From: <Saved by Blink>
Snapshot-Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/02_06_d/r_2_06_5.htm
Subject: Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft
Date: Tue, 27 Jan 2026 13:58:45 +0100
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/related;
	type="text/html";
	boundary="----MultipartBoundary--saqXaFHv9XoAlYlQayJJWXcUCoPsxU7taXcGUMGa3R----"


------MultipartBoundary--saqXaFHv9XoAlYlQayJJWXcUCoPsxU7taXcGUMGa3R----
Content-Type: text/html
Content-ID: <frame-05FB3558707F60118AC327BF1F01911B@mhtml.blink>
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/02_06_d/r_2_06_5.htm

<html><head><meta http-equiv=3D"Content-Type" content=3D"text/html; charset=
=3Dwindows-1252"><link rel=3D"stylesheet" type=3D"text/css" href=3D"cid:css=
-149d4550-a8c3-4f54-b959-31b8cfb432ea@mhtml.blink" />
<title>Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft</title>

<link rel=3D"stylesheet" href=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/css/text.c=
ss" type=3D"text/css">
<link rel=3D"stylesheet" href=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/css/links.=
css" type=3D"text/css">

</head>

<body bgcolor=3D"#EFF6FA" text=3D"#000000" marginwidth=3D"0" marginheight=
=3D"0" leftmargin=3D"0" topmargin=3D"0">
<table width=3D"97%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tbo=
dy><tr> <td width=3D"2%" class=3D"platz" height=3D"20"><img src=3D"https://=
www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/spac.gif" height=3D"20" width=3D"15"></td><td wi=
dth=3D"2%" class=3D"platz"><img src=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/s=
pac.gif" height=3D"20" width=3D"20"></td><td width=3D"23%" class=3D"platz">=
&nbsp;<a name=3D"anf"></a></td><td width=3D"45%" class=3D"platz">&nbsp;</td=
><td width=3D"25%" class=3D"platz">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" colspan=3D"3"><p>"Spin doctors" am W=
erk - Die Kehrtwendung der Bush- Regierung vom 13. M=E4rz 2001 aus der Sich=
t einer Augenzeugin</p>
      <p>Christine Todd-Whitman: It's My Party Too. The Battle for the Hear=
t of the GOP and the Future of America</p></td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" rowspan=3D"6" align=3D"right"><br>=
=20
&nbsp;</td></tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" val=
ign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td cl=
ass=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top"><b>Heft 2/2006</b></td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr> <tr> <td class=3D"t=
ext">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"=
unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;<=
/td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"3">New York 2005<br>
      Penguin Press, 248 S. </td>
  </tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"to=
p" colspan=3D"3">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"4">=20
      <p>&nbsp;  </p>
      <p align=3D"left"> Christine Todd Whitman z=E4hlt zum republikanische=
n Urgestein. Sie ist Politikerin, mit viel Erfahrung in der Partei, die sei=
t langem die ihrer Familie ist. Von 1993 bis 2000 war sie, als erste Frau, =
Gouverneurin des Staates New Jersey. Pr=E4sidentschaftsaspirant George W. B=
ush holte sie in sein Wahlkampfteam. Nach seinem Wahlsieg berief er sie in =
sein Kabinett als Chefin der Environmental Protection Agency (EPA) =96 das =
entspricht in Deutschland etwa dem Gewicht zweier =C4mter in Personalunion:=
 dem des Chefs des Umweltbundesamtes (jetzt Andreas Troge, CDU) und des Umw=
eltministeriums (jetzt Sigmar Gabriel, SPD). Christine Whitman sa=DF gleich=
sam im Auge des weltpolitischen Sturmes um das Kyoto-Protokoll, der am 13. =
