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Subject: Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft
Date: Wed, 28 Jan 2026 13:57:35 +0100
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<title>Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft</title>

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=3D"0" leftmargin=3D"0" topmargin=3D"0">
<table width=3D"97%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tbo=
dy><tr> <td width=3D"2%" class=3D"platz" height=3D"20"><img src=3D"https://=
www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/spac.gif" height=3D"20" width=3D"15"></td><td wi=
dth=3D"2%" class=3D"platz"><img src=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/s=
pac.gif" height=3D"20" width=3D"20"></td><td width=3D"23%" class=3D"platz">=
&nbsp;<a name=3D"anf"></a></td><td width=3D"45%" class=3D"platz">&nbsp;</td=
><td width=3D"25%" class=3D"platz">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" colspan=3D"3"><p><span class=3D"Stil=
1">HARTMUT ELSENHANS:<br>
      Globalization Between A Convoy Model and An Underconsumptionist=20
      Threat<br>
      </span><br>
      </p>
    </td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" rowspan=3D"6" align=3D"right"><br>=
=20
&nbsp;</td></tr>=20
<tr>
  <td class=3D"text">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
  <td class=3D"text">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top"><span class=3D"Stil1"><b>Heft 2/2007</=
b></span></td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
</tr>
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
<td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=20
 <tr>
   <td class=3D"text">&nbsp;</td>
   <td colspan=3D"3" valign=3D"top" class=3D"unter Stil1">M=FCnster 2006<br=
>
    Lit Verlag, 307 S.</td>
 </tr>
 <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top" cols=
pan=3D"3">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"4">=20
      <p class=3D"Stil1">  Macht die globalisierte =D6konomie die Industrie=
l=E4nder arbeitslos und m=FCssen=20
        wir den G=FCrtel enger schnallen, um Globalisierungsgewinner zu wer=
den?=20
        Muss die Globalisierung gar gestoppt werden, weil sie soziale Errun=
genschaften=20
        bei uns zerst=F6rt und zu Armut im S=FCden f=FChrt? Oder muss die W=
eltwirtschaft zentral=20
        regiert werden, damit Globalisierungsgewinne gerechter verteilt wer=
den?<br>
        <br>
        Originell und jenseits des Mainstreams antwortet Hartmut Elsenhans =
in seinem=20
        Band auf diese Fragen: Keine der drei Fragen trifft den Kern des Pr=
oblems =96=20
        weist der Autor nach. Eine gute Form der Globalisierung h=E4nge vie=
lmehr davon=20
      ab, dass die internationale politische =D6konomie sich so organisiert=
, dass der Faktor Arbeit sowohl in den L=E4ndern im S=FCden als auch im Nor=
den einen gerechten=20
      Einkommenszuwachs in Folge von Produktivit=E4tsgewinnen realisiert un=
d so=20
      =BBeine unterkonsumtive Bedrohung=AB (underconsumptionist threat: S. =
207ff.) der=20
      Welt=F6konomie verhindert wird. Nur wenn die realen Einkommen paralle=
l zur=20
      G=FCterproduktion stiegen, k=F6nnten auch alle neuen G=FCter gekauft =
werden=20
      (S. 7=9628).<br>
      <br>
      Der Band vereint neun Aufs=E4tze des Autors (acht in englischer und e=
inen in=20
      franz=F6sischer Sprache), die zwischen 1981 und 2002 in =96 schwer zu=
g=E4nglichen =96=20
      wissenschaftlichen Zeitschriften in der Dritten Welt im weitesten Sin=
ne zum=20
      Thema Globalisierung ver=F6ffentlicht wurden. Der Autor m=F6chte sie =
hier in Form=20
      eines Sammelbandes noch einmal einem breiten Publikum im Norden vorst=
ellen.=20
      Die Beitr=E4ge des vorliegenden Bands analysieren das Ph=E4nomen =BBG=
lobalisierung=AB=20
      ausgehend von der Frage: Wie wirkt sich eine globale Ausbreitung des =
einen (kapitalistische=20
      Massenkonsumgesellschaft und Profit) oder des anderen Modells=20
      (=BBunterkonsumtionistische=AB Renten=F6konomie und Rente) jeweils au=
s? =BBI would=20
      like to promote the argument that there is a difference between the g=
lobalization=20
      of profit and the globalization of rent=AB (S. 13).<br>
      <br>
      Unter Entwicklungsforschern ist Elsenhans vor allem mit seiner Analys=
