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Subject: Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft
Date: Wed, 28 Jan 2026 12:54:02 +0100
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<table width=3D"97%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tbo=
dy><tr> <td width=3D"2%" class=3D"platz" height=3D"20"><img src=3D"https://=
www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/spac.gif" height=3D"20" width=3D"15"></td><td wi=
dth=3D"2%" class=3D"platz"><img src=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/s=
pac.gif" height=3D"20" width=3D"20"></td><td width=3D"23%" class=3D"platz">=
&nbsp;<a name=3D"anf"></a></td><td width=3D"45%" class=3D"platz">&nbsp;</td=
><td width=3D"25%" class=3D"platz">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" colspan=3D"3"><p>PHILIPP FINK:<br>
      Purchased Development:<br>
      The Irish Republic=92s Export-Oriented Development Strategy<br>
      With a Preface by Hartmut Elsenhans</p>
    </td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" rowspan=3D"6" align=3D"right"><br>=
=20
&nbsp;</td></tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" val=
ign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td cl=
ass=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top"><span class=3D"Stil1">Heft 3/2006</s=
pan></td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr> <tr> <td class=3D"t=
ext">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"=
unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;<=
/td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td colspan=3D"3" valign=3D"top" class=3D"Stil2 unter"><strong>M=FCnste=
r 2004<br>
    Lit, 154 S.</strong></td>
  </tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"to=
p" colspan=3D"3">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"4">=20
      <p class=3D"Stil2">Irland ist das spektakul=E4re Wirtschaftswunderlan=
d Europas, der =BBkeltische Tiger=20
=AB. Seit etwa 15 Jahren hat es sich mit hohen Wachstumsraten vom Armenhaus=
=20
Europas auf Platz zwei in der Einkommensliga der Europ=E4ischen Union hochg=
earbeitet. Nur Luxemburg weist in der eu noch ein h=F6heres Bruttoinlandspr=
odukt=20
      pro Kopf als Irland auf. Damit hat Irland nicht zuletzt seinen alten =
Erzrivalen=20
      England =FCberholt. Gerade angesichts des Beitritts vieler neuer arme=
r L=E4nder zur=20
      eu gewinnt der Fall Irland zus=E4tzliche Bedeutung. Kann Irland ein M=
odell f=FCr die=20
      neuen Mitgliedstaaten sein?<br>
      <br>
      Vom vorliegenden Buch des Leipziger Politikwissenschaftlers Philipp F=
ink=20
      darf man sich dazu eine Antwort erwarten, endet es doch mit einem Sch=
lusskapitel=20
=BBEmulation Desirable?=AB (Nachahmung w=FCnschenswert?) Davor findet der L=
eser=20
      auf gut hundert Seiten eine konzentrierte Analyse des irischen Entwic=
klungspfades,=20
      die mit den =F6konomischen Determinanten beginnt, sich dann historisc=
h dem=20
      irischen Staat und seiner Entwicklungsstrategie widmet, um abschlie=
=DFend die=20
      Wirkungen des spezifischen irischen Weges mit seiner starken Nutzung =
ausl=E4ndischer=20
      Investitionen zu betrachten. Das Ergebnis kann man so zusammenfassen:=
=20
      Der Erfolg Irlands verdankt sich einer ausgesprochen investitionsfreu=
ndlichen=20
      staatlichen Entwicklungsstrategie, der es dank weiterer gl=FCcklicher=
 Umst=E4nde gelang,=20
      einen enormen Zustrom an Auslandsinvestitionen ins Land zu locken, wa=
s=20
      zwar zu Wachstum und nahezu Vollbesch=E4ftigung f=FChrte, aber gleich=
zeitig Ungleichheit=20
      und Dualisierung in Wirtschaft und Gesellschaft verst=E4rkte. Eine re=
chte=20
      Empfehlung zur Nachahmung mag der Autor daher nicht aussprechen. Alle=
rdings=20
      fasst das dieser Frage gewidmete Schlusskapitel nur die Probleme des =
irischen=20
      Weges zusammen, ohne politische Schlussfolgerungen zu treffen. Die Fr=
age=20
      der M=F6glichkeit einer Nachahmung durch andere L=E4nder bleibt ebenf=
alls offen.=20
      Der Leser muss solche =DCberlegungen anhand der Einsichten treffen, d=
ie ihm Fink =FCber die Ursachen und Wirkungen des irischen Weges liefert.=
=20
      <br>
      <br>
      Was die Ursachen des irischen =BBWunders=AB betrifft, so liefert Fink=
 zun=E4chst wenig=20
neue Aspekte: EU-Mitgliedschaft, Demographie, makro=F6konomische Stabilisie=
rung=20
      und eben die Auslandsinvestitionen waren wichtig. Neues lernt, wer di=
e=20
      Grundfakten schon kannte, vor allem im Kapitel =FCber den irischen En=
