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Subject: Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft
Date: Tue, 27 Jan 2026 13:46:09 +0100
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<table width=3D"97%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tbo=
dy><tr> <td width=3D"2%" class=3D"platz" height=3D"20"><img src=3D"https://=
www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/spac.gif" height=3D"20" width=3D"15"></td><td wi=
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&nbsp;<a name=3D"anf"></a></td><td width=3D"45%" class=3D"platz">&nbsp;</td=
><td width=3D"25%" class=3D"platz">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" colspan=3D"3">Carol Brightman: Total=
 Insecurity. The Myth of American Omnipotence</td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" rowspan=3D"6" align=3D"right"><br>=
=20
&nbsp;</td></tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" val=
ign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td cl=
ass=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top"><b>Heft 2/2006</b></td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr> <tr> <td class=3D"t=
ext">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"=
unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;<=
/td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"3">New York 2004 <br>
    Verso, 268 S. </td>
  </tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"to=
p" colspan=3D"3">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"4">=20
      <p> Carol Brightman, prominente Vertreterin der amerikanischen Linken=
, legt mit =93Total Insecurity=94 eine kritische Auseinandersetzung mit dem=
 Krieg im Irak vor. Das Buch ist jedoch mehr als eine Analyse der Au=DFenpo=
litik der ersten Administration von George W. Bush. Immer wieder webt Brigh=
tman pers=F6nliche Erlebnisse und autobiographische Erinnerungen in ihre Ar=
gumentation ein. Die Autorin versucht so, theoretische Reflexionen durch ko=
nkretes Erleben zu unterf=FCttern, was ihr an einigen Stellen gut, an ander=
en weniger gut gelingt. </p>
      <p>Brightmans Hauptthese ist, dass sich die Vereinigten Staaten aus e=
iner Position der Schw=E4che heraus in ein unkalkulierbares milit=E4risches=
 Abenteuer gest=FCrzt haben. Die Unf=E4higkeit der amerikanischen Regierung=
, einen sich stetig zu ihren Ungunsten entwickelnden Konflikt im Irak recht=
zeitig zu beenden, hat zu einer dramatischen Verschlechterung der Machtposi=
tion der USA gef=FChrt. Die Vereinigten Staaten, so Brightman, haben infolg=
e des Irakkrieges ihre f=FChrende Rolle in vielen wichtigen Bereichen einge=
b=FC=DFt: milit=E4risch, da sie sich unf=E4hig zeigen, den Irak zu befriede=
n; diplomatisch, da sie sowohl die Gefolgschaft weiter Teile ihrer europ=E4=
ischen Verb=FCndeten als auch die Kontrolle =FCber die Vereinten Nationen v=
erloren haben; =F6konomisch, da sie nicht zuletzt durch ihre milit=E4rische=
n Verstrickungen ein gigantisches Haushalts- und Handelsdefizit aufgebaut h=
aben. Der =84Mythos amerikanischer Allmacht=93 ist demnach nicht nur schwer=
 besch=E4digt, sondern zerst=F6rt. Die Verantwortlichen sind, so Brightman,=
 zwar nicht ausschlie=DFlich, aber doch in erster Linie in der Administrati=
on von George W. Bush zu suchen. </p>