e von=20
      Staatsklassen (1981) in Entwicklungsl=E4ndern bekannt geworden. Wenig=
er bekannt=20
      ist das Sp=E4twerk, das die Unterentwicklung durch die Existenz von =
=BBRente=AB und=20
      =BBMarginalit=E4t=AB erkl=E4rt und den thematischen Rahmen des vorlie=
genden Werks=20
      abgibt. Die Verwendung des Begriffs =BBRente=AB bei Elsenhans sorgt j=
edoch stets f=FCr=20
      Verwirrung: Hierunter versteht er nicht nur Einnahmen aus Rohstoffpro=
duktion=20
      oder resultierende Differentialrenten =96 wie allgemein gebr=E4uchlic=
h =96 sondern vielmehr=20
      jede Form von politisch angeeignetem Mehrwert (=3D Surplus). Wenn Meh=
rwert=20
      =FCber politische Mechanismen und nicht als Profit auf dem Markt vert=
eilt=20
      wird, so wird er als =BBRente=AB verstanden. Eine solche Renten=F6kon=
omie verteilt=20
      den Surplus nicht durch Marktmechanismen wie beispielsweise Massennac=
hfrage;=20
      der gesamte erwirtschaftete Mehrwert wird vielmehr von einer kleinen =
gesellschaftlichen=20
      Gruppe angeeignet. Es kann sich kein kapitalistischer Markt entwickel=
n,=20
      weil die ausbleibende Massennachfrage zu einer =BBunterkonsumtiven=AB=
<br>
      (=BBunderconsumptionist=AB S. 207ff.) =D6konomie f=FChrt (S. 76, S. 9=
8ff., S. 108ff.), in=20
      der Arbeitnehmer keine Lohnsteigerungen erzwingen k=F6nnen. Aufgrund =
dieser=20
      =BBBlockade=AB (=BBblockage=AB S. 97) verdient ein Teil der Arbeitskr=
=E4fte sogar weniger,=20
      als er eigentlich zu seiner Reproduktion ben=F6tigt. =D6konomisch hei=
=DFt das, die=20
      Grenzproduktivit=E4t dieses Teils der Arbeitskr=E4fte ist negativ und=
 der Autor nennt=20
      sie =BBmarginale Arbeitskr=E4fte=AB bzw. deren Existenz bezeichnet er=
 als =BBMarginalit=E4t=20
      =AB (S. 209, S. 97ff.).<br>
      <br>
      Von den unterkonsumtiven Renten=F6konomien unterscheidet Elsenhans di=
e=20
      kapitalistischen =D6konomien der entwickelten L=E4nder (S. 85ff.). Si=
e werden weder=20
      durch die Existenz von Rente noch Marginalit=E4t blockiert =96 vielme=
hr funktionieren=20
      sie als Massenkonsumgesellschaften. Hier realisieren die Unternehmen =
einen Profit und die Arbeitnehmerschaft (=3D Arbeit) realisiert wachsende E=
inkommen=20
      parallel zur Entwicklung der (durchschnittlichen) Produktivit=E4t =96=
 der Konsum h=E4lt=20
      Schritt mit der Produktion. Die Verteilung des Mehrwerts geschieht au=
f dem kapitalistischen=20
      Markt und wird durch den unterschiedlichen Erfolg von Investitionen=
=20
      entschieden. Die Grenzproduktivit=E4t von Arbeit ist nicht negativ un=
d folglich=20
      gibt es =96 wiederum nach dem Verst=E4ndnis Elsenhans=92 =96 keine =
=BBMarginalit=E4t=AB.<br>
      <br>
      Da die Entwicklung der Massenkonsumtionsgesellschaft von der gesellsc=
haftlichen=20
      Auseinandersetzung um die Verteilung des Mehrwerts abh=E4ngt, untersu=
cht=20
      der Autor die Struktur der Zivilgesellschaften im S=FCden und kommt z=
u dem=20
      Schluss: Im Modell der unterkonsumtiven Renten=F6konomie gibt es kein=
e autonomen=20
      Zivilgesellschaften sondern nur klientelistische Netzwerke, welche di=
e=20
      Rente verteilen (S. 28ff.). Soziale Reformen im S=FCden sind laut Els=
enhans deshalb=20
      grundlegend f=FCr eine autonome Zivilgesellschaft in entwickelten kap=
italistischen=20
      =D6konomien (S. 68ff.).<br>
      <br>
      Weitere Analysen des Sammelbands bewerten die Gefahren von internatio=
nalen=20
      Betriebsverlagerungen f=FCr die Entwicklung des Massenkonsums im Nord=
en=20
      (S. 68ff.), die Bedeutung des Wechselkurses f=FCr die Konkurrenz zwis=
chen unterkonsumtiven=20
      und Massenkonsum-Gesellschaften (S. 84ff. S 103, S. 138ff.), die=20
      notwendige parallele Entwicklung von Produktivit=E4t und Einkommen un=
d vor=20
      allem eine Steigerung der marginalen Produktivit=E4t von Arbeit (S. 1=
26ff.), weil=20
      diese Marginalit=E4t Unterkonsumtion verursacht.=20
      <br>
      <br>
      Das Problem der Globalisierung =96 und hier nimmt die Argumentation e=
ine=20
      =FCberraschende Wende =96 ist nicht die zu starke Ausweitung des Welt=
marktes, sondern=20
      der begrenzte Impuls f=FCr die Massennachfrage, denn die globale Ausw=
eitung=20
