Von Mercedes und Monarchie: Deutsch-Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Von Matthias Hoffmann 1 "Football is a simple game; 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans always win." Gary Lineker 2 „A Football team represents a way of being, a culture“- Michel Platini 3 1. Einleitung Turin, Stadio Delle Alpi, 4. Juli 1990, Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft: Chris Waddle legt sich den Ball auf dem Elfmeterpunkt zurecht. 120 Minuten sind gespielt, Brehme und Lineker hatten in der regulären Spielzeit getroffen, der Finalgegner Argentiniens wird im Elfmeterschießen ermittelt. Stuart Pearce war am deutschen Torhüter Bodo Illgner gescheitert, Waddle muss also treffen, um seine Mannschaft im Spiel zu halten. Der englische Mittelfeldspieler nimmt auffallend langen Anlauf, doch er jagt den Ball über die Latte. Sein Team ist ausgeschieden und die deutsche Mannschaft darf nach Rom fahren. Mythen, die im nationalen Bewusstsein beider Länder verfestigt waren, bestätigten sich an diesem Abend: Das in England verbreitete Bild der akribischen, selbstbewussten und eiskalten Deutschen schien im WM-Turnier von der DFB-Auswahl belegt worden zu sein, ebenso wie die Kämpfer von der Insel ihrem Ruf in Deutschland gerecht wurden, zwar beherzte, letztlich aber doch unglückliche Fußballer zu sein. 1 Dieser Text ist eine gekürzte und überarbeitete Fassung des Beitrags„Nationalismen in der Fußballberichterstattung“ desselben Autors in: Christian Haberecht und Boris Herrmann(Hg.)(2009): Fußball und Nationale Identität in Europa. Berlin. Wir danken dem Autor, den Herausgebern und dem Wissenschaftlichen Verlag Berlin für die nochmalige Veröffentlichung im Rahmen der OnlineAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die inhaltliche Verantwortung für die Beiträge im Rahmen der OnlineAkademie tragen die Autorinnen und Autoren. Die geäußerten Meinungen müssen nicht in jedem Fall der Meinung der Friedrich-Ebert-Stiftung entsprechen. 2 Übersetzt:„Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Personen jagen für 90 Minuten hinter dem Ball her und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ 3 Übersetzt:„Fußball repräsentiert eine Lebensweise, eine Kultur“. Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Ziel dieses Beitrags ist es, am Beispiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Muster von Stereotypen 4 in der Fremdwahrnehmung dieser beiden Länder aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen. Welche Bilder von Deutschland und den Deutschen bzw. England und den Engländern herrschten in der Öffentlichkeit des jeweils anderen Landes vor und wie wurden sie bestärkt oder erneuert? Die Presse, die maßgeblich zur Bildung der öffentlichen Meinung beiträgt, soll dazu als Gradmesser herangezogen werden. Die vier auflagenstarken und vermeintlich hochwertigen Zeitungen The Guardian, The Times, Frankfurter Zeitung(FAZ) und Süddeutsche Zeitung(SZ) wurden auf nationale Stereotype während der Wochen der Fußball-WM 1990 untersucht. Insgesamt 105 Artikel 5 wurden analysiert, dabei waren Aussagen über Mannschaften, Einzelspieler, Trainer, Fans oder die Nation 6 an sich relevant. Warum wurde die Weltmeisterschaft 1990 gewählt, die immerhin schon zwanzig Jahre zurückliegt? Zum einen trafen Deutschland und England direkt aufeinander und blieben zum anderen bis zuletzt im Turnier, was zu einem ähnlichen Umfang in der Berichterstattung beitrug. Außerdem stand die deutsche Wiedervereinigung kurz bevor- es darf also davon ausgegangen werden, dass besonders sensibel über Fragen deutscher Identität diskutiert wurde. 2. Fußball, nationale Stereotype und Berichterstattung Welcher Zusammenhang besteht eigentlich zwischen Fußball und nationalen Stereotypen? Nun, Fußball hat nicht nur eine Bedeutung als reines Sport-, sondern auch als Gesellschaftsspiel (Parr 2003: 49). Das bedeutet, dass das Spiel zweier Mannschaften gegeneinander auf dem Fußballplatz mit den unterschiedlichsten Bedeutungen jenseits des Sportlichen aufgeladen werden kann(Elias und Dunning 1986: 4; Scheuble und Wehner 2006: 28). Ein Beispiel: Als der Stürmer Paolo di Canio 2005 nach seinem Tor für Lazio Rom dem Fanblock 4 Vgl. die Definition nationaler Stereotypen im weiteren Verlauf des Artikels 5 Vgl. die Übersicht im Anhang des Artikels. 