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Subject: Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft
Date: Tue, 27 Jan 2026 13:17:09 +0100
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<table width=3D"97%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tbo=
dy><tr> <td width=3D"2%" class=3D"platz" height=3D"20"><img src=3D"https://=
www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/spac.gif" height=3D"20" width=3D"15"></td><td wi=
dth=3D"2%" class=3D"platz"><img src=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/s=
pac.gif" height=3D"20" width=3D"20"></td><td width=3D"23%" class=3D"platz">=
&nbsp;<a name=3D"anf"></a></td><td width=3D"45%" class=3D"platz">&nbsp;</td=
><td width=3D"25%" class=3D"platz">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" colspan=3D"3">Daniel Levy / Max Pens=
ky / John Torpey (eds.): Old Europe, New Europe, Core Europe. Transatlantic=
 Relations After the Iraq War </td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" rowspan=3D"6" align=3D"right"><br>=
=20
&nbsp;</td></tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" val=
ign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td cl=
ass=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top"><b>Heft 1/2006</b></td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr> <tr> <td class=3D"t=
ext">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"=
unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;<=
/td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"3">London/New York 2005<b=
r>
    Verso, 231 S.</td>
  </tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"to=
p" colspan=3D"3">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"4">=20
      <p> Am 31. Mai 2003 ver=F6ffentlichten verschiedene gro=DFe europ=E4i=
sche Tageszeitungen simultan Artikel f=FChrender Intellektueller, die sich =
mit dem Verh=E4ltnis zwischen Europa und den USA nach dem Krieg im Irak bes=
ch=E4ftigten. Initiiert wurde diese in ihrer Form bis dahin einzigartige Ak=
tion von dem deutschen Philosophen J=FCrgen Habermas, dessen zusammen mit J=
acques Derrida verfasster Essay =84Unsere Erneuerung =96 Nach dem Krieg: Di=
e Wiedergeburt Europas=93 sowohl in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als=
 auch in der franz=F6sischen Zeitung Lib=E9ration erschien. Hinzu kamen Ver=
=F6ffentlichungen von Umberto Eco (La Repubblica), Adolf Muschg (Neue Z=FCr=
cher Zeitung), Gianni Vattimo (La Stampa), Fernando Savater (El Pa=EDs) und=
, als einzige amerikanische Stimme, Richard Rorty (S=FCddeutsche Zeitung). =
Vor allem die Thesen von Habermas riefen zum Teil recht kontroverse Reaktio=
nen hervor und waren Ausl=F6ser einer monatelangen Debatte unter europ=E4is=
chen Intellektuellen und Politikern. Diese Diskussion wurde gr=F6=DFtenteil=
s in den Feuilletons deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften gef=FChr=
t, was den Zugang zur Debatte gerade f=FCr den anglophonen Sprachraum bisla=
ng erschwerte. Nun legen <em>Daniel Levy</em> (State University of New York=
 at Stony Brook), <em>Max Pensky</em> (Binghamton University, State Univers=
ity of New York) und <em>John Torpey</em> (University of British Columbia) =
erstmals ein englischsprachiges Kompendium =FCber den Verlauf der Auseinand=
ersetzung und damit indirekt auch eine vorl=E4ufige Bilanz der Diskussion v=
or.</p>
      <p> Das Ziel der Herausgeber ist hierbei prim=E4r das der Information=
 und Dokumentation: =84This volume aims to make available to an English-spe=
aking audience some of the important new debates that have emerged in Europ=
e from the divisions between =91old Europe=92 and the Anglo-American-=91new=
=92 European alliance over the decision to invade Iraq=94 (S. xii). Und wei=
