstufe) sind im Enzkreis insgesamt 13 integrierte Sekundarschulen(mit Oberstufe) planerisch möglich, in der Stadt Pforzheim können es 11 Sekundarschulen sein. Bei zugelassener Zweizügigkeit sind weitere 5 integrierte Sekundarschulen(bis Klasse 10) im Enzkreis möglich; die Gesamtzahl an Sekundarschulen kann sich auf 18 Schulen summieren(vgl. Tabelle 20). Tabelle 20: Schülerzahlen und Tragfähigkeit von Sekundarschulen(integriertes Modell) im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2015-2020/25) Gemeinde Schulbestand HS RS GY Prognose Jg. 2020-25 Übergänge in Sekundarschule bei… 95% 90% 85% Bilanz Sekundarschulen Schüler- 2- oder potential 3+z. Pforzheim, Stadt 13 4 5(1) 1.042 990 938 886 886- 938--- 11 Ispringen 1- 44 42 40 37 37 – 40 1--Neuenbürg 1- 1 59 56 53 50 50 – 53--- 1 Engelsbrand -- 26 25 23 22 22 – 23--Straubenhardt 1 1 80 76 72 68 68- 72--- 1 Keltern 1- 62 59 56 53 53 – 56 1--Birkenfeld 1 1 74 70 67 63 63 – 67--- 1 Remchingen 1 1 1 98 93 88 83 83 – 88--- 1 Kämpfelbach 1- 53 50 48 45 45 – 48 1--Königsbach-Stein 2 1 1 78 74 70 66 66 – 70--- 1 Eisingen -- 33 31 30 28 28 – 30--Neulingen 1- 47 45 42 40 40 – 42--- 1 Ölbronn-Dürrn 1- 29 28 26 25 25 – 26-1--Niefern-Öschelbr. 1 1 99 94 89 84 84 – 89--- 1 Kieselbronn -- 22 21 20 19 19 – 20--Knittlingen 1 1 71 67 64 60 60 – 64--- 1 Maulbronn 1- 2 52 49 47 44 44 – 47 1--Sternenfels (1)(1) 25 24 23 21 21 – 23(1)--Mühlacker 3(1) 1(1) 1 205 195 185 174 174 – 185--- 2 Illingen 1 1 57 54 51 48 48 – 51 1--Ötisheim 1- 29 28 26 25 25 – 26-1--Wiernsheim 1- 50 48 45 43 43- 45--- 1 Wurmberg -- 28 27 25 24 24 – 25--Wimsheim -- 20 19 18 17 17 – 18--Mönsheim 1- 22 21 20 19 19 – 20-1--Heimsheim 1 1 47 45 42 40 40 – 42--- 1 Friolzheim -- 28 27 25 24 24 – 25--Neuhausen 1- 33 31 30 28 28 – 30--- 1 Tiefenbronn -- 36 34 32 31 31- 32--Enzkreis: Schulen 1.279 23(2) 9(2) 6 1.505 1.430 1.355 1.279 1.355 5 13 Gemeinden 20(2) 9 5 100 85 – 90% 17 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg und eigene Berechnungen. 33 Mit der integrierten Sekundarschule ließen sich im Enzkreis 17 Gemeinden zukünftig auch bei zurückgehenden Schülerzahlen tragfähig, wohnortnah und anspruchsvoll versorgen. Allerdings blieben auch mit Einführung der Sekundarschule alle Gemeinden, die bisher keine Schule der Sekundarstufe(z.B. Hauptschule) haben, weiterhin ohne ein derartiges Schulangebot, weil die Gemeindegröße und das Schülerpotential dafür nicht ausreichend sind: Die Ortsgröße liegt zwischen 2.669(Wimsheim) und 5.422 Einwohnern(Tiefenbronn). Von den Gemeinden mit einer Hauptschule, die unmittelbar von der Auflösung bedroht ist, kann in drei Fällen wohl auch eine integrierte Sekundarschule das gefährdete Angebot nicht wahren. In den Gemeinden Mönsheim, Ötisheim und Ölbronn-Dürrn ist dafür das Schülerpotential zu gering und auch eine Kooperation mit Nachbargemeinden würde keine Lösung erbringen. Diese Gemeinden weisen eine Ortsgröße von 2.755(Mönsheim) bis 4.894(Ötisheim) Einwohnern auf. In sechs Gemeinden wird mit der Einrichtung einer Sekundarschule keine Erweiterung des Schulangebotes erreicht, sondern es käme zu einer Transformation des vorhandenen gegliederten Schulangebotes. In Neuenbürg, Remchingen, Königsbach-Stein und Maulbronn beträfe das eine drei- und mehrzügige Sekundarschule mit Oberstufe, die Hauptschule, Realschule und Gymnasium ablösen würde; in Illingen eine zweizügige Sekundarschule. Nur in Mühlacker wäre es möglich, neben der integrierten Sekundarschule das Gymnasium zu belassen. In drei Gemeinden würde die Einrichtung der Sekundarschule mit zwei Zügen(bis Klasse 10) nicht nur die Sicherung des hauptschulischen Bildungsganges bedeuten, der ansonsten verloren ginge, sondern zugleich eine Erweiterung