From: <Saved by Blink>
Snapshot-Content-Location: https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00004.html
Subject: =?utf-8?Q?Gro=C3=9Fbritannien=20-=20Modell=20f=C3=BCr=20Europa?=20/=20von?=
 =?utf-8?Q?=20Klaus=20Funken.=20-=20[Bonn],=201994?=
Date: Tue, 29 Apr 2025 15:33:14 +0200
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/related;
	type="text/html";
	boundary="----MultipartBoundary--oTtpgntyquhGMAaTi5xmv20FDI6BnXKkQ6SSv086lp----"


------MultipartBoundary--oTtpgntyquhGMAaTi5xmv20FDI6BnXKkQ6SSv086lp----
Content-Type: text/html
Content-ID: <frame-FD4A0310B155E7F561090D6FCDE2E2A4@mhtml.blink>
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00004.html

<html><head><meta http-equiv=3D"Content-Type" content=3D"text/html; charset=
=3Dwindows-1252">
<title>
Gro=DFbritannien - Modell f=FCr Europa?
 / von Klaus Funken. - [Bonn], 1994
</title>
<meta name=3D"keywords" content=3D"Wirtschaftspolitik ; Wirtschaftsentwickl=
ung ; Gro=DFbritannien ; economic policy ; economic development (on nationa=
l level) ; Great Britain ; Au=DFenwirtschaftspolitik ; Kapitalanlage von Au=
sl=E4ndern im Inland ; Unternehmen, Ausl=E4ndisches ; ; Wirtschaftspolitik =
; Economic policy ; Gro=DFbritannien=9B ; Japan">
<meta name=3D"DC.Creator.PersonalName" content=3D"Funken, Klaus"><link rel=
=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#creato=
r">
<meta name=3D"DC.Title" content=3D"Gro=DFbritannien - Modell f=FCr Europa?"=
><link rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_eleme=
nts#title">
<meta name=3D"DC.Publisher" content=3D"Friedrich-Ebert-Stiftung"><link rel=
=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#publis=
her">
<meta name=3D"DC.Type" content=3D"Text"><link rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"htt=
p://purl.org/metadata/dublin_core_elements#type">
<meta name=3D"DC.Date" content=3D" (SCHEME=3DANSI.X3.30-1985) 19980403"><li=
nk rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#=
date">
<meta name=3D"DC.Format" content=3D" (SCHEME=3DIMT) text/html"><link rel=3D=
"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#format">
<meta name=3D"DC.Language" content=3D" (SCHEME=3DISO639-1) de"><link rel=3D=
"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#language"=
>
<meta name=3D"DC.Identifier" content=3D"http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?i=
d=3D4"><link rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core=
_elements#identifier">
</head>
<body bgcolor=3D"#ffffff">
<!-- START BEGIN1 -->
<table width=3D"100%" noborder=3D"">
<tbody><tr>
<td width=3D"15%" bgcolor=3D"#ff0000"><font color=3D"#ff0000">FES</font></t=
d>
<td width=3D"80%" bgcolor=3D"#ffffff" colspan=3D"2" align=3D"right">
<img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/lone2.gif" usemap=3D"#head=
" border=3D"0">
<map name=3D"head">
<area shape=3D"rect" alt=3D"HOME" coords=3D"128,1 208,24" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/">
<area shape=3D"rect" alt=3D"MAIL" coords=3D"226,0 265,22" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/admin/comment_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"SEARCH" coords=3D"278,1 334,22" href=3D"https:/=
/library.fes.de/quick_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"HELP" coords=3D"349,2 392,21" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/help/index_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"NEW" coords=3D"403,1 445,22" href=3D"https://li=
brary.fes.de/news/index_gr.html">
<area shape=3D"default" nohref=3D"">
</map>
</td>
</tr>
<tr><td height=3D"10"></td><td></td><td></td></tr>
<tr>
<td width=3D"15%" align=3D"left" valign=3D"top">
<center><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/fes-log1.gif"></ce=
nter>
</td>
<td width=3D"5%" bgcolor=3D"#0066ff" rowspan=3D"3" valign=3D"top">
<center>
<img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_digbib.gif" alt=3D"[DIGI=
TALE BIBLIOTHEK DER FES]">
</center>
</td>
<td width=3D"80%">
<center><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_titel.gif" alt=
=3D"TITELINFO"></center><br><br>
<font size=3D"+1">
<!-- END BEGIN1 -->
<!-- Hierher Inhalt von title kopieren -->
Gro=DFbritannien - Modell f=FCr Europa?
 / von Klaus Funken. - [Electronic ed.]. - [Bonn], 1994. - 15 S. =3D 52 Kb,=
 Text
. - (FES-Analyse)
<br>Electronic ed.: Bonn: EDV-Stelle der FES, 1997
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>
<!-- START BEGIN2 -->
</font>
<br><br>
<!-- END BEGIN2 -->
<b>Gro=DFbritannien ist seit Jahren das attraktivste Anlageland der
Europ=E4ischen Union f=FCr Auslandsinvestitionen, 36% aller
US-amerikanischen und 40% aller japanischen Europainvestitionen konzentrier=
en
sich im UK, 96 der 100 wichtigsten US-Firmen sind auf der Insel vertreten, =
20%
des Anlageverm=F6gens stammen aus dem Ausland. </b><p>
<b></b></p><p>
<b>Der Wirtschaftsstandort Gro=DFbritannien wirbt mit niedrigsten
Steuers=E4tzen f=FCr Unternehmen, weniger Umweltauflagen, radikaler
Deregulierung, bescheidenen L=F6hnen, geringen Lohnnebenkosten und
"domestizierten" Gewerkschaften. Britisches </b><i>social dumping</i><b> ka=
nn
zu Wettbewerbsverzerrungen in der Europ=E4ischen Union f=FChren.</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Die gesamtwirtschaftliche Bilanz der Thatcher-Major-Regierungen ist denn=
och
unbefriedigend. Nur bei der Inflationsbek=E4mpfung gab es akzeptable
Ergebnisse. Ein im europ=E4ischen Vergleich geringes Wirtschaftswachstum,
hohe Arbeitslosigkeit und ein erhebliches Handelsbilanzdefizit bleiben
Krisenherde.</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Nach 14 Jahren Thatcher-Politik ist die Staatsquote gr=F6=DFer als zu
Labourzeiten (ca. 45% des BSP), die Steuerbelastung und die Sozialausgaben =
sind
h=F6her als am Ende der letzten Labourregierung, das Haushaltsdefizit pro
Kopf liegt deutlich =FCber dem europ=E4ischen Durchschnitt.</b></p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Zusammenfassung</b></p><p>
</p><p>
"Britain is setting the agenda", verk=FCndete Premierminister John Major mi=
t
etwas gezwungenem Selbstbewu=DFtsein der eher ungl=E4ubigen britischen
=D6ffentlichkeit nach einem Treffen europ=E4ischer Regierungschefs Ende
des vergangenen Jahres. Er meinte damit, Europa m=FCsse sich nun auch einer
Radikalreform nach dem Thatcher-Muster unterziehen, wenn es in dem neuen
globalen Wirtschaftssystem mithalten wolle. </p><p>
</p><p>
Die Bemerkung von John Major =FCberrascht auf den ersten Blick. Denn: <b>di=
e
gesamtwirtschaftliche Bilanz des Thatcher-Jahrzehnts ist wenig beeindrucken=
d:
die Wachstumsraten der Wirtschaft blieben hinter den europ=E4ischen
Mitbewerbern weiter zur=FCck, zwei Millionen Industriearbeitspl=E4tze
gingen f=FCr immer verloren, der Erfolg bei der Inflationsbek=E4mpfung
blieb zwiesp=E4ltig, die Steuerbelastung ist h=F6her als am Ende der
Labour-Regierungszeit, die Ausgaben des Staates liegen h=F6her als je zuvor=
,
das Haushaltsdefizit pro Kopf ist deutlich h=F6her als im europ=E4ischen
Durchschnitt.</b> </p><p>
</p><p>
Auf den zweiten Blick gibt die Bemerkung John Majors zu denken. Warum? Die
Thatcher-Regierungen haben fr=FCher als andere in Europa erkannt, da=DF
ein "Festung Europa"- Konzept keine befriedigenden Antworten auf die global=
en
Herausforderungen geben kann. Konsequent haben sie deshalb eine Politik
verfolgt, die die Attraktivit=E4t des Standortes Gro=DFbritannien
f=FCr ausl=E4ndische Investoren aus allen Teilen der Welt verbessert.
<b>In dem weltweiten Kampf um Kapitalanlagen ist Gro=DFbritannien dasjenige
Land in Europa, das in den vergangenen 15 Jahren mit Abstand am meisten get=
an
hat, um Auslandskapital ins Land zu holen. Die Erfolge dieser Politik sind
beachtlich: in den vergangenen f=FCnf Jahren kam fast ein F=FCnftel aller
in Gro=DFbritannien get=E4tigten Investitionen aus dem Ausland.
Inzwischen sind 20% des Anlageverm=F6gens auf der Insel in
ausl=E4ndischem Besitz, vor f=FCnf Jahren waren es nur 13%. 40% der
Unternehmen aus nicht EG-L=E4ndern, vornehmlich aus den USA und Japan,
entscheiden sich f=FCr Gro=DFbritannien, wenn sie in Europa investieren
wollen.</b> </p><p>
</p><p>
Allzu leichtfertig werden in Deutschland noch die Risiken f=FCr Wachstum un=
d
Besch=E4ftigung =FCbersehen, die sich aus dem <b>japanischen Investment
in Gro=DFbritannien</b> - zumindest f=FCr bestimmte Branchen - in den
neunziger Jahren ergeben. <b>Gegen Ende des Jahrhunderts werden j=E4hrlich
mindestens 1,2 Millionen Automobile aus japanischen Unternehmen in Europa v=
om
Band laufen, 80% davon werden in Gro=DFbritannien hergestellt.</b> Schon
heute ist Nissan Sunderland der gr=F6=DFte Autoexporteur des Landes.
