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Subject: Ukraine : Kurswechsel des Transformationsprozesses? / von Andreas Wittkowsky. - Bonn, 1994. - (FES-Analyse)
Date: Tue, 29 Apr 2025 16:40:15 +0200
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Ukraine : Kurswechsel des Transformationsprozesses?
 / von Andreas Wittkowsky. - Bonn, 1994. - (FES-Analyse)
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Ukraine : Kurswechsel des Transformationsprozesses?
 / von Andreas Wittkowsky. - [Electronic ed.]. - Bonn, 1994. - 11 S. =3D 35=
 Kb, Text
. - (FES-Analyse)
<br>Electronic ed.: Bonn: EDV-Stelle der FES, 1997
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>
<!-- START BEGIN2 -->
</font>
<br><br><br>
<!-- END BEGIN2 -->
<b>Nach den Wahlen vom Mai und dem Regierungswechsel sind vom neuen
Pr=E4sidenten Kutschma kleine industriepolitische Schritte und der Versuch,
die W=E4hrung zu stabilisieren, zu erwarten.</b><p>
<b></b></p><p>
<b>Der gew=FCnschte Kurswechsel beinhaltet auch eine st=E4rkere
wirtschaftliche Integration auf GUS-Ebene. Eine Aufgabe von souver=E4nen
Politikbereichen nach wei=DFrussischem Muster ist allerdings
unwahrscheinlich. </b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Das vom Parlament im Juli durchgesetzte Privatisierungsmoratorium ist ei=
n
Indiz f=FCr den nurmehr verhaltenen wirtschaftlichen
Transformationsproze=DF in marktwirtschaftliche Richtung. </b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Die Abschaltung von Tschernobyl ist weiter aufgeschoben, ein allgemeiner
Ausstieg der Ukraine aus der Atomernergie ist nicht mehr zu erwarten.</b></=
p><p>
<b></b></p><p>
<b></b></p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Zwei Ziele bestimmten die Politik des ersten ukrainischen Pr=E4sidenten
Krawtschuk (1991-94): die Sicherung der pers=F6nlichen Macht und die
Konsolidierung der politischen und wirtschaftlichen Chancen der alten
Nomenklatur. In der innenpolitischen Auseinandersetzung brachte er
Reformans=E4tze und -politiker als Bauernopfer dar, so da=DF die
wirtschaftliche Umbau kaum vorankam. Ende 1993 erfolgte unter Krawtschuks
Federf=FChrung die R=FCckkehr zu alten planwirtschaftlichen Instrumenten.
Nach den Parlamentswahlen war die Politik des ehemaligen KP-Sekret=E4rs
f=FCr Propaganda und Ideologie gekennzeichnet von v=F6lliger
Perspektivlosigkeit. </b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Durch die Parlamentswahlen vom M=E4rz/April 1994 wurde die Mehrzahl der
neu entstandenen Parteien ins politische Abseits gedr=E4ngt.
Reformorientierte Politiker konnten sich nur vereinzelt durchsetzen. Deutli=
cher
Wahlsieger waren die organisierten Kommunisten, die im Osten des Landes ihr=
e
Hochburgen haben. Die Nationalisten errangen dagegen nur 11% der Sitze. Im
Parlament gibt es deshalb auch keine Polarisierung zwischen Ost und West bz=
w.
zwischen Nationalisten und Kommunisten. Unter der F=FChrung von Sozialisten
und Kommunisten hat die Parlamentsmehrheit begonnen, die Wirtschaftsreforme=
n
weiter zu behindern und den Pr=E4sidenten zu entmachten.</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Mit Leonid Kutschma tritt ein Repr=E4sentant der 'aufgekl=E4rten
Direktoren' das h=F6chste Staatsamt an. Die wichtigsten Forderungen seines
Wahlkampfs waren der Kampf gegen die Korruption und die Notwendigkeit
wirtschaftlicher Reformen, da die industrielle Basis des Landes durch die
bisherige Politik bedroht ist. Vom neuen Pr=E4sidenten sind kleine
industriepolitische Schritte zu erwarten und der Versuch, die W=E4hrung zu
stabilisieren. Der gew=FCnschte Kurswechsel beinhaltet auch eine
st=E4rkere wirtschaftliche Integration auf GUS-Ebene. Eine Aufgabe von
souver=E4nen Politikbereichen nach wei=DFrussischem Muster ist
allerdings unwahrscheinlich. </b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause unterstellte sich Kutschma d=
ie
Regierung und die regionalen Verwaltungschefs. Damit soll dem Pr=E4sidenten
eine neue Exekutive zur Durchsetzung seiner Ma=DFnahmen zur Verf=FCgung
stehen. Dies ist eine Herausforderung an das Parlament. Gelingt es ihm, die=
se
zu bestehen, so ist mit einer Fortsetzung der in Gang gesetzten Dynamik zu
rechnen. Radikale Reformen werden auch unter Kutschma nicht eingeleitet wer=
den;
wohl aber ist er bereit, die notwendige 'kritische Masse' f=FCr den weitere=
n
Reformproze=DF zu schaffen.</b> </p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Die Ukraine unter Krawtschuk: Verfall ohne Perspektiven</b></p><p>
</p><p>
Zwei Ziele bestimmten die Politik des ersten ukrainischen Pr=E4sidenten
Krawtschuk (1991-94): die Sicherung der pers=F6nlichen Macht und die
Konsolidierung der politischen und wirtschaftlichen Chancen der alten