um den realschulischen Abschluss(Mittlere Reife) vor Ort. Diese beachtenswerte Aufwertung des Schulstandortes ist möglich in Ispringen, Keltern und Kämpfelbach. Besonders attraktiv ist die integrierte Sekundarschule für jene Orte, in denen sie mit drei oder mehr Zügen eingerichtet werden kann, die aber bislang nicht über eine Schule der Sekundarstufe mit Zugang zur Hochschulreife verfügen. Eine solche Konstellation ist in acht Gemeinden vorhanden: Straubenhardt, Birkenfeld, Neulingen, Niefern-Öschelbronn, Knittlingen, Wiernsheim, Heimsheim (mit Friolzheim) und Neuhausen(mit Tiefenbronn), wobei fünf dieser Gemeinden bislang neben der Hauptschule zusätzlich über eine Realschule verfügen. In all diesen Gemeinden im Enzkreis ist bislang kein gymnasialer Bildungsgang zur Hochschulreife am Ort vorhanden. Die Einrichtung einer zumindest dreizügigen integrierten Sekundarschule mit Oberstufe würde nicht nur die Sicherung des hauptschulischen Bildungsganges und in drei Fällen auch die Erweiterung um den realschulischen Bildungsgang bedeuten, sondern vor allem eine Aufstockung mit dem gymnasialen Bildungsgang. Die jeweiligen Abschlüsse bis zur Hochschulreife wären vor Ort zu erreichen, wodurch sich zugleich die Zahl der Ausbildungspendler erheblich reduzieren ließe. Für die Stadt Pforzheim wäre planerisch die Einrichtung von elf integrierten Sekundarschulen möglich, die alle zumindest drei Züge führen könnten(und damit die Oberstufe zur Hochschulreife). Dadurch würde das Bildungsangebot in der Sekundarstufe erheblich erweitert, denn bislang leisten dies nur die fünf Gymnasien. Die Zahl der Schulen, gegenwärtig 22 Schulen(13 HS, 4 RS und 5 GY) könnte effizienter gebündelt und gerechter im Stadtgebiet verteilt werden. Dies wäre ein wichtiger Schritt zu einem tragfähigen, wohnortnahen und anspruchsvollen Schulangebot in der Sekundarstufe, das Bildungsaufstieg, Ganztagsangebote und außerschulische Aktivitäten in Interaktion mit dem Umfeld erleichtert. 34 7 Leistungsvergleich zur Schulversorgung und Optionen In der Regel sind im allgemeinbildenden Schulwesen die Kommunen die Träger des öffentlichen Schulangebotes. Insofern liegt es nahe, die Kommune als Bezugspunkt der Planung zur Schulentwicklung zu nehmen. Aufgrund von Verflechtungen ist zugleich die Betrachtung über die Gemeindegrenzen hinaus zu erweitern. Dafür bietet es sich an, aus benachbarten Gemeinden"Bildungsregionen" zu bilden, die sowohl einen Rahmen für die Versorgungsvergleiche liefern als auch praktisch für Kooperationen der Schulen bedeutsam sein können. Regionalisierte Schulentwicklung: Verwaltungsgemeinschaften bzw.-verbände Der Enzkreis ist in sieben Verwaltungsgemeinschaften unterteilt. Sie können den Rahmen für Kooperationen im Schulbereich abgeben und die planerische Grundlage für Bildungsregionen darstellen. Für die Planungsanalysen werden 9 Bildungsregionen gebildet, davon 8 Bildungsregionen im Enzkreis sowie eine Bildungsregion Pforzheim(mit Ispringen). Sie orientieren sich an den vorhandenen Verwaltungsgemeinschaften: Bildungsregion 1: Pforzheim mit Ispringen; Bildungsregion 2: Neuenbürg mit Engelsbrand und Straubenhardt; Bildungsregion 3: Keltern mit Birkenfeld; Bildungsregion 4: Remchingen mit Kämpfelbach sowie Königsbach-Stein mit Eisingen; Bildungsregion 5: Neulingen mit Ölbronn-Dürrn sowie Niefern-Öschelbronn mit Kieselbronn; Bildungsregion 6: Knittlingen mit Maulbronn und Sternenfels; Bildungsregion 7: Mühlacker mit Illingen und Ötisheim Bildungsregion 8: Wiernsheim mit Wurmberg, Mönsheim, Wimsheim sowie Heimsheim mit Friolzheim, Bildungsregion 9: Neuhausen mit Tiefenbronn Diese neun Bildungsregionen sollten jeweils bei gegliederter, teilintegrierter oder vollintegrierter Schulform alle Bildungsgänge und Abschlüsse(bis zur Hochschulreife) tragfähig und stabil sowie in chancengerechter regionaler Verteilung anbieten. Die Schulentwicklung sollte zwischen den Gemeinden abgestimmt erfolgen. 