Aufgrund der Handelsrestriktionen auf den gr=F6=DFeren europ=E4ischen
M=E4rkten wie Frankreich und Italien geht der Hauptteil der japanischen
Automobilproduktion <i>made in the UK</i> auf den deutschen Markt. </p><p>
</p><p>
Japanische Unternehmen haben aufgrund ihrer Unternehmenskultur gro=DFe
Erfolge, wenn es darum geht, die Mitarbeiter f=FCr das Gesamtinteresse des
Unternehmens zu mobilisieren. Diese besondere Art, mit der Belegschaft
umzugehen, sie zu qualifizieren, sie zu motivieren, sie teilhaben zu lassen=
 an
allen Dingen, die die Firma betreffen, das besondere Vertrauensverh=E4ltnis=
,
das die Beziehungen zwischen Personal und Managment auszeichnet, haben nich=
t
nur zu einer gro=DFen Arbeitszufriedenheit im Betrieb und zu einer immer
st=E4rkeren Identifizierung der Arbeitnehmer mit dem Unternehmen
gef=FChrt, sondern auch ganz wesentlich zu dem enormen Gesch=E4ftserfolg
japanischer Firmen in Gro=DFbritannien beigetragen. <b>Die meisten
Arbeitnehmer und die Mehrzahl der Gewerkschafter, die in japanischen
Transplants arbeiten, w=FCnschen sich Arbeitsbeziehungen wie in japanischen
Betrieben auch f=FCr ihre Kollegen in britischen Unternehmen.</b> </p><p>
</p><p>
Doch diese Lektion haben weder die konservative Regierung noch die Mehrzahl=
 der
britischen Unternehmensleitungen gelernt. W=E4hrend die Arbeitsbeziehungen
in britischen Firmen immer noch stark von den tradierten Klassenstrukturen
bestimmt werden, entwickelt sich aufgrund des steigenden Engagements
ausl=E4ndischer Investoren eine Vielzahl von Unternehmenskulturen, die
g=E4nzlich andersgeartete Methoden im Verh=E4ltnis von Personal und
Management praktizieren. Dabei werden Human Resource Management Methoden ni=
cht
nur deshalb angewandt, weil sie arbeitnehmer- oder gar gewerkschaftsfreundl=
ich
sind, sondern auch, weil sie schlicht zu besseren Ergebnissen f=FChren.
<b>So wird der Erfolg vornehmlich japanischer Unternehmen in
Gro=DFbritannien und Europa fr=FCher oder sp=E4ter auch die
britischen Unternehmen zwingen, =FCber ihr Verh=E4ltnis zu ihren
Arbeitnehmern und den Gewerkschaften neu nachzudenken. Es wird sich als
gro=DFe Ironie der Geschichte erweisen, da=DF eine Regierung, die noch
einmal das hohe Lied des ungez=FCgelten Kapitalismus gesungen hat, durch di=
e
Anziehung ausl=E4ndischer Investoren Arbeitsbeziehungen modernisiert und
zukunftsorientierte Gewerkschaften hervorgebracht hat, obwohl das
=FCberhaupt nicht in ihrer Absicht lag.</b> </p><p>
<b></b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Wirtschaftsstandort Gro=DFbritannien - Modell f=FCr Europa?</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b></b><i>"Britain is setting the agenda"</i>, verk=FCndete Premierminister
John Major mit etwas gezwungenem Selbstbewu=DFtsein der eher
ungl=E4ubigen britischen =D6ffentlichkeit nach einem Treffen
europ=E4ischer Regierungschefs Ende des vergangenen Jahres.
<i>"Vainglorious"</i>, d=FCnkelhaft, prahlerisch, kommentierte die
<i>Financial Times</i> den Versuch des gl=FCcklosen Premiers, sich als
<i>stage-director</i> der Europ=E4ischen Union zu pr=E4sentieren.</p><p>
</p><p>
Der Hintergrund der Bemerkung von John Major ist deutlich: Wenn die Staaten=
 der
Europ=E4ischen Union in Zukunft nicht chancenlos im internationalen
Wettbewerb zur=FCckfallen wollen, m=FC=DFten sie sich genau auf das
einlassen, was Gro=DFbritannien seit Ende der siebziger Jahren begonnen
habe, die Ver=E4nderung der Gesellschaft nach der Blaupause einer
<i>Thatcherite-Policy</i> der achtziger Jahre: </p><p>
</p><p>
<b>- von "staatlicher Bevormundung" befreite M=E4rkte, auch
Arbeitsm=E4rkte,</b></p><p>
<b>- Privatisierung nicht nur =F6ffentlicher Produktions- und
Dienstleistungsunternehmen, sondern auch des sogenannten Kernbereichs
staatlicher T=E4tigkeit,</b></p><p>
<b>- Deregulierung, Entb=FCrokratisierung, Entstaatlichung der
Gesellschaft,</b></p><p>
<b>- weniger Umweltauflagen, </b></p><p>
<b>- weniger Arbeitsschutz, bescheidener K=FCndigungsschutz, </b></p><p>
<b>- m=F6glichst "gewerkschaftsfreie" Unternehmen,</b></p><p>
<b>- radikales Zur=FCckstutzen staatlicher Aufgaben mit Umkehr der
Beweislast: der Staat hat zu rechtfertigen, warum er besser und
preisg=FCnstiger Leistungen bereitstellen kann als die Privatwirtschaft,
</b></p><p>
<b>- mehr Selbstverantwortung und mehr private Zukunftsvorsorge </b></p><p>
<b>- niedrige Steuern und Sozialabgaben, </b></p><p>
<b>- h=F6here Sparquoten, mehr Investitionen und h=F6here
Wachstumsraten.</b></p><p>
</p><p>
Am Ende des Jahrzehnts, so prognostizierte Finanzminister Kenneth Clarke, h=
abe
Gro=DFbritannien die modernste Wirtschaft Europas. Ver=E4chtlich spricht
die der Konservativen Partei zuneigende Presse vom <i>Sclerotic Europe</i>,=
 das
im internationalen Wettbewerb immmer mehr zur=FCckfalle.
Gro=DFbritannien mit seinen geringen Arbeitskosten, hohen Wachstumsraten
und hoher Produktivit=E4t werde zunehmend das kontinentale Europa der hohen
Kosten und des geringen Wachstums mit G=FCtern und Dienstleistungen
versorgen. </p><p>
</p><p>
<i>"While the rest of Europe lumbers itself with a fixed exchange-rate regi=
me
that threatens the same economic and social toll as the gold standard did i=
n
the 1930s, Britain should strike out to become the free-market beacon of a
collectivist Continent, much as Hongkong is to China"</i>, tagtr=E4umte die
konservative <i>Sunday Times</i> in einem R=FCckblick auf den <i>"golden
wednesday"</i>, den 16. September 1992, als die britische Regierung sich
gezwungen sah, ihre Mitgliedschaft im EWS zu suspendieren, und das Pfund au=
f
den internationalen Geldm=E4rkten innerhalb weniger Stunden 15% seines
Wertes einb=FC=DFte.</p><p>
</p><p>
Man sollte die dezent chauvinistische Rhetorik aus dem konservativen Lager
nicht als blo=DFen Ausdruck des britischen Inferiorit=E4tskomplexes
abtun. Nach den langen Jahren des Niedergangs sehen viele schon den
Silberstreif des Wiederaufstiegs am Horizont. Allerdings, so falsch, wie si=
ch
das in manchen Pamphleten der Oppositionsparteien ausnimmt, ist die
Argumentation der Konservativen nicht. </p><p>
</p><p>
Der weltweite Zusammenbruch des Kommunismus, das Ende der bipolaren
Weltordnung, die Herausbildung eines wahrhaft globalen auf Wettbewerb
basierenden Wirtschaftssystems und der Aufstieg der wirtschaftlichen
Kraftzentren in Ostasien sind Herausforderungen, deren Intensit=E4t und
Ausma=DF noch niemand so recht abzusch=E4tzen vermag. Auf jeden Fall ist
in dieser neuen Weltordnung die Bedeutung nationalstaatlicher Politik arg
geschrumpft. Nationale Alleing=E4nge in der Wirtschafts-, Finanz- und
Sozialpolitik sind zu einem Anachronismus geworden, der gef=E4hrlich werden
kann, wenn globale wirtschaftliche Entwicklungen mi=DFachtet werden. </p><p=
>
</p><p>
In dieser immer mehr zusammenwachsenden Weltwirtschaft stehen Regionen und
ganze L=E4nder miteinander im Wettbewerb. Es geht dabei um die Anziehung vo=
n
Finanzanlagen und Produktivkapital, um neue Produkte und moderne
Produktionstechnologien, Forschungs- und Entwicklungspotentiale, um
Infrastrukturen und Ausbildungssysteme. Letztendlich geht es um Kostenvorte=
ile
und um die Frage, wo diese am ehesten zu realisieren sind. Beantwortet werd=
en
m=FCssen dann etwa folgende Fragen:</p><p>
</p><p>
- Wie schnell und einfach k=F6nnen Kapital investiert und Gewinne
m=F6glichst risikofrei wieder tranferiert werden?</p><p>
- Wie ist das Investitionsklima in einer Region oder einem Land?</p><p>
- Wie steht die Bev=F6lkerung zu ausl=E4ndischen Investitionen? </p><p>
- Wie sehen L=F6hne, Lohnnebenkosten, Steuern, Auflagen, Abgaben aus? </p><=
p>
- Wie ist das Incentive-Paket des Staates, angefangen von den
Investititonszusch=FCssen bis zu Schuleinrichtungen f=FCr Ausl=E4nder?