Nomenklatur. Als damaliger Vorsitzender der ukrainischen Obersten Rada
(Sowjet/Rat/Parlament) betrieb er die Losl=F6sung des Landes von der
Sowjetunion genau von dem Zeitpunkt an, als der Janajew-Putsch gegen
Gorbatschow (August 1991) gescheitert war. So konnte der als "schlauer Fuch=
s"
bekannte ehemalige KP-Sekret=E4r f=FCr Propaganda und Ideologie auf der
Welle der oppositionellen Volksfrontbewegung reiten und die
Pr=E4sidentschaftswahlen am 1.Dezember 1991 als Stifter der nationalen
Souver=E4nit=E4t gewinnen. In einem gleichzeitigen Referendum wurde die
Unabh=E4ngigkeit von 90% der Bev=F6lkerung best=E4tigt - und zwar auch
im st=E4rker russisch gepr=E4gten S=FCdosten des Landes. Lediglich auf
der Krim, der einzigen ukrainischen Region mit einer russischen
Bev=F6lkerungsmehrheit, fand die staatliche Eigenst=E4ndigkeit in einigen
Gebieten keine mehrheitliche Unterst=FCtzung. </p><p>
</p><p>
<b>Die allgemeine Zustimmung zur Unabh=E4ngigkeit war mit
Wohlstandserwartungen verbunden, die von der weiteren Entwicklung
entt=E4uscht wurden. Zwar wurde der Aufbau einer nationalen =D6konomie
beschworen, doch eine Strategie hierzu war weder beim Pr=E4sidenten noch be=
i
der Regierung zu erkennen.</b> Auch die notwendige Rahmengesetzgebung der
Obersten Rada blieb Flickwerk und war von R=FCckschl=E4gen gezeichnet.
Die - nunmehr parteilose - kommunistische Nomenklatur nutzte ihre
Parlamentsmehrheit dazu, bereits verabschiedete Gesetze durch gegenl=E4ufig=
e
Entscheidungen zu konterkarieren, insbesondere, wenn negative Konsequenzen
f=FCr Betriebe oder Branchen anstanden. So verabschiedete die Oberste Rada
beispielsweise ein Konkursrecht, rettete stillstehende Betriebe aber
gleichzeitig durch zus=E4tzliche Zentralbankkredite. Auch die Landwirtschaf=
t
wurde zur Saat- und Erntezeit derart alimentiert.</p><p>
</p><p>
Die von den Anh=E4ngern der nationalen Unabh=E4ngigkeit
begr=FC=DFte Einf=FChrung der '=DCbergangsw=E4hrung' Karbowanez
(oder Kupon) machte die Schw=E4che der ukrainischen Volkswirtschaft selbst
im Vergleich zum russischen Nachbarn drastisch sichtbar. Der Kupon wertete =
von
Anfang an auch gegen=FCber dem Rubel ab; die ukrainische Inflationsrate lag
noch =FCber der russischen. Dies beschleunigte den Niedergang der
Wirtschaftsbeziehungen zu Ru=DFland. Insbesondere die stark
industrialisierte Ostukraine mit ihren Strukturproblemen war von dieser
Entwicklung betroffen. Ende 1992, als sich die Wirtschaft schon auf stetige=
r
Talfahrt befand, berief Krawtschuk einen Vertreter der Industriellen des Os=
tens
zum Premierminister: Leonid Kutschma. Um den industriellen Verfall des Land=
es
zu stoppen, wollte dieser die Reformen st=E4rker vorantreiben. Den
Geldsch=F6pfungsproze=DF konnte allerdings auch er nicht aufhalten: so
lag die monatliche Inflation im Jahr 1993 bei durchschnittlich 70%. </p><p>
</p><p>
Unter der F=FChrung des Parlamentspr=E4sidenten Iwan Pljuschtsch stellte
sich die Obersten Rada den Reformversuchen des neuen Regierungschefs entgeg=
en.
In der dadurch ausgel=F6sten innenpolitischen Auseinandersetzung machte
Krawtschuk im Laufe des Jahres 1993 best=E4ndig Zugest=E4ndnisse an die
Bremser, die wichtigen Reformvertretern in der Regierung das Amt kosteten. =
Auch
Kutschma trat im August 1993 zur=FCck, als ihm die zur Fortf=FChrung
seiner Politik ben=F6tigten Vollmachten verwehrt wurden. R=FCckblickend
gestand Kutschma einen gro=DFen Fehler ein: den Posten =FCberhaupt
angenommen zu haben. </p><p>
</p><p>
Zusammen mit Kutschmas Nachfolger Efim Zwjagilskij betrieb Krawtschuk die
R=FCckkehr zu alten planwirtschaftlichen Instrumenten, wie z.B. den
Staatsauftr=E4gen und strenger Devisenbewirtschaftung. Die zaghaften
Liberalisierungsschritte wurden r=FCckg=E4ngig gemacht. Obwohl so ab
Anfang 1994 die Inflationsrate gesenkt werden konnte, schritten
wirtschaftlicher Verfall und der Verarmungsproze=DF der Bev=F6lkerung
fort: <b>Vier F=FCnftel der Bev=F6lkerung leben nach neueren
Sch=E4tzungen inzwischen unter der Armutsgrenze; die Durchschnittsrente
liegt bei umgerechnet 10 US-Dollar.</b> </p><p>
</p><p>
Die =F6konomische Bilanz der Pr=E4sidentschaft Krawtschuks trug
wesentlich zur Versch=E4rfung des wichtigsten innerukrainischen
Territorialkonflikts bei. Auf der <b>Krim</b>, die erst 1954 als "Geschenk =
der
V=F6lkerfreundschaft" an die Ukraine kam, gewannen politische Kr=E4fte
zur Erlangung der staatlichen Unabh=E4ngigkeit bzw. zur R=FCckkehr nach
Ru=DFland an Boden. Der Zuflu=DF von Devisen aus mehr oder weniger
dunklen Quellen, die man dem Zugriff Kiews entziehen wollte, trug hierzu ni=
cht
unwesentlich bei. In der Bev=F6lkerung fanden diese Kr=E4fte
Unterst=FCtzung durch die konkret wahrnehmbare Fehlentwicklung der Ukraine.
