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Aufgaben und Ausgaben : Perspektiven der Staatsmodernisierung ; [Vortrag im=
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 der Friedrich-Ebert-Stiftung am 15. September 1997 in Bonn]
 / Hedda von Wedel. - [Electronic ed.]. - Bonn, [1997]. - 9 Bl. =3D 13 Kb, =
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&lt;br&gt;Electronic ed.: Bonn: FES Library, 1999
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<!-- END BEGIN1 -->
Aufgaben und Ausgaben : Perspektiven der Staatsmodernisierung ; [Vortrag im=
 Rahmen des Gespr=E4chskreises Strukturreform der =D6ffentlichen Verwaltung=
 der Friedrich-Ebert-Stiftung am 15. September 1997 in Bonn]
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Text
<br>Electronic ed.: Bonn: FES Library, 1999
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>
<!-- START BEGIN2 -->
</font>
<br><br>
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<!-- END BEGIN2 -->

<p>

<br><br>
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 1]<=
/i></font>
</p><center>
<p><b>Dr. Hedda von Wedel </b>
<br><b>Pr=E4sidentin des Bundesrechnungshofes</b>
</p><p><b>=84Aufgaben und Ausgaben:</b>
<br><b>Perspektiven der Staatsmodernisierung"</b>
</p><p><br>Vortrag im Rahmen des Gespr=E4chkreises=20
<br><i>Strukturreform der =F6ffentlichen Verwaltung </i>
<br>der Friedrich-Ebert-Stiftung am 15. September 1997 in Bonn
</p><p>(Es gilt das gesprochene Wort)
</p><p><br><br>
</p></center>
<p>Meine sehr verehrten Damen und Herren,
</p><p>Schlagworte wie =84Staatsmodernisierung" oder =84Schlanker Staat" ha=
ben gegenw=E4rtig Hochkonjunktur. Aber die derzeitige Diskussion lebt nicht=
 nur von Schlagworten; die Diskussionen =FCber die angestrebten Ver=E4nderu=
ngsprozesse sind in gr=F6=DFerem Zusammenhang zu sehen. Es geht nicht aussc=
hlie=DFlich um die Rationalisierung innerhalb der Verwaltung. Nicht nur die=
 Verwaltung mu=DF an einer Reform teilhaben, sondern ebenso die politischen=
 Ebenen von Legislative und Exekutive.
</p><ol type=3D"1" start=3D"1">
<p></p><li>Der Bundesrechnungshof beobachtet mit Interesse, da=DF - von der=
 Kommunalebene ausgehend - eine Woge des Reformwillens, zum Teil sogar mit =
Enthusiasmus, durch die Verwaltungen geht, die vor allem das Selbstverst=E4=
ndnis als Dienstleistungsunternehmen f=FCr die B=FCrger betrifft. Aber zu e=
inem Gesamtkonzept der Staatsmodernisierung - und dieses scheint uns bei al=
l den anerkennenswerten Teilschritten zu einer wirkungsvollen Verwaltung no=
ch auszustehen - geh=F6ren auch eindeutige Vorgaben des politischen Bereich=
s an die Verwaltung. Es w=E4re ein Fehler, wollte man den Zusammenhang zwis=
chen politischen Vorgaben und effektiver Verwaltung verkennen. Wenn wirksam=
e Ver=E4nderungen eintreten sollen, m=FCssen wir wirklich viel kritischer f=
ragen, ob wir bei=20
<p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 2]<=
/i></font>
</p><p>dem politischen Interessenausgleich tats=E4chlich alle W=FCnsche ber=
=FCcksichtigen k=F6nnen.
</p><p>Hierzu habe ich ein paar ganz pers=F6nliche Fragen und fange sogleic=
h ganz oben an: Liegt es im allgemeinen Interesse,
</p><ul>
<p></p><li>da=DF es 16 Bundesl=E4nder von sehr unterschiedlicher Bev=F6lker=
ungsgr=F6=DFe und Wirtschaftskraft gibt,
<p></p></li><li>da=DF der Bundestag erheblich mehr Abgeordnete hat als das =
Repr=E4sentantenhaus der viel gr=F6=DFeren Vereinigten Staaten von Amerika,=
 das mit 435 auskommt,
<p></p></li><li>da=DF die Bundesregierung 16 Bundesministerien z=E4hlt, obw=
ohl ein gro=DFer Teil der Zust=E4ndigkeiten in unserem f=F6derativen Staat =
bei den L=E4ndern mit ihren Landtagen und Landesregierungen liegt?