Es geht um fremdenfreundliche Kommunalverwaltungen bis hin zur Bereitstellu=
ng
von Bibliotheken, Kulturzentren oder schlicht Golfpl=E4tzen. </p><p>
</p><p>
<b>Die Thatcher-Regierungen haben fr=FCher als andere in Europa erkannt,
da=DF ein "Festung Europa"- Konzept keine befriedigenden Antworten auf die
globalen Herausforderungen geben kann. Konsequent haben sie deshalb eine
Politik verfolgt, die die Attraktivit=E4t des Standortes
Gro=DFbritannien f=FCr ausl=E4ndische Investoren aus allen Teilen der
Welt verbessert. In dem weltweiten Kampf um Kapitalanlagen ist
Gro=DFbritannien dasjenige Land in Europa, das in den vergangenen 15 Jahren
mit Abstand am meisten getan hat, um Auslandskapital ins Land zu holen.</b>=
 </p><p>
</p><p>
<b>So wirbt denn auch die britische Regierung mit einem unternehmerfreundli=
chen
Investitionsklima, den niedrigsten Steuers=E4tzen f=FCr Unternehmen,
bescheidenen L=F6hnen, geringen Lohnnebenkosten, mit "domestizierten"
Gewerkschaften, den wenigsten Streiktagen. W=E4hrend die durchschnittliche
Arbeitsstunde in der Industrie (L=F6hne und Personalnebenkosten) in
Deutschland etwa 42 DM kostet, liegt sie in Gro=DFbritannien bei 23 DM. In
Deutschland sind 86% der Lohnkosten Personalzusatzkosten, aber in
Gro=DFbritannien nur 40%. Die Wochenarbeitszeit liegt bei =FCber 40
Stunden, der Jahresurlaub ist k=FCrzer, es gibt etwa nur die H=E4lfte der
deutschen Feiertage. Verm=F6genssteuer und Gewerbesteuer sind auf der Insel
unbekannt, die K=F6rperschaftssteuer liegt bei maximal 33%, die meisten
Unternehmen mit einem Gewinn von bis zu 700.000 DM f=FChren nur 25% an den
Fiskus ab.</b> </p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>"Sweatshop Economy": Der Fall Hoover</b></p><p>
<b></b></p><p>
Aufsehen erregte im Februar 1993 die Entscheidung des amerikanischen
Staubsaugerkonzerns Hoover, seine Produktionsst=E4tte im franz=F6sischen
Dijon zu schlie=DFen und die Produktion in das schottische Cambuslang zu
verlagern. Zwei Monate vor den franz=F6sischen Parlamentswahlen nahmen sich
alle Parteien und selbstredend auch die Pariser Regierung mit Verve dieser
Entscheidung an, die in politisch ruhigeren Zeiten vermutlich eher ein
regionales Problem geblieben w=E4re.</p><p>
</p><p>
Kaum Aufsehen erregte dagegen die =E4hnlich gelagerte Entscheidung des
franz=F6sischen Elektronikmultis Thomson Consumer Electronics vom Jahr
zuvor, der sein Tochterunternehmen Ferguson im s=FCdenglischen Gosport
kurzerhand schlo=DF und damit 3000 Besch=E4ftigte auf die Stra=DFe
setzte. Diese Entscheidung wurde Thomson Consumer Electronics im Vergleich =
zum
Kontinent erheblich leichter gemacht, da niemand auf sie Einflu=DF nahm und
=FCberhaupt nehmen konnte - weder wurde die Regierung in London gefragt,
noch wurden die Gewerkschaften unterrichtet. Hinzu kam, da=DF den
Besch=E4ftigten in Gosport nur 7000 Pfund Abfindung gezahlt wurden
gegen=FCber 47.000 Pfund, die das Unternehmen etwa in Spanien h=E4tte
aufbringen m=FCssen. Es ist eben in Gro=DFbritannien nicht nur erheblich
leichter als sonst in Europa, jemanden einzustellen, sondern auch viel
leichter, jemanden wieder zu entlassen .</p><p>
</p><p>
Die vieldiskutierten Verlagerungspl=E4ne des US-Multis Hoover machen jedoch
auf ein Problem aufmerksam, das das Europa des einheitlichen Binnenmarktes =
in
Zukunft mehr besch=E4ftigen wird: das <b>social dumping innerhalb der
Europ=E4ischen Union. Die britische Regierung =FCbernimmt hier eine
unr=FChmliche Vorreiterrolle. Mit der Mi=DFachtung sozialer
Mindeststandards der Europ=E4ischen Union werden social dumping- und job
poaching-Strategien der international operierenden Firmen geradezu
herausgefordert.</b></p><p>
</p><p>
Im Falle Hoover sieht die Entscheidungsgrundlage des Managements so aus:
<b>neben niedrigeren L=F6hnen und Lohnnebenkosten in Schottland verzichten
die schottischen Arbeiter in den ersten beiden Jahren ihres Arbeitsvertrage=
s
auf Pensionsanspr=FCche und auf betriebliche Leistungen im Krankheitsfall.
Dazu kommen begrenzte Arbeitsvertr=E4ge, freiwillige Beschr=E4nkung des
Streikrechts, Einfrieren der L=F6hne im ersten Jahr ihrer
Besch=E4ftigung, K=FCrzung bei =DCberstundenzahlungen,
Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Einwilligung von Video=FCberwachung
in den Fabrikhallen</b>. Einem solchen Angebot der schottischen Arbeiter
vermochten die Besch=E4ftigten in Dijon nichts entgegenzusetzen, wie das
Hoover Management lapidar feststellte.</p><p>
</p><p>
Die konservative Regierung in London sieht sich mit dieser Entscheidung des
Hoover Managements in ihrer Politik des social opt-out und des Sozialdumpin=
gs
best=E4tigt. Der konservative Parteichef Sir Norman Fowler sagte mit Hinwei=
s
auf die Hoover Entscheidung <i>"it was because of John Major's stand agains=
t
the social chapter</i> (des Maastricht Vertrages) <i>that Britain was
attracting more jobs, such as the transfer of work by Hoover from France to
Scotland. The prediction by Jacques Delors, that Britain's opt-out would ma=
ke
it a paradise for foreign investment was coming true."</i> </p><p>
</p><p>
Kein Wunder, da=DF die konservative Regierung sich nahezu jedem
sozialpolitischen Fortschritt widersetzt, der das Referenzgef=E4lle zwische=
n
Gro=DFbritannien und dem Kontinent verk=FCrzt. Insofern hat die
britische Regierung gar kein Interesse, da=DF eine Thatcher-Politik auch in
Europa umgesetzt wird.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Paradies f=FCr ausl=E4ndische Investoren</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Die Erfolge dieser Politik sind beachtlich: in den vergangenen f=FCnf
Jahren kam fast ein F=FCnftel aller in Gro=DFbritannien get=E4tigten
Investitionen aus dem Ausland - =FCber 40 Mrd [[sterling]] von 220 Mrd
[[sterling]]. Inzwischen sind 20% des Anlageverm=F6gens auf der Insel in
ausl=E4ndischem Besitz, vor f=FCnf Jahren waren es nur 13%. 40% der
Unternehmen aus nicht EG-L=E4ndern, vornehmlich aus den USA und Japan,
entscheiden sich f=FCr Gro=DFbritannien, wenn sie in Europa investieren
wollen. Ein Drittel aller Auslandsinvestitionen in der Europ=E4ischen Union
wurden in Gro=DFbritannien get=E4tigt. 36% der US Investitionen und 40%
aller japanischen Investitionen in Europa entfallen auf das United Kingdom.=
 Von
den 100 wichtigsten US-Unternehmen haben 96 Tochtergesellschaften auf der
Insel, die drei gro=DFen japanischen Automobilhersteller und die 10
wichtigsten japanischen Firmen der Unterhaltungselektronik produzieren
hier.</b> </p><p>
</p><p>
<b>Inzwischen sind 3500 US-Firmen, etwa 1000 deutsche und knapp 200 japanis=
che
Firmen im Vereinigten K=F6nigreich ans=E4ssig, die etwa 16% der gesamten
Arbeitnehmerschaft besch=E4ftigen, 22% der Nettoproduktion des Landes
erzeugen und 27% der Nettokapitalaufwendungen in Gro=DFbritannien
erbringen.</b> Bevorzugte Branchen sind die elektrotechnische und
elektronische, die Automobil- und Nahrungsmittelindustrie sowie der
Dienstleistungssektor. Der konservativen Regierung, die sich ihre subventio=
ns-
und interventionsfreie Wirtschaftspolitik zuguteh=E4lt, waren die 303
Ansiedlungsprojekte ausl=E4ndischer Investoren im letzten Jahr immerhin 100
Mio [[sterling]] an Regionalzusch=FCssen wert.</p><p>
</p><p>
<i>Deutsches Engagement</i> </p><p>
</p><p>
Etwa 1000 deutsche Firmen haben in der Vergangenheit den Weg auf die Insel
gefunden, davon sind 730 Verkaufsniederlassungen sowie
Dienstleistungsunternehmen, 270 sind Produktionsst=E4tten. Sie
besch=E4ftigen etwa 100.000 Arbeitnehmer, weitere 120.000 Arbeitspl=E4tze
sind in britischen Zulieferbetrieben indirekt von deutschen Investment
abh=E4ngig. <b>Von den 26,07 Mrd. DM, die deutsche Unternehmen seit 1952 in
Gro=DFbritannien investiert haben, wurden allein 23,46 Mrd. DM in den
achtziger Jahren get=E4tigt.</b> Dies unterstreicht zum einen die Bedeutung
Gro=DFbritanniens als viertwichtigsten Exportmarkt Deutschlands, es
unterstreicht aber auch die Attraktivit=E4t des Produktionsstandortes
Gro=DFbritannien f=FCr die deutsche Wirtschaft. Der spektakul=E4rste
Fall in diesem Jahr war die milliardenschwere =DCbernahme des letzten
britischen Automobilmassenherstellers Rover durch BMW.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<i>Die japanische Herausforderung</i><b> </b></p><p>
</p><p>
<b>Von den 75,69 Mrd. US$, die japanische Unternehmen in Europa bis Ende 19=
91
investiert hatten, entfielen 29,19 Mrd auf Gro=DFbritannien, das sind 40%
aller japanischer Investitionen in Europa. Die Bundesrepublik lag mit 6,5 M=
rd
Dollar (=3D 9% aller japanischer Investitionen in Europa) nach den Niederla=
nden
und Luxemburg an vierter Stelle.</b> Bei der Bedeutung Deutschlands als
wichtigster japanischer Exportmarkt in Europa ein eher bescheidenes Ergebni=
s.</p><p>
</p><p>
Das Hauptengagement japanischer Unternehmen liegt im Finanz- und
Dienstleistungssektor. Im verarbeitenden Gewerbe sind die elektrotechnische=
 und
elektronische Industrie sowie - vor allem seit Toyota in Derbyshire eine
Produktionsst=E4tte er=F6ffnet hat - der Automobilsektor Schwerpunkte des
japanischen Engagements.</p><p>
</p><p>
Im Dezember 1992 er=F6ffnete Toyota seine Produktionsanlagen in Derbyshire.