7.1 Leistungsvergleich der Schulstrukturen Um die wohnortnahe Versorgungsleistung von Fortschreibung und Alternativen zu bestimmen, ist für die jeweiligen Modelle des Schulangebotes zu klären, in wie vielen Gemeinden überhaupt gesichert ein hauptschulischer, ein realschulischer und ein gymnasialer Bildungsgang mit den entsprechenden Abschlüssen vorhanden sein wird. Je mehr Gemeinden tragfähig und gesichert diese Bildungsgänge und Abschlüsse zukünftig vorhalten können, desto günstiger ist die Versorgungsleistung. In der Übersicht stellt sich die Versorgungsleistung des Schulangebotes in der Sekundarstufe für die 28 Gemeinden im Enzkreis sowie die Stadt Pforzheim folgendermaßen dar(vgl. Tabelle 21). Bei der Fortschreibung des gegliederten Schulsystems halten nur sechs bis neun Gemeinden im Enzkreis das Haupt-/Werkrealschulangebot(obwohl sieben vorerst genehmigt wurden, ohne Außenstellen); in der Stadt Pforzheim verblieben fünf bis acht Werkrealschulen(bislang sind fünf genehmigt). Das öffentliche Realschulangebot ist(wie bisher) in neun Gemeinden und das Gymnasialangebot nur in fünf Gemeinden vorhanden, wenn angebrachte Neugründungen nicht realisiert werden, ansonsten könnten drei Gemeinden hinzu komme. In Pforzheim bliebe das Angebot an Realschulen(4) und Gymnasien(5) wohl unverändert; möglich wäre die Einrichtung einer wei35 teren Realschule. Insgesamt könnten im Enzkreis langfristig dann noch zwölf Gemeinden eine öffentliche Schule der Sekundarstufe vorweisen; 16 Gemeinden wären ohne ein solches Schulangebot, acht Gemeinden mehr als bislang. Man könnte in der Tat von einer"Verödung" der Schullandschaft sprechen. Tabelle 21: Vergleich der Versorgungsleistung der Schulen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim bei Fortschreibung und Alternativen des Schulangebotes(2015-2020/25) Gemeinde Schulen 2008 HS RS GY Prognose für 2015 – 2020/25 Fortschreibung Alternative I HS-WRS RS GY VerGY bund Alternative II Sekundarschule 2 Züge 3+ Züge Pforzheim, Stadt 13 4 5(1) 8/-5 4 /+1 5 10 5 --11 Ispringen 1- -1-------1 --1 --Neuenbürg 1- 1 -1--- 1 1 1 --1 Engelsbrand -- -----------------Straubenhardt 1 1 1+ 1+1 1 +1 --1 Keltern 1- -1------ 1 --1 --Birkenfeld 1 1 (1)/-1 1--- 1 ----1 Remchingen 1 1 1 1+ 1 1 1 1 --1 Kämpfelbach 1- -1------ 1 --1 --Königsbach-Stein 2 1 1 1+/-1 1 1 1 1 --1 Eisingen -- -----------------Neulingen 1- -1------ 1 ----1 Ölbronn-Dürrn 1- -1-------1 ---1 --Niefern-Öschelbr. 1 1 (1)/-1 1+1 1 +1 --1 Kieselbronn -- -----------------Knittlingen 1 1 1+ 1--- 1 ----1 Maulbronn 1- 2 -1--- 1/-1 1 1 1 --Sternenfels (1)(1) ---(1)----(1) --Mühlacker 3(1) 1(1) 1 1+/-2 1(1) 1 2 1 --2 Illingen 1 1 -1 1--- 1 --1 --Ötisheim 1- -1-------1 ---1 --Wiernsheim 1- -1------ 1 ----1 Wurmberg -- -----------------Wimsheim -- -----------------Mönsheim 1- (1)/ 1+ -------1 ---1 --Heimsheim 1 1 -1 1+1 1 +1 --1 Friolzheim -- -----------------Neuhausen 1- (1)/- 1------ 1 ----1 Tiefenbronn -- ------------------Enzkreis: Schulen 23(2) 9(2) 6 6+/(4)/-17 9(2) 5 17 5 5 13 Gemeinden 20(1) 9(1) 5 6(9)/-14 9 5/+3 16/- 4 5/+3 5/-3 12/+8 Quelle: Eigene Berechnungen(vgl. Tabellen 16 bis 20). Wird die Verbundschule eingerichtet, dann verbessert sich die Versorgungslage deutlich. Die insgesamt 17 möglichen Verbundschulen im Enzkreis verteilen sich auf 16 Gemeinden, die dann gesichert eine Schule mit dem hauptschulischen und mit dem realschulischen Bildungsgang vorhalten können; das Gymnasialangebot bliebe unverändert. In der Stadt Pforzheim wäre mit zehn Verbundschulen, neben den fünf Gymnasien, ein effizienteres Schulangebot in der Sekundarstufe möglich, weil es tragfähiger und wohnortnäher verteilt sein könnte. 