From: <Saved by Blink>
Snapshot-Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/02_07_d/r_2_07_5.htm
Subject: Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft
Date: Wed, 28 Jan 2026 14:02:24 +0100
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/related;
	type="text/html";
	boundary="----MultipartBoundary--e6KMRKQLD5GFYSAHbZISQpeGqBkMJpk8T2kqoCrB7p----"


------MultipartBoundary--e6KMRKQLD5GFYSAHbZISQpeGqBkMJpk8T2kqoCrB7p----
Content-Type: text/html
Content-ID: <frame-2F8B63E1F584B961E2986F09DCD01B54@mhtml.blink>
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/02_07_d/r_2_07_5.htm

<html><head><meta http-equiv=3D"Content-Type" content=3D"text/html; charset=
=3Dwindows-1252"><link rel=3D"stylesheet" type=3D"text/css" href=3D"cid:css=
-2bdafa77-e6f3-44e7-b95f-27a2d872ae08@mhtml.blink" />
<title>Zeitschrift: Internationale Politik und Gesellschaft</title>

<link rel=3D"stylesheet" href=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/css/text.c=
ss" type=3D"text/css">
<link rel=3D"stylesheet" href=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/css/links.=
css" type=3D"text/css">

</head>

<body bgcolor=3D"#EFF6FA" text=3D"#000000" marginwidth=3D"0" marginheight=
=3D"0" leftmargin=3D"0" topmargin=3D"0">
<table width=3D"97%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tbo=
dy><tr> <td width=3D"2%" class=3D"platz" height=3D"20"><img src=3D"https://=
www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/spac.gif" height=3D"20" width=3D"15"></td><td wi=
dth=3D"2%" class=3D"platz"><img src=3D"https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/s=
pac.gif" height=3D"20" width=3D"20"></td><td width=3D"23%" class=3D"platz">=
&nbsp;<a name=3D"anf"></a></td><td width=3D"45%" class=3D"platz">&nbsp;</td=
><td width=3D"25%" class=3D"platz">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" colspan=3D"3"><p><span class=3D"Stil=
1">Sammelbesprechung: Vorrecht der Macht oder Vormacht des Rechts?</span><b=
r>
        <span class=3D"Stil1"><br>
      MICHAEL PIAZOLO (Hrsg.):<br>
      Macht und M=E4chte in einer multipolaren Welt<br>
      Wiesbaden 2006,=20
      VS Verlag f=FCr Sozialwissenschaften, 327 S.<br>
      <br>
      ANDREA LIESE:<br>
      Staaten am Pranger. Zur Wirkung internationaler Regime auf innerstaat=
liche<br>
      Menschenrechtspolitik<br>
        Wiesbaden 2006,=20
        VS Verlag f=FCr Sozialwissenschaften, 309 S.</span><br>
    </p>
    </td>
    <td class=3D"ueber" valign=3D"top" rowspan=3D"6" align=3D"right"><br>=
=20
&nbsp;</td></tr>=20
<tr>
  <td class=3D"text">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
  <td class=3D"text">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top"><span class=3D"Stil1"><b>Heft 2/2007</=
b></span></td>
  <td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
</tr>
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>
<td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=20
 <tr>
   <td class=3D"text">&nbsp;</td>
   <td colspan=3D"3" valign=3D"top" class=3D"unter Stil1">&nbsp;</td>
 </tr>
 <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top" cols=
pan=3D"3">&nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" valign=3D"top" colspan=3D"4"><p class=3D"Stil1">Mac=
ht wird gemeinhin als F=E4higkeit eines Akteurs definiert, einen anderen zu=
=20
      einem Handeln zu bewegen, welches er anderenfalls unterlassen h=E4tte=
. Diese=20
      F=E4higkeit, Einfluss auf das Handeln eines Akteurs auszu=FCben, kann=
 sowohl in=20
      Form von Zwang (=BBhard power=AB) als auch in Form von =DCberzeugung =
(=BBsoft=20
      power=AB) in Erscheinung treten. Da Macht erst in der Wechselwirkung =
von verschiedenen=20
      Akteuren entsteht, ist sie zwangsl=E4ufig ein relationales Ph=E4nomen=
.=20
      Der Machtbegriff beinhaltet also immer Beziehungen zwischen verschied=