ter: =93This =91documentation=92 of the discussion is intended to provide r=
eaders in the Anglophone world with access to the debate, and the opportuni=
ty to follow for themselves the discussions taking place among leading Euro=
pean intellectuals and their American interlocutors regarding the future of=
 European-American relations and that of unifying Europe itself=94 (S. xii-=
xiii). Entsprechend werden die verschiedenen Artikel, Essays und Papers auc=
h ohne Bewertung und Kommentar aneinandergereiht. Lediglich die knappe, abe=
r dennoch gute Einf=FChrung gibt einen gr=F6beren Rahmen vor. </p>
      <p>Zun=E4chst w=FCrdigen die Herausgeber in der =84Editors=92 Introdu=
ction=93 die Initiative von Habermas als k=FChnen und bedeutenden Schritt (=
eine =84unprecedented intervention in European public discussion=93, S. xi)=
. Im Folgenden begr=FCnden sie ihre chronologische Vorgehensweise als angem=
essen und f=FCr den Leser am authentischsten nachvollziehbar. Nichtsdestotr=
otz erstellen Levy, Pensky und Torpey in ihrer Einf=FChrung als Erg=E4nzung=
 zur blo=DFen Dokumentation der Texte ein thematisches Ger=FCst. Sie identi=
fizieren hierbei vier Kernbereiche der Diskussion, die allesamt sowohl die =
Frage nach dem Wesen und der Identit=E4t Europas (=84the question of a Euro=
pean =82identity=92=93, S. xv) als auch die Perspektiven f=FCr eine zuk=FCn=
ftige Ausrichtung europ=E4ischer Au=DFen- und Sicherheitspolitik reflektier=
en. Erstens, die milit=E4risch-politische Dimension als Teil einer langanda=
uernden Kontroverse =FCber die Rolle Europas in einer transatlantischen All=
ianz mit und gegen=FCber den Vereinigten Staaten (S. xviii-xx). Zweitens, d=
ie Frage nach der Existenz und der Beschaffenheit eines =84Kerneuropa=93 in=
 der Tradition und im R=FCckgriff auf das Diskussionspapier von Karl Lamers=
 und Wolfgang Sch=E4uble aus dem Jahr 1994, welches den auch von Habermas v=
erwandten Terminus des =84Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten=93 ers=
tmals artikulierte (S. xx-xxii). Drittens, die m=F6gliche (oder unm=F6glich=
e) Konstruktion einer europ=E4ischen Identit=E4t in Abgrenzung zu einem zu =
definierenden =84Constitutive Other=93 (S. xxii-xxiv). Schlie=DFlich, viert=
ens, den Aspekt der Binnenheterogenit=E4t Europas und die Frage nach =84kon=
kurrierenden Traditionen=93, speziell in Bezug auf die mittel- und osteurop=
=E4ischen Staaten (S. xxiv-xxviii). </p>
      <p>Das Buch ist im weiteren Verlauf in drei gro=DFe Abschnitte untert=
eilt. Der erste Teil, etwas martialisch =84The Initial Salvos=93 tituliert,=
 dokumentiert die schon angef=FChrten Ausgangspunkte der Diskussion in den =
Ver=F6ffentlichungen des 31. Mai 2003. Ein zweiter Abschnitt, =84Initial Re=
sponses=93, zeichnet die Feuilleton-Debatte des Fr=FChjahrs und Sommers 200=
3 nach. Der dritte Teil des Bandes versammelt unter dem Titel =84Further Re=
flections=93 Beitr=E4ge, welche nicht direkt Teil der urspr=FCnglichen Disk=
ussion waren, darunter bislang unver=F6ffentlichte Artikel von Ulrich Beck =
und Andrei S. Markovits. Alle Beitr=E4ge wurden (nat=FCrlich mit Ausnahme d=
er =DCbersetzung) unver=E4ndert publiziert und nur teilweise mit erkl=E4ren=
den Noten zu Personen, politischen Akteuren oder wichtigen Ereignissen vers=
ehen.</p>
      <p>Kernst=FCck des ersten Abschnittes ist selbstverst=E4ndlich der Ar=
tikel von J=FCrgen Habermas und Jacques Derrida (=84February 15, or, What B=
inds Europeans Together: Plea for a Common Foreign Policy, Beginning in Cor=
e Europe=93, S. 3-13). Habermas (Derrida hatte den Beitrag zwar unterzeichn=
et, war jedoch aus pers=F6nlichen Gr=FCnden nicht an der Verfassung beteili=
gt) entwickelt hier aus dem Antagonismus zweier Daten die Idee von der Gebu=
rt einer europ=E4ischen =D6ffentlichkeit. Er stellt dem am 31. Januar 2003 =