36 Die Einrichtung von Sekundarschulen hängt davon ab, ob sie dreizügig verlangt oder auch zweizügig zugelassen sind. Bei vorgeschriebener Dreizügigkeit ist bereits ein erheblicher Gewinn für die Verteilung und Sicherung der schulischen Bildungsgänge zu erreichen. Insgesamt könnten im Enzkreis 12 Gemeinden eine integrierte Schule mit allen Bildungsgängen bis zur Hochschulreife anbieten; in weiteren 5 Gemeinden wäre eine Sekundarschule mit zwei Zügen möglich. Damit könnten immerhin 17 Gemeinden Schulstandort für die Sekundarstufe bleiben, darunter 8 Gemeinden mit einer erheblichen Aufwertung als Schulstandort. In der Stadt Pforzheim sind planerisch elf integrierte Sekundarschulen mit Oberstufe, die zur Hochschulreife führt(zumindest drei Züge), planerisch möglich, was eine erhebliche Aufwertung vieler Schulstandorte und Stadtgebiete über die bislang fünf Gymnasien hinaus bedeuten würde(vgl. Tabelle 21). Die Situation der Hauptschulen im Enzkreis wie in der Stadt Pforzheim ist bedeutend problematischer als oft angenommen, denn viele erreichen nicht einmal mehr die Quote zur Klassenbildung (mindestens 16 Schüler/innen). Es ist langfristig mit einem Verlust von bis zu 17 der bislang 23 Hauptschulen im Enzkreis, von bis zu 8 der 13 Hauptschulen in Pforzheim zu rechnen, was einen Rückgang um jeweils etwa zwei Drittel des Angebotes bedeutet. Die weitere Entwicklung ist von einiger Konkurrenz begleitet, da die Schule vor Ort zumeist nur durch den Gewinn von Schüler/innen aus Nachbargemeinden gesichert werden kann. Letztlich dürften im Enzkreis noch sechs Orte eine Haupt-/Werkrealschule neuen Konzepts anbieten können. In der Stadt Pforzheim könnten sich fünf Haupt-/Werkrealschulen dauerhaft etablieren. Damit konzentrieren sich diese Werkrealschulen vor allem auf jene Orte, in denen sich in der Regel bereits eine Realschule und/oder ein Gymnasium befinden: Straubenhardt und Neuenbürg, Remchingen und Königsbach-Stein, Knittlingen und Maulbronn. Die Werkrealschulen eröffnen offensichtlich keine Chance, hauptschulische Bildungsgänge wohnortnah im ländlichen Raum und kleineren Gemeinden zu halten. Sie eröffnen auch nicht die Möglichkeit, den bislang ungenügend versorgten regionalen Raum von Wiernsheim und Mönsheim, Neuhausen und Heimsheim im Südosten des Kreises mit einer höherwertigen Schulversorgung auszustatten, denn dort eingerichtete Werkrealschulen(etwa in Neuhausen oder Wiernsheim) bleiben außerordentlich unsicher wegen der vorausgesetzten Zweizügigkeit. Bei den Realschulen und Gymnasien ist die Situation anders. Hier besteht ein geringes Defizit angesichts der gestiegenen Nachfrage, bei den Realschulen weniger, bei den Gymnasien mehr. Manche Gebiete des Kreises sind mit diesen Bildungsgängen und Abschlüssen unversorgt. Angebracht wäre es daher, das Angebot an Gymnasien zu erweitern, was an drei Standorten planerisch gemäß der erwartbaren Schülerzahl durchaus möglich ist. Allerdings wäre ein solcher Ausbau mit integrierten Schulen effizienter, gerechter und anspruchsvoller möglich. 7.2 Optionen der Gemeinden Angesichts der planerischen Szenarien für die Gemeinden und Bildungsregionen im Enzkreis verfügen sie in unterschiedlichem Ausmaß über Optionen bei der weiteren Gestaltung des Schulangebotes in der Sekundarstufe für den Planungszeitraum von 2015 bis 2020/25. Dabei lassen sich folgende Stufen unterscheiden: ohne Option auf eine Schule der Sekundarstufe allein oder in Kooperation, Optionen bei Fortschreibung des gegliederten Schulwesens, Optionen unter Nutzung der Alternativen als partielles Angebot, Optionen mit voller Nutzung der Alternativen. 