enen=20
      Akteuren. In den internationalen Beziehungen sind dies vorwiegend Sta=
aten,=20
      aber zunehmend auch Organisationen.<br>
      <br>
      Es sind insbesondere diese Akteure, die im Mittelpunkt des von Michae=
l=20
      Piazolo herausgegebenen Sammelbandes =BBMacht und M=E4chte in einer m=
ultipolaren=20
      Welt=AB stehen. In den einzelnen Beitr=E4gen wird auf die Macht ausge=
w=E4hlter=20
      Staaten und Organisationen im internationalen System nach der Zeitenw=
ende=20
      der Jahre 1989/90 eingegangen. Dabei richtet sich der Blick insbesond=
ere auf die=20
      Beantwortung der zugrundeliegenden Kernfrage, ob die internationale P=
olitik=20
      nach dem Ende der Bipolarit=E4t un=FCbersichtlicher geworden ist. Zun=
=E4chst werden=20
      in einem ersten Schritt der komplexe Machtbegriff, Modelle internatio=
naler Ordnung=20
      und neue Herausforderungen f=FCr die internationale Sicherheitspoliti=
k=20
      thematisiert. Nach Piazolo wird Macht nicht allein durch objektive Fa=
ktoren wie=20
      das =F6konomische und milit=E4rische Potenzial eines Staates sondern =
auch durch subjektive Faktoren bestimmt. Hierzu z=E4hlen der Wille und die =
Bereitschaft, dieses=20
      Potenzial zur Unterf=FCtterung einer grundlegenden Ordnungsidee auch =
tats=E4chlich=20
      einzusetzen. Dieser =BBWille zur Macht=AB bedarf laut Piazolo in hohe=
m Ma=DF=20
      auch der internen Zustimmung. Folgerichtig werden in den sich anschli=
e=DFenden=20
      L=E4nderstudien auch die jeweiligen innerstaatlichen Strukturen unter=
sucht. Hierbei=20
      wird in einzelnen Aufs=E4tzen die Stellung der USA, Russlands, Chinas=
, Japans,=20
      Indiens, sowie erstaunlicherweise auch die der Europ=E4ischen Union a=
ls internationales,=20
      beziehungsweise regionales Machtzentrum er=F6rtert und das jeweilige=
=20
      politische System, die wirtschaftliche und milit=E4rische St=E4rke so=
wie die Au=DFenpolitik=20
      der Staaten untersucht.<br>
      <br>
      Wie bei einem Sammelband nicht anders zu erwarten, variieren die einz=
elnen=20
      Abhandlungen und ihr Blick auf die Stellung der L=E4nder in der multi=
polaren=20
      Welt. So geraten bei einigen L=E4nderberichten die Ausf=FChrungen zur=
 jeweiligen=20
      Innenpolitik der Staaten manchmal l=E4nger, als dies f=FCr einen Band=
 zur internationalen=20
      Politik notwendig erscheint. Hervorzuheben ist jedoch der Beitrag von=
=20
      <em>Stefan Fr=F6hlich</em> zu den USA als der =BBeinzig verbliebenen =
Supermacht=AB, die der Autor=20
      aus der beispiellosen Kombination von politischem F=FChrungswillen, w=
irtschaftlichem=20
      und milit=E4rischem Potenzial und kultureller Hegemonie Amerikas=20
      ableitet. Die Frage nach einem eventuellen Andauern des =BBunipolaren=
 Moments=AB=20
      stellt er aber nicht. Obwohl der Machtbegriff in den Beitr=E4gen ausg=
iebig behandelt=20
      wird, ger=E4t die Diskussion um die tats=E4chliche Existenz der im Ti=
tel des Sammelbandes=20
      angesprochenen =BBmultipolaren Welt=AB etwas kurz. Nimmt man mit=20
      Blick auf die USA die Machtressourcen zum Ma=DFstab, kann man eben au=
ch zu=20
      dem Ergebnis gelangen, dass die Welt nach Ende des Kalten Krieges ger=
ade nicht=20
      in eine multipolare sondern in eine unipolare Phase eingetreten ist.<=
br>
      <br>
      Michael Piazolo misst interessanterweise auch der Europ=E4ischen Unio=
n einen=20
      staaten=E4hnlichen Status zu, denn seine Abhandlung zur EU als intern=
ationaler=20
      Machtfaktor wurde bewusst in das Kapitel =FCber regionale und interna=
tionale=20
      Gro=DFm=E4chte einbezogen. Diese Einteilung erscheint sehr gewagt. Pi=
azolo rechtfertigt=20
      sie mit einer seiner Meinung nach zunehmend als eigenst=E4ndig anerka=
nnten=20