Russische Krim-Touristen verf=FCgten =FCber eine 'harte' W=E4hrung und
genossen offensichtlich einen h=F6heren Lebensstandard als Ukrainer. Auch
die Ablehnung einer (tats=E4chlich kaum stattfindenden) Ukrainisierung des
offiziellen Lebens verst=E4rkte die anti-ukrainischen Tendenzen. Diese
kulminierten in der Wahl des f=FCr den Anschlu=DF an Ru=DFland
werbenden Kandidaten Jurij Meschkow zum (in der Verfassung der Autonomen
Republik Krim nicht vorgesehenen) Pr=E4sidenten der Halbinsel am 30.Januar
1994. </p><p>
</p><p>
Die zweite Dimension der Krise auf der Krim war der <b>ukrainisch-russische
Streit um die Schwarzmeerflotte</b> mit Sitz in Sewastopol. Die immensen
Schulden der Ukraine f=FCr Energielieferungen aus Ru=DFland
beg=FCnstigten einen Grundsatzbeschlu=DF zur Aufteilung der
Schwarzmeerflotte zwischen beiden L=E4ndern gegen Verrechnung einer
Teilschuld. =DCber den Sitz des bei Ru=DFland verbleibenden Anteils der
Flotte konnte bisher keine Einigung erzielt werden: die russische Seite
beansprucht zumindest Sewastopol, wenn nicht gar weitere vier Krimh=E4fen.
Dagegen bef=FCrchtet die ukrainische Seite bei einem Nachgeben in der
Sewastopolfrage eine Signalfunktion f=FCr die Sezessionsbestrebungen der
ganzen Krim und somit f=FCr die Desintegration der Ukraine. </p><p>
</p><p>
In einer zweiten Frage des gemeinsamen milit=E4rischen Erbes der Sowjetunio=
n
war Krawtschuk erfolgreicher. Innenpolitisch konnte er sich gegen Positione=
n
durchsetzen, die eine <b>Nuklearmacht Ukraine</b> bef=FCrworteten. Nach
vielen erfolglosen Versuchen unterzeichnete die Oberste Rada im November 19=
93
das Start-I-Abkommen; allerdings mit einigen Einschr=E4nkungen. Die
trilaterale Vereinbarung zwischen Jelzin, Krawtschuk und Clinton im Januar =
1994
brachte den endg=FCltigen Durchbruch und sicherte der Ukraine eine nicht
unbetr=E4chtliche Kompensation in Form von Brennmaterial f=FCr ihre
Kernkraftwerke. <b>Die bereits mehrmals verk=FCndete Abschaltung von
Tschernobyl wurde dagegen immer wieder aufgeschoben und von steigenden
Forderungen nach internationaler Hilfe begleitet. Ein allgemeiner Ausstieg =
aus
der Kernenergie ist in der Ukraine nicht mehr zu erwarten.</b> </p><p>
</p><p>
Das politische Profil des Ex-Pr=E4sidenten l=E4=DFt sich also als
janusk=F6pfig beschreiben. Im Westen brachte ihm sein Umgang mit
Themenbereichen, die im Rampenlicht der internationalen =D6ffentlichkeit
standen, den Ruf eines Garanten ukrainischer Stabilit=E4t ein, - und im
Gegenzug zu seinen Bem=FChungen sagte die internationale Staatengemeinschaf=
t
ihre finanzielle Hilfe zu. Die bisher gew=E4hrten Hilfen verwandte
Krawtschuk aber ebenso wenig zur politisch-sozialen Absicherung der
Transformation wie die mit Ru=DFland ausgehandelten Schuldenerl=E4sse.
Das begrenzte Verhandlungs-Kapital der Ukraine wurde stattdessen zur
perspektivlosen Aufrechterhaltung des status quo verschwendet. Im Bereich d=
er
Entwicklung und Umgestaltung des Landes mu=DF Krawtschuks letztes Amtsjahr
als verlorene Zeit verbucht werden. </p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Das Ende des 'Parteienfr=FChlings' und das Wiedererwachen der
organisierten Kommunisten</b></p><p>
</p><p>
Seit Anfang 1990 wurde in der Ukraine eine betr=E4chtliche Zahl neuer
Parteien gegr=FCndet. Mit der Registrierung der Kommunistischen Partei der
Ukraine (Bolschewiki) im Juli 1994 erhielt dieser 'Parteienfr=FChling' sein=
e
45.Bl=FCte. <b>In der Regel sind die neuen Parteien keine Volksparteien mit
fl=E4chendeckenden Mitgliederstrukturen, sondern eher mitgliederschwache
politische Lager, die sich um eine oder mehrere politische
Pers=F6nlichkeiten herum gruppieren. Mehr als 5.000 Mitglieder haben wohl
nur die aus der Volksfrontbewegung hervorgegangene Partei RUCH, die
Sozialistische Partei der Ukraine (Nachfolgegr=FCndung der alten KP), und
die am 5. Oktober 1993 wiedergegr=FCndete Kommunistische Partei der Ukraine=
.