      <p>Zudem sei die USA im Begriff, einen weiteren wichtigen Kampf zu ve=
rlieren: den =84Petrodollar War=93, also den Krieg zwischen US-Dollar und E=
uro als Leitw=E4hrung im internationalen =D6lgesch=E4ft. Hierin sieht Brigh=
tman eine wesentliche Ursache f=FCr die Entscheidung der Regierung Bush, Kr=
ieg gegen den Irak zu f=FChren, da der Irak unter Saddam Hussein schon seit=
 2000 seine =D6lgesch=E4fte im Rahmen des =84Oil-for-food=93-Programms nich=
t mehr in Dollar, sondern in Euro abgewickelt hatte. Brightman kommt wieder=
 auf diesen =84hidden war=93 zur=FCck. F=FCr sie ist dieser Konflikt auch e=
ine ma=DFgebliche Begr=FCndung f=FCr eine weitere wichtige These des Buches=
: Der Krieg gegen den Terror diente demnach lediglich als Vorwand f=FCr die=
 Invasion des Irak, die wahren Gr=FCnde seien =F6konomischer Natur. Die Sch=
affung einer =84psychology of insecurity=93 (S. 9) aber h=E4tte der Bush-Re=
gierung die M=F6glichkeit gegeben, den internationalen Terror zur Rechtfert=
igung zweier Kriege (Afghanistan und Irak) heranzuziehen. </p>
      <p>Schon auf den ersten Seiten zeigt sich allerdings eine gro=DFe Sch=
w=E4che des Buches. Einige Argumente und Thesen sind aufgrund der dynamisch=
en Entwicklung, nicht nur des Irakkonfliktes, bereits von der Realit=E4t ei=
ngeholt und teilweise konterkariert worden. Besonders auff=E4llig zeigt sic=
h dies in verschiedenen Aussagen Brightmans bez=FCglich der zuk=FCnftigen E=
ntwicklung der Europ=E4ischen Union als Gegenpart zu den USA. Die europ=E4i=
sche Verfassung, in welcher Brightman ein offensives Bekenntnis zu einer vo=
n den Vereinigten Staaten unabh=E4ngigen gemeinsamen Au=DFenpolitik der EU =
sieht, ist in weite Ferne ger=FCckt. Die =E4u=DFerst positiven Einsch=E4tzu=
ngen der Zukunft der gemeinsamen europ=E4ischen W=E4hrung sind ebenfalls eh=
er fragw=FCrdig. Selbst die k=FChnsten Optimisten k=F6nnen sich derzeit kau=
m einen baldigen Beitritt Gro=DFbritanniens zur Euro-Zone vorstellen, schon=
 gar nicht =84before the decade is out=93 (S. 4). </p>
      <p>Insgesamt =E4hnelt das erste Kapitel einer Anklageschrift gegen di=
e, laut Brightman, in h=F6chstem Ma=DFe gef=E4hrliche Politik der Bush-Admi=
nistration. Hierbei kommen sowohl der =84Patriot Act=93 als auch Guantanamo=
 zur Sprache. Das Ende der Gewaltenteilung wird ebenso beklagt wie die Besc=
hneidung der Pressefreiheit und, schlussendlich, die Bedrohung von Freiheit=
 und Demokratie durch die Ma=DFnahmen einer durch die psychologischen Folge=
n der Anschl=E4ge des 11. September 2001 beinahe unangreifbaren Regierung. =
Gleichzeitig beurteilt Carol Brightman den Willen und die F=E4higkeit zu ei=
nem breiten Widerstand innerhalb der amerikanischen =D6ffentlichkeit =FCber=
aus skeptisch. Die Protestkultur der 1960er und 1970er Jahre, die =84commun=
ities of dissent=93, sind verschwunden (S. 18-19). Erst der =84Wake-up-call=
=93 des Irakkrieges k=F6nne nunmehr zu einer R=FCckkehr des =84Dissent=93 f=
=FChren. Doch auch hier beurteilt Brightman die Lage eher pessimistisch. </=
p>
      <p>Wie sich politisches Engagement entwickeln kann, ist Thema des sta=
rk autobiographischen zweiten Kapitels, =84How It Was=93. Hier beschreibt B=
rightman ihre Kindheit und Jugend unter dem Gesichtspunkt der politischen S=