ver=F6ffentlichten sogenannten =84Brief der Acht=93, eine Loyalit=E4tsbekun=
dung europ=E4ischer Staats- und Regierungschefs zu den USA und ihrer Au=DFe=
npolitik, die Massendemonstrationen gegen einen Krieg im Irak vom 15. Febru=
ar 2003 als direkte Reaktion entgegen. Hier offenbarte sich laut Habermas z=
um ersten Mal eine Art staatsb=FCrgerliches Zusammengeh=F6rigkeitsgef=FChl =
der europ=E4ischen B=FCrger und damit eine auf die politische Ebene transfe=
rierte Form gemeinsamer europ=E4ischer Identit=E4t. Es ist dieser gemeinsam=
e Wille, welcher das Ziel einer transatlantischen Balance aufzeigt. Derselb=
e Wille zeichnet als europ=E4ische Identit=E4t den Weg f=FCr die =84Vision=
=93 eines zuk=FCnftigen Europa durch den Diskurs einer zwar vielstimmigen, =
aber dennoch verbundenen europ=E4ischen =D6ffentlichkeit. Die Frage nach de=
r Existenz einer gemeinsamen europ=E4ischen Identit=E4t ist somit untrennba=
r mit der Zukunft Europas =96 nicht nur als au=DFenpolitischer Akteur =96 v=
erkn=FCpft. In seinem Buch =84Der gespaltene Westen=93 (2004) fasst Haberma=
s die identit=E4tsstiftenden Merkmale Europas nochmals klar zusammen: S=E4k=
ularisierung, soziale Gerechtigkeit (Staat vor Markt, Solidarit=E4t vor Lei=
stung), Technikskepsis und Bewusstsein f=FCr die Paradoxien des Fortschritt=
s, Abkehr vom Recht des St=E4rkeren sowie, schlie=DFlich, Friedensorientier=
ung durch historische Verlusterfahrung.</p>
      <p>Eine derartige europ=E4ische Identit=E4t konstruiert Habermas in s=
trenger Abgrenzung zur amerikanischen Gesellschaftsordnung und zum amerikan=
ischen Sozialbewusstsein, welchem die genuin europ=E4ischen Erfahrungen feh=
len. Aufbauend auf dieser, einzigartigen und eigenen, Identit=E4t kann und =
muss Europa sich nunmehr einigen und seine b=FCrgerlich-gesellschaftliche K=
oh=E4sion in (au=DFen)politische Wirkm=E4chtigkeit umsetzen. Tr=E4ger diese=
r Entwicklung ist f=FCr Habermas zun=E4chst das schon erw=E4hnte =84Kerneur=
opa=93, eine Avantgarde, bestehend aus Frankreich, Deutschland, den Benelux=
-Staaten und (eventuell) Italien. Dieses =84Kerneuropa=93 fungiert als =84L=
okomotive=93 und weist den Weg in einem =84Europa der verschiedenen Geschwi=
ndigkeiten=93, dem sich die =FCbrigen, vor allem mittel- und osteurop=E4isc=
hen L=E4nder, mittel- und langfristig gleichsam naturgem=E4=DF anpassen.</p=
>
      <p>In eine =E4hnliche Richtung argumentiert Adolf Muschg (=84Core-Eur=
ope: Thoughts About the European Identity=93, S. 21-27), der Europa als Eri=
nnerungs- und Erfahrungsgemeinschaft auf Basis der deutsch-franz=F6sischen =
Auss=F6hnung sieht. Das gemeinsame europ=E4ische Ged=E4chtnis verpflichtet =
Europa zur Abkehr von den =84fatalen Gewohnheiten=93 der Gewalt und mahnt e=
s zugleich, sich als politisch handlungsf=E4higer Akteur zu konstituieren. =
Auch Fernando Savater (=84Europe, both Needed and in Need=93, S. 41-43) zit=
iert die Lehren der Vergangenheit als Leitbild f=FCr die europ=E4ische Zuku=
nft als =84zivilisierende=93 Macht in der internationalen Politik. Gianni V=
attimo (=84The European Union Faces the Major Points of Its Development=93,=
 S. 28-33) betont die Gegens=E4tzlichkeit von Europa und den USA. Er attest=
iert den Europ=E4ern im Vergleich zu den Amerikanern eine andere (und, unau=
sgesprochen, bessere) Idee und Vision eines =84guten Lebens=93, einen grund=
legend anderen =84existentiellen Plan=93. </p>
      <p>Umberto Eco hingegen sind derartige Ressentiments fern. Eco argume=
ntiert vorwiegend auf europ=E4ischer Ebene und sieht eine Weiterf=FChrung d=
es Projekts =84Europa=93 als zwingend notwendig, um nicht in v=F6lliger Bed=
eutungslosigkeit zwischen Amerika und Asien zu verschwinden und zu einem =
=84Guatemala=93 der internationalen Politik zu werden. Der Amerikaner Richa=