Nach Nissan in Sunderland und Honda in Swindon ist dies der dritte japanisc=
he
Automobilriese, der Gro=DFbritannien als Sprungbrett f=FCr die weitere
Durchdringung des europ=E4ischen Marktes nutzen wird. F=FCr Ende 1994
plant Toyota einen Aussto=DF von 100.000 Einheiten, f=FCr 1996 sind
200.000 vorgesehen. Mit 400.000 Einheiten von Nissan und 100.000 Einheiten =
von
Honda werden die drei in Gro=DFbritannien produzierenden japanischen
Autohersteller Mitte der neunziger Jahre mit 700.000 Einheiten am Markt sei=
n.
F=FCr das Jahr 2000 sollen 1,2 Millionen japanische Autos in Europa f=FCr
Europa produziert werden, davon allein 1 Mio in Gro=DFbritannien. </p><p>
</p><p>
Die Bedingungen, die die japanischen Autohersteller in Gro=DFbritannien
vorfinden, sind in der Tat verlockend. Als Nissan f=FCr sein Werk in
Sunderland 500 Arbeitskr=E4fte suchte, meldeten sich 20.000 Bewerber, die
nach intensiven Vorstellungsprozeduren ausgew=E4hlt wurden. Das Ergebnis de=
s
Auswahlverfahrens war eine olympiareife Belegschaft: jung, m=E4nnlich,
hochmotiviert, hochqualifiert, ohne Ber=FChrung und ohne jede Erfahrung mit
Gewerkschaften. Die L=F6hne, die Nissan zahlt, sind zwar h=F6her als im
Vergleich zu denjenigen, die in der Region =FCblicherweise gezahlt werden,
doch niedriger als in der europ=E4ischen Automobilindustrie. Zudem sind die
Sozialabgaben im Vergleich zu den europ=E4ischen Wettbewerbern deutlich
geringer. Diese Bedingungen erg=E4nzen sich mit den =FCberlegenen
Fertigungstechniken der japanischen Autohersteller und ihren Managementmeth=
oden
zu einem erheblichen Wettbewerbsvorteil gegen=FCber den europ=E4ischen
Mitkonkurrenten.</p><p>
</p><p>
<b>Inzwischen besch=E4ftigen Toyota, Nissan und Honda mehr als 12.000
Mitarbeiter direkt und 30.000 Arbeitskr=E4fte bei ihren Zulieferern. 1993
arbeiteten europaweit 195 Zulieferer allein f=FCr Nissan Sunderland mit
einem Auftragsvolumen von 850 Mio Pfund. 80% der Komponenten f=FCr den
Nissan-Kleinwagen Micra werden in Europa, vornehmlich in Gro=DFbritannien,
hergestellt. Am Ende des Jahrhunderts, wenn Nissan, Toyota und Honda eine
Million Autos in Gro=DFbritannien herstellen, werden die japanischen
Transplants in Gro=DFbritannien mehr Autos produzieren als Ford, Rover,
Vauxhall und Peugeot Talbot zusammen. Dann werden nicht mehr Importe das
Hauptkontingent japanischer Autos in Europa ausmachen, sondern japanische A=
utos
made in the UK.</b></p><p>
</p><p>
Angesichts der schwierigen Lage auf den Autom=E4rkten Europas und des
Produktivit=E4tsvorsprungs japanischer Autohersteller wird sich der
Wettbewerb in der europ=E4ischen Automobilindustrie dramatisch
versch=E4rfen. So hat vor kurzem der Automobilindustrieforscher Professor
Garel Rhys von der Cardiff Business School vorausgesagt, da=DF die
europ=E4ische Autoindustrie sich "der vielleicht traumatischsten
Konkurrenzperiode seit den zwanziger und drei=DFiger Jahren", als Ford und
General Motors in Europa ihre Produktion aufnahmen, gegen=FCbersieht.
F=FCr Gro=DFbritannien sieht er darin jedoch eine gro=DFe Chance:
<i>"We can become one of the most competitive motor manufacturing bases
certainly in Europe and potentially in the world."</i> </p><p>
</p><p>
Im <i>World Automotive Forecast Report</i> vom Februar 1994 wird f=FCr Ende
des Jahrhundert vorausgesagt, da=DF sich die PKW-Produktion in
Gro=DFbritannien von 1,29 Mio Einheiten auf 2,19 Mio Einheiten fast
verdoppeln wird, dagegen soll die deutsche Automobilproduktion nach dem tie=
fen
Einbruch 1993 und vermutlich auch 1994 bis zum Ende des Jahrhunderts erst
wieder das Niveau vom Beginn der neunziger Jahre erreichen. Stagnieren soll=
en
auch die franz=F6sische und die japanische PKW-Produktion, allein die USA
und vor allem Korea werden =E4hnlich erfolgreich sein wie
Gro=DFbritannien. F=FCr Garel Rhys steht deshalb fest: <i>"Without the
Japanese, the British motor industry would gradually have disappeared in th=
e
sands, like our motorcycle industry".</i> </p><p>
<b></b></p><p>
<b></b>Allzu leichtfertig werden in Deutschland noch die Risiken f=FCr
Wachstum und Besch=E4ftigung =FCbersehen, die sich aus dem japanischen
Investment in Gro=DFbritannien - zumindest f=FCr bestimmte Branchen - in
den neunziger Jahren ergeben. Schon heute ist Nissan Sunderland der
gr=F6=DFte Autoexporteur des Landes. Aufgrund der Handelsrestriktionen
in den gr=F6=DFeren europ=E4ischen M=E4rkten wie Frankreich und
Italien geht der Hauptteil der japanischen Automobilproduktion made in the =
Uk
auf den deutschen Markt: 80% der Exporte von Nissan Sunderland werden in
Deutschland abgesetzt. So wundert sich denn auch die Branche, warum die dre=
i
Gro=DFen, Toyota, Nissan und Honda, f=FCr mindestens 1,2 Millionen
Einheiten Produktionskapazit=E4ten in Europa aufbauen, wei=DF man doch,
da=DF heute bereits =DCberkapazit=E4ten in einer
Gr=F6=DFenordnung von 2 bis 4 Millionen Einheiten weltweit existieren.
=DCberkapazit=E4ten, so hei=DFt es s=FCffisant in japanischen
Automobilkreisen, sind vornehmlich ein Problem der schwachen Wettbewerber,
nicht f=FCr diejenigen, die mit h=F6herer Qualit=E4t, annehmbaren
Preisen, interessanten Finanzierungsangeboten und gutem Service ihren
Marktanteil st=E4ndig erweitern k=F6nnen, wie japanische Unternehmen das
tun. </p><p>
</p><p>
Die Automobilbranche ist allerdings nur das spektakul=E4rste Beispiel der
"Japanese Challenge made in the UK". In der elektrotechnischen und
elektronischen Industrie liegt die Problematik =E4hnlich, wenn auch nicht
ganz so dramatisch wie in der Automobilbranche, haben doch japanische
Unternehmen ohnehin schon in den letzten zwanzig Jahren den Markt z.B in de=
r
Unterhaltungselektronik mehr oder weniger unter sich aufgeteilt.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Modernisierung der Arbeitsbeziehungen</b></p><p>
<b></b></p><p>
Die einst =FCberm=E4chtig erscheinenden britischen Gewerkschaften sind
w=E4hrend der Thatcherjahre bis an den Rand der Bedeutungslosigkeit
gedr=E4ngt worden. Es ist h=E4ufig das Management selbst, das an starken
Gewerkschaften und an kollektiv verhandelten Lohnabschl=FCssen interessiert
ist, und es vorteilhaft findet, Vereinbarungen mit den Gewerkschaften =FCbe=
r
Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Urlaubsregelungen u.a.m. abzuschlie=DFen.
So kommt es nicht selten vor, da=DF die gegen die Gewerkschaften
gerichteten gesetzlichen Rahmenbedingungen, die die konservative Regierung =
im
Laufe der letzten 14 Jahre geschaffen hat, vom Management britischer, vor a=
llem
aber ausl=E4ndischer Unternehmen gar nicht ausgesch=F6pft werden, weil
sie an guten Beziehungen mit den Gewerkschaften interessiert sind.</p><p>
</p><p>
Japanische Firmen verstehen es, mit ihrer Unternehmenskultur die Belegschaf=
t
f=FCr das Schicksal "ihres" Betriebs zu interessieren. So ist es dem
Management japanischer Transplants erstaunlich oft gelungen, da=DF sich
Arbeitnehmer mit ihrem Unternehmen in einem Ma=DFe identifizieren, wie dies
in Europa unbekannt ist. Das ist sicherlich eine der gro=DFen Vorteile, die
japanische Firmen gegen=FCber amerikanischen und europ=E4ischen erzielen.