elbstfindung. F=FCr den Leser ist dieser Abschnitt recht kurzweilig, wenngl=
eich seine Funktion f=FCr die Argumentationslinie des Buches nebul=F6s blei=
bt. Recht drastisch und stellenweise am=FCsant sind die Einsch=E4tzungen Br=
ightmans bez=FCglich wichtiger amerikanischer Politiker jener Zeit: John F.=
 Kennedy =96 =84a phoney=93 (S. 30); Douglas MacArthur =96 =84I hated him=
=93 (S. 32); Adlai Stevenson =96 =84an egghead=93 (S. 36). </p>
      <p>Inhaltlich deutlich klarer und zielstrebiger zeigt sich das folgen=
de Kapitel, =84Securing the Realm=93, welches sich intensiv mit der Bush-Do=
ktrin auseinandersetzt. Kern dieses Leitbildes der momentanen amerikanische=
n Au=DFenpolitik ist f=FCr die Autorin die =84National Security Strategy=93=
 aus dem Jahr 2002. Dieses Papier stellt, so Brightman, auf Grundlage des K=
ampfes gegen den globalen Terror die weltweite milit=E4rische Handlungsmach=
t der Vereinigten Staaten als zentrale Forderung auf und zielt auf nichts w=
eniger als =84full spectrum dominance=93 (S. 48). Pr=E4ventive Aktionen sin=
d hierbei nicht nur legitim, sondern notwendig. Milit=E4rische Schlagkraft =
und =F6konomische =DCberlegenheit sind f=FCr Brightman zwei Seiten einer =
=84neokonservativen=93 Medaille. Schon seit 1998 konstatiert die Autorin ei=
ne parallele Entwicklung der Etablierung neokonservativer Denkmuster und de=
r sukzessiven Eskalation im Irak. Der Irakkrieg ist insofern nicht nur Ausd=
ruck dieser =84grand strategy=93, sondern vielmehr absolut notwendig zur Wa=
hrung des =84nationalen Interesses=93 milit=E4rischer =DCberlegenheit. Die =
=84wahren Gr=FCnde=93 f=FCr den Waffengang, so Brightman, k=F6nnen entsprec=
hend nicht allein im Terrorismus zu suchen sein; es sind die Sicherung weit=
erer Milit=E4rbasen im Nahen Osten, der direkte Zugang zum irakischen =D6l,=
 sowie die St=FCtzung des US-Dollar im =84hidden war=93 gegen den Euro (S. =
53). Es konnten sich also im Irakkrieg zwei wesentliche Initiativen der Au=
=DFenpolitik der Bush-Regierung (Kampf gegen den Terror, Zugang zu =D6l) au=
f unheilvolle Art verbinden lassen (S. 64). </p>
      <p>Dieses Argument wird im Kapitel =84Mounting War=93 fortgef=FChrt u=
nd erweitert. Hier zielt Brightman nochmals ausf=FChrlich auf die These des=
 =84underlying problem=93 des =84Dollar-War=93 ab. Demnach werde zwar der m=
ilit=E4rische Konflikt im Irak ausgetragen, der eigentliche Krieg spiele si=
ch jedoch hinter den Kulissen im Ringen um =D6lf=F6rdervertr=E4ge gegen Fra=
nkreich und gegen Russland ab (S. 107). Die Sicherung des =84Petrodollar=93=
 habe h=F6chste Priorit=E4t und bestimme weite Teile des au=DFenpolitischen=
 Handelns der Vereinigten Staaten (=84the policy=93, S. 109). </p>
      <p>Kernst=FCck des Buches sind die drei aufeinanderfolgenden Abschnit=
te =84The Political Economy of Death I, II, III=93. Hier versucht Brightman=
, in einer gro=DF angelegten Argumentation die Verbindungen zwischen Privat=
wirtschaft, Politik und Milit=E4r aufzuzeigen und damit ihre These einer we=
sentlichen =F6konomischen Dimension des Irakkrieges zu untermauern. Die Aut=
orin zeigt einige interessante Punkte auf. So ist die Betrachtung =FCber de=
n vermeintlichen Widerspruch zwischen milit=E4rischer =84Hard Power=93 des =
Pr=E4ventivschlages und neokonservativer =84Soft Power=93 des freien Markte=