      des Massenkonsums gelingt offenbar bisher nicht. Die Transmissionsrie=
men=20
      kapitalistischer Entwicklung, wachsende Massennachfrage durch Beteili=
gung von=20
      Arbeit an erzielten Produktivit=E4tsgewinnen, setzt sich nicht durch,=
 weil die Globalisierung=20
      zu schwach ist! (S. 150ff.) =BBThe current process of reglobalization=
 [=85]=20
      is too weak to overcome marginality in the underdeveloped world=AB (S=
. 169). Die=20
      Globalisierung m=FCsse ausgeweitet und vertieft werden, um die Proble=
me zu=20
      meistern, und nicht eingeschr=E4nkt und begrenzt, wie es Globalisieru=
ngsgegner
      nahe legen (S. 165ff.). Ausreichend sind laut Elsenhans dezentrale Ma=
=DFnahmen=20
      zur Beseitigung von Marginalit=E4t in den Entwicklungsl=E4ndern, zur =
globalen Ausweitung=20
      des Massenkonsums und zur =DCberwindung der unterkonsumtiven Bedrohun=
g=20
      (S. 169).<br>
      <br>
      Das Schlusskapitel des Buches zeigt, dass die Massenkonsum-=D6konomie=
 nur=20
      wachsen kann, wenn sich die Weltwirtschaft entlang eines =BBKonvoi-Mo=
dells=AB entwickelt,=20
      bei dem die Kopplung der aufholenden =D6konomien an die entwickelten=
=20
      =D6konomien in den aufholenden L=E4ndern zur Beseitigung von Arbeitsl=
osigkeit,=20
      zu steigenden L=F6hnen und so zu steigender Massennachfrage f=FChrt. =
Dieser Konvoi=20
      beseitigt laut Elsenhans nach und nach =BBRente=AB und =BBMarginalit=
=E4t=AB und f=FChrt=20
      zur Globalisierung von =BBProfit=AB statt =BBRente=AB (S. 207ff., S. =
181ff. S. 151ff.). <br>
      <br>
      =BBPflichtlekt=FCre!=AB k=F6nnte man die originelle Argumentation Els=
enhans=92 nennen,=20
      bietet sie doch einen ganz eigenen Blickwinkel auf die Globalisierung=
. Jedoch=20
      leidet die Lekt=FCre unter den h=E4ufigen Wiederholungen des Argument=
s,=20
      =BBRente=AB und =BBMarginalit=E4t=AB m=FCssten zugunsten der Globalis=
ierung von =BBProfit=AB=20
      beseitigt werden. Auch der eigenwillige Fachjargon des Autors und der=
 hohe Abstraktionsgrad=20
      der Darstellung erschweren das Lesen =96 im Vergleich zu den zur=20
      Zeit modernen =F6konometrischen Analysen zum Thema bleibt das Werk de=
nnoch=20
      vergleichsweise gut lesbar. Wer zu einzelnen Aspekten der Globalisier=
ungs-Problematik=20
      eine originelle, anregende Analyse sucht, dem sei diese nachfrageorie=
ntierte=20
      Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Entwicklung und Globalisierung=
=20
      dennoch sehr empfohlen.<br>
      </p>
      <p align=3D"right" class=3D"Stil1"><em>
        Arne Schildberg,<br>
Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn</em></p>
      <p align=3D"left" class=3D"Stil1">&nbsp;</p></td>
</tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top"=
>&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unte=
r" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>=
</tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
; </td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" va=
lign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" colspan=3D"3">&lt;&lt; <b><a href=3D"https://www.fe=
s.de/ipg/arc_07_d/02_07_d/re_02_07.htm" target=3D"_self">zur=FCck=20
      Rezensionen/ =DCbersicht</a></b></td>
  </tr>=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text" height=3D"25">&nbsp;</td><td class=3D"unter" height=3D"25=
" colspan=3D"4">=20
<table width=3D"100%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tb=
ody><tr> <td class=3D"unter" colspan=3D"5" bgcolor=3D"#111100"><img src=3D"=
https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/spac.gif" width=3D"2" height=3D"1"></td>=
</tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td clas=
s=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&=
nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</td><td class=3D"unte=
r">&nbsp;</td>
          <td class=3D"unter">Redaktion/net edition: Gerda Axer-D=E4mmer | =
4/2007</td>
          <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter"><img src=3D"ht=
tps://www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/pfeil.gif"><b><a href=3D"https://www.fes.d=
e/ipg/arc_07_d/02_07_d/r_2_07_3.htm#anf">=20
Top</a></b></td></tr> </tbody></table><br> </td></tr> </tbody></table>


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