6 Der Autor geht von einem Verständnis der Nation als einer künstlich konstruierten Gemeinschaft aus. Der Gedanke, dass aufgrund einer staatlichen oder ethnischen Zugehörigkeit gewisse nationale Eigenschaften in jedem Einzelnen zu finden seien, wird abgelehnt. Vgl. dazu die Arbeiten von Anderson(s. Anhang). www.fes-online-akademie.de Seite 2 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 den Faschistengruß samt entblößtem“Dux”-Tattoo 7 präsentierte(Prskalo 2008), wurde an der nachfolgenden Debatte deutlich, dass der Fußball seine spielerische Unschuld längst verloren hat und Instrument politischer Gesinnung, des Klassenkampfs, des Rassismus, aber auch der Verständigung und des friedlichen Kollektiverlebens sein kann. Fußball bedeutet mehr als 90 Minuten Sport- es gibt immer auch ein gesellschaftliches Nachspiel abseits des Platzes. Die Medien spielen dabei die entscheidende Rolle, das Spiel für Millionen Zuschauer erlebbar zu machen, sei es durch eine Live-Übertragung oder die Nachberichterstattung in Fernsehen und Presse. Jeder Bericht über die Wirklichkeit ist aber bereits eine Interpretation derselben, egal ob durch den Kommentar, die Auswahl der Spielszenen im Zusammenschnitt oder die Bewertung einer Situation im Sportteil der Zeitung. Besonders bei Länderspielen tendieren die Medien dazu, das Spiel vorwiegend unter Zuhilfenahme nationaler Stereotype zu interpretieren. Hierbei wird die kollektive Identität einer Gemeinschaft beschworen, die nach dem Politikwissenschaftler Benedict Anderson nur als“imagined community” besteht- imagined, vorgestellt, weil sich ihre Mitglieder zum Großteil nicht einmal kennen und doch über den Umweg des Sportereignisses ein Einheitsgefühl aufgebaut wird(Anderson 2006). Ein Beispiel dafür ist der häufige Gebrauch der„Wir”-Form in TV und Presse:„Wir werden Weltmeister”. Die Medien haben die Möglichkeit, dem Fußball seinen rein sportlichen Charakter zu nehmen und in andere Zusammenhänge zu setzen, die nichts mit dem Spiel an sich zu tun haben(Blain/Boyle 2002: 370). Rolf Parr hat in seiner Analyse deutlich gemacht, wie die Medien im Fußball, den einzelne Mannschaften spielten, einen Ausdruck ihrer spezifischen nationalen Eigenschaften gesehen haben wollen. In der Berichterstattung wird mit einem vorgefertigten Set von Eigenschaften gearbeitet, die in jedem Mitglied einer Nation, in seinem Aussehen und seinem Handeln fest verankert sind(Parr 2003: 52). Die Vorstellung einer starren nationalen Identität, die sich im Spiel der Auswahlmannschaft des jeweiligen Fußballsverbandes widerspiegelt, kann einer kritischen Reflexion jedoch unmöglich standhalten. Dennoch verleihen gerade Sportereignisse dem Gedanken der Nation eine physische Präsenz, in der die kollektive Identität erleb- und anfassbar wird(Kaschuba 1995: 293f.). 7 Lateinisch„Dux“ für„Führer“, italienisch„Duce“. Der italienische Diktator Benito Mussolini ließ sich von seinen Anhängern als„Duce“ bezeichnen. www.fes-online-akademie.de Seite 3 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 In den Worten des Historikers Eric Hobsbawm: „The imagined community of millions seems more real as a team of eleven named people. The individual(...) becomes a symbol of his nation itself.“ 8 (Hobsbawm 1990: 143, vgl. Parr 2003: 52) Doch woher kommen eigentlich diese Stereotype und was genau ist ein nationales Stereotyp? Jochen Müller benutzt die Definition der„rigid shorthand descriptions of a complex outside world“ 9 (Müller 2004: 47). Stereotype beinhalten also stets eine Vereinfachung der Wirklichkeit, gleichzeitig eröffnen sie sowohl eine positive als auch negative Interpretation einer bestimmten Eigenschaft(Parr 2003: 52f.). Was manche bewundernd als deutsche Ordnung und Disziplin beschreiben, ist für andere z.B. langweiliger und unkreativer Defensivfußball. Nationalstereotype beinhalten neben der Aussage über die eigene Nation immer auch eine Aussage über die Anderen, von denen sich abgegrenzt werden muss. So hat sich in der FußballBerichterstattung eine„ Matrix“(Parr 2003: 53) herausgebildet, in der beispielsweise deutsche „Rumpelfußballer“ den brasilianischen„Ballzauberern“ gegenüberstehen. Erstaunlich ist dabei, wie starr an diesen Interpretationen festgehalten wird: Passt die Spielweise einer Mannschaft nicht zu den vorgefertigten Stereotypen, müssen komplizierte Ersatzbegriffe gefunden werden, um das System der Berichterstattung aufrecht zu erhalten. Ein Beispiel hierfür ist die populäre Bezeichnung des deutschen Nationalspielers Bernd Schneider als„weißer Brasilianer“ (Schäfer/Oberschelp 2007, Vomland 2008), dessen Spielweise nicht in das bestehende Bild des angeblichen deutschen Rumpelfußballs eingeordnet werden konnte. Ein anderes Beispiel findet sich im folgenden Zitat von Franz Beckenbauer:„Die Schweden sind keine Holländer, das hat man ganz genau gesehen.