</li></ul>
<p>Die ersten beiden Fragen will ich sogleich verlassen. Mit dieser politis=
ch sensiblen Thematik sollten sich die L=E4nder und der Bundestag sehr erns=
thaft befassen. Aber bei der Gr=F6=DFe der Bundesregierung verbleibe ich im=
 Pr=FCfungsbereich des Bundesrechnungshofes.
</p><p></p></li><li>=DCber die Zahl der Bundesministerien sagt unsere Verfa=
ssung nichts. Der Bundeskanzler hat einen weiteren Ermessensspielraum, wie =
er die der Bundesregierung gestellten Aufgaben erf=FCllen will. Und es geht=
 nicht darum, wie in der =D6ffentlichkeit h=E4ufig vermutet wird, m=F6glich=
st viele Politiker mit Ministerehren zu begl=FCcken, sondern auch darum, da=
=DF sich jeder Teilbereich unseres politischen Lebens - seien es Umwelt, Ge=
sundheit oder Entwicklungshilfe - gern mit einem eigenen Ministerium schm=
=FCckt. Doch wir sprechen von =84Staatsmodernisierung" und diese verlangt e=
ine st=E4rkere B=FCndelung von Aufgaben. Dabei geht es mir nicht nur um die=
 Einsparung von Personal durch die Zusammenlegung von Bundesministerien, so=
ndern mehr noch um die Auswirkungen auf die Regierungsarbeit.
<p>Ich will Ihnen ein Beispiel nennen. Zur Zeit leisten wir uns den Luxus e=
iner Vielzahl von kumulativ oder alternativ wirkenden Sozialleistungen. All=
e Welt spricht von Leistungsmi=DFbrauch und Mitnahmeeffekten, von=20
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 3]<=
/i></font>
</p><p>Transferdschungel und Beh=F6rdendickicht. Denn f=FCr die Durchf=FChr=
ung dieser Sozialleistungen gibt es nat=FCrlich - zumeist bei L=E4ndern und=
 Kommunen - auch eine Vielzahl unterschiedlicher Beh=F6rden und damit eine =
Zersplitterung von Zust=E4ndigkeiten.
</p><p>Auf Bundesebene ist f=FCr das Kinder- und Erziehungsgeld das BMFSFJ,=
 f=FCr das Wohngeld das BMBau, f=FCr die Ausbildungsf=F6rderung (BAf=F6G) d=
as BMBF, f=FCr die Sozialhilfe das BMG, f=FCr andere Sozialleistungen das B=
MA verantwortlich. Ich denke, hier liegt eine B=FCndelung der Aufgaben und =
eine Straffung der Verwaltung nahe. Die Regierungsarbeit w=FCrde hiervon si=
cherlich nicht negativ ber=FChrt.
</p><p>Aber auch von einer wirksamen Aufgabenkritik, die eine Verringerung =
der Staatsaufgaben und der Staatsquote bewirkt, sind wir nach unseren Erken=
ntnissen noch zu weit entfernt.
</p><p></p></li><li>Noch ein Wort zu Chancen, die aus meiner Sicht noch nic=
ht genutzt wurden.
<p>Grunds=E4tzlich sollten nicht optimale und nicht besonders wirtschaftlic=
he Planungen noch im Vorfeld, d. h. vor Vollzug und Umsetzung der Ma=DFnahm=
en, korrigiert oder verworfen werden k=F6nnen. Ich meine z. B. den Umzug vo=
n Regierung und Parlament von Bonn nach Berlin, den ich nicht dem Grunde na=
ch in Frage stelle. Gestatten Sie mir jedoch, zu den Planungen und Modellen=
 einige kritische Anmerkungen zu machen.
</p><p>Dem Bundesrechnungshof ist bewu=DFt, da=DF es sich bei den Entscheid=
ungen im Jahre 1991 zur Verlagerung von Parlament und Regierung um einen sc=
hwierigen Proze=DF handelte, bei dem Fragen des Interessenausgleichs zwisch=
en den St=E4dten Berlin und Bonn eine wichtige Rolle spielten. Angesichts d=
er in der Zwischenzeit aufgetretenen finanziellen Engp=E4sse aller =F6ffent=
lichen Haushalte ist allerdings zu fragen, ob Korrekturen oder Anpassungen =
der damaligen Entscheidungen geboten sind.