M=E4rz 2001 losbrach, und der auch sie pers=F6nlich heftig durcheinander ge=
wirbelt hat. Sie blieb nach diesem Tag ihrer Br=FCskierung zwar noch bis zu=
m Mai 2003 in ihrem Amt, um dann aber endg=FCltig frustiert ihren Abschied =
zu nehmen. Was war geschehen? </p>
      <p align=3D"left"> Die Anklage ihres autobiographischen Buches lautet=
: Die Rechten in der Republikanischen Partei, der Grand Old Party (GOP), h=
=E4tten die Partei gekapert. Und das sei weder gut f=FCr die Partei noch f=
=FCr die USA. Das Drama um das Kyoto-Protokoll ist ihrer Schilderung nach n=
ur ein spezieller Ausdruck dieses innerparteilichen Geschehens: Es sei (1) =
nur Symptom dessen und (2) ginge es gar nicht um das Kyoto-Protokoll. Die P=
assagen zum Kyoto-Drama in dem Buch sind, ein Lehrst=FCck zum Verh=E4ltnis =
von =82spin=92 und wirklicher Politik, deshalb der sorgf=E4ltigen Lekt=FCre=
 wert. Denn es gilt: So geht es regelm=E4=DFig. </p>
      <p align=3D"left"> Whitman wurde von Bush zur EPA-Chefin nominiert, o=
hne dass dar=FCber zwischen den beiden =FCberhaupt gesprochen worden war =
=96 so muss man zumindest das Fehlen jeglicher Schilderung eines Gespr=E4ch=
s verstehen. Es gab keine Verabredung zu bestimmten Inhalten noch zum Stil,=
 wie man miteinander umzugehen gedenke, also vor allem =FCber den =82Zugang=
=92 zum Pr=E4sidenten bei strategischen Entscheidungen. Dieser Mangel, so k=
ann man entweder schlie=DFen, war ein schweres Vers=E4umnis oder, so k=F6nn=
te man ebenfalls schlie=DFen, war realistisch, denn mit dieser Person Georg=
e W. Bush gab es nichts zu verabreden, weil er nicht der Herr strategischer=
 Entscheidungen unter seiner Pr=E4sidentschaft ist. </p>
      <p align=3D"left"> Whitman trat Ende Januar 2001 ihr Amt an. Sechs Wo=
chen sp=E4ter stand ihr erster internationaler Auftritt auf dem Programm, a=
uf der Sitzung der G 8-Umweltminister, welche der Vorbereitung des "Weltgip=
fels f=FCr Nachhaltige Entwicklung" von Johannesburg im August 2002 diente.=
 Nachdem noch unter Pr=E4sident Clinton die Verhandlungen zur Operationalis=
ierung des Kyoto-Protokolls in Den Haag und die Nachverhandlung im kleinen =
Kreis im Dezember 2000 in Ottawa spektakul=E4r gescheitert waren, war abseh=
bar, dass die Partner der USA wissen wollten, wo die neue amerikanische Reg=
ierung unter Bush beim Klimathema denn stehe. Whitman bereitete sich entspr=
echend sorgf=E4ltig und pr=E4zise vor. </p>
      <p align=3D"left"> Die Position der neuen Regierung entnimmt sie eine=
m dicken Ordner mit dem Titel =84Transition 2001=93, den sie zum Zeitpunkt =
ihrer Nominierung als EPA-Chefin erhalten hatte. Erarbeitet worden war dies=
es Dokument, das =82offizielle Kompendium der Versprechungen der Bush=92sch=
en Wahlkampagne=92, von einer Mannschaft unter Leitung von Dick Cheney, dem=
 designierten Vizepr=E4sidenten und dem eigentlichen Kopf der Bush-Regierun=
g. </p>
      <p align=3D"left"> Dass die USA das Protokoll zum Klimaschutz von Kyo=
to nicht ratifizieren w=FCrden, war nicht die Frage, darin bestand in den U=
SA ein =FCberw=E4ltigender =FCberparteilicher Konsens. Die Frage war vielme=
hr, ob die USA das Klimaproblem als solches, als eine <em>nationale</em> Au=
fgabe, akzeptieren w=FCrden. Und dazu fand sich in dem Versprechens-Katalog=
 aus der Sp=E4tphase des Wahlkampfes Eindeutiges: Die Bush-Kampagne hatte s=
ich eindeutig daf=FCr ausgesprochen, den Aussto=DF luftverschmutzender Stof=
fe aus Kraftwerken zu senken (rechtsverbindlicher Grenzwert: =82mandatory c=
ap=92). In der Liste solcher Stoffe spielte auch das Treibhausgas Kohlendio=
xid eine Rolle, obwohl dies in der Republikanischen Partei umstritten war. =
</p>