“ Zwar können langfristig auch Nationalstereotype einem Wandel unterliegen(Gerhard und Link 1991: 26), seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert aber, also der Blütezeit des Nationalismus in Europa, hat sich an der gegenseitigen Wahrnehmung nur wenig geändert und sich ein relativ starres System nationaler Charakteristika verfestigt(Parr 2003: 57). 8 Übersetzt:„Die vorgestellte Gemeinschaft von Millionen wird als Team von elf benannten Spielern greifbarer. Das Individuum selbst wird Symbol seiner Nation.“ 9 Übersetzt:„Starre, verkürzte Beschreibungen einer komplexen Außenwelt.“ www.fes-online-akademie.de Seite 4 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 3. Presseanalyse der Weltmeisterschaft 1990 Die folgende Analyse macht deutlich, dass eben diese Charakteristika auch bei der WM 1990 von der Presse aufgegriffen und im öffentlichen Diskurs reproduziert wurden, ohne genuin etwas mit den Ereignissen auf dem Platz zu tun zu haben. Es wurden jeweils Zeitungen ausgewählt, die für die(Qualitäts-)Presselandschaft ihres Landes als repräsentativ angesehen werden können, wobei die untersuchten Artikel zwei Kriterien erfüllen mussten: Æ 1. Das jeweils andere Land wird im Zusammenhang mit Fußball thematisiert. Æ 2. Nationale Stereotype, wie oben definiert, sind enthalten. Übrig blieben 105 Artikel: 24 davon in der FAZ, 29 in der SZ, 32 in der Times und 20 im Guardian. Dabei handelt es sich um Spielberichte, Reportagen über einzelne Spieler, die Mannschaft, die Trainer oder die Fans sowie Berichte über Ereignisse außerhalb des sportlichen Geschehens. 3.1„Die kaisertreuen Zerstörer“ – Hauptlinien der Nationalstereotype über Deutschland Physische Stärke und Bedrohlichkeit In der englischen Presse wurden die Deutschen, meist in Abgrenzung zum„hart aber fair“ der englischen Spieler, als unsportlich und brutal dargestellt. Das vermutlich aus den Erfahrungen der Kriegszeiten stammende Bild des gewaltlüsternen Deutschen, der eine Schneise der Verwüstung hinterlässt, wurde von der untersuchten Presse bedient, auch wenn die Statistik der WM eine andere Sprache spricht: Während des Turniers erhielt die DFB-Auswahl lediglich zwei gelbe Karten. 10 Dennoch sprach The Guardian von„ West Germany's rampage through the competition“ 11 (Ridley 1990a), stellvertretend für das ganze Team schrieb die gleiche Zeitung über Lothar Matthäus:„ the epitome of all the team's qualities – powerfull, quick and blessed with vision and a lethal shot.“ 12 (N.N. 1990c) Der Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate wurde als„ destruction of the 10 Auch wenn gelbe und rote Karten dem subjektiven Empfinden der Schiedsrichter unterliegen, kann dies als Indiz gewertet werden, dass die Brutalität der deutschen Mannschaft lediglich ein Stereotyp, keine empirische Tatsache ist. 11 Übersetzt:„Westdeutschlands Amoklauf durch das Turnier“. 12 Übersetzt:„Der Inbegriff aller Stärken des Teams – kraftvoll, schnell und gesegnet mit Übersicht und einem tödlichen Schuss.“ www.fes-online-akademie.de Seite 5 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 arab outsiders“ 13 (Miller 1990a) beschrieben, im gleichen Artikel ist die Rede vom Unwetter, das einen„ Wagnerian backcloth“ 14 (Miller 1990a) bildet. Den Lesern von Times oder Guardian ist der Komponist Richard Wagner sicherlich als einer von Hitlers Lieblingsmusikern bekannt, dessen gewaltige und monumentale Musik zum Beispiel auch in einzelnen Kriegsszenen des berühmten Films Apocalypse Now(1979) Verwendung fand und bereits dadurch in einen Sinnzusammenhang von Krieg und Vernichtung gerückt wurde. Für die Leser wird hier also in einem Artikel über die deutsche Fußball-Nationalmannschaft indirekt- falls ihm dieser Zusammenhang bekannt ist- ein bedrohliches Unwetter mit(zumindest entfernten) Anspielungen auf den Nationalsozialismus und auf Gewalt verknüpft. Auf ähnliche Art wird Aggression in den Subtext der Berichterstattung eingebracht, wenn der Autor vom„ deafening German roar“ 15 (Miller 1990a) der deutschen Fans schreibt, die meist in negativem Zusammenhang erwähnt werden: „hundreds of right-wing youths, wielding clubs and bellowing„deutschland, deutschland“ smashed shop windows.