</p><p>Meines Erachtens mu=DF gesagt werden, da=DF das vorgesehene Kombinat=
ionsmodell in der jetzigen Form aus organisatorischer Sicht teuer ist=20
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 4]<=
/i></font>
</p><p>und die Arbeitsf=E4higkeit der Bundesregierung mindert. Beeintr=E4ch=
tigt sind nicht nur die sog. Bonn-Ministerien, die zuk=FCnftig einen zweite=
n Dienstsitz in Berlin haben, sondern auch die sog. Berlin-Ministerien, die=
 einen zweiten - teilweise gr=F6=DFeren - Dienstsitz in Bonn behalten. Zus=
=E4tzlicher Personalbedarf, Reibungsverluste und erschwerte Zusammenarbeit =
lassen sich als Folgen dieses Modells bereits heute absehen.
</p><p>Ich meine, wir sollten alle Fragen noch einmal vorsichtig bedenken u=
nd den Umzug von Bonn nach Berlin auch als Chance verstehen und nutzen. Ich=
 kann mich dabei dem Votum des Sachverst=E4ndigenrates =84Schlanker Staat" =
nur anschlie=DFen, der den Umzug als einmalige Gelegenheit zur Reorganisati=
on der Ministerialverwaltung und Einschlu=DF einer grundlegenden Aufgabenkr=
itik ansieht.
</p><p>Ich will noch einige weitere Punkte nennen, bei denen wir bisherige =
Schw=E4chen und Probleme angehen sollten. Dabei werde ich mich auf die Bere=
iche
</p><ul>
<li>Vollzugsaufwand bei Gesetzen
</li><li>Erfolgskontrollen bei finanzwirksamen Ma=DFnahmen
</li><li>Organisation und Personalwesen
</li><li>Verbesserung der monet=E4ren Steuerung staatlicher Aktivit=E4ten
</li></ul>
<p>beschr=E4nken.
</p><p></p></li><li>Gr=F6=DFere Aufmerksamkeit m=FCssen wir k=FCnftig dem A=
ufwand f=FCr den Vollzug von Gesetzen widmen. Nur so lassen sich aufwendige=
 Verfahren vermeiden, die Verwaltung und B=FCrger oft unn=F6tig stark belas=
ten. Hierzu ist es erforderlich, den voraussichtlichen Vollzugsaufwand und =
die weiteren Belastungen der =F6ffentlichen Haushalte und anderer betroffen=
er Stellen bereits vor Verabschiedung von Gesetzgebungsma=DFnahmen m=F6glic=
hst exakt zu ermitteln. Hier m=F6chte ich die Initiativen zur Gesetzesfolge=
kostenabsch=E4tzung ausdr=FCcklich unterst=FCtzen.
<p>Lassen Sie mich dazu ein Beispiel aus einer Pr=FCfung nennen, die wir vo=
r einiger Zeit durchgef=FChrt haben. Bei der Erhebung der sog. Fehlbelegung=
sabgabe bei Bundesdarlehenswohnungen haben wir festgestellt,=20
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 5]<=
/i></font>
</p><p>da=DF durchschnittlich rd. 30 v. H. der Einnahmen f=FCr den Verwaltu=
ngsaufwand verbraucht werden. Der Grund hierf=FCr liegt insbesondere in ein=
em aufwendigen Erhebungsverfahren, das betroffene B=FCrger und Verwaltung e=
rheblich belastet, teilweise sogar =FCberfordert. Hinzu kommt, das haben wi=
r auch festgestellt, da=DF trotz dieses aufwendigen Verfahrens der Gesetzes=
zweck noch nicht einmal erreicht werden kann. Es gelingt n=E4mlich nicht, u=
ngerechtfertigte Subventionsvorteile m=F6glichst fl=E4chendeckend und volls=
t=E4ndig abzusch=F6pfen.
</p><p>Auch angesichts dieses Beispieles meine ich, da=DF wir Gesetzesfolge=
kosten - insbesondere auch dem Vollzugsaufwand - eine gr=F6=DFere Bedeutung=
 als bisher schenken m=FCssen. Dabei bin ich mir bewu=DFt, da=DF durch einf=
achere und pauschalere Verfahren und gesetzliche Regelungen teilweise die d=
erzeit angestrebte weitgehende Einzelfallgerechtigkeit nicht mehr immer err=
eicht werden kann.
</p><p></p></li><li>Ein weiteres bedeutsames Thema sind Erfolgskontrollen.