s unter Rechtssicherheit =E4u=DFerst lesenswert (S. 172). Das daraus entwic=
kelte Bild der gleichsam =84nat=FCrlichen Verbindung=93 von Krieg und Gewin=
n ist allerdings, so Brightman, im Irak gescheitert. Die =F6konomischen Hof=
fnungen haben sich nicht erf=FCllt, w=E4hrend die milit=E4rischen Kosten di=
e Heimatwirtschaft der USA sch=E4digen (S. 174-176). Der st=E4ndige und, pe=
r Definition durch die =84National Security Strategy=93, globale Krieg gege=
n den Terror habe zu einer dauerhaften Kriegs=F6konomie gef=FChrt. Diese ka=
nn aber nicht mehr lange aufrecht erhalten werden. Die =84historische Unf=
=E4higkeit=93 der Vereinigten Staaten, milit=E4rische Kampagnen rechtzeitig=
 zu beenden, hat zu einer gef=E4hrlichen Eigendynamik gef=FChrt (S. 181). D=
ie Regierung Bush, so das Argument, f=FChre einen dauerhaften Krieg gegen d=
ie eigene Binnenwirtschaft (=84economic warfare against its own economy=93,=
 S. 183). Nur wenige m=E4chtige Corporations profitieren, wohingegen der Gr=
o=DFteil der amerikanischen Unternehmen die immer weiter steigenden Kosten =
der permanenten Kriegsf=FChrung schultern muss. </p>
      <p>Das Kapitel =84The Political Economy of Death II=93 widmet sich au=
sschlie=DFlich der =84Privatisierung der Verteidigungs-, Energie- und Au=DF=
enpolitik=93 (S. 183). Es ist der =FCberzeugendste und argumentativ st=E4rk=
ste Abschnitt des gesamten Buches. Brightman zeigt hier eindrucksvoll die w=
achsende Bedeutung der PMCs, der =84private military companies=93, auf. Pri=
vatfirmen wie Halliburton oder DynCorp haben demnach in einem schleichenden=
 Prozess immer mehr milit=E4rische Aufgaben =FCbernommen und so das Pentago=
n bei =84heiklen Unternehmen=93 entlastet, jedoch den amerikanischen Steuer=
zahler durch teilweise horrende Rechnungen belastet (S. 184). Es habe sich =
nunmehr eine neue =84Dreht=FCr=93 zwischen dem =84military-industrial compl=
ex=93 und der politischen Ebene entwickelt, deren prominentester Vertreter =
der derzeitige Vizepr=E4sident und ehemalige Vorstandsvorsitzende von Halli=
burton, Richard Cheney, ist. Die Konsequenzen dieser zunehmenden personelle=
n Vermischung und Interessenverquickung sind, so Brightman, verheerend. Die=
 fehlende Transparenz und Kontrolle f=FChre zu einem Verlust des staatliche=
n Gewaltmonopols. Hier entwickelt sich nach Carol Brightman =84the workshop=
 of the classic fascist regime=93 (S. 189) =96 eine sehr drastische Aussage=
, der nicht unbedingt zuzustimmen ist. </p>
      <p>=DCberhaupt sind die teilweise recht harschen Schlussfolgerungen n=
icht immer Ausdruck einer unvoreingenommenen (gibt es das?? Deshalb besser:=
 einer unvoreingenommenen) Sichtweise der Autorin. Dass das Buch aus einem =
sehr pers=F6nlichen und damit selbstredend politisch eingef=E4rbten Blickwi=
nkel geschrieben wurde, wird allerdings auch nicht verneint. Im Gegenteil. =
Wenn Carol Brightman im Kapitel =84Making Waves=93 ihre Arbeit in der Anti-=
Kriegs-Bewegung der Organisation =84MoveOn.org=93 beschreibt, beinhaltet da=
s mehr als nur ein klares Statement. Gleiches gilt f=FCr ihre spezielle Ver=
bindung zu Vietnam. Brightman war w=E4hrend des Vietnamkrieges eine promine=
nte Kriegsgegnerin und Herausgeberin des =84Viet-Report=93, auch hat sie da=
s Land w=E4hrend der Auseinandersetzungen bereist. Im Irak ist sie, wie sie=