      EU-Au=DFenpolitik und spricht von einer =BBderivativen Staatsgewalt=
=AB der EU, die=20
      sich aus der Rechtssetzungsbefugnis der einzelnen Mitgliedsstaaten ab=
leitet. Er=20
      erkennt in der Folge allerdings an, dass die EU auf dem Feld der Geme=
insamen=20
      Au=DFen- und Sicherheitspolitik (GASP) dem Prinzip der Kooperation un=
terliegt=20
      und daher eher einer internationalen Organisation =E4hnelt. Da die EU=
 in ihrer derzeitigen=20
      Verfasstheit auf dem Feld der GASP keine bundesstaatliche Struktur au=
fweist,=20
      w=E4re es logischer gewesen, sie in das abschlie=DFende Kapitel zur R=
olle der=20
      internationalen Organisationen einzubeziehen.<br>
      <br>
      =20
      Da Staaten nach wie vor die entscheidenden Akteure in den internation=
alen=20
      Beziehungen sind, nehmen die einzelnen L=E4nderstudien folgerichtig d=
en gr=F6=DFten=20
      Raum im vorliegenden Sammelband ein. Es ist jedoch ebenso bedeutend, =
die=20
      Rolle von internationalen Organisationen =FCber ihr blo=DFes Dasein a=
ls Foren zwischenstaatlicher Verhandlungen hinaus zu beleuchten. Ein Kapite=
l =FCber die=20
      Macht der internationalen Organisationen und deren Stellung im intern=
ationalen=20
      System rundet den Sammelband konsequenterweise ab. Hierbei wird insbe=
sondere=20
      auf die NATO wie auch auf die Vereinten Nationen eingegangen. Mit Bli=
ck=20
      auf die von Piazolo einleitend analysierten objektiven und subjektive=
n Faktoren=20
      von Macht stellt sich die Frage, inwieweit bei den internationalen Or=
ganisationen=20
      die milit=E4risch leistungsf=E4hige Organisation durch eine politisch=
e Grundlage=20
      (NATO), beziehungsweise der =BBWille zur Macht=AB durch die notwendig=
en Ressourcen=20
      (UNO) untermauert werden.<br>
      <br>
      Insgesamt ist der von Piazolo herausgegebene Sammelband als tour d=92=
horizon=20
      durch die internationale Politik durchaus sehr lesenswert und d=FCrft=
e =FCber das=20
      wissenschaftliche Fachpublikum hinaus auch eine breitere =D6ffentlich=
keit ansprechen.=20
      Der einleitend gestellten Frage, ob die internationale Politik un=FCb=
ersichtlicher=20
      geworden ist oder einfach zu ihrer jahrhundertealten normalen Unordnu=
ng=20
      zur=FCckgekehrt ist, wird allerdings nicht immer konsequent nachgegan=
gen. Manche=20
      Abhandlungen sind zu deskriptiv und zu wenig analytisch. So zum Beisp=
iel=20
      Piazolos =DCberblick =FCber die Vielfalt der internationalen Organisa=
tionen. Seine=20
      Ausf=FChrungen zur Macht als Schl=FCsselbegriff der internationalen O=
rdnung sind=20
      hingegen =FCberzeugend. Gleiches gilt auch f=FCr die meisten L=E4nder=
studien. Ebenso=20
      ist der Aufbau des Bandes, mit Ausnahme der Einordnung der EU in das =
Kapitel=20
      zu den L=E4nderstudien, weitgehend schl=FCssig und kompakt.<br>
      <br>
      Besch=E4ftigt sich der von Piazolo herausgegebene Sammelband mit der =
Wirkung=20
      von Staaten und Organisationen auf das internationale System, so wend=
et=20
      <em>Andrea Liese</em> in =BBStaaten am Pranger=AB die Blickrichtung u=
nd untersucht, inwieweit=20
      internationale Regime Einfluss auf die internen Strukturen von Staate=
n haben.=20
      Am Beispiel der Menschenrechtspolitik analysiert sie in dieser =FCber=
arbeiteten=20
      Fassung ihrer Dissertationsschrift die Auswirkungen des Anprangerns s=
taatlichen=20
      Fehlverhaltens durch Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Kontrol=
lorgane=20
      der UNO und des Europarats auf das Verhalten von liberalen, beziehung=
sweise=20
      defekten Demokratien. Mit dem Ziel, die Diskrepanz zwischen der Anerk=
ennung=20
      einer Norm und ihrer tats=E4chlichen Beachtung zu erkl=E4ren, entwirf=
t Liese in einem=20