      <p align=3D"left"> Frau Whitman wollte also zum G 8-Treffen nach Trie=
st mit der Position reisen, die USA seien sehr wohl Partner im Kampf gegen =
das Klimaproblem, sie w=FCrden lediglich Kyoto nicht ratifizieren, stattdes=
sen aber, ohne internationale Verpflichtung, ihre Hausaufgaben national ang=
ehen. Dieser Position versicherte sie sich vor ihrem Abflug explizit in ein=
em Gespr=E4ch mit Condolezza Rice im Wei=DFen Haus, und ebenfalls, wie sie =
schreibt, mit dem =82Office of the White House chief of staff=92. </p>
      <p align=3D"left"> In Triest tritt sie entsprechend auf. Die Partner =
sind zwar =FCberrascht und ein bisschen skeptisch, aber zufrieden. Der Trie=
ster Beschluss enth=E4lt die Formulierung, dass die unterzeichnenden L=E4nd=
er =84take the lead by strengthening and implementing national programs and=
 actions to reduce greenhouse gas emissions=93 (S. 172). Christine Todd Whi=
tman ist ebenfalls zufrieden, insbesondere =FCber die Pressereaktion , nach=
 der die Umweltsch=FCtzer in den USA best=E4tigten, sie begr=FCssten das =
=84welcome signal to G-8 partners that Washington was serious about global =
war=ADming=93 (ebd.). </p>
      <p align=3D"left"> Die Ironie der Geschichte ist: Exakt dieser zufrie=
denstellende Auftakt auf internationaler B=FChne l=F6ste den Wirbelsturm au=
s, der dann kommen sollte. W=E4hrend Frau Whitman auf dem R=FCckflug nach W=
ashington ihr Memo an den Pr=E4sidenten diktierte, schreckten die Pressemel=
dungen aus Triest zur Stellungnahme der neuen US-Administration die Kritike=
r innerhalb der republikanischen Partei auf. Vier republikanische Senatoren=
 unter F=FChrung von Chuck Hagel (Nebraska), s=E4mtlich aus kohlereichen Bu=
ndesstaaten, schrieben einen Brief an Pr=E4sident Bush, in dem sie den Eins=
chluss von Kohlendioxid in die =84 mandatory cap=93-Regelung kritisierten D=
as war f=FCr das Wei=DFe Haus Anlass, diese Frage bzw. seine Position dazu =
zu =FCberpr=FCfen. Der Vorgang liest sich in der Schilderung von Frau Whitm=
an, immerhin EPA-Chefin und verdiente Republikanerin mit langem Standing, e=
her gespenstisch: </p>
      <p align=3D"left"> Mit ihr pers=F6nlich wird =FCberhaupt nicht gespro=
chen. Sie berichtet, was sie =82beobachtete=92, dass n=E4mlich w=E4hrend ei=
ner ganzen Woche st=E4ndig Mitarbeiter ihrer EPA ins Wei=DFe Haus gerufen w=
urden. F=FCr Dienstag, den 13. M=E4rz, 10 Uhr, wurde sie dann zu einem Term=
in mit dem Pr=E4sidenten im Oval Offive einbestellt =96 das Wochenende zuvo=
r, so schildert sie, pr=E4parierte sie sich f=FCr dieses, wie sie erwartete=
, entscheidende =82Gespr=E4ch=92 mit dem Pr=E4sidenten. Sie musste zu ihrer=
 =DCberraschung aber erleben, dass der Pr=E4sident nichts von ihr h=F6ren w=
ollte, dass er nicht die Implikationen, insbesondere solcher au=DFenpolitis=
cher Art, h=F6ren wollte, um dann in voller Kenntnis der Probleme, die er s=
ich damit einhandelte, seine Entscheidung zu treffen. Nein, so war es nicht=
. =84As soon as the president and I sat down, I realized that I wasn=92t th=
ere to state my case =96 I was here to be told that he had decided to rever=
se himself=94 (S. 175). </p>
      <p align=3D"left"> Der Pr=E4sident behauptete also, =91er=92 habe (be=
reits) entschieden, und zwar entgegen dem =82Transition 2001=92-Programm. F=
rau Whitman steht es zu, diesen Vorgang zu kommentieren, sie demonstriert a=
uch heute noch Loyalit=E4t. Die Anlage ihres Buches ist generell konstrukti=
v, sie k=E4mpft schlie=DFlich f=FCr eine =D6ffnung ihrer Partei zur Mitte h=
in, und das hei=DFt , dass der Schutz der Lebensgrundlagen legitimer Teil k=
onservativer Programmatik sein solle. Deswegen wohl muss sie sich alles ver=