“ 16 (N.N. 1990f) Völlig zurecht berichtet die Presse über rassistische Übergriffe und fremdenfeindliche Äußerungen deutscher Fans, generalisiert dabei allerdings stark und erwähnt friedlich Feiernde nur als Randerscheinung in einer Masse von„ intoxicated“ 17 (N.N. 1990f)„ right-wing thugs“ 18 (N.N. 1990f). Neben Aggression und physischer Stärke wird auch das Durchhaltevermögen der Deutschen betont: „ Germany were running like wild stallions“ 19 (Miller 1990b). Der deutsche'Hengst' setzt sich also mit seinem„ devastating style“ 20 (Barnes 1990a) über jedes Hindernis hinweg und erscheint ebenso mächtig wie bedrohlich. 13 Übersetzt:„Zerstörung der arabischen Außenseiter“. 14 Übersetzt:„Wagnerischen Hintergrund“. 15 Übersetzt:„ohrenbetäubenden deutschen Gebrüll“. 16 Übersetzt:„Hunderte rechter Jugendlicher warfen, Knüppel schwingend und“Deutschland, Deutschland” grölend, die Scheiben von Geschäften ein.“ 17 Übersetzt:„betrunkenen“. 18 Übersetzt:„rechten Schlägern“. 19 Übersetzt:„Deutschland rannte wie wilde Hengste“. 20 Übersetzt:„verwüstenden Stil“. www.fes-online-akademie.de Seite 6 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Perfektion, Selbstvertrauen und Arroganz Stilsicher äußerte sich die Times am 26. Juni 1990 in einem Artikel über„ muscular West Germany“ 21 (Miller 1990c): „Germany[...] are like a Mercedes, thundering down the fast lane of the motorway, powerful, reliable and self-confident.“ 22 (Miller 1990c) Eine deutsche Automarke(die längst zu einem Konzern mit internationalen Anteilseignern und Produktionsstätten weltweit gehört) wird so zum Sinnbild der Deutschen: zuverlässig, technisch perfekt sowie ausgestattet mit enormem Selbstvertrauen und Überheblichkeit gegenüber den Rivalen. Für Kreativität bleibt im Diktat der deutschen Gründlichkeit kein Platz. Stattdessen gelten Prinzipien wie Gehorsam, Kameradschaft und Glaube an das System als Maximen des Handelns. Besonders die Times ragt in dieser Hinsicht hinaus: „Beckenbauer, the German coach, was very Germanic. When asked what he thought about the shoot-out ordeal, he said: ´It is the regulation. That is how it is.´“ 23 (Barnes 1990c) Ordnung und Obrigkeitsglauben werden hier als typisch„ Germanic“ bezeichnet. Ebenso verhält es sich mit dem Selbstvertrauen, das schnell zur Arroganz umschlagen kann: Am 2.7.1990 schreibt der Guardian:„ a lack of self-belief – something the germans can never be accused of“ 24 (Ridley 1990b). In die gleiche Richtung geht der folgende Kommentar: „Augenthaler[...] identified a narrow corridor[...] and began to treat it as an autobahn exclusively provided for him to cruise back and forth at will.“ 25 (Forsyth 1990) Augenthaler macht sich das Spielfeld zu eigen, tut, was er will, und betrachtet den Rasen als sein 'Eigentum', was eine gewisse Überheblichkeit ausdrückt. Die Erwähnung des Begriffs„Autobahn“ beinhaltet eine Anspielung, die über die Person des Spielers hinaus reicht und auf die gesamte deutsche Nation verweist. Die Autobahn wird ein nationales Symbol, ein Sinnbild deutscher 21 Übersetzt:„das muskulöse Westdeutschland“. 22 Übersetzt:„Deutschland, donnerte wie ein Mercedes die Überholspur der Autobahn hinab, stark, verlässlich und selbstbewusst.“ 23 Übersetzt:„Beckenbauer, der deutsche Trainer war sehr germanisch. Als er gefragt wurde, was er über die Tortur einer Entscheidung im Elfmeterschießen denke, sagte er:„Das sind die Regeln, so ist das es eben“. 24 Übersetzt:„Ein Mangel an Selbstvertrauen – nichts, was man den Deutschen jemals vorwerfen könnte“. 25 Übersetzt:„Augenthaler identifizierte einen engen Korridor und begann ihn wie eine Autobahn zu behandeln, die nur dazu bereitgestellt sei, damit er nach seinem Willen auf ihr auf- und abfahren könne.“ www.fes-online-akademie.de Seite 7 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Perfektion und Technokratie. Zu diesen Eigenschaften passt ebenso das Bild des effizienten, aber biederen, langweiligen und unkreativen Deutschen. Welche Metapher würde dazu besser passen als die Maschine:„ West German's Machine grinds on“ 26 (White 1990) titelte die Times, die den Deutschen attestierte: „It is hard for an Englishman to love the german football team.(...) It is simply that German football teams do not stir English blood.“ 27 (Barnes 1990b) Der Autor kritisiert das mechanische Spiel der Deutschen(wie‘Dosenöffner’), die anders als die Engländer keine Schwächen und Fehler erkennen lassen. Erneut wird hier generalisiert für alle „ Englishmen“ gesprochen,„ English blood“ bestimmt bereits die Wesenszüge, die Vorlieben und Abneigungen eines Menschen- nationale Zugehörigkeit legt also gewisse Charakterzüge fest. Es zeigt sich also, dass die Presse in den untersuchten Artikeln entlang der Hauptlinien ohnehin vorherrschender nationaler Stereotype operiert und die Ereignisse auf und abseits des Fußballplatzes vorwiegend in einer Weise interpretiert, die bekannte Fremdbilder bestätigt. 