rd Rorty schlie=DFlich ruft Europa zur Einigkeit und Solidarit=E4t auf. Zum=
 einen, um Europas zuk=FCnftige Position im internationalen System nicht du=
rch eine amerikanische =84Dem=FCtigung=93 weiter zu schw=E4chen und jeglich=
en Anspruch auf eine Rolle als =84Gegenmacht=93 unwiederbringlich zu verlie=
ren. Zum anderen, um durch eine geschlossene Stimme einen signifikanten Geg=
enentwurf zur Au=DFenpolitik des Amerika unter George W. Bush zu artikulier=
en, um damit gleichsam Rortys Landsleute aufzuwecken und so Europa, Amerika=
 und die Welt zu retten.</p>
      <p>Der zweite Teil des Buches, =84Initial Responses=93, stellt Reakti=
onen auf die Initiative von Habermas und seinen Mitstreitern zusammen. Hier=
bei waren die Herausgeber nat=FCrlich gezwungen, sehr selektiv vorzugehen u=
nd im Zweifelsfall Mut zur L=FCcke zu beweisen. So fehlen zwar einige Beitr=
=E4ge gerade aus der deutschen Medienlandschaft, wie zum Beispiel die lesen=
swerten Artikel Gunter Hofmanns aus der =84Zeit=93, doch dieser Mangel wird=
 durch die Einbeziehung anderer, oft wenig beachteter Stimmen mehr als ausg=
eglichen. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Diskussionsbeitr=E4ge ei=
niger mittel- und osteurop=E4ischer Autoren. Der Ungar P=E9ter Esterh=E1zy =
(=84How Big is the European Dwarf?=94, S. 74-79) w=FCrde dieser geographisc=
hen Einordnung wohl sofort widersprechen und sich statt dessen humorvoll-sa=
rkastisch als =84Nicht-Kerneurop=E4er=93 titulieren. Ebenso wie Adam Krzemi=
nski (=84First Kant, Now Habermas: A Polish Perspective on =82Core Europe=
=92=93, S. 146-152) steht er Habermas=92 Konzept des =84Kerneuropa=93 sehr =
skeptisch gegen=FCber. Der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk (=84Wil=
d, Cunning, Exotic: The East Will Completely Shake Up Europe=93, S. 103-106=
) vergleicht gar die Ankunft der neuen EU-Mitgliedstaaten, f=FCr manchen We=
steurop=E4er wohl nur bedingt ironisch, mit der Invasion wilder Barbarenhor=
den und sieht Europa erst am Beginn eines v=F6llig neuen Selbstfindungsproz=
esses.</p>
      <p>Mit Aldo Keel (=84The View from Up Top: Core Europe from the Scand=
inavian Perspective=93, S. 80-83) findet auch ein Vertreter der euro-skepti=
schen skandinavischen Sichtweise Eingang in das Buch. Es fehlen ebenso nich=
t Gianni Riottas kritische Anmerkungen zur ersten Initiative (=84Europeans,=
 Americans, and the Exception of France=93, S. 64-66) und Vattimos direkte =
Antwort darauf (=84The European Union and the United States: The Values We =
Defend =96 A Response to Riotta=93, S. 72-73). =DCberhaupt ist es den Herau=
sgebern gelungen, ein breites Spektrum an verschiedenen Meinungen und Stand=
punkten abzubilden. Karl Otto Hondrichs Essay =FCber die =84ordnende Gewalt=
=93 Amerika (=84The Organizing Power=93, S. 84-90), in dem er das weltweite=
 hegemoniale System verteidigt, steht neben Matthias Greffraths Aufruf an H=
abermas, er h=E4tte besser demonstrativ bei Attac eintreten sollen (=84Euro=
pe Has to Europeanize Itself: The Pothole=93, S. 137-140). Kritisch anzumer=
ken ist lediglich die stellenweise ungenaue =DCbersetzung. Dar=FCber hinaus=
 fehlt bei dem Beitrag von Gerd Langguth (=84Who Came Up With the Idea of a=
 =82Core Europe=92?=93, S. 160-164) die komplette zweite H=E4lfte seines ur=
spr=FCnglich in der Neuen Z=FCrcher Zeitung ver=F6ffentlichten Artikels =84=
Wem geh=F6rt die Idee eines =82Kerneuropa=92?=93. Insgesamt aber ist den He=
rausgebern im zweiten Teil des Buches eine gelungene Mischung aus unterschi=
edlichsten Diskursbeitr=E4gen namhafter Autoren (u.a. auch Dieter Grimm, Ti=
mothy Garton Ash und Ralf Dahrendorf) gegl=FCckt.</p>
      <p>Der dritte Abschnitt, =84Further Reflections=93, versammelt vier n=
icht direkt zur Debatte geh=F6rige Artikel. Die vergleichsweise etwas l=E4n=