sagen, was wie eine pers=F6nliche Abrechnung mit der Person <em>dieses</em>=
 Pr=E4sidenten erscheinen k=F6nnte. </p>
      <p align=3D"left"> Doch statt eines Kommentars bringt sie die folgend=
e Anmerkung: Als sie das Oval Office verl=E4sst, l=E4uft ihr Dick Cheney =
=FCber den Weg, in Eile, auf dem Weg zu dem w=F6chentlichen Treffen mit den=
 Spitzenrepublikanern im Senat. F=FCr Christine Whitman f=E4llt nur ein kur=
zes =82hello=92 ab, aber noch auf ihrem Weg nach drau=DFen sieht sie, dass =
ihm ein Brief mitgegeben wird. Whitman schlie=DFt im Nachhinein: Das muss d=
ie bekannte Antwort des Pr=E4sidenten auf das Schreiben der vier Senatoren =
aus den Kohlestaaten der USA gewesen sein, das Dokument des =84 reversal=93=
. Nicht einmal das wird ihr zur Kenntnis gegeben, von einer Abstimmung gar =
nicht zu sprechen. </p>
      <p align=3D"left"> Doch mit ihrer Schilderung der Begegnung mit dem P=
r=E4sidenten scheint mir eines klar ausgedr=FCckt zu sein: Dass =82er=92 di=
ese Entscheidung =96 wie Pharao seinerzeit die seinige zur Vorsorge gegen d=
ie sieben D=FCrrejahre =96 autonom nachts im Traume getroffen habe, diese V=
orstellung ist unglaubhaft. Glaubhaft ist eher, dass er in Dick Cheney glei=
chsam seinen Josef gehabt hat, mit dessen Deutungsk=FCnsten er zu seiner En=
tscheidung gekommen ist. Bush jr., den seine Familie ja nicht ohne Grund al=
s politischen Kopf bereits zu Gunsten seines j=FCngeren Bruders Jeb abgesch=
rieben hatte, ist demnach eher die Marionette, als die er auch =F6ffentlich=
 wahrgenommen wird. </p>
      <p align=3D"left"> Die eigentliche Antwort des Pr=E4sidenten, seine =
=82Umkehr=92, wird in dem Brief wie folgt formuliert: </p>
      <p align=3D"left"> =84I do not believe ... that the government should=
 impose on power plants mandatory emissions reductions for carbon dioxide, =
which is not a pollutant under the Clean Air Act=94 (S. 176). </p>
      <p align=3D"left"> In den Augen von Frau Whitman war das viel zu grun=
ds=E4tzlich geantwortet. Wenn man den Vieren aus den Kohlestaaten meinte en=
tgegenkommen zu m=FCssen, so h=E4tte man sich, ohne die generelle Herausfor=
derung durch den anthropogenen Klimawandel in Abrede zu stellen, als Ergebn=
is einer Abw=E4gung zu einem Aufschub entscheiden sollen. </p>
      <p align=3D"left"> Die schlie=DFlich resultierende Polarisierung aber=
 war erst Ergebnis des republikanischen =84 spin=93, so die Darstellung von=
 Frau Whitman =96 der machte daraus n=E4mlich einen =82Sieg=92 der amerikan=
ischen Unabh=E4ngigkeit von ausl=E4ndischen Interventionen in die US-Wirtsc=
haft, und der erst gab mit der Einordnung des Klimaproblems als unbewiesene=
 Hypothese, als =82reine Theorie=92, dem Anti-Regulierungsvorurteil der =E4=
u=DFersten Rechten Futter, zu den Kosten allerdings, ein schwerwiegendes gl=
obales Problem schlicht zu leugnen. </p>
      <p align=3D"left"> Frau Whitmans politische Einordnung dieser Entsche=
idung liest sich wie folgt: </p>
      <p align=3D"left"> =93The administration=92s insistence on playing st=
rictly to the base in explaining the president=92s opposition to ratifying =
the Kyoto Protocol, coupled with his reversal on the regulation of carbon d=
ioxide, was an early expression of the go-it-alone attitude that so offende=
d our allies in the lead-up to the Iraq war. The roots of our difficulties =
in forging a strong multinational alliance to fight terrorism go all the wa=
y back to how we handled Kyoto as well as other international issues, inclu=
ding our participation in the International Criminal Court and the impositi=
on of steel tariffs=93 (S. 178/9). </p>
      <p align=3D"left"> Einen zweiten Einblick in die Stimmung im Umfeld v=