</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Demgegen=FCber hat sich ein gro=DFer Teil der alten Nomenklatur
(noch) nicht wieder in einer Partei organisiert. Nicht zuletzt, um der
antikommunistischen Opposition weniger Angriffsfl=E4che zu bieten, blieben
diese Funktion=E4re als sogenannte "Partei der Macht" ohne formellen
Zusammenschlu=DF.</b> In der alten Rada hatte diese Gruppe eine breite
Mehrheit; das Interesse am politischen und wirtschaftlichen Machterhalt bil=
dete
ihr einendes Band. Die Unterst=FCtzung der Pr=E4sidentschaft Krawtschuks
sollte die Durchsetzung dieses Ziels absichern. Innerhalb dieser "Partei de=
r
Macht" lassen sich drei gro=DFe Interessengruppen verorten: erstens die
B=FCrokraten im Pr=E4sidentenapparat, in der Staatsverwaltung und den
alten Gewerkschaften; zu dieser Gruppe geh=F6rt auch Krawtschuk. Zweitens
die Agrarier (Leiter der Kolchosen und Sowchosen), die im ehemaligen
Parlamentspr=E4sidenten Iwan Pljuschtsch einen m=E4chtigen
F=FCrsprecher hatten; und drittens die Industriellen der Staatsindustrie, z=
u
denen auch Kutschma z=E4hlt. </p><p>
</p><p>
An den politischen Auseinandersetzungen dieser drei Personen im Jahr 1993 w=
urde
das Aufbrechen von Interessengegens=E4tzen zwischen den von ihnen
vertretenen Gruppen deutlich. Resultat dieser politischen Auseinandersetzun=
gen
war der Parlamentsbeschlu=DF zu vorgezogenen Neuwahlen von Parlament und
Pr=E4sident. In Hinsicht auf die zuk=FCnftige Zusammensetzung der
Obersten Rada zog die "Partei der Macht" wieder an einem Strang, um die
Erh=F6hung der eigenen Wahlchancen und die Behinderung von Kandidaten aus
dem reformerischen bzw. national-demokratischen Lager zu erreichen. Die
entsprechenden M=F6glichkeiten zur Ausgestaltung des Wahlgesetzes nutzte di=
e
Parlamentsmehrheit ausgiebig, insbesondere was die Frage des Wahlrechts und=
 die
Prozedur der Kandidatenaufstellung betraf. </p><p>
</p><p>
Zum einen entschied sich die Oberste Rada f=FCr ein absolutes
Mehrheitswahlrecht (mind. 50% Stimmenanteil) und eine Mindestwahlbeteiligun=
g
von ebenfalls 50% in jedem der 450 Wahlkreise. Zum anderen waren au=DFer
den Parteien auch die Arbeitskollektive und individuelle W=E4hler eines
Wahlkreises berechtigt, Kandidaten vorzuschlagen. Nominierungen durch
Arbeitskollektive erforderten die Unterschrift eines seiner Vertreter,
Nominierungen durch W=E4hler die Unterschrift von 10 Wahlberechtigten.
Dagegen mu=DFten Parteikandidaten einen umfangreichen
Nominierungsproze=DF durchlaufen, so da=DF ihr Anteil an den insgesamt
5.833 Kandidaten des ersten Wahlganges nur 11% betrug. Der Einfachheit halb=
er
lie=DFen sich allerdings auch Parteimitglieder als unabh=E4ngige
Bewerber aufstellen. </p><p>
</p><p>
Die Begrenzung der pers=F6nlichen Wahlkampffonds auf 100 Minimall=F6hne
(6 Mio Karbowanez oder 300 DM) erlaubte kaum private Wahlkampfaktivit=E4ten=
.