Konoke Matsushita, der Gr=FCndungsvater eines der gro=DFen japanischen
Industriegiganten, hat dies einmal in eher unjapanischer Offenheit
gegen=FCber amerikanischen Gesch=E4ftsleuten so ausgedr=FCckt: <i>"We
are going to win and the industrialised West is going to lose out. There is
nothing you can do about it because the reasons for your failure are within
yourselves. With your bosses doing the thinking while the workers wield the
screwdrivers, you are convinced deep down that this it the right way to do
business. For you the essence of management is getting the ideas out of the
bosses and into the hands of labour. For us the core of the management is t=
he
art of mobilising and putting together the intellectual resources of all
employees in the service of the firm."</i></p><p>
</p><p>
Diese besondere japanische Art mit der Belegschaft umzugehen, sie zu
qualifizieren, sie zu motivieren, sie teilhaben zu lassen an allen Dingen, =
die
die Firma betreffen, das besondere Vertrauensverh=E4ltnis, das die
Beziehungen zwischen Personal und Managment auszeichnet, hat nicht nur zu e=
iner
gro=DFen Arbeitszufriedenheit im Betrieb und zu immer st=E4rkerer
Identifizierung der Arbeitnehmer mit dem Unternehmen gef=FChrt, sondern auc=
h
ganz wesentlich zu dem enormen Gesch=E4ftserfolg japanischer Unternehmen in
Gro=DFbritannien beigetragen. </p><p>
</p><p>
So sind inzwischen die britischen Gewerkschaften, die vor 10 Jahren die Pol=
itik
der Regierung, japanisches Kapital ins Land zu locken, als Ausverkauf
britischer Interessen gebrandmarkt hatten, zu begeisterten Verfechtern
japanischer Human Resource Managment Methoden geworden. Die meisten
Arbeitnehmer und die Mehrzahl der Gewerkschafter, die in japanischen
Transplants arbeiten, w=FCnschen sich die in den japanischen Betrieben
=FCblichen Arbeitsbeziehungen auch in britischen Firmen. Norman Willis, der
ehemalige TUC Generalsekret=E4r, rief die Regierung auf, dem Beispiel
japanischer Unternehmen, die in Gro=DFbritannien investieren, zu folgen,
und endlich die Leistungen anzuerkennen, die Gewerkschaften zum Erfolg eine=
s
Unternehmens beisteuern. Die Tatsache, da=DF <i>"Toyota have concluded an
agreement with the Amalgamated Engineering Union, illustrates that they bel=
ieve
in partnership with the British Trade Union Movement, that they want to wor=
k
with us and not against us, and that they recognize the contribution a unio=
n
makes to sucess. I wish our government would learn the same obvious
lesson."</i></p><p>
</p><p>
Doch diese Lektion haben weder die konservative Regierung noch die Mehrzahl=
 der
britischen Unternehmensleitungen gelernt. So hat Professor Neil Millward vo=
m
Policy Studies Institute k=FCrzlich in einer Studie festgestellt, da=DF
<i>"British industry and commerce are moving towards a situation in which m=
ost
employees are treated as a factor of production, rather than as human being=
s,
with hopes, aspirations and rights."</i> Und weiter hei=DFt es: <i>"It will
soon be the case that few employees have any mechanism through which they c=
an
contribute to the operation of their workplace in a broader context than th=
at
of their own job. There is no sign that the shrinkage in the extent of trad=
e
union representation is being offset by a growth in other methods of
representing non managering employees' interest or views."</i> </p><p>
</p><p>
W=E4hrend die Arbeitsbeziehungen in britischen Unternehmen immer noch stark
von den tradierten Klassenstrukturen bestimmt werden, entwickelt sich aufgr=
und
des steigenden Engagements ausl=E4ndischer Investoren eine Vielzahl von
Unternehmenskulturen, die g=E4nzlich andersgeartete Methoden im
Verh=E4ltnis von Kapital und Arbeit praktizieren. Dabei werden Human
Resource Management Methoden nicht deshalb angewandt, weil sie arbeitnehmer=
-
oder gar gewerkschaftsfreundlich sind, sondern schlicht, weil sie zu besser=
en
Ergebnissen f=FChren. Klassenstrukturen im Unternehmen konservieren,
hei=DFt, im Wettbewerb zur=FCckfallen. Arbeitnehmer f=FCr das
Gesamtinteresse des Unternehmens zu mobilisieren hei=DFt, mehr Engagement,
mehr Wissen und h=F6here Produktivit=E4t. <b>So wird der Erfolg
japanischer Unternehmen in Gro=DFbritannien und Europa fr=FCher oder
sp=E4ter auch die britischen Unternehmen zwingen, =FCber ihr
Verh=E4ltnis zu ihren Arbeitnehmern und den Gewerkschaften neu nachzudenken=
.
Es wird sich als Ironie der Geschichte erweisen, da=DF eine Regierung, die
noch einmal das hohe Lied des ungez=FCgelten Kapitalismus gesungen hat,
durch die Anziehung ausl=E4ndischer Investoren Arbeitsbeziehungen
modernisiert und zukunftsorientierte Gewerkschaften hervorgebracht hat, obw=
ohl
das =FCberhaupt nicht in ihrer Absicht lag.</b> </p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Die gesamtwirtschaftliche Bilanz des Thatcherismus </b></p><p>
</p><p>
<b>Die Schaffung g=FCnstiger Investitionsbedingungen f=FCr in- und
ausl=E4ndische Unternehmen ist sicherlich ein bedeutendes Ergebnis der
Thatcher-Revolution</b>, doch so rosig, wie es in den Hochglanzbrosch=FCren
der britischen Regierung zu lesen steht, sieht die Gesamtbilanz der
konservativen Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht aus. Keines der
gesamtwirtschaftlichen Ziele wurde in der vierzehnj=E4hrigen Regierungszeit
der konservativen Regierung erreicht. <b>Drei der vier Ziele des
gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts wurden w=E4hrend aller Thatcher- und
Major-Regierungen verfehlt: angemessenes Wirtschaftswachstum, hoher
Besch=E4ftigungsstand und au=DFenwirtschaftliches Gleichgewicht. Nur die
Inflationsrate blieb im Vergleich zu den Jahrzehnten zuvor auf einem
annehmbaren Niveau. In den Kernbereichen der Thatcherpolitik - niedrige
Steuerlast, geringere Staatsausgaben, ausgeglichener Staatshaushalt - ist d=
ie
Bilanz der vierzehn Jahre konservativer Regierung h=F6chst blamabel.</b></p=
><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Niedergang der britischen Industrie </b></p><p>
</p><p>
<b>So wuchs die britische Wirtschaft von 1979 bis 1993 nur um 25% oder gera=
de
einmal 1,6% pro Jahr.</b> In Frankreich nahm dagegen die Wirtschaft im glei=
chen
Zeitraum um 30% zu, in Westdeutschland um 33%, in den USA um 35% und in Jap=
an
sogar um 65%. Auch im historischen Vergleich schneiden die Thatcherjahre al=
les
andere als g=FCnstig ab: In den 14 Jahren vor Thatcher betrug der Anstieg
des Bruttosozialprodukts 36%. </p><p>
</p><p>
Ein ganz wesentlicher Grund f=FCr diese Entwicklung ist im Niedergang der
britischen Industrie nach dem Zweiten Weltkrieg zu sehen, der auch w=E4hren=
d
der Thatcherjahre nicht aufgehalten werden konnte. <b>Allein in den achtzig=
er
Jahren sank die Besch=E4ftigung im verarbeitenden Gewerbe von 6 Millionen
auf 4 Millionen Arbeitnehmer.</b> </p><p>
</p><p>
<b>Im verarbeitenden Gewerbe stieg zwar die Produktivit=E4t in den achtzige=
r
Jahren schneller als in jedem anderen Land der Europ=E4ischen Union,
n=E4mlich um 4,7% im Jahresdurchschnitt, dies geschah jedoch prim=E4r
aufgrund eines radikalen Kahlschlag bei den Belegschaften, nicht aufgrund e=
iner
Modernisierung des Produktivkapitals. So sind denn auch die
Lohnst=FCckkosten in Gro=DFbritannien nach wie vor deutlich h=F6her
als in den USA, in Japan, Deutschland oder Frankreich.</b> </p><p>
</p><p>
<b>Die Deindustrialisierung und die nach wie vor geringe
Leistungsf=E4higkeit der britischen Industrie insgesamt spiegeln sich
deutlich in der Entwicklung der Handelsbilanz wider</b>: in den achtziger
Jahren verzeichnete Gro=DFbritannien ein permanentes Defizit in seiner
Handelsbilanz, das auch nicht durch =DCbersch=FCsse in der Zahlungs- und
Dienstleistungsbilanz ausgeglichen werden konnte. Selbst in der Rezession z=
u
Beginn der neunziger Jahren war die britische Industrie nicht in der Lage, =
die
einheimische Nachfrage zu befriedigen. So betrug das Handelsbilanzdefizit
selbst noch im Rezessionsjahr 1992 13,8 Mrd. Pfund. Besonders gro=DF ist
das Handelsdefizit in den Bereichen Automobilproduktion, Elektrotechnik und
Elektronik, Computerindustrie und Bekleidung, d.h. in besonders kritischen
Sektoren des verarbeitenden Gewerbes. Dem stehen Exporterfolge britischer
Firmen im Bereich Luftfahrtindustrie, Maschinenbau, Pharma und Chemie