on Dick Cheney in dieser Zeit kurz nach Amtsantritt gew=E4hrt Frau Whitman =
in diesem Zusammenhang, und zwar mit einem Bericht =FCber ihre Eindr=FCcke =
von der damals tagenden und von Cheney pr=E4sidierten National Energy Polic=
y Development Group (allgemein bekannt unter dem Label =82Energy Task Force=
=92), dessen Mitglied sie war. Anlass f=FCr die Einberufung dieser Gruppe w=
ar die dramatische Krise der Energieversorgung in Kalifornien, deren wahre =
Hintergr=FCnde heute, nach dem Zusammenbruch der B=F6rsenblase und damit vo=
n Enron, bestens bekannt sind. Damals aber, mit Kenneth Lay, Enron=92s Chai=
rman, als Wortf=FChrer in der Energy Task Force, habe eine Stimmung geherrs=
cht, gegen die mit Argumenten nicht anzukommen gewesen sei: </p>
      <p align=3D"left"> =84It had become conventional wisdom among many th=
at California=92s energy problems were a direct result of excessive environ=
mental regulations frustrating the efforts of utilities to increase capacit=
y. =85 the overall tone of the report would seek to lay the blame for Ameri=
ka=92s energy woes on America=92s environmental policies, =85 squarely at E=
PA=92s door=94 (S. 182). </p>
      <p align=3D"left"> Es ist exakt diese Art <em>Stimmungsmache</em>, di=
e auch in Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl im September 2005 im Be=
reich der umweltpolitischen Regulierung mit Hilfe des Feldhamsters und der =
Mopsfledermaus strategisch plaziert wurde. Diese Anti-Regulierungs-Stimmung=
smache war ein generelles Element, welches langfristig aufgebaut worden war=
, um es im Wahlkampf ausnutzen zu k=F6nnen. Und die Medien machten mit. </p=
>
      <p align=3D"left"> In den USA, in denen diese Art =84 spin=93 vier Ja=
hre fr=FCher aufkam, kann man heute bereits die Folgen besichtigen, insbeso=
ndere f=FCr die Konservativen. Einer konservativen Partei, die den Schutz d=
es Lebens propagiert und dabei die Konservierung der Lebensgrundlagen als K=
ompromissmasse f=FCr aktuelle Wirtschaftsprobleme freigibt, laufen die Anh=
=E4nger davon =96 sp=E4testens dann, wenn der Unverstand die erwartbaren Fo=
lgen zeitigt und der Ernstfall eintritt. </p>
      <p align=3D"right"><em> Hans-Jochen Luhmann<br>
      </em><em> Wuppertal Institut</em></p>
    </td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" val=
ign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
; </td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" va=
lign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" colspan=3D"3">&lt;&lt; <b><a href=3D"https://www.fe=
s.de/ipg/arc_06_d/02_06_d/re_02_06.htm" target=3D"_self">zur=FCck=20
      Rezensionen/ =DCbersicht</a></b></td>
  </tr>=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text" height=3D"25">&nbsp;</td><td class=3D"unter" height=3D"25=
" colspan=3D"4">=20
<table width=3D"100%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tb=
ody><tr> <td class=3D"unter" colspan=3D"5" bgcolor=3D"#111100"><img src=3D"=
https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/spac.gif" width=3D"2" height=3D"1"></td>=
</tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td clas=
s=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&=
nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</td>
  <td class=3D"unter">&nbsp;</td>
          <td class=3D"unter">net edition: Gerda Axer-D=E4mmer | 4/2006</td=
>
          <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter"><img src=3D"ht=
tps://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/pfeil.gif"><b><a href=3D"https://www.fes.d=
e/ipg/arc_06_d/02_06_d/r_2_06_5.htm#anf">=20
Top</a></b></td></tr> </tbody></table><br> </td></tr> </tbody></table>