Die in den staatlichen Medien zugestandene Wahlwerbung war begrenzt, und de=
r
Zugang zu den anderen, zumeist von staatlichen Subventionen abh=E4ngigen
Medien blieb vielen Kandidaten verwehrt. Beg=FCnstigt wurden dadurch jene
Bewerber, die bereits =FCber einen hohen lokalen Bekanntheitsgrad
verf=FCgten und =FCber die in ihrer Eigenschaft z.B. als Betriebs- oder
Kolchosdirektor berichtet werden konnte. Neben diesen ungleichen
Darstellungsm=F6glichkeiten beruhte der Erfolg dieser Lokalgr=F6=DFen
allerdings auch auf der Erwartung der W=E4hlenden, da=DF nur diese in
der Lage seien, auf nationaler Ebene die lokalen Interessen zu vertreten. <=
/p><p>
</p><p>
Mit dem Abschlu=DF der Nachwahlen vom 7.August 1994 konnten nun 393 der 450
Parlamentsmandate besetzt werden. Den 207 unabh=E4ngigen Kandidaten (52,7%)
stehen drei politische Lager gegen=FCber. 31% fallen auf die 'Organisierten
Kommunisten' (Kommunisten, Sozialisten, Agrarier, B=FCrgerkongre=DF);
9,7% auf das nationale Lager (RUCH, Republikanische Partei, Kongre=DF der
Nationalisten, Demokratische Partei, Konservativ-Republikanische Partei,
Christlich-Demokratische Partei). Die Kandidaten des Zentrums (Partei der
Demokratischen Wiedergeburt, Sozialdemokratische Partei, Arbeitspartei) bli=
eben
mit 2,3% weit abgeschlagen. </p><p>
</p><p>
Die meisten unabh=E4ngigen Abgeordneten haben sich inzwischen in einer der
neun neugebildeten Fraktionen organisiert. Dadurch verf=FCgen die
'Organisierten Kommunisten' =FCber 36,9 % der Stimmen. Weitere 22,4% gehen
an die drei Fraktionen des unorganisierten Teils der alten Nomenklatur ("Pa=
rtei
der Macht"). National-Demokraten und Zentrum verf=FCgen gemeinsam gerade
=FCber 20,1 % der Mandate. <b>Obwohl die Stimmengewinne der Kommunisten im
S=FCdosten und der Nationalisten im Westen eine gespaltene politische
Entwicklung des Landes fortsetzten, sind letztere zu schwach, um von einer
Polarisierung des Parlaments reden zu k=F6nnen. Wenn es in der neuen
Obersten Rada =FCberhaupt zu Auseinandersetzungen kommt - und dies ist
wahrscheinlich -, so werden diese zwischen den verschiedenen Lobbies der al=
ten
Kr=E4fte ("Partei der Macht" und organisierte Kommunisten) stattfinden.</b>
</p><p>
</p><p>
Zun=E4chst hat das B=FCndnis der organisierten Kommunisten die
F=FChrung der parlamentarischen Mehrheit =FCbernommen. Mit der Wahl des
Sozialisten Aleksandr Moroz zum Sprecher des Parlaments konnten sie den
wichtigsten Posten zur Gestaltung der parlamentarischen Debatten besetzen.
Organisierte Kommunisten und die "Partei der Macht" gemeinsam verf=FCgen
=FCber etwas weniger als die 2/3-Mehrheit, die f=FCr die geplante
Verabschiedung einer neuen Verfassung entscheidend sein wird. Bereits jetzt=
 hat
das Parlament angefangen, die Machtbefugnisse des Pr=E4sidenten zu
beschneiden. Nach dem neuen Gesetz =FCber das Staatsbeamtentum darf der neu=
e
Pr=E4sident Regierungsmitglieder nur noch wegen Inkompetenz oder
Stellenabbau entlassen. Durch ein weiteres Gesetz sind die
Pr=E4sidentenvertreter als Verwaltungschefs der verschiedenen lokalen Ebene=
n
abgeschafft worden. Diese Funktion =FCben jetzt die gew=E4hlten
Vorsitzenden der Sowjets aus, deren Status nicht eindeutig definiert ist.
Innerhalb des Parlaments gibt es starke Bestrebungen, den Pr=E4sidenten auf
eine Repr=E4sentativfunktion nach deutschem Muster zurechtzustutzen. </p><p=
>
</p><p>
Noch kurz vor der Pr=E4sidentenwahl best=E4tigte das Parlament den von
Krawtschuk vorgeschlagenen neuen Premierminister Masol. Auch hier war das M=
otiv
des Ex-Pr=E4sidenten v.a. das Arrangement mit den neuen
Machtverh=E4ltnissen. <b>Masol trat an mit der These, da=DF die
Planwirtschaft der Marktwirtschaft =FCberlegen sei und pa=DFte damit
hervorragend in das Spektrum der 'Organisierten Kommunisten'. Im Juni
verk=FCndete Parlamentssprecher Moroz, da=DF der Produktionsfaktor Land
nur langfristig verpachtet, nicht aber privatisiert werden soll. Und Ende J=
uli
1994 gelang es auf Betreiben der Kommunistischen Fraktion, ein
Privatisierungsmoratorium durchzusetzen mit der Begr=FCndung, die bisherige
Privatisierungspraxis widerspreche "den Interessen des Volkes". Die
Schl=FCsselsektoren Transport, Energie und Telekommunikation sollen in
Zukunft ganz von der Privatisierung ausgeschlossen werden. Diese bisherige
T=E4tigkeit des Parlaments im Bereich der Wirtschaftsreformen verweist
darauf, da=DF auch in Zukunft von ihm nichts Fortschrittliches zu erwarten
ist.</b> </p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Die Pr=E4sidentschaft Kutschmas - Chance f=FCr die Ukraine</b></p><p>
</p><p>
Noch zur Zeit der Parlamentswahlen hatte der in Meinungsumfragen in einem
absoluten Popularit=E4tstief h=E4ngende Krawtschuk eine erneute
Kandidatur zum obersten Staatsamt =F6ffentlich ausgeschlossen; nicht ohne
gleichzeitig die notwendige Unterschriftensammlung f=FCr diese Kandidatur
einzuleiten. Umso emsiger betrieb der "schlaue Fuchs" nach Bekanntgabe sein=
es
Gesinnungswechsels den Wahlkampf. Die gr=F6=DFtenteils
staatsabh=E4ngigen Medien setzte er dabei ausgiebig f=FCr seine Zwecke
ein. Nach dem ersten Wahlgang sah es so aus, als k=F6nne sich Krawtschuks
spektakul=E4rer Erfolg vom Dezember 1991 wiederholen, doch der zweite
Wahlgang am 10.Juli zeigte, da=DF Krawtschuk Opfer seiner eigenen
Erfolgsmeldungen geworden war - wie weiland Erich Honecker. Trotz der
G7-Wahlhilfe durch die Bekanntgabe der neuesten Tschernobyl-Millionen am
Vorwahltag konnte sich Kutschma mit 52% der Stimmen gegen Krawtschuk
durchsetzen. </p><p>
</p><p>
W=E4hrend Krawtschuk die Stimmen der westukrainischen Nationalisten auf sic=
h
vereinigen konnte, errang Kutschma seine h=F6chsten Stimmengewinne im
Ostteil des Landes. Dies ist die Herkunftsregion des Vorsitzenden des
Industriellenverbandes und ehemaligen Direktors der Raketenfabrik "Juschmas=
ch".