37 Welche dieser Optionen in Frage kommen, dies wird nachfolgend für die einzelnen Gemeinden aufgezeigt und für die neun Bildungsregionen bilanziert. Ohne Option für eine Schule der Sekundarstufe Die elf Gemeinden ohne jede Option auf eine Sekundarschule sind in der Regel von der Einwohnerzahl klein. Acht dieser Gemeinden führen bereits gegenwärtig keine Hauptschule. In ihnen bleibt die Einwohnerzahl zukünftig stets unter 5.000 und die erwartbare Jahrgangsbreite erreicht ab 2015 in keinem Fall zumindest 40 Schüler/innen insgesamt. Schwierig ist die Konstellation in jenen drei Gemeinden, die bislang eine sehr kleine Hauptschule vorgehalten haben, zukünftig aber keine Schule mehr in der Sekundarstufe anbieten können: Ölbronn-Dürrn, Ötisheim und entweder Mönsheim oder Wiernsheim. Sie sind auch nicht einzügig zu halten. Optionen bei Fortschreibung des gegliederten Schulwesens Die Fortschreibung des gegliederten Schulwesens begrenzt die Optionen der Gemeinden erheblich. Sie läuft vor allem darauf hinaus, den Bestand an Hauptschulen abzubauen, was in bis zu 14 Gemeinden im Enzkreis der Fall sein dürfte – in ihnen ist die Hauptschule oftmals die einzige Schule der Sekundarstufe(in acht Gemeinden). Eine gewisse Zeit mögen einzügige Hauptschulen noch an vier Standorten haltbar sein, aber bei Freigabe der Einzugsbereiche dürften auch sie unter die Klassenbildung fallen und nicht mehr tragfähig sein(Birkenfeld, Niefern-Öschelbronn, Neuhausen und Mönsheim oder Wiernsheim). Wegen des veränderten Wahlverhaltens beim Übergang in die Sekundarstufe erscheint es in einzelnen Gemeinden möglich, ein Gymnasium einzurichten: Die Option auf eine Realschule besteht zusätzlich nur in der Stadt Pforzheim, aber nicht in den Gemeinden des Enzkreises; die Option für ein weiteres Gymnasium ist den drei Gemeinden Straubenhardt, Niefern-Öschelbronn und Heimsheim vorhanden, verlangt aber eine überörtliche Funktion und Einbindung. Optionen unter Nutzung der Alternativen des Schulangebotes Die große Zahl von 16 Gemeinden kann im gegliederten Schulwesen entweder die Hauptschule nicht wahren oder das Schulangebot, trotz Nachfrage in der Bevölkerung, nicht erweitern. Für sie ist die Einrichtung einer Verbundschule oder Sekundarschule besonders bedenkenswert: Dies gilt insbesondere für die Gemeinden mit 5.000 bis 12.000 Einwohnern. Die Verbundschule wäre vor allem in den fünf Gemeinden eine attraktive Option, in denen die vorhandene Hauptschule verloren gehen könnte, aber keine Realschule besteht – wie in Keltern, Kämpfelbach, Neulingen, Wiernsheim(bzw. Mönsheim) und Neuhausen. In anderen fünf Gemeinden besteht zwar bereits eine Realschule oder ein Gymnasium, die in der Regel tragfähig bleiben. Hier würde die Verbundschule demnach zur Sicherung des hauptschulischen Bildungsganges beitragen: in Neuenbürg, Birkenfeld, Maulbronn, Niefern-Öschelbronn, Illingen und Heimsheim. Bei der integrierten Sekundarschule haben weit mehr Gemeinden die Option, nicht nur den Verlust der Hauptschule zu kompensieren, sondern zudem das Spektrum der Bildungsgänge und Abschlüsse am Ort zu erweitern und aufzustocken. Mit einer zweizügigen Sekundarschule bei gemeinsamen Lernen bis Klasse 10 würden fünf Gemeinden den hauptschulischen Bildungsgang wohnortnah wahren und das Bildungsangebot zugleich erweitern: in Ispringen, Keltern, Kämpfelbach, Maulbronn und in Wiernsheim bzw. Mönsheim. Dies wäre daher eine wichtige Option, um der Verödung der Schullandschaft im ländlichen Raum entgegen zu wirken. Mit der dreizügigen Sekundarschule(mit Oberstufe) könnten acht Gemeinden sich als Schulstandort entscheidend aufwerten, da sie nun das