</body></html>
------MultipartBoundary--saqXaFHv9XoAlYlQayJJWXcUCoPsxU7taXcGUMGa3R----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/pfeil.gif

R0lGODlhDwAMAMQAAN7q8pm51Jq51N/q87bN4cPX5sbY59fl79bk763G3MTX5+Ls9IeszM/f7Haf
xNjl8GCPunyjxq3H3e/2+gAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAACH5BAAA
AAAALAAAAAAPAAwAQAVB4CSOZLkshqOua3KOgyQJECM35QjIEl4esgBkOLT1JoWIcslcEnIxX060
4x1LVWHxJkLIaESiEadomp+PtHrNDgEAOw==

------MultipartBoundary--saqXaFHv9XoAlYlQayJJWXcUCoPsxU7taXcGUMGa3R----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/spac.gif

R0lGODlhAgACAIAAAPT2+QAAACH5BAEAAAAALAAAAAACAAIAQAIChFEAOw==

------MultipartBoundary--saqXaFHv9XoAlYlQayJJWXcUCoPsxU7taXcGUMGa3R----
Content-Type: text/css
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/css/links.css

@charset "windows-1252";

a:link { font-family: Verdana, Arial, Helvetica; color: rgb(153, 0, 0); tex=
t-decoration: none; }

a:visited { font-family: Verdana, Arial, Helvetica; text-decoration: none; =
color: rgb(153, 0, 0); }

a:hover { font-family: Verdana, Arial, Helvetica; color: rgb(204, 0, 0); te=
xt-decoration: none; }

a:active { font-family: Verdana, Arial, Helvetica; text-decoration: none; c=
olor: rgb(153, 0, 0); }
------MultipartBoundary--saqXaFHv9XoAlYlQayJJWXcUCoPsxU7taXcGUMGa3R----
Content-Type: text/css
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/css/text.css

@charset "windows-1252";

.text { font-family: Verdana, Arial, "Helvetica sans-serif"; font-size: 12p=
x; color: rgb(17, 17, 0); }

.unter { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 11p=
x; color: rgb(17, 17, 0); }

.platz { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 2px=
; color: rgb(17, 17, 0); }

.ueber1 { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 13=
px; color: rgb(17, 17, 0); font-weight: bold; }

.ueber { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 15p=
x; font-weight: bold; color: rgb(17, 17, 0); }
------MultipartBoundary--saqXaFHv9XoAlYlQayJJWXcUCoPsxU7taXcGUMGa3R----
Content-Type: text/css
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: cid:css-149d4550-a8c3-4f54-b959-31b8cfb432ea@mhtml.blink

@charset "windows-1252";

body { }
------MultipartBoundary--saqXaFHv9XoAlYlQayJJWXcUCoPsxU7taXcGUMGa3R------