      ersten Schritt ein Theoriemodell, das versucht, konstruktivistische A=
ns=E4tze=20
      mit denen des rationalistischen Institutionalismus zu verbinden. In e=
inem zweiten=20
      Schritt wird der Bogen zur empirischen Analyse geschlagen. Mit Hilfe =
des=20
      Theoriemodells untersucht Liese die Auswirkungen des Anprangerns auf =
die innerstaatliche=20
      Menschenrechtspolitik in den =BBblockierten Demokratien=AB =C4gyptens=
=20
      und der T=FCrkei einerseits, sowie, als Beispiel f=FCr liberale Demok=
ratien, auf die=20
      Menschenrechtspolitik Gro=DFbritanniens, Nordirlands und Israels.<br>
      <br>
      Als theoretisches Fundament dienen Liese dabei sowohl Annahmen der ko=
nstruktivistischen=20
      Normwirkungsforschung im Bezug auf die globale Geltung von=20
      Menschenrechtsnormen, wie auch Annahmen des rationalistischen Institu=
tionalismus=20
      mit Blick auf m=F6gliche Verfahren zur F=F6rderung der Normachtung. W=
=E4hrend Konstruktivisten in erster Linie dazu in der Lage sind zu erkl=E4r=
en, warum es=20
      =FCberhaupt zu einer Anerkennung von Menschenrechtsnormen kommt, bill=
igt die=20
      Autorin dem Rationalismus eine gr=F6=DFere Erkl=E4rungskraft f=FCr da=
s Fortbestehen=20
      von Menschenrechtsverletzungen zu. Die Synthese aus konstruktivistisc=
hen und=20
      rationalistischen Annahmen ist f=FCr Liese daher besonders relevant, =
da die Anerkennung=20
      von Normen als notwendige Bedingung f=FCr deren Beachtung anzusehen=
=20
      ist.<br>
      <br>
      In den L=E4nderstudien geht die Autorin anschlie=DFend darauf ein, in=
wieweit die=20
      Reaktionsweisen der Staaten am Pranger vom Grad der Anerkennung einer=
 Norm=20
      sowie vom Herrschaftssystem eines Staates abh=E4ngen. Anhand des Beis=
piels des=20
      internationalen Verbots von Folter und Misshandlung untersucht Liese =
die eingetretenen,=20
      beziehungsweise ausgebliebenen Ver=E4nderungen in der innerstaatliche=
n=20
      Menschenrechtspolitik in =C4gypten, der T=FCrkei, Israel und Gro=DFbr=
itannien in den=20
      1990er Jahren. Das Folterverbot als klassisches Abwehrrecht, welches =
das Individuum=20
      gegen=FCber dem Staat besitzt, wurde nicht zuletzt deshalb ausgew=E4h=
lt, weil=20
      es einerseits als sogenanntes =BBRecht der ersten Generation=AB heute=
 als global etablierte=20
      Rechtsnorm betrachtet werden kann, andererseits die L=FCcke zwischen=
=20
      Normanerkennung und Normachtung hierbei besonders weit auseinander kl=
afft.=20
      Die Auswahl der Fallstudien ergibt sich durch das Herrschaftssystem u=
nd den=20
      unterschiedlichen Grad der Unterwerfung unter internationale Kontroll=
organe.=20
      Als liberale Demokratien unterscheiden sich Gro=DFbritannien und Isra=
el beispielsweise=20
      hinsichtlich der Anerkennung von Kontrollmechanismen, die bei Gro=DFb=
ritannien=20
      durch Ratifikation der Europ=E4ischen Menschenrechtskonvention und=20
      Anerkennung des Europ=E4ischen Menschenrechtsgerichtshof weit st=E4rk=
er ausgepr=E4gt=20
      ist als bei Israel. =C4hnlich verh=E4lt es sich bei den =BBblockierte=
n Demokratien=AB T=FCrkei und =C4gypten. Als Mitgliedsland des Europarates =
und mit der Perspektive=20
      auf Beitritt zur Europ=E4ischen Union unterliegt die T=FCrkei einer w=
eit=20
      st=E4rkeren Kontrolle als =C4gypten. Liese gelangt zu dem Befund, das=
s das Anprangern=20
      staatlichen Fehlverhaltens vor allem dort am erfolgreichsten ist, wo =
ein liberales=20
      politisches System und stark ausgebaute Verfahren der Rechtsauslegung=
 und=20
      Tatsachenermittlung zusammengehen. Dadurch, so Liese, f=E4llt es Staa=
ten weit=20
      schwerer, Gegenstrategien zu entwickeln und sich der Legitimationskon=
trolle zu=20
      entziehen. Mit Blick auf die zu Beginn skizzierten konstruktivistisch=
en und rationalistischen=20