twicklungsstaat,=20
      das wichtige wirtschaftspolitische Str=F6mungen, Interessenkonflikte =
und=20
      Handlungsspielr=E4ume untersucht. Bez=FCglich der Wirkungen ist die u=
ngleiche=20
      Einkommensverteilung (vor allem zwischen einheimischen L=F6hnen und a=
usl=E4ndischen=20
      Gewinnen, was zu einer enormen Schere zwischen irischem Inlands- und=
=20
      Nationalprodukt gef=FChrt hat) auch schon sattsam bekannt. Fink geht =
aber tiefer=20
      und stellt die strukturelle Dualisierung der irischen Wirtschaft hera=
us, deren einheimischer=20
      Sektor kaum mit dem internationalen verflochten ist.<br>
      <br>
      Wer also einen nicht allzu umf=E4nglichen, doch schon =FCber einen Ar=
tikel hinausgehenden=20
      Einblick in den denkw=FCrdigen Fall Irland sucht, ist mit diesem=20
      B=FCchlein gut bedient. Dem schon etwas kundigeren, oder theoretisch =
interessierteren=20
      Leser bleiben aber einige Frustrationen nicht erspart. Das beginnt mi=
t dem=20
      Vorwort von Elsenhans, wahrscheinlich der am tiefsten sch=FCrfende En=
twicklungstheoretiker=20
      Deutschlands, das sich leider vor allem durch verborgene Wahrheiten=
=20
      auszeichnet, die sich =96 wenn =FCberhaupt =96 erst beim dritten Lese=
n und nach langem Nachdenken erschlie=DFen. Aber auch in Finks eigenem theo=
retischem Modell gibt=20
      es Inkonsistenzen. Einerseits neigt er zu einem keynesianischen Wachs=
tumsmodell,=20
      das auf die Nachfrage setzt (z.B. auf Seite 116, wo er Elsenhans ziti=
ert, oder=20
      seine h=E4ufigen kritischen Seitenhiebe auf die =BBdeflationists=AB i=
n der irischen Wirtschaftspolitik,=20
      S. 74=9676). Andererseits h=E4lt er eine Niedriglohnstrategie f=FCr a=
ussichtsreich,=20
      die in Irland auch an der starken Emigration scheitert, die das Arbei=
tsangebot=20
      verknappt und so die L=F6hne hochtreibt (S. 60). =C4hnlich bleibt die=
=20
      Rolle des Staates ambivalent, der einerseits wegen seiner liberalen P=
hilosophie als=20
      zu schwach gesehen wird (S. 143), obwohl andererseits auch deutlich w=
ird, dass=20
      protektionistische Eingriffe auch nur Ineffizienz und keine wettbewer=
bsf=E4hige=20
      Entwicklung herbeif=FChrten (S. 73=9674). Finks Ideal ist offensichtl=
ich der asiatische=20
      Entwicklungsstaat (zumindest was seine technokratische wirtschaftspol=
itische=20
      Kompetenz, weniger was seine demokratische Legitimit=E4t angeht). Irl=
and ist dagegen=20
      das Beispiel einer Wachstumsstrategie, die sich nicht auf staatlich i=
nduzierte=20
      Lern- und Innovationsprozesse, die Exporte f=F6rdern und Importe subs=
tituieren,=20
      und auf =FCber Massenkaufkraft expandierende Binnenm=E4rkte st=FCtzt.=
 Die Schattenseiten=20
      des irischen Beispiels sind =96 das macht Fink klar =96 nicht zu =FCb=
ersehen, seine=20
      Grenzen macht er weniger deutlich.</p>
      <p align=3D"right" class=3D"Stil3"> <span class=3D"Stil2"><em>Michael=
 Dauderst=E4dt<br>
      Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn</em></span></p>
    </td>
</tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" val=
ign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
; </td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" va=
lign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" colspan=3D"3">&lt;&lt; <b><a href=3D"https://www.fe=
s.de/ipg/arc_06_d/03_06_d/re_03_06.htm" target=3D"_self">zur=FCck=20
      Rezensionen/ =DCbersicht</a></b></td>
  </tr>=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text" height=3D"25">&nbsp;</td><td class=3D"unter" height=3D"25=
" colspan=3D"4">=20
<table width=3D"100%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tb=
ody><tr> <td class=3D"unter" colspan=3D"5" bgcolor=3D"#111100"><img src=3D"=
https://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/spac.gif" width=3D"2" height=3D"1"></td>=
</tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td clas=
s=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&=
nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</td>
  <td class=3D"unter">&nbsp;</td>
          <td class=3D"unter">net edition: Gerda Axer-D=E4mmer | 7/2006</td=
>
          <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter"><img src=3D"ht=
tps://www.fes.de/ipg/arc_06_d/hg/pfeil.gif"><b><a href=3D"https://www.fes.d=
e/ipg/arc_06_d/03_06_d/r_3_06_6.htm#anf">=20
Top</a></b></td></tr> </tbody></table><br> </td></tr> </tbody></table>


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