<p>Der Bundesrechnungshof hat h=E4ufig festgestellt, da=DF es nach Abschlu=
=DF von Programmen oder gr=F6=DFeren finanziellen Ma=DFnahmen als Erfolg ge=
wertet wird, da=DF die Mittel vollst=E4ndig abgeflossen sind und - ggf. - d=
ie entsprechenden Verwendungsnachweise vorliegen. Die in den Haushaltsordnu=
ngen und den dazu ergangenen Verwaltungsvorschriften geforderte Erfolgskont=
rolle, die in einem systematischen Verfahren die Frage pr=FCft, ob und in w=
elchem Ausma=DF die Ma=DFnahme die angestrebten Ziele erreicht hat, ob sie =
urs=E4chlich f=FCr die Zielerreichung und auch wirtschaftlich war, gibt es =
nur in sehr wenigen Bereichen und dazu in noch sehr unterschiedlicher Quali=
t=E4t.
</p><p>Meist fehlte es schon an den Voraussetzungen der Erfolgskontrolle. B=
ereits die Planungsvoraussetzungen f=FCr finanzwirksame Ma=DFnahmen des Bun=
des waren unzureichend; insbesondere wurden Ziele entweder =FCberhaupt nich=
t oder nur so unbestimmt angegeben, da=DF Zielerreichungskontrollen nur sch=
wer m=F6glich oder ausgeschlossen waren. Es bleibt zu hoffen, da=DF die vom=
 Bundesministerium der Finanzen unter unserer Mitwirkung herausgegebenen ne=
uen Vorschriften und Arbeitshilfen dazu beitragen, da=DF Erfolgskontrollen =
mehr als bisher und zwar unter Einschlu=DF des gesamten Subventionsbereiche=
s durchge
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 6]<=
/i></font>
</p><p>f=FChrt werden. Dies setzt voraus, da=DF sich das Parlament und die =
Leitungsebene in den Ressorts zur Notwendigkeit der Erfolgskontrolle bekenn=
en.
</p><p>Ich m=F6chte zu dieser Thematik noch sagen, da=DF es kaum hinnehmbar=
 ist, im Verwaltungsbereich z. B. bei der Ablauf- und Aufbauorganisation al=
le denkbaren Optimierungen zu erw=E4gen und auch durchzuf=FChren und dort, =
wo es im allgemeinen um respektable Geldmengen geht, sich mit dem Erfolgsma=
=DFstab zufrieden zu geben, da=DF alle Mittel m=F6glichst termingerecht abg=
eschlossen sind. Gestatten Sie mir in diesem Zusammenhang noch ein paar kri=
tische Worte zu der Finanzierung von Gemeinschaftsaufgaben nach Art. 91 a G=
G in Form der sog. Mischfinanzierung von Bund und L=E4ndern.
</p><p>Der Bundesrechnungshof befa=DFt sich gegenw=E4rtig in einer querschn=
ittlichen Untersuchung mit den Fragen und Problemen der Mischfinanzierung b=
ei den Gemeinschaftsaufgaben. Unsere bisherigen Erkenntnisse best=E4tigen d=
abei die von vielen Stellen ge=E4u=DFerte Kritik an der Finanzierung solche=
r Ma=DFnahmen. Mischfinanzierungen sind Quellen erheblicher B=FCrokratie un=
d erschweren die Zuordnung eindeutiger Verantwortlichkeiten. Sie verhindern=
 eine klare Aufgabenteilung zwischen Bund und L=E4ndern, tragen dem Subsidi=
arit=E4tsprinzip nicht ausreichend Rechnung und k=F6nnen Verteilungs- und S=
ubventionswettl=E4ufe zwischen den L=E4ndern f=F6rdern. Bei der Diskussion =
=FCber die Vereinfachung von Verwaltungsstrukturen geh=F6ren die vielf=E4lt=
igen Formen von Mischfinanzierungen auf den Pr=FCfstand.