gegen=FCber. <b>Insgesamt hat sich also die Wettbewerbsposition der
britischen Industrie in den achtziger Jahren weiter verschlechtert.</b></p>=
<p>
</p><p>
</p><p>
<b>Staats- und Sozialquote h=F6her als unter Labour</b></p><p>
<b></b></p><p>
Zun=E4chst einmal ist die Tatsache bemerkenswert, da=DF nach 14 Jahren
Thatcherismus in Gro=DFbritannien die Staatsquote in diesem Jahr ca 45% des
BSP ausmacht, im letzten Labour-Etatjahr 1979/80 betrug sie 44%, wenngleich=
 sie
Mitte der siebziger Jahre bei fast 50% lag. Es war jedoch die Labour Regier=
ung
unter James Calleghan, die die Staatsquote von knapp 50% 1975 auf unter 44%
1979 zur=FCckgef=FChrt hatte. W=E4hrend der fr=FChen Thatcherjahre
stieg dann die Staatsquote erneut auf knapp 48%, sank dann jedoch erheblich=
 auf
unter 40% 1989, um dann wieder auf =FCber 45% 1993 anzusteigen. </p><p>
</p><p>
F=FCr viele =FCberraschend mag die Feststellung sein, da=DF
<b>steigende Sozialausgaben</b> die Hauptursache daf=FCr ist, da=DF die
Staatst=E4tigkeit nicht so substantiell abgesenkt werden konnte, wie die
Konservativen gerne behaupten. Die von der Regierung ver=F6ffentlichten
Zahlen machen deutlich, da=DF <b>Ende der achtziger Jahre - nach f=FCnf
Jahren Wirtschaftswachstum - die Sozialquote h=F6her war als nach der
Rezession 1979/80.</b> Die Sozialausgaben waren preisbereinigt 1992/93 um 6=
5%
h=F6her als 1978/79. Nominal haben sich die Sozialausgaben von 40 Mrd. Pfun=
d
84/85 auf 79,2 Mrd. Pfund 92/93 fast verdoppelt.</p><p>
</p><p>
Als erste wichtige Ursache f=FCr die hohe Sozialquote mu=DF
zun=E4chst die <b>hohe Arbeitslosigkeit</b> genannt werden. Pro 100.000
Arbeitslose werden 345 Mio Pfund an zus=E4tzlichen Sozialleistungen
f=E4llig: 45 Mio an direkter Arbeitslosenunterst=FCtzung und 300 Mio an
indirekter Hilfe wie <b>Einkommenssubventionen</b>. Allein 949 Mio Pfund wu=
rden
1992 aufgewandt, um =FCberschuldeten arbeitslosen Hausbesitzern bei ihren
Annuit=E4ten zu helfen. Hinzu kommen die dem Staat entgangenen Steuer- und
Beitragszahlungen der Arbeitslosen. </p><p>
</p><p>
<b>Doch der Anstieg der Sozialquote kann nur zu 25% mit Rezession und
ausufernder Arbeitslosigkeit erkl=E4rt werden. Der gr=F6=DFere Teil
ist strukturellen Ver=E4nderungen der Gesellschaft geschuldet: so ist z.B.
die Zahl der =FCber 75-j=E4hrigen seit 1981 um 22% gestiegen, es gibt
mehr Alleinerziehende, mehr Geld mu=DF f=FCr chronisch Kranke und
Behinderte ausgegeben werden. Das Gesundheitssystem beansprucht heute 5,8% =
des
BSP, 1978/79 waren es nur 4,6%. Preisbereinigt ist das Gesundheitsbudget in=
 den
letzten 14 Jahren um 56% gestiegen. Law and order Ausgaben stiegen im gleic=
hen
Zeitraum um 96%, die Ausgaben f=FCr =F6ffentlichen Transport um 28%,
f=FCr Erziehung um 26%.</b> Demgegen=FCber reichen die
Ausgabenk=FCrzungen wie z.B. beim Wohnungsbau ( - 52%) und im Industrie- un=
d
Handelsressort ( - 37%) nicht aus, um die Steigerungen auszugleichen.</p><p=
>
</p><p>
</p><p>
<b>Fehlkonstruktion im Steuersystem</b></p><p>
<b></b></p><p>
Die strukturellen Risiken sind zum anderen auf Fehlentscheidungen der Regie=
rung
bei der Reform des britischen Fiskalsystems zur=FCckzuf=FChren: <b>die
Steuerreformen der achtziger Jahre haben die Steuereinnahmen st=E4rker von
den zyklischen Bewegungen der Konjunktur abh=E4ngig gemacht</b>. Die Folge
war, da=DF in den Boomjahren der zweiten H=E4lfte der achtziger Jahre
zwar die Steuerquellen kr=E4ftig sprudelten, im umgekehrten Falle jedoch
auch =FCberm=E4=DFig stark nachliessen. So stiegen die Einnahmen des
Staates aus Unternehmenssteuern zwischen 84/85 und 88/89 j=E4hrlich im
Durchschnitt um 25% und machten im Etatjahr 89/90 4% des BSP oder 21,5 Mrd
[[sterling]] aus. Mit dem Konjunktureinbruch 1990 gingen jedoch die staatli=
chen
Einnahmen aus Unternehmenst=E4tigkeit drastisch zur=FCck: sie fielen von
18,26 Mrd Pfund im Etatjahr 91/92 auf ca 10 Mrd im Etatjahr 92/93.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Strukturelles Haushaltsdefizit</b></p><p>
</p><p>
Gro=DFbritannien, das w=E4hrend der Thatcherjahre immer unter dem
OECD-Durchschnitt bei der Aufnahme =F6ffentlicher Kredite - gemessen am BSP
- lag, in den Fiskaljahren 1987/88 und 88/89 sogar einen
Haushalts=FCberschu=DF von 14,7 Mrd Pfund erwirtschaftete und
Staatsschulden zur=FCckzahlen konnte, wird im Fiskaljahr 1993/94 dreimal
soviel Staatskredite aufnehmen m=FCssen wie der Durchschnitt der
OECD-L=E4nder. Die OECD hat in ihrem j=FCngsten
Gro=DFbritannien-Bericht darauf hingewiesen, da=DF nur 30% des
Budgetungleichgewichts auf zyklische Faktoren zur=FCckzuf=FChren sei, 70%
sei strukturell bedingt.</p><p>
</p><p>
Die fast drei Jahre andauernde Rezession hat tiefe Spuren bei der Finanzier=
ung
staatlicher Aufgaben hinterlassen. Die Regierung sieht deshalb in der
Reduzierung der staatlichen Kreditaufnahme ihre vornehmliche Aufgabe bei de=
r
Festlegung ihrer Finanz- und Haushaltspolitik f=FCr die kommenden Jahre.
Bereits im M=E4rz 1993 hatte der damalige Finanzminister Norman Lamont die
Einf=FChrung der Mehrwertsteuer auf den Energiekonsum angek=FCndigt:
f=FCr April 1994 mit zun=E4chst 8%, ein Jahr sp=E4ter soll dann der
volle Mehrwertsteuersatz von 17,5% erhoben werden. Hinzu kam die
Einf=FChrung einer Versicherungssteuer in H=F6he von 1% der
Vertragssumme.</p><p>
</p><p>
Der neue Finanzminister Kenneth Clarke hat in seinem budget-statement Ende
November 1993 weitere Steuer- und Geb=FChrenanhebungen angek=FCndigt: so
soll eine Stra=DFengeb=FChr von 5 [[sterling]] pro Jahr einf=FChrt
werden, Benzin und Diesel werden mit 3p pro Liter, die Zigarettenschachtel =
und
Sekt mit 11p bzw 4p belastet. Im Oktober 1994 wird eine Flughafensteuer von=
 5
[[sterling]] pro Passagier aus Europa und 10 [[sterling]] pro Passagier von
au=DFerhalb Europas eingef=FChrt. Die Freibetr=E4ge bei der
Einkommenssteuer f=FCr Ehepaare werden ab 1995, die Beihilfen f=FCr in
Not geratene Hausbesitzer werden 1995/96 gek=FCrzt. Die
Arbeitslosenzahlungen werden von 12 auf 6 Monate gesenkt, und die
Arbeitslosenunterst=FCtzung soll in eine Beihilfe f=FCr
Arbeitsplatzsuchende umgewandelt werden. Zum Ausgleich f=FCr die 8 bzw 17,5
prozentige Anhebung der Energierechnung gew=E4hrt die Regierung
bed=FCrftigen Haushalten Hilfen in H=F6he von 6 bis 7 [[sterling]] pro
Woche ab 1994 und 7,5 [[sterling]] pro Woche ab November 1995.</p><p>
</p><p>
Mit diesen Ma=DFnahmen hofft die Regierung, die staatliche Kreditaufnahme
in diesem Fiskaljahr auf 38 Mrd [[sterling]] oder 5,5% des BSP zu
beschr=E4nken und bis zum Ende des Jahrzehnts auf 2 Mrd [[sterling]]
herunterzufahren. Hier d=FCrften allerdings Zweifel angebracht sein. Die
strukturellen Risiken der Staatsfinanzierung sind mit diesem Paket keineswe=
gs
ausgeschaltet.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Tories als die Steuererh=F6hungspartei</b> <b></b></p><p>
<b></b></p><p>
Nichts hat die Konservative Partei in letzter Zeit mehr geschockt, als die
Antwort des Staatsministers im Finanzministerium Stephen Dorell auf eine
Parlamentsanfrage, der Durchschnittsb=FCrger Gro=DFbritanniens habe noch
nie soviel Steuern ans Finanzamt abf=FChren m=FCssen wie zur Zeit. <b>In
den 14 Jahren Tory Regierung stiegen bei einer Durchschnittsfamilie die
Einkommenssteuer und die Sozialabgaben von 20,9% auf 21,9%, die indirekten
Steuern von 11,3% auf 13,1%. Dagegen sank die Steuerbelastung von
Alleinlebenden von 42,5% auf 41,4%. Ganz besonders sind die unteren
Einkommensbezieher, und davon wieder die mit Familie, von den gestiegenen
Steuerlasten betroffen.</b> </p><p>
</p><p>
Doch die konservative Regierung ist entschlossen, weiter an der Steuerschra=
ube
zu drehen. Im Haushaltsjahr 1994/95 sind bereits Steueranhebungen von 8,4 M=
rd
[[sterling]] (=3D1,25% des BSP) vorgesehen, weitere 8 Mrd [[sterling]] an
Extrasteuern werden ab dem Haushaltsjahr 1996/97 erhoben. </p><p>
</p><p>
Der lapidare Kommentar von Finanzminister Kenneth Clarke zu den Zahlen aus
seinem eigenen Ministerium: die =D6ffentlichkeit m=F6ge sich doch nicht
so aufregen, unter einer Labour Regierung h=E4tten die B=FCrger mit
erheblich st=E4rkeren Steueranhebungen zu rechnen; eine Behauptung, die
schwer zu widerlegen ist, da Labour nun einmal nicht in Whitehall regiert.