<b>Das schon bei den Parlamentswahlen sichtbar gewordenen unterschiedliche
W=E4hlerverhalten im Westen und im Osten hat einige politische Beobachter
innerhalb und au=DFerhalb der Ukraine zu dem Schlu=DF verleitet, nun
sei auch noch die letzte Staatsgewalt in die H=E4nde der Altkommunisten
gefallen. Tats=E4chlich aber sind bei den beiden Wahlen ganz
unterschiedliche politische Konzeptionen best=E4tigt worden - es gibt in de=
r
Ukraine kein politisch konsistentes W=E4hlerverhalten.</b> </p><p>
</p><p>
Zwei Themen bestimmten Kutschmas Wahlkampf: die Notwendigkeit wirtschaftlic=
her
Reformen und der Korruptionsbek=E4mpfung. Die mit dem m=F6glichen
Pr=E4sidentenwechsel verbundene Hoffnung auf einen Ausweg aus der
festgefahrenen Situation des Landes f=FChrte auch Intellektuelle aus den
Reihen der demokratischen Opposition in sein Wahlkampfteam. <b>Kutschmas
wirtschaftspolitische Reformbereitschaft steht f=FCr die Einsicht der
'aufgekl=E4rten Industriellen', da=DF der bisherige Weg der ukainischen
Nationalstaatsbildung ihre eigene wirtschaftliche Grundlage gef=E4hrdet. Di=
e
Hyperinflation und die unklaren Rahmenbedingungen behindern die Entwicklung
langfristiger =F6konomischer Kalk=FCle - und damit die Grundlage f=FCr
Investitionen. Neue wirtschaftliche Aktivit=E4ten entstehen in der Ukraine
fast ausschlie=DFlich im Handel mit seinen kurzfristig zu realisierenden
Gewinnen. Der Gro=DFteil davon spielt sich dar=FCberhinaus in der
Schattenwirtschaft ab und untergr=E4bt die Steuerbasis des Staates. </b></p=
><p>
<b></b></p><p>
<b>Bez=FCglich der Reformpolitik sind Zweifel eher am K=F6nnen als am
Willen des neuen Pr=E4sidenten berechtigt. Allgemein leidet die Ukraine
darunter, in der Sowjetunion nur Provinz gewesen zu sein. Im Gegensatz zu
Moskau findet man in Kiew nur wenige kompetente Wirtschaftsfachleute.
Dementsprechend verf=FCgt Kutschma weder =FCber ein konsistentes
Reformprogramm, noch =FCber eine entsprechende Mannschaft. Andererseits
w=FCrden die politischen Kr=E4fteverh=E4ltnisse die Durchf=FChrung
eines konsistenten Programms nicht zulassen. Insofern ist zu erwarten,
da=DF Kutschma wichtige Posten mit Reformern zu besetzen versuchen wird, um
einen Teil der von ihm als notwendig erachteten Ma=DFnahmen durchzusetzen
und damit eine 'kritische Masse' der Reformen zu schaffen. Zu diesen
Ma=DFnahmen geh=F6ren die Reduzierung der Unternehmenssteuern, der
Subventionsabbau f=FCr verlustbringende Betriebe und die stark
defizit=E4re Landwirtschaft, die Stabilisierung der W=E4hrung, die
Preisliberalisierung und zumindestens das Vorantreiben der Privatisierung
kleinerer und mittlerer Unternehmenseinheiten. Gleichzeitig wird er alles d=
aran
setzen, die Deindustrialisierung des Landes zu vermeiden. Dies kann und wir=
d zu
Zielkonflikten f=FChren.</b> </p><p>
</p><p>
Im Rahmen dieser Zielvorgabe ist auch die von Kutschma geforderte
<b>Ann=E4herung an Ru=DFland</b> zu sehen. Bei den pragmatischen
Industriellen wiegt der Kapitalbedarf der ukrainischen Industrie st=E4rker
als die Angst, in verst=E4rkte =F6konomische Abh=E4ngigkeit vom
gro=DFen Bruder zu geraten. Diese besteht ganz offensichtlich sowieso und
ist nur durch den Aufbau einer funktionsf=E4higen Volkswirtschaft zu
minimieren. Die dazu angestrebte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit
Ru=DFland wird jedoch nicht die Aufgabe von politischer
Souver=E4nit=E4t beinhalten, wie sie zur Zeit in Wei=DFru=DFland
betrieben wird. Zum einen w=FCrde dies in der Ukraine heftigen
innenpolitischen Widerstand provozieren; zum anderen widerspr=E4che dies
aber auch dem Interesse der ukrainischen Industrie. Nur im Rahmen ukrainisc=
her
Souver=E4nit=E4t kann sie sich der notwendigen staatlichen
Unterst=FCtzung f=FCr ihre Umstrukturierung gewi=DF sein. Die
gr=F6=DFte potentielle Gefahr f=FCr die wirtschaftliche
'Souver=E4nit=E4t' der Ukraine liegt deshalb in der schon unter
Krawtschuk geschaffenen M=F6glichkeit russischer Investoren, Anteile an
ukrainischen Unternehmen zu erwerben. </p><p>