3.2„Die Fighter von der Insel“ – Hauptlinien der Nationalstereotype über England Die gewalttätigen Ausschreitungen zwischen verschiedensten Fangruppen während der WM 1990 sorgten dafür, dass das Thema Hooliganismus in der Presse besonders häufig diskutiert wurde. Für die deutsche Presse offenbarte sich im Hooligan das Bild des häßlichen Briten, des Rowdies, als Schattenseite englischer Kämpfermentalität. Hooliganismus wurde als Ausprägung eines spezifisch englischen Nationalcharakters dargestellt- beispielsweise thematisierten in der Süddeutschen Zeitung 15 von 29 Artikeln über englischen Fußball ganz oder teilweise das Thema Hooliganismus. Der Tenor der Berichte ging dahin, Gewalt als logische Konsequenz eines Fußballspiels in Großbritannien darzustellen. Es wird ein Zusammenhang von Fußball und Gewalt aufgebaut, paradoxerweise auch dann, als keine gewalttätigen Vorfälle zu verzeichnen waren. Nach dem Spiel gegen die Niederlande blieb es „ erstaunlicherweise ruhig“(Schulze 1990b), als sei dies von englischen Fußballfans nicht zu erwarten. Der Englandkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen folgerte, dass Ausschreitungen 26 Übersetzt:„Westdeutschlands Maschine mahlt weiter“. 27 Übersetzt:„Es ist für einen Engländer schwer, das deutsche Fußballteam zu lieben.(...) Es ist einfach so, dass deutsche Fußballmannschaffen das englische Blut nicht in Wallung bringen.“ www.fes-online-akademie.de Seite 8 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 „ hierzulande zum Fußball gehören wie Sieg und Niederlage“(Scheffler 1990b). Andere Diskurse sind eher an traditionellen Stereotypen orientiert und beziehen sich mehr auf die Mannschaft als auf die Fans. Zweikampfstärke und Glaube In der deutschen Wahrnehmung wurde England damals nicht als besonders kreative, verspielte Nation angesehen, sondern dessen körperlich sehr harter, aber fairer Spielansatz betont.„ Die englischen Tugenden wie Zweikampfstärke, Fitness, Laufvermögen“(Leyenberg 1990a) bilden durchaus eine Parallele zu deutschen Tugenden. In die Matrix der Nationalstereotype lässt sich das problemlos einbetten, sahen die Deutschen zur Hochzeit des Nationalismus die Briten mit ihrer angelsächsischen Abstammung stets als Verwandte, sogar als“Geschwisterkind”(Dingelstedt, zitiert nach Parr 2003: 56). Ähnlich wie in der englischen Presse die physische Stärke der Deutschen betont wurde, sprachen die deutschen Publikationen vom„ typisch britischem Kraftfußball“(N.N. 1990b) und„ britischem Pressing“(Zorn 1990b), einem aggressiven, körperbetonten Spiel, das zu den“ Urtugenden des britischen Fußballs“(Zorn 1990b) gehört. „ Moral und Widerstandsgeist“(Zorn 1990a) prägen das englische Naturell:„Unübersehbar kann der Wille der Engländer Berge versetzen. Ihr Geheimnis? Sie haben keins. Es ist der sogenannte Teamgeist, also Kampfgeist.“(Leyenberg 1990b) Die Engländer haben also kein Geheimnis, keinen Spielwitz oder besonderes Talent, sie werden als nüchterne Kämpfer beschrieben. Das Volk Ihrer Majestät, so die Logik, zeichnet sich durch Glauben und Tapferkeit aus, die in der Tradition des Rittertums auch heute noch gelebt werden. Loyalität und Treue charakterisieren den typischen Engländer: „Ein englischer Kapitän verläßt das sinkende Schiff erst, wenn ihm das Wasser bis zum Halse steht.“(Leyenberg 1990a) Englisch oder vielmehr britisch zu sein, bedeutet aus deutscher Sicht allerdings auch spröde und unkreativ zu sein, wie am Beispiel Paul Gascoignes deutlich wird:„Er spielt völlig unbritisch. Er denkt beim Spielen, benutzt den Kopf nicht nur zum Kopfballspiel“(Mittmann 1990). www.fes-online-akademie.de Seite 9 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Ähnlich argumentiert ein Artikel vom 9. Juli 1990: „Nichts mehr war am Schluß davon zu sehen, daß englische Fußballer bloße Kraftbolzen sind, eindimensional, dickschädlig. Stattdessen boten sie ein leichtes, lockeres Spiel. Die andere Seite Albions: ein Mittsommernachtstraum, wo sonst nur Hamlet brütet.