      Ans=E4tze kommt Liese zu dem Schluss, dass die aus dem Konstruktivism=
us=20
      hervorgehende Logik der Angemessenheit, welche normgeleitetes Verhalt=
en=20
      bedingt, hinter der Logik des Zweckrationalismus, also der strategisc=
hen=20
      Durchsetzung von Interessen zur Nutzenmaximierung, beim Verhalten der=
=20
      Staaten zur=FCcktritt. Regelgeleitetes Verhalten ist demnach das Erge=
bnis einer=20
      Kosten-Nutzen-Rechnung. Insbesondere bei Staaten die sich mit terrori=
stischen=20
      Bewegungen konfrontiert sehen, konstatiert Liese eine starke Tendenz =
zu zweckrationalem,=20
      die Sicherheit des Staates gegen=FCber den Rechten des Individuums=20
      betonendem Verhalten. Mit Blick auf den weltweiten Kampf gegen den tr=
ansnational agierenden Terrorismus, auf den die Autorin in ihren Schlussbet=
rachtungen=20
      leider nicht mehr eingeht, lassen Lieses Ergebnisse eher den Fortbest=
and, ja vielleicht=20
      sogar eine Vergr=F6=DFerung der L=FCcke zwischen Normanerkennung und =
tats=E4chlicher=20
      Normachtung bef=FCrchten.<br>
      <br>
      Auch wenn Argumentation und Ergebnisse der Autorin =FCberzeugen, so w=
ird=20
      das Buch kaum in der Lage sein, =FCber einen mit dem Thema der Mensch=
enrechtspolitik=20
      befassten Expertenkreis hinaus eine breitere =D6ffentlichkeit anzuspr=
echen.=20
      Daf=FCr verlangt Lieses Arbeit zu viele Vorkenntnisse, sowohl auf dem=
 Feld politikwissenschaftlicher=20
      Theorien, als auch in der Thematik der Menschenrechtspolitik.=20
      Dies muss bei einer aus einer Dissertationsschrift hervorgegangenen A=
rbeit jedoch=20
      nicht unbedingt als Kritik verstanden werden. F=FCr das Fachpublikum =
vermag=20
      Liese sicherlich neue Perspektiven zu erschlie=DFen, f=FCr den wenige=
r fachkundigen=20
      Leser d=FCrfte der Elfenbeinturm der Politikwissenschaft jedoch versc=
hlossen=20
      bleiben.     =20
      </p>
      <p align=3D"right" class=3D"Stil1"><em><br>
        Tim Maschuw, Bonn</em></p>
    </td>
</tr> <tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top"=
>&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unte=
r" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td>=
</tr>=20
<tr> <td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp=
; </td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" va=
lign=3D"top">&nbsp;</td><td class=3D"unter" valign=3D"top">&nbsp;</td></tr>=
=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text">&nbsp;</td><td class=3D"text">&nbsp;</td>
    <td class=3D"unter" colspan=3D"3">&lt;&lt; <b><a href=3D"https://www.fe=
s.de/ipg/arc_07_d/02_07_d/re_02_07.htm" target=3D"_self">zur=FCck=20
      Rezensionen/ =DCbersicht</a></b></td>
  </tr>=20
<tr> <td class=3D"platz" height=3D"6" colspan=3D"5">&nbsp;</td></tr> <tr> <=
td class=3D"text" height=3D"25">&nbsp;</td><td class=3D"unter" height=3D"25=
" colspan=3D"4">=20
<table width=3D"100%" border=3D"0" cellspacing=3D"0" cellpadding=3D"0"> <tb=
ody><tr> <td class=3D"unter" colspan=3D"5" bgcolor=3D"#111100"><img src=3D"=
https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/spac.gif" width=3D"2" height=3D"1"></td>=
</tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td clas=
s=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter">&=
nbsp;</td></tr>=20
<tr> <td class=3D"unter">=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</td><td class=3D"unte=
r">&nbsp;</td>
          <td class=3D"unter">Redaktion/net edition: Gerda Axer-D=E4mmer | =
4/2007</td>
          <td class=3D"unter">&nbsp;</td><td class=3D"unter"><img src=3D"ht=
tps://www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/pfeil.gif"><b><a href=3D"https://www.fes.d=
e/ipg/arc_07_d/02_07_d/r_2_07_5.htm#anf">=20
Top</a></b></td></tr> </tbody></table><br> </td></tr> </tbody></table>