geren Beitr=E4ge von Ulrich K. Preuss (=84The Iraq War: Critical Reflection=
s from =82Old Europe=92=93, S. 167-185) und Ulrich Beck (=84Power and Weakn=
ess in a World Risk Society=93, S. 186-197) bestechen hierbei durch kritisc=
he Distanz und intellektuelle Sch=E4rfe. Besonders hervorzuheben ist der Au=
fsatz des amerikanischen Politikwissenschaftlers und Soziologen Andrei S. M=
arkovits (=84Anti-Americanism in Europe: From Elite Disdain to Political Fo=
rce=93, S. 198-207). Markovits analysiert hier die Initiative Habermas=92 i=
m Lichte einer langj=E4hrigen Tradition von Amerikaskepsis und Antiamerikan=
ismus innerhalb der (kontinental)europ=E4ischen intellektuellen Elite und k=
onstatiert die besorgniserregende Entwicklung eines nunmehr kontinuierliche=
n politischen Paradigmas einer unhinterfragten europ=E4ischen Opposition zu=
 den USA. </p>
      <p>Ein Artikel der leider viel zu fr=FCh verstorbenen Susan Sontag is=
t immer ein Gewinn f=FCr ein Herausgeberwerk. So bringt auch der Abdruck ih=
rer Rede anl=E4sslich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buch=
handels 2003 in Frankfurt (=84Literature is Freedom=93, S. 208-222) eine we=
itere interessante Perspektive in die Debatte ein und beschlie=DFt gleichze=
itig den letzten Teil des Bandes.</p>
      <p>=84Old Europe, New Europe, Core Europe=93 ist eine =FCberaus gelun=
gene Zusammenstellung verschiedenster Beitr=E4ge zu einer Debatte, die Euro=
pa auch und gerade nach dem Scheitern der Verfassungsreferenden in Frankrei=
ch und in den Niederlanden noch auf Jahre hinaus besch=E4ftigen muss und wi=
rd. Die Frage nach einer europ=E4ischen Identit=E4t und nach der zuk=FCnfti=
gen politischen Ausrichtung eines vereinten Europas ist von gr=F6=DFter Bed=
eutung und Wichtigkeit nicht nur f=FCr die Zukunft unseres Kontinents. Die =
besondere Leistung von Levy, Pensky und Torpey besteht darin, nunmehr auch =
eine breite anglophone und nat=FCrlich vor allem amerikanische =D6ffentlich=
keit an dieser Diskussion teilhaben zu lassen. Sie handeln damit ganz im Si=
nne der unbestreitbaren =84urgency of the issue of European-American unders=
tandings of each other=93 (S. xxviii).</p>
      <p align=3D"right"><em>Pierre Gottschlich<br>
      </em><em>Universit=E4t Rostock </em></p>
    </td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" val=
ign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
; </td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" va=
lign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" colspan=3D"3">&lt;&lt; <b><a href=3D"https://www.fe=
s.de/ipg/arc_06_d/01_06_d/re_01_06.htm" target=3D"_self">zur=FCck=20
      Rezensionen/ =DCbersicht</a></b></td>
  </tr>=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text" height=3D"25">&nbsp;</td><td class=3D"unter" height=3D"25=
" colspan=3D"4">=20
<table width=3D"100%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tb=
ody><tr> <td class=3D"unter" colspan=3D"5" bgcolor=3D"#111100"><img src=3D"=
https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/spac.gif" width=3D"2" height=3D"1"></td>=
</tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td clas=
s=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&=
nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">=A9 Friedrich Ebert Stiftung</td><td class=3D"unte=
r">&nbsp;</td>
          <td class=3D"unter">net edition: Gerda Axer-D=E4mmer | 1/2006</td=
>
          <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter"><img src=3D"ht=
tps://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/pfeil.gif"><b><a href=3D"https://www.fes.d=
e/ipg/arc_06_d/01_06_d/r_1_06_4.htm#anf">=20
Top</a></b></td></tr> </tbody></table><br> </td></tr> </tbody></table>


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