</p><p></p></li><li>Den Aspekt der verwaltungsinternen Organisationsoptimie=
rung und der damit verbundenen Fragen der Personalstruktur will ich nur gan=
z kurz ansprechen. Hier gibt es nicht nur innerhalb der jeweiligen Beh=F6rd=
en, sondern auch bei mehrstufigen Verwaltungen Straffungsm=F6glichkeiten,=
=20
<br>z. B. bei der Bundesanstalt f=FCr Arbeit. Wir stellen auch immer wieder=
 fest, da=DF die Beh=F6rden ihren Personalbedarf und ihre Organisation trot=
z erheblich zur=FCckgehender Aufgaben nicht anpassen. Bedauerlich ist insbe=
sondere, da=DF Beh=F6rden nur auf =E4u=DFeren und massiven Druck hin bereit=
 sind, erforderliche Anpassungen durchzuf=FChren. In diesem Zusammenhang f=
=FChrt der Bundesrechnungshof querschnittsm=E4=DFige =84Bench-Marking-Unter=
suchungen" durch. Bei diesen Pr=FCfungen werden=20
<p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 7]<=
/i></font>
</p><p>zwischen einzelnen Beh=F6rden vergleichbare T=E4tigkeiten erfa=DFt, =
Kennzahlen ermittelt und so die Mitarbeiterproduktivit=E4t gemessen, z. B. =
Anzahl der bearbeiteten Reisekostenantr=E4ge pro Mitarbeiter. Anschlie=DFen=
d wird eine Rangliste der Beh=F6rden erstellt. So k=F6nnen wir sehen, wo di=
e jeweilige Beh=F6rde bei der jeweiligen Aufgabenbew=E4ltigung rangiert. Un=
d die Beh=F6rde wei=DF es auch. Dieses Verfahren kann zwar keinen marktm=E4=
=DFigen Wettbewerb ersetzen, doch es schafft Transparenz, f=F6rdert das Kon=
kurrenzdenken und ist im Ergebnis ein weiterer Ansatz zur Verbesserung der =
Organisation und des Personaleinsatzes.
</p><p></p></li><li>Ein anderer wichtiger Punkt, die monet=E4re Steuerung d=
er Staatsaktivit=E4ten mit dem als =84kameralistisch" bezeichneten Haushalt=
ssystem, steht derzeit auf dem Pr=FCfstand.
<p>Ausgehend von den Gemeinden und L=E4ndern gibt es derzeit zahlreiche Ans=
=E4tze, =FCber flexiblere Haushaltsverfahren und Controlling eine st=E4rker=
e betriebswirtschaftliche Orientierung der =F6ffentlichen Verwaltung zu err=
eichen. Ein internes Rechnungswesen, das betriebswirtschaftliche Daten und =
Kennzahlen liefert, darf aber nicht Selbstzweck sein: neben der Schaffung v=
on Kostentransparenz mu=DF es auch Grundlage f=FCr eine an der Leistung ori=
entierte Steuerung durch Beh=F6rdenleiter und =84Produktverantwortliche" se=
in. Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, lohnt der Aufwand nicht.
</p><p>Auch der Bund hat Pilotanwendungen auf diesen Feldern vorzuweisen. I=
ch will deshalb f=FCr den Bund nur beispielhaft die Pilotprojekte zur Einf=
=FChrung von Controllingverfahren und Kosten- und Leistungsrechnungen im Au=
sw=E4rtigen Amt, im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, im Kra=
ftfahrtbundesamt und bei der Stiftung Wissenschaft und Politik nennen. Inte=
ressant sind auch die Modelle bei der Bundeswehr zur Kosten- und Leistungsv=
erantwortung, z.B. auch f=FCr einen rein milit=E4rischen Bereich wie ein Ja=
gdbombergeschwader.
</p><p>Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen wurden im Bundeshaushalt 19=
98 die Verwaltungsausgaben in die Flexibilisierung einbezogen; d. h. die sa=
chliche und zeitliche Verf=FCgbarkeit von Haushaltsmitteln wurde ausgedehnt=
. Dies betrifft einen Umfang von rd. 6 v. H. des Bundeshaushalts. Finanziel=
l und politisch bedeutsame Programmhaushal
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 8]<=
/i></font>
</p><p>te, z. B. Leistungsgesetze, F=F6rderprogramme, milit=E4rische Bescha=
ffungen oder Subventionen und damit der ganz =FCberwiegende Teil des Bundes=
haushalts, die eine intensive politische Steuerung und Kontrolle erfordern,=
 sind von den Flexibilisierungsma=DFnahmen nicht betroffen.