Tatsache ist jedoch, da=DF Premierminister John Major vor der Wahl im April
1992 versprochen hatte, da=DF eine konservative Regierung Jahr f=FCr
Jahr die Steuern senken w=FCrde, was nachweislich falsch ist. Inwieweit
Majors "Read my lips"-Desaster vom Wahlvolk wie in den USA abgestraft wird,
bleibt abzuwarten. Die oppositionelle Labour Party bleibt der
=D6ffentlichkeit allerdings bislang eine stringente Wirtschaft- und
Finanzpolitik schuldig.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Undeutliche Labour-Positionen</b></p><p>
</p><p>
Die Diskussion =FCber den wirtschafts- und finanzpolitischen Kurs der Labou=
r
Party ist umstritten: sie wirkt f=FCr viele Labour-Anh=E4nger zu sehr der
Angebotspolitik der Konservativen nachempfunden, w=E4hrend die W=E4hler
der Mitte und die =FCberwiegende Zahl der Kommentatoren in den Medien klare
Konturen vermissen. Tats=E4chlich bleiben die wirtschafts- und
finanzpolitischen Vorstellungen undeutlich.  </p><p>
</p><p>
Wie die Regierung hat auch die F=FChrung der Labour Party den Wechselkurs
des Pfundes im EWS bis zum bitteren Ende verteidigt. Nach dem Ausscheiden
Gro=DFbritannines aus dem EWS im September 1992 war eine Bewertung dieses
doch bedeutsamen Vorganges und eine Einsch=E4tzung des zuk=FCnftigen
geldpolitischen Kurses durch die Labour Party ausgeblieben. W=E4hrend sich
die Regierung Schritt f=FCr Schritt aus dem Projekt einer einheitlichen
europ=E4ischen W=E4hrung verabschiedet, wei=DF man bei der Labour
Party nicht, woran man ist. </p><p>
</p><p>
Die Labour F=FChrung mu=DFte auf ihrem letztj=E4hrigen Parteitag in
Brighton ein wirtschafts-, sozial- und finanzpolitisches Programm akzeptier=
en,
das de facto ein Einschwenken auf die tradierte Labour Politik mit Forderun=
gen
nach Mindestlohn, Besch=E4ftigungsprogrammen, Staatseigentum in bestimmten
"strategischen Sektoren" der Wirtschaft, wie dem Eisenbahnsystem, beinhalte=
te.
Gleichwohl konnte die Forderung des m=E4chtigen GMB Vorsitzenden John
Edmonds nach einer Erh=F6hung der Nettokreditaufnahme um weitere 10
Milliarden Pfund als eine aus der Luft gegriffene Ziffer abfewiesen werden.=
 Bei
einer Nettokreditaufnahme von ca 50 Mrd [[sterling]] in 1993 eine in der Ta=
t
k=FChne Forderung, sie zeigt jedoch den schwierigen Weg, den die Labour
Party in der Wirtschafts- und Finanzpolitik noch vor sich hat.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Is Britain setting the agenda for Europe?</b></p><p>
<b></b></p><p>
Die Frage, ob Europa eine Thatcher-Revolution bevorsteht, ist nicht so leic=
ht
zu beantworten. Die gesamtwirtschaftliche Bilanz des Thatcher-Jahrzehnts is=
t
wenig beeindruckend: die Wachstumsraten der Wirtschaft blieben hinter den
europ=E4ischen Mitbewerbern weiter zur=FCck, zwei Millionen
Industriearbeitspl=E4tze gingen f=FCr immer verloren, der Erfolg bei der
Inflationsbek=E4mpfung blieb zwiesp=E4ltig, die Steuerbelastung ist
h=F6her als am Ende der Labour-Regierungszeit, die Ausgaben des Staates
erklommen immer neue Rekordh=F6hen und liegen h=F6her als je zuvor, das
Haushaltsdefizit pro Kopf ist deutlich h=F6her als im europ=E4ischen
Durchschnitt. </p><p>
</p><p>
Dieser gesamtwirtschaftlich wenig befriedigenden Bilanz stehen Erfolge bei =
der
Schaffung eines positiven Investitionsklimas gegen=FCber, die sich in der
beeindruckenden Zahl ausl=E4ndischer Unternehmensgr=FCndungen in
Gro=DFbritannien niederschlagen. Dieser Erfolg der Thatcher-Revolution ist
zwischenzeitlich bei allen - Regierung wie Opposition, Gewerkschaften wie
Unternehmensverb=E4nden - unbestitten. Deregulierung und Privatisierung, di=
e
weder inner- noch au=DFerhalb Gro=DFbritanniens ernsthaft mehr
infragegestellt werden, auch wenn =FCber ideologisch motivierte
=DCbertreibungen sicherlich mit Recht gestritten werden kann, haben ganz
wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen. So ist Gro=DFbritannien in den
achtziger Jahren nicht nur ein Paradies f=FCr ausl=E4ndische Investoren
in Europa geworden, sondern auch ein Experimentierfeld unterschiedlicher
Unternehmenskulturen, woraus sich durch die =DCberlegenheit der einen
gegen=FCber der anderen spill-over Effekte ergeben, die auf lange Frist die
produktive Basis des Landes insgesamt positiv beeinflussen werden. Dies ist
freilich noch Zukunftsmusik, doch in diesem Punkt zumindest hat Premiermini=
ster
John Major recht mit seiner Bemerkung <i>"Britain is setting the agenda for
Europe"</i>.</p><p>
<!-- START END -->
</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | M=E4rz 1998 =20
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->
</body></html>
------MultipartBoundary--oTtpgntyquhGMAaTi5xmv20FDI6BnXKkQ6SSv086lp----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_titel.gif

R0lGODlhaQAPAMQAABBAcDBZg6CzxiBNefDz9uDm7HCNqdDZ45CmvGCAoLDA0B9MeYCZs8DN2UBm
jP///wAzZgAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAACH5BAAA
AAAALAAAAABpAA8AQAX/ICSOZGmeaKqubOu+4sOUTVMyD+k8guM7AcjOYWrkRDUIgNAYCnm/oOJI
ahRgrsAP6gNAkoCf4BHd9aJPIo1q5Ymc5p9jADk8DG8CwYuFyUY7D4IkODqChw82gYiLZF82IwWO
OzMlAGOHDXR9LFpyPwtyYZ8+AaNyQWF8gD9eWkEiqkqkm0IGDA6rnC5/VZAjhYBcpWlFbJoPCsVx
xDi6EAW/uyu9I0mEVE+VhmpVx7F6k9VvDwgkCePT6uvs7e7v8PErRoiHBoz1mY2Cio4kjF8EbYKT
b8YAO4cKdJMXYxsSaRCCkXNIbiGSY2PoEKSIzqEZhiPSXQOWbV+iYmusSdkY40McIhtGihAA2ZAG