</body></html>
------MultipartBoundary--e6KMRKQLD5GFYSAHbZISQpeGqBkMJpk8T2kqoCrB7p----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/pfeil.gif

R0lGODlhDwAMAMQAAN7q8pm51Jq51N/q87bN4cPX5sbY59fl79bk763G3MTX5+Ls9IeszM/f7Haf
xNjl8GCPunyjxq3H3e/2+gAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAACH5BAAA
AAAALAAAAAAPAAwAQAVB4CSOZLkshqOua3KOgyQJECM35QjIEl4esgBkOLT1JoWIcslcEnIxX060
4x1LVWHxJkLIaESiEadomp+PtHrNDgEAOw==

------MultipartBoundary--e6KMRKQLD5GFYSAHbZISQpeGqBkMJpk8T2kqoCrB7p----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/hg/spac.gif

R0lGODlhAgACAIAAAPT2+QAAACH5BAEAAAAALAAAAAACAAIAQAIChFEAOw==

------MultipartBoundary--e6KMRKQLD5GFYSAHbZISQpeGqBkMJpk8T2kqoCrB7p----
Content-Type: text/css
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/css/links.css

@charset "windows-1252";

a:link { font-family: Verdana, Arial, Helvetica; color: rgb(153, 0, 0); tex=
t-decoration: none; }

a:visited { font-family: Verdana, Arial, Helvetica; text-decoration: none; =
color: rgb(153, 0, 0); }

a:hover { font-family: Verdana, Arial, Helvetica; color: rgb(204, 0, 0); te=
xt-decoration: none; }

a:active { font-family: Verdana, Arial, Helvetica; text-decoration: none; c=
olor: rgb(153, 0, 0); }
------MultipartBoundary--e6KMRKQLD5GFYSAHbZISQpeGqBkMJpk8T2kqoCrB7p----
Content-Type: text/css
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://www.fes.de/ipg/arc_07_d/css/text.css

@charset "windows-1252";

.text { font-family: Verdana, Arial, "Helvetica sans-serif"; font-size: 12p=
x; color: rgb(17, 17, 0); }

.unter { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 11p=
x; color: rgb(17, 17, 0); }

.platz { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 2px=
; color: rgb(17, 17, 0); }

.ueber1 { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 13=
px; color: rgb(17, 17, 0); font-weight: bold; }

.ueber { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 15p=
x; font-weight: bold; color: rgb(17, 17, 0); }
------MultipartBoundary--e6KMRKQLD5GFYSAHbZISQpeGqBkMJpk8T2kqoCrB7p----
Content-Type: text/css
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: cid:css-2bdafa77-e6f3-44e7-b95f-27a2d872ae08@mhtml.blink

@charset "windows-1252";

body { }

.Stil1 { font-size: 12px; }
------MultipartBoundary--e6KMRKQLD5GFYSAHbZISQpeGqBkMJpk8T2kqoCrB7p------
