t MuP-Praxishilfe(2018) World Café Ein Partizipationsverfahren MuP-Redaktionsteam Überblick Die Partizipation von Bürger_innen in Kommunen, Städten, Regionen, etc. ist unabdingbar für eine stabile, lebendige Demokratie. Wie lassen sich jedoch Bürger_innen konkret in Entscheidungsprozesse einbeziehen? Um effektiv die Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Ideen der Bürger_innen zu nutzen, gibt es verschiedene Methoden. In dieser Praxishilfe stellen wir die Methode World Café vor. Inhaltsverzeichnis World Café – Was ist das? Durchführung und Ablauf Was wird benötigt? Ergebnissicherung Quellen und Verweise World Café – Was ist das? Das World Café, das von Juanita Brown und David Isaacs entwickelt wurde, ist eine geeignete Workshop- bzw. Dialogmethode, wenn es um den Einstieg in ein wichtiges Thema oder um die Reflexion konkreter, aktueller Fragen und dringender Themen geht. Es geht darum, möglichst viele Beteiligte zu einem Thema zu Wort kommen zu lassen und sie so aktiv miteinzubinden. Das World Café ist eine einfach umzusetzende und sehr wirkungsvolle Methode, um…:  vor allem Großgruppen in intensiven, persönlichen Gesprächen in Kleingruppen, miteinander ins Gespräch zu bringen.  lebendige Dialoge zu initiieren.  verschiedene Sichtweisen, Perspektiven und Handlungsoptionen zu einem Thema zu entwickeln und auf den Punkt zu bringen.  das gebündelte Wissen einer Gruppe/Organisation sicht- und nutzbar zu machen. Durchführung und Ablauf Einsatzmöglichkeiten Das World Café kann wegen seines überschaubaren Zeitaufwands besonders gut in einen größeren Rahmen eingebettet werden, z.B. als kreative und auflockernde Einstiegssequenz im Rahmen von Großgruppenkonferenzen oder Veranstaltungen. Dies kann unter anderem in politischen Organisationen, Gemeinden, Verbänden stattfinden und ist besonders bei heterogen durchmischten Teilnehmer_innengruppen, die von einem Thema betroffen sind, wirkungsvoll. Vorbereitung Wichtig ist eine bedeutsame Fragestellung oder ein Thema, das alle Teilnehmer_innen interessiert. Diese brennenden Themen/Fragen sollte der/die Moderator_in kennen und/oder vorab mit der Planungsgruppe bzw. der Teilnehmer_innenschaft herausgearbeitet haben. MuP-Praxishilfe: World Café – ein Partizipationsverfahren 1 t MuP-Praxishilfe(2018) Ablauf Unter dem festgelegten Rahmenthema werden zu verschiedenen Teilfragen intensive, persönliche Gespräche in Kleingruppen von ca. 3-6 Teilnehmer_innen pro Tisch oder Stuhlkreis in Caféhausatmosphäre geführt und die wichtigsten Ergebnisse visualisiert. Pro(Teil)frage gibt es einen Tisch/Stuhlkreis und ein_e Moderator_in/Gastgeber_in, der/die kurz in das Thema einführt, den Ablauf und die Verhaltensregeln erläutert und aktiv an der Runde 1 Diskussion teilnimmt. Er/Sie notiert sich dabei auf der „Tischdecke“(Flipchartpapier auf dem Tisch) wichtige Themen, Statements und Ideen der Teilnehmer_innen zur Fragestellung. Runde 2-3 oder 4 Nach ca. 20 Minuten wird jeweils gewechselt, die Gesprächskreise mischen sich neu und die gleiche Fragestellung oder eine zweite Teil-Frage wird mit den neuen Besucher_innen am Tisch diskutiert. Der/die Gastgeber_in führt erneut in das Thema ein, fasst die Ergebnisse der Runden zuvor zusammen und leitet die Diskussion. Auch in diesen Runden werden die wichtigsten Ergebnisse auf der Tischdecke notiert. Je nach Wunsch und Konzept des Veranstalters werden insgesamt drei bis vier Gesprächsrunden zu je 20 Minuten geführt. Zusammenfassung Der nächste Schritt ist nun die Dichte an Ideen, Inspirationen und Inhalten dieser Gesprächsrunden ins Plenum zu bringen. Die Moderator_innen/Gastgeber_innen stellen im Plenum die wichtigsten Ergebnisse vor, die Teilnehmer_innen ergänzen und weitere Hinweise aus dem Plenum werden notiert. 5 Tipp: Ein World Café kann innerhalb von 2-3 Stunden(pro Gruppengespräch 20 Minuten/bei drei Gruppengesprächen mit Vorstellung und Diskussion im Plenum etwa zwei oder max. drei Stunden) durchgeführt werden. Was wird benötigt? $ Für die Praxis: Sie benötigen…  einen ausreichend großen Raum.  ein_e Moderator_in für die Gesamtmoderation(Einführung in die Methode, den Ablauf, Moderation der Methode und der Plenumsdiskussion).  ein_e Gastgeber_in pro Frage/ Thema(Moderation zum Thema, Visualisierung und Vorstellung der Ergebnisse).  Stehtische und Flipchartpapier(„Tischdecke“) in der A nzahl der zu diskutierenden Fragen/Themen.  ggf. Pinnwand, auf der das Thema/ die Frage pro Gruppe angepinnt ist.  ausreichend Moderationsmaterialien(Kärtchen, Stifte, Pins). MuP-Praxishilfe: World Café – ein Partizipationsverfahren 2 t MuP-Praxishilfe(2018) Ergebnissicherung 5 Tipp: Durch die offene Reflexion und Visualisierung gelingt ein Transfer von Kleingruppen ins große Plenum. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dazu, z.B.:  Galerie/Infomarkt: Die von den Kleingruppen erstellten Tischdecken werden an die Wand geheftet.  Aushang der Ideen: Einzelne Ideen und Gedanken werden mit Hilfe von großen Post-its an eine (Pinn-)Wand angebracht.  Ideen-Cluster: Die thematisch zusammenhängenden Ideen werden in Clustern miteinander verbunden. Quellen und Verweise  Das World Café. Kreative Zukunftsgestaltung in Organisationen und Gesellschaft, Juanita Brown und David Isaacs, Carl-Auer Verlag.  Weitere Informationen zum Format World Café finden Sie auf der Webseite von Agonda und hier. (zuletzt aufgerufen am 21.11.2018) MuP-Praxishilfe: World Café – ein Partizipationsverfahren 3