RInaTDhJ+VAEDhxEKN14UEtENJoQqoU5cGAhTmbEdhgQ5cBOrkckxVEMiCDAAAMECjxDSpbdqKIw
QgAAOw==

------MultipartBoundary--oTtpgntyquhGMAaTi5xmv20FDI6BnXKkQ6SSv086lp----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_digbib.gif

R0lGODlhHADoAKIAAP///73e/2Ol/4S1/0KM/yF7/wBj/wAAACwAAAAAHADoAEAD/2i63P4wyjle
CWSaEbr/X6ExBQBkAaAMQDW+8HrGUeewAq1HJSAyqdxuKBgYj0jkD1ZgmZ6BpST1rFpnE4HNAAJJ
I84OlECgDs9oSU+UUgQ1xaTc+B1xrthhMzCo8/BjdiYKgCYZMVSFAAE0BWR+aTAEJkIkKYyRmZqb
k1VRm0NOV5iIhYegGj2AGDoCq3ocfKeotCMlpAs4tbsOlx4mH4a8qVYGa3qPwy+TmC0ylS9bDLrK
1Z1SnRnMEARGK3N0Md2JAQKQECkDZOvswtXv8PEOwCJNT7MQsV2LIfINF1UMdKKxjYsKg9CYdBtg
zp+DgjsSKcoTL44JOZRoDNq0R//Wjlu9ACTU0GmUPyeETMmTqAhfvB7lyGhxp4adqxYy052rpQVT
l37+ylw05mknEGcpGdCcMnGpw6cTjrXZgFQSIBfxWKp8CnMSwyBGQ2ZgIYYiPIstkmSMsfEjGQXs
4hIIywuckYYwFvXCRHbEzSsVerikhdJAS4d/+ZGjaxDrPLPomkKGSrmy5ctcNX5acHOwBFEz1+oA
KLKUZM+YR8dCQ8WMQdQPCk5l4XjERYD2fLQaxTi1mjtXYDuAOac3UVw04hwBJiesVkDCfU9om6sq
habGDR+UjkoUlOwGN+c2DrF6bQ2XfpAG750e9xiFD09Y+A0c+NTP8UR/z2MhXh3I+SFH0iJfpEND
ClLghp5kk/0j14Nz8SfIQfJJ+FER+y2gykUsnRcZJjep51RkWFE34gP5WZGhhSxaWEBoxkR4IIcH
pbCiQHoZJIOHTJVjIxXgkQbMSC02kKKKRZ601TI5IoVgDCBx8QltyalDFBRJ2radeS+0h0d21GV5
HYVL9ncIhMmIGUFTm8FBoAK45UZkA+W5MUOdEEBhRCIiUDmCUFBAc19l8ZWpZi1eupcXJUsAyuMN
OT4UZg3WNXBiSE3tp5xdfRz6XgIAOw==

------MultipartBoundary--oTtpgntyquhGMAaTi5xmv20FDI6BnXKkQ6SSv086lp----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/fes-log1.gif

R0lGODlhfQBPAPIAAP////f3/4yM/4SE/0pK/wgI/wAA/wAAACH5BAEAAAAALAAAAAB9AE8AQAP/
CLrc/jDKSau9T5jNuyGFJxIBMHRkKHKCum6EsBAvV8iBW5SAQNctG4+R68gAPE0tVeMQTKjia+cy
HBmnpmgnHUm6WpYiiXJ0d+OqocoEqlc3xW8zmHlAQuT8FdygG2BHZE14WjJvKHtLYFMDQz2CCwFX
SJQYXwpKU4wvhS8DiiOPmWU9o4ATAXWXmD1annBxr3urch61mh8OAgKjAb69rBY8YDG/LTEDyooE
ygM+HaAdBc7KvNVszgJZMA970Fuj3GuKN7+TzGMQPmpPrkYMtHvU1ZSBWKUN37R2Noh0DPqEA6Yt
mJlzvhAq/JUK4Zdr1gxKUvjFIZFt9U4J28ix/6PHj7ncEdExZN64NmvMVKGUawWulTrK+YpBUiU8
JKSc2PQD5s/JM75W6mvCy4OgfxssjQG6M6m6j1Cjqpr0C9SxbRqjBswnSSgSFyj/xIvGwGvObnp4
qV2LkS1bElpxvkPboEotAKF4OuDXUmnIiREYQhCsFViBw4eNYazGOGK9xY2fQY5sTZW2DNUmLVa6
YPIQdB6ocU6zpZmlvmM5SLNBoHVre2ah6NxrZA8suLJXiKwwREUzZe3OOu1Hx/aX2HhDN4OVkt/Q
EePInQMnRm7c69iza9/OnfvC7+APnlsKvkT5wecBWQR0jRex9eJPtRxR5bDLkJyMIL2T3N8bKv82
zEVUTYB4NYgfjPWiQ1co/JSNNvc859IC4wDIR2APVqNIJAIW4FprjiAVhwIOTvMhSlbQFsZwX22C
oQ2UGSjcbqTpFV0dJTrBWE+uqXEDPwGE9suCoXjYmgoCicVgdcR8eNcYJzYAyomuOULliT5cWVkD
Wb4W0JWusQcCYh4+c6JGOz413x37wRUkIXnZEMybYVxlnmZ2EiNRXAd+8J1dmYAFFEXO5ebUdFEc
sxASio733XV9rpAfPJMWN80yoXFZinvl9VIeOnzO2JQBd8WppC3+cLXVbD5o5tarr2a1UaT0rWjf
Es719MhfkkjmVkS/ysqRsN1p5yqeahHL537/K34gTxMe2mqcikmVw1mFetj6mXCnanoTqpbONlhs
J3lTGxD4oKtSDERIEqdeAqZIHKnvkjrSt4bSCK4VfN1i6DRSNkGYdZ1talRq4dL1QIQ1buCLUYXG
W8OIBVKaLbRDoDbvagqPqlSl8EZclr89MEsxwcWmrPLKLLfs8sswxyzzzDTXvCyZOFOTM2JeBspz
Djsj1kLQPc8QtJHE4PzIAIhQQeYpQAut5ivMppQjH1X72Z8hANS0plEE3sskt24Nqko2UehQtl1q
hdJaNMeokWQA5fiKx9weTy3ukmtkfGnaAVZcXcE13AXTxFmdAYGMEgPuh1py47cfwxQuwQsz/5MW
cFyzYzfuBMhaXx0Ocv++Yt4/3fLdLIe8ik3ONFdcfSrlLXbChur8jRu4A4y3zrfmAumSr+KCs0h3
aIDWdzproUmEDt7Fy9unvkz1tI3jWDdbh3MtPbEg6FaErTrrqiLhgd+L7Bf8Fo5sjPv5nSEVPNQH
o2zzR1dxqhF8+FPmzCSUcZ7/HBPAXQ3wf5nQHygq46pifc0JJhsSnMLwBPDtQH+q6IV7rEIVXmQn
UjkLnmvu0BOcvY01JxTCmG7lHz+t5Rmu0mAMXqisS0xvVLUQlPj2VQvK8Ypun/JUp2p4gT7RA0LZ
gMUhEvEh6thLOAbY1aZSkYrRzAqKQjKZgv+awLGJnaYUwHpVGH+lr44YkUrFuEa9fqONNa5jU8Ia
mBmsKIwbRu8uX+vWN0SYgVJMZYhBJOIwuNUYEbaNEAlyzjxG0TqqDEYCe4IKrW6RtfXdoVAtwaOq
sLIQISrEg9gZwgEhEhnCjBIy9mhMry4zR08tZSKRTBn/7keBRXkkhjUE3yyiUa81SKt8W+NX/RwQ
HR4wjRCPKMkWOOeEZ0Hrl3ublxPhlS6eFImFn9MbNRm1qsEFs4tlHJk3y0UtYU6omnCYiRPId6ms
aIyH09LdOIG5D8RVrhOBMcO8REE4bzrzE66TF4noeS4W8LF0jyPCAFHGDoDGixL/PGfDBJp9L3Ox
wDnFjI6c0CmkOE7rnd+M58LIBTDeFRQgEyUEe3hxu4yd7HisGmZIgTm+gOLmYtYkC0e9WE40GDMM
fwBpRMM5UUvoMg4iwykLVLEFbNKBGJ3JCzV2hTOIkokdPDvOVRd2zC1IZIUnG8lWx9BVfraLlmhN
q1rXytaZJQAAIf4zUmVkdWNlZCAzMSUgQCB3d3cucmFzcGJlcnJ5aGlsbC5jb20vZ2lmd2l6YXJk
Lmh0bWwAADs=

------MultipartBoundary--oTtpgntyquhGMAaTi5xmv20FDI6BnXKkQ6SSv086lp----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/lone2.gif

R0lGODlh2QEbALMAAAAAABgYGDExMVJSUmtra4yMjK2trbW1tcbGxufn5+/v7///////////////
/////yH5BAEAAA8ALAAAAADZARsAQAT+8MlJq7046827/2AojmRpnmiqrmzrvnAsW8lBCEEF7Dwg
7T/fgzcEAovBoO8oRCKJzqOodsvplsPohCmUdhSIAmFg6VG4v223iSZ6QWAx+dxDR9fL5jc8LmPt
RnhJM4SFhh0JBgMBeoZvGmYsiYuNhxOTjJaSipkpjx6YlZqjpKWmp6ipqqusra6vV2qwhFBForJO
npEtnytSvYMxv7ezxcYPobGDgGvLzbZ3ztDRI8mxbs/MINa41Nq5bc9TnI3D0nd52+R+uHbQtcfx
llQ4Afb3+Pn6+/z9/v/4BBA4kEBEnDEDEipcyLChw4QECiBQsEfOw4sYM2KMOBFOAgT+BwyIHEmy
pMmTJA8gSECRg4KPIVHKnFlSJUt5OHPq3Mmzp8+fpl6CNKAsF9ALQkP6CQSsqAcFLwvSmdH0A9QE
Urs1rfo06tJgR8PK4Bbsm9k6555kwwNPHSV2f9ikowZqHQYodeTSfeMuBFlwbM+67TR1Wt4kccUq
rvtWE1d2K/6OkoyT8ojHFywv3jzWLmdE5PKKHk06wAADWTWEIs26teu8plGrqwKwtj6BBEHTts3b
Hu7UnxcnpUm8uPHjJm22DHEVq/Pn0KNLhw7VatTp2LNr1149uPfv4MOLH0++vPnz6I++Xs++vfv3
8OPLn0+/vv37+PPr38+/P+v0rDT+VxRmPQl4hVzE0HWCObwkiAKDdzn4YF8AinfQHFohqBc2dJjj
xS5qqUGgBRculccwDI443IEXgLhLJDDONcKKhQGWooxPwUTUgTLGuEU3Fer0143nCKagj95IiIFk
RmTxIV7iIGIDDi3W0heSRim4zZRWZFjkWltWAReU0nAYJE9D6pXkl5AZSWE1nslippGMEVYlWGzi
+Wad5aj5yDd8tvmmGSCeWVmcgInopzgv4ogWYhqWwGQXZSE54qTwuIilLWDC2ZiXSiyaJQeTZvgk
kIYe+ukhmKmpgmaGwGqMrB+MSAGtqYqHa3C7xtCrK6vtFxtwS4bG37C5HhOsf8xhAoCsXwbs1htA
v+lWz7TYUjsQsRpcqNG3DXG0XLd8gGvuQuIma4y357brrrvpMqcjcsYp98W89OZLnL1wXLfdv9F1
94W/ABeMlcDqztKcwQw37DBL4yYs8cQUV2zxxS1GAAA7

------MultipartBoundary--oTtpgntyquhGMAaTi5xmv20FDI6BnXKkQ6SSv086lp------