</p><p>
Der Umgang des neuen Pr=E4sidenten mit den Konflikten auf der Krim wird
durchaus =E4hnlich sein. Er wird auf einen schnellen
Verhandlungsabschlu=DF zur Aufteilung und raschen =DCbertragung eines
Gro=DFteils der Flotte an Ru=DFland dr=E4ngen. Angesichts der
Tatsache, da=DF auf den ukrainischen Werften noch einige neue Schiffe
f=FCr die ukrainische Marine auf Stapel liegen, ist dies nicht nur unter de=
m
Gesichtspunkt des damit verbundenen Schuldenerlasses sinnvoll. Der Verzicht=
 auf
die teilweise sehr alten Schiffe der Schwarzmeerflotte wird auch zur
Modernisierung der ukrainischen Marine und der Auslastung der nationalen
Werften beitragen k=F6nnen. Die Gretchenfrage - "Wie h=E4ltst Du's mit
Sewastopol?" - wird er sich allerdings neu zu stellen haben. Bisherige
Stellungnahmen legen nahe, da=DF Kutschma eine langfristige
Pachtl=F6sung anstreben wird. Als Pr=E4sident ist aber auch ein
Gesinnungswandel aufgrund realpolitischer Kalk=FCle denkbar.</p><p>
</p><p>
Den Autonomiebestrebungen auf der Krim wird Kutschma eher st=E4rker als
Krawtschuk entgegentreten. Immerhin konnte Kutschma hier bei den
Pr=E4sidentenwahlen 90% der Stimmen erringen, so da=DF er sich auf die
eindeutige Legitimierung der ukrainischen Pr=E4sidialmacht berufen kann.
Angesichts der Tatsache, da=DF die innere Sicherheit der Halbinsel
inzwischen auch den separatistischen Kr=E4ften entgleitet, nimmt auch bei
ihnen die Bereitschaft zur Verst=E4ndigung mit der Zentralmacht zu. So
konnte Kutschma bereits erreichen, da=DF Kiew die Oberhoheit =FCber die
autonome Polizeitruppe der Halbinsel erh=E4lt. Im g=FCnstigsten Fall
k=F6nnte der neue Pr=E4sident hier sogar die Rolle des nationalen
Einigers =FCbernehmen - gerade weil ihm seitens der russischsprachigen
Bev=F6lkerung keine =FCbertrieben nationalistischen Ambitionen
unterstellt werden k=F6nnen. </p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
Ausblick</p><p>
</p><p>
<b>Die Unabh=E4ngigkeit der Ukraine ist von den alten politischen
Kr=E4ften betrieben worden, um radikale =C4nderungen des Systems zu
vermeiden. Reformer waren dagegen immer in der Minderheit. Die Voraussetzun=
gen
f=FCr eine radikale Reform waren in der Ukraine niemals gegeben, und an ihr
gemessen wird auch die zuk=FCnftige Entwicklung des Landes entt=E4uschend
sein. Ohne da=DF es vorher zu entscheidenden Fortschritten beim Umbau der
Wirtschaft gekommen w=E4re, f=FCgt sich das Ergebnis der Parlamentswahlen
in den allgemeinen osteurop=E4ischen Trend der R=FCckkehr der
Altkommunisten ein.</b> </p><p>
</p><p>
<b>Der Pr=E4sidentenwechsel verspricht nun, da=DF Bewegung in die
festgefahrene Lage kommt.</b> Die erfolgreiche =DCberwindung des
Krawtschukschen Erbes ist jedoch an eine elementare Voraussetzung gebunden:
Kutschma mu=DF seine programmatischen Ank=FCndigungen nicht nur
durchsetzen <i>wollen</i>, sondern auch durchsetzen <i>k=F6nnen</i>.
Angesichts der parlamentarischen Bestrebungen, das Pr=E4sidentenamt auf
Repr=E4sentativfunktionen zurechtzustutzen, gibt es auch in der Ukraine ein=
e
Machtfrage. Diese wird allerdings nicht ann=E4hernd so dramatische
Dimensionen annehmen wie in der Russischen F=F6deration. </p><p>
</p><p>
Im ersten Amtsmonat blieb es erstaunlich still um den neuen Pr=E4sidenten.
Mit einem ersten Dekret zur Korruptionsbek=E4mpfung und der Berufung des
stellvertretenden Geheimdienstchefs Rodschenko - ehemals zust=E4ndig
f=FCr Kriminalit=E4ts- und Korruptionsbek=E4mpfung - zum Innenminister
ging er zun=E4chst den weniger kontroversen Teil seines Wahlprogramms an. I=
m
Parlament stie=DF er mit beiden Ma=DFnahmen auf Zustimmung. Dagegen
=FCberraschte er seine eigene Klientel in Dnepropetrowsk mit der
Ank=FCndigung einer Durststrecke, anstatt ihr 'bl=FChende Landschaften'
zu versprechen: "Die Politik der Vergangenheit f=FChrte zu den starken
inflation=E4ren und machtpolitischen Verwerfungen... Ich werde die Wahrheit
sagen: uns erwartet ein schwerer Herbst und ein nicht weniger schwerer Wint=
er."