 offen eingesteht, nicht gewesen (S. xviii). Nicht nur deshalb aber wirken =
einige der von ihr gezogenen Parallelen sehr konstruiert. Zudem krankt das =
Buch an einem entscheidenden Defizit: Es gelingt Brightman nicht, =FCberzeu=
gende Alternativen aufzuzeigen. Die Frage nach dem =84Was nun?=93 kann auch=
 sie nicht beantworten. Ob der vorgeschlagene =84schnellstm=F6gliche R=FCck=
zug=93 tats=E4chlich die versprochene Heilswirkung h=E4tte, scheint selbst =
der Autorin fraglich. Ihre Kernaussage ist dennoch klar und deutlich: =84Th=
e Iraq war is the wrong war against the wrong enemy at the wrong time=93 (S=
. 225). </p>
      <p>Im Epilog tr=E4gt Carol Brightman nochmals die verschiedenen Vorw=
=FCrfe gegen die Politik der Regierung Bush zusammen. George W. Bush schade=
 nicht nur den USA, sondern vor allem der Stabilit=E4t weltweit (S. 229). D=
ie Vereinigten Staaten, so Brightman, haben den Respekt Europas und die Kon=
trolle =FCber die UNO verloren. Sie stehen vor ihrem gr=F6=DFten Handelsdef=
izit, verlieren den Krieg im Irak und f=FChren einen ineffektiven Kampf geg=
en den globalen Terror. Zudem haben sie ihre Glaubw=FCrdigkeit durch die Vo=
rf=E4lle im Gef=E4ngnis von Abu Ghraib besch=E4digt. Der amerikanische Myth=
os der vorherbestimmten Allmacht, der mit der =84City upon a Hill=93 begann=
 und sich im =84Manifest Destiny=93 erf=FCllte, ist beendet. Die USA haben,=
 so die zentrale Schlussfolgerung Brightmans, selbstverschuldet an Strahlkr=
aft und Einfluss verloren (S. 238). </p>
      <p>Brightmans Engagement und ihre Leidenschaft sind auf jeder Seite d=
es Buches pr=E4sent. Es ist eine lohnende und kurzweilige Lekt=FCre und zei=
gt die vielen Fragen, die der Irakkrieg auch und gerade in Amerika aufgewor=
fen hat. F=FCr eine politikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der The=
matik sind jedoch andere Werke mehr zu empfehlen. </p>
      <p align=3D"right"><em>Pierre Gottschlich<br>
        Universit=E4t Rostock
      </em></p>
      <em> </em></td>
</tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top"=
>&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unte=
r" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>=
</tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
; </td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" va=
lign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
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    <td class=3D"unter" colspan=3D"3">&lt;&lt; <b><a href=3D"https://www.fe=
s.de/ipg/arc_06_d/02_06_d/re_02_06.htm" target=3D"_self">zur=FCck=20
      Rezensionen/ =DCbersicht</a></b></td>
  </tr>=20
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s=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&=
nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</td>
  <td class=3D"unter">&nbsp;</td>
          <td class=3D"unter">net edition: Gerda Axer-D=E4mmer | 4/2006</td=
>
          <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter"><img src=3D"ht=
tps://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/pfeil.gif"><b><a href=3D"https://www.fes.d=
e/ipg/arc_06_d/02_06_d/r_2_06_2.htm#anf">=20
Top</a></b></td></tr> </tbody></table><br> </td></tr> </tbody></table>


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