“(Schüman 1990) Obwohl der Autor diesmal die Spielweise der Mannschaft lobt, vergisst er nicht, die sonst üblichen Stereotype voranzustellen und spielt auf zwei Werke des englischen Dramatikers William Shakespeare an. Der Umstand, dass die Figur Hamlet Däne ist und der Sommernachtstraum in Griechenland spielt, hindert den Autor nicht, daraus Schlüsse über die englische Identität zu ziehen: Albion ist Sinnbild des mystisch Anderen, des Fremden, das aus dem Inselstatus Englands hergeleitet wird und so einen Kontrast zu Kontinentaleuropa bildet. Symbolisiert wird das durch den Begriff der Insel, der in 14 von 29 Artikeln der Süddeutschen Zeitung verwandt wurde. Als würde der Inselstatus Englands bereits etwas über die Spielweise oder den nationalen Charakter aussagen, schrieb die Süddeutsche Zeitung über das„ fremde, merkwürdige Land im Nordwesten“(Schulze 1990a), dass„[d]ie Nation an der Peripherie“ (Thomas 1990) Europas „sich in ihrer splended[sic] isolation pudelwohl gefühlt und oft mit blinder Arroganz typisch britische Fußballtugenden wie Kick-and-rush oder Tackling zum Maß aller Dinge erklärt[hat].“(Keil 1990) Die„splendid isolation“ soll hier die Spielweise der englischen Mannschaft am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erklären: Aus einem politischen Programm der Kolonialzeit wird eine Frage nationalen Charakters. Die erwähnte„blinde Arroganz“, die aus der in vielerlei Hinsicht privilegierten geographischen Lage Englands abgeleitet wird sowie aus der Tatsache, dass Fußball ein englischer Sport ist, greift auch folgender Kommentar der Süddeutschen Zeitung auf: „Im Mutterland des Fußballs herrscht konstant und unangreifbar die Überzeugung vor, englische(nicht: britische) Mannschaften seien das Nonplusultra an Kickgewalt.“ (Mittmann 1990) Die Andersartigkeit der Engländer wird aus deutscher Perspektive gerne durch den Verweis auf die Monarchie betont, die altmodisch und sonderbar erscheint: www.fes-online-akademie.de Seite 10 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 „als wollten sie der Welt zeigen, daß von ihrer Insel nicht nur marodierende Horden, verknaster Monarchismus und rigider Thatcherismus kommen.“(Schüman 1990) Erneut greift hier der bereits erwähnte Mechanismus, Stereotype durch ihre Negation dennoch zu reproduzieren, um eine mit Vorurteilen nicht korrespondierende Wirklichkeit in die bestehende Matrix nationaler Stereotype einzuordnen. 4. Fazit Welches Urteil lässt sich nun über die untersuchten Presseartikel fällen? Es wird deutlich, dass jenseits der plumpen Polemik des Boulevards auch die so genannte Qualitätspresse nationale Stereotype gebraucht und damit verfestigt. Die Analyse ergab, dass die untersuchten Artikel von einem starren Fremdbild ausgehen, anhand dessen die Realität auf und außerhalb des Platzes interpretiert wird. Die von Vorurteilen belasteten Bilder Englands und Deutschlands wurden bestärkt, oft ohne Bezug zum eigentlichen Geschehen auf dem Platz. Das ist deshalb ein Problem, weil davon ausgegangen wird, dass die Zugehörigkeit zu einer Nation zu einer statischen Identität jedes Einzelnen führt, die ihm ein festes Set von Eigenschaften zuschreibt. Kurz gesagt: Wer„deutsch” ist, spielt auch„deutsch”. Dabei ist es wohl höchst fraglich, ob die Auswahlmannschaft eines Fußballverbandes als Repräsentant einer Gesellschaft von Millionen verschiedener Individuen angesehen werden kann. Zweifelhaft ist auch, ob die Fußball-Berichterstattung eine neutrale Wiedergabe der Wirklichkeit liefert, oder ob sie nicht vielmehr in einem Netz aus nationalen Stereotypen gefangen ist und diese in ihren Berichten aufgreift und damit reproduziert und verfestigt. Die Idee der Nation, so zweifelhaft sie auch sein mag, bleibt im vorherrschenden Diskurs weitgehend unangetastet. Das Sportspiel Fußball wird durch das gesellschaftliche Nachspiel zum Träger von Urteilen über den Anderen; diese Urteile haben sich aber als problematisch im Hinblick auf Nation und Nationalismus erwiesen. Die untersuchten Zeitungsartikel sind inzwischen schon zwanzig Jahre alt. Aber auch aktuellere Analysen bestätigen die gefundenen Muster(Vgl. Parr 2003; Müller 2004). www.fes-online-akademie.de Seite 11 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Es wird interessant sein, und dies ist ein Appell an Leserinnen und Leser, zu beobachten, ob und wie die Presseberichterstattung während der WM 2010 von nationalen Klischees, Vorurteilen und Stereotypen geprägt sein wird. Veröffentlichung in der FES OnlineAkademie: Juni 2010. Matthias Hoffmann(*1985) studierte an der Universität zu Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Philosophie und wechselte 2006 an das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten gehören Fragen der Entwicklungssowie Umweltpolitik und des Nationalismus. Matthias Hoffman ist seit seiner Kindheit