gesamte Spektrum der Bildungsgänge und Abschlüsse anbieten könn38 ten: Straubenhardt, Birkenfeld, Neulingen, Niefern-Öschelbronn, Knittlingen(mit Maulbronn), Wiernsheim(mit Mönsheim), Heimsheim und Neuhausen. Volles Spektrum der Optionen Im Enzkreis können nur drei Gemeinden unter jeder Struktur des Schulwesens das gesamte Spektrum der Bildungsgänge, gegliedert oder integriert, zukünftig anbieten. Dies ist vor allem der größte Ort im Kreis: Mühlacker(25.512 Einw.), aber auch die beiden Gemeinden Remchingen(mit Kämpfelbach) und Königsbach-Stein(mit Eisingen), jeweils mit funktionaler Schulversorgung für Nachbargemeinden, könnten und sollten das volle Spektrum der Bildungsgänge und Abschlüsse in der Sekundarstufe anbieten, sei es in gegliederter oder – noch effizienter und gehaltvoller – in der integrierten Alternative der Sekundarschule. Für die Stadt Pforzheim stehen bei der Gestaltung des zukünftigen Schulangebotes grundsätzlich alle Optionen offen: die Fortschreibung, das Zwei-Säulen-Modell und die integrierte Sekundarschule mit Oberstufe. Die Fortschreibung würde allerdings eine Reihe von Schulschießlungen im Hauptschulbereich bedeuten und die dreigegliederte Schullandschaft, bliebe labil, vor allem bei manchen Werkrealschulen. Mit der integrierten Sekundarschule wäre eine erhebliche Aufwertung des Schulangebotes in der Stadt möglich, ebenso eine chancengerechtere Verteilung im Stadtgebiet mit anspruchsvolleren Möglichkeiten der Schulgestaltung. In Pforzheim wäre es zudem möglich, ein oder zwei integrierte Sekundarschulen gemäß Nachfrage einzurichten, ohne das Angebot an vorhandenen Realschulen oder Gymnasien zu beeinträchtigen. 8 Bilanz und Empfehlungen Im Vergleich der Versorgungsleistung von Fortschreibung und den beiden Alternativen wird eindrücklich ersichtlich, wie unterschiedlich sie ausfällt. Dazu werden drei Zahlen bilanzierend gegenübergestellt(vgl. Tabelle 22): Gemeinden ohne Schulangebot in der Sekundarstufe, Gemeinden mit haupt- und/oder realschulischem Bildungsgang und Abschluss sowie Gemeinden mit allen Bildungsgängen und Abschlüssen bis zur Hochschulreife. Tabelle 22: Versorgungsleistung der verschiedenen Modelle zur Schulentwicklung in der Sekundarstufe für die 28 Gemeinden im Enzkreis Fortschreibung: Alternative I: Alternative II 28 Gemeinden gegliedert zwei Säulen HS(1z.)+ RS(2z.) VS(2-3z.)+ GY integrierte Sekundarschule + GY(2-3z.)(2-3z.) 2z.-3z.+ Gemeinden ohne Schulangebot in der Sekundarstufe(bislang 8) 16 12 11 Gemeinden mit Schulangebot in der Sekundarstufe(bislang 20) 12 16 17 Gemeinden mit allen Abschlüssen der Sekundarstufe(bislang 2) 5(+3) 5(+3) 12 Die Fortschreibung des gegliederten Modells ist für die Schulversorgung am ungünstigsten. Unter den Standorten mit einem Schulangebot in der Sekundarstufe sind bei Fortschreibung nur noch 12 Gemeinden, bei der Verbundschule dann 16 Gemeinden und bei der Sekundarschule sogar 17 Gemeinden zu finden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei der Fortschreibung zwar 12 Gemeinden eine Sekundarschule vorhalten, dies aber in vier Fällen die Realschule sein wird(Birkenfeld, Niefern-Öschelbronn, Illingen und Heimsheim). Die Zahl der Gemeinden mit dem gesamten Spektrum der Bildungsgänge und Abschlüsse am Wohnort kann bei Fortschreibung wie"Zwei-Säulen-Modell" gegenüber gegenwärtig fünf Gemein39 den eventuell auf acht Gemeinden erhöht werden – entsprechende Neueinrichtungen in Straubenhardt, Niefern-Öschelbronn und Heimsheim vorausgesetzt. Mit der integrierten Sekundarschule ließe sich dieses Angebot mit allen Bildungsgängen und Abschlüssen um sieben auf insgesamt zwölf Gemeinden erweitern. Dadurch wäre eine regional ausgewogene und gerechtere Verteilung der