Ein billiger Populismus ist dem neuen Pr=E4sidenten also nicht vorzuwerfen.
</p><p>
</p><p>
Zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause er=F6ffnete Kutschma seinen
Kampf um die Macht mit zwei aufsehenerregenden Dekreten. Mit dem ersten
verschaffte sich der Pr=E4sident den Vorsitz =FCber das Ministerkabinett
und die Richtlinienkompetenz =FCber die ukrainische Politik. Damit wird
letztendlich der Zustand wiederhergestellt, der f=FCr den gr=F6=DFten
Teil der Amtszeit Krawtschuks galt. Das zweite Dekret unterstellt dem
Pr=E4sidenten auch die vom Volk gew=E4hlten Vorsitzenden der lokalen und
regionalen R=E4te, die laut Gesetz sowohl dem Pr=E4sidenten als auch dem
Parlament untergeordnet sind. Da diese zugleich Verwaltungschefs der jeweil=
igen
oblasty, rajony oder St=E4dte sind, verf=FCgt Kutschma damit =FCber
eine bis in die lokale Ebene herunterreichende Exekutive. </p><p>
</p><p>
Bis jetzt ist noch kein Aufschrei der Emp=F6rung aus den Reihen der
Abgeordneten zu vernehmen gewesen. Prinzipiell kann das Parlament diese Dek=
rete
relativ einfach aushebeln: ein normales Gesetzgebungsverfahren reicht zu ih=
rer
Entkr=E4ftung aus. Die normative Kraft des Faktischen spielt allerdings auc=
h
in der ukrainischen Politik eine wesentliche Rolle, da z.B. weiterhin ein
Oberster Gerichtshof zur Regelung von Streitfragen fehlt. Da das Dekret
=FCber die lokalen und regionalen R=E4te von zustimmenden
Erkl=E4rungen vieler Ratsvorsitzender aus allen Landesteilen begleitet war,
k=F6nnte Kutschma bereits ein erster innenpolitische Erfolg gelungen sein.
</p><p>
</p><p>
Unabh=E4ngig davon ist eine Kraftprobe mit dem Parlament im Herbst
unausweichlich. Wie in jedem Jahr werden auch 1994 die Kolchosdirektoren di=
e
Erntezeit dazu benutzen, zus=E4tzliche inflationstreibende Subventionen
f=FCr Treibstoff etc. zu fordern. Unterst=FCtzt werden sie in diesem Jahr
durch eine sommerliche D=FCrre, die die schlechteste Ernte seit 20 Jahren
erwarten l=E4=DFt. Ist es Kutschma ernst mit seinen Bestrebungen, das
=F6konomische Kalk=FCl in der Agrarwirtschaft zu f=F6rdern, so
mu=DF er der m=E4chtigen Agrarlobby gleich zu Beginn seiner Amtszeit das
F=FCllhorn staatlicher Subventionen entrei=DFen. Die Konsequenz hiervon
w=E4re jedoch eine Verschlechterung der Versorgungslage, die den
angek=FCndigten schweren Herbst zur Folge h=E4tte. </p><p>
</p><p>
<b>Macht- und wirtschaftspolitisch ist jedoch nicht eine unzufriedene
Bev=F6lkerung das gr=F6=DFte Problem, sondern die drohende Inflation.
Sollte es Kutschma mi=DFlingen, die geldpolitischen Voraussetzungen
f=FCr seine wirtschaftspolitischen Ank=FCndigungen zu schaffen, so wird
ein weiterer Verfall der Wirtschaft nicht aufzuhalten sein. Die R=FCckkehr
der Hyperinflation droht auf zwei Pfaden: Zum einen, wenn der Pr=E4sident
auf der Suche nach politischem R=FCckhalt beginnt, die industrielle Kliente=
l
im Osten mit =FCberm=E4=DFigen Subventionen zu bedienen. Zum
anderern, wenn das Parlament den Pr=E4sidenten im Rahmen einer neuen
Verfassung entmachtet und die parlamentarische Hoheit =FCber die Zentralban=
k
zu einer ungebremsten lobbyistischen Haushaltspolitik benutzt. </b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Und genau dann wird es auch wahrscheinlicher, da=DF eine Kopie des
belorussischen Weges f=FCr die ratlose alte Nomenklatur an
Attraktivit=E4t gewinnt. Der Versuch, die Kosten des eigenen politischen
Mi=DFmanagements an den 'Gro=DFen Bruder' zu delegieren, ist jedoch nur
ein scheinbarer Ausweg: Nicht nur, da=DF er die Desintegration des Landes
provoziert; au=DFenpolitisch beruht er auf einer Fehleinsch=E4tzung. Man
ist in Ru=DFland vielleicht an einer politisch-=F6konomischen
Abh=E4ngigkeit der Ukraine interessiert. Andererseits kennt man ihre
Strukturprobleme nur zu genau. Und wie die Debatten um die belorussische
W=E4hrungsintegration zeigen, hat die Absicherung des eigenen
wirtschaftlichen Transformationspfades Priorit=E4t vor der wirtschaftlichen
Eingliederung von Problemstaaten.</b>
<!-- START END -->
</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | M=E4rz 1998 =20
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->
</body></html>
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