ein ebenso begeisterter wie kritischer Fußballfan. Kontakt: matzehoffmann85@gmail.com www.fes-online-akademie.de Seite 12 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 2. Literatur Anderson, Benedict 2006:„Imagined communities: reflections on the origin and spread of nationalism“ Verso, London (3. Auflage). Barnes, Simon 1990a:„Rennaissance for attacking foretold by the cards“. In: The Times, 12.6. Barnes, Simon 1990b:„Awesome Germans so hard to support”. In: The Times, 3.7. Barnes, Simon 1990c:„Argentinian who has no fear of penalties. In: The Times, 6.7. Blain, Neil und Boyle, Raymond 2002:„Sport as real life: media sport and culture“. In: Briggs, Adam und Cobley, Paul:„The Media: an introduction“ Longmen, Harlow. Deutsche Presse Agentur 1990:„Ein Engländer wurde zu Tode geprügelt/ Randalierer hausten wie die Berserker“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6.7. Eiberle, Hans 1990:„Nicht von England – Vom Schicksal geschlagen“. 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Liste aller untersuchten Artikel(geordnet nach Datum und Zeitung) Autor(en) N.N. Taylor, Graham N.N. Titel West Germany k.A. A football dream that turned to nightmare Forsyth, Roddy Stylish West Germans set benchmark for the rest Barnes, Simon N.N. Miller, David Rennaissance for attacking foretold by the cards The day a forward refused a goal German psyche to the fore Datum 5.6.1990 5.6.1990 9.6.1990 11.6.1990 12.6.1990 15.6.1990 16.6.1990 Zeitung The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times www.fes-online-akademie.de Seite 14 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Miller, David Miller, David N.N. Miller, David N.N. Miller, David Miller, David White, Clive Barnes, Simon Taylor, Graham Jones, Stuart N.N. Goodbody, John Jenkins, Lin Jones, Stuart Miller, David Barnes, Simon James, Brian Harmony the keynote of German success Celebration of the disgraceful Heavyweights meet in second round Germany survive physical test Praise for effort of Germans Sorrow for lovers of fantasy No evidence of any threat to West Germany West Germany's Machine grinds on Awesome Germans so hard to support An unwelcome duel for Beckenbauer Robson paints frightening picture of rivals Beckenbauer prefers to face England England fail at the last in penalty shoot-out Patriotic football fervour collapses at home and on the violent streets England pay a cruel penalty Fear of defeat overwhelms the later stages Argentinian who has no fear of penalties Reliving a distant triumph 19.6.1990 20.6.1990 23.6.1990 25.6.1990 25.6.1990 26.6.1990 2.7.1990 2.7.1990 3.7.1990 3.7.1990 4.7.1990 4.7.1990 5.7.1990 5.7.1990 5.7.1990 5.7.1990 6.7.1990 7.7.1990 Jones, Stuart Beckenbauer on the threshold of a unique double 7.7.1990 N.N. Jones, Stuart N.N. Germany win the world cup in an angry final West Germany the only side to play football Game destroyed 9.7.1990 9.7.1990 9.7.1990 N.N. West Germany's rejoicing marred by crowd violence 9.7.1990 Miller, David Miller, David Argentina shame World Cup final A sport plumbing the cynical depths 9.7.1990 10.7.1990 The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times The Times Lacey, David Lacey, David Lacey, David Blerley, Stephen Ridley, Ian Ridley, Ian Stützer, Peter N.N. Ridley, Ian Lacey, David Lacey, David N.N. West Germany and Italy in their element From Kaiser evolution to Dutch devolution Germans find their home from home Germans continue scoring spree Colombian goal adds to the confusion Germans step up challenge The Kaiser reaches for another crown Riedle has the chance to prove Beckenbauer firepower claim Cautious Czechs pay a penalty Out of touch but still in luck England pose the unthinkable The Triple Threat 8.6.1990 9.6.1990 11.6.1990 16.6.1990 20.6.1990 25.6.1990 30.6.1990 30.6.1990 2.7.1990 3.7.1990 4.7.1990 4.7.1990 The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian www.fes-online-akademie.de Seite 15 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Vulliamy, Ed/ Myers, Paul Wainwright, Martin Lacey, David N.N. Ridley, Ian Valliamy, Ed/ Culf, Andrew Lacey, David Gow, David England pay the penalty of failure Gazza's folk mourn the end Impressive England finally foiled Duels add sparkle to the battle for the crown Franz fires back Germans snatch late cup victory Argentina finally punished German victory sparks rioting and racist attacks 5.7.1990 5.7.1990 5.7.1990 7.7.1990 9.7.1990 9.7.1990 9.7.1990 10.7.1990 The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian The Guardian Schulze, Ludger Der englische Sonderling und das irische Wunder SportInformationsDienst delle Donne, Vincenzo Keil, Christopher Schulze, Ludger Schulze, Ludger England – Irland 1:1/ Schwaches Kampfspiel In der Rolle Englischer Hooligans Die Wurzel fault Viel Lärm und Langeweile Powerkraut-Blitzkrieg Schulze, Ludger Auch schärfste Maßnahmen verhindern die Schlacht nicht SportInformationsDienst SportInformationsDienst SportInformationsDienst SportInformationsDienst Deutsche Presse Agentur Deutsche Presse Agentur Deutsche Presse Agentur SportInformationsDienst Eiberle, Hans Ein Tor reicht Englands Erfolg keine Stilfrage Bologna empfängt die Gentlemen Platt trifft in letzter Minute Jagd auf Engländer Ohne Phantasie zum Erfolg Randale abseits der Spielorte Großväter setzen sich durch Müde wankend, aber stolz www.fes-online-akademie.de 12.6.1990 SZ 12.6.1990 SZ 12.6.1990 SZ 13.6.1990 SZ 13.6.1990 SZ 18.6.1990 SZ 18.6.1990 SZ 22.6.1990 SZ 23.6.1990 SZ 25.6.1990 SZ 27.6.1990 SZ 17.6.1990 SZ 28.6.1990 SZ 28.6.1990 SZ 2.7.1990 SZ 3.7.1990 SZ Seite 16 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 SportInformationsDienst Alte Wunden reißen auf 3.7.1990 SZ Eiberle, Hans Nicht von England – Vom Schicksal geschlagen 3.7.1990 SZ Mittmann, Ralf Gazza hat es kapiert 4.7.1990 SZ Hoeltzenbein, Von der Langeweile über Dramatik ins Endspiel gefunden 5.7.1990 SZ Klaus Deutsche Presse Italiener greifen englische Fans an Agentur 5.7.1990 SZ N.N. Herzeleid 6.7.1990 SZ Reuter/ Ausschreitungen in 30 Städten Associated Press 6.7.1990 SZ Kornelius, Stefan Die Lust an einem Endspiel der Gewalt 6.7.1990 SZ Kröncke, Gerd Es war das reine Chaos 6.7.1990 SZ Deutsche Presse Beim ersten Mal tut's noch weh Agentur 6.7.1990 SZ SportInformationsDienst England stagniert nicht 6.7.1990 SZ SportInformationsDienst Dummer Patzer im Spiel Nummer 125 9.7.1990 SZ Schümann, HelmutMittsommernachtstraum 9.7.1990 SZ N.N. England droht der Ausschluß von der WM 7.6.1990 FAZ Leyenberg, Hans- Fundament Englischen Selbstbewußseins: Peter Shilton, der 12.6.1990 FAZ Joachim Perfektionist im Pullover Leyenberg, HansDas trostlose Gekicke und das 1:1 kühlen die erregten Gemüter 13.6.1990 FAZ Joachim Leyenberg, Hans- Wer nicht mit den Wölfen heult, wird zerrissen/ Endstation für 16.6.1990 FAZ Joachim den ungeliebten Teamchef Bobby Robson? Leyenberg, Hans- Der Zauber der großen Drei ist längst verflogen/ Die Holländer18.6.1990 FAZ Joachim traktieren nurnoch sich und den Ball N.N. Bobby Robson zeigt Respekt vor Belgiern 23.6.1990 FAZ Scherzer, Hartmut Ein frischer Junge namens Platt belebt den Geist der Engländer 28.6.1990 FAZ Leyenberg, Hans- Ein Engländer herrscht im auserwählten irischen Reich: Die 30.6.1990 FAZ Joachim“Giraffe” Jack Charlton hat etwas Gewinnendes Deutsche Presse Turin spaltet die Fans in zwei Lager Agentur 3.7.1990 FAZ Leyenberg, HansDie unbändige Lust am Spiel wird Kamerun zum Verhängnis 3.7.1990 FAZ Joachim www.fes-online-akademie.de Seite 17 von 18 Matthias Hoffmann: Von Mercedes und Monarchie Englische Nationalstereotypen im Spiegel der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 Zorn, Roland Keine Spur von Aufregung im deutschen Team/ Beckenbauer 4.7.1990 FAZ denkt schon an ein gerechtes Finale Kaiser, Ulrich Tobruk und Turin in London SW 19 4.7.1990 FAZ Leyenberg, Hans- Jüngere sind in Sicht, aber noch kein Ersatz: Auf Gary Lineker 4.7.1990 FAZ Joachim ist immer noch Verlaß Scherzer, Hartmut Sind die Engländer wieder stark genug für einen weiteren 4.7.1990 FAZ Klassiker? SportRund um Turin herrscht Alarmstufe eins/ Die Tragödie von InformationsHeysel ist nicht vergessen 4.7.1990 FAZ Dienst Deutsche Presse Polizei mit Tränengas gegen Rowdies in Turin Agentur 5.7.1990 FAZ Seele, Rainer Stichwort: Kick and rush 5.7.1990 FAZ N.N. Ein Toter bei schweren Fan-Krawallen in England 6.7.1990 FAZ Zorn, Roland Das taktische Spiel 6.7.1990 FAZ Deutsche Presse Ein Engländer wurde zu Tode geprügelt/ Randalierer hausten 6.7.1990 FAZ Agentur wie die Berserker Scheffler, Wolfgang Die geschlagenen Briten schwelgen in Schmerz und Stolz/ 6.7.1990 FAZ Auch die Königinmutter gehorcht der nationalen Pflicht Zorn, Roland Ein faszinierender Kampf mit glücklichen Siegern/ Die fabelhaften Verlierer singen lauthals Lieder 6.7.1900 FAZ Leyenberg, Hans- Geteiltes Leid eint versöhnliche Italiener und übermütige 9.7.1990 FAZ Joachim Engländer Thomas, Gina Robsons Jungs und der große„Gazza“ Auch England feiert 10.7.1990 FAZ „seine“ Weltmeister www.fes-online-akademie.de Seite 18 von 18