</p><p>Insgesamt m=FCssen wir deutlich machen, da=DF sich nicht nur die Rol=
le der Verwaltung, sondern auch die der Politik ver=E4ndern mu=DF, wenn mod=
erne Systeme und Verfahren wirklich greifen sollen. So denke ich, wird man =
zunehmend davon Abschied nehmen m=FCssen, die Verwaltung =FCber die Mittelz=
uweisung im Rahmen der sehr fein gegliederten Titelstruktur bei den Sachaus=
gaben zu =84=FCbersteuern". Die Verwaltung kann hier sicherlich mehr Freihe=
itsgrade erhalten und auch vertragen, ohne da=DF gleich die parlamentarisch=
en Kontrollrechte ausgehebelt w=FCrden. Man wird sich aber im Gegenzug st=
=E4rker um die Effektivit=E4t der Programme und Fachaufgaben k=FCmmern m=FC=
ssen. So liegt z. B. im Umwelt- und Forschungsbereich teilweise eine =84Unt=
ersteuerung" vor. Ich meine damit, da=DF die politischen Zielsetzungen, Kon=
turen und Anforderungen nicht immer gen=FCgend deutlich werden. Kurz: hier =
hat die Verwaltung in einigen Bereichen zu viele Freiheiten und zu wenig zi=
elf=FChrende Weisungen.
</p><p>Um die =DCber- und Untersteuerungen der Verwaltung im herk=F6mmliche=
n Haushaltsverfahren zu beseitigen, sind neue und weitergehende Ans=E4tze n=
otwendig. Die Entwicklung wird dabei dahin gehen m=FCssen, da=DF das Parlam=
ent =FCber das jeweilige Haushaltsgesetz st=E4rker Ziele und Vorgaben setzt=
 und durch eine wirksame Zielerreichungskontrolle sicherstellt, da=DF diese=
 Vorgaben wirksam umgesetzt werden. Hierf=FCr sind f=FCr das Parlament neue=
 Informationssysteme erforderlich. Ob dabei betriebswirtschaftliche Control=
ling- und Managementverfahren allein ausreichen oder ob es erg=E4nzender In=
formationen bedarf, wird noch zu bestimmen sein. Die Suche danach hat begon=
nen. Wir verfolgen die derzeit gef=FChrten Diskussionen und unterst=FCtzen =
die gegenw=E4rtig laufenden Ma=DFnahmen. Einen ersten Eindruck darf ich ber=
eits schildern: die gr=F6=DFten Defizite bestehen noch bei der Bewertung de=
s Outputs, das hei=DFt bei den Zielvorgaben und der =DCberpr=FCfung der Zie=
lerreichung.
</p><p>Eines will ich an dieser Stelle mit aller Deutlichkeit sagen. Es w=
=E4re illusion=E4r anzunehmen, betriebswirtschaftliche Managementverfahren =
al-
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausgabe: 10]=
</i></font>
</p><p>lein w=FCrden ausreichen, um dem Staat die erforderlichen finanziell=
en Handlungsspielr=E4ume und -m=F6glichkeiten zu verleihen. Eine gr=FCndlic=
he und sorgf=E4ltige Aufgabenkritik, organisatorische Straffungen und Verbe=
sserungen auf der Grundlage einer gr=F6=DFeren Kostentransparenz und verl=
=E4=DFlicherer Daten sind dabei unabdingbar. Wenn wir nicht in der Lage sei=
n werden, die ggf. auch schmerzhaften Konsequenzen aus diesen Informationss=
ystemen umzusetzen, verursachen sie nur Kosten, mehr B=FCrokratie und Papie=
r sowie letztlich neue Frustrationen.
</p><p>Abschlie=DFend kann ich folgendes feststellen:
</p><p>Es mangelt nicht an Problem- und Zustandsanalysen und es mangelt auc=
h nicht an Reformvorschl=E4gen. Ich sehe ein anderes Problem: die praktisch=
e Umsetzung und Durchf=FChrung von Reformvorhaben. Noch fehlt z.B. eine pra=
ktische umsetzbare Aufgabenkritik, die festlegt, was der Staat in Zukunft w=
eiterhin zwingend selbst machen mu=DF und welche Aufgaben privatisiert werd=
en k=F6nnen. Privatisierung kann aber kein Selbstzweck sein. Sie setzt eine=
n funktionsf=E4higen Wettbewerb voraus, der sp=FCrbare Vorteile f=FCr den B=
=FCrger bringt und den Staatshaushalt tats=E4chlich wirksam entlastet.
</p><p>Als Bundesrechnungshof betrachten wir nicht nur solche =DCberlegunge=
n, sondern begleiten die verschiedenen Ma=DFnahmen zur Staatsmodernisierung=
 konstruktiv und versuchen, unsere Vorschl=E4ge einzubringen. Aber die Zuku=
nft l=E4=DFt sich nur gewinnen, wenn Ver=E4nderungsprozesse mit m=F6glichst=
 vielen Kr=E4ften zielgerichtet angegangen werden.
</p></li></ol>
<!-- START END -->
<hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | Oktober 1999 =20
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->

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