Bildungschancen ermöglicht. In der Großstadt Pforzheim(120.000 Einw.) bestehen alle Optionen: die Reduzierung der Hauptschullandschaft bei Einrichtung von fünf bis acht Werkrealschulen und die Wahrung der vier Realschulen und fünf Gymnasien; dies würde auf das Vorhalten von bis zu 17 Schulen hinauslaufen. Der gleiche Effekt wäre bei Einführung der Verbundschule mit 15 Schulen zu erreichen und mit der integrierten Schule(alle zumindest dreizügig) wären nur noch 11 Schulstandorte nötig. Das Schulangebot könnte dennoch effizienter, ausgewogener und anspruchsvoller im Stadtgebiet ausgelegt werden – unter Nutzung bisheriger Schulräume. Die Planungsanalysen zur Schulentwicklung im Enzkreis und für die Stadt Pforzheim liefern Resultate, die eindeutige Empfehlungen ermöglichen. Soll von den Gemeinden und Städten eine Erweiterung der Bildungsangebote und Bildungschancen vorgenommen werden, dann wäre dafür die Einführung der integrierten Sekundarschule notwendig. Dies wäre ein grundlegender Schritt zu einer breiten und chancengerechten Schulversorgung. Damit können auch die Effizienz und die Qualität der Schulen besser gewährleistet werden, z.B. im Ganztagsbereich, im Fachprofil und im kulturellen Angebot. 40 En E z n k z r k e r is ei u s n u d n S d t S ad ta t d kr tk e r is ei P s f P o f r o zh rz e h im eim Gefährdungsstufen der Hauptschulen ab 2015 bei Übergang von Schulbestand in der Sekundarstufe 2009/ 2 1 5 0 Prozent im Stadtkreis Pforzheim und Hauptschule 20 Prozent im Enzkreis Hauptschule mit Werkrealschule Realschule Anzahl Schüler/innen in Klasse 5 Allgemeines Gymnasium 14 Knittlingen 5 Sternenfels 16 Straubenhardt 2 10 Maulbronn 20 Remchingen 16 Königsbach-Stein 11 Kämpfelbach 7 EEiissiinnggeenn 9 Ispringen 9 Neulingen Ölbronn6 Dürrn 4 Kieselbronn 12 Keltern 15 Birkenfeld 12 45 261 Stadtkreis Pforzheim 6 Ötisheim 20 NiefernÖschelbronn 6 Wurmberg 4 Wimsheim 2 41 Mühlacker 10 Wiernsheim 4 Mönsheim 12 Neuenbürg 5 Engelsbrand 7 Neuhausen 6 Friolzheim 7 Tiefenbronn 9 Heimsheim 11 Illingen Gefährdungsstufen der Hauptschulen bei 25% Übergang in Pforzheim; bzw. 20% im Enzkreis Schulversorgung der Gemeinden kurzfriskteiginsetaSrkc,huunleter Klassenbildung bis(16) mittelfristig, knapp einzügig(17 – 24) Haupt-/Werkrealschule langfristig, nicht zweizügig(25 – 30) Hauptschule; Realschule oder Gymnasium labil zweizügig bei Zusammenlegung(31+) Hauptschule; Realschule und Gymnasium stabil eigenständig zweizügig(32+) Von den Hauptschulen ist mindestens eine gefährdet KalliGRAPHIK 41 Tabellenverzeichnis: Tabelle 1: Anzahl öffentlicher und privater allgemeinbildender Schulen im Enzkreis, in der Stadt Pforzheim und in Baden-Württemberg(Stand 2008/09)................................................................... 8 Tabelle 2: Öffentliches, allgemeinbildendes Schulangebot in den Gemeinden im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2008/09), in Klammern private Schulen .......................................................... 9 Tabelle 3: Schüler/innen an den öffentlichen und privaten Grundschulen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2008/09) .............................................................................................................. 10 Tabelle 4: Hauptschulen nach Zügigkeit im Enzkreis, in der Stadt Pforzheim und in BadenWürttemberg(2008/09)................................................................................................................... 11 Tabelle 5: Schüler/innen und Klassenzüge an den Haupt-/Werkrealschulen(WRS) im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2008/09) .................................................................................................... 12 Tabelle 6: Schüler/innen und Züge an den Realschulen im Enzkreis(2008/09)............................ 13 Tabelle 7: Schüler/innen und Züge an den Realschulen in der Stadt Pforzheim(2008/09)........... 14 Tabelle 8: Schüler/innen und Züge an den Gymnasien im Enzkreis und in Pforzheim(2008/09).. 14 Tabelle 9: Bevölkerung und Lebendgeborene 2003-2009 im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim: Anzahl, Trend und Quote(2007) .................................................................................................... 15 Tabelle 10: Neue offizielle Landesprognose für den Enzkreis Bevölkerung insgesamt und Altersgruppen(Dezember 2009)..................................................................................................... 17 Tabelle 11: Neue offizielle Landesprognose für die Stadt Pforzheim: Bevölkerung insgesamt und Altersgruppen(Dezember 2009)..................................................................................................... 17 Tabelle 12: Prognoseblatt zum demographischen Schülerpotential in den Gemeinden im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim: 2015-2020/25 ..................................................................................... 19 Tabelle 13: Übergänge aus Grundschulen(öffentlich und privat) auf Schulen der Sekundarstufe im Enzkreis in den letzten 10 Jahren(2000/01-2009/10) .................................................................... 21 Tabelle 14: Übergänge aus Grundschulen(öffentlich und privat) auf Schulen der Sekundarstufe in der Stadt Pforzheim in den letzten 10 Jahren(2000/01-2009/10) .................................................. 22 Tabelle 15: Übertritte von der Grundschule(öffentlich und privat) in die Schulen der Sekundarstufe in den Gemeinden im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2008/09) – Angaben in Prozent ....... 23 Tabelle 16: Schülerzahlen, Bestand und Verlust von Haupt/-Werkrealschulen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2015-2020/25)............................................................................................... 25 Tabelle 17: Schülerzahlen und Bestand von Realschulen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim (2015-2020/25) ............................................................................................................................... 28 Tabelle 18: Schülerzahlen und Bestand von Gymnasien im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim (2015-2020/25) ............................................................................................................................... 29 42 Tabelle 19: Schülerzahlen und Tragfähigkeit von Verbundschulen und Gymnasien im Zwei-SäulenModell im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2015-2020/25)..................................................... 31 Tabelle 20: Schülerzahlen und Tragfähigkeit von Sekundarschulen(integriertes Modell) im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim(2015-2020/25) ..................................................................... 33 Tabelle 21: Vergleich der Versorgungsleistung der Schulen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim bei Fortschreibung und Alternativen des Schulangebotes(2015-2020/25) .................................... 36 Tabelle 22: Versorgungsleistung der verschiedenen Modelle zur Schulentwicklung in der Sekundarstufe für die 28 Gemeinden im Enzkreis.......................................................................... 39 Kartenverzeichnis: Karte 1: Enzkreis und Stadtkreis Pforzheim: Schulbestand in der Sekundarstufe 2009/10……..…40 Karte 2: Enzkreis und Stadtkreis Pforzheim: Gefährdungsstufen der